DE290839C - - Google Patents
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- DE290839C DE290839C DENDAT290839D DE290839DC DE290839C DE 290839 C DE290839 C DE 290839C DE NDAT290839 D DENDAT290839 D DE NDAT290839D DE 290839D C DE290839D C DE 290839DC DE 290839 C DE290839 C DE 290839C
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 290839 KLASSE 80 b. GRUPPE
©ipl.'3ng. KARL DAMMANN in ESSEN, Ruhr.
Die nach der Erfindung herzustellende Straßendecke soll die Vorteile einer Gußasphalt-
und einer Pechmörtelstraßendecke in sich vereinen, ohne deren Nachteile aufzuweisen.
Der Vorteil einer Gußasphaltdecke besteht bekanntlich darin, daß sie zu ihrer Herstellung
nur einfacher Arbeitsmittel bedarf; sie hat hingegen die Nachteile, daß die Mischung
von Kies bis herab zum feinsten PuI-ver mit dem Asphalt umständlich und zeitraubend
ist und es bei dem langen Kochprozeß großer Sorgfalt bedarf, damit das Bitumen
nicht verbrennt; auch erfordert die Decke wegen des beschränkt zulässigen Gehalts an
Bitumen eine feste Unterlage aus Zement. Der Vorteil der Schotterpechmörteldecke besteht
demgegenüber in einer größeren Billigkeit sowie in der elastischen gummiartigen Beschaffenheit
der Decke; sie hat ihrerseits die Nachteile, daß sich der Pechmörtel mit dem Schotter nur schlecht verbindet und ferner,
daß der Pechmörtel bisher nur auf eine umständliche und kostspielige Weise hergestellt
werden kann, nämlich derart, daß das Pech jeweilig mit dem erforderlichen Zusatz an Bitumen
u. dgl. in besonderen Gefäßen geschmolzen und die Mörtelmasse, Sand, Schlackenoder
Steinmehl 0. dgl. in besonderen Apparaten erhitzt und getrocknet wird, und dann erst beide Massen miteinander vermischt werden.
Die umständliche und kostspielige getrennte Trocknung des Mörtels erschien bisher
erforderlich, weil feuchter Sand eine heiße Teerasphaltmischung infolge des plötzlich sich
entwickelnden Wasserdampfes sofort zum Überkochen bringt. Zur Behebung der
Schwierigkeiten bei nassem Wetter hat man andererseits vorgeschlagen, dem Teer Stoffe
zuzusetzen, welche ihn wasserlöslich machen. Das Verfahren wurde bisher noch weit umständlicher,
wenn es sich um die Herstellung einer innen geteerten Schotterpechmörteldecke handelt. Hier kommen bisher drei verschiedene
Verfahren zur Anwendung. Bei dem einen Verfahren wird der Schotter sorgfältig sortiert, d. h. vom groben bis zum kleinsten
Korn und womöglich noch in ganz bestimmtem Mengenverhältnis sorgfältig zusammengesetzt
und in Mischmaschinen mit umlaufenden Trommeln mit dem Teer vermengt, danach heiß oder kalt auf die Strecke aufgetragen,
ausgewalzt und gegebenenfalls noch mit einem Pechmörtelüberzug versehen; da die zu
diesem Verfahren benötigte Mischmaschinenanlage sehr teuer und dabei noch wenig leistungsfähig
ist, so ist eine derartige Herstellung innen geteerter Makadamstraßen sehr kostspielig und nur im Großbetriebe möglich.
Bei einer zweiten Herstellungsart wird der Grobschlag von dem Feinschlag getrennt und
zunächst der erstere in Mischern mit Teer oder Bitumen getränkt und darauf der Feinschlag
bzw. Mörtel mit einem weiteren Zusatz von Bindemitteln in jene Masse eingebracht
und mit dieser innig verrührt. Bei diesem Verfahren besteht daher genau wie bei dem
Gußasphaltverfahren die Schwierigkeit des Verrührens der sehr ungleichartig zusammen-
gesetzten Masse sowie die Gefahr des Anbrennens des Bitumens infolge des langen Kochprozesses.
Diese Nachteile werden allerdings beseitigt, wenn man nach der dritten Verfahrensart
die Tränkung des Grobschlags und des Feinschlags getrennt vornimmt und beide Bestandteile
kalt, damit aber — unter Verzicht auf eine innige Verbindung der beiden Bestandteile
— übereinander aufträgt, oder in
ίο die Teerschotterlage eine trockene Zementmörtelmasse
aufbringt und einwalzt.
