DE2906376C2 - - Google Patents

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anrauhen einer glatten, planen Oberfläche, bei dem die Oberfläche mit­ tels Bürsten unter Verwendung eines Schleifmittels in wäßriger Aufschlämmung gekörnt wird.
Ein derartiges Verfahren wird insbesondere bei Steindruck­ platten angewendet. Das Lithographie- bzw. Steindruckver­ fahren stützt sich auf die Unvermischbarkeit von Fett und Wasser, auf die bevorzugte Zurückhaltung einer ein Fett­ bild formenden Substanz auf einem Bildbereich sowie auf die ähnliche Zurückhaltung eines wäßrigen Befeuchtungs­ mediums auf einem bildfreien Bereich. Wenn ein Fettbild auf eine geeignete Fläche aufgedruckt und die gesamte Fläche sodann mit einer wäßrigen Lösung befeuchtet wird, stoßen die bildtragenden Bereiche das Wasser ab, während die bildfreien Bereiche das Wasser zurückhalten. Bei der anschließenden Anwendung einer fetthaltigen oder öligen Druckfarbe nehmen die Bildbereiche die Druckfarbe an, während die bildfreien Bereiche die Druckfarbe abstoßen. Die auf der Bildfläche befindliche Druckfarbe wird sodann auf die Oberfläche eines Materials übertragen, auf dem das Bild reproduziert werden soll, beispielsweise auf Papier oder Tuch, wobei diese Übertragung mit Hilfe eines sog. Offset- oder Druckzylinders erfolgt, der nötig ist, um das spiegelbildliche Abdrucken zu vermeiden.
Eine übliche Steindruckplatte besitzt einen Überzug aus einer lichtempfindlichen Substanz, die an einer Alumini­ um-Grundplatte haftet. Wenn der lichtempfindliche Überzug bereits vom Hersteller auf die Grundplatte aufgebracht wird, bezeichnet man die Platte als "vorsensibilisierte Platte". Wenn diese lichtempfindliche Substanz dagegen durch den Steindrucker oder den Steindruckplattenmacher auf die Basis oder Grundplatte aufgetragen wird, bezeich­ net man die Platte auch als "Streichplatte". Je nach der Art des verwendeten lichtempfindlichen Überzugs kann die behandelte Platte unmittelbar für die Vervielfältigung eines Bildes, mit dem sie belichtet wird, benutzt werden; in diesem Fall wird die Platte als Positivplatte bezeich­ net. Wahlweise kann ein dem Belichtungsbild komplementäres Bild hergestellt werden, wobei die Platte als Negativ­ platte wirkt. In diesem Fall ist der Bildbereich der entwickelten Platte oleophil, während der bildfreie Be­ reich hydrophil ist.
Im Falle einer Negativplatte wird deren Oberfläche mit einer wäßrigen Lösung eines üblichen Diazoniumsalzes bestrichen. Die Platte wird dann getrocknet und über ein photographisches Negativ belichtet. Die belichteten Bild­ bereiche zersetzen sich und werden unlöslich, während die nicht belichteten, bildfreien Bereiche löslich bzw. an­ lösbar bleiben. Die Platte wird mit einem lithographi­ schen bzw. Steindrucklack entwickelt, der aus zwei Phasen besteht, von denen die eine ein oleophiles Harz und die andere einen hydrophilen Gummi bzw. Kautschuk enthält. Beim Auftragen haftet das oleophile Harz an den belichte­ ten, unlöslichen Bereichen an, während die hydrophile Phase die unbelichteten, löslichen, bildfreien Bereiche reinigt und schützt. Auf diese Weise werden die Bildbe­ reiche oleophil bzw. farbaufnehmend und die bildfreien Bereiche hydrophil bzw. farbabstoßend gestaltet.
Eine Positivplatte ist im allgemeinen eine solche, bei welcher der bildfreie Bereich den belichteten Abschnitt der lichtempfindlichen Diazoverbindung darstellt, während der unbelichtete Bereich entweder oleophil ist oder durch chemische Reaktion in eine gehärtete, oleophile, Druck­ farbe aufnehmende Bildfläche umgewandelt werden kann.
