DE2806094C2 - Dünnwandiges Beschlagteil aus Metall sowie Verfahren und Werkzeug zu seiner Herstellung - Google Patents
Dünnwandiges Beschlagteil aus Metall sowie Verfahren und Werkzeug zu seiner HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines dünnwandigen metallenen Beschlagteils nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei Beschlagteilen der gattungsgemäßen Art aus Metall besteht das Bedürfnis, die zur Aufnahme der
Köpfe von Befestigungselementen, insbesondere Schrauben, dienenden Senklöcher auf spanlosem Wege
herzustellen, ohne daß das beim Formdrücken des Versenkens zwangsläufig auftretende Fließverhalten
des Werkstoffgefüges zu einer Längen- und/oder Breitenänderung des Stab- oder Bandmaterials führt.
Ferner besteht das Bedürfnis, eine Vielzahl solcher Senklöcher mit möglichst wenig Fertigungsaufwand
gleichzeitig in schmalen Stab- oder Bandmaterialabschnitten großer Länge herzustellen.
Durch das DE-GM 19 47 868 ist es bereits bekannt, Senklöcher in Stulpschienen für Treibstangenbeschläge
ausschließlich auf spanlosem Wege herzustellen. Und zwar wird hierbei jeweils an der mit dem Senkloch zu
versehenden Stelle zunächst in einem ersten Arbeitsschritt ein zylindrisches Loch ausgestanzt, welches ein
bestimmtes Durchmesser-Übermaß gegenüber dem Nenndurchmesser des späteren Senkloches aufweist.
Sodann werden in einem zweiten Arbeitsschritt mittels eines konischen Stempels die Versenke eingedrückt. Bei
diesem Drückvorgang wird das die Wandungen des zylindrischen Vorloches begrenzende Material durch
den konischen Teil des Drückstempels verdrängt, wobei es hauptsächlich in Wirkrichtung der Druckkraft sowie
gleichzeitig radial nach einwärts fließt, so daß sich das vorgegebene Durchmesser-Übermaß zum unteren
Ende des Loches hin bis auf das Nennmaß des Scnkloches verringert.
In der Praxis hat sich diese bekannte Herstellungsart
für Senklöcher jedoch als nachteilig erwiesen, weil nicht
verhindert werden kann, daß beim Eindringen des konischen Drückstempel-Abschnitts in das Vorloch in
gewissem Maße auch eine Materialverdrängung in Richtung nach radial auswärts stattfindet Dieses
Fließverhalten des Materials ist jedoch unerwünscht,
weil hieraus Änderungen der Sollmaße des fertigen Beschlagteils in Länge und Breite resultieren.
Ähnlich ist man bei dem Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 vorgegangen. Dabei sind
die äußeren Umfangsflächen von Hals und Vertiefung ]0
gegenüber rler Hauptebene geneigt hoch- bzw. eingeprägt.
Insbesondere dann, wenn im Querschnitt flach rechteckige, schmale Stab- oder Bandmaterialabschnitte
als Stulpschienen für Treibstangenbeschläge benutzt werden sollen, können diese eine Längenabmessung von
mehr als 2 Metern erreichen. Da solche Stulpschienen verteilt über ihre Länge eine Vielzahl von Senklöchern
zur Aufnahme der Köpfe von Befestigungselementen, insbesondere Schrauben, erhalten müssen, ;st nach den M
bekannten Herstellungsarten für die Senklöcher ein beträchtlicher Werkzeugaufwand erforderlich. Dieser
hohe Werkzeugaufwand ist auf die Tatsache zurückzuführen, daß zumindest das Ausstanzen der Vorlöcher
und das Eindrücken der Versenke in verschiedenen Stationen des Werkzeuges durchgeführt werden muß.
Es ergibt sich damit eine gesamte Länge für das Werkzeug, die mindestens doppelt so groß wie die
Maximallänge der zu fertigenden Stulpschienen ist.
Demzufolge liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, für ein Beschlagteil aus Metall ein Herstellungsverfahren
anzugeben, welches die spanlose Fertigung der Senklöcher in einem Arbeitsgang ermöglicht
und dabei ein Fließen des Werkstoffs im Bereich der Senklöcher nach radial auswärts weitgehend verhindert.
Die Lösung dieser Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art durch die im kennzeichnenden
Teil des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale erreicht.