Das" Verfahren gemäß der Erfindung besteht demgegenüber im wesentlichen darin,
daß als Schotter Kleinschlag von annähernd gleicher und nicht zu feiner Korngröße, etwa
von ι bis 3 cm Durchmesser und in einer Schichtstärke etwa bis zu 5 cm verwendet
wird, welcher auf beliebige geeignete Weise mit Pechöl getränkt und abgewalzt wird; die
in dieser Schottendecke vorhandenen Hohlräume und Oberflächenunebenheiten werden
mit einer Pechmörtelmasse ausgefüllt, welche dadurch hergestellt wird, daß einer geschmolzenen
Mischung von Teer oder Pech und Biturnen der Mörtel in jeweilig solchen Mengen zugesetzt wird, daß die Temperatur des Gemenges
ioo° C nicht übersteigt. Das Verfahren bricht zunächst also grundsätzlich mit der
Ansicht, daß, um den Anforderungen starken Verkehrs zu genügen, für eine innen geteerte
Schotterdecke die gleiche Stärke wie für eine ungeteerte erforderlich sei, sondern beruht auf
der Erkenntnis, daß es bei innen geteerten Schotterdecken wie bei Asphaltstraßen auf
eine hinreichende Elastizität und Unangreifbarkeit des Pflasters durch den Verkehr ankommt,
und daß infolgedessen eine weit geringere Stärke der Makadamlage, etwa eine solche
von 2 bis 5 cm, j e nach der Stärke des Verkehrs genügt. Das Verfahren beruht anderer ■
seits entgegen der bis j etzt allgemein geltenden Ansicht auf der Erkenntnis, daß bei der oben
angegebenen neuen Durchführungsweise die normal in dem Mörtel vorhandene, sogar selbst
die bei schlechtem Wetter von dem Mörtel aufgenommene Wassermenge die Vermischung
des Mörtels mit dem Pech und dem Bitumen nicht beeinträchtigt, mit anderen Worten, daß
es möglich ist, einen völlig einwandfreien und mit der Schotterschicht gut bindenden Mörtel
herzustellen, wenn man bei der Zugabe des Mörtels zu der flüssigen Pechasphaltmischung
oder beim Einbringen dieser in den feuchten Mörtel die Mengen derart regelt, daß die Temperatur
des Gemisches ständig unter ioo° C verbleibt, da in diesem Falle das Wasser nicht
verdampft und infolgedessen ein Überkochen der Masse erfahrungsgemäß nicht eintritt. Es
findet also bei diesem Verfahren kein Kochen.
sondern lediglich eine Vermischung des Mörtels mit dem zuvor erwärmten Bindemittel
statt; das Verfahren nimmt mithin von dem Gußasphaltverfahren die einfachen Arbeitsgeräte,
es entfällt aber das lästige Kochen und damit zugleich die Gefahr des Anbrennens der
Masse, es entfallen ferner die bisher verwendeten kostspieligen Sandtrockenapparate oder,
statt dessen eine zuvorige Tränkung des Mörtels mit Öl, um ihn zur Aufnahme des Bitumens
fähig zu machen. Das Verfahren insgesamt bringt dementsprechend eine große Materialersparnis
sowie eine sehr weitgehende Vereinfachung und dementsprechende Leistungssteigerung;
die nach dem Verfahren hergestellte Decke kommt dabei in ihrem Aussehen wie hinsichtlich ihrer guten Eigenschaften
einer Gußasphaltdecke fast vollkommen gleich.
Im einzelnen wird das Verfahren wie folgt durchgeführt. Präparierter Steinkohlenteer
von 65 bis 70 Prozent Brikettpech und 35 bis 30 Prozent Anthrazenöl, wie er im Handel
unter dem Namen »Pechöl« erhältlich ist, wird auf der Baustelle in den Bezugsfässern vorgewärmt,
in den gebräuchlichen Asphaltkochern, welche mit einem Bodenablauf versehen sind,
auf 150 bis i6o° C erhitzt, und aus diesen nach
Bedarf in die den Steinschotter enthaltenden, gleichfalls mit einem Bodenablauf versehenen
Transportkarren eingelassen, bis der Schotter ganz bedeckt ist. Nach einigen Minuten wird
die Flüssigkeit abgelassen und wieder in die Kochkessel zurückgegossen, in denen von Zeit
zu Zeit das verbrauchte Material ersetzt wird. Ist der Schotter sehr feucht und kalt, so kann
die Tränkung ein- bis zweimal wiederholt werden. Als Schotter soll eine Kleinschlagsorte,
mittleren, jedenfalls nicht zu feinen Kornes von ι bis 3 cm Korngröße verwendet werden.