Für das Bestreichen einer Metallplatte mit einem licht­ empfindlichen Material wird vorteilhaft eine haftfähige, hydrophile, verschleiß- oder abriebfeste Fläche vorgese­ hen. Dies erfolgt am günstigsten durch anodische Oxida­ tion der Oberfläche der Aluminiumbasis, gefolgt von einer Silizierungsbehandlung. Außerdem wird dabei der größte Umfang bzw. Spielraum zwischen den oleophilen Bildberei­ chen und den hydrophilen, bildfreien Bereichen erzielt.
Anodisch oxidierte bzw. eloxierte Aluminiumgrundplatten für Flachdruckplatten sind bekannt und im Handel erhält­ lich. Derartige Platten sind z. B. in der US-PS 31 81 461 beschrieben.
Vor der anodischen Oxidation wird üblicherweise die Ober­ fläche des Aluminiums gekörnt, um die Gesamtoberfläche zu vergrößern. Das Körnen kann durch mechanische Behandlung des Aluminiums, beispielsweise mit Bürsten oder Kugeln, oder aber chemisch oder elektrochemisch erfolgen. Das Körnen mittels einer Aufschlämmung und Bürsten hat in den letzten 20 Jahren zunehmende Bedeutung erlangt, und der­ zeit werden etwa 75% der in den Vereinigten Staaten von Amerika hergestellten Flachdruckplatten nach diesem Ver­ fahren angerauht.
Herkömmlicherweise erfolgt das Körnen mittels Bürsten unter Verwendung von Bimsstein oder Quarz in einer wäß­ rigen Aufschlämmung. Diese bisherigen Schleifmittel be­ sitzen eine blockförmige und/oder kantige Form, so daß sie Schneidkanten zum Anschmirgeln oder Aufrauhen der Oberflächen in einem wahllosen, ungleichmäßigen Muster aufweisen. (Vgl. "Brush Graining of Aluminium for Litho­ graphic Printing Plates", J. H. Manhart, Alcoa; vgl. auch US-PS 38 91 516.)
Aus der US-PS 31 21 623 ist ein Verfahren zur Erzeugung von Schleifpulver bekannt, das aus Partikeln von unge­ schmolzenem, plattem oder tafelförmigen, kristallinem Aluminiumoxid besteht und das für ein hochgenaues Läppen von Oberflächen, d. h. für ein sehr feines Glätten ver­ wendet wird. Das Läppen ist ein Vorgang, bei dem das Schleifmittel, z. B. in wäßrigen Aufschlämmung, mittels eines geeigneten Werkzeuges hin- und herbewegt bzw. im Kreis bewegt wird. Hierbei übt das Werkzeug eine senk­ recht zur Werkstückoberfläche auf diese zu gerichtete Kraft aus, die dazu führt, daß die zwischen Werkzeug und Werkstückoberfläche befindlichen Partikel des Schleifmit­ tels stetig kleiner werden, wodurch eine zunehmend fei­ nere Glättung und sogar Polierung der Oberfläche erreicht wird. Ein Anwendungsgebiet hierfür ist beispielsweise die Präzisions-Optik, wo es wesentlich auf sehr glatte, po­ lierte Oberflächen ankommt. Ein Anrauhen von Oberflächen ist in diesem Zusammenhang nicht von Interesse.
Die grundlegende Leistungsprüfung der Körnung ist die Güte des Drucks sowie die Standzeit der Druckplatte. Eine gute Körnung hält die organische Beschichtung im Bildbe­ reich, und sie hält auch mehr Wasser in den bildfreien Bereichen zurück, so daß der Wasserausgleich an der Pres­ se weniger kritisch wird.
