DE2845552C2 - - Google Patents

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DE2845552C2 DE19782845552 DE2845552A DE2845552C2 DE 2845552 C2 DE2845552 C2 DE 2845552C2 DE 19782845552 DE19782845552 DE 19782845552 DE 2845552 A DE2845552 A DE 2845552A DE 2845552 C2 DE2845552 C2 DE 2845552C2
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Züchtung biologischer Materialien durch Wachstumsvermehrung aus einer geeigneten Nährstoffquelle (vgl. in diesem Zusammenhang den Oberbegriff des An­ spruchs 1).
Derartige Verfahren werden beispielsweise industriell praktiziert als biologische Fermentationsprozesse unter­ schiedlichster Arten; zu ihnen gehört auch die Behandlung von industriellen und anderen Abwässern durch den sog. aktivierten Schlamm-Prozeß.
Bei derartigen üblichen aktivierten Schlamm-Prozessen wird das Abwasser belüftet und in einem Kessel in Gegenwart einer biologischen Population gerührt, die im Wege des Stoff­ wechsels auf verschiedene in dem Abwasser enthaltene Ver­ unreinigungen einwirkt und sich vermehrt und hierbei den sog. Sekundär-Schlamm bildet, der aus dem Abwasser im Wege der Segimentation entfernt werden kann. Die Konzentration der biologischen Population in dem Behandlungskessel schwankt in Abhängigkeit von Änderungen in der Zusammensetzung des Abwassers, von der Verweilzeit und von zahllosen anderen Faktoren; in jedem Falle ist die Konzentration der biolo­ gischen Population begrenzt mit der Folge, daß der Behand­ lungskessel eine viel höhere Größe erforderlich macht, als sie notwendig wäre, wenn höhere Konzentrationen der biolo­ gischen Population aufrechterhalten werden könnten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese bekannten Methoden so zu verbessern, daß höhere Konzentrationen der biologischen Population erreicht werden bei Verringerung des bisher erforderlichen Aufwandes für solche Anlagen.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis der Möglichkeit einer derartigen Bereitstellung der Biomasse in einem Reaktionskessel, daß das Volumen der anwesenden Biomasse genau bekannt ist und in zusammenhängenden Formen bekannter Größe und Form vorliegt. Auf diese Weise kann die Konzen­ tration der Biomasse auf einem optimalen Pegel gehalten werden und das Alter der Biomasse und damit auch die Re­ aktionsausbeuten können ebenso wie die Natur der Reaktionen selbst bestimmt und gesteuert werden.
Das der Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe dienende Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß als Traggerüst ein Körper verwendet wird, der einen im wesentlichen leeren Innen­ raum aufweist.
Eine Ausgestaltung des Verfahrens ergibt sich aus dem Unteranspruch 2.
Die der Durchführung des Verfahrens dienende Vorrichtung hat folgende Merkmale: ein Reaktionskessel ist vor­ gesehen, in dem Reaktionskessel ist ein ein Traggerüst für das in dem Reaktionskessel enthaltene biologische Ma­ terial bildendes Bett angeordnet, das Traggerüst besteht aus einem oder mehreren Körpern, jeder Körper bildet einen im wesentlichen leeren Hohlraum in seinem Inneren und weist eine ausgedehnte Zugangsfläche von seiner äußeren Oberfläche zu dem Hohlraum auf, und Vorrichtungen zur Förderung des Nährstoffes und zusätzlicher für die Re­ aktion erforderlicher Substanzen durch das Bett und zur Be­ schränkung des von der Außenfläche jeden Körpers nach außen gerichteten Wachstums des biologischen Materials sind vorge­ sehen (vgl. in diesem Zusammenhang den Anspruch 3).
Weitere Ausgestaltungen der Vorrichtung sind in den Unter­ ansprüchen aufgezeigt.
Die Beschränkung des Wachstums auf den Oberflächen der Körper kann erreicht werden durch kontinuierliche oder periodische Abführung des überschüssigen biologischen Materials oder durch Entfernung der Körper aus dem Re­ aktionskessel, bevor das äußere Wachstum auf den Körpern beginnt.
