DE2802074C2 - Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Preßstoffen auf der Basis von Phenolformaldehydharzen - Google Patents

Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Preßstoffen auf der Basis von Phenolformaldehydharzen

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DE2802074C2 DE19782802074 DE2802074A DE2802074C2 DE 2802074 C2 DE2802074 C2 DE 2802074C2 DE 19782802074 DE19782802074 DE 19782802074 DE 2802074 A DE2802074 A DE 2802074A DE 2802074 C2 DE2802074 C2 DE 2802074C2
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Description

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf kontinuierliche Verfahren zur Herstellung von Preßstoffen auf der Basis von Phenolformaldehydharzen.
Die genannten Preßstoffe werden zur Herstellung von Erzeugnissen für Elektroisolierzwecke in Elektromaschinenbau. Funktechnik. Elektronik. Kraftfahrzeug-und Traktorenbau sowie in anderen Industriezweigen eingesetzt.
An solche Erzeugnisse werden strenge Forderungen gestellt. Sie müssen eine ausreichend hohe mechanische Festigkeit, ein geringes Wasseraufnahmevermögen und ein« kleine Schwindung aufweisen.
Preßstoffe auf der Basis von Phenolformaldehydharzen müssen zu Erzeugnissen in Formpressen und Transferpressen sowie im Spritzgußverfahren verarbeitbar sein.
Es sind verschiedene Verfahren zur Herstellung von Preßstoffen auf Phenolformaldehydharzbasis bekannt.
Weithin bekannt ist das Trockenwalzverfahren. Dabei wird ein Bandmischer mit einem Gemisch aus trockenem feinvermahlenem Phenolformaldehydharz mit Füller (Holzmehl), Farbstoff (Nigrosin, Pigmente), Härter (Hexamethylentetramin), Schmiermitteln (Ca* Stearat, Stearin) und mineralischen Zusätzen (Kalk, Kaolin, Glimmer) beschickt.
Die Komponenten werden vermischt und portioned' weise auf das aus zwei Walzen bestehende Walzwerk aufgegeben, wobei die eine Walze eine Temperatur von 70 bis U0°C und die andere eine Temperatur von 90 bis 130° C aufweist. Das Mischen erfolgt vor Erzielung des erforderlichen Feuchtigkeitsgehaltes, der erforderlichen Flüchtigkeit, Fließfähigkeit und gegebenenfalls anderer qualitativer Parameter des Preßstoffes, der danach abgekühlt, zerkleinert und granuliert wird.
Bei der Durchführung des Verfahrens zur Herstellung von Preßstoff nach dem Trockenwalzverfahren wird eine große Menge an Staub und Wasser-, Phenol- und Formaldehyddampf frei. Beim Absaugen der Dämpfe wird durch die örtliche Ventilation eine wechselnde Menge an Ausgangskomponenten aus dem Ausgangsgemisch der rieselfähigen Komponenten fortgerissen, was sich auf die Qualität des Endproduktes auswirkt.
Es ist ein weiteres Verfahren zur Herstellung von Preßstoffen bekannt.
Das Verfahren wird in Schneckenextruder durchgeführt Nach diesem Verfahren wird das Gemisch von fein zerkleinertem hartem Harz mit Füllstoff und anderen Zusätzen aus dem Aufgahehunker dem Zweischneckenextruder zugeführt, in dem man die Temperatur entsprechend den Zonen konstant hält.
Beim Drehen der Schnecken wird du Komponentengemisch erhitzt und das Harz geschmolzen. Das Gemisch wird allmählich verdichtet und gelangt in die Hothtemperaturzone, wo das Harz unter Wärme- und Druckeinwirkung das Komponentengemisch durchtränkt. Flüchtige Bestandteile und die Feuchtigkeit werden am Ausgang verdampft, das Material wild abgekühlt und zerkleinert.