In den Ansprüchen 2 bis 5 ist ein Beschlagteil gekennzeichnet, das nur in Verbindung mit dem
Verfahren nach Anspruch 1 geschützt ist.
Ein Werkzeug zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 ist in den Ansprüchen 6 und 7
angegeben. . o
Die besondere Eigenart der Erfindung liegt darin, daß die Ausformung des Versenkes durch den Senkabschnitt
des Stempels beginnt, sobald dessen Lochabschnitt durch die Maierialdicke hindurchgetreten ist, und daß
gleichzeitig mit dem Auftreffen des Senkabschnitts auf den oberen Umfangsrand des Vorloches von der
entgegengesetzten Seite her die Ringwulst des Gegenstempels schon in das Stab- oder Bandmaterial
einzudringen beginnt. Ist der Senkabschnitt des Stempels dann etwa um die Hälfte seiner Länge in das
Stab- oder Bandmaterial eingedrungen, dann setzi der Stempel mit seiner der Ringschulter vorgelagerten
Stirnfläche auf der Oberseite des Stab- oder Bandmaterials auf, drückt die Ringwulst des Gegenstempels zur
völligen Ausformung der Prägevertiefung in die Unterseite des Stab- oder Bandmaterials weiter ein und
formt hierbei unter gleichzeitiger Fertigkalibrierung des Versenkes das verdrängte Materialvolumen einerseits
zu dem das Senkloch konzentrisch umgebenden Hals aus sowie andererseits in den zwischen dem Lochabschnitt
des Stempels und der Innenmantelfläche des Ringwulstes am Gegenstempel vorhandenen Freiraum
hinein. Das Fließverhalten des Materials während des Eindrückens der Versenke wird also bezüglich der
Fließrichtung und des Fließzeitpunktes so beeinflußt, daß Gefügeverlagerungen nur innerhalb des unmnittelbaren
Verformungsbereiches stattfinden können. Das heißt mit anderen Worten: ein Fließen des Materials
radial nach auswärts in die an den Verformungsbereich
angrenzenden Zonen des Stab- oder Bandmaterials tritt kaum ein.
Fig. 1 zeigt in räumlicher Ansichtsdarstellung einen
Stab- oder Bandmaterial-Abschnitt mit zur Aufnahme des Kopfes einer Befestigungsschraube dienenden
Senkloch, in
Fig.2 ist ein Schnitt längs der Linie II-II in Fig. 1,
und zwar in größerem Maßstab, wiedergegeben, während
Fig.3 in verschiedenen Fertigungsphasen die Herstellung
eines Senkloches in einem Beschlagteil aus Metall dargestellt ist
In den F i g. 1 und 2 der Zeichnung ist ein im Querschnitt flach rechteckiger, schmaler Stab- oder
Bandmaterial-Abschnitt aus Metall gezeigt, der als Beschlagteil für Fenster, Türen od. dgl., und zwar
insbesondere als Stulpschiene 1 für Treibstangenbeschläge, Verwendung findet
Solche Stulpschienen 1 werden zur Abdeckung von Profilnuten an der Falzfläche der Fenster- oder
Türflügel verwendet, und dort mit Hilfe von Schrauben befestigt, die einen sogenannten Senkkopf aufweisen.
Jede Schraube durchdringt dabei mit ihrem Schaft ein Loch 2 in der Stulpschiene 1, welches mit einer
konischen Ansenkung 3 zur Aufnahme des Schraubenkopfes versehen ist.
Im Bereich jedes Senkloches 2, 3 ist die Stulpschiene einerseits mit einem scharfkantig und rechtwinklig aus
ihrer Hauptebene hochgeprägten Hals 4 versehen, der konzentrisch zur Längsachse 5 des Senkloches 2, 3
angeordnet ist, und einen Durchmesser aufweist, welcher größer ist als der größte Durchmesser der
Ansenkung 3.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, das Verhältnis zwischen dem größten Durchmesser 6 der Ansenkung 3
und dem Durchmesser 7 des Halses 4 etwa 1 :1,3 zu wählen. Die Höhe 8 des Halses ist vorteilhaft so
bemessen, daß sie sich zur Dicke 9 der Stulpschiene 1 wie 1 :2,25 verhält.
