DE289028C - - Google Patents

Info

Publication number
DE289028C
DE289028C DENDAT289028D DE289028DA DE289028C DE 289028 C DE289028 C DE 289028C DE NDAT289028 D DENDAT289028 D DE NDAT289028D DE 289028D A DE289028D A DE 289028DA DE 289028 C DE289028 C DE 289028C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
acid
sulfophenylacetic
acids
water
sodium
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT289028D
Other languages
English (en)
Publication of DE289028C publication Critical patent/DE289028C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D209/00Heterocyclic compounds containing five-membered rings, condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom
    • C07D209/02Heterocyclic compounds containing five-membered rings, condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom condensed with one carbocyclic ring
    • C07D209/04Indoles; Hydrogenated indoles
    • C07D209/30Indoles; Hydrogenated indoles with hetero atoms or with carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, directly attached to carbon atoms of the hetero ring
    • C07D209/32Oxygen atoms
    • C07D209/34Oxygen atoms in position 2

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Indole Compounds (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
-JVs 289028-KLASSE XIp. GRUPPE
Dr. JULIUS HAUSMANN in FRANKFURT a. M.
Verfahren zur Darstellung von oxindol-p-sulfosaurem Natrium.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 15. Oktober 1913 ab.
Nach Angaben von Oechsner de Coninck und Raynaud (Chem. Centralblatt 1903, I, S. 1079) wird durch Erhitzen mit konzentrierter Schwefelsäure die Phenylessigsäure zersetzt. Im Gegensatz zu dieser Angabe wurde gefunden, daß durch die Einwirkung sulfierender Mittel unter geeigneten Bedingungen Phenylessigsäure leicht sulfiert werden kann. In überwiegender Menge entsteht beim SuI-fieren der Phenylessigsäure die p-Sulfophenylessigsäure und in geringerer Menge die o-Sulfophenylessigsäure.
Werden diese neuen Sulfosäuren mit nitrierenden Mitteln behandelt, so erhält man aus der p-Sulfophenylessigsäure die o-Nitro-p-sulfophenylessigsäure, während sich aus der o-Sulfophenylessigsäure die p-Nitro-o-sulfophenylessigsäure bildet.
Auch dieses Ergebnis konnte nicht voraus-
ao gesehen werden. Zunächst mußte, da eine negative Gruppe in das Molekül der Phenylessigsäure eingetreten war, mit einer erhöhten Zersetzlichkeit der Verbindung gerechnet werden. Ferner ließ sich auch die Stellung, in welche die Nitrogruppe beim Nitrieren der p-Sulfophenylessigsäure eintreten würde, nicht voraussagen, denn aus der p-Bromphenylpropionsäure z. B. entsteht durch Sulfieren die m - Sulfo - ρ - bromphenylpropionsäure (Beilstein, 3. Aufl., Bd. II, S. 1369).
Die neuen Nitrosulfophenylessigsäuren lassen sich bei ihrer Reduktion in bisher unbekannte Aminosulfophenylessigsäuren bzw. in eine Oxindol-p-sulfosäure überführen.
Es ist zwar bekannt, daß o-Nitrophenylessigsäure durch Reduktionsmittel unter gleichzeitiger Ringschließung zu Oxindol reduziert werden kann. Indessen ist die Darstellung eines Oxindolderivates mit negativer Gruppe im Benzolkern nicht beschrieben worden. Der Einfluß negativer Gruppen bei der Fünfringschließung ist ein sehr bemerkenswerter (vgl. 4-Nitro-2-sulfamidbenzoesäure und 4-Amino-2-sulfamidbenzoesäure, Beilstein, 3. Aufl., Bd. II, S. 1305 und 1307). Auch-der in Vergleich zu ziehende Mechanismus der Acidylierung der Aminogruppe zeigt die Wirkung negativer Gruppen in ähnlicher Weise (vgl. die Unmöglichkeit der Acetylierung von symmetrischem Trinitranilin beim Kochen mit Essigsäureanhydrid, O. N. Witt, Ber. 41, [1908], S. 3092).
Beispiel.
13,6 kg Phenylessigsäure werden in 70 kg Schwefelsäure von 66° Be gelöst und 1 Stunde auf 80 bis 950 C erhitzt. In diese Sulfierungsmasse läßt man bei einer Temperatur von 10 bis 150C 20 kg Nitriersäure (enthaltend 6,3 kg Ή N O3) langsam einlaufen. Zur Abscheidung der Nitrokörper wird die mit Wasser und Eis verdünnte Nitrierungsmasse mit Kochsalz versetzt. Die sich ausscheidenden sauren Natriumsalze der Nitrosulfophenylessigsäuren werden abgesaugt und durch Auswaschen mit Kochsalzwasser von anhaftender Säure befreit. Statt das Gemenge der Sulfosäuren zu nitrieren, kann man auch die Sulfosäuren durch Überführung in ihre sauren oder neutralen Natriumsalze trennen und diese 70 * getrennt der Einwirkung von nitrierenden Mitteln unterwerfen.