Einer der Nachteile des Verfahrens zur Herstellung von Preßstoffen besteht in der Verwendung von trockenem Harz. Trockenes Harz besitzt hohe Zähigkeit, die beim erneuten Erwärmen und Schmelzen noch gesteigert wird. Die gesteigerte Zähigkeit verringert jedoch die Fließfähigkeit des Harzes und erschwert das Eindringen in den Füller und die anderen trockenen Zusätze. Die Verwendung von trockenem Harz bedingt somit einen höheren Leistungsaufwand und zusätzliche Zeit zum Erwärmen und Schmelzen von Harz, was mit der Vergrößerung der Abmessungen der Apparatur verbunden ist. Durch die Anwendung von trockenem Harz kommt es außerdem zu einem zusätzlichen Verschleiß der Oberflächen der Mischeinrichtungen.
weil sie trockenen Bestandteile als Schleifmittel wirken.
Bekannt sind Verfahren zur Herstellung von Phenol-
preLSmassen unter Polykondensation des Harzes an einem Füller.
Eines dieser Verfahren sieht die Herstellung von Preßstoffen unter Verwendung von Produkten der Phenolaldehydoolykondensation durch sorgfältiges Vermischen der letzteren mit dem Füller und den anderen Komponenten im Mischer vor. Danach erfolgt die kontinuierliche Polykondensation am Füller im Schneckenreaktor bei 150 bis 300°C unter Druck. Das dabei entstehende Wasser wird durch Entspannung und Wärmezufuhr entfernt.
Ein anderes Verfahren sieht die portionenweise Einarbeitung des Gemisches aus Füller und Zusätzen zu den teilweise kondensierten Kondensationsprodukten Unier nachfolgender Polykondensation in Anwesenheit des Füllers vor. Die Verfahrensdauer beträgt dabei einige Stunden.
Die Polykondensation des Harzes am Füller gewährleistet keine homogene Komposition mit gleichmäßiger Verteilung der Teilchen über das gesamte Volumen, was
sich auf die Stabilität der qualitativen Parameter der Preßstoffprodukte auswirkt.
Die bestehenden Verfahren zur Herstellung von Preßstoffen auf der Basis von Phenolformaldehydharz sind also mehrstufig und umfassen die Stufen Trocknung, Abkühlung, Brechen, Zerkleinerung, Vermischung mit Füllstoffen und Sonderzusätzen, Tränkung sowie Abkühlung und Zerkleinerung des Produktes. Dies beeinträchtigt die Eigenschaften der hergestellten Produkte und hat große Rohstoffverluste und hohen Energieaufwand zur Folge.
Bisher ist ein kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Phenolformaldehydharz und Preßstoffen auf der Basis desselben unbekannt
Zweck der vorliegenden Erfindung ist der, ein kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Preßstoffen auf der Basis von Phenolformaldehydharzen zu entwickeln.
Das erfindungsgemäße kontinuierliche Verfahren ist in den vorstehenden Ansprüchen beschrieben.
Als Säurekateijsator kann man z. B. Salzsäure, Oxalsäure und andere Mäneralsäuren und als alkalischen Katalysator Ammoniak, Ätznatron, Bariumhydroxid einsetzen.
Wie oben erwähnt, erfolgt die Polykondensation von Phenol mit Formaldehyd bei einer zwischen 140 und 180° C liegenden Temperatur. Um die Tatsache, daß die Reaktion bei dieser Temperatur wegen des stürmischen Siedens des Reaktionsgutes ungesteuert wird, zu vermeiden, wendet man Druck an. Der eingehaltene Druckbereich von 8,8 bis 24,5 bar verhindert das Aufkochen der M'schung. Unter diesen Bedingungen wird das Phenolformaldehydharz mit einem ausreichenden Poiykondensaiionsgrad hergestellt.
Um die Polykondensatioiisgeschwindigkeit beim Erreichen des erforderlichen Polykon^ensationsgrades herabzusetzen, unterwirft man das erhaltene Wasseremulsionsharz einer Abkühlung auf 70 bis 140° C, bevor man es mit den oben angegebenen Bestandteilen vermischt
Dann wird das Harz mit Schüttbestandteilen, d. h. mit Härter wie Hexamethylentetramin, Acetaldehyd und andere Amine, mit Füllstoff, beispielsweise Holzmehl, Asbest zerkleinerte Glasfaser, ßaumwollecellulose, Glimmer, mit Schmiermittel, z. B. Calciumstearat, Stearinsäure, Zinkstearat, ölsäure, vermischt.