An der dem Hals 4 gegenüberliegenden Breitseite der Stulpschiene 1 ist, ebenfalls konzentrisch zur Längsachse
5 des Senkloches 2, 3 eine Vertiefung 10 eingeprägt, die zylindrische Umfangsflächen It hat und einen
Durchmesser 12 aufweist, welcher geringfügig, beispielsweise um 0,1 bis 0,2 mm größer als der
Durchmesser 7 des Halses ist. Die Prägevertiefung 10 hat dabei eine Tiefe 13, welche geringfügig, beispielsweise
um 0,05 bis 0,1 mm größer ist als die Höhe 8 des Halses 4.
Innerhalb der Prägevertiefung 10 ist in Verlängerung des Senkloches 2, 3 ein Ringwulst 14 ausgebildet,
welcher relativ zu den Umfangswandungen 11 der Prägevertiefung 10 sowie auch gegenüber spitzwinklig
geneigte Innenflanken 15 und Außenflanken 16 hat. Der engste Durchmesser 17 des Senkloches 2, 3 liegt dabei
etwas oberhalb der im wesentlichen parallel zur Hauptebene der Stulpschiene 1 gerichteten Grundfläche
18 der Prägevertiefung 10, wie das deutlich aus F i z- 2 hervorgeht.
Das Verhältnis zwischen dem kleinsten Durchmesser 17 des Senkloches 2, 3 und dem Durchmesser 12 der
Prägevertiefung 10 ist vorzugsweise mit 1 -.2,35
gewählt, so daß dort genügend Raum zur Ausbildung des Ringwulstes 14 innerhalb des Querschnitts der
Stulpschiene 1 zur Verfügung steht.
Die Senklöcher 2,3, die Hälse 4, die Vertiefungen 10
und die Ringwulste 14 werden an der Stulpschiene 1 in einem einzigen Arbeitsgang auf spanlosem Wege
hergestellt.
Das Herstellungsverfahren und das zu dessen Durchführung verwendete Werkzeug ist in Fig.3
dargestellt, und zwar während verschiedener Phasen des Fertigungsvorgangs.
Das Werkzeug 20 ist dabei zur Herstellung jedes Senkloches 2, 3 mit einem Stempel 21 und einem
Gegenstempei 22 ausgestattet. Sämtliche Stempel 21 sind in den vorbestimmten Abständen in einem
beweglichen Werkzeug-Oberteii gehalten, während die Gegenstempel 22 in entsprechendem Abstand voneinander
innerhalb eines ortsfesten Werkzeug-Unterteils sitzen.
Jeder Stempel 21 hat einen Lochabschnitt 23, dessen Durchmesser dem Nenndurchmesser 17 des Senkloches
2,3 entspricht und dessen Länge geringfügig größer als die Dicke der Stulpschiene 1 bemessen ist.
Koaxial hinter dem Lochansatz 23 befindet sich am Stempel 21 ein konischer Senkabschnitt 24, der in seinen
Abmessungen der Ansenkung 3 des Senkloches 2, 3 entspricht. Die Länge des Senkabschnittes 24 ist dabei
kleiner bemessen als die Dicke der Stulpschiene 1.
Konzentrisch zum Senkabschnitt 24 ist an den Stempel 1 eine Ringschulter 25 angearbeitet, deren
Stirnfläche sich rechtwinklig zur Längsachse des Stempels 21 erstreckt, während ihre innere Umfangsbegrenzung
26 zylindrisch ausgebildet ist. Die Umfangsbegrenzung 26 der Ringschulter 23 hat dabei eine Höhe,
die der Höhe 8 des Halses 4 an der Stulpschiene 1 entspricht und geht in eine rechtwinklig zur Längsachse
des Stempels 21 gerichtete Fläche 27 unter Bildung einer scharfen Kante über. Die Fläche 27 schließt sich
ringförmig an den Senkabschnitt 24 an, wobei ihr kleinster Durchmesser gleich dem größten Durchmesser
6 der Ansenkung 3 in der Stulpschiene 1 ist, während ihr größter Durchmesser dem Durchmesser 7 des
Halses 4 an der Stulpschiene 1 entspricht
Der Gegenstempel 22 ist mit einem Loch 28 als Schrottdurchlaß versehen, dessen Durchmesser etwas
größer als der Durchmesser des Lochansatzes 23 am Stempel 21 ist An seiner rechtwinklig zur Längsachse
des Loches 28 liegenden Stirnfläche 29 hat der Gegenstempel 22 eine Ringwulst 30, die konzentrisch
zur Längsachse des Loches 28 angeordnet ist Diese Ringwulst 30 ist mit einer ebenen Endfläche 31, einer
zylindrischen Außenmantelfläche 32 und einer sich kegelförmig auf eine zur Endfläche 31 parallele
Ringschulter 33 zu verjüngenden Innenmantelfläche 34 versehen. Dabei ist der größte Durchmesser dieser
Innenmantelfläche 34 größer als der größte Durchmesser des Senkabschnittes 24 am Stempel 21, während der
kleinste Durchmesser dieser Innenmantelfläche 34 größer als der kleinste Durchmesser des Senkabschnitts
24 am Stempel 21 bemessen wird.
