DE2917153A1 - Verfahren und vorrichtung zur regelung des brennens von caco tief 3 und/oder mgco tief 3 enthaltenden materialien - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur regelung des brennens von caco tief 3 und/oder mgco tief 3 enthaltenden materialienInfo
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Description
Verfahren und Vorrichtung zur Regelung des Brennens von CaCO3 und/oder MgCO- enthalten
den Materialien
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur automatischen Regelung des Brennens von CaCO3 und/oder MgCO. enthaltenden Materialien in
Drehöfen oder stationären öfen und eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
Es ist bekannt/ gebrannten Kalk durch Brennen von Calciumkarbonat
bei Temperaturen im Bereich von etwa 900 bis 1300 C herzustellen, wodurch das CaCO- zu CaO und CO2 zerfällt. Dies führt zu
strukturellen Veränderungen im Material mit der Folge einer als Schwinden bekannten Volumenreduzierung, die im Bereich von
etwa 10 bis 60 % in Abhängigkeit unter anderem von der Brenntemperatur und dem Verunreinigungsgehalt des Rohmaterials
schwankt.
Bei niedriger Brenntemperatur (etwa 900°C) ist das Ergebnis
ein unbedeutendes Schwinden und ein sehr poröses Produkt, jedoch ist die Reaktionszeit für die CO,-Austreibung so lang,
daß es technisch nicht vertretbar ist, bei dieser niedrigen Temperatur zu arbeiten. Die CO2-Austreibung bei den in der
Praxis verwendeten höheren Temperaturen findet mit einer ausreichend hohen Geschwindigkeit statt, jedoch schwindet unter
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diesen Bedinglangen das Material stärker, was eine Reduzierung der Porosität desselben bewirkt.
Normalerweise wird das Material nach dem Brennen gekühlt,
wonach es häufig durch Reaktion mit Wasser (löschen) zu Ca(OH)- umgewandelt wird.
In Abhängigkeit von den technischen Bedingungen ist es manchmal wünschenswert, daß dieses Löschen schnell geschieht, jedoch
kann es auch ebenfalls wünschenswert sein, daß das Löschen langsam geschieht. Die Löschgeschwindigkeit hängt unter anderem
von der Reaktivität des gebrannten Produktes ab, die beispielsweise von der Porosität abhängt, die ihrerseits hauptsächlich
abhängt von der Brenntemperatur, der Brennzeit und dem Verunreinigungsgehalt des Rohmaterials. Um eine gegebene Reaktivität
eines Produkts aufrecht zu erhalten, das aus einem Rohmaterial mit fluktuierendem Verunreinigungsgehalt hergestellt
wird, müssen Kompensationseinstellungen der Brenntemperatur und/oder Brennzeit folglich durchgeführt werden.
Bisher ist zur Aufrechterhaltung dieser geeigneten Reaktivität des Produkts beim Brennen von Kalk eine laufende, diskontinuierliche,
manuelle Qualitätsregelung des gebrannten Kalks durchgeführt worden, indem eine bekannte Menge Wasser mit
einer bestimmten Temperatur, beispielsweise 20 C, mit einer bekannten Menge gebrannten Kalks mit einer bestimmten Feinheit
und Temperatur gemischt werden. Auf diese Weise wird somit das Löschen einer Probe unter geregelten Bedingungen
durchgeführt, und kann, da die Hydratisierungsreaktion exotherm ist, die Reaktivität des gebrannten Kalks bestimmt
werden entweder durch Messung der zur Erreichung eines gegebenen Temperaturanstiegs erforderlichen Zeit oder durch
Messung der in einer gegebenen Zeit erreichten Temperaturerhöhung ·
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Wenn die Reaktivität zu schwach ist, ist das Material zu stark bzw. hart gebrannt worden, und die Brennstoffzufuhr zum
Ofen muß reduziert werden und/oder die Materialverweilzeit im Ofen muß reduziert werden.
Entsprechende Überlegungen gelten für das Brennen von beispielsweise
MgCO3 und Dolomit.