Um dem Erzeugnis aus dem Preßstoff die gewünschte Farbe zu verleihen, ist es zweckmäßig, beim Vermischen von Wasseremulsionsharz mit Schüttbestandteilen auch einen Farbstoff, z. B. Nigrosin. Rubinlack, Heliogenblau, Eisenrot zuzusetzen. Zur Erhöung der Wärmebeständigkeit und Isoliereigenschaftswerte des Preßstoffs werden Mineralzusätze, beispielsweise Kaolin, Talk zugegeben.
Der gewählte Temperaturbereich beim Vermischen sichert die Herstellung der homogenen Masse mit gleichmäßig verteilten festen Teilchen der Bestandteile im Gesamtvolumen des Harzes. Eine Temperaturerniedrigung unter 70°C führt zur starken Viskositätserhöhung des Harzes, was sich auf die Eigenschaften des hergestellten Preßstoffs ungünstig auswirkt. Eine Temperaturerhöhung Über 160° C verursacht das Sieden des Harzes und als Folge davon die Ungleichmäßige Verteilung der festen Teilchen im Harz.
Während der Wärmebehandlung (Trocknung) der gewonnenen Masse unter den oben erwähnten Bedirl· gungeti tritt das momentane Aufkochen Von Wasserdampf und Dämpfen der flüchtigen Bestandteile auf.
Dadurch wird der Gesamtprozeß intensiviert.
Vor Vermischen des Wasseremulsionsharzes mit Schüttbestandteilen ist es zweckmäßigerweise bei einer zwischen 130 und 140°C liegenden Temperatur unter 80 bis 800 mbar Vakuum oder durch Absetzenlassen des Harzes bei einer Temperatur von 70 bis 95°C zum Teil zu entwässern.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Preßstoffen auf der Basis von Phenolformaldehydharzen wird im kontinuierlichen Betrieb durchgeführt Die Entwicklung des kontinuierlichen Verfahrens gab die Möglichkeit eine Reihe von Stufen, z. B. Abkühlung, Brechen, Vor- und Feinzerkleinerung des Harzes auszuschließen, wodurch der Gesamtverlust an Rohstoffen herabgesetzt wird. Das Verfahren ist leicht zu betreiben. Es erfordert keine Sonderausrüstungen.
Zur Durchführung des Prozesses benutzt man gewöhnliche zugängliche Rohstoffe.
Die Durchführung des Prozesses nach der erfindungsgemäßen Technologie ermöglicht es, die Dauer des Polykondensationszyklus von 60 bis 120 min auf 1 bis 6 min zu verkürzen
Die Anwendung des Wasseremulsionsharzes unmittelbar zur Herstellung des Preßstoffs gestattet es, die Zeit, wo der Härter in der Masse verteilt wird, zu verkürzen und somit die Geschwindigkeit seiner Reaktion mit dem Harz zu erhöhen, während die Ausnutzung der Momvntantrocknurig die Trocknungsdauer zu vermindern erlaubt
All dies verkürzt im ganzen die Dauer des Prozesses zur Herstellung von Preßstoffen von Anfang des Vermischens des Harzes mit dem Gemisch der Schüttstoffe bis zur Herstellung des Preßstoffs von 120 bis 210 s (beim Trockenwalzen) auf 50 bis 130 s.
Die Prozeßintensivierung läßt zu. die Abmessungen von Ausrüstungen zu verringern und die Produktionsflächen freizusetzen.
Der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Preßstoff entspricht den besten Erzeugnissen solchen Typs nach seinen Eigenschaften; durch die Verwendung des Wasseremulsionsharzes werden insbesondere Bedingungen geschaffen, die die gleichmäßige Verteilung von Harz zwischen den Teilchen von Schüttstoffen sichern. Dies verbessert seinerseits die physikalisch-mechanischen Eigenschaften von Preßstoffen für die allgemeine Zweckbestimmung.
Auf Kosten der gleichmäßigen Vorhärtung des Preßstoffs über das ganze Volumen wird seine Verarbeitungsfähigkeit verbessert. Der Preßstoff läßt sich durch Spritzgießen in Automaten für Duroplaste gut verarbeiten.
Dadurch, daß der Polykondensationsprozeß des Phenolformaldehydharzes, sein Vermischen mit dem Gemisch von Schüttstoffen und die Wärmebehandlung in einem geschlossenen Reaktionsraum vorgenommen wird, wird der Auswurf von schädlichen Stoffen ins Freie wesentlich herabgesetzt
Das Verfahren ist technologisch leicht ausführbar und wird auf folgende Weise durchgeführt.