Der Erfindung liegt damit die Aufgabe zugrunde, ein Ver­ fahren der eingangs genannten Art zu schaffen, mit dem gezielt eine gewünschte Oberflächenrauhigkeit erzeugbar ist und mit dem eine Oberflächenvergrößerung und eine verbesserte Adsorptionsfähigkeit bzw. Haftfähigkeit der Oberfläche erreicht werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die wäßrige Aufschlämmung als Schleifmittel ungeschmol­ zenes, platten- oder tafelförmiges kristallines Alumini­ umoxid enthält und daß die Schleifmittel-Aufschlämmung unter Ausübung einer im wesentlichen tangentialen Kraft über die Oberfläche bewegt wird.
Wesentlich ist hier die Kombination der Verwendung eines bestimmten Schleifmittels mit einer besonderen Art der Kraftausübung und der Ausführung der Schleifmittelbewe­ gung auf der Oberfläche. Hierdurch bleiben Form und Größe der einzelnen Partikel des Schleifmittels wesentlich länger erhalten, so daß neben einer gleichmäßigen und gleichbleibenden Körnung der Oberfläche auch ein sparsamer Schleifmittelverbrauch erreicht wird.
Bevorzugt ist vorgesehen, daß die Aufschlämmung mittels wenigstens einer rotierenden Bürste tangential über die Oberfläche bewegt wird. Hierdurch werden zugleich die gewünschte tangentiale Kraftausübung und ein effektiver Transport der Schleifmittelpartikel erreicht
Das spezielle, erfindungsgemäß zur Körnung zu verwendende Aluminiumoxid ist ein ungeschmolzenes, wasserfreies, kristallines Aluminiumoxid mit einer platten- oder tafel­ förmigen Teilchenform. Das Flachseitenmaß dieser Teilchen beträgt dabei im allgemeinen das Drei- bis Fünffache der Dicke. Diese Aluminiumoxidart kann aus hydratisierten Aluminiumoxiden gewonnen werden und sie wird vorzugsweise aus α-Aluminiumoxidtrihydrat gewonnen.
α-Aluminiumoxidtrihydrat ist ein kristalliner Stoff, der in seinem natürlichen Zustand als Hydrargillit bekannt ist. Dieser Stoff bildet den Hauptbestandteil bestimmter Bauxitarten, z. B. der in Amerika und Afrika zu finden­ den. α-Aluminiumoxidtrihydrat wird unmittelbar nach dem sogenannten Bayer-Prozeß gewonnen, welcher die unter Druck erfolgende Behandlung von Bauxit mit Alkali, ge­ folgt von der Ausfällung der resultierenden Natriumalumi­ natlösung durch Verdünnung und Impfung mit bereits gebil­ detem Hydrat umfaßt. Das nach diesem Prozeß gewonnene Hydrat erscheint in Form von Körnchen mit ziemlich sphä­ rischer Gestalt einer Größe von 50-100 µm, bei denen es sich um polykristalline Aggregate handelt. Deren Einzel­ kristalle werden in der Schleifmittel-Aufschlämmung be­ vorzugt in einer maximalen Größe von 1-20 µm einge­ setzt.
Bei Erwärmung beginnt α-Aluminiumoxidtrihydrat sein Kri­ stallwasser zu verlieren. Die vollständige Dehydrati­ sierung führt zu α-Aluminiumoxid als Endprodukt. Unge­ schmolzenes, kristallines Aluminiumoxid, das durch Dehy­ dratisierung von α-Aluminiumoxidtrihydrat gewonnen wird, ist ein teilchenförmiger Stoff, dessen einzelne Teilchen eine flache, plattenartige Konfiguration besitzen, deren größte Abmessung im allgemeinen um das Fünffache größer ist als die kleinste Abmessung. Diese Teilchen können auch sechseckig sein.
