DE2908762C2 - - Google Patents
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- DE2908762C2 DE2908762C2 DE2908762A DE2908762A DE2908762C2 DE 2908762 C2 DE2908762 C2 DE 2908762C2 DE 2908762 A DE2908762 A DE 2908762A DE 2908762 A DE2908762 A DE 2908762A DE 2908762 C2 DE2908762 C2 DE 2908762C2
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- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B11/00—Oxides or oxyacids of halogens; Salts thereof
- C01B11/04—Hypochlorous acid
- C01B11/06—Hypochlorites
- C01B11/064—Hypochlorites of alkaline-earth metals
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Description
Die Erfindung betrifft Calciumhypochlorit-Dihydrat mit
einer prismatischen Kristallform, ein Verfahren zu seiner Her
stellung und dessen Verwendung zur Herstellung von
grobem Calciumhypochlorit-Dihydrat.
Calciumhypochlorit-Dihydrat ist seit langem als wichtiges
Zwischenprodukt oder als Hauptbestandteil für die Her
stellung von Prüfsubstanzen mit hohem Hypochloritgehalt,
die in verschiedenartiger Weise durchgeführt wird,
bekannt. Die mit Hilfe der herkömmlichen Verfahren herge
stellten Calciumhypochlorit-Dihydrate bestehen jedoch aus
feinen, flachen, quadratischen, plättchenartigen Kristal
len, die nur äußerst schwer von ihrer Mutterlauge abzu
trennen sind.
Es besteht daher ein starkes Bedürfnis für ein aus groben
Kristallen bestehendes und leicht abtrennbares Calcium
hypochlorit-Dihydrat, da hierdurch die festen und variablen
Kosten für die Herstellung von Hypochlorit für Testzwecke
mit hohem Hypochloritgehalt vermindert werden können.
Calciumhypochlorit-Dihydrat kristallisiert in dem tetra
gonalen System und liegt, wie bereits angegeben, normaler
weise in Form von flachen, quadratischen, plättchenartigen
Kristallen vor. Weiterhin wurden diese Kristalle bislang als
2,5-Hydrat oder Trihydrat bezeichnet. Dies ist jedoch nicht
korrekt, da es sich in der Tat bei den Kristallen um ein
Dihydrat handelt.
Die vorliegende Erfindung läßt sich leichter unter Bezug
nahme auf die beigefügten Zeichnungen verstehen. In den
Zeichnungen zeigt
Fig. 1 eine Darstellung eines Calciumhypochlorit-
Dihydrats mit flacher, quadratisch-plättchen
förmiger Form;
Fig. 2 eine weitere Darstellung eines Calcium
hypochlorit-Dihydrats mit schichtartigem
Aufbau (einem polysynthetischen Zwillings
kristall);
Fig. 3A, B und C Darstellungen des erfindungsgemäßen
prismatischen Calciumhypochlorit-
Dihydrats, wobei
Fig. 3A eine zylindrische Kristallform,
Fig. 3B eine quadratisch prismatische
Kristallform und
Fig. 3C eine Doppelpyramiden-Kristallform
mit quadratischer Spitze
zeigt;
Fig. 4 ein Röntgenbeugungsdiagramm, das die Be
ziehung zwischen dem Winkel 2R und der
relativen Intensität der Beugungslinien
wiedergibt, wobei
Fig. 4A das Diagramm eines erfindungsgemäß
en zylindrisch geformten Calciumhypo
chlorit-Dihydrats und
Fig. 4B das Diagramm eines flachen, quadra
tisch-plättchenförmigen Calciumhypo
chlorit-Dihydrats
zeigt;
Fig. 5 eine mit einem optischen Mikroskop erzeugte
Darstellung eines groben Calciumhypochlorit-
Dihydrats, das unter Anwendung einer in den
nachstehenden Beispielen näher erläuterten
Verfahrensweise hergestellt wurde; und
Fig. 6 und 7 Fließdiagramme, die Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Verfahrens
verdeutlichen.
Die in den Zeichnungen angegebenen Bezugsziffern besitzen
folgende Bedeutungen:
1:Mutterlaugenbehandlungsbehälter,2:Beruhigungs-Abtrenn-Behälter,3:Kristallisiergefäß,4 A:Abtrennvorrichtung,4 A′:Abtrennvorrichtung-1,4 A′′:Abtrennvorrichtung-2,4 B:Klassierer,5 A:Wäscher,5 B:Auflösbehälter,6:Heißlufttrockner,7:Calciumhydroxid,8:Aufschlämmung von zweibasigem Calciumhypochlorit,9:Überstehende Flüssigkeit,10:Aufschlämmung von kondensiertem zweibasigem
Calciumhypochlorit,11:Calciumhydroxid,11′:Natriumhydroxid,12:Prismatische Impfkristalle (prismatisches Calcium
hypochlorit-Dihydrat),13:Chlorgas,14:Aufschlämmung von grobem Calciumhypochlorit-Dihydrat,14′:Aufschlammung von grobem Calciumhypochlorit-
Dihydrat und Natriumchlorid-Kristallen,15:Abgetrennte Mutterlauge,16:Nasser Filterkuchen,17:Waschflüssigkeit,18:Gewaschene Mutterlauge,19:Gewaschener Filterkuchen,20:Verdünnungsmittel,21:Hypochlorit für Testzwecke mit hohem Hypochlorit-
Gehalt,22:Aufschlämmung von rohem Natriumchlorid,23:Aufschlämmung von reinem Natriumchlorid,24:Abgetrennte Mutterlauge,25:Natriumchlorid und26:Abgetrennte Mutterlauge
In der Fig. 1 ist ein flacher, quadratisch-plättchen
förmiger Kristall gezeigt. Wenn man die Mitte des
Kristalls als Ursprung ansieht, werden die Achsen, die
in der Breitenrichtung, das heißt der Richtung verlau
fen, in der der Kristall stärker gewachsen ist, als
Achsen a und b bezeichnet, während die in der Dicken
richtung verlaufende Achse, das heißt der Richtung, in
der der Kristall weniger stark gewachsen ist, als Achse
c bezeichnet wird. Dabei ist normalerweise die Länge
der Achse a etwa gleich der der Achse b, während das Ver
hältnis der Länge der Achse c zu der der Achse a
(nachstehend als c/a-Verhältnis ausgedrückt) weniger als
0,1 beträgt. Wie aus seiner Form ohne weiteres abzulesen ist,
wächst der Kristall in der Richtung der Achsen a und b
wesentlich schneller als in der Richtung der Achse c.
Calciumhypochlorit-Dihydrat mit dieser Kristallform ist
sehr brüchig und wird ohne weiteres durch mechanische
Einwirkung zu feinen Teilchen zerbrochen.
Die bekannten Methoden zur Vergröberung und Vergrößerung
des Kristalls, mit dem Zweck, seine Abtrennbarkeit zu
verbessern, schließen die Verfahrensweise der
US-PS 24 69 901 ein, in der ein polysynthetischer
Zwillingskristall offenbart ist, der einen Schichtaufbau
besitzt. Wie aus der Fig. 2 zu erkennen ist, besteht
dieser polysynthetische Zwillingskristall aus Zwillings
kristallen mit flachen, quadratisch-plättchenartigen
Flächen, die symmetrisch angeordnet sind, wobei die
Achsen a und b in der Breitenrichtung und die Achse c
in der Dickenrichtung verlaufen. Normalerweise sind die
Längen der Achsen a und b einander etwa gleich, während
das c/a-Verhältnis einen Wert von weniger als 1,0 besitzt.
In diesem Fall entspricht die Achse c der Summe der
Achsen C der den Zwillingskristall bildenden flachen,
quadratisch-plättchenförmigen Kristalle. Dabei beträgt das
c/a-Verhältnis eines jeden den Zwillingskristall bilden
den Unterkristalls weniger als 0,1. Obwohl dieser
Kristall mit Schichtaufbau grob und groß zu sein
scheint, enthält er zwischen den ihn bildenden Unter
kristallen eine große Menge der Mutterlauge. Dieser
Kristall ist weiterhin sehr brüchig und wird ohne wei
teres durch mechanische Einwirkung zu feinen Teilchen
zerstört.
Bislang wurde Hypochlorit für Testzwecke mit hohem
Hypochloritgehalt im allge
meinen dadurch hergestellt, daß man Calciumhypochlorit-
Dihydrat mit flacher Kristallform oder die Kristalle
mit Schichtaufbau aus der Mutterlauge entfernt und
die abgetrennten Kristalle trocknet. Das Abtrennen der
Kristalle ist jedoch schwierig, da sie eine flache Form
besitzen und eine große Menge der Mutterlauge zwischen
den Kristallen enthalten und weil schließlich die
Kristalle extrem leicht zerbrechen. Daher ist es für die
Abtrennung erforderlich, entweder einen sehr kräftigen
Abscheider zu verwenden oder das Abtrennverfahren wäh
rend langer Zeitdauern zu bewirken.
Selbst wenn man die Abtrennung in dieser Weise durch
führt, ist die Menge der an dem feuchten Filterkuchen
anhaftenden Mutterlauge (entsprechend dem Gewicht der
Mutterlauge, die an dem feuchten Filterkuchen anhaftet
×100, dividiert durch das Gewicht des feuchten Filter
kuchens) groß. Hierdurch wird die Geschwindigkeit der
Zersetzung des Calciumhypochlorits, die bei dem sich
anschließenden Trocknungsvorgang abläuft, erhöht und
es wird weiterhin eine gesteigerte Energiemenge für den
Trocknungsvorgang benötigt.
Da diese Probleme durch die Herstellung eines Calcium
hypochlorit-Dihydrats, das leicht abtrennbar ist, gelöst
werden könnten, wurden viele Versuche unternommen,
die Probleme in dieser Weise zu lösen.
Beispielsweise gibt die US-PS 24 69 901 an, daß man ein
leicht abtrennbares Calciumhypochlorit-Dihydrat dadurch
erhalten kann, daß man eine Calciumhypochlorit-Suspension
oder eine Suspension von Calciumhypochlorit und Natrium
hydroxid, die gleichzeitig Natriumchlorid oder derglei
chen enthalten kann, schnell chloriert. In dieser Weise
kann die Abtrennbarkeit in gewissem Außmaß verbessert
werden. Jedoch besteht die Hauptmenge der Kristalle aus
polysynthetischen Zwillingen, die einen schichtartigen
Aufbau aufweisen. Bei Untersuchungen der Anmelderin hat
sich gezeigt, daß das c/a-Verhältnis eines solchen
Kristalls kleiner ist als 1,0. Die Abtrennbarkeit des
Dihydrats ist nicht zufriedenstellend und die anhaftende
Menge der Mutterlauge an dem feuchten Filterkuchen, den
man bei der angegebenen Methode erhält, übersteigt
30 Gew.-%. Demzufolge stellt diese Verfahrensweise keine
wirtschaftliche Herstellungsmethode dar. Sie macht
darüber hinaus wegen der Gefährdung oder des Risikos
einer übermäßigen Chlorierung als Folge des schnellen
Chlorierungsverfahrens komplizierte Aufarbeitungsmethoden
und erhöhte Chemikalienkosten erforderlich, benötigt die
Anwendung von Chemikalien, wie Bariumchlorid, zur Ver
minderung der Sulfatkonzentration in der Lösung, und
bringt die Notwendigkeit mit sich, die Temperatur und
die Chlorierungsgeschwindigkeit genau einzuhalten.
In der veröffentlichten japanischen Patentanmeldung
Nr. 47-26 593 ist ein Verfahren zur Herstellung von leicht
abtrennbarem Calciumhypochlorit-Dihydrat beschrieben,
das darin besteht, daß man eine wäßrige Lösung anwendet,
die neben Calciumionen und Ionen der unterchlorigen Säure
auch Zinkionen enthält. In dieser Weise kann man einen Kristall mit einer von
einem Zwillingskristall verschiedenen Kristallform enthalten. Das in dieser
Weise erhaltene Dihydrat besteht jedoch aus flachen, quadratisch-plättchen
förmigen Kristallen, deren c/a-Verhältnis im Höchstfall etwa 0,1 erreicht. Die
mit dieser Methode erreichte Verbesserung der Abtrennbarkeit ist gering und
die anhaftende Menge der Mutterlauge an dem bei der Abtrennung erhaltenen
feuchten Filterkuchen beträgt 30 bis 35 Gew.-%.