Es ist jedoch für die Sicherstellung optimaler Betriebsbedingungen,
die ein homogenes Produkt mit der gewünschten Reaktivität liefern, wünschenswert, eine automatische Regelung der Brennbedingungen
durchzuführen bzw. vorzusehen.
Die Durchführung kontinuierlicher Analysen und Reaktivitätsbestimmungen von flüssigen Produkten ist bekannt. So ist aus
der DE-PS 4 68 912 ein Verfahren zur Analysierung eines flüssigen chemischen Produkts auf der Basis seiner Reaktionswärme bei
einer Reaktion mit einem flüssigen Reagenten bekannt, wobei das chemische Produkt und der Reagent durch entsprechende,
separate Zwischenempfänger fließen, wo ihre Temperaturen gemessen werden, wonach die beiden Reagenzpartner unter inniger Mischung
in einem als Kalorimeter arbeitenden Reaktor zusammengebracht werden, in dem die Temperatur gemessen wird. Der festgestellte
Temperaturanstieg liefert ein Maß für die im Reaktor freigesetzte Wärme und dient somit zur Bestimmung der Konzentration
des Produkts.
Aus der DE-AS 19 61 6 33 ist ein Verfahren zur Analyse für die Bestimmung der Konzentration von Mg und K bekannt, bei dem
die Wärmeveränderung infolge einer Reaktion mit einem geeigneten Reagenten zur Konzentrationsbestimmung verwendet wird. Bei
diesem Verfahren werden die Probe und der Reagent bei einer konstanten Temperatur einer in ein Wasserbad eingetauchten
Reaktionskammer zugeführt, und findet die Temperaturdifferenz
zwischen Wasserbad und Reaktor als Maß für die Konzentration Verwendung.
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Des weiteren ist die Verwendung der sogenannten "isothermen
Kalorimetrie" für Zwecke der Analyse bekannt, wobei der Inhalt
des Kalorimeters auf einer konstanten Temperatur gehalten wird.
Aus der DE-AS 21 58 377 und aus den DE-OS'en 23 32 135 und
23 55 952 sind typische Beispiele dieser bekannten Technik bekannt, bei der von einem in ein Wasserbad mit einer konstanten
Temperatur t_ , eingetauchten Kalorimeter und einer Wärmequelle
in dem Kalorimeter in einer solchen Weise Gebrauch gemacht wird, daß die Inhalte desselben eine konstante Temperatur t . höher
als tn , besitzen. Wenn die Probe und der Reagent fortlaufend
OaQ.
in das Kalorimeter bei einer konstanten Temperatur und Strömungsgeschwindigkeit
eingeführt werden und wenn die Wärmefreisetzung
der Wärmequelle so geregelt wird, daß t , - t , konstant ist, kann die Wärmefreisetzung der Wärmequelle als Maß für die
Wärmefreisetzung infolge der Reaktion zwischen der Probe und dem Reagenten verwendet werden, wobei die Summe der Wärmefreiset
zung von der Reaktion her und der Wärmefreisetzung von der Wärmequelle her konstant ist.
Es ist jedoch nicht bekannt, diese Verfahren der Analyse zu
verwenden, wenn die Reaktivität von Feststoffen analysiert werden soll.
Es ist jetzt überraschenderweise festgestellt worden, daß
die Aufgabe der Schaffung einer automatischen Regelung des Brennens von CaCO. und/oder MgCO. enthaltenden Materialien
in einem Drehofen oder einem stationären Ofen erfindungsgemäß mittels eines Verfahrens gelöst werden kann, bei dem ein
Strom des gebrannten Materials und ein Strom eines flüssigen Reagenten einer Reaktionskammer zugeführt und in dieser gerührt
werden und wobei die Temperatur der Reaktionsmischung gemessen wird, wobei eine Menge bestimmt wird, die ein Maß für
die je Gewichtseinheit des gebrannten Materials und je Zeiteinheit durch die Reaktion zwischen dem gebrannten Material
und dem flüssigen Reagenten freigegebene Wärmemenge bildet
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und wobei die Menge als Regelungsparameter für den Brennprozeß verwendet wird.
