DE2854311C3 - Gießnut für eine Gießrad-Stranggießkokille - Google Patents
Gießnut für eine Gießrad-StranggießkokilleInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Gießnut für eine Gießrad-Stranggießkokille, deren seitliche Flansche auf
der Umfangswand der Flansche des Gießrades zu dessen Achse parallel verschieblich ruhen, und die aus
einem Werkstoff besteht, dessen Warmformänderung gestattet, daß die Gießnut, soweit der Strang sich in ihr
befindet, stets mit dem Strang in Kontakt steht Sie findet insbesondere ihre Anwendung beim Gießen von
Blöcken aus Nichteisenmetallen, wie z. B. Aluminium und seinen Legierungen, die direkt kontinuierlich durch
Walzen und Abschrecken zum Erhalten von Draht für technische Zwecke behandelt werden.
Bei den bekannten Gießrad-Stranggießkokillen wurden zahlreiche Abwandlungen vorgenommen, um die
Leistungen zu steigern oder die dabei auftretenden Probleme zu lösen. Insbesondere versuchte man, die
Bedingungen zur Abkühlung des gegossenen Metalls zu verbessern, indem man den Wärmeaustausch entweder
zwischen der Form und den Kühlkreisen oder zwischen der Form und dem gegossenen Metall beeinflußte, was
zu einer ganzen Anzahl von Ausführungsformen geführt hat, die sich durch die Art und die Form der Gießnut, das
Abkühlungssystem oder ihre gegenseitige Beeinflussung unterscheiden.
So verwendet man nach dem gegenwärtigen Stand der Technik am meisten Gießnuten aus Kupferlegierungen,
da diese Werkstoffe eine gute Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Jedoch müssen diese Gießnuten aus Gründen
mechanischer Haltbarkeit eine dicke Wand in der Größenordnung von etwa 10 mm haben, und daher sind
sie steif und halten schlecht die erheblichen Wärmebeanspruchungen aus, denen sie zyklisch ausgesetzt
werden, wenn sie in Kontakt mit der Metallschmelze kommen.
So ist man, um diese Belastungen zu mildern und zu versuchen, eine mit einer industriellen Ausnutzung
kompatible Lebensdauer zu haben, gezwungen, die Gießnut im Überfluß zu kühlen, was eine relativ niedrige
Temperatur des Stranges am Austritt aus der Form mit sich bringt. Andererseits umgibt sich, da die Abkühlung
im Kontakt mit der Form erfolgt, die Metallschmelze zunächst mit einer festen Kruste, was aufgrund des
Unterschiedes der spezifischen Volumina in diesen beiden Zuständen von einem Schrumpfen und folglich
von einem Ablösen des Stranges von der Wand der Form begleitet wird, woraus sich eine Verringerung des
Wärmeaustausches Gießnut-Metall ergibt; da der Kern des Stranges sehr warm geblieben ist, diffundiert diese
Wärme zur Kruste und ruft deren Ausdehnung hervor, so daß der Strang erneut in Kontakt mit der Gießnut
ίο kommt, mit der Oberfläche der letzteren Wärme
austauscht und schrumpft; es ergibt sich so ein zyklischer Prozeß im Lauf der Erstarrung, dessen Ablauf
man nicht genau kennen kann. Daraus folgt eine völlig unbestimmte und zufällige und infolgedessen unkontrollierbare
Abkühlung. Weiter tritt wenn sich der Strang von der Form löst aufgrund der Diffusion der Wärme
zur Kruste eine Bildung von Blasen an der Oberfläche auf, die die Quelle von Seigerungen zwischen den
Zusatzelementen sind, wenn das gegossene Erzeugnis eine Legierung ist
Zusammenfassend ist festzustellen, daß die Gießnut auf Kupferbasis nach dem Stand der Technik die drei
folgenden wesentlichen Nachteile aufweist: Eine unkontrollierbare Abkühlung des Stranges, eine relativ
niedrige Temperatur und das Auftreten von Blasen an der Oberfläche.
Die Tatsache, daß man die Abkühlung nicht steuern kann und daß man eine verhältnismäßig niedrige
Temperatur hat, zieht als Konsequenz die Notwendigkeit
nach sich, Einrichtungen zur Wiederaufheizung und zur Regulierung vorzusehen, wenn man den Strang
kontinuierlich Dimensions- oder Wärmebehandlungen unterwerfen will. Eine unzureichende Temperatur
erfordert nämlich beim Walzen größere Kräfte und dies umso mehr, je höher die mechanischen Warmeigenschaften
des gewalzten Metalls sind; eine ungenügende Temperatur läßt keine geeignete Abschreckung im Fall
von Gefügeaushärtungslegierungen mehr zu, da dann die Lösung der Zusatzelemente nicht vollständig ist. Die
Zuhilfenahme solcher Einrichtungen führt zu kostspieligen Investitionen, Energieverbrauch und mittlerer
Wirksamkeit, was die Temperatursteuerung betrifft.