Der innere Hohlraum in dem Aufbau des Körpers ist derart beschaffen, daß das biologische in ihm aufgenommene Ma­ terial als zusammenhängende Masse vorliegt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtung weist der Reaktionskessel eine Vielzahl von Körpern auf, wobei jeder Körper eine Form besitzt, bei der die sich relativ zueinander bewegenden Körper einer Abrieb- und/oder Stoß­ wirkung ausgesetzt, ohne zu einer festen Einheit zu werden; jeder Körper besitzt eine solche Oberfläche, daß ein gegen­ seitiges Verblocken der Körper bei ihrer relativen Bewegung nicht erfolgt; jeder Körper besitzt außerdem in seinem Inneren einen leeren Hohlraum und eine ausgedehnte Zugangs­ fläche von der äußeren Oberfläche zu diesem Hohlraum; außer­ dem ist eine Vorrichtung vorgesehen zur Förderung des Nähr­ stoffes und weiterer für die Reaktion erforderliche Sub­ stanzen durch den Reaktionskessel derart, daß die einzelnen Körper relativ zueinander in Bewegung geraten, wodurch das auf der äußeren Oberfläche nach außen wachsende biologische Material durch Reibung oder durch Stoßwirkung abgetragen wird.
Bei einer abgewandelten Ausführungsform der Vorrichtung ist der Reaktionskessel ebenfalls mit einer Vielzahl von Körpern ausgestattet, von denen jeder Körper eine Ober­ fläche besitzt, die bei relativer Bewegung der Körper ein gegenseitiges Verriegeln oder Verblocken verhindern; jeder Körper besitzt in seinem Inneren einen leeren Hohl­ raum und eine ausgedehnte Zugangsfläche von seiner äußeren Oberfläche zu dem Hohlraum; weiter sind Vorrichtungen vor­ gesehen zur Eingabe der ganz oder im wesentlichen von bio­ logischem Material freien Körper in den Reaktionskessel und Vorrichtungen zur Entnahme der mit biologischem Material gefüllten Körper aus dem Reaktionskessel, wobei die Verweil­ zeit der Körper in dem Reaktionskessel derart bemessen ist, daß sie entfernt werden, bevor biologisches Material auf ihrer äußeren Oberfläche gewachsen ist.
Die Zeichnungen zeigen beispielsweise Aus­ führungsformen der Vorrichtung und es bedeutet
Fig. 1 eine Seitenansicht in teilweisem Schnitt einer Ausführungsform,
Fig. 2 Darstellung gemäß Fig. 1 einer abgewandelten Ausführungsform,
Fig. 3 perspektivische Darstellung eines Körpers in vergrößertem Maßstab, der für Ausführungs­ form gemäß Fig. 1 oder 2 verwendbar ist,
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung einer ab­ gewandelten Form des Körpers, der ebenfalls wahlweise für die Ausführungsform gemäß Fig. 1 oder 2 verwendbar ist.
Wie die Fig. 1 zeigt, besteht die Vorrichtung aus einem senkrechten, als zylindrische Säule ausgebildeten Reaktions­ kessel 10. Der Reaktionskessel 10 ist an seinem unteren und seinem oberen Ende durch perforierte Platten 11 und 12 ge­ schlossen. Der Zwischenraum zwischen den Platten 11 und 12 ist teilweise mit einer Vielzahl von Körpern 14 gefüllt, deren Aufbau später im einzelnen beschrieben wird. Jeder Körper 14 nimmt Biomasse auf, die einen Teil der gesamten in dem Reaktionskessel 10 befindlichen biologischen Popula­ tion bildet.
Das aus rohem Abwasser durch Siebung gewonnene und ge­ gebenenfalls einer primären Sedimentation unterworfene Ab­ wasser wird von unten nach oben durch den Reaktionskessel geführt durch Eingabe in eine unterhalb der Platte 11 ange­ ordnete Kammer 16 über die Leitung 15. Die Flüssigkeit verläßt das obere Ende des Reaktionskessels 10 durch die Öffnungen der Platte 12 hindurch und fließt in einen Sammel­ behälter oder in eine Sammelrinne 17 über, die durch eine Leitung 18 mit der Kammer 16 über eine Pumpe 19 verbunden ist zur Rückführung eines Teiles der Flüssigkeit, während überschüssige Flüssigkeit, die dem Zufluß durch die Leitung 15 entspricht, abgeleitet wird durch die mit der Druck­ seite der Pumpe 19 verbundene Leitung 20.
Luft wird getrennt der Kammer 16 aus einem Kompressor 22 über die Leitung 23 zugeführt.