Im vorliegenden Zusammenhang wird der Ausdruck "flüssiger
Reagent" in der Bedeutung einer Flüssigkeit verwendet, die exotherm mit dem gebrannten Material reagiert und Wasser,
wässrige Lösungen und organische Verbindungen, wie beispielsweise ein- oder mehrwertige Alkohole, beispielsweise Glycol
oder Äthanol, umfaßt.
Der Strom des gebrannten Materials und des flüssigen Reagenten
zu der Reaktionskammer kann kontinuierlich oder periodisch sein, und eine entsprechende Menge der Reaktionsflüssigkeit
wird gleichzeitig aus der Reaktionskammer entfernt.
Ein besonderer Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, daß es kontinuierlich oder semikontinuierlich durchgeführt werden
kann, wodurch die Herstellung eines hinsichtlich der Reaktivität gleichmäßigen Produktes sichergestellt wird, sogar für den
Fall der Verwendung von Rohmaterialien mit sich schnell und stark veränderndem Verunreinigungsgehalt, was oft der Fall ist
sowohl beim Arbeiten mit beispielsweise Kalk aus verschiedenen mineralogischen Ablagerurigen als auch beim Arbeiten mit
chemisch abgeschiedenen Rohmaterialien von beispielsweise Kaustisierungsprozessen. Bei der Verwendung dieser Rohmaterialien
ist es bisher extrem schwierig gewesen, ein Produkt mit geeignet gleichförmiger Reaktivität herzustellen,und zwar wegen
der diskontinuierlichen Art der bisher zum Einsatz gekommenen Qualitätsregelung.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin daß dez Prozeß in der Reaktionskammer derselben Art ist
oder sogar mit dem Teil des praktischen und endgültigen Prozesses der Herstellung zusammenfallen kann, der in Löschmaschinen
zur Herstellung von hydratisiertem Kalk und in
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Kaustisierungsanlagen stattfindet.
Ein stetiger Strom des gebrannten Materials und/oder des flüssigen Reagenten kann der Reaktionskammer kontinuierlich
zugeführt werden. Die Temperaturschwankungen in der Reaktionskammer die auf periodische, stufenweise Zugabe der Reaktionskomponenten
zurückzuführen sind, werden somit im höchst möglichen Ausmaß ausgeschaltet.
Die Verweilzeit der Reagenten in der Reaktionskammer wird in bevorzugter Weise so gewählt, daß sie im Vergleich zu der
in den Brennbedingungen erwarteten Periode der Schwankungen kurz ist. In typischer Weise werden 60 Liter Wasser je
Stunde und 15 kg gebrannter Kalk je Stunde einem Reaktor mit einem Volumen von 10 Liter zugeführt, was einer Verweilzeit
von etwa 10 Minuten entspricht.
Bei einer Art der Durchführung des Verfahrens wird die Reaktion in der Reaktionskammer bei konstanter Temperatur durchgeführt
unter Verwendung des von der isothermen Kalorimetrie her bekannten Prinzips, wobei die Reaktionskammertemperatur konstant
gehalten wird mittels einer positiven oder negativen Wärmequelle und wobei die durch die Reaktion freigesetzte Wärmemenge
durch Messung der von der Wärmequelle abgegebenen oder absorbierten Wärme bestimmt wird.
Bei anderen Arten der Durchführung des Verfahrens wird die Temperatur der Reaktionsmischung konstant gehalten durch Regelung
der Temperatur der der Reaktionskammer zugeführten Flüssigkeit oder durch Regelung der Zufuhr der Flüssigkeit,
deren Temperatur dann konstant gehalten ist.
Die Temperatur der Reaktionsmischung kann auch konstant gehalten werden durch Einstellung der Zufuhr des gebrannten
Materials.