Aus der DE-OS 16 67 664 ist ein Verfahren bekannt, mit dem man kristallines
Calciumhypochlorit-Dihydrat aus einem wäßrigen, Zinkionen enthaltenden
Medium kristallisieren läßt. Als bevorzugte Zinkquelle wird Zinkstaub ange
geben, der in Gegenwart von Chlor, im Falle, daß das Hypochlorit durch Chlo
rierung erzeugt wird, zu Zinkchlorid oxidiert wird. Des weiteren können Zink
oxid, Zinkhydroxid und Zinksalze eingesetzt werden, worin auch organische
Zinksalze eingeschlossen sind. Die nach diesem Verfahren hergestellten Cal
ciumhypochlorit-Kristalle weisen im Durchschnitt eine Breite von etwa 60 bis
90 µm und eine Dicke von 6 bis 7 µm auf und fallen als große und viereckige oder
rautenförmige Kristalle an.
In der veröffentlichten japanischen Patentanmeldung Nr. 48-46 597 ist ein wei
teres Verfahren zur Herstellung eines ausgezeichnet abtrennbaren Calciumhy
pochlorit-Dihydrats beschrieben. Nach diesem Verfahren werden Calcium
hydroxid und ein Additiv, das aus der Zinnionen, Strontiumionen und Barium
ionen umfassenden Gruppe ausgewählt ist, zu einer wäßrigen Lösung zugegeben,
die als Hauptbestandteile Calciumhypochlorit und Natriumchlorid enthält,
und es wird die Chlorierung bei einer Temperatur zwischen 30 und 50°C durch
geführt. Dann gibt man bei einer Temperatur zwischen 30 und 50°C mindestens
25 Gew.-% einer wäßrigen Natriumhypochloritlösung zu, um eine doppelte Um
setzung zu bewirken. Obwohl die Abtrennbarkeit in gewissem Ausmaß verbes
sert werden kann, besitzen die erhaltenen Dihydrat-Kristalle entweder eine fla
che, quadratisch-plättchenförmige Form oder liegen in Form von polysynthe
tischen Zwillingskristallen mit einem c/a-Verhältnis von nicht mehr als 1,0
vor. Somit liefert auch dieses Verfahren keine befriedigende Lösung der Proble
me, indem das mit diesem Verfahren erhaltene Dihydrat nur schlecht abge
trennt werden kann und in dem die anhaftende Menge der Mutterlauge nach
dem Abtrennvorgang 30 bis 40 Gew.-% beträgt. Weiterhin macht auch dieses
Verfahren komplizierte Aufarbeitungsmethoden erforderlich und kann daher
nicht als wirtschaftliches Verfahren ange
sehen werden.
Wie aus den obigen Ausführungen hervorgeht, sind sämt
liche Versuche zur Verbesserung der Abtrennbarkeit von
Calciumhypochlorit-Dihydrat gescheitert und ergeben
keine fundamentale Lösung der mit üblichem Calciumhypo
chlorit-Dihydrat auftretenden Probleme. Die ungenügende
Abtrennbarkeit eines Calciumhypochlorit-Dihydrats aus
einer Mutterlauge führt zu verschiedenen Problemen,
nämlich:
- 1.) Die Abtrennvorrichtung wird belastet. Hierdurch wird es erforderlich, kräftige Vorrichtungen in größerer Anzahl zu verwenden, wodurch sich die Vorrichtungskosten erhöhen.
- 2.) Die an dem feuchten Filterkuchen anhaftende Menge der Mutterlauge nimmt zu. Hierdurch wird es nicht möglich, ein Hypochloritprodukt für Testzwecke mit hohem Hypochloritgehalt und wirksamem Chlorgehalt zu bilden und es wird die Qualität des Produkts be einträchtigt.
- 3.) Es nimmt die Menge des in dem feuchten Filterkuchen enthaltenen freien Wassers zu. Hierdurch werden der für das Trocknen aufzuwendende Energieaufwand erhöht, die Geschwindigkeit der Zersetzung des Calciumhypo chlorits gesteigert und die Zunahme der Menge der enthaltenen Zersetzungsprodukte, wie Calciumchlorid, Calciumchlorat etc., gefördert. Hierdurch ergibt sich wiederum eine Steigerung der Herstellungskosten bzw. eine Verschlechterung der Qualität des Produkts.
- 4.) Die plättchenförmigen Kristalle enthalten eine größ ere Menge der Mutterlauge. Hierdurch wird die Vis kosität der Aufschlämmung zum Zeitpunkt der Kristallisation gesteigert. Demzufolge muß die Viskosität der Aufschlämmung erniedrigt werden, was die Anwendung größerer Vorrichtungen erforderlich macht und die zirkulierende Menge der Mutterlauge erhöht. Schließlich nimmt auch die Menge des zersetzten Calcium hypochlorits zu, wenn die im Kreislauf geführte Menge erhöht wird.
- 5.) Es muß ein Calciumhydroxid verwendet werden, das eine geringere Menge Calciumcarbonat oder ähnlicher Verbin dungen enthält, die zu wasserunlöslichen Bestandteilen führen.
- 6.) Bei einer kontinuierlichen Arbeitsweise neigt die Kristallform dazu, flacher zu werden. Neben anderen Problemen erschwert dies die kontinuierliche Herstel lung des Materials.
Bekannte Methoden, die darauf abzielen, eine Verbesserung
der oben angesprochenen Abtrennbarkeit durch die Verwendung
flach geformter Kristalle oder von Kristallen mit Schichtaufbau
als Impfkristalle und durch Wachsenlassen der Impfkristalle
zu erreichen, schließen die sogenannte Impfkristall-Zugabe
methode ein, die in der GB-PS 4 87 009 und der
US-PS 24 69 901 beschrieben ist. Diese Methode führt zu
einer gewissen Verbesserung der Abtrennbarkeit.
Jedoch ist die Wachstumsgeschwindigkeit der Kristalle bei
der Anwendung dieser Methode in Richtung der Achsen a und b
nicht besonders groß, während die Wachstumsgeschwindigkeit
in der Richtung der Achse c des Kristalls extrem gering ist.
Daher ist es erforderlich, die Impfkristalle in großer Menge
zuzugeben. Weiterhin besitzen die mit Hilfe dieses Verfah
rens erhaltenen Kristalle ebenfalls eine flache Kristall
form und sind demzufolge derart zerbrechlich, daß sie eben
falls durch mechanische Einwirkung leicht zu feinen Teil
chen zerrieben werden. Im Fall von Kristallen mit Schicht
aufbau ergibt sich das Problem, daß eine große Menge der
Mutterlauge zwischen den flachen Kristallen eingelagert
ist, die den Schichtaufbau bilden. Mit anderen Worten
ist selbst bei der Anwendung der Impfkristallmethode
die Abtrennung der Kristalle ebenso schwierig, wie es
bei den anderen oben angesprochenen Verfahrensweisen
der Fall ist.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin,
Calciumhypochlorit-Dihydrat mit einer Kristallform zu
schaffen, die eine leichte Abtrennbarkeit des Materials
und eine Verringerung der Menge der anhaftenden Mutter
lauge ermöglicht, sowie ein Verfahren zur Herstellung
von Calciumhypochlorit-Dihydrat mit dieser Kristallform
anzugeben und weiterhin ein Verfahren zu schaffen, mit
dem es gelingt, grobes Calciumhypochlorit-Dihydrat unter
Verwendung des Calciumhypochlorit-Dihydrats mit der
neuen Kristallform zu schaffen.
Bei Untersuchungen des Wachstums der Kristalle von
Calciumhypochlorit-Dihydrat wurde nun von der Anmelderin
überraschenderweise gefunden, daß Calciumhypochlorit-
Dihydrat in prismatischen Kristallen mit einer völlig
neuen Kristallform kristallisiert, die sich vollständig
von der Kristallform herkömmlicher bekannter Produkte
unterscheidet. Es hat sich weiterhin gezeigt, daß man
dann, wenn man dieses prismatische Calciumhypochlorit-
Dihydrat als Impfkristall verwendet, man grobes Calcium
hypochlorit-Dihydrat bilden kann, das sehr leicht von
der Mutterlauge abgetrennt werden kann.
Gegenstand der Erfindung ist daher das Calciumhypo
chlorit-Dihydrat mit prismatischer Kristallform gemäß
Anspruch 1.
Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zur Herstellung dieses pris
matischen Calciumhypochlorit-Dihydrats gemäß Anspruch 2. Die Unter
ansprüche 3 bis 7 betreffen bevozugte Ausführungsformen dieses Verfahrens.
Gegenstand der Erfindung ist ferner die Verwendung dieses prismatischen Cal
ciumhypochlorit-Dihydrats als Impfkristalle bei der Herstellung von grobem
Calciumhypochlorit-Dihydrat gemäß Anspruch 8.
Genauer betrifft die Erfindung ein Calciumhypochlorit-Dihydrat mit einer
prismatischen Kristallform, bei der die Längen der Achsen a, b und c folgende
Verhältnisse aufweisen:
0,5 b/a 2,0
c/a 1,5
c/a 1,5
wobei die Länge der Achsen c mindestens 5 µm beträgt.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung des prismatischen
Calciumhypochlorit-Dihydrats, bei dem die Längen der Achsen a, b und c fol
gende Verhältnisse aufweisen:
0,5 b/a 2,0
c/a 1,5
c/a 1,5
und die Länge der Achse c mindestens 5 µm beträgt, das darin besteht, daß man
Calciumhypochlorit-Dihydrat in Gegenwart mindestens eines Kristallisa
tionsmediums, das aus der Carbonsäuren, Kalium-, Natrium-, Magnesium- und
Calciumsalze von Carbonsäuren und Kohlenhydrate umfassenden Gruppe aus
gewählt ist, kristallisieren läßt.
Gegenstand der Erfindung ist weiterhin ein Verfahren
zur Herstellung von grobem Calciumhypochlorit-Dihydrat,
das darin besteht, die Kristallisation des Calcium
hypochlorit-Dihydrats unter Verwendung des prismati
schen Calciumhypochlorit-Dihydrats, bei dem die Längen
der Achsen a, b und c folgende Verhältnisse aufweisen:
0,5 ≦ b/a ≦ 2,0
c/a ≧ 1,5
c/a ≧ 1,5
und die Länge der Achse c mindestens 5 µm beträgt,
als Impfkristalle durchzuführen und die Impfkristalle
wachsen zu lassen.
Typische Formen der neuen Kristallform des erfindungs
gemäßen Calciumhypochlorit-Dihydrats sind in der Fig. 3
dargestellt. Die Ergebnisse der Röntgenbeugungsunter
suchung, der thermischen Analyse und der chemischen
Analyse haben deutlich gezeigt, daß der Kristall
nichts anderes ist, als ein Dihydrat des Calciumhypo
chlorits. Weiterhin haben Untersuchungen, bei denen
Dihydratkristalle ohne die Anwendung eines Kristalli
sationsmediums wachsen gelassen wurden, gezeigt, daß
die Breitenrichtung der erfindungsgemäßen Kristalle
den Richtungen der Achsen a und b des herkömmlichen
Kristalls entsprechen und daß die Richtung der Höhe
der Richtung der Achse c des herkömmlichen Kristalls
entspricht. Vergleicht man die Röntgenbeugungs
diagramme des erfindungsgemäßen prismatischen Calcium
hypochlorit-Dihydrat-Kristalls mit denen der herkömm
lichen Kristalle im Hinblick auf den Beugungswinkel
2R und die relative Intensität der gebeugten Röntgen
strahlung, so läßt sich erkennen, daß die Positionen der Maxima des
Röntgenbeugungsdiagramms identisch sind, was darauf
hinweist, daß die Kristalle die gleiche Kristallstruk
tur besitzen. Die Röntgenbeugungslinien unterscheiden
sich jedoch stark in ihrer relativen Intensität. Dies
weist darauf hin, daß das Kristallwachstum der
Kristalle sich erheblich voneinander unterscheidet.