Die Ausgangsstoffe werden auf zweierlei Art zugeführt. Nach einer der Ausführungsformen kommen die Ausgangsstoffe Phenol und Formaldehyd als wäßrige Lösung in einem vorgegebenen Verhältnis kontinuierlich in eine Mischvorrichtung, Das erhaltene Gemisch von Phenol und Formaldehyd führt man dann in die zweite Mischvorrichtung zu, wohin die Lösung des Katalysators in handelsüblicher, 35 bis 40%iger wäßriger Formaldehydlösung bei einem gegebenen
Verhältnis kontinuierlich auch gelangt.
Das Gemisch wird innig umgerührt und dem ersten Reaktor zugeführt, welcher mit einem Rührwerk und Mantel versehen ist. Die Zufuhr des Gemisches kann man auch über einen Vorwärmer vornehmen.
Nach der anderen Ausführungsform bringt man in einen Behälter Phenol und Formaldehyd als wäßrige Lösung und die Lösung eines Katalysators in handelsüblicher, 35 bis 40%iger wäßriger Formaldehydlösung bei einem vorgegebenen Verhältnis ein.
Das Gemisch wird innig umgerührt und dem ersten Reaktor zur Polykondensation über einen Vorwärmer odor direkt zugeführt Der Reaktor ist mit einem Rührwerk und Mantel versehen.
Das zubereitete Gemisch, bestehend aus Phenol oder seinen Homologen, Formaldehyd als wäßrige Lösung und 10- bis 15%iger Lösung des Katalysators in handelsüblicher, 35 bis 40%iger wäßriger Formaldehyd-Iösung, wird im Reaktor auf eine zwischen 140 und 1800C liegende Temperatur erhitzt; der Reaktordruck wird in einem Bereich von 8,8 bis 24,5 bar gehalten.
Durch die Polykondensationsreaktion erhält man das Wasseremulsionsharz, welches am Ausf ;ng auf eine Temperatur von 70 bis 1400C abgekühlt und dem zweiten Reaktor zugeführt wird, der mit einem Rührwerk und Mantel versehen ist
Die Schüttstoffe werden auf folgende Weise zubereitet.
Man gibt ins Aufnahmeorgan der Mischvorrichtung Schüttstoffe (Füllstoff, Härter, Schmierstoffe, Mineralzusätze, Farbstoff) getrennt auf. Die Zufuhr der Schüttstoffe in die Mischvorrichtung kann man auch auf folgende Weise durchführen: man beschickt getrennt den Füllstoff und dann getrennt das Gemisch der anderen Bestandteile.
Das Gemisch der Schüttstoffe wird auch in den zweiten Reaktor mit einer Geschwindigkeit von 14 bis 16,5 kg/h zugeführt
Das Wasseremulsionsharz wird mit Schüttstoffen während 0,5 bis 1,5 min bei einer zweischen 70 und 1600C liegenden Temperatur und einem Druck von 19,6 bis 29,4 bar vermischt. Unter diesen Bedingungen kommt es nicht zum Verdampfen der Feuchtigkeit und der flüchtigen Bestandteile.
Das erhaltene Gut gelangt in den dritten Reaktor, versehen mit Rührwerk, Mantel und Unterdruckabsaugvorrich'ung, bei einer Geschwindigkeit von 30,6 bis 32,1 kg/h.
Man führt im Reaktor die Trocknung durch Wärmebehandlung der Masse durch, indem man die Temperatur von 16C iui 800C unter 120 bis 800 mbar Vakuum mit Entfernung der flüchtigen Bestandteile und der Feuchtigkeit aus der Trocknungszone allmählich herabsetzt.