Wenn das Abwasser und die Luft durch den Reaktionskessel hindurch nach oben fließen, reagieren sie mit der bio­ logischen Population, die in den Körpern 14 aufgenommen ist und veranlassen einen Zusammenbruch verschiedener Substanzen einschließlich kohlenstoffhaltiger und proteinhaltiger Ma­ terialien und bilden Kohlendioxid und zusätzliche Biomasse, die auf der Außenseite der Körper 14 wächst.
Die Körper 14 sind nicht dicht gepackt in dem Zwischenraum zwischen den Platten 11, 12, so daß der Durchfluß des Gases und der Flüssigkeit durch den Reaktionskessel eine ge­ wisse relative Bewegung der Körper 14 zueinander in dem aus den Körpern bestehendem Bett bewirkt. Durch diese Be­ wegung kommen die äußeren Oberflächen der Körper 14 in Reibungs- und/oder Stoßeingriff miteinander, wodurch die überschüssige Biomasse, die sich auf den äußeren Ober­ flächen der Körper aufbaut, abgetragen wird. Ein Kontakt der Körper 14 mit den Wandungen des Reaktionskessels 10 und die über die Körper 14 fließende Flüssigkeit unter­ stützen das Abtragen der überschüssigen Biomasse.
Es wurde gefunden, daß die Konzentration der Biomasse pro Volumeneinheit des Reaktionskessels bei Verwendung der vorerwähnten Körper um das fünffache größer sein kann als die Konzentration der Biomasse in einem üblichen Belüftungs­ tank; daraus folgt, daß die Kapazität, d. h. der Inhalt des Behandlungskessels bei gegebenem Durchfluß des Abwassers den fünften Teil des Volumens des üblichen Kessels betragen kann, wodurch der Aufwand für eine derartige Behandlungs­ anlage erheblich reduziert wird unter der Voraussetzung gleicher Aktivität der Biomasse in beiden Fällen.
Die Körper 14 besitzen einen speziellen Aufbau. Ihre äußere Form ist vorzugsweise abgerundet, damit sie sich bei ihrer relativen Bewegung aneinanderreiben und/oder aneinanderstoßen, sich jedoch nicht zu einer festen Packung vereinigen. Die äußeren Oberflächen der Körper sind derart ausgebildet, daß sie sich während ihrer relativen Be­ wegung nicht miteinander verriegeln können. Die Körper 14 bilden in ihrem Inneren einen wesentlichen leeren Raum, so daß ihr Schüttgewicht in Luft erheblich geringer ist als das Gewicht des Materials, aus dem sie gebildet sind. Jeder Körper besitzt eine erhebliche Zugangsfläche von seiner äußeren Oberfläche, beispielsweise durch eine Vielzahl von porenartigen Öffnungen zu dem inneren leeren Raum. Dieser leere Raum ist vorzugsweise so ausgebildet, daß das Vo­ lumen der Biomasse, das in ihm aufgenommen wird, als in­ tegrale Masse oder monolitische Struktur vorliegt.
Die Körper 14 können aus Metall, beispielsweise aus rost­ freiem Stahl, aus bestimmten Kunstharzen, aus Glas oder aus anderen nicht korrosionsfähigen Materialien bestehen. Die Körper 14 können einen schwammartigen oder einen netzartigen Aufbau besitzen.
Verschiedene Modifikationen sind möglich; beispielsweise kann der Reaktionskessel Körper unterschiedlicher Größe enthalten, die sich in dem Bett plazieren. Solche Körper unterschiedlicher Größe können unterschiedliche Arten von Organismen tragen, wodurch verschiedene Reaktions­ arten in dem Reaktionskessel gleichzeitig ablaufen können.
Die abgewandelte Ausführungsform der Vorrichtung gemäß Fig. 2 zeigt einen senkrechten in Form einer zylindrischen Säule ausgebildeten Reaktionskessel 50. Das obere Ende des Kessels 50 ist durch eine perforierte Platte 51 geschlossen und von einem Überlaufbehälter oder einer Überlaufrinne 52 umgeben, dessen Funktion später erläutert wird.
Der Reaktionskessel 50 enthält eine Vielzahl von Körpern 14, von denen jeder Biomasse aufnehmen und binden kann, die einen Teil der in dem Reaktionskessel 50 anwesenden biologischen Population bildet. Die Körper 14 sind in gleicher Weise ausgebildet, wie zur Fig. 1 beschrieben wurde. In das obere Ende des Reaktionskessels 50 mündet eine Tülle 53 ein, die der Zu­ fuhr von Körpern 14, die ganz oder weitgehend frei von Bio­ masse sind, in den Reaktionskessel 50 dient. Ein Abwasser, wie es zur Fig. 1 beschrieben wurde, wird in den Boden des Reaktionskessels 50 über eine Leitung 54 zusammen mit Luft einge­ führt, die von einem Kompressor in den Kessel über Ver­ teiler 56 eingegeben wird.
