DE2905703C2 - Harnleiterkatheter - Google Patents

Harnleiterkatheter

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Description

35
Die Erfindung betrifft einen hamleiterkatheter nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Im Körper verbleibende Harnleiterkatheter (sogenannte Verweilkatheter) oder Entwässerungsröhren werden dazu verwendet, um Verstopfungen des w Harnleiters oder Harnleitervaginalfisteln zu umgehen und die Ausscheidung von Urin zu ermöglichen. In der Vergangenheit wurden zu diesem Verwendungszweck aus offenendigen Silikonröhren hergestellte Katheter eingesetzt, und mit diesen Kathetern wurde über große Zeitspannen eine gute Entwässerung erreicht. Die Verwendung von derartigen offenendigen Röhren erwies sich jedoch als nicht vollständig zufriedenstellend. Beispielsweise war es in einigen Fällen zu Wanderungen der Röhre und in anderen Fällen zum Ausstoßen derselben gekommen.
Es sind bereits verschiedene Versuche zur Herstellung von Kathetern unternommen worden, die nicht die mit der Verwendung von offenendigen Röhren verbundenen Probleme bereiten. So ist beispielsweise aus der US-PS 39 38 529 ein Harnleiterkatheter bekannt, bei dem der Katheterkörper mit scharf ausgebildeten Widerhaken versehen ist, die dazu bestimmt sind, eine Abwärtswanderung und Austreibung des Katheters zu verhindern. Derartige Widerhaken vergrößern jedoch b0 den Katheterdurchmesser, wodurch es schwieriger wird, den Katheter einzuführen, und können in einigen Fällen bewirken, daß der Katheter aus der Blase herauswandert.
Es ist ferner ein Blasenkatheter bekannt (US-PS b5 39 20 023), dessen eines Ende spiralförmig ausgebildet sein kann, um die Fixierung des Katheters im Zystoskqp zu verbessern. Dieses spiralförmige Ende verbleibt in der Blase und kann zur Erleichterung der Entwässerung mit einer Vielzahl von Öffnungen versehen sein.
Schließlich ist aus der US-PS 34 19 010 ein Ventriku-Iarkatheter für das menschliche Gehirn bekannt, dessen in die Gehirnkammer einführbare Spitze hakenförmig ausgebildet ist. Durch die hakenförmige Ausbildung und die an der Innenfläche des Hakens angeordneten Öffnungen soll in erster Linie ein Verstopfen des Katheters verhindert werden. Die an der Innenseite angeordneten Öffnungen können nämlich dadurch nicht mit Gewebe in Berührung treten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Harnleiterkatheter der angegebenen Art zu schaffen, der eine bessere Dislokationssicherung aufweist.
Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß bei einem Harnleiterkatheter der im Oberbegriff des Anspruchs 1 beschriebenen Art dadurch gelöst, daß beide Endabschnitte des rohrförmigen Elementes die Form von gekrümmten Haken besitzen.
Die beiden leicht gekrümmten gegenüberliegenden Haken des Katheters verhindern, daß dieser von seinem Platz aufwärts oder abwärts wandert (Dislokationssicherung). Die Haken erstrecken sich vorzugsweise in entgegengesetzte Richtungen, so daß sich bei Verbleib des Harnleiterkatheters im Körper das proximale Ende in die untere Calix oder Renal Pelvis erstrecken kann, während sich das distale Ende in die Blase krümmt. Durch diese A.osführungsform wird darüber hinaus verhindert; daß die Spitze des Katheters direkt auf die Blasenschleimhaut auftrifft und dadurch Unbequemlichkeiten und Entzündungen verursacht.
Zweckmäßigerweise sind die beiden Haken verstärkt. Kunststoff, Gewebe, Metall oder andere geeignete Materialien können in die Haken eingearbeitet sein, um sie weniger flexibel und widerstandsfähiger gegen Auswandern zu machen.