Der hergestellte Preßstoff wird aus dem Reaktor mil einer Geschwindigkeit von 30 bis 32 kg/h ausgetragen, abgekühlt, zerkleinert und in erforderliche Fraktionen nötigenfalls getrennt oder granuliert
Vor dem Vermischen mit den Bestandteilen ist das abgekühlte Harz in einen Zwischenreaktor zweckmäßigerweise einzubringen, der mit Rührwerk, Mantel und Unterdruckabsäugvorriehtung versehen ist, wobei man in diesem Reaktor bei einer zwischen 130 und 1400C liegenden Temperatur unter 80 bis 800 mbar Vakuum das Entfeuchten vornimmt.
fas teilweise Entfeuchten läßt sich auch durch Zufuhr des abgekühlteli Harzes in einen Absstzbehälter, versehen mit einem Mantel, vornehmen. Das Absetzen erfolgt bei einer Temperatur von 70 bis 95° C.
Zum besseren Verstehen der vorliegenden Erfindung werden folgende konkrete Beispiele angeführt.
Beispiel 1
Der Mischvorrichtung werden 100 Gewichtsteile Phenol mit 10,4 kg/h Geschwindigkeit, 30 Gewichtsteile Formaldehyd als wäßrige 37%ige Lösung desselben mit 6,6 kg/h Geschwindigkeit unter ständigem Umrühren kontinuierlich zugegeben. Das Gemisch von Phenol und der wäßrigen Formaldehydlösung strömt dann in die zweite Mischvorrichtung kontinuierlich ein, worin 0,55 Gewichtsteile 10%iger Lösung von Oxalsäuredihydrat in handelsüblicher wäßriger 35- bis 40%iger Formaldehydlösung mit 2,0 kg/h Geschwindigkeit unter ständigem Umrühren kontinuierlich zugeführt werden. Das erhaltene Gut gibt man kontinuierlich in den mit Rührwerk und Mantel versehenen Reaktor mit 19,0 kg/h Geschwindigkeit auf.
Der Reaktorinhalt wird auf eine Temperatur von 145 bis 155" C erhitzt und der Reakf--druck zwischen 12,8 und 15.7 bar gehalten. Durch die Polykondensationsreaktion erhält man das Wasseremulsionsharz, das auf eine Temperatur von 130 bis 1400C abgekühlt und in den zweiten mit Rührwerk und Mantel versehenen Reaktor mit 19,0 kg/h Geschwindigkeit zugeführt wird. In denselben Reaktor bringt man das Gemisch von Schüttstoffen, bestehend aus 47 Gewichtsteilen Holzmehl, 6 Gewichtsteilen Kaolin, 1 Gewichtsteil Kalk, 5,5 Gewichtsteilen Hexamethylentetramin, 1,5 Gewichtsteilen Stearin und 1,0 Gewichtsteil Nigrosin, mit einer Geschwindigkeit von 18,6 kg/h ein. Das Vermischen des Harzes mit den Schüttstoffen dauert 50 s beim Temperaturanstieg von 70 auf 140 bis 1500C unter 24,5 bar Druck.
Die gewonnene Masse gelangt in den dritten Reaktor, ausgestattet mit Rührwerk, Mantel und Unterdruckabsaugvorrichtung, mit einer Geschwindigkeit von 30,6 kg/h.
In diesem Reaktor unterwirft man die Masse einer Wärmebehandlung während 25 bis 30 s, indem man die Temperatur von 140 bis 130° C auf 80° C unter 400 bis 532 mbar mit Entfernung der flüchtigen Bestandteile und der Feuchtigkeit aus der Reaktionszone allmählich herabsetzt.
Der Preßstoff wird abgekühlt zerkleinert oder granuliert
Das Fertigmateriai enthält 45 Gew.-% Stoffe, die mit Aceton zu extrahieren sind, und 3 Gew.-% flüchtige Bestandteile.
Nach seinen physikalisch-mechanischen Eigenschaften kann der Pveßstoff von Novolak-Typ zur Gruppe von Phenoplasten für die allgemeine Zweckbestimmung gehören, er weist eine erhöhte Härtungsgeschwindig-
5j kcit (40 s beim konischen Normbecher unter Vorerhitzen'mit Hochfrequenzstrom) auf.