Die Höhe des Ringwulstes 30 entspricht der Tiefe der in der Stulpschiene 1 vorzusehenden Prägevertiefung
10.
Aus der Darstellung 3.1. der F i g. 3 ergibt sich, daß die
Stulpschiene 1 zur Herstellung der Senklöcher 2, 3 in das Werkzeug 20 eingeführt wird, nachdem dessen
Stempel 21 und Gegenstempe! 22 auseinander gefahren sind. Dabei liegt die Stulpschiene 1 lediglich auf der
Endfläche 31 des Ringwulstes 30 am Gegenstempel 22 auf.
Bevor der Stempel 21 mit der Stirnfläche seines Lochansatzes 23 auf die Oberseite der Stulpschiene 1
auftrifft, wird die Stulpschiene 1 außerhalb der Schnittzone einer Richtspannung ausgesetzt. Diese
Richtspannung stellt sicher, daß der Lochansatz 23 des Stempels 21 in das Material der Stulpschiene 1
eindringen kann, ohne daß sich an dieser Stelle eine Durchbiegung der Stulpschiene 1 ergibt. Auf diese Art
und Weise wird mittels des Lochansatzes 23 am Stempel 21 das Vorloch in der Stulpschiene 1 matrizenlos
hergestellt, weil nämlich der Gegenstempe! 22 an dieser
Stelle innerhalb des Ringwulstes 30 und unterhalb der darauf abgestimmten Stulpschiene 1 einen Freiraum 35
bildet Der Stanzvorgang zur Herstellung des Vorloches
in der Stulpschiene 1 ist im Phasenbild 3.2. der F i g. 3 dargestellt.
Beim weiteren Niedergehen des Stempels 21 dringt dabei der Senkansatz 24 desselben in das Vorloch ein,
um die Ausformung des Versenkens 3 in der Stulpschiene 1 zu bewirken.
Wie aus dem Phasenbild 3.3. der F i g. 3 ersichtlich ist, wird unter der Einwirkung des über den Senkansatz 24
auf die Stulpschiene ausgeübten Verformungsdrucks die Ringwulst 30 des Gegenstempels 22 gleichzeitig von
unten her in das Material der Stulpschiene 1 eingedrückt, und zwar beginnend mit dem durch den
Senkansatz 24 des Stempels 21 bewirkten Eindrücken der Ansenkung 3.
Nachdem der Senkabschnitt 24 des Stempels 21 um ein vorbestimmtes Maß in das Vorloch eingedrungen ist,
und sich auch der Ringwulst 30 des Gegenstempels 22 von unten her schon etwas in das Material der
Stulpschiene 1 eingegraben hat, trifft der Stempel 21 mit der Stirnfläche seiner Ringschulter 25 auf die Oberseite
der Stulpschiene 1 auf. wie das im Phasenbild 3.4. der F i g. 3 angedeutet ist
Beim weiteren Niedergehen des Stempels 21 wird nun die Stulpschiene 1 bis auf die Stirnfläche 29 des
Gegenstempels 22 niedergedrückt, so daß dessen Ringwulst 30 sich von unten her völlig in das Material
der Stulpschiene 1 eingräbt, während gleichzeitig unter der Einwirkung des Verformungsdrucks Stulpschienenmaterial
in den durch die Zyiindermanteifläche 26, die Grundfläche 27 und den Konusmantel des Senkabscbnitts
24 begrenzten Ringraum hineinfließt, wie das aus dem Phasenbild 3.5. der Fig.3 ersichtlich ist.