Es ist weiterhin ersichtlich, daß die erfindungsgemäß
en Calciumhypochlorit-Dihydratkristalle Einzelkristal
le und nicht Zwillingskristalle darstellen und auch
keinen schichtartigen Aufbau polysynthetischer
Zwillingskristalle darstellen. Mit anderen Worten han
delt es sich bei der erfindungsgemäßen Kristallform
des Calciumhypochlorit-Dihydrats um einen Kristall,
dessen Wachstum in Richtung der Achse c in abnorm
großem Ausmaß erfolgt ist, während das Wachstum in
Richtung der Achsen a und b stark eingeschränkt ist.
Die Kristallform des Calciumhypochlorit-Dihydrats
sind in der Fig. 3 dargestellt und schließen eine
zylindrische Form, wie sie in der Fig. 3A gezeigt ist,
eine quadratisch prismatische Form, wie sie in der
Fig. 3B dargestellt ist und eine Doppelpyramidenform
mit quadratischer Spitze, wie sie in der Fig. 3C wie
dergegeben ist, und dazwischenliegende Kristallformen
ein. Erfindungsgemäß werden die in dieser Weise geform
ten Kristalle als "prismatisches Calciumhypochlorit-
Dihydrat" bezeichnet.
Die prismatischen Kristalle besitzen eine wesentlich
größere mechanische Festigkeit als die herkömmlichen
flachen, quadratisch-plättchenförmigen Kristalle und
auch die Kristalle mit Schichtaufbau. Daher brechen
die erfindungsgemäßen prismatischen Kristalle während
des Rührens, Abtrennens und Trocknens nicht.
Die Kristalle sind weiterhin rein, indem sie praktisch
kein Kristallisationsmedium enthalten, und weisen daher
eine große Stabilität auf. Die Kristalle lassen sich
ohne weiteres von der Mutterlauge abtrennen. Die Menge
der an dem feuchten Filterkuchen anhaftenden Mutterlauge
übersteigt 30 Gew.-% nicht und erreicht in gewissen Fäl
len einen Wert von lediglich 15 Gew.-%. Diese Menge ist
gering im Vergleich mit der herkömmlicher Kristalle,
bei denen die Menge der an den feuchten Filterkuchen
anhaftenden Mutterlauge oberhalb 30 Gew.-% liegt und
in gewissen Fällen bis zu 50 Gew.-% erreicht. Daher
kann die Abtrennung der erfindungsgemäßen prismatischen
Kristalle innerhalb kurzer Zeit unter Anwendung herkömm
licher Abscheider oder Abtrennvorrichtungen erreicht
werden.
Da die an dem feuchten Filterkuchen anhaftende Menge
der Mutterlauge gering ist, läßt sich die Trocknung der
Kristalle ohne weiteres und unter Anwendung geringer
Trocknungsenergie erreichen. Weiterhin ist das Maß der
Zersetzung des Calciumhypochlorits während des Trocknens
gering, so daß man ein Hypochlorit für Testzwecke mit
hohem Hypochloritgehalt und hoher Qualität, das nur eine
geringe Menge zersetzten Produkts enthält, mit hoher Aus
beute erhalten kann.
Da die Kristalle fest sind und nicht ohne weiteres zer
stört werden, werden feine Teilchen nur in sehr geringem
Ausmaß gebildet. Dies ist aus hygienischen Gründen
äußerst vorteilhaft für die Gesundheit des das Material
handhabenden Personals. Weiterhin besitzt die beim
Kristallisieren des Kristalles angewandte Aufschlämmung
eine geringe Viskosität. Hierdurch wird es möglich, Auf
schlämmungen mit hoher Dichte anzuwenden, wodurch es ge
lingt, die Herstellungsvorrichtungen in ihrer Größe zu
verringern.
Das erfindungsgemäße prismatische Calciumhypochlorit-
Dihydrat besitzt daher erhebliche wirtschaftliche Vor
teile und führt zu einer Verminderung der festen und
variablen Kosten und zu einer Verbesserung der Qualität
der Produkte. Weiterhin ergeben sich, wie bereits er
wähnt, Vorteile gesundheitlicher Art.
Ein weiteres Merkmal des erfindungsgemäßen prismatischen
Calciumhypochlorit-Dihydrats ist darin zu sehen, daß die
Kristalle ideale Impfkristalle darstellen. Wenn man das
erfindungsgemäße prismatische Calciumhypochlorit-
Dihydrat als Impfkristall verwendet und wachsen läßt,
wachsen die Kristalle schnell in Richtung der Achsen a
und b und ergeben ein grobes Calciumhypochlorit-Dihydrat,
das keine Zwillingskristallform besitzt. Die groben
Kristalle lassen sich hervorragend abtrennen. Dabei
übersteigt die an dem feuchten Filterkuchen anhaftende
Menge der Mutterlauge 20 Gew.-% nicht und erreicht in
gewissen Fällen einen Wert von lediglich 5 Gew.-%, was
einen erheblichen Vorteil darstellt.
Das erfindungsgemäße prismatische Calciumhypochlorit-
Dihydrat, bei dem die Längen der Achsen a, b und c
folgende Verhältnisse aufweisen:
0,5 ≦ b/a ≦ 2,0
c/a ≧ 1,5
c/a ≧ 1,5
und wobei die Achse c eine Länge von mehr als 5 µm
aufweist, und bei denen die Längen der Achsen a, b und
c vorzugsweise folgende Verhältnisse aufweisen:
0,5 ≦ b/a ≦ 2,0
c/a ≧ 3,0
c/a ≧ 3,0
und die Länge der Achse c mehr als 10 µm beträgt, erhält
man durch Zugabe mindestens eines Kristallisations
mediums, das aus der Gruppe ausgewählt ist, die Carbon
säuren, Kalium-, Natrium-, Magnesium- und Calciumsalze von Carbonsäuren und Kohlenhydrate ein
schließt.
Gegenstand der Erfindung ist, wie bereits angegeben wurde,
ein Verfahren zur Herstellung von grobem Calciumhypo
chlorit-Dihydrat, das darin besteht, daß man das oben
beschriebene erfindungsgemäße prismatische Calciumhypo
chlorit-Dihydrat bei einem bekannten Verfahren zur
Kristallisation von Calciumhypochlorit-Dihydrat als Impf
kristalle verwendet.
Somit verwendet man bei diesem erfindungsgemäßen Verfah
ren das prismatische Calciumhypochlorit-Dihydrat, das
in Richtung der Achse c sehr stark gewachsen ist, wäh
rend es in Richtung der Achsen a und b extrem wenig ge
wachsen ist, als Impfkristalle. Dabei schließen die
Kristallformen des prismatischen Calciumhypochlorit-
Dihydrats die in der Fig. 3A gezeigte zylindrische Form,
die in der Fig. 3B dargestellte quadratisch-prismatische
Form und die in der Fig. 3C wiedergegebene Doppelpyrami
denform mit quadratischen Spitzen und dazwischenliegende
Formen ein. Wenn man das erfindungsgemäße prismatische
Calciumhypochlorit-Dihydrat als Impfkristall bei dem
angegebenen Verfahren verwendet, so wächst das Material
sehr schnell und ergibt innerhalb kurzer Zeit grobes
Calciumhypochlorit-Dihydrat. Dabei ist die Wachstums
geschwindigkeit in Richtung der Achsen a und b besonders
bemerkenswert, wobei die Längen der Achsen a und b
zwei- bis dreimal so groß werden wie die der herkömm
lichen Kristalle. Dabei nimmt die Größe des Kristalls
mit der Länge der Achse c zu, die im Vergleich zu der
Wachstumsgeschwindigkeit der Achsen a und b relativ
langsam wächst.
Demzufolge nimmt das Verhältnis c/a mit fortschreiten
dem Wachstum des Kristalls ab, so daß die Kristall
form in eine quadratisch-prismatische Form oder eine
Doppelpyramidenform mit quadratischen Spitzen umgewan
delt wird. Wenn das prismatische Calciumhypochlorit-
Dihydrat in ursprünglchem Zustand als Impfkristall
vorliegt, ist die Achse c des Kristalls wesentlich
länger als es bei herkömmlichen Kristallen der Fall
ist, was bedeutet, daß die Kristalldicke bereits sehr
groß ist. Daher werden die aus diesen Impfkristallen
gezogenen Kristalle nicht nur grob und groß, sondern
auch dick. Dabei liegt der Kristall nicht als
Zwillingskristall vor. Somit ergeben die Impfkristalle
grobe und große Calciumhypochlorit-Dihydrat-Kristalle,
die mit keiner der herkömmlichen Methoden gebildet
werden konnten.
Da die Kristalle des prismatischen Calciumhypochlorit-
Dihydrats nicht nur eine sehr lange Achse c, sondern
auch kurze Achsen a und b aufweisen, kann die als Impf
kristall zugegebene Menge sehr gering sein und beträgt
normalerweise weniger als 20 Gew.-% des gebildeten
groben Calciumhypochlorit-Dihydrats. Das Material
stellt daher sehr wirksame Impfkristalle dar.
Mit anderen Worten wird erfindungsgemäß der Nachteil
des herkömmlichen Calciumhypochlorit-Dihydrats, des
sen Wachstum in Richtung der Achse c sehr gering ist,
dadurch überwunden, daß man prismatisches Calcium
hypochlorit-Dihydrat verwendet, dessen Achse c im
Vergleich zu den Achsen a und b sehr groß ist, so daß
man ein Calciumhypochlorit-Dihydrat erhält, das sehr
grob ist und ohne weiteres abgetrennt werden kann.
Im folgenden sei das erfindungsgemäße Verfahren zur
Herstellung des prismatischen Calciumhypochlorit-
Dihydrats und des groben Calciumhypochlorit-Dihydrats
näher erläutert.
Die Kristallisation des Calciumhypochlorit-Dihydrats
kann mit Hilfe irgendeines der nachstehend angegebenen
bekannten Verfahren a bis f durchgeführt werden, wenn
gleich auch andere Verfahren möglich sind, vorausgesetzt,
daß es mit diesen Verfahren gelingt, Calciumhypochlorit-
Dihydrat zu kristallisieren:
- a) Kristallisationsverfahren, das das Chlorieren von Calciumhydroxid einschließt;
- b) Kristallisationsverfahren, das das Chlorieren einer Mischung aus Calciumhydroxid und Natriumhydroxid umfaßt;
- c) Kristallisationsverfahren, bei dem eine wäßrige Lösung von Natriumhypochlorit mit einer von Calcium chlorid vermischt und eine doppelte Umsetzung be wirkt werden;
- d) Kristallisationsverfahren, bei dem man ein Aussalz mittel, wie Natriumchlorid, zu einer Calciumhypochlorit enthaltenden wäßrigen Lösung zusetzt;
- e) Kristallisationsverfahren, gemäß dem man eine wäßrige Lösung, die Calciumhypochlorit enthält, einengt; und
- f) Kristallisationsverfahren, bei dem man eine Umwandlung basischen Calciumhypochlorits bewirkt.
Bei der erfindungsgemäßen Durchführung der Kristalli
sation des prismatischen Calciumhypochlorit-Dihydrats
bewirkt man die Kristallisation des Materials in Gegen
wart mindestens eines Kristallisationsmediums, das aus
der Gruppe ausgewählt ist, die Carbonsäuren, Kalium-, Natrium-, Magnesium-
und Calciumsalze von Carbonsäuren und Kohlenhydrate einschließt. Bei der
Kristallisation des groben Calciumhypochlorit-Dihydrats
verwendet man das oben beschriebene prismatische
Calciumhypochlorit-Dihydrat (das nachstehend als
prismatische Impfkristalle bezeichnet wird) als Impf
kristalle. In beiden Fällen sind jedoch die
Kristallisationsverfahren a und b aus wirtschaftlichen
Gründen bevorzugt.
