DE2836178C3 - Verfahren zur Abtrennung von Natriumacetat aus Lösungen, die Natriumacetat und N-Acetylaminosäure-natriumsalze enthalten - Google Patents

Verfahren zur Abtrennung von Natriumacetat aus Lösungen, die Natriumacetat und N-Acetylaminosäure-natriumsalze enthalten

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DE2836178C3 DE19782836178 DE2836178A DE2836178C3 DE 2836178 C3 DE2836178 C3 DE 2836178C3 DE 19782836178 DE19782836178 DE 19782836178 DE 2836178 A DE2836178 A DE 2836178A DE 2836178 C3 DE2836178 C3 DE 2836178C3
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Gieselher Dipl.-Chem. Dr. 5810 Witten Franzmann
Hans Leo Dipl.- Chem. Dr. 5802 Wetter Huelsmann
Dieter 5810 Witten Ludwig
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Description

Bei der Herstellung von N-Acetylaminosäuren, z. B. aus Aminosäuren und Acetanhydrid, sowie bei der Racemisierung optisch aktiver N-Acetylaminosäuren, z. B. mit Acetanhydrid, fallen als Nebenprodukte Essigsäure und Natriumacetat an. Es stellte sich die Aufgabe, zummindest den größten Teil dieser Nebenprodukte aus den N-Actylaminosäure-natriumsalz-Lösungen zu entfernen, ohne wesentliche Verluste der meist teuren Acetylaminosäuren hinnehmen zu müssen. Bekannte Verfahren, wie z. B. Ausfällen der Acetylaminosäuren mit Mineralsäuren oder Extraktic nsverfahren, benötigen zusätzliche Hilfsstoffe und bedingen Stoffverluste.
Es stellte sich nun überraschenderweise heraus, daß man das sehr leicht wasserlösliche Natriumacetat aus wäßrigen Lösungen, die N-Acetylaminosäure-natriumsalz und Na-acetat in Gewichtsverhältnissen von ca. 4:1 bis ca. 1:5 enthalten, als kristallines Na-acetat-trihydral abscheiden kann.
Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zur Abtrennung von Natriumacetat aus Lösungen, die Natriumacetat und N-Acetylaminosäure-natriumsalze enthalten, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß man das Natriumacetat als kristallines Trihydral aus den neutralisierten und auf einen niedrigen Wassergehalt gebrachten Mischungen abtrennt.
Für die Kristallisation des Natriumacetat-trihydrats stellt man die Wasserkonzentration des Gemisches zweckmäßigerweise auf einen möglichst tiefen Wert ein, der nach unten hin so begrenzt ist, daß
a) das N-Acetylaminosäure-natrium.ialz noch in Lösung verbleibt, und
b) die Mutterlauge nach der Kristallisation des Natriumacctat-trihydrats nicht zu zähflüssig ist, um quantitativ om Kristallisat getrennt werden zu können
Dc ι SVassuirehalt der Mischungen soll 30 bis 50 Cj'j..· -'■-'. vorzugsweise 35 bis 40 Gew.-Of. betrauen.
Geeignete i jmperaturi η der Kristallisation liegen /wischen 5 mn! r.KI't vorzugsweise /wischen f 15 Uu(I t ?()■ C
Der pH soll im allgemeinen zwischen 6 und 9 liegen. Eine stärker basische Reaktion der Lösung ist möglich, ergibt jedoch keine Vorteile.
Mit diesem Verfahren lassen sich bis zu ca. 90% > des im Gemisch vorhandenen Natriumacetats abscheiden. Der Verlust an N-Acetylaminocarbonsäure-natriumsalz beträgt bei Abtrennung der Kristalle des Natriumacetat-trihydrats, z. B. durch Zentrifugieren, weniger als 1 %. Eine Verbesserung
ι» läßt sich durch Waschen des Natriumacetat-trihydrats mit Alkoholen, z. B. Äthanol, n-Propanol, Isopropanol, n-ButanoI, erreichen. Man erhält so Natriumacetat-trihydrat von über 99,5% Reinheit. Die im Alkohol gelösten N-Acetylaminosäure-natriumsalze
i) lassen sich leicht gewinnen.
Mit besonderem Vorteil läßt sich das erfipOungsgemäße Verfahren im Rahmen von Racemattrennprozessen für Aminosäuren anwenden, die auf Trennung der N-Acetylaminosäuren, z. B. in Form ihrer Natri-
:■» umsalze, z. B. durch selektive enzymatische Verseifung eines Enantiomeren, beruhen. Hierbei fallt gewöhnlich das nicht gewünschte Enantiomere als N-Acetylaminosäure-natriumsalz an. Zur vollständigen Umwandlung in das gewünschte Enantiomere der
Jj Aminosäure wird die nicht gewünschte Form der N-Acetylaminosäure gewöhnlich raceminiert. Das geschieht z. B. sehr einfach mit Acetanhydrid oder mit Keten. Das bei dieser Racemisierung anfallende Nebenprodukt Essigsäure ließ sich bisher nur schwer