Zwischen der konischen Mantelfläche des am Stempel 21 ausgebildeten Senkabschnitts 24 und der konischen
Innenmantelfläche 34 des am Gegenstempel 22 befindlichen Ringwulstes 30 wird durch den Enddruck
des Werkzeuges 20 das Versenk 3 des Senkloches 2, 3 der Stulpschiene kalibriert Gleichzeitig wird aber über
den Lcchansatz 23 des Stempels 21 auch eine
Kalibrierung des Nenndurchmessers im engsten Bereich des Senkloches 2,3 bewirkt
Der zwischen dem Umfang des Lochansatzes 23 und der konischen Innenmantelfläche 34 des Ringwulstes 30
begrenzte Ringraum ist so groß bemessen, daß das durch das Eindringen des Senkabschnitts 24 in die
Stulpschiene verdrängte Material in Richtung gegen den Umfang des Lochansatzes 23 hin frei fließen kann,
ohne daß dieser freie Ringraum vollständig ausgefüllt wird. Der auf diese Art und Weise innerhalb der
Prägevertiefung 10 der Stulpschiene 1 entstehende Ringwulst 14 erhält hierdurch eine kalibrierte Außenflanke
16, jedoch eine unkalibrierte Inncnflankc 15.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Beide Flanken 15 und 16 sind jedoch im wesentlichen spitzwinklig gegeneinander geneigt.
Durch die eigenartige Ausformung eines Halses 4, bei gleichzeitiger Einformung einer Vertiefung 10 im
Bereich jedes Senkloches 2,3 einer Stulpschiene 1 wird die spanlose Herstellung dieser Senklöcher 2, 3
ermöglicht, ohne daß hierbei eine Verdrängung von Stulpschienenmaterial nach radial auswärts stattfindet.
Maßänderungen in Richtung der Breite und Länge der Stulpschiene werden hierdurch vermieden. Die eigenartige
Profilierung der Stulpschiene 1 im Bereich jedes Senkloches 2,3 bewirkt außerdem in diesen Bereichen
eine Erhöhung der Biegesteifigkeit.
Da sämtliche Löcher 2 und Ansenkungen 3 einer Stulpschiene 1 in einem einzigen Arbeitsgang gefertigt
werden können, ergibt sich ein relativ geringer Werkzeugaufwand, weil die Werkzeuge lediglich eine
Längenabmessung aufzuweisen brauchen, die etwa gleich der maximalen Stulpschienenlänge ist.
Die vorstehend beschriebenen und beanspruchten Maßnahmen sind überall dort benutzbar, wo es darauf
ankommt, verhältnismäßig dünnwandige Beschlagteile aus Metall, und zwar insbesondere aus Stab- oder
Bandmaterial, auf spanlosem Wege mit Senklöchern zu versehen, die zur Aufnahme der Köpfe von Befestigungselementen,
nämlich beispielsweise von Schrauben, dienen.
30
35
40
50
55
f0
•5
Claims (7)
1. Verfahren zum Herstellen eines dünnwandigen metallenen Beschlagteils aus im Querschnitt flach
rechteckigem, schmalem Stab- oder Bandmaterial, wie z. B. einer Stulpschiene für Treibstangenbeschläge,
welches mit mindestens einem durch Vorlochen und anschließendes Formdrücken gebildeten Senkloch
versehen ist, das von einem in Richtung seines größten Durchmessers aus der Hauptebene hochgeprägten
Halses und einer dem Hals gegenüberliegenden, eingeprägten Vertiefung mit zumindest
annähernd dem gleichen äußeren Durchmesser wie der Hals konzentrisch umgeben ist und das zur
Aufnahme der Köpfe von Befestigungselementen, insbesondere Schrauben, dient, dadurch gekennzeichnet,
daß das Stab- oder Bandmaterial (1) zunächst mit einem dem Nennmaß (17) des Senkloches (2, 3) entsprechenden Durchmesser
vorgelocht und zumindest während des Lochvorgangs außerhalb der Schnittzone eine Richtspannung
auf das Stab- oder Bandmaterial (1) aasgeübt und der Lochvorgang matrizenlos — in einen
Freiraum — durchgeführt wird und daß daraufhin im gleichen Arbeitshub mit dem Vorlochen sowie
unmittelbar anschließend einerseits in die Vorlochung das Versenk (3) gedrückt und andererseits der
Hals (4) an seiner äußeren Umfangsfläche scharfkantig und rechtwinklig aus der Hauptebene hochgeprägt
und dabei zugleich die Vertiefung (10) ebenfalls an ihrer äußeren Umfangsfläche (11)
scharfkantig und rechtwinklig zur Hauptebene eingeprägt wird.