Der derart getränkte Schotter wird auf den Unterbau—bei Fußwegen jede feste Bodenart,
bei Fahrbahnen altes Pflaster jeder Art oder aus billigem Material hergestellte Befestigung,
die nur so fest sein bzw. so fest gewalzt sein muß, daß sie unter dem Gewicht einer mittle- 1.05
ren Dampfwalze nicht mehr nachgibt — warm aufgetragen und abgewalzt; je nach der Verkehrsstärke
der Straße soll die Dicke der Decke 2 bis 5 cm betragen. Das Verfahren kann indessen auch derart durchgeführt werden,
daß der Schotter in dieser Stärke ungetränkt aufgetragen und alsdann aus Gießkannen
mit Pechöl in solchem Maße Übergossen wird, daß die Steine einen dünnen Pechölüberzug
aufweisen. In Fällen, wo bereits geteerter Schotter der erforderlichen Korngröße billig
zu beziehen ist, kann selbstverständlich auch solcher Verwendung finden, so daß die Teerung
an Ort und Stelle entfällt. Für die Erfindung ist lediglich erheblich, daß der Schotter
überhaupt geteert ist.
Auf die Schotterdecke wird, gegebenenfalls'
sofort, eine Pechmörtelmasse aufgebracht, welche folgendermaßen hergestellt wird. In
einem oder mehreren Kochkesseln, gegebenenfalls in den zuvor zum Erwärmen des Pechöls
benutzten Kesseln, wird Pechöl und Bitumen (gereinigter Trinidadasphalt und Petroleumpech)
geschmolzen und dieser Masse Mörtel (trockener Sand, Schlackenmehl oder pulverförmiges
Steinmaterial, wie es gerade an der
ίο Verwendungsstelle zu haben ist) in jeweiligsolchen
Mengen zugesetzt, daß die Temperatur des Gemisches etwas unter ioo° C verbleibt
und unter Beobachtung dieser Bedingung so lange durchgerührt, bis die Masse homogen
ist, und nötigenfalls wieder auf ioo° C ge- - bracht. Selbstverständlich kann auch umgekehrt
in den unerwärmten Mörtel die geschmolzene Pechasphaltmasse eingebracht
werden. Die endgültige Zusammensetzung der Masse soll auf zwei Raumteile Teer und
Bitumen etwa drei Raumteile Mörtel betragen.
Sie ist in solchen Mengen auf den Teerschotter
• zu gießen, daß sämtliche Lücken in diesem ausgefüllt sind und ein ebener Überzug von 2
bis 5 mm Stärke vorhanden ist; dieser wird mit Steingrieß oder Sand leicht abgedeckt und
das Pflaster nochmals gewalzt, worauf die Straße sofort dem Verkehr übergeben werden
kann. Ein derartiges Pflaster kommt in seinem Aussehen wie hinsichtlich seiner Dauerhaftigkeit,
Geräuschlosigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Wärme Gußasphaltstraßen nahezu gleich, mit dem Unterschied,
daß es bedeutend billiger und leichter herzustellen ist wie diese oder die bisher mittels
Teermischmaschinen und der getrennten Pechmörtelbereitung hergestellten Teermakadamstraßen.
Claims (1)
- Patent-An spruch:Verfahren der Herstellung einer Teerschotterstraßendecke, bei welchem der Schotter geteert und mit einem Pechmörtelüberzug versehen wird, dadurch gekennzeichnet, daß als Schotter Kleinschlag annähernd gleicher, nicht zu feiner Korngröße von etwa 1 bis 3 cm Durchmesser in einer Schichtstärke bis zu 5 cm Verwendung findet, der nach dem Teeren und Walzen zwecks Ausfüllung der in der Schotterlage vorhandenen Hohlräume und Oberflächenunebenheiten mit einer etwa 90 bis ioo° C heißen Pechmörtelmasse Übergossen wird, welche dadurch hergestellt wird, daß einer geschmolzenen Mischung von Pech und Bitumen der Mörtel (Sand, Schlacken- oder Steinmehl o. dgl.) ungewärmt in jeweilig solchen Mengen zugesetzt wird, daß die Temperatur der Mischung unter dem Wassersiedepuhkt verbleibt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE290839C true DE290839C (de) |
Family
ID=545765
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT290839D Active DE290839C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE290839C (de) |
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- DE DENDAT290839D patent/DE290839C/de active Active
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