«ι entfernen und die vollständige Erhaltung der N-Acetylaminosäuren war nicht möglich.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist nach Neutralisation mit NaOH, die Abtrennung der bei der Racemisierung anfallenden Essigsäure als Natrium-
J) acetat-trihydrat, gemeinsam mit dem bei der enzymatischen Hydrolyse anfallenden Natriumacetat sehr einfach und bei nur sehr geringen Verlusten der Acetylaminosäuren ausführbar. Letztlich wird dadurch die Herstellung der wertvollen L-Aminosäuren erleich-
Ki tert und verbessert.
Das Verfahren eignet sich besonders zur Abscheidung von Natriumacetat-trihydrat aus Lösungen, deren wertbestimmende Komponenten, daher insbesondere die N-Acetylaminocarbonsäure-natriumsalze
r> unter den Verfahrensbedingungen gut in Wasser löslich sind. Gut wasserlösliche N-Acetylaminocarbon* säure-natriumsalze leiten sich beispielsweise von den optisch aktiven Formen oder den Racematen von Alanin, Valin, Leucin, Serin, Methionin oder Phenylal-
,1, anin sowie von den optisch aktiven Formen von Tryptophon ab. Weniger vorteilhaft ist das vorliegende Verfahren zur Trennung von Natriumacetat über N-Acetyl-DL-tryptophan-natriumsalz, soweit der Racematantcil über ca. 50% beträgt.
-,-, Allgemein ist das Verfahren für solche Derivate von Aminosäuren besonders geeignet, welche in Lösungen mit den genannten Gehalten von Natriumacetat und 30 bis 50 Gew.-% Wasser eine genügende Löslichkeil besitzen.
h(i Die folgenden Beispiele sollen das erfindunggemäße Verfahren erläutern.
Beispiel 1
Eine wäßrige Lösung, die Essigsäure, N-Acetyl-
,,, DL-phenylalanin-natriumsalz und Na-acetat enthält.
wird neutralisiert und auf einen Wassergehalt von 35 Gew.-% eingestellt. Die Lösung enthält 35 Gew.- % N-Acetylphenylalaiiin-natriiimsal/ und 30 Gew.
% Na-acetat. Bei 15-20° C kristallisiert in 15 Stunden Na-acetat · 3H2O aus. Man isoliert durch Zentrifugieren 85% des vorhandenen Acetate als kristallines Na-acetat · 3H,O mit einer Reinheit von 99,5%.
Beispiel!
Beispiel 1 wird mit einem Gemisch wiederholt, welches N-Acetyl-DL-methionin-natriumsalz statt N-Acetyl-DL-phenylalanin-natriumsalz enthält. Die Mischung wird auf einen Wassergehalt von 35 Gew.-% eingestellt (N-Acetyl-DL-methionin-natriumsalz 45 Gew.-%, Na-acetat 20 Gew.-%). Die Abscheidungsrate für Na-acetat beträgt 90% bei 15° C.
Beispiel 3
Das nach Beispiel 1 gewonnene Na-acetat · 3H2O wird mit der gleichen Gewichtsmenge Isopropanol gewaschen. Man erhält nach Trocknen an der Luft bei 20° C ein 99,5-99,8% reines Na-aeetat · 3H,O.
Beispiel 4
Eine wäßrige Lösung, die N-Acetyl-tryptophannatriumsalz (ca. V3 D-Form, ca, V3 Racemat) und Na-acetat enthält, wird auf einen Wassergehalt von 38% eingestellt (25% N-Acetyltryptophan-natriumsalz, 37% Na-acetat). Na-acetat · 3H1O kristallisiert bei 20° C in 18 Stunden aus. Es werden 83% des vorhandenen Na-acetats kristallin isoliert.
Beispiel 5
Eine wäßrige Lösung, die Essigsäure, N-Acetyl-DL phenylalanin-natriumsalz und Na-acetat enthält, wird neutralisiert und auf einen Wassergehalt von
ι ι 40 Gew.-% eingestellt. Die Lösung enthält 38 Gew.-% N-Acetylphenylalanin-natriumsalz und 22 Gew.-% Na-acetat. Bei 20° C kristallisiert in 15 Stunden Na-acetat · 3H2O aus. Man isoliert durch Zentrifugieren 70% des vorhandenen Acetate als kristallines
jo Na-acetat · 3H,O mit einer Reinheit von 99,0%.

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Abtrennung von Natriumacetat aus wäßrigen Lösungen, die Natriumsalze von N-Acetylaminocarbonsäuren und Natriumacetat enthalten,dadurch gekennzeichnet, daß man den Wassergehalt solcher wäßrigc-r Lösungen, die Natriumsalze von N-Acetylaminocarbonsäuren und Natriumacetat in Gewichtsverhältnissen von ca. 4:1 bis 1:5 enthalten, auf 30 bis 50 Gew.-% einstellt und das bei Temperaturen von —5 bis + 30° C auskristallisierende Natriumacetat-trihydrat abtrennt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Wassergehalt der Lösungen auf 35 bis 40 Gew.-% einstellt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kristallisation des Natriumacetät-trihydrals bei Temperaturen von -1-15 bis +20° C ausführt.
DE19782836178 1978-08-18 1978-08-18 Verfahren zur Abtrennung von Natriumacetat aus Lösungen, die Natriumacetat und N-Acetylaminosäure-natriumsalze enthalten Expired DE2836178C3 (de)

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