Beispiel 2
In einen mit Rührwerk und Mantel versehenen Reaktor wird das Gemisch von 100 Gewichtsteilen Phenol. 26 Gewichtsteilen Formaldehyd als 40%ige wäßrige Lösung desselben, 0,6 Gewiehtsteilen 15%iger
Lösung von Oxalsäuredihydrat in handelsüblicher
wäßriger 35-bis 40%iger Formaldlehydlösung mit
24 kg/h Geschwindigkeit kontinuierlich zugeführt
Das Gemisch *vird auf eine zwischen 140 und 15O0C liegende Temperatur erhitzt Und der Reaktordruck in einem Bereich von 8,8 bis 10,8 bar gehalten. Durch die
Polykondensationsreaktion erhält man das Wasseremulsionsharz, das am Reaktorausgang auf eine Temperatur von 70 bis 850C abgekühlt wird. Das abgekühlte Harz gelangt in den Zwischenreaktor versehen mit Rührwerk, Mantel und Urtterdruckabsaugvorrichtung, wobei in diesem Reaktor bei einer Temperatur von 130 bis 1400C unter 532 bis 800mbar Vakuum teilweise entfeuchtet wird. Dann wird das Wasseremulsionsharz, enthaltend 13 Gew.-ö/o Feuchtigkeit, dem zweiten mit Rührwerk und Mantel versehenen Reaktor mit 16,5 kg/h Geschwindigkeit zugeführt.
In den gleichen Reaktor bringt man das Gemisch von Schüttsloffen, bestehend aus 37,5 Gewichtsteilen Holzmehl, 6 Gewichtsteilen Kaolin, 6 Gewichtsteilen Hexamethylentetramin, 13 Gewichtsteilen Calciumstearat und 1 Gewichtsteil Nigrosin, mit 15,6 kg/h Geschwindigkeit ein.
Das Vermischen des Harzes mit Schüttstoffen dauert 1 min unter allmählichem Temperaturanstieg von 70 auf ■30°Cb;s HO'Cbsi Drücken von 19,6 bis 24.5 bar 3"
Die gewonnene Masse gelangt in den dritten Reaktor, der mit Rührwerk, Mantel und Unterdruckabsaugvorrichtung ausgestattet ist, mit 32,1 kg/h Geschwindigkeit und wird während 20 bis 30 s unter allmählichem Temperaturabfall von 160 bis 150° C auf 80" C bei 120 bis 200 mbar Vakuum einer Wärmebehandlung unterworfen.
Der Preßstoff wird abgekühlt, zerkleinert und nach Korngröße getrennt.
Das Fertigmaterial enthält 55 Gew.-% Stoffe, die mit Aceton zu extrahieren sind, und 4 Gew.-% flüchtige Bestandteile.
1 Nach seinen physikalisch-mechanischen Eigenschaften gehört der hergestellte Preßstoff von Novolak-Typ zur Gruppe von Isolierstoffen mit erhöhter Schlagfestigkeit (von mindestens 5,88 KJ/m2), hauptsächlich 7,84 KJ/m2 und läßt sich durch Spritzpressen oder Spritzgießen in Automaten für Duroplaste verarbeiten.
Beispiel 3
In einen Reaktor wird das Gemisch von 100 Gewichtsteilen Phenol, 32 Gewichtsteilen Formaldehyd als 37%ige wässerige Lösung desselben und 0,4 Gewichtsteilen 10%iger Lösung von Oxalsäuredihydrat in handelsüblicher, wäßriger 35- bis 40%iger Formaldehydlösung mit 17,5 kg/h Geschwindigkeit kontinuierlich aufgegeben.
Das Gemisch wird auf eine Temperatur von 170 bis 180"C erhitzt und der Reaktordruck in einem Bereich von 19,6 bis 243 bar gehalten.
Durch die Reaktion erhält man das Wasseremulsionsharz, das am Ausgang auf eine zwischen 70 und 95° C liegende Temperatur abgekühlt wird.
Das abgekühlte Harz kommt in den Absetzbehälter zum teilweisen Klären der Feuchtigkeit Das Absetzen erfolgt bei Temperaturen von 70 bis 95° Q Die Schichten werden getrennt. Das Wasseremulsionsharz (die untere Schicht), enthaltend 20 Gew.-% Feuchtigkeit, wird danach in den zweiten mit Rührwerk und Mantel versehenen Reaktor mit 14,0 kg/h Geschwindigkeit eingebracht
In den gleichen Reaktor wird das Gemisch von Schüttstoffen, bestehend aus 583 Gewichtsteilen Glimmer, 23 Gewichtsteilen Hexamethylentetramin. 23 Gewichtsteilen Magnesiumoxid. 1,5 Gewichtsteilen Calciumstearat mit 193 kg/h Geschwindigkeit zugeführt
Das Vermischen des Harzes mit Schüttätoffen dauert 13 min unter allmählichem Temperaturanstieg von 70 auf 140 bis 150° C bei einem Druck von 29,4 bar.