Wenn das flüssige Abwasser und die Luft nach oben durch den Reaktionskessel 50 hindurchtreten, werden ver­ schiedene Verunreinigungen, beispielsweise kohlenstoff­ haltiges und proteinhaltiges Material, die zusammen mit dem flüssigen Abwasser sich im Kessel befinden, im Wege des Stoffwechsels durch die im Reaktionskessel 50 anwesende bio­ logische Population umgewandelt.
Das flüssige Abwasser verläßt das obere Ende des Reaktionskessels 50 durch die Perforationen der Platte 51 und wird in dem Überlaufbehälter 52 aufgefangen. Der größte Teil der in den Überlaufbehälter 52 einfließenden Flüssigkeit wird mittels einer Pumpe 57 und einer Leitung 58 dem Reaktions­ kessel 50 wieder an seinem Boden zugeführt. Ein kleinerer Teil der Flüssigkeit, der der Zufuhr durch die Leitung 54 entspricht, wird zur weiteren Behandlung über die Leitung 59 abgeführt.
Die Körper 14 werden aus dem Reaktionskessel in der Nähe seines Bodens durch die Leitung 18 zusammen mit etwas flüssigem Abwasser entnommen. Die Mischung aus Körpern 14 und Abwasser wird durch eine Trennvorrichtung 61 geführt, die den Abwasser-Anteil durch eine Leitung 62 zur Saugseite der Pumpe 57 und die Körper 14 durch eine Leitung 63 zu einer Vorrichtung 64 führt, in der die in den Körpern 14 enthaltene Biomasse von den Körpern selbst getrennt wird. Die abgetrennte Biomasse wird über die Leitung 65 als Se­ kundär-Schlamm entfernt, während die von Biomasse befreiten Köper 14 durch die Leitung 66 der Tülle 53 wieder zuge­ führt werden.
Die Körper 14 werden kontinuierlich im Kreislauf durch den Reaktionskessel 50 geführt. Wenn die Körper 14 sich im Reaktionskessel 50 nach unten bewegen, nehmen sie fortschreitend mehr Biomasse auf, wobei sie entweder mit der in dem zu­ rückfließenden Abwasser enthaltenen Biomasse geimpft oder mit der in der Vorrichtung 64 durch unvollständige Ab­ führung verbliebenen Biomasse geimpft werden.
Die Vorrichtung ist derart ausgelegt, daß die Verweilzeit der Körper 14 in dem Reaktionskessel 50 derart bemessen ist, daß die Körper 14 abgeführt werden, wenn sie praktisch mit Biomasse angefüllt sind, und bevor Biomasse auf den Ober­ flächen nach außen wächst.
Die Vorrichtung 64 kann die Biomasse von den Körpern 14 durch intensive Vibration oder auf andere mechanische Weise trennen. Die Körper 14 können auch zum Zwecke ihrer Wiederverwendung von der Biomasse getrennt werden durch einen chemischen oder einen biologischen Vorgang, bei­ spielswiese durch entsprechende Belüftung.
Die Fließgeschwindigkeit des Abwassers und der Luft durch den Reaktionskessel 50 ist so bemessen, daß das aus den Körpern 14 bestehende Bett in einen Schwebezustand ver­ setzt wird, damit die Körper 14 sich in dem Bett plazieren können, um die vorbeschriebene Arbeitsweise der Vorrichtung zu gewährleisten.
Ebenso wie bei der zu Fig. 1 beschriebenen Ausführungsform der Vorrichtung kann auch hier die Konzentration der Bio­ masse pro Volumeneinheit des Reaktionskessels erheblich größer sein, als sie sich bei einem üblichen aktivierten Schlamm-Prozeß erreichen läßt.
Die zurückgewonnene Biomasse enthält einen kleineren An­ teil an freiem Wasser (extra-zellulärem Wasser), als üb­ liche Sekundär-Schlämme, die einer zusätzlichen Entwässerung bedürfen, um sie in einen verbrennbaren Zustand zu über­ führen.