Der Ausdruck "ungeschmolzen" bezieht sich auf die Form des α-Aluminiumoxids, die durch Deyhdratisierung von α-Aluminiumoxidtrihydrat (oder anderer Hydrate) gewonnen wird, ohne die Schmelztemperatur des wasserfreien Alumi­ niumoxid zu überschreiten. In anderen Worten: α-Alumini­ umoxidtrihydrat wird zur Gewinnung des wasserfreien α-Aluminiumoxidproduktes kalziniert oder getrocknet, ohne daß dabei der Kristallzustand des a-Aluminiumoxids zerstört wird. Wenn die Schmelztemperatur des α-Alumini­ umoxids überschritten wird, wird das Produkt amorph, so daß beim Mahlen oder Zerkleinern in einer Kugelmühle Brüche auftreten und blockförmige oder kieselartige Teilchen entstehen, die sich beim Bürstenschmirgeln ganz anders verhalten als das erfindungsgemäß eingesetzte ungeschmolzene, kristalline Aluminiumoxid.
Als plane Oberfläche wird vorzugsweise eine Aluminiumba­ sis zur Herstellung einer lithographischen bzw. Stein­ druckplatte eingesetzt, da Aluminium ein geringes Gewicht und dabei eine relativ hohe Stabilität aufweist. Alterna­ tiv können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auch plane Oberflächen anderer Materialien, z. B. Kupferoberflächen oder die Oberfläche einer Polyethylenterephthalat-Folie, behandelt werden, um diese für unterschiedliche nachfol­ gende Bearbeitungen, z. B. Beschichtungen, vorzubereiten.
Das Körnen von Aluminium gemäß der Erfindung erfolgt vorzugsweise kontinuierlich an einem durchlaufenden Alu­ miniumband bzw. -streifen und mit Hilfe einer Anzahl von Drehbürsten. Vorteilhaft erfolgt das Bürsten des durch­ laufenden Aluminiumbands mit Hilfe zweier hintereinander angeordneter Bürsten, wobei die Aufschlämmung von Umlauf­ sümpfen her zugeführt wird. Eine geeignete Körnvorrich­ tung ist im Handel erhältlich; diese Vorrichtung wurde auch bei den Beispielen verwendet.
Das aus Aluminiumoxidtrihydrat gewonnene ungeschmolzene, kristalline Aluminiumoxid kennzeichnet sich durch einen Härtegrad von 9 auf der Mohs-Skala (Kirk-Othmer, "Ency­ clopedia of Chemical Technology", 2. Ausgabe, Band 2, S. 42-51). Im allgemeinen werden 1,4-2,7 kg Aluminium­ oxid aus α-Aluminiumoxidtrihydrat pro 3,8 l Wasser einge­ setzt, wobei es sich normalerweise zeigt, daß die Schmir­ gelleistung bei mehr als 2,7 kg pro 3,8 l Wasser nicht weiter zunimmt.
Die Geometrie des ungeschmolzenen Aluminiumoxids ist ganz einmalig. Im Gegensatz zu geschmolzenem Aluminiumoxid, das block- oder splitterförmige Gestalt besitzt, und im Gegensatz zu Quarz, der splitterförmig oder kantig ist, besitzen die Teilchen von ungeschmolzenem Aluminiumoxid eine sechseckige Platten- oder Tafelform. Ungeschmolzenes Aluminiumoxid wird normalerweise für das Läppen, Honen oder Polieren von unebenen oder rauhen Oberflächen be­ nutzt, was mittels einer kreisenden Bewegung erfolgt, deren Kraftvektor senkrecht zur Oberfläche liegt und wo­ durch glatte Oberflächen entstehen. Erfindungsgemäß hat es sich dagegen gezeigt, daß ungeschmolzenes, plat­ tenförmiges Aluminiumoxid für das Anrauhen einer planen Oberfläche, z. B. von Metallblechen, benutzt werden kann, wenn es in der Drehbewegung, deren Kraftvektor tangential zur Oberfläche einer sich bewegenden Bahn liegt, speziell mit einer Bürstwirkung angewandt wird.
Die anodische Oxidation nach dem Körnen kann nach einem an sich bekannten Verfahren erfolgen, bei dem eine poröse anodische Oxidschicht auf der gekörnten Aluminiumoberflä­ che hergestellt wird. Der bevorzugte Elektrolyt ist Schwefelsäure (vgl. Kirk-Othmer, "Encyclopedia of Chemi­ cal Technology", 2. Ausgabe, Band 1, S. 978 u. f.).