Die Masse gelangt in den dritten Reaktor, der mit Rührwerk, Mantel und Unterdruckabsaugvorrichtung versehen ist, mit 333 kg/h Geschwindigkeit und wird während 30 bis 40 s unter allmählichem Temperalurabfall von HO bis 130 auf 8O0C bei 665 bis 800 mbar Vakuum einer Wärmebehandlung unterworfen.
Der Pfeßstoff wird abgekühlt, zerkleinert und ausgewogen. Das Feftigmäterial enthält 35 Gew.-% Stoffe, die mit Aceton zu extrahieren sind, und 2 Gew.-°/o flüchtige Bestandteile.
Der hergestellte Preßstoff vom Resol-Typ gehört zur Gruppe von Phenoplasten mit erhöhten Isoliereigenschaften und kann zu Erzeugnissen durch Formpressen oder Transferpressen verarbeitet werden.
Beispiel 4
In einen mit Rührwerk und Mantel versehenen Reaktor wird das Gemisch von 100 Gewichtsteilen Phenol. 37 Gewichtsteilen Formaldehyd als wäßrige Lösung desselben und 0376 Gewichtsteilen 15%iger Lösung von Ammoniak in handelsüblicher wäßriger 35-bis 40%iger Formaldehydlösung mit 25 kg/h Geschwindigkeit kontinuierlich zugeführt
Das Gemisch wird auf eine Temperatur von 140 bis 15O0C erhitzt und der Reaktordruck in einem Bereich von 17,7 bis 20 bar gehalten.
Man kühlt das erhaltene Harz auf Temperaturen von 80 bis 91^0C ab und bringt in einen Zwischenreaktor, versehen mit Rührwerk, Mantel und Unterdruckabsaugvorrichtung ein, worin bei einer zwischen 130 und 140° C liegenden Temperatur unter 80 bis 266 mbar Vakuum teilweise entfeuchtet wird.
Das Wasseremulsionsharz, enthaltend 10Gew.-% Feuchtigkeit, kommt in den zweiten Reaktor mit 16,6 kg/h Geschwindigkeit In den gleichen Reaktor gibt man das Gemisch von Schüttstoffen und zwar von 41,8 Gewichtsteilen Holzmehl, 44 Gewichtsteilen Eisenrot. 1,0 Gewichtsteil Hexamethylentetramin, 1,4 Gewichtsteilen Calciumstearat mit 15 kg/h Geschwindigkeit auf.
Das Vermischen des Harzes mit Schüttstoffen dauert 65 s unter allmählichem Temperaturanstieg von 70 auf 150 bis 160° C bei Drücken von 243 bis 273 bar.
Die gewonnene Masse wird dem dritten Reaktor zugeführt und während 30 bis 40 s einer Wärmebehandlung unter alimählichem Temperaturabfall von 160 bis 150 auf 8O0C bei 532 bis 665 mbar Vakuum unterworfen.
Der Preßstoff wird abgekühlt und zerkleinert
Der hergestellte Preßstoff vom Resol-Typ kann zu Isolierpreßstoffen der Gruppe von Phenolplasten gehören und zeichnet sich von den produzierKaren Qualitäten durch eine erhöhte mechanische Festigkeit aus. (Die Schlagfestigkeit erreicht mindestens 5,88 KJ/m2, hauptsächlich 7,84 KJ/m2, die statische Biegefestigkeit mindestens 733 N/mm2, vorzugsweise 92,2 N/mm2).