Die neutralen und die sauren Alkalisalze der Sulfophenylessigsäuren stellen in Wasser
außerordentlich leicht lösliche Körper dar. Die Trennung der neutralen Salze gelingt durch Behandlung derselben mit o,oprozentigem Äthylalkohol. In kochendem, 90 prozentigern Äthylalkohol ist das neutrale Natriumsalz jder p-Sulfophenylessigsäure sehr schwer, hingegen das neutrale Natriumsalz der o-Sulfophenylessigsäure sehr leicht löslich. Die sauren /Natriumsalze der Sulfophenylessigsäuren
ίο' zeigen die gleichen Lösungsverschiedenheiten gegenüber konzentrierter Kochsalzlösung in Kälte. Aus seiner heißen Lösung in konntriertem Kochsalzwasser kristallisiert das aure Natriumsalz der p-Sulfophenylessigsäure
15/in langen Nadeln aus.
r Auch die sauren Natriumsalze der Nitrosulfophenylessigsäuren stellen in Wasser sehr leicht lösliche Stoffe dar. Sie sind schwach gelblich gefärbt. Ihre Trennung läßt sich vermittels konzentrierten Kochsalz wassers, in welchem das saure Natriumsalz der o-Nitrop-sulfophenylessigsäure schwerer löslich ist als dasjenige der p-Nitro-o-sulfophenylessigsäure, durchführen. Aus ihren konzentrierten wäßrigen Lösungen kristallisieren diese Verbindungen in feinen, zu Rosetten gruppierten Nadelchen aus.
Zur Reduktion wird die auf oben beschriebenem Wege erhaltene Paste der Nitrosulfophenylessigsäuren allmählich in ein kochendes Gemenge von 500 1 Wasser, 200 kg Eisenspänen und 5 kg 50 prozentiger Essigsäure eingetragen. Nach beendeter Reduktion wird Soda bis zur deutlich alkalischen Reaktion auf Curcumapapier zugegeben und; kochend heiß vom Eisenschlamm abfiltriert. Aus der Reduktionsbrühe scheidet sich nach Zusatz von überschüssiger Salzsäure das Natronsalz der Oxindol-p-sulfosäure und in geringer Menge die p-Amino-o-sulfophenylessigsäure aus. Die beiden Verbindungen können durch ihre verschiedene Löslichkeit in Wasser leicht getrennt werden. Ebenso leicht gelingt die Trennung der Säuren als Natriumsalze, indem das Natriumsalz der letztgenannten Säure in Wasser viel leichter löslich ist als das zuerst genannte Natriumsalz.
Das Natriumsalz der Oxindol-p-sulfosäure
S O, H-8
CO
NH-
ist in kaltem Wasser ziemlich schwer, in heißem Wässer leicht löslich. Aus heißer konzentrierter wäßriger Lösung kristallisiert es bei schnellem Abkühlen in weißen langgestreckten Säulen aus. Aus seiner wäßrigen Lösung kann es durch Zufügen von Kochsalz leicht gefällt werden. Im Gegensatz hierzu ist das Natriumsalz der p-Amino-o-sulfophenylessigsäure auch in kaltem Wasser sehr leicht löslich und kann auch aus seinen konzentrierten wäßrigen Lösungen durch Zufügen von Kochsalz nicht gefällt werden. Beim Versetzen seiner wäßrigen Lösung mit Salzsäure fällt die schwer lösliche p-Amino-o-sulfophenylessigsäure aus. Auch in heißem Wasser ist diese schwer löslich; aus ihrer heißen wäßrigen Lösung kristallisiert sie beim Erkalten in langgestreckten Säulen aus.
Ganz verschieden ist das Verhalten der beiden Körper gegen salpetrige Säure. Während das Natriumsalz der Oxindol-p-sulfosäure beim Behandeln mit salpetriger Säure in die Isatoxim-p-sulfosäure übergeführt wird, entsteht aus der p-Amino-o-sulfophenylessigsäure durch Einwirkung von salpetriger Säure ein Diazokörper. . .
Beide Verbindungen sollen nicht nur unmittelbar zur Darstellung von Farbstoffen dienen, sondern auch durch Weiterverarbeitung in für Farbstoffzwecke geeignete Verbindungen übergeführt werden.
Statt, wie in dem Beispiel angegeben ist, die nitrosulfosauren Salze durch Zusatz von Kochsalz aus der mit Wasser verdünnten Nitrierungsmasse abzuscheiden, kann man auch die Calcium- oder Bariumsalze der Nitrosuliosäuren darstellen und diese reduzieren, oder man kann auch das mit Wasser verdünnte Nitrierungsgemisch unmittelbar mit reduzierenden Mitteln behandeln.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von oxindolp-sulfosaUrem Natrium, darin bestehend, daß man Phenylessigsäure bei Temperatüren zwischen 70 und 1500 C mit der dreibis fünffachen Menge Schwefelsäure von 66° Be sulfiert, die Sulfosäuren nitriert, die Nitrosulfosauren reduziert und das Reduktionsprodukt, falls die Reduktion nicht in Gegenwart freier Säure ausgeführt wurde, nachträglich mit Mineralsäure behandelt.
DENDAT289028D Active DE289028C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE289028C true DE289028C (de)