Weiter bringt die Gegenwart von Blasen auf den Strängen Oberflächenfehler auf dem gewalzten Draht
mit sich, die für die Drähte, die auf übliche Durchmesser gezogen werden, störend und für solche zum Ziehen von
feinen Drähten mit Durchmessern unter 1 mm völlig unannehmbar sind. Man ist daher gezwungen, den
Strang vor oder im Lauf des Walzens maschinell
so abzuarbeiten, um ihn zum Ziehen geeignet zu machen, ein Vorgang, der ebenfalls den Gestehungspreis der
Endprodukte erhöht.
Alle diese Nachteile stammen letzten Endes von der Verwendung einer Gießnut mit dicker und starrer
Wand. Daher wurden einige Untersuchungen in der Richtung durchgeführt, diese Gießnut durch eine solche
mit verformbarer Wand zu ersetzen, jedoch konnte keines dieser entwickelten Systeme bisher industriell
zur Anwendung gelangen, ohne die oben erwähnten
ω Fehler aufzuweisen, da sie noch nicht die Probleme der
vorausgesetzten Art, wie sie aus der DE-OS 24 49 608 bekannt ist; denn die Gießnut ist im Vergleich mit den
sie tragenden Flanschen noch relativ massiv, und die Gießnutflansche sind zwar auf der Umfangswand der
Gießradflansche achsparallel verschiebbar, haben aber keine völlige Bewegungsfreiheit, die vielmehr bewußt
vermieden wird, da eine Vielzahl von Keilen eine Relativdrehung zwischen der Gießnut und den Gießradflanschen
verhindert
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Gießnut so zu verbessern, daß eine unkontrollierbare
Abkühlung des Stranges, eine zu niedrige Temperatur desselben und das Auftreten von Blasen an seiner
Oberfläche mit Sicherheit vermieden werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei der eingangs genannten Gießnut dadurch gelöst, daß die
Gießnut eine Stärke von unter 2 mm aufweist und mit ihren Flanschen auf der Umfangswand der Flansche des
Gießrades über nachgiebige Dichtungsringe gelagert ist
Die Stärke der Gießnut unter 2 mm und die Einfügung der nachgiebigen Dichtungsringe zwischen
den Gießnutflanschen und der Umfangswand der Gießradflansche bewirken, daß die Gießnut unter
Beibehaltung des Kontakts des Strange., mit dem Band
in der Wärmeaustauschzone mit dem Metall die Gesamtheit ihrer Innenoberfläche im Kontakt mit dem
gegossenen Strang während der gesamten Abkühldauer aufweist, so daß eine kontrollierte Abkühlung des
Stranges ohne zu große Temperatursenkung und ohne Blasenbildung gesichert ist
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
Die Erfindung wird anhand des in der einzigen Figur dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert
Man sieht im Schnitt nach der Figur die Gießnut 16, die mit dem Endlosband 3 eine Form 4 bildet Diese
Gießnut ruht auf zwei nachgiebigen Dichtungsringen 17,
die auf der Umfangswand der beiden Flansche 18 des Gießrades 1 angeordnet sind, die untereinander starr
durch Spannstangen 19 verbunden sind, die mit dem Gießrad 1 fest verbunden sind. Diese Gießnut wird an
ihrer ganzen Oberfläche mittels des Kreises 6 gekühlt, der entweder einen Umlauf oder eine Zersprühung des
wärmeübertragenden Fluids ermöglicht, wobei die Abdichtung dieses Kreises gegenüber dem Außenraum
der Stranggießkokille mittels der Dichtungsringe 17 gesichert ist
Aufgrund ihrer gedrungenen Form, die aus einem Teil 20 im Kontakt mit dem Strang und aus zwei sehr engen
Flanschen 21 zusammengesetzt ist, mittels deren sie auf den Dichtungsringen 17 ruht, weist diese Gießnut wenn
sie sich in der Wärmeaustauschzone mit dem Metall befindet die Gesamtheit ihrer inneren Oberfläche, d. h.
innerhalb der Form, im Kontakt mit dem gegossenen Strang auf. Daher ist der Wärmegradient in jedem
Bereich der Gießnut 16 sehr gering und begrenzt so in höchstem Grad die Wärmebeanspruchungen.
Aufgrund ihrer Montage bleibt die Gießnut völlig frei; die einzigen Kontaktpunkte mit dem Rad sind die
Dichtungsringe, die, da sie aus nachgiebigen Materialien bestehen, keine merkliche mechanische Beanspruchung
ausüben. Auch kann die Gießnut nach ihrer Art als Funktion der Wärmeausdehnungs- oder -kontraktionsbelastungen
nachgeben.