Beispiel 5
Einer Mischvorrichtung werden 100 Gewichtsteile Phenol mit 11,4 kg/h Geschwindigkeit 36 Gewichtsteile Formaldehyd als wäßrige Lösung desselben mit 11,0 kg/h Geschwindigkeit unter ständigem Umrühren kontinuierlich zugeführt Dann gelangt das Gemisch von Phenol und der handelsüblichen, wäßrigen 35- bis 40°/oigen Formaldehydlösung in die zweite Mischvorrichtung kontinuierlich, worin gleichzeitig 0,45 Gewichtsteile I5°/oiger Lösung von Oxalsäuredihydrat in
handelsüblicher, wäßriger 35* bis 40%iger Formaldehydlösung mit 1,0 kg/h Geschwindigkeit unter ständigem Umrühren aufgegeben werden. Das erhaltene Gemisch bringt man kontinuierlich in den Reaktor, versehen mit Rührwerk, Mantel, mit 24,4 kg/h Geschwindigkeit ein. Der Reaktorinhalt wird umgerührt, auf eine Temperatur von 170 bis 180°C erhitzt, wobei der Reaktordruck in einem Bereich von 14,7 bis 16,7 bar gehis.ten wird.
Durch die Reaktion erhält man das Wasseremulsionshärz, das auf eine Temperatur von 70 bis 800C abgekühlt und in einen Absetzbehälter zum Absetzen der Feuchtigkeit bei Temperaturen von 70 bis 75°C geleitet wird.
Das Wasseremulsionsharz, enthaltend 10Gew.-% Feuchte, vermischt man im zweiten Reaktor mit Holzmehl, zugeführt mit 15,9 kg/h Geschwindigkeit, und mit einem Gemisch, bestehend aus 1 Gewichtsteil Nigrosin, i,2GewichtsteiIen Hexamethylentetramin
und 1 Gewichtsteil ölsäure, wobei dieses Gemisch mit einer Geschwindigkeit von 0,6 kg/h geleitet wird.
Das Vermischen des Harzes mit den Bestandteilen dauert 30 s unter allmählichem Temperaturanstieg von 70 auf 150 bis 1600Cbei 27,5 bar Druck.
Die gewonnene Masse gelangt in den dritten Reaktor, wo man die Wärmebehandlung während 30 bis 40 s unter allmählichem Temperaturabfall von 150 bis 140 auf 800C bei 532 bis 665 mbar Vakuum durchführt.
Das Material wird zu Strängen von 1,5 bis 2,5 mm Durchmesser geformt, abgekühlt und zerkleinert.
Der hergestellte Preßstoff vom Resol-Typ gehört zu den isolierpreßstöffen der Gruppe von Phenolplasten und zeichnet sich von den pröduzierbaren Qualitäten durch eine erhöhte mechanische Festigkeit aus. (Die Schlagfestigkeit erreicht mindestens 5,88 KJ/m2, hauptsächlich 7,84 KJ/rri2 und die statische Biegefestigkeit mindestens 73,5 N/mm', vorzugssveise 92,2 N/mm2).

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von Preßstoffen auf der Basis von Phenolformaldehydharzen des Novolak- oder Resol-Typs, dadurch gekennzeichnet, daß man Wasseremulsionsharze, die durch Polykondensation von Phenol mit Formaldehyd in wässeriger Lösung bei einer Temperatur zwischen 140 und 180°C unter Drücken von 8,8 bis 24,5 bar in Gegenwart einer 10- bis 15% igen Lösung eines sauren oder alkalischen Katalysators in handelsüblicher, wässeriger 35 bis 4O°/oiger Formaldehydlösung hergestellt worden sind, auf eine zwischen 70 und 140° C liegende Temperatur abgekühlt und mit den folgenden Bestandteilen Füllstoff, Härter und Schmiermittel bei Temperaturen von 70 bis 160° C und Drücken von 19,6 bis 29,4 bar vermischt werden, bis eine homogene Masse gewonnen wird, die einer Wärmebehandlung unter allmählichem Temperaturabfall von einer Temperatur zwischen 130 und 160° C auf S0°C bei 120 bis 800 mbar Vakuum unterworfen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Wasseremulsionsharz auch zumindest mit einem der Bestandteile Farbstoff, Mineralzusätze vermischt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man das Wasseremulsionsharz, bevor man es mit den oben erwähnten Bestandteilen vermischt, zur teilweisen Entfeuchtung einer Wärmebehandlung bei Temperaturen von 130 bis 140°C unter einem Vakuum von 80 bis 800 mbar unterwirft
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Wasseremulsionsharz, bevor es mit den oben erwähnten Bestandteilen vermischt wird, zur teilweisen Entfeuchtung bei einer Temperatur von 70 bis 95° C dekantiert wird.
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