Für die Herstellung der Druckplatten sollte kaltgewalztes Aluminium benutzt werden. Weicheres Aluminium ist unge­ eignet, weil es reißt oder bricht, wenn es von der Spann- oder Verschlußvorrichtung einer Druckpresse erfaßt wird. Das bevorzugte Aluminiumblech besitzt im allgemei­ nen eine Anlaßhärte in der Größenordnung von H12 bis H19 im Fall einer Direktkaltreduktion oder von H22 bis H27 im Fall einer Kombination aus Kaltwalzreduktion und Ausglü­ hen (nach Vorschrift der American Aluminium Association in "Aluminium Standards and Date").
Aluminium-Druckplatten können nach beliebigen bekannten Verfahren hergestellt werden (vgl. z. B. US-PS 27 14 066, 27 41 981, 27 91 504, 30 62 648, 31 81 461, 32 20 346, 32 80 734 und 33 38 164).
Besonders bevorzugt wird eine anodisch oxidierte Alumini­ umgrundplatte mit einer Aluminiumoxidoberfläche, die nach der anodischen Oxidation zunächst porös ist und an­ schließend mit einem Alkali-Metallsilikat behandelt, d. h. siliziert wird, und dadurch vor dem Auftragen des lichtempfindlichen Überzugs "versiegelt" wird (vgl. US-PS 31 81 461).
Vorteilhaft wird das Aluminium nach dem Körnen kontinu­ ierlich anodisch oxidiert, und zwar nach den Eloxierver­ fahren nach den US-PS 38 65 700 und 39 20 525. Ge­ wünschtenfalls kann der Aluminiumgrundplatte eine kombi­ nierte anodisch oxidierte und diskontinuierlich elektro­ galvanisierte Oberfläche verliehen werden, bevor der lichtempfindliche Überzug aufgetragen wird (vgl. US-PS 39 29 594).
Der lichtempfindliche Überzug zur Bildung der Stein­ druckplatten besitzt in einem Zustand vor Belichtung mit aktinischer Strahlung eine Löslichkeit gegenüber einem Lösungsmittel und in einem anderen Zustand nach Be­ lichtung mit aktinischer Strahlung eine andere Löslich­ keit für Lösungsmittel, d. h. dieser Überzug ist in seinem einen Zustand im Lösungsmittel löslich und im anderen Zustand unlöslich.
Die lichtempfindliche Überzugsschicht kann aus einer Vielfalt an sich bekannter photochemischer Stoffe herge­ stellt werden. Solche lichtempfindlichen Stoffe umfassen dichromatische Kolloide, etwa solche auf der Basis von organischen Kolloiden, Gela­ tine, Prozeßleim, Albumine, Kaseine, Kautschuks, Stärke und ihre Derivate, Kunstharze wie z. B. Polyvinylalkohol, ungesättigte Verbindungen, etwa solche auf der Basis von Cinnamylsäure und ihrer Derivate, Benzalceto­ phenonverbindungen und Stilbenverbindungen, sowie photopolymerisierbare Verbindungen, eine große Vielfalt von Polymeren, wie Vinylpolymere und Copolymere, wie Polyvinylalkohol, Polyvinylacetate, Polyvinylacetat- Vinylsorbat, Polyvinylesteracetat, Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylbutyral, halogenierter Poylvinylalkohol, Poly­ mere auf Cellulosebasis, wie Celluloseacetat-Hydro­ genphthalat, Cellulosealkylether, Harnstoff-Formalde­ hydharze; Polyamid-Kondensationspolymere; Polyethylen­ dioxide; Polyalkylenether, Polyhexamethylen-Adipinsäure; Polychlorophen sowie Polyethylenglycole. Diese Ver­ bindungen oder Zusammensetzungen enthalten als Initiator Carbonylverbindungen, organische Schwefelverbindungen, Peroxide, Redoxsysteme, Azo- und Diazoverbindungen und Halo­ genverbindungen. Diese und andere photochemische Materialien nebst ihrer Chemie und Anwendung sind im einzelnen beschrieben in "Light-Sensitive Systems", Jaromir Kosar, John Wiley and Sons, Inc., New York 1965. Diazoniumharze werden besonders bevorzugt.