Wenn man bei den Kristallisationsverfahren a oder b
eine Mutterlauge, die man durch Abtrennen des prisma
tischen Calciumhypochlorit-Dihydrats erhält, zunächst
mit Calciumhydroxid und Natriumhydroxid vermischt oder
wenn man das prismatische Calciumhypochlorit-Dihydrat
durch Chlorieren einer Aufschlämmung oder dergleichen
bewirkt, wobei ein Teil des Calciumhydroxids und ein
Teil des Natriumhydroxids zuvor chloriert worden sind,
so erhält man ein chloriertes Material, das in Form
eines Doppelsalzes aus halbbasischem Calciumhypochlorit,
zweibasischem Calciumhypochlorit, Calciumhydroxid,
Calciumchlorid etc. besteht. Dieses Doppelsalz führt
jedoch zu keinerlei Nachteilen. Bei dem Kristallisations
verfahren b werden Calciumhydroxid und Natriumhydroxid
normalerweise in etwa äquivalenten Mengen eingesetzt.
Dabei verursacht jedoch ein Überschuß oder ein Unter
schuß des Natriumhydroxids keine Probleme. Kurz gesagt,
kann das Molverhältnis von Calciumhydroxid zu Natrium
hydroxid beliebig ausgewählt werden.
Erfindungsgemäß werden Carbonsäuren, Kalium-, Natrium-, Magnesium- und Calciumsalze
von Carbon
säuren oder Kohlenhydrate als Kristallisationsmedium
verwendet. Im Fall der Anwendung von Carbonsäuren oder der genannten
Salze von Carbonsäuren kann man eine stärkere Wirkung
durch die Anwendung polybasischer oder mehrbasischer
Carbonsäuren oder der genannten Salze polybasischer oder mehr
basischer Carbonsäuren erreichen, beispielsweise durch
die Verwendung von Bernsteinsäure, Maleinsäure, Fumar
säure, Apfelsäure, Weinsäure, racemischer Weinsäure,
Zitronensäure, Pyromellitsäure oder Mellitsäure.
Man kann auch Hydroxycarbonsäuren,
wie einbasische Carbonsäuren, wie Glukonsäure und deren
Salze, einsetzen. Jedoch sind polybasische Hydroxycarbon
säuren oder deren Kalium-, Natrium-, Magnesium- und Calciumsalze wegen ihres besseren Effekts
bevorzugt. Als Kohlenhydrat kann man irgendein Material,
wie Glukose, Galactose oder Rohrzucker,
einsetzen. Schließlich kann man das Kristalli
sationsmedium natürlich auch unter Verbindungen auswäh
len, die Carbonsäuren oder deren Kalium-, Natrium-, Magnesium- und Calciumsalze durch eine
mit den in der Mutterlauge enthaltenen Hypo
chloritionen bilden oder diese Verbindungen durch
Hydrolyse bilden (beispielsweise Tributylcitrat).
Einige der Verbindungen, wie Glukose, beschleunigen
die Zersetzung des Calciumhypochlorits in erheblichem
Ausmaß. In diesem Fall sollte die Abtrennung des prisma
tischen Calciumhypochlorit-Dihydrats von der Mutterlauge
schnell nach Beendigung der Kristallisation erfolgen.
Man gibt eines oder mehrere dieser Kristallisations
medien entweder vor der Kristallisation oder während der
Kristallisation zu. Die Konzentration des Kristalli
sationsmediums variiert mit der für das Kristalli
sationsverfahren angewandten Methode, der Kristalli
sationstemperatur, der Zusammensetzung der Mutterlauge,
der Art des verwendeten Kristallisationsmediums und der
Konzentration des abzutrennenden prismatischen Calcium
hypochlorit-Dihydrats in der Aufschlämmung. Normaler
weise beträgt die Konzentration des Kristallisations
mediums weniger als 2 Gew.-% der Aufschlämmung. Das
Kristallisationsmedium dient dazu, eine stabile, über
sättigte Konzentration zu bewirken, die Wachstumsge
schwindigkeit des Kristalls in Richtung der Achse c
zu beschleunigen und das Wachstum des Kristalls in
Richtung der Achsen a und b zu verzögern, indem das
Material an den Flächen des Kristalls in dieser Rich
tung adsorbiert wird, so daß letztlich das prismatische
Calciumhypochlorit-Dihydrat gebildet wird.
Das Kristallisationsverfahren wird normalerweise bei
einer Temperatur von 0 bis 40°C, vorzugsweise bei einer
Temperatur zwischen 10 bis 30°C, in üblicher Weise
durchgeführt. Die Kristallisation bei einer höheren
Temperatur muß vermieden werden, da das Calciumhypo
chlorit einer Zersetzung gemäß den nachstehenden
Gleichungen 1 und 2 unterliegt:
Ca(ClO)₂ → CaCl₂ + O₂ (1)
3Ca(ClO)₂ → Ca(Clo₃)₂ + 2CaCl₂ (2)
Wenn die Kristallisation durch Chlorieren erfolgt, wie
es bei den Kristallisationsverfahren a und b der Fall
ist, ist es notwendig, die Wärme weitgehend abzuführen,
da in diesem Fall eine erhebliche Reaktionswärme frei
gesetzt wird.
Die Reaktion kann entweder kontinuierlich oder absatz
weise durchgeführt werden. Die absatzweise Verfahrens
führung ist jedoch bevorzugt, da sie einen stärkeren
Effekt des Kristallisationsmediums ermöglicht und eine
genaue Verfahrensführung erleichtert. Das absatzweise
geführte Verfahren ist besonders geeignet für die Her
stellung von prismatischem Calciumhypochlorit-Dihydrat,
das als Impfkristalle verwendet werden soll. Wenn für
Testzwecke geeignetes Hypochlorit mit hohem Hypochlorit-
Gehalt direkt aus dem prismatischen Calciumhypochlorit-
Dihydrat hergestellt werden soll, ist jedoch das kon
tinuierliche Verfahren vorzuziehen, da es leichter
durchgeführt werden kann und eine erhöhte Produktivität
ermöglicht.
Die Reaktion wird über das Oxidations/Reduktions-
Potential oder über den pH-Wert gesteuert. Der pH-Wert
wird auf einen Wert zwischen 8 und 12 und vorzugsweise
zwischen 9 und 11 eingestellt.
Obwohl die Bildung des Calciumhypochlorits mit einer
Geschwindigkeit von 10 bis 500 g/h · l bewirkt wird,
variiert die Bildungsgeschwindigkeit mit der angewandten
Reaktionsart. Bei einem absatzweise geführten Verfah
ren liegt die bevorzugte Bildungsgeschwindigkeit
zwischen 50 und 300 g/h · l. Weiterhin ist bei dem ab
satzweise geführten Verfahren der Zeitraum länger, nach
dem das prismatische Calciumhypochlorit-Dihydrat auszu
kristallisieren beginnt (die sogenannte Induktions
periode). Dieser Zeitraum kann jedoch durch die Verwen
dung von Impfkristallen, Ultraschallwellen etc. ver
kürzt werden.
Das prismatische Calciumhypochlorit-Dihydrat wird in
dieser Weise hergestellt. Dabei kann die Größe des
prismatischen Calciumhypochlorit-Dihydrats innerhalb
eines weiten Bereiches variieren. Im Hinblick auf die
Wirtschaftlichkeit der Herstellung besitzen geeignete
Kristalle des prismatischen Calciumhypochlorit-Dihydrats
Längen der Achsen a, b und c, die folgende Verhältnisse
aufweisen:
0,5 ≦ b/a ≦ 2,0
c/a ≧ 1,5
c/a ≧ 1,5
wobei die Länge der Achse c mindestens 5 µm beträgt,
wobei vorzugsweise die Verhältnisse folgende Beziehungen
erfüllen:
0,5 ≦ b/a ≦ 2,0
c/a ≧ 3
c/a ≧ 3
wobei in diesem Falle die Länge der Achse c mindestens
10 µm beträgt. Prismatisches Calciumhypochlorit-Dihydrat
dieser Größe und Form ist besonders für die Verwendung
als Impfkristalle geeignet.
Das prismatische Calciumhypochlorit-Dihydrat läßt sich
ohne weiteres mit Hilfe einer Siebzentrifuge von der
Mutterlauge abtrennen. Nach der Abtrennung kann die
Mutterlauge erneut verwendet werden, so daß die Her
stellung in wirtschaftlicher Weise erfolgen kann. Für
das Trocknen kann man einen pneumatischen Fördertrockner
oder einen Wirbelschichttrockner verwenden.
Die Kristallisation des groben Calciumhypochlorit-
Dihydrats sei im folgenden anhand eines Beispiels erläu
tert, das unter Anwendung des Kristallisationsverfahrens
a oder b durchgeführt wird:
Bei dem Verfahren, bei dem man entweder Calciumhydroxid oder eine Mischung aus Calciumhydroxid und Natrium hydroxid chloriert, um Calciumhypochlorit-Dihydrat zu kristallisieren, werden die prismatischen Impfkristalle zu dem in gesättigtem oder übersättigtem Zustand vorlie genden Calciumhypochlorit-Dihydrat zugegeben. Es ist jedoch auch möglich, die prismatischen Impfkristalle entweder in Form eines Kuchens oder einer Aufschlämmung zuzusetzen. Weiterhin kann die Zugabe der prismatischen Impfkristalle entweder kontinuierlich oder intermittie rend erfolgen. Das für das Kristallisationsverfahren ver wendete Kristallisiergefäß kann ein Rührwerk kristallisator, ein DTB-Kristallisator oder ein DP-Kristallisator sein.
Bei dem Verfahren, bei dem man entweder Calciumhydroxid oder eine Mischung aus Calciumhydroxid und Natrium hydroxid chloriert, um Calciumhypochlorit-Dihydrat zu kristallisieren, werden die prismatischen Impfkristalle zu dem in gesättigtem oder übersättigtem Zustand vorlie genden Calciumhypochlorit-Dihydrat zugegeben. Es ist jedoch auch möglich, die prismatischen Impfkristalle entweder in Form eines Kuchens oder einer Aufschlämmung zuzusetzen. Weiterhin kann die Zugabe der prismatischen Impfkristalle entweder kontinuierlich oder intermittie rend erfolgen. Das für das Kristallisationsverfahren ver wendete Kristallisiergefäß kann ein Rührwerk kristallisator, ein DTB-Kristallisator oder ein DP-Kristallisator sein.
Die Menge, in der die prismatischen Impfkristalle zuge
geben werden, kann beliebig ausgewählt werden. Unter
Berücksichtigung der Vorrichtungen für die Herstellung
der prismatischen Impfkristalle und wegen des Einflus
ses auf den Teilchendurchmesser des zu bildenden groben
Calciumhypochlorit-Dihydrats beträgt die zugegebene
Menge weniger als 20 Gew.-% und vorzugsweise weniger als
10 Gew.-% der Menge, in der das grobe Calciumhypo
chlorit-Dihydrat gebildet wird. Wenn man die prismati
schen Impfkristalle direkt in Form einer Aufschlämmung
zugibt, verwendet man die prismatischen Impfkristalle
zusammen mit dem Kristallisationsmedium, das für die
Herstellung der prismatischen Impfkristalle verwendet
worden ist. Die Menge, in der das Kristallisationsmedium
die Impfkristalle begleitet, ist jedoch sehr gering, da
die zugegebene Menge der prismatischen Impfkristalle
sehr gering ist. Daher werden das Wachstum der prismati
schen Impfkristalle, die Zersetzung des Calciumhypo
chlorits und die Qualität des für Testzwecke verwendbaren
Hypochlorits mit hohem Hypochloritgehalt durch das
Kristallisationsmedium nicht beeinträchtigt. Man kann
jedoch das Kristallisationsmedium vollständig fernhal
ten, wenn man die prismatischen Impfkristalle in Form
eines Filterkuchens verwendet oder indem man sie vor
der Verwendung wäscht.
Das Kristallisationsverfahren wird normalerweise bei
einer Temperatur zwischen 5 und 50°C und vorzugsweise
zwischen 15 und 40°C durchgeführt, da bei diesen Tempe
raturen die Zersetzung des Calciumhypochlorits gemäß
den oben angegebenen Gleichungen 1 und 2 gering gehalten
werden kann, weil bei diesen Temperaturen die Wachstums
geschwindigkeit der prismatischen Impfkristalle besonders
groß ist.
Die scheinbare Kristallverweilzeit wird normalerweise
auf 1 bis 10 Stunden eingestellt. Wenn die Verweilzeit
zu kurz ist, ergibt sich ein zu feinteiliges Calcium
hypochlorit-Dihydrat. Wenn die Verweilzeit zu lang ist,
wird es erforderlich, größere Kristallisiergefäße zu
verwenden.