Diese Form und diese Montage verleihen so dieser Gießnut aufgrund der geringen Beanspruchungen,
denen sie ausgesetzt ist, die Eigenschaft, sich homothetisch zu verformen: Wenn sie durch die Metallschmelze
erhitzt wird, senkt sich der Boden, und die Flanken spreizen sich, was nach der Schrumpfung des Ganzen
ermöglicht den Kontakt Strang/Gießnut auf dem gesamten Umfang des Profils der Form beizubehalten.
Dabei ergibt sich eine Unmöglichkeit, daß die Bildung einer Ablösung auftritt und infolgedessen der Wärmeaustausch
gestört wird; daher ist die Abkühlung nicht mehr zufällig und kann vollkommen gesteuert werden.
Außerdem können die bei den bekannten Systemen aufgetretenen abwechselnden Abkühlungs- und Wideraufheizungserscheinungen
der Kruste nicht mehr auftreten, was das Entstehen von Blasen unterdrückt
Es sei noch hinzugefügt daß die weitestgehende Verringerung der Wärme- und mechanischen Belastungen
gleichzeitig die Wirkung hat die Lebensdauer der Gießnut stark zu vergrößern.
Ein anderes Merkmal dieser Gießnut ist eine geringe Dicke unter 2 mm aufzuweisen, was den Wärmegradient
in ihrer Masse begrenzt und so höhere Gießtemperaturen ermöglicht
Unter den für ihre Herstellung verwendeten Werkstoffen
eignen sich alle die Metalle, die gute Warmeigenschaften, nämlich hohe Elastizitätsgrenze,
hohe Wärmeleitfähigkeit großen Ausdehnungskoeffizient haben; daher verwendet man Berylliumbronzen,
Nickellegierungen, jedoch vorzugsweise schwach legierte. Elemente wie Vanadin und Chrom enthaltende
Stähle, beispielsweise den dem Typ des Werkstoffs 1.7734 (deutsche Werkstoffnummer) entsprechenden
Stahl.
Eine erfindungsgemäß ausgerüstete Stranggießkokille ermöglichte, mehrere Zehner von Tonnen zusammenhängenden
Stranges aus einer Aluminium-Magnesium-Siliziumlegierung zu gießen: Der Strang wurde zu Draht
mit einem Durchmesser von 9,5 mm gewalzt kontinuierlich abgeschreckt und gezogen. Durch Regulieren der
Abkühlung der Gießnut und bei einer gegebenen Geschwindigkeit konnte man die Temperatur des
Stranges am Ausgang der Form zwischen 480 und 56O0C variieren. Die Oberfläche des erstarrten Metalls
wies keine Blase im Gegensatz zu dem Zustand auf, den man mit bekannten Gießnuten feststellt
So gestattet diese Gießnut also eine genaue Steuerung der Abkühlung und der Erstarrung des
gegossenen Metalls und die Möglichkeit, die Stränge bei
höhreren Temperaturen ohne jegliche Oberflächenfehler austreten zu lassen. Diese Ergebnisse führen zu
folgenden Vorteilen:
Walzen von zusatzreicheren Legierungen auf einem Walzwerk gegebener Leistung,
Verbesserung der Oberflächenqualität der erhaltenen Erzeugnisse und außerdem Möglichkeit im Lauf des
Ziehens geringere Querschnitte bei verringerter Bruchgefahr zu erhalten,
möglicher Einsatz von kontinuierlichen Walz- und Abschreckeinrichtungen im Anschluß an die Anlage
ohne Zuhilfenahme von Wiederaufheizüfen und damit Ersparnis an Material, Energie und Zeit
Diese Gießnut findet ihre Anwendung insbesondere beim Gießen von Aluminium- oder Aluminiumlegierungsblöcken,
die kontinuierlich gewalzt und abgeschreckt werden,
Fertigen von Maschinendraht der zum Ziehen von feinem Draht (Telephonic Wicklungen) bestimmt ist.
Claims (5)
1. Gießnut für eine Gießrad-Stranggießkokille,
deren seitliche Flansche auf der Umfangswand der Flansche des Gießrades zu dessen Achse parallel
verschieblich ruhen, und die aus einem Werkstoff besteht, dessen Warmformänderung gestattet, daß
die Gießnut, soweit der Strang sich in ihr befindet,
stets mit dem Strang in Kontakt steht, dadurch
gekennzeichnet, daß die Gießnut (16) eine Stärke von unter 2 mm aufweist und mit ihren
Flanschen (21) auf der Umfangswand der Flansche (18) des Gießrades (1) über nachgiebige Dichtungsringe
(17) gelagert ist
2. Verwendung von Stahl als Werkstoff für die Gießnut nach Anspruch 1.
3. Verwendung eines schwach legierten Chrom-Vanadin-Stahls als Werkstoff für die Gießnut nach
Anspruch 1.
4. Verwendung einer BeryJIiumbronze als Werkstoff
für die Gießnut nach Anspruch 1.
5. Verwendung einer Nickellegierung als Werkstoff für die Gießnut nach Anspruch 1.
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