Die über die endseitig vorgesehenen Haken erreichte Dislokationssicherung bringt den Vorteil mit sich, daß das rohrförmige Element selbst aus einem relativ weichen Material ausgebildet s'-in kann, das besonders körperverträglich ist. Beispielsweise kann das rohrförmige Element aus einem nicht verstärkten Silikonelastomer bestehen, das eine Härte von etwa 70 Shore »A« aufweist. Ferner kann das rohrförmige Element aufgrund der endseitigen Dislokationssicherung über seine Länge einen im wesentlichen gleichmäßigen Außendurchmesser besitzen.
Die Vorteile des erfindungsgemäßen Katheters lassen sich wie folgt zusammenfassen: der Katheter läßt sich aus einem Material herstellen, das weich und ziemlich flexibel ist und Gewebereaktionen sowie Inkrustationen widersteht. Er besitzt einen gleichmäßigen Durchmesser und weist keine Widerhaken oder Flansche auf, die seine Einführung behindern. Er ist röntgenstrahlenundurchlässig und kann sowohl durch offene chirurgische Eingriffe als auch auf endoskopische Weise leicht eingeführt werden. Ferner ist der Katheter gegenüber wiederholten Sterilisationen widerstandsfähig.
Da der Katheter zur Einführung in einen Körperkanal geradegerichtet wird, indem in den Innenraum des Katheters eine Drahtsonde eingeführt wird, ist er zweckmäßigerweise mit Anzeigeeinrichtungen versehen, die durch ein Zystoskop beobachtet werden können und die die Richtung anzeigen, in die sich der proximale Haken erstreckt, wenn die Sonde entfernt worden ist, so daß auf diese Weise eine exakte Positionierung gesichert wird. Die Anzeigeeinrichtungen weisen die Form eines Indexstreifens auf, der auf
diejenige Seite des rohrförmigen Elementes aufgedruckt ist, die dem proximalen Haken gegenüberliegt, so daß nach Einführung der Drahtsonde in den Katheter zum Geradebiegen des Hakens festgestellt werden kann, in welche Richtung sich der Haken nach Entfernung der Sonde verformL Zusätzlich dazu ist der gerade Zwischenabschnitt des Katheters in bevorzugter Weise alle fünf Zentimeter mit Meßmarken versehen.
Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes gehen aus den Unteransprüchen hervor. ι»
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausfühmngsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine perspektivische Ansicht eines Katheters sowie Einrichtungen zur Einführung desselben; ι ">
F i g. 2 eine Rückansicht des Katheters der F i g. 1;
F i g. 3 eine Draufsicht des Katheters der F i g. 1; und
F i g. 4 einen vergrößerten Teilschnitt des in F i g. 1 dargestellten Katheters.
Bei der in F i g. 1 dargestellten bevorzugten Ausfüh- -"> rungsform ist der Katheter 10 als längliches rohrförmiges Element ausgebildet, das an beiden Enden 11 und 12 geschlossen ist. Die beiden Enden benachbarten Abschnitte sind zu leicht gekrümmten Haken 13 und 14 geformt, die so ausgerichtet sind, daß sie sich in 2> entgegengesetzte Richtungen erstrecken. Zwischen den entgegengesetzt gerichteten Haken 13 und 14 ist ein relativ gerader Zwischenabschnitt 15 angeordnet. Dieser Abschnitt 15 ist mit Meßmarken 16 versehen, die vorzugsweise einen Abstand von 5 cm aufweisen. Der in Katheter iO wird in den französischen Größen 7 und 8,5 mit einem Innendurchmesser von etwa 0,11 cm und Längen von 16, 24, 26, 28 und 30 cm geliefert. Bei der aufgelisteten Länge des Katheters 10 handelt es sich um die Länge des Abschnitts 15, wobei die hakenförmigen *"> Enden 13 und 14 nicht eingeschlossen sind. Dadurch hat der Benutzer die Möglichkeit, die Harnleiterlänge auf röntgenologische Weise zu bestimmen und den richtigen Katheter auszuwählen.
Den Fig. 1 und 2 kann man entnehmen, daß auf ■"> beiden Seiten d:;s geraden Abschnittes 15 etwa in einem Abstand von 1 cm Entwässerungsöffnungen 17 angeordnet sind. Diese öffnungen an den Seiten sind vorzugsweise zueinander ausgerichtet. Aus F i g. 1 kann man entnehmen, daß in der Wandung der Haken 13 und ·»' 14 ähnliche Öffnungen 17 angeordnet sind.