Die Konzentration des groben Calciumhypochlorit-Dihydrats,
das heißt die Konzentration der Aufschlämmung, kann auf
einen sehr hohen Wert zwischen 10 und 50 Gew.-% ge
steigert werden, da die Aufschlämmung eine wesentlich
geringere Viskosität besitzt als es bei den herkömm
lichen Verfahren der Fall ist. Eine bevorzugte Konzen
tration liegt jedoch im Bereich von 20 bis 40 Gew.-%.
Die Aufschlämmung enthält 10 bis 45 Gew.-% und vorzugs
weise 18 bis 38 Gew.-% Calciumhypochlorit, 8 bis
45 Gew.-% und vorzugsweise 10 bis 30 Gew.-% Calcium
chlorid und 0 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise 0,3 bis
1,0 Gew.-% Calciumhydroxid. Wenn jedoch Natriumchlorid
gleichzeitig ausgeschieden wird, muß die Konzentration
des groben Calciumhypochlorit-Dihydrats etwas vermindert
werden.
Normalerweise wird Chlor in gasförmigem Zustand in das
Kristallisiergefäß eingeführt. Die hierfür geeignete
Zuführungsgeschwindigkeit beträgt 10 bis 200 g/h · l. Die
durch die Chlorierung freigesetzte Reaktionswärme ist
groß und macht die Abtrennung erheblicher Wärmemengen
notwendig, da sonst die Zersetzung gemäß den oben ange
gebenen Gleichungen 1 und 2 in heftigem Ausmaß erfolgen
würde.
Wenn weiterhin die Absorption des Chlors ungenügend ist,
erfolgt eine exzessive Chlorierung, was zu einer schnell
ablaufenden Zersetzungsreaktion gemäß der Gleichung 2
führt. Daher ist es wesentlich, die Reaktion unter
Kontrolle zu halten und den pH-Wert oder das Oxidations/
Reduktions-Potential genau zu überwachen.
Das Wachstum der prismatischen Impfkristalle erfolgt
in ausreichendem Maße, wenn die Konzentration des
Calciumchlorids in der Mutterlauge 40 Gew.-% oder sogar
50 Gew.-% beträgt. Die groben Calciumhypochlorit-Dihydrat-
Kristalle besitzen entweder die Doppelpyramidenform mit
quadratischer Spitze, mit einer Länge der Achsen a und b
von 10 bis 1000 µm und einer Länge der Achse c von 5
bis 300 µm oder weisen eine dicke quadratisch-plättchen
förmige Gestalt auf. Das in dieser Weise erhaltene grobe
Calciumhypochlorit-Dihydrat kann ohne weiteres von der
Mutterlauge abgetrennt werden. Wenn eine große Menge
Natriumchlorid ausgefällt wird, kann dieses ohne weite
res zuvor unter Verwendung einer Klassiervorrichtung
abgetrennt werden. Dabei erhält man die Aufschlämmung
des groben Calciumhypochlorit-Dihydrats aus dem oberen
Bereich der Klassiervorrichtung, während man die
Natriumchloraufschlämmung aus dem unteren Bereich der
Klassiervorrichtung abzieht. Die Natriumchloridaufschläm
mung, die eine geringe Menge groben Calciumhypochlorit-
Dihydrats enthält, kann direkt abgetrennt werden. Es ist
jedoch vorteilhafter, sie nach der Zugabe einer wäßrigen
Lösung, die überwiegend ungesättigtes Calciumhypochlorit
und Natriumchlorid enthält, zu dem Calciumhypochlorit-
Dihydrat und nach dem Auflösen des gemischten Calcium
hypochlorit-Dihydrats abzutrennen, wie es in der
JA-OS Nr. 52-134 895 beschrieben ist.
Andererseits kann die Aufschlämmung des groben Calcium
hypochlorit-Dihydrats auch in der Form, in der sie vor
liegt, abgetrennt werden. Man erhält jedoch ein Hypo
chlorit für Testzwecke mit hohem Hypochloritgehalt und
besserer Qualität, das eine geringere Menge von in Was
ser unlöslichen Materialien enthält, wenn man zunächst
feinteiliges Calciumhypochlorit-Dihydrat, Calciumhydroxid,
Calciumchlorid etc. abtrennt, so daß man eine einge
engte oder konzentrierte Aufschlämmung des groben Calcium
hypochlorit-Dihydrats erhält. Diese konzentrierte Auf
schlämmung läßt sich ohne weiteres abtrennen. Dieses
Abtrennverfahren ist insbesondere für jene Fälle geeig
net, bei denen ein Calciumhydroxid mit geringer Quali
tät und Chlorgas mit hoher Kohlendioxidkonzentration
verwendet werden. Normalerweise verwendet man für die
Abtrennung eine Siebzentrifuge, die kontinuierlich be
trieben werden kann. Die abgetrennte Mutterlauge wird
normalerweise im Kreislauf einer Mutterlaugenbehandlung
unterworfen. Man kann jedoch die Mutterlauge entweder
direkt wieder dem Kristallisationsverfahren zuführen oder
teilweise verwerfen.
An dem bei der Abtrennung erhaltenen feuchten Filter
kuchen haftet nur wenig Mutterlauge an, wobei die an
dem feuchten Filterkuchen anhaftende Menge der Mutterlauge
weniger als 20 Gew.-% und mehr als 5 Gew.-% beträgt. Der
feuchte Filterkuchen enthält 55 bis 75 Gew.-% Calcium
hypochlorit und 1 bis 10 Gew.-% Calciumchlorid. Der
feuchte Filterkuchen kann direkt getrocknet werden. Je
doch kann man, wenn der feuchte Filterkuchen einen hohen
Calciumchloridgehalt aufweist, der die Qualität des als
Produkt angestrebten Hypochlorits für Testzwecke mit
hohem Hypochloritgehalt beeinträchtigen könnte, das
Calciumchlorid ohne weiteres durch Waschen mit Wasser
oder einer wäßrigen Lösung, die praktisch kein Calcium
chlorid enthält, wie einer wäßrigen Natriumhypochlorit
lösung oder einer wäßrigen Natriumchloridlösung, ent
fernen.
Der Waschvorgang wird im allgemeinen in Kombination
mit dem Abtrennverfahren unter Verwendung der gleichen
Abtrenneinrichtung durchgeführt, so daß diese Verfahrenswei
sen kontinuierlich ohne Schwierigkeit durchgeführt
werden können. Die Waschflüssigkeit wird normalerweise
im Kreislauf dem Kristallisationsverfahren wieder zuge
führt. Man kann sie jedoch auch entweder einem Mutter
laugenbehandlungsverfahren zuführen oder sie als Ver
dünnungsmittel für Calciumhydroxid verwenden. Der nach
dem Waschvorgang erhaltene gewaschene Kuchen enthält
55 bis 75 Gew.-% Calciumhypochlorit und weniger als
1 Gew.-% Calciumchlorid. Zur Einstellung des wirksamen
Chlorgehalts ist es bevorzugt, den feuchten Filterkuchen
oder den gewaschenen Filterkuchen vor dem Trocknen mit
einem Verdünnungsmittel wie Natriumchlorid oder dergleichen
zu vermischen. Die abgetrennte Mutterlauge und
die Waschflüssigkeit können verworfen werden. Es ist
jedoch wirtschaftlicher, sie in das Kristallisiergefäß
einzuführen oder sie in eine Aufschlämmung von zwei
basischem Calciumhypochlorit umzuwandeln, indem man vor
der Einführung in das Kristllisiergefäß Calcium
hydroxid zugibt, oder entweder ein Teil oder die Gesamt
menge der Aufschlämmung des zweibasischen Calciumhypo
chlorits abzufiltrieren oder für die Abtrennung zu be
ruhigen und dann abzufiltrieren oder die in dieser Weise
erhaltene überstehende Flüssigkeit zu verwerfen und dann
die Aufschlämmung oder den Filterkuchen des zwei
basischen Calciumhypochlorits in das Kristallisier
gefäß einzuführen.
Das Trocknen kann wegen der geringen Menge der an dem
Filterkuchen anhaftenden Mutterlauge und der groben und
großen Kristallform ohne weiteres durchgeführt werden.
Man kann für das Trocknen einen pneumatischen Förder
trockner oder einen Wirbelschichttrockner verwenden.
Das Trocknungsverfahren benötigt keinen großen Energie
aufwand, wobei die Zersetzungsgeschwindigkeit des
Calciumhypochlorits während des Trocknens gering ist.
Das Hypochlorit für Testzwecke mit hohem Hypochlorit
gehalt, das man bei dem Trocknungsverfahren erhält,
ist ein qualitativ hochwertiges Material mit einem
wirksamen Chlorgehalt im Bereich von 50 bis 95%,
wobei der wirksame Chlorgehalt beliebig eingestellt
werden kann. Die Eigenschaften und Vorteile des mit
Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens erhaltenen groben
Calciumhypochlorit-Dihydrats sind nachstehend aufge
führt:
- 1.) Die Kristalle lassen sich sehr leicht von der Mutterlauge abtrennen, da sie grob sind und ihre Kristallform keine Zwillinge umfaßt. Im Vergleich zu herkömmlichen Kristallen, die eine an dem feuch ten Filterkuchen anhaftende Menge der Mutterlauge von mindestens 30 Gew.-% oder bis zu 50 Gew.-% aufweisen, ist die anhaftende Menge der Mutterlauge im Fall des groben Calciumhypochlorit-Dihydrats extrem niedrig und übersteigt 20 Gew.-% nicht und beträgt in gewissen Fällen lediglich 5 Gew.-%, selbst wenn das Material nur während einer kurzen Zeitdauer mit Hilfe einer einfachen Abtrennvorrich tung behandelt wird.
- 2.) Da die an dem feuchten Filterkuchen anhaftende Menge der Mutterlauge gering ist, bedarf der feuch te Filterkuchen für das Trocknen keines großen Energieaufwands. Da auch die Zersetzungsgeschwindig keit des Calciumhypochlorits während des Trocknens gering ist, wird sichergestellt, daß man ein für Testzwecke geeignetes Hypochlorit mit hohem Hypo chloritgehalt und hoher Qualität mit hoher Ausbeute erhalten kann.
- 3.) Die Kristalle sind extrem robust und werden durch mechanische Einwirkungen nicht ohne weiteres zer brochen, so daß die Möglichkeit der Bildung fein teiligen Materials stark eingeschränkt wird. Dies trägt nicht nur zu einer Steigerung der Ausbeute bei, sondern ist auch aus hygienischen Gründen erwünscht, da die Gesundheit des Perso nals der Herstellungsbetriebe und anderer das Produkt handhabender Arbeitskräfte durch die feinen Teilchen nicht beeinträchtigt wird.
- 4.) Da die Kristalle grob und groß sind, ist die Viskosität der bei dem Kristallisationsverfahren verwendeten Aufschlämmung gering. Im Fall her kömmlicher Kristalle ist die Konzentration der Aufschlämmung auf 15 Gew.-% beschränkt. Die erfindungsgemäßen groben Kristalle ermöglichen jedoch eine Steigerung der Konzentration der Auf schlämmung auf einen Wert von mehr als 20 Gew.-% bis zu einem Wert von 40 Gew.-%. Dies macht es wiederum möglich, kompakte Herstellungs vorrichtungen zu verwenden. Da die Konzentration der Aufschlämmung auf einem hohen Wert gehalten werden kann, kann die Mutterlauge in geringerer Menge im Kreislauf geführt werden, wodurch das Ausmaß der Zersetzung des Calciumhypochlorit- Dihydrats, die während der Zirkulation der Mutter lauge erfolgt, auf einem Minimum gehalten werden kann.
- 5.) Schließlich ist es möglich, die Konzentration des Calciumhypochlorits in dem feuchten Filter kuchen auf bis zu 98 Gew.-%, als Trockensubstanz gerechnet, einzustellen. Bei der Herstellung des Hypochlorits für Testzwecke mit hohem Hypo chloritgehalt ist es daher ohne weiteres möglich, den Gehalt an wirksamem Chlor auf einen Wert in nerhalb eines Bereiches von 50 bis 95 Gew.-% einzustellen.