2. Nach dem Verfahren nach Anspruch 1 hergestelltes Beschlagteil, dadurch gekennzeichnet,
daß äußerer Durchmesser (12) und Tiefe (13) der Prägevertiefung (10) geringfügig größer als äußerer
Durchmesser (7) und Höhe (3) des hochgeprägten Halses (4) sind.
3. Nach dem Verfahren nach Anspruch 1 hergestelltes Beschlagteil oder Beschlagteil nach
Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das beim Formdrücken des Versenkes (3) verdrängte Material
eine innerhalb der Prägevertiefung (10) liegende Ringwulst (14) mit gegeneinander und relativ zu den
Umfangswandungen (11) der Prägevertiefung (10) spitzwinklig geneigten Innenflanken (15) und Außenflanken
(16) bildet.
4. Nach dem Verfahren nach Anspruch 1 hergestelltes Beschlagteil oder Beschlagteil nach
Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis zwischen dem größten Durchmesser (6)
des Senkloches (2,3) und dem äußeren Durchmesser (7 bzw. 12) des Halses (4) bzw. der Prägevertiefung
(10) etwa 1 :1,3 beträgt, während das Verhältnis zwischen dem kleinsten Durchmesser (17) des
Senkloches (2, 3) und dem äußeren Durchmesser (7 bzw. 12) des Halses (4) bzw. der Prägevertiefung (10)
etwa bei 1 : 2,35 liegt.
5. Nach dem Verfahren nach Anspruch 1 hergestelltes Beschlagteil oder Beschlagteil nach
einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Höhe (8) des Halses (4)
und der Tiefe (13) der Prägevertiefung (10) zur Dicke (9) des Ausgangsmalcrials (1) etwa 1 :2,25
beträgt.
6. Werkzeug zur Durchführung des Verfahrens
nach Anspruch 1, bei dem in ein bewegliches Oberteil Loch- und Prägestempel und in ein
unbewegliches Unterteil i-ugehörige Gegenstempel
eingesetzt sind, dadurch gekennzeichnet, daß an jeden Stempel (21) ein Lochansatz (23) und ein
Senkabschnitt (24) einstückig und koaxial hintereinanderliegend angeformt sind und konzentrisch zum
Senkabschnitt (24), ebenfalls einstückig, eine Ringschulter (25) mit zylindrisch vorspringender Umfangsbegrenzung
(26) in den Stempel (21) eingeformt ist, wobei die Länge des Senkabschnitts (24)
und die Höhe der Ringschulter-Umfangsbegrenzung (26) jeweils kleiner als die Dicke (9) des Stab- oder
Bandmaterials (1) ist
7. Werkzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Gegenstempel (22) konzentrisch
zu einem ausschließlich als Schrottdurchlaß dienenden Loch (28) an seiner Stirnfläche (29) eine
einstückig angearbeitete Ringwulst (30) mit ebener Stirnfläche (31), zylindrischer Außenmantelfläche
(32) und sich kegelförmig auf eine zur Stirnfläche (29) parallele Ringschulter (33) zu verjüngender
Innenmantelfläche (34) aufweist, wobei der größte Durchmesser der Innenmantelfläche (34) größer als
der größte Durchmesser am Senkabschnilt (24) des Stempels (21) und der kleinste Durchmesser der
Innenmantelfläche (34) größer als der kleinste Durchmesser am Senkabschnitt (24) des Stempels
(21) ist.
Priority Applications (3)
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ID=6031878
Family Applications (1)
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| DE19782806094 Expired DE2806094C2 (de) | 1978-02-14 | 1978-02-14 | Dünnwandiges Beschlagteil aus Metall sowie Verfahren und Werkzeug zu seiner Herstellung |
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| EP (1) | EP0003518B2 (de) |
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Also Published As
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| EP0003518B2 (de) | 1991-01-09 |
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