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Der Vorteil der Arbeitsweise mit konstanter Temperatur der Reaktionsmischung besteht darin, daß die Regelung besonders
zuverlässig ist, weil die Temperaturabhängigkeit des Prozesses überwunden ist.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, das Signal des Reaktors (die je Zeiteinheit freigesetzte Wärmemenge) zur Regelung der
dem Ofen zugeführten Brennstoffmenge zu verwenden, wodurch eine schnelle Regelung sichergestellt wird; es kann jedoch auch
vorteilhaft sein, das Signal zur Regelung der Rohmaterialzufuhr oder beim Brennen in einem Drehofen zur Regelung der Drehgeschwindigkeit
des Ofens zu verwenden.
Häufig folgt auf den Brennprozeß ein Löschprozeß, und in diesem Fall kann die Löschkammer des Löschprozesses als Reaktionskanuner
für die Regelung verwendet werden. Dies führt zu der Verwendung der einfachsten Vorrichtung. Aus Gründen der Genauigkeit
kann es jedoch zweckmäßig sein, besondere Reaktionskammern mit einer kürzeren Verweilzeit zu verwenden.
Des weiteren besteht die Möglichkeit, die normale Löschmaschine in einen isothermen Reaktor unter anderem dadurch umzuwandeln,
daß er mit Mitteln zur direkten Dampfheizung oder mit Wärmetauschern zur Regelung der Temperatur in der Löschkammer
und/oder der zugeführten Flüssigkeit ausgestattet wird. Dies führt zu dem Vorteil der direkten Steuermöglichkeit des
Ofens hinsichtlich der Reaktivität des gebrannten Produktes in dem nachfolgenden Herstellungsprozeß.
Die beschriebene automatische Regelung der Brennbedingungen in dem Ofen bei Verwendung der besonderen Reaktionskammer
kann in vorteilhafter Weise fortgesetzt werden mit einer nachfolgenden Messung der tatsächlichen Temperatür/Wärme-Entwicklung
in der Löschkammer während des Herstellungsprozesses, wodurch eine endgültige Optimierung der Reaktivität des in dem
Ofen hergestellten gebrannten Produkts mittels einer Großbereichseinstellung des angestrebten Reaktivitätslevels er-
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reicht wird.
Die ergänzenden Regelungsparameter für die Erreichung der endgültigen
optimalen Reaktivität des Ofenprodukts können während des Herstellungsprozesses erreicht werden durch Messen:
a) des Drehmoments des bzw. der Rotor(en) der Löschmaschine,
b) der Leitfähigkeit der Mischung in oder hinter der Löschmaschine,
c) automatisch durchgeführte chemische Analyse/Titration der Mischung in der Löschmaschine oder in den nachfolgenden
Aufnahmeeinrichtungen und der Vorrichtung,
d) der Trübung der Mischung an den„selben Stellen wie unter
c) angegeben.
Auch können die elektrische Leitfähigkeit der Reaktionsmischung
oder die OH-Konzentration in der Reaktionsmischung bestimmt
und als Menge verwendet werden, die ein Maß für die je Gewichtseinheit des gebrannten Materials je Zeiteinheit durch
die Reaktion freigesetzte Wärmemenge bildet.
Die Erfindung besteht auch in einer Öfenregelungsvorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens und verfügt
hierzu über einen mit einem Rührer und mit einer Temperaturmeßeinrichtung ausgestatteten Reaktor, über Mittel zur Einführung
von gebranntem Material mit einer im wesentlichen kontinuierlich gleichmäßigen Feinheit in den Reaktor, über Mittel
zur Einführung eines flüssigen Reagenten in den Reaktor, über Mittel zur Messung und/oder Aufrechterhaltung gewünschter Werte
der Zuführungsmenge je Zeiteinheit und der Temperatur der dem Reaktor zugeführten Reaktionskomponenten, über Mittel zur Entfernung
der Reaktionsmischung aus dem Reaktor, über eine Signal-
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Verarbeitungseinrichtung, deren Ausgangssignal die Menge der
in dem Reaktor je Zeiteinheit und Gewichtseinheit des gebrannten Materials anzeigt, und über eine Regelungseinrichtung zur Regelung
des Brennprozesses in Abhängigkeit von dem Ausgangssignal der Signalverarbeitungseinrichtung.