Neben diesen Eigenschaften ist ein weiterer Vorteil
der erfindungsgemäßen Lehre darin zu sehen, daß selbst
dann, wenn die Calciumchloridkonzentration in der
Mutterlauge zwischen 25 und 50% liegt, das prismati
sche Calciumhypochlorit-Dihydrat in ausreichendem
Maße wächst, so daß man grobes Calciumhypochlorit-
Dihydrat erhält.
Bei dem herkömmlichen Verfahren werden die Kristalle
des Calciumhypochlorit-Dihydrats mit ansteigender
Calciumchloridkonzentration dünn und schwach, bis das
Material schließlich nicht mehr abgetrennt werden
kann. Demzufolge ist es bislang erforderlich gewesen,
entweder ein zweistufiges Chlorierverfahren, wie es
in der GB-PS 19 37 230 beschrieben ist, anzuwenden,
oder Natriumhydroxid zu verwenden, um das Calciumhypo
chlorit-Dihydrat durch Kristallisation aus einer
anderen Mutterlauge, in der Natriumchlorid als Chlorid
verwendet wird, abtrennbar zu machen. Im Gegensatz
dazu kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die
Kristallisation auch dann durchgeführt werden, wenn
die Mutterlauge das als Chlorid verwendete Calcium
chlorid in sehr hoher Konzentration enthält. Daher kann
die Chlorierung in einer Stufe vollständig bewirkt
werden. Weiterhin ist es nicht erforderlich, kost
spieliges Natriumhydroxid einzusetzen, da es möglich
wird, billiges Calciumhydroxid zu verwenden. Die Menge
der zu verwerfenden Mutterlauge kann als Folge des
als Nebenprodukt anfallenden Calciumchlorids und des
Wassergleichgewichts auf einem sehr geringen Wert
gehalten werden. Schließlich ist die Konzentration
des Calciumhypochlorits in der verworfenen Mutterlauge
extrem gering, so daß auch die Calciumhypochlorit-
Verluste auf einem Minimum gehalten werden können.
Wenngleich ein zusätzliches Verfahren für die Herstel
lung des als Impfkristalle zu verwendenden prismati
schen Calciumhypochlorit-Dihydrats erforderlich ist,
macht dieses nicht die Anwendung großer Vorrichtungen
erforderlich, da die Impfkristalle nur in geringer
Menge zugegeben werden müssen. Dies macht nur geringe
variable Kosten erforderlich.
Während es bislang schwierig war, die Herstellung kon
tinuierlich zu führen, ermöglicht die Erfindung eine
kontinuierliche Verfahrensführung, wodurch die Produk
tivität in starkem Maße gesteigert werden kann.
Wie aus den obigen Ausführungen hervorgeht, sind die
erfindungsgemäß erreichbaren Vorteile zahlreich und
bedeutend, so daß die Erfindung erhebliche wirtschaft
liche Bedeutung besitzt. Die festen und variablen Her
stellungskosten können in starkem Maße vermindert
werden und es kann die Qualität des Produkts gesteigert
werden. Weiterhin ist die erfindungsgemäße Lehre auch
aus hygienischen Gründen von Vorteil, so daß die erfin
dungsgemäße Lehre einen erheblichen Beitrag zu der Her
stellung von Calciumhypochlorit-Dihydrat und von
Hypochlorit für Testzwecke mit hohem Hypochloritgehalt
liefert.
Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung
der Erfindung.
Man beschickt ein Kristallisiergefäß mit einem Fassungs
vermögen von 2 l, das mit einem Rührer ausgerüstet ist,
zunächst mit 2,5 Teilen Natriumcitrat-Dihydrat,
250 Teilen Calciumhydroxid-Pulver und 750 Teilen Wasser.
Man hält das Gefäß ei 20°C, währenddem man 227 Teile
Chlorgas mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 g/h · l
in das Gefäß einbläst. Nach Beendigung der in dieser
Weise bewirkten Chlorierung setzt man das Rühren wäh
rend etwa 24 Stunden fort, währenddem man das Gefäß
bei 20°C hält. Man erhält Calciumhypochlorit-Dihydrat
mit prismatischer Kristallform, die einer zylindrischen
Form sehr ähnlich ist, wobei die Achsen a und b eine
Länge von 5 bis 20 µm und die Achse c eine Länge von
10 bis 40 µm aufweisen, wobei das c/a-Verhältnis etwa 2
beträgt und die Kristalle nicht als Zwillingskristalle
vorliegen.
Diese Kristalle A und weitere Kristalle, die man in
Abwesenheit eines Kristallisationsmediums gezüchtet
hat, werden unter Anwendung der nachstehend beschriebe
nen Vorrichtung und unter den angegebenen Bedingungen
vermessen.
Meßvorrichtung:Produkt der Firma Nihon K.K., JSDX-60S4
Röntgenstrahlung:CuKα, Nickelfilter
Intensität:40 kV, 40 mA
Detektor:SC, Abtastgeschwindigkeit: 2°/min
Papiergeschwin-
digkeit:20 mm/min, Zeitkonstante: 1 s Vollständiger
Meßbereich:10 000 Hz
digkeit:20 mm/min, Zeitkonstante: 1 s Vollständiger
Meßbereich:10 000 Hz
Die in dieser Weise erhaltenen Röntgenbeugungsdiagramme
sind in der Fig. 4 dargestellt. Die Position der Linien
des Röntgenbeugungsdiagramms entsprechen sich dabei,
jedoch weisen die Linien starke Unterschiede im Hinblick
auf ihre relative Intensität auf.
Man verwendet die in der nachstehenden Tabelle I
angegebenen verschiedenen Kristallisationsmedien und
beschickt ein Kristallisiergefäß mit einem Fassungs
vermögen von 2 l, das mit einem Rührer ausgerüstet ist,
mit 112 Teilen Calciumhydroxid, 239 Teilen einer
48gew.-%igen wäßrigen Lösung von Natriumhydroxid und
449 Teilen Wasser. Währenddessen man das Gefäß bei 20°C
hält, bläst man 201 Teile Chlorgas mit einer Ge
schwindigkeit von etwa 100 g/h · l in das Gefäß ein.
Nach Beendigung der in dieser Weise bewirkten Chlorie
rung setzt man das Rühren während etwa 15 Stunden fort,
wobei man die Temperatur bei 20°C hält. In dieser
Weise erhält man prismatisches Calciumhypochlorit-
Dihydrat mit den in der nachstehenden Tabelle I
angegebenen Kristallformen.
Weiterhin wurden die bei den Beispielen 4 und 7 erhal
tenen Aufschlämmungen in einer Siebzentrifuge zentri
fugiert, wobei sich gezeigt hat, daß die an dem Filter
kuchen anhaftende Menge der Mutterlauge 21,0 bzw.
23,9 Gew.-% beträgt. Es zeigte sich weiterhin, daß die
Röntgenbeugungsdiagramme der in der nachstehenden
Tabelle I angegebenen Kristalle etwa jenen entsprechen,
die gemäß Beispiel 1 erhalten wurden.
Man beschickt zunächst ein Kristallisiergefäß mit einem
Fassungsvermögen von 2 l mit zwei Teilen Natriumcitrat-
Dihydrat und 682 Teilen einer wäßrigen Lösung, die
25 Gew.-% Natriumhypochlorit und 8 Gew.-% Natriumchlorid
enthält. Man hält das Gefäß bei 25°C, währenddem man
318 Teile einer 40gew.-%igen wäßrigen Calciumchlorid
lösung im Verlaufe von 30 Minuten in das Gefäß einführt.
In dieser Weise erhält man Calciumhypochlorit-Dihydrat
mit einer prismatischen Kristallform, die einer Zylinder
form ähnlich ist, wobei die Achsen a und b Längen von
5 bis 30 µm und die Achse c eine Länge von 10 bis 60 µm
aufweisen und das c/a-Verhältnis etwa 2 beträgt. Die in
dieser Weise erhaltene Aufschlämmung wird mit einer
Siebzentrifuge behandelt, wobei sich zeigt, daß die an
dem Filterkuchen anhaftende Menge der Mutterlauge
25 Gew.-% beträgt. Das Röntgenbeugungsdiagramm dieser
Kristalle entspricht etwa dem in Beispiel 1 ermittelten
Röntgenbeugungsdiagramm.
Man verwendet ein Kristallisiergefäß mit einem Fassungs
vermögen von 2 l, das mit einer Einrichtung zum Abziehen
der Aufschlämmung ausgerüstet ist und das bei einer
Temperatur von 20°C gehalten wird. Man beschickt das bei
20°C gehaltene Gefäß kontinuierlich getrennt mit einer
Aufschlämmung, die 30% Calciumhydroxid enthält und mit
einer Geschwindigkeit von 140 Teilen/h zugeführt wird,
einer Aufschlämmung des gemäß Beispiel 8 erhaltenen
prismatischen Calciumhypochlorit-Dihydrats, das mit einer
Geschwindigkeit von 10 Teilen/h zugeführt wird, und
Chlorgas, das in einer Menge von 52 Teilen/h zur Bewir
kung der Chlorierung eingeführt wird. Weiterhin wird die
in dem Gefäß enthaltene Aufschlämmung kontinuierlich mit
einer Geschwindigkeit von 202 Teilen/h aus dem Gefäß
abgezogen. Nach 50 Stunden zeigt sich, daß das in
dem Kristallisiergefäß enthaltene Calciumhypochlorit-
Dihydrat die Kristallform einer Doppelpyramide mit
quadratischer Spitze aufweist, wobei die Achsen a
und b der Kristalle eine Länge von 20 bis 300 µm
und die Achse c der Kristalle eine Länge von 20 bis
120 µm aufweisen. Die dieses Calciumhypochlorit-Dihy
drat enthaltende Aufschlämmung wird in einer Sieb
zentrifuge untersucht, wobei sich zeigt, daß die
anhaftende Menge der Mutterlauge 11 Gew.-% beträgt.
Wenngleich die Position der Linien des Röntgenbeugungs
diagramms der in dieser Weise erhaltenen Kristalle mit
der des gemäß Beispiel 1 erhaltenen Materials identisch
ist, unterscheiden sich die Linien etwas in ihrer rela
tiven Intensität.
Man wiederholt die Verfahrensweise des Beispiels 1,
mit dem Unterschied, daß man das in Beispiel 1 einge
setzte Natriumcitrat-Dihydrat nicht verwendet. Die
Hauptmenge der in dieser Weise erhaltenen Calciumhypo
chlorit-Dihydrat-Kristalle liegt in Form von
Zwillingskristallen vor, bei denen die Längen der
Achsen a und b 5 bis 30 µm, die Länge der Achse c
10 µm und das c/a-Verhältnis etwa 0,15 betragen. Die
das Calciumhypochlorit-Dihydrat enthaltende Auf
schlämmung wird während 30 Minuten in einer Siebzentri
fuge behandelt, wobei man einen feuchten Filterkuchen
erhält, an dem die Mutterlauge in einer Menge von
54 Gew.-% anhaftet.
Man wiederholt die Verfahrensweise des Beispiels 2,
mit dem Unterschied, daß man das in diesem Bei
spiel verwendete Kristallisationsmedium nicht ein
setzt. Die meisten Kristalle des in dieser Weise erhal
tenen Calciumhypochlorit-Dihydrats besitzen eine
Zwillingskristallform mit Längen der Achsen a und b
von 5 bis 50 µm, einer Länge der Achse c von weniger
als 15 µm und einem c/a-Verhältnis von etwa 0,2.
Wenn man die dieses Calciumhypochlorit-Dihydrat enthal
tende Aufschlämmung mit einer Siebzentrifuge behandelt,
so erhält man einen feuchten Filterkuchen, an dem die
Mutterlauge in einer Menge von 40 Gew.-% anhaftet.
Man verwendet ein Kristallisiergefäß mit einem Fassungs
vermögen von 1 l, das mit einem Rührer ausgerüstet ist,
und beschickt es mit 35 g einer 10gew.-%igen wäßrigen
Natriumgluconatlösung, 112 g Calciumhydroxid, 239 g
einer 48gew.-%igen wäßrigen Natriumhydroxidlösung und
449 g Wasser, wobei man den Gefäßinhalt bei 15°C hält.