Wie in den Fig.2 und 3 dargestellt ist, ist die Rückseite des Katheters 10 mit einem Indexstreifen 19 versehen, der sich von der Spitze 11 des proximalen Hakens 13 über die letzte Markierung 16 hinaus ~>" erstreckt. Dieser Indexstre-5en 19 ist auf die Rückwand des Katheters 10 aufgedruckt und dient als Anzeigeeinrichtung, die durch die Optik eines Zystoskops beobachtet werden kann, so daß auf diese Weise der Benutzer die Richtung erkennen kann, in die sich der '>"> proximale Haken 13 und der distale Haken 14 erstrecken, wenn eine geraderichtende Metallsonde aus dem Katheter 10 entfernt wird.
In Fig. 1 sind darüber hinaus eine Schiibvorrichtung 20 für den Katheter und eine Drahtsonde 21 gezeigt, die *>o bei der Positionierung des Katheters 10 in einem Körperkanal Verwendung finden können.
Der bevorzugte Katheter 10 wird im geschlossenen Zustand beider Enden 11 und 12 geliefert. Wie man Fig. 1 entnehmen kann, ist das proximale Ende 11 *" vorzugsweise mit einem gefärbten oder opaken Material verschlossen, während das distale Ende 12 mit einem durchsichtigen Mat:rial verschlossen ist. Wenn der Katheter endoskopisch eingesetzt werden soll, wird das distale Ende 12 abgeschnitten, und die Drahtsonde 21 wird in den Innenraum 18 des Katheters eingeführt und über die Gesamtlänge des Katheters eingeschoben, um beide Haken 13 und 14 geradezurichten. Die Schubvorrichtung 20 für den Katheter wird normalerweise in einer Harnleiterkatheter-Gesamtausrüstung mitgeliefert. Eine geeignete Schubvorrichtung kann jedoch auch aus der halben Länge eines Standard Katheters SFhergestellt werden. Die Schubvorrichtung wird über die Drahtsonde 21 geschraubt und 102 mm in das offene Ende des Katheters 10 eingeführt. Dadurch wird ein teilweises Zurückziehen und eine Wiederausrichtung des Katheters während einer standardmäßigen rückschreitenden Katheterisierung möglich. Durch den Indexstreifen 19 wird der Benutzer über die Richtung des proximalen Hakens 13 informiert, die dieser einnimmt, wenn die Sonde 21 entfernt worden ist. Falls erforderlich, kann der Harnleiter mit einem standardmäßigen Katheter vor Einsetzen des Katheters 10 gedehnt werden. Wenn der Katheter richtig positioniert ist. werden die Drahtsonde 21 und die ichubvorrichtung 20 entfernt, indem man die Schubvorrichtung bei gleichzeitigem Festhalten der Drahtsonde 21 zurückzieht, wodurch der Katheter 10 und die Schubvornchtung 20 außer Eingriff treten, wonach die Drahtsonde 21 und daraui' die Schubvorrichtung endgültig zurückgezogen werden.
Da der Katheter einen gleichmäßigen Durchmesser sowie zwei glatt geschlossene Enden besitzt und keinerlei Flansche oder Widerhaken oder andere Vorsprünge aufweist, kann er auch in einfacher Weise durch einen offenen chirurgischen Eingriff über eine Pyelotomie, Ureterotomie oder transvesical eingesetzt werden. Wenn der Katheter 10 auf diese Weise benutzt wird, wird das distale Ende 12 nicht abgeschnitten. Statt dessen wird die Drahtsonde 21 durch eine Entwässerungsöffnung 17 in den Innenraum 18 eingeführt und dazu verwendet, um eine geeignete Länge des Katheters 10 und eines Hakens 13 oder 14 geradezurichten. Der Katheter 10 kann dann in einfacher Weise eingeführt werden. Wenn die Drahtsonde zurückgezogen ist, bilden sich die Haken wieder aus, um eine Wanderung des Katheters zu verhindern. Die gleiche Technik wird benutzt, um den Katheter in das gegenüberliegende Organ einzuführen.