Bevorzugte Ausfuhrungsformen der Vorrichtung sind dadurch gekennzeichnet,
daß die Signalverarbeitungseinrichtung des weiteren regelt:
Die Wärmequelle in dem Reaktor,
die Temperatur des dem Reaktor zugeführten flüssigen Reagenten,
die Menge der dem Reaktor zugeführten flüssigen Reagenten oder
die Menge des dem Reaktor zugeführten gebrannten Materials,
und zwar in einer solchen Weise, daß die Temperatur der Reaktionsmischung konstant ist.
Die Regelungseinrichtung der Vorrichtung kann zur Regelung der dem Ofen zugeführten Brennstoffmenge, der dem Ofen zugeführten
Rohmaterialmenge und bei Verwendung eines Drehofens zum Brennen der Drehgeschwindigkeit des Ofens ausgelegt und bestimmt sein.
Im folgenden wird ein Beispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
anhand der schematisch zu verstehenden Zeichnung näher erläutert.
Die Vorrichtung verfügt über Mittel 1 zur Zuführung gebrannten Materials gleichmäßiger Feinheit zu einer Reaktionskammer 8
über eine Fördereinrichtung 2, die mit Mitteln 3 und 4 zur Messung und/oder Aufrechterhaltung gewünschter Werte der Zuführungsmenge
und der Temperatur des in die Reaktionskammer 8
eingeführten gebrannten Materials ausgestattet ist. Die Reaktfonskammer
8 ist mit einem wirkungsvollen Rührwerk 11, einer
+) freigesetzten Wärme
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Temperaturmeßeinrichtung 12, einem Auslaß 22, Mitteln 5 zur Einführung von Wasser oder einem anderen flüssigen Reagenten
zu der Reaktionskammer 8, die mit Mitteln 6 und 7 zur Messung und/oder Aufrechterhaltung gewünschter Werte der Zuführungsmenge
und Temperatur des Wasser/Flüssigkeits-Reagenten ausgestattet ist, und gegebenenfalls einer veränderbaren positiven
oder negativen Wärmequelle 9 ausgestattet ist, die über eine Regeleinrichtung 10 zur Regelung der Wärmeleistung ausgerüstet
ist. Die Vorrichtung verfügt des weiteren über eine Datenverarbeitungseinrichtung
13, die an die Mittel 3, 4, 6 und 7 über Signalübermittlungsleitungen 14, 15, 16 und 17 und an
die Temperaturmeßeinrichtung 12 über eine Signalübermittlungsleitung
18 angeschlossen ist, sowie über eine Regelungseinrichtung 19, die mit dem Ausgangssignal der Datenverarbeitungseinrichtung über eine Signalübermittlungsleitung 2O in Verbindung
steht. Wenn die Vorrichtung über eine Wärmequelle mit einer Regeleinrichtung 10 verfügt, ist letztere an die Datenverarbeitungseinrichtung
13 über eine Signalübermittlungsleitung 21 angeschlossen.
Bei der einfachsten Ausführungsform besitzt die Reaktionskammer
8 keine Wärmequelle, und die Mittel 3, 4, 6 und 7 halten die Zuführungsmenge und die Temperatur der Reagenten konstant.
In diesem Fall liefert der von der Temperatürmeßeinrichtung
gemessene Wert der Temperatur ein direktes Maß für die Wärmeerzeugung in der Reaktionskammer 8.
In vielen Fällen führen die TemperatürSchwankungen des gebrannten
Materials lediglich zu unbedeutenden Veränderungen in der von der Temperaturmeßeinrichtung 12 gemessenen Temperatur, und die
Mittel 4 zur Messung und/oder Aufrechterhaltung eines gewünschten Werts der Temperatur des gebrannten Materials können
entfallen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Reaktionskammer jedoch mit einer Wärmequelle 9 ausgestattet, wobei die Mittel
3,4,6 und 7 konstante Werte der Zuführungsmenge und der Temperatur
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aufrecht erhalten. Die Signalverarbeitungseinrichtung 13 regelt
die Menge der von der Wärmequelle 9 abgegebenen Wärme, um die Temperatur der Reaktionsmischung auf einem gewünschten Wert
zu halten. In diesem Fall verändert sich das Regelsignal für die Wärmequelle 9 entgegengesetzt zu der Wärmeerzeugung in der
Reaktionskammer, die auf der chemischen Reaktion beruht.