Dann bläst man bei einer Temperatur von 15°C 201 g
Chlorgas mit einer Geschwindigkeit von etwa 150 g/h · l
in das Gefäß ein, um das Material zu chlorieren. Nachdem
die Chlorierung vollständig abgelaufen ist, zeigt das
Material einen pH-Wert von 10,3 und man erhält Calcium
hypochlorit-Dihydrat mit prismatischer Kristallform,
die einer Zylinderform ähnlich ist und bei der die Längen
der Achsen a und b 5 bis 25 µm, die Länge der Achse c
10 bis 50 µm und das c/a-Verhältnis etwa 2 betragen. Man
verwendet diese prismatischen Impfkristalle in Form
einer Aufschlämmung mit einer Konzentration von 9,5 Gew.-%.
Man verwendet ein zylindrisches Kristallisiergefäß mit
einem Fassungsvermögen von 1 l, das mit einem Rührer
und einem Überlaufrohr ausgerüstet ist. Man beschickt
dieses Gefäß getrennt und kontinuierlich bei einer
Temperatur von 30°C mit 280 g/h einer 30 Gew.-% Calcium
hydroxid enthaltenden Aufschlämmung, 45 g/h der in der
obigen Weise erhaltenen Aufschlämmung der prismatischen
Impfkristalle und 150 g/h Chlorgas zum Zwecke der
Chlorierung. Gleichzeitig dazu zieht man die Aufschläm
mung aus dem Kristallisiergefäß mit einer Geschwindig
keit von 430 g/h nach außen ab. Es zeigt sich, daß die
prismatischen Impfkristalle gut gewachsen sind. Nach
20 Stunden erhält man eine Aufschlämmung von grobem
Calciumhypochlorit-Dihydrat mit einer Kristallform, die
einer Doppelpyramide mit quadratischen Spitzen ähnlich
ist. Die in dieser Weise erhaltenen groben Kristalle
besitzen eine Länge der Achsen a und b von 20 bis
200 µm und eine Länge der Achse c von 10 bis 60 µm.
In der Fig. 5 ist eine optische Mikrophotographie des
in dieser Weise erhaltenen groben Calciumhypochlorit-
Dihydrats wiedergegeben. Wenn man die Aufschlämmung mit
einer bei 3000 min-1 betriebenen Siebzentrifuge während
3 Minuten behandelt, so erhält man einen feuchten
Filterkuchen, an dem die Mutterlauge in einer Menge von
17,5 Gew.-% anhaftet.
Man wiederholt die Verfahrensweise des Beispiels 11,
mit dem Unterschied, daß man anstelle von 35 g der
10gew.-%igen wäßrigen Natriumgluconatlösung 3 g Mellitsäure
verwendet. Man erhält Calciumhypochlorit-Dihydrat mit
einer einer Zylinderform ähnlichen prismatischen
Kristallform, bei der die Länge der Achsen a und b
5 bis 15 µm, die Länge der Achse c 20 bis 100 µm und
das c/a-Verhältnis etwa 6 betragen. Man verwendet diese
prismatischen Impfkristalle in Form einer Aufschlämmung
mit einer Konzentration von 9,8 Gew.-%.
Man verwendet das bei Beispiel 11 eingesetzte Kristalli
siergefäß und beschickt es getrennt und kontinuierlich
mit 76,9 g/h einer wäßrigen Lösung, die 4,0 Gew.-%
Ca(ClO)₂ und 36,0 Gew.-% CaCl₂ enthält, 88,6 g/h einer
40 Gew.-% Calciumhydroxid enthaltenden Aufschlämmung,
33,1 g/h Chlorgas und 8,42 g/h der in der obigen Weise
hergestellten Aufschlämmung der prismatischen Impf
kristalle. Man hält das Kristallisiergefäß während der
Zugabe bei 30°C. Gleichzeitig extrahiert man die Auf
schlämmung in einer Menge von 207 g/h aus dem Gefäß.
Die prismatischen Impfkristalle sind gut gewachsen.
Nach 45 Stunden bei einer scheinbaren Kristallverweil
zeit von 5 Stunden erhält man eine Aufschlämmung von
grobem Calciumhypochlorit-Dihydrat, das eine Kristall
form besitzt, die einer Doppelpyramide mit quadratischen
Spitzen ähnlich ist, wobei die Länge der Achsen a und
b 20 bis 400 µm und die Länge der Achse c 20 bis
120 µm betragen.
Man unterwirft die Aufschlämmung dieses groben Calcium
hypochlorit-Dihydrats einem Abtrennverfahren unter Ver
wendung einer Siebzentrifuge, die bei 3000 min-1 be
trieben wird, wobei man die Behandlung während 1 Minute
durchführt. Dann wäscht man das Material während
2 Minuten und erhält einen gewaschenen Filterkuchen,
der 69,5 Gew.-% Ca(ClO)₂ und 0,5 Gew.-% CaCl₂ enthält.
Als Waschflüssigkeit wird Wasser verwendet, das in
einer Menge von 73 Gew.-%, bezogen auf den gewaschenen
Filterkuchen, eingesetzt wird.
Unter Anwendung der Verfahrensweise von Beispiel 12
erhält man ein Calciumhypochlorit-Dihydrat mit einer
prismatischen Kristallform, die einer Zylinderform
ähnlich ist und eine Länge der Achsen a und b von
5 bis 15 µm, eine Länge der Achse c von 20 bis 90 µm
und ein c/a-Verhältnis von etwa 6 aufweist. Man ver
wendet dieses Material als Impfkristalle in Form einer
Aufschlämmung mit einer Konzentration von 10,0 Gew.-%.
Man verwendet das Kristallisiergefäß von Beispiel 11
und beschickt dieses getrennt und kontinuierlich bei
einer Temperatur von 30°C mit 140 g/h einer rohen Auf
schlämmung, die 30 Gew.-% Calciumhydroxid und 3 Gew.-%
Calciumcarbonat enthält, 10 g/h der Aufschlämmung der
in der obigen Weise hergestellten Impfkristalle und
52 g/h Chlorgas zum Zwecke der Chlorierung. Gleichzeitig
dazu zieht man aus dem Kristallisiergefäß die Auf
schlämmung in einer Menge von 202 g/h nach außen ab.
Die prismatischen Impfkristalle wachsen gut. Nach
48 Stunden erhält man eine Aufschlämmung von Calcium
hypochlorit-Dihydrat mit grober Kristallform, die einer
Doppelpyramide mit quadratischen Spitzen ähnelt, wobei
die Länge der Achsen a und b 20 bis 300 µm und die
Länge der Achse c 20 bis 100 µm betragen. Die Auf
schlämmung enthält 2,3 Gew.-% CaCO₃.
Man behandelt die Aufschlämmung des groben Calciumhypo
chlorit-Dihydrats in einer Absetzeinrichtung, aus deren
unterem Bereich man eine eingeengte Aufschlämmung ab
zieht, die 42 Gew.-% grobes Calciumhypochlorit-Dihydrat
und 1,5 Gew.-% CaCO₃ enthält. Diese Aufschlämmung wird
während 1 Minute in einer bei 3000 min-1 betriebenen
Siebzentrifuge behandelt, wobei man einen feuchten
Filterkuchen erhält, an dem 14,5 Gew.-% der Mutterlauge
anhaftet und der 1,8 Gew.-% CaCO₃ enthält. Anderer
seits trennt man die Aufschlämmung ohne Einengung mit
Hilfe der Absetzeinrichtung in gleicher Weise ab und er
hält einen feuchten Filterkuchen, an dem die Mutterlauge
in einer Menge von 18,0 Gew.-% anhaftet und der
3,5 Gew.-% CaCO₃ enthält.
Man beschickt ein Kristallisiergefäß mit einem Fassungs
vermögen von 1 l, das mit einem Rührer ausgerüstet ist,
mit 35 g einer 10gew.-%igen wäßrigen Zitronensäure
lösung und 722 g einer 26 Gew.-% Calciumhydroxid ent
haltenden Aufschlämmung. Dann bläst man in das bei
20°C gehaltene Gefäß 183 g Chlorgas mit einer Geschwin
digkeit von 100 g/h · l ein, um die Chlorierung zu bewir
ken. Nach Beendigung der Chlorierung hält man das Gefäß
unter Rühren über Nacht bei 20°C. In dieser Weise erhält
man Calciumhypochlorit-Dihydrat mit prismatischer
Kristallform, die einer zylindrischen Form ähnlich ist
und wobei die Länge der Achsen a und b 5 bis 20 µm,
die Länge der Achse c 30 bis 100 µm und das c/a-Verhält
nis etwa 5 betragen. Man verwendet die Aufschlämmung
dieses Calciumhypochlorit-Dihydrats in Form einer Auf
schlämmung mit einer Konzentration der prismatischen
Calciumhypochlorit-Dihydratkristalle von 10,3 Gew.-%
als prismatische Impfkristallaufschlämmung.
Dieses Herstellungsverfahren soll im folgenden unter
Bezugnahme auf die Fig. 6 erläutert werden.
Man verwendet einen Mutterlaugenbehandlungsbehälter 1
mit einem Fassungsvermögen von 1 l, der mit einem Rüh
rer und einem Überlaufrohr ausgerüstet ist. Diesen
Behandlungsbehälter beschickt man getrennt und kon
tinuierlich mit 907 g/h der abgetrennten Mutterlauge 15,
die 5 Gew.-% Ca(ClO)₂ und 22,1 Gew.-% CaCl₂ enthält, und
mit 63,0 g/h eines Kuchens, der aus 50 Gew.-% Calcium
hydroxid 7 besteht, um zweibasisches Calciumhypochlorit
zu bilden. Gleichzeitig dazu führt man eine Aufschläm
mung 8 des zweibasischen Calciumhypochlorits über das
Überlaufrohr mit einer Geschwindigkeit von 970 g/h ab
und führt sie kontinuierlich in einen Beruhigungs-
Abtrenn-Behälter 2 ein.
Dann zieht man aus dem oberen Abschnitt des Beruhigungs-
Abtrenn-Behälters 2 kontinuierlich eine überstehende
Flüssigkeit, die 1,8 Gew.-% Ca(ClO)₂ und 32,0 Gew.-%
CaCl₂ enthält, mit einer Geschwindigkeit von 485 g/h ab.
Andererseits entnimmt man aus dem unteren Abschnitt des
Beruhigungs-Abtrenn-Behälters 2 eine Aufschlämmung 10
aus eingeengtem zweibasischem Calciumhypochlorit kon
tinuierlich mit einer Geschwindigkeit von 485 g/h.
Die überstehende Flüssigkeit 9 wird vollständig ver
worfen.
Dann führt man die Gesamtmenge der Aufschlämmung 10
aus dem eingeengten zweibasischen Calciumhypochlorit
kontinuierlich in ein Kristallisiergefäß 3, das ein
Fassungsvermögen von 5 l aufweist und mit einem Rührer
und einen Überlaufrohr ausgerüstet ist. Unabhängig von
der Aufschlämmung 10 beschickt man das Kristallisier
gefäß 3 kontinuierlich mit einer Mischung aus 178 g/h
Waschflüssigkeit 18 und 305 g/h eines 50gew.-%igen
Calciumhydroxidkuchens 11. Gleichzeitig damit führt man
die in der obigen Weise erhaltene Aufschlämmung 12 der
prismatischen Impfkristalle mit einer Geschwindigkeit
von 46,6 g/h ein, währenddem man zum Zwecke der Chlo
rierung Chlorgas 13 in einer Menge von 171 g/h zuführt.
Man hält das Innere des Kristallisiergefäßes 3 bei
20°C und überwacht die Chlorierung über das Oxidations/
Reduktions-Potential. Die prismatischen Impfkristalle 12
wachsen gut und man erhält nach einer Zeitdauer von
50 Stunden über das Überlaufrohr in einer Menge von
1186 g/h eine Aufschlämmung 14 aus grobem Calciumhypo
chlorit-Dihydrat mit einer Kristallform, die keine
Zwillingskristalle umfaßt und einer Doppelpyramide mit
quadratischen Spitzen ähnlich ist, deren Längen der
Achsen a und b bis 400 µm und deren Länge der Achse c
30 bis 130 µm betragen. Man behandelt die Aufschlämmung
14 von grobem Calciumhypochlorit-Dihydrat während
1 Minute in einer bei 3000 min-1 betriebenen Siebzentri
fuge 4 A und erhält einen feuchten Filterkuchen 16.