Zur Erleichterung des Verständnisses wird der licht­ empfindliche Überzug dahingehend definiert, daß er vor der Belichtung mit aktinischer Strahlung in einem Lö­ sungsmittel löslich und nach dieser Belichtung im Lö­ sungsmittel unlöslich ist. Lichtempfindliche Stoffe, die sich umgekehrt verhalten, d. h. vor der Belichtung unlös­ lich und danach löslich sind, liegen ebenfalls im Rahmen der Erfindung.
Die Ausdrücke "löslich" und "unlöslich" besitzen die allgemein gültige Bedeutung, wie sie auf dem Gebiet der Belichtung und Entwicklung von Bildern unter Verwendung von lichtempfindlichen Systemen verstanden wird. Bei­ spielsweise wird ein lichtempfindlicher Stoff als löslich bezeichnet, wenn er bei normaler Arbeitstemperatur, etwa Raumtemperatur, ohne weiteres mit einem bestimmten Lö­ sungsmittel abgewaschen werden kann; unlöslich ist er dann, wenn er unter gleichen oder ähnlichen Temperatur­ bedingungen nach Belichtung mit einem bestimmten Lö­ sungsmittel nicht entfernt werden kann.
Gewünschtenfalls kann die lichtempfindliche Druckplatte mit einer zähen, verschleißfesten Schutzschicht gemäß der US-PS 37 73 514 versehen werden. Ebenso kann gewünschten­ falls das Körnen mit dem plattenförmigen Aluminiumoxid in Verbindung mit anderen Schleifmitteln, wie Quarz, erfol­ gen, oder ein herkömmlicher Körnvorgang kann vor oder nach dem erfindungsgemäßen Körnen durchgeführt werden.
Im folgenden ist die Erfindung in Verbindung mit spezi­ ellen Beispielen erläutert.
Beispiel 1
Mehrere Körneinheiten werden in einer kontinuierlichen Bandeloxierstraße angeordnet, und zwar hinter dem Ent­ fettungsabschnitt und vor dem Eloxierabschnitt. Das Kör­ nen erfolgt unter Zufuhr einer wäßrigen Schleifmittel­ aufschlämmung an der Berührungsstelle zwischen einer Drehbürste und einem laufenden Aluminiumband von Sümpfen her, in denen die Aufschlämmung gespeichert, gemischt und zum Arbeitspunkt am Band umgewälzt wird. Zum Vergleich wurde für die eine Körneinheit eine Aufschlämmung durch Zugabe von feingemahlenen Bimsstein (1,31 kg) und Quarz (45 kg) zu 110 l Wasser unter heftigem Rühren zubereitet. Ein zweiter Sumpf wurde mit 1,3 kg feingemahlenem Bims­ stein, 45 kg feingemahlenem Quarz und 110 l Wasser ge­ füllt.
In der Behandlungsstraße wurde eine Rolle mit 0,3 mm dickem und 610 mm breitem Aluminiumband bearbeitet, das mit einer Geschwindigkeit von 15 m/min durch die Anlage gefördert wurde. Die Behandlung geschah dabei in nach­ stehender Reihenfolge: Entfetten, Spülen, Körnen, Reini­ gen, Spülen, Eloxieren, Spülen, Silizieren, Spülen und Trocknen.