Der Katheter 10 kann endoskopisch oder ambulant entfernt werden, indem entweder ein Fremdkörper, eine Biopsie-Pinzette oder ein Sondendraht, der an seinem Ende mit einem kleinen Haken versehen ist, verwendet wird. In jedem Fall wird der einmal positionierte Katheter am besten entfernt, indem das gesamte Zystoskop zurückgezogen wird.
Der erfindungsgemäß ausgebildete Harnleiterkatheter JO ist vorzugsweise aus einem Silikonelastomer, zweckrnäßigerweise vom Additions- Reak'ions-Typ, hergestellt, das nach der Aushärtung eine Härte von etwa 70 Shore »Α« besitzt. Geeignete Silikone sind im Handel erhältlich, wobei diesen 10% Bariumsulfat als Röntgenstrahlenundr-chlässiges Material zugesetzt wird. Darüber hinaus können auch andere Kunststoffe Verwendung finden, die einer Inkrustation mit Karnsaizen Widerstand leisten.
Der Katheter wird vorzugsweise so hergestellt, daß eine Röhre mit der gewünschten Größe aus einem geeigneten Silikonela'.omer der gewünschten Härte extrudiert wird. Eine geeignete Länge der Röhre wird danach in eine Form eingebracht, um die Endabschnitte
der Röhre in der Form von leicht gekrümmten Haken zu fixieren. Die auf diese Weise geformte Röhre wird danach durch Erhitzen ausgehärtet, und die Enden werden mit Silikon verschlossen. Die Meßmarkierungen 16 und der Indexstreifen 19 können aufgemalt oder anders aufgebracht werden und. falls dies erwünscht ist. danach mit Silikon beschichtet werden, um sie zu versiegeln. Die Entwässerungsöffnungen 17 können geformt werden, indem die Wandung der Röhre mit einem flachen, spitzen Lochschneider der gewünschten n> Größe durchstochen oder indem ein Laser oder irgendeine andere übliche Einrichtung verwendet wird. Der Harnleiterkatheter kann in einer Gesamtausrüstung geliefert werden, die ein Sortiment von Kathetern verschiedener Größen und darüber hinaus eine r> Drahtsonde und eine Schubeinrichtung enthält. Falls gewünscht, kann zusätzlich dazu ein Katheter mit offenem Ende zum cndoskopischcn Einsatz enthalten sein, so daß der Benutzer nicht mehr das distale Ende abschneiden muß.
Bei der vorstehend beschriebenen und in der Zeichnung dargestellten Ausführiingsform weisen die proximalcn und distalen Endabschnitte des Katheters die Form von leicht gekrümmten Haken auf. Die Bezeichnung »Haken« soll jedoch auch anders in der Wirkung äquivalente Formen umfassen, die eine Wanderung verhindern und den wirksamen Außendurchmesser des Katheters nicht erhöhen sowie dessen Einführungsmethode nicht komplizieren.
Flierzu 1 Blatt Zeichnungen

Claims (6)

Patentansprüche:
1. Harnleiterkatheter bestehend aus einem länglichen, flexiblen, rohrförmigen Element, welches mit mindestens einer Entwässerungsöffnung versehen ■> ist, die sich durch eine Wand des Elementes erstreckt, und welches mindestens ein geschlossenes Ende aufweist sowie mit Einrichtungen versehen ist, die ein Wandern des rohrförmigen Elementes im Harnleiter verhindern, dadurch gekennzeichnet, daß beide Endabschnitte des rohrförmigen Elementes (10) die Form von gekrümmten Haken (13,14) besitzen.
Z Katheter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die gekrümmten Haken (13,14) in entgegengesetzte Richtungen erstrecken.
3. Katheter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Haken (13, 14) verstärkt sind.
4. Katheter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß beide Endabschnitte mit geschlossener. Enden (U, 12) versehen sind.
5. Katheter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das rohrförmige Element (10) aus einem nicht verstärkten Silikonela- 2s stomer besteht, das eine Härte von etwa 70 Shore »Α« aufweist.
6. Katheter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das rohrförmige Element (10) über seine Länge einen im wesentlichen gleichmäßigen Außendurchmesser aufweist.
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