Die Gesamtmenge der in dieser Weise abgetrennten Mutter
lauge 15 wird im Kreislauf in den Mutterlaugenbehand
lungsbehälter 1 überführt. Anschließend wird der
feuchte Filterkuchen 16 während 1 Minute in der Wasch
einrichtung 5 A mit Wasser gewaschen, die als Wasch
flüssigkeit 17 eingesetzt wird. Nach dem Waschen führt
man eine Abschüttelbehandlung während 1 Minute durch.
Die Gesamtmenge der in dieser Weise erhaltenen Wasch
flüssigkeit 18 wird im Kreislauf als Verdünnungsmittel
für das 50gew.-%ige Calciumhydroxid 11 verwendet und
wird in das Kristallisiergefäß 3 eingeführt. Die für
das Waschen verwendete Wassermenge beträgt 56 Gew.-%
des gewaschenen Filterkuchens 19. Man erhält den ge
waschenen Filterkuchen 19 mit einer Geschwindigkeit von
229 g/h, wobei dieses Material 69,0 Gew.-% Ca(ClO)₂
und 0,3 Gew.-% CaCl₂ enthält. Man gibt dann 156 g
Natriumchloridpulver als Verdünnungsmittel 20 zu
1 Kilo des gewaschenen Filterkuchens 19 und vermischt
die Materialien. Die Mischung wird in einem Heißluft
trockner 6 getrocknet, so daß man ein für Testzwecke
geeignetes Hypochloritpulver mit hohem Hypochlorit
gehalt 21 erhält, das 75,3 Gew.-% wirksames Chlor
enthält.
Zunächst beschickt man ein Kristallisiergefäß mit
einem Fassungsvermögen von 1 l, das mit einem Rührer
ausgerüstet ist, mit 4 g Natriumcitrat-Dihydrat,
112 g Calciumhydroxid, 239 g einer 48gew.-%igen wäß
rigen Lösung von Natriumhydroxid und 449 g Wasser. Man
hält das Innere des Kristallisiergefäßes bei 20°C,
währenddem man 201 g Chlorgas zum Zwecke der Chlorierung
mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 g/h · l in das
Gefäß einbläst. Nach Beendigung der Chlorierung rührt
man über Nacht, wobei man die Temperatur bei 20°C hält.
In dieser Weise erhält man eine Aufschlämmung der
prismatischen Impfkristalle, die 10% prismatisches
Calciumhypochlorit-Dihydrat enthält. Das prismatische
Calciumhypochlorit-Dihydrat besitzt eine prismatische Kristallform,
bei der die Längen der Achsen a und b 5 bis 15 µm,
die Länge der Achse c 20 bis 80 µm und das c/a-Verhältnis
etwa 5 betragen.
Man bewirkt die Herstellung des groben Calciumhypo
chlorit-Dihydrats nach der Verfahrensweise, die in der
Fig. 7 schematisch dargestellt ist. Dafür verwendet man
einen Mutterlaugenbehandlungsbehälter 1, der ein
Fassungsvermögen von 1 l aufweist und mit einem Überlauf
rohr und einem Rührer ausgerüstet ist. Diesen Behälter
beschickt man kontinuierlich und getrennt mit 568 g/h
einer abgetrennten Mutterlauge A 26, die 10,0 Gew.-%
Ca(ClO)₂ und 20,0 Gew.-% NaCl enthält, 337 g/h einer
abgetrennten Mutterlauge B 24, die 9,0 Gew.-% Ca(ClO)₂
und 21,0 Gew.-% NaCl enthält und 111 g/h eines
50gew.-%igen Calciumhydroxidkuchens 7. Die in dieser
Weise gebildete Aufschlämmung 8 aus zweibasischem
Calciumhypochlorit wird in einer Menge von 1016 g/h
über das Überlaufrohr in einen Beruhigungs-Abtrenn-
Behälter 2 überführt. Man erhält dabei eine überstehende
Flüssigkeit 9, die 4,0 Gew.-% Ca(ClO)₂ und 20 Gew.-%
NaCl enthält, in einer Menge von 454 g/h und einer Auf
schlämmung 10 von eingeengtem zweibasischem Calcium
hypochlorit in einer Menge von 562 g/h. Man verwirft
einen Teil der überstehenden Flüssigkeit 9, während man
einen Teil dieses Materials in einen Auflösungsbehälter
5 B zurückführt.
Anschließend versetzt man die Aufschlämmung 10 des
kondensierten zweibasigen Calciumhypochlorits mit
einer 48gew.-%igen wäßrigen Lösung 11′ von Natrium
hydroxid, um eine Aufschlämmung von feinem Calcium
hydroxid zu bilden und führt das Material kontinuierlich
zusammen mit 28 g/h eines 50gew.-%igen Calcium
hydroxidkuchens in ein Kristallisiergefäß 3 ein, das
bei 20°C gehalten wird und mit einem Rührer ausgerüstet
ist. Gleichzeitig dazu beschickt man das Gefäß 3 kon
tinuierlich mit 175 g/h Chlorgas 13 und 40,8 g/h der
oben angegebenen Aufschlämmung der prismatischen Impf
kristalle 12. Die Impfkristalle 12 wachsen gut und man
zieht kontinuierlich eine Aufschlämmung 14′, die aus
einer Mischung aus grobem Calciumhypochlorit und
Natriumchlorid besteht, in einer Menge von 1067 g/h
ab. Die Aufschlämmung enthält 22,3 Gew.-% Ca(ClO)₂
und 24,3 Gew.-% NaCl. Das in dieser Weise erhaltene
grobe Calciumhypochlorit-Dihydrat besitzt eine einer
Doppelpyramide mit quadratischen Spitzen ähnliche
Kristallform und enthält keine Zwillingskristalle, wobei
die Länge der Achsen a und b 20 bis 500 µm und die
Länge der Achse c 20 bis 100 µm betragen. Andererseits
besitzt das Natriumchlorid eine kubische oder sphärische
Kristallform in einer Größe von 100 bis 2000 µm. Die
Aufschlämmung 14′ wird in eine zylindrische Klassier
einrichtung 4 B eingeführt. Die Geschwindigkeit der
abwärts gerichteten Strömung in der Klassiereinrichtung
4 B beträgt 17 cm/min. Aus dem unteren Bereich der
Klassiereinrichtung 4 B entnimmt man eine Aufschlämmung
22 von rohem Natriumchlorid in einer Menge von 235 g/h,
während man aus dem oberen Abschnitt die Aufschlämmung
14 des groben Calciumhypochlorits in einer Menge von
832 g/h abzieht. Die Aufschlämmung von rohem Natrium
chlorid enthält 50 Gew.-% grobes Calciumhypochlorit-
Dihydrat. Man versetzt die Aufschlämmung 22 mit der
überstehenden Flüssigkeit 9, die mit Calciumhypochlorit-
Dihydrat nicht gesättigt ist, in einer Menge von
182 g/h, um die Aufschlämmung in dem Lösungsgefäß 5 B
im wesentlichen vollständig zu lösen. In dieser Weise
erhält man eine Aufschlämmung 23 von reinem Natrium
chlorid, die man während 1 Minute in einer Siebzentrifuge
4 A′ behandelt, so daß man einen Natriumchloridfilter
kuchen in einer Menge von 79 g/h erhält. Die Gesamtmenge
der in dieser Weise abgetrennten Mutterlauge 24 wird
in den Mutterlaugenbehandlungsbehälter 1 zurückgeführt.
Andererseits behandelt man die Aufschlämmung 14 des
groben Calciumhypochlorits während 1 Minute in einer
Siebzentrifuge 4 A″, wobei man einen feuchten Filterkuchen
in einer Menge von 264 g/h erhält. Der feuchte Filter
kuchen enthält 14,4 Gew.-% der anhaftenden Mutterlauge
und besteht aus 59,7 Gew.-% Ca(ClO)₂ und 13,5 Gew.-%
NaCl.
Man führt die gesamte abgetrennte Mutterlauge 26 im
Kreislauf in den Mutterlaugenbehandlungsbehälter 1 zurück.
Der feuchte Filterkuchen 16 wird mit einem Heißluft
trockner 6 behandelt, wobei man für Testzwecke geeignetes
Hypochloritpulver 21 mit hohem Hypochloritgehalt erhält,
das einen wirksamen Chlorgehalt von 75,0 Gew.-% aufweist.
Man wiederholt die Verfahrensweise des Beispiels 11,
mit dem Unterschied, daß man die dort verwendete Auf
schlämmung der prismatischen Impfkristalle nicht verwen
det. Man erhält in dieser Weise Calciumhypochlorit-Dihydrat
in Form von flachen, unregelmäßig geformten, plättchen
förmigen Kristallen, deren Achsen a und b eine Länge von
5 bis 150 µm und deren Länge der Achse c weniger als
5 µm betragen. Die Aufschlämmung dieses Calciumhypo
chlorit-Dihydrats wird während 10 Minuten in einer bei
3000 min-1 betriebenen Siebzentrifuge behandelt, wobei
man einen feuchten Filterkuchen erhält, an dem die Mutter
lauge in einer Menge von 51 Gew.-% anhaftet.
Man beschickt ein Kristallisiergefäß mit einem Fassungs
vermögen von 1 l, das mit einem Rührer ausgerüstet ist,
mit 4,5 g Calciumcitrat-Tetrahydrat [Ca(C₆H₅O₇)₂ · 4H₂O], 112 g
Calciumhydroxid, 239 g einer 48gew.-%igen wäßrigen
Lösung von Natriumhydroxid und 449 g Wasser. Man hält das
Innere des Kristallisiergefäßes bei 20°C, währenddem man
201 g Chlorgas zum Zwecke der Chlorierung mit einer Ge
schwindigkeit von 100 g/h · l in des Gefäß einführt. Nach
Beendigung der Chlorierung rührt man die Flüssigkeit in
dem Gefäß während etwa 15 Stunden, wobei man die Tem
peratur bei 20°C hält.
In dieser Weise erhält man Calciumhypochlorit-Dihydrat mit
Säulenform, die annähernd zylindrisch geformt ist mit
Längen der Achsen a und b von 5 bis 20 µm, einer Länge der
Achse c von 10 bis 70 µm und einem c/a-Verhältnis von
etwa 4,5, wobei das Material frei von Zwillingskristallen
ist.
Claims (8)
1. Calciumhypochlorit-Dihydrat mit einer prismatischen Kristallform, bei
der die Verhältnisse der Längen der Achsen a, b und c folgende Beziehungen:
0,5 b/a 2,0
c/a 1,5erfüllen und die Achse c eine Länge von mindestens 5 µm aufweist.
c/a 1,5erfüllen und die Achse c eine Länge von mindestens 5 µm aufweist.
2. Verfahren zur Herstellung von prismatischem Calciumhypochlorit-Di
hydrat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Calciumhypochlo
rit-Dihydrat in Gegenwart mindestens eines Kristallisationsmediums, das aus
der Carbonsäuren, Kalium-, Natrium-, Magnesium- und Calciumsalze von Car
bonsäuren und Kohlenhydrate umfassenden Gruppe ausgewählt ist, kristalli
sieren läßt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als
Kristallisationsmedium eine polybasige Carbonsäure verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als
Kristallisationsmedium ein Salz einer polybasigen Carbonsäure einsetzt.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als
Kristallisationsmedium Glucose verwendet.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als
Kristallisationsmedium Rohrzucker verwendet.
7. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als
Kristallisationsmedium Galaktose verwendet.
8. Verfahren zur Herstellung von grobem Calciumhypochlorit-Dihydrat, da
durch gekennzeichnet, daß man Calciumhypochlorit-Dihydrat unter Zugabe
des prismatischen Calciumhypochlorit-Dihydrats nach Anspruch 1 als Impf
kristalle kristallisieren läßt.
Applications Claiming Priority (2)
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| AU (1) | AU522166B2 (de) |
| CA (1) | CA1138175A (de) |
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