432 × 152 mm große Proben wurden sodann untersucht. Das Gewicht des anodischen Oxidüberzugs wurde durch Abschaben und Wiegen ermittelt; es liegt typischerweise bei 1,2- 1,5 mg pro 6,5 cm2. Eine 432 × 406 mm große Probe wurde mit einer lichtempfindlichen Diazoverbindung beschichtet und getrocknet. Die Probe wurde 1,5 min lang auf einem Ultraviolett-Belichtungsgerät einer Flächenbelichtung unterworfen. Anschließend wurde die gesamte Probe mit Schwarzlack, einer Emulsion von Epoxid-Harz in einem Zwei-Phasen-System aus Lösungsmittel und Wasser, lackiert und getrocknet. Die lackierte Probe wurde sodann in eine Durchlauf-Waschbarkeits- und -Abriebprüfvorrichtung ein­ gebracht, in welcher der Abrieb mittels eines Nylon- Scheuerkissens der Größe 133,4 × 44,5 mm bestimmt wurde, das mit 0,79 kg beschwert war. Die Prüfung erfolgte in 150 Zyklen. Die Ergebnisse dieses Abriebtests wurden mit vier Standardproben verglichen, die im Laufe vieler Ab­ riebversuche empirisch bestimmt und mit "mangelhaft" - "gut" - "sehr gut" - "ausgezeichnet" bewertet worden waren. Dieser Versuch ist leicht auszuwerten, weil Proben minderer Güte parallel zur Scheuerrichtung weiße Kratz­ marken zu zeigen beginnen, die sehr auffällig und wegen des schwarzen Hintergrunds leicht quantitativ zu bewerten sind. Bei diesem Beispiel unter Verwendung von Quarz wurden die Ergebnisse als "mangelhaft" eingestuft (viele weiße Kratzmarken), was auf ein Erzeugnis ungenügender Güte hinweist.
Beispiel 2
Ähnlich wie im Beispiel 1 wurde ein Bürstenkörnungs- Eloxierversuch mit dem Unterschied durchgeführt, daß die zweite Körnungseinheit mit 110 l Wasser und 45 kg weißem, ungeschmolzenem, kristallinem Aluminiumoxid beschickt wurde, das aus α-Aluminiumoxidtrihydrat mit einer durch­ schnittlichen Teilchengröße von 18 µm gewonnen wurde. Die Probennahme und -untersuchung erfolgt auf dieselbe Weise wie im Beispiel 1. Der Abriebversuch ergab sehr gute Er­ gebnisse (wenig oder gar keine Kratzmarken bzw. -spuren), was auf ein Erzeugnis hoher Güte hinweist.
Beispiel 3
Es wurde ein ähnlicher Versuch wie im Beispiel 1 durchge­ führt, nur mit dem Unterschied, daß die Körnungseinheiten mit identischen Aufschlämmungen aus jeweils 110 l Wasser und 45 kg weißen, ungeschmolzenem Aluminiumoxid beschickt wurden.
Die Proben und die Versuche entsprachen denen von Bei­ spiel 2. Die Abriebversuche zeigten ausgezeichnete Ergeb­ nisse (keine Kratzmarken), was ein ausgezeichnetes Er­ zeugnis erkennen läßt.
Beispiel 4
Es wurde ein ähnlicher Versuch wie in Beispiel 3 durchge­ führt, wobei jedoch die Bandgeschwindigkeit auf 30,4 m/min eingestellt war.
Probennahme und Versuchsdurchführung entsprachen den Bedingungen nach Beispiel 1. Das Oxidüberzugsgewicht ist mit 0,8 mg pro 6,5 cm um etwa 50% niedriger als in Beispiel 1; die Abbriebversuche ließen sehr gute Ergebnis­ se erkennen, womit ein Produkt derselben Güte wie im Fall von Beispiel 2 erhalten wurde.
Beispiel 5
Der Versuch erfolgte unter ähnlichen Bedingungen wie in Beispiel 1, doch enthielt die Aufschlämmungsfüllung in beiden Sümpfen 45 kg weißes, bröckeliges, geschmolzenes Aluminiumoxid-Schleifmittel. Dieses Material zeichnet sich durch seine Blockform aus.
Die dem Abriebversuch unterworfenen Proben zeigten eine mangelhafte Abriebfestigkeit.
Beispiel 6
Das Körnen und Eloxieren erfolgte auf ähnliche Weise wie im Beispiel 5 unter Verwendung einer Aufschlämmungsfül­ lung aus feinem geschmolzenem Aluminiumoxid in einem Sumpf und aus bröckeligem geschmolzenem Aluminiumoxid im anderen. Der Abriebversuch zeigte ähnliche Ergebnisse wie in Beispiel 5.