Wenn die Körper aus nicht brennbarem Material hergestellt sind, kann die überschüssige, in den Körpern befindliche Biomasse durch Verbrennung ent­ fernt werden. Wenn die Körper aus einem brennbaren Ma­ terial bestehen, können sie mit der eingeschlossenen Bio­ masse verbrannt werden, wobei laufend neue Körper kon­ tinuierlich zur Verfügung gehalten werden müssen anstelle der Führung einer bestimmten Menge von Körpern im Kreis­ lauf. Die Körper können beispielsweise auch aus einem Material bestehen, das schwerer ist als Wasser, und durch den Kessel in entgegengesetzter Richtung, d. h. vom Boden zum oberen Ende hindurchgeführt werden.
Bei beiden beschriebenen Ausführungsformen der Vorrichtung ist die in dem Reaktionskessel vorliegende Biomasse zu jedem Zeitpunkt genau bekannt entsprechend der Größe und der Form der in den Körpern befindlichen Ablagerungen, so daß die Steuerung der Reaktion sehr präzisie und vorherschau­ bar erfolgen kann, was bei den üblichen Vorrichtungen nicht im gleichen Maße erreichbar ist.
Bei jeder der beschriebenen Ausführungsformen der Vor­ richtung können Körper solcher Größe verwendet werden, daß sie ein größeres Volumen der Biomasse aufnehmen, wobei wesentliche aerobe Prozesse an der Oberfläche eines jeden Körpers und innerhalb einer inneren, ihr benachbart liegenden Schicht ablaufen, während wesentliche anaerobe Prozesse, beispielsweise die Umwandlung von Nitraten in gasförmigen Stickstoff, im Inneren jedes Körpers in den tieferen Schichten der Biomasse ablaufen.
Die erforderliche Größe der Körper zur Sicherstellung so­ wohl aerober als auch anaerober Prozesse hängt ab von dem gelösten Sauerstoffspiegel in dem Reaktionskessel. Die Größe der Körper kann auch bestimmt werden für einen gegebenen gelösten Sauerstoffspiegel oder der gelöste Sauerstoffspiegel kann auf eine bestimmte Körpergröße ab­ gestimmt werden, um das Ablaufen der vorerwähnten Prozesse zu erreichen. Normalerweise wird der gewünschte Spiegel so sein, daß die Produktion der Biomasse verringert wird.
Ein geeigneter Körper zur Verwendung in den Vorrichtungen gemäß Fig. 1 oder Fig. 2 ist in Fig. 3 dargestellt. Er be­ steht aus einem einzigen monofilen Kunststoffaden, der zu einem Gespinst in Form eines zylindrischen Rohres gewirkt ist, das anschließend in eine ringförmige Form gerollt wird. Bei einem typischen Körper besitzt der Ring einen Durch­ messer von wenigstens 5 cm und eine Stärke von wenigstens 2 cm.
Der vorbeschriebene Körper kann auf einfache Weise im Wege der Massenproduktion billig hergestellt werden und bietet sich daher dort an, wo große Mengen von Körpern erforder­ lich sind, beispielsweise bei der Behandlung von industriellen oder anderen Abwässern.
Ein anderer Körper ist in Fig. 4 gezeigt. Er besteht aus einem einzigen Draht aus rostfreiem Stahl, der ebenfalls zu einem zylindrischen Rohr gewirkt ist. Von diesem Rohr wird ein Stück abgeschnitten, das in sphärische Form ge­ preßt wird. Dieser Körper ist in seiner Herstellung relativ teuer, ist jedoch besser geeignet dort, wo Körper einer kleineren Größe, beispielsweise mit einem Durchmesser von 0,6 cm erforderlich sind. Körper aus rostfreiem Stahl können von besonderem Interesse sein, wo feine Chemikalien, bei­ spielsweise Pharmazeutika, hergestellt werden.
Die Körper können auch dicht in einem Reaktions­ kessel gepackt sein, so daß sie unbeweglich sind, wenn die für die Reaktion erforderlichen Materialien durch den Kessel geführt werden. In diesem Falle wird überschüssige Biomasse allein durch die Flüssigkeit abgetragen, und der Durchfluß durch den Kessel muß so bemessen sein, daß ein Verschluß verhindert wird.
Anstelle der Anordnung der Körper in einem feststehenden Kessel, durch den die zu behandelnden Materialien hin­ durchgeleitet werden, können die Körper selbstverständlich auch aufgenommen sein in einem offen käfigartigen Kessel, der durch die zu behandelnden Materialien hin- und herbewegt wird. Ein solcher käfigartiger Kessel kann als drehbare Trommel aus­ gebildet sein, die wenigstens teilweise in eine zu rea­ gierende Materialien enthaltende Flüssigkeit eingetaucht ist.