Family

ID=544093

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT289028D Active DE289028C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE289028C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE289028C (de)
DE714986C (de) Verfahren zur Herstellung von basischen Farbstoffen der Anthrachinonreihe
DE72685C (de) Verfahren zur Darstellung blauer beizenfärbender Farbstoffe aus Dinitroanthrachinon. (2
DE1768667A1 (de) Verfahren zur Herstellung von aromatischen Nitroverbindungen
DE510431C (de) Verfahren zur Darstellung von Nitroverbindungen der Chinolinreihe
DE47375C (de) Verfahren zur Darstellung blauer Farbstoffe aus a-Azonaphtalin-m-amidophenol bezw. den Alkylderivaten desselben
DE426347C (de) Verfahren zur Herstellung von Aminobenzanthronderivaten
DE572723C (de) Verfahren zur Darstellung von Chlor- und Bromderivaten der 2-Aminonaphthalin-1-sulfonsaeure
DE60855C (de) Verfahren zur Darstellung neuer Derivate des Alizarins und seiner Analogen
DE118394C (de)
DE863968C (de) Verfahren zur Herstellung neuer, esterartiger Azofarbstoffderivate
DE142565C (de)
DE706341C (de) Verfahren zur Herstellung wassergequollener Schrumpfkapseln
DE31509C (de) Neuerungen im Verfahren zur Darstellung von Sulfosäuren violetter Farbstoffe
DE594554C (de) Verfahren zur Darstellung von blauen bis blauvioletten Schwefelfarbstoffen
DE306341C (de)
DE296446C (de)
DE290814C (de)
DE161035C (de)
DE464863C (de) Verfahren zur Darstellung von o-Aminocarbonsaeuren der Anthrachinonreihe und deren Substitutionsprodukten
DE948329C (de) Verfahren zur Herstellung des inneren Salzes der 4-Aminophthalimid-(5)-sulfonsaeure
DE58614C (de) Verfahren zur Darstellung einer Amidonaphtoxylessigsäure und einer Sulfosäure derselben
DE1196650B (de) Verfahren zur Herstellung von 6-Methylen-6-desoxy-6-desmethyl-5-oxytetracyclin
DE765971C (de) Verfahren zur Herstellung von ª‡-Nitropiazthiol
DE293041C (de)