Beispiel 7
Das Körnen und Eloxieren erfolgte unter Verwendung von bröckeligem, geschmolzenem Aluminiumoxid im einen Sumpf und von weißen, ungeschmolzenem Aluminiumoxid im anderen bei einer Bandgeschwindigkeit von etwa 17 m/min. Proben des behandelten Materials wurden auf Abriebbeständigkeit untersucht. Die Versuchsergebnisse waren sehr gut; sie verdeutlichen den überraschenden Verbesserungseinfluß auf die Abriebbeständigkeit, den ungeschmolzenes Aluminium­ oxid bei diesem Verfahren bietet.
Beispiel 8
Es wurde ein Versuch auf ähnliche Weise wie in Beispiel 5 durchgeführt, außer daß beide Sümpfe jeweils 110 l Wasser und 45 kg plättchenförmiges Aluminiumoxid der mittleren Teilchengröße 0,044 mm enthielten. Die Abriebversuche zeigten sehr gute Ergebnisse.
Beispiel 9
Es wurde ein ähnlicher Versuch wie in Beispiel 5 durchge­ führt, wobei jeder Sumpf 45 kg kalziniertes Aluminiumoxid enthielt. Dieses Material ergab eine Körnung, die unter den Meßbedingungen nach Beispiel 1 eine sehr gute Abrieb­ beständigkeit lieferte.
Beispiel 10
Kupfer-, Messing-, rostfreie Stahl-Polyethylenterephtha­ lat-, Polystyrol-, Triacetat-, Polyacetat- und Vinylbah­ nen oder -bänder wurden nach dem Bürstenanrauhverfahren nach Beispiel 3 an der Oberfläche angerauht. In jedem Fall besaßen die behandelten Oberflächen ein gleichmäßi­ ges Körnungsbild mit beträchtlich vergrößerter Gesamt­ oberfläche. Die Metalloberflächen wurden als Substrate für elektrolytische und chemische Ätzverfahren unter Verwendung von photoempfindlichen Deckmaterialien oder einfachen Kunstharzdeckmaterialien eingesetzt. Im Fall von Kunststoffen wurde das Körnungsverfahren zum Auf­ rauhen der Planflächen für die Verankerung von später aufgebrachten Überzügen angewandt.

Claims (11)

1. Verfahren zum Anrauhen einer glatten, planen Oberflä­ che, bei dem die Oberfläche mittels Bürsten unter Verwendung eines Schleifmittels in wäßriger Auf­ schlämmung gekörnt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige Aufschläm­ mung als Schleifmittel ungeschmolzenes, platten- oder tafelförmiges kristallines Aluminiumoxid enthält und daß die Schleifmittel-Aufschlämmung unter Ausübung einer im wesentlichen tangentialen Kraft über die Oberfläche bewegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufschlämmung mittels wenigstens einer rotie­ renden Bürste tangential über die Oberfläche bewegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aluminiumoxid aus α-Aluminiumoxidtrihydrat gewonnen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aluminiumoxid mit einer maximalen Teilchen­ größe von 1-20 µm eingesetzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als plane Oberfläche eine Aluminiumbasis zur Herstellung einer lithographischen bzw. Steindruck­ platte eingesetzt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Körnen an einem Aluminiumband mittels einer oder mehrerer Drehbürsten kontinuierlich durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Körnen mit Hilfe eines oder mehrerer Dreh­ bürstenpaare durchgeführt wird und daß die Auf­ schlämmung umgewälzt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Aluminiumbasis nach dem Körnen anodisch oxidiert wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Aluminiumbasis nach der anodischen Oxidation siliziert wird.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine plane Kupferoberfläche behandelt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine plane Oberfläche einer Polyethylenterephtha­ lat-Folie behandelt wird.
DE19792906376 1978-02-28 1979-02-19 Verfahren zum anrauhen von oberflaechen und nach diesem verfahren hergestellter gegenstand Granted DE2906376A1 (de)

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