Die Körper können natürlich auch in einem oberseitigen offenen tank­ artigen Kessel angeordnet sein, der kontinuierlich mit ausreichender Stärke bewegt wird, damit die überschüssige Biomasse durch die Flüssigkeit oder durch Stoßwirkung ab­ getragen wird.
Während die erforderlichen Nährstoffe normalerweise über das Stützgerüst des biologischen Materials in Form einer Flüssigkeit geführt werden, die die erforderlichen Zusätze für die gewünschten Reaktionen enthält, können die Nähr­ stoffe auch in gasförmiger, nebelförmiger oder dampfförmiger Form vorliegen zusammen mit ausreichender Feuchtigkeit zur Unterstützung der biologischen Reaktion.
Die Erfindung wurde beschrieben in Zusammenhang mit der Behandlung von Abwässern; sie kann jedoch auch für jeden Prozeß Anwendung finden, wo biologisches Material aus einer Nährstoffquelle gezüchtet wird. So kann die Er­ findung Anwendung finden bei der Herstellung von pharma­ zeutischen Substanzen und Einzelzellen-Proteinen, wie Hefe. Beispielsweise kann die Erfindung im Brauereigewerbe und ähnlichen Industrien Anwendung finden, wo die erforderliche Hefe in den Körpern des Reaktionskessels gewonnen werden kann.
Die leeren Körper können auch als Filter dienen bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2, wobei eine auf diese Weise erzielte Filtrierwirkung durchaus vorteilhaft sein kann.

Claims (6)

1. Verfahren zur Züchtung biologischen Materials durch Wachstumsvermehrung aus einer geeigneten Nährstoffquelle, wobei der Nährstoff mit geeig­ neten, zur Reaktion erforderlichen Zusätzen durch ein ein Trägergerüst für das mikrobiolo­ gische Material bildendes, in einem Reaktions­ kessel angeordnetes Bett geführt wird, als Trag­ gerüst ein oder mehrere Körper verwendet werden, von denen jeder eine ausgedehnte Zugangsfläche von der Außenfläche zum Innenraum aufweist, und ein Wachstum des biologischen Materials von der Außenfläche jedes Körpers beschränkt wird, dadurch gekennzeichnet, daß als Trägergerüst ein Körper verwendet wird, der außerdem einen im wesentlichen leeren Innenraum aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das von der Außenfläche des Körpers nach außen gerichtete Wachstum des biologischen Materials dadurch eingeschränkt wird, daß der oder die Körper aus dem Reaktions­ kessel entfernt werden vor Beginn des nach aus­ wärts gerichteten Wachstums.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, wobei ein Reaktions­ kessel (10, 50) vorgesehen ist, in dem Reaktions­ kessel (10, 50) ein ein Traggerüst für das in dem Reaktionskessel (10, 50) enthaltene biologische Material bildendes Bett ange­ ordnet ist, das Traggerüst aus einem oder mehreren Körpern (14) besteht, jeder Körper (14) eine ausgedehnte Zugangsfläche von seiner äußeren Oberfläche zu dem Innenraum aufweist, und Vorrichtungen zur Förderung des Nährstoffes und zusätzlicher für die Reaktion erforder­ licher Substanzen durch das Bett und zur Be­ schränkung des von der Außenfläche jeden Kör­ pers nach außen gerichteten Wachstums des biologischen Materials vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß der als Trag­ gerüst verwendete Körper einen im wesent­ lichen leeren Innenraum aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der innere Hohlraum eines jeden Körpers derart ausgebildet ist, daß das in dem Körper aufgenommene biologische Material als integrale Masse vorliegt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Körper (14) eine ringartige Form besitzt und durch Rollen eines Rohres gebildet ist, das aus einem gewirkten monofilen Kunststoffaden besteht.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Körper (14) eine sphärische Form besitzt und aus einem Abschnitt eines Rohres geformt ist, das aus einem monofilen Faden aus rostfreiem Stahl gewirkt ist.
DE19782845552 1977-10-20 1978-10-17 Verfahren zur zuechtung biologischer materialien durch wachstumsvermehrung aus einer geeigneten naehrstoffquelle und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens Granted DE2845552A1 (de)

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