Selbstverständlich sind für den Fachmann im Rahmen der vorliegenden
Erfindung weitere Abwandlungen möglich.
Bei einer typischen Ausführungsform wird das Ausgangssignal
der Signalverarbeitungseinrichtung 13, das ein Maß für die Wärmeerzeugung je Minute und je Gramm des gebrannten Materials
gemessen in dem Reaktor ist, zur Regelung der dem Brennprozeß zugeführten Brennstoffmenge verwendet.
Es ist nicht notwendig, daß eine automatische Ofenregelung auf komplizierten bzw. schwierigen mathematischen Modellen
beruht, und dementsprechend kann die Signalverarbeitungseinrichtung 13 in bevorzugter Weise die Arbeit einer erfahrenen
Bedienungsperson kopieren. In diesem Fall können die vorgenannte Messung und ihr Trend als hauptsächliche Parameter für die
Produktqualität zusammen mit anderen Prozeßmeßgrößen, beispielsweise Temperaturen, Drücken etc., zur Bestimmung der
Ofenbetriebssituation verwendet werden, wobei sie die erforderlichen Regelungstätigkeiten auslösen.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens liegen die Temperatur des Wassers und diejenige des gebrannten
Materials typischerweise bei 20 bis 25°C, und führt bei einer Verweilzeit von etwa 10 Minuten in der Reaktionskammer die
Reaktion von Wasser mit leicht/normal/hart gebranntem Kalk beispielsweise zu Reaktortemperaturen von etwa 70/60/50 C,
d.h. die Temperatur steigt in dem nicht-isothermen Fall um etwa 5O/4O/3O°C.
Das dem Reaktor zugeführte gebrannte Material kann als ein
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Unterstrom des gebrannten, gekühlten und gegebenenfalls gequetschten
Endprodukts des Brennprozesses abgezweigt werden. Da der Kühl- und Quetschprozeß eine bestimmte Zeit in Anspruch
nimmt, vergeht in diesem Fall eine gewisse Zeit von dem Brennen bis zum Messen der Reaktivität des in dem Reaktor gebrannten
Produkts. In Fällen, bei denen schnelle Veränderung der Produktqualität erwartet werden (beispielsweise wegen inhomogenem
Rohmaterials), kann es zweckmäßig sein, diese Zeitverzögerung durch Abzweigen eines Unterstroms des gebrannten
Produkts direkt vom Ofen oder von dem Kühler zu reduzieren und diesen Unterstrom direkt dem Reaktor zuzuführen. Die
Partikelgröße des dem Reaktor zugeführten Materials ist vorzugsweise kleiner als 5 mm, und insbesondere kleiner als
2 mm.
Als Reagent in der Hydratisierungsreaktion im Reaktor kann Wasser oder eine wässrige Lösung, beispielsweise von Alkalisalzen,
verwendet werden. Wenn das erfindungsgemäße Verfahren
in Verbindung mit Kalk-Wiederbrennprozessen verwendet wird, kann es zweckmäßig sein, als wässrige Lösung eine grüne Lauge
zu verwenden.
Der Reaktor kann wärmeisoliert sein, und zur Sicherstellung eines besonders wirksamen Rührens ist es vorteilhaft, den
Reaktor mit Turbulenzen erzeugenden Mitteln, beispielsweise Platten, auszustatten.
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-AS-
Leerseite
Claims (20)
- Patentansprüche, Verfahren zur automatischen Regelung des Brennens von CaCO3 und/oder MgCO _ enthaltenden Materialien in einem Ofen, dadurch gekennzeichnet, daß ein Strom des gebrannten Materials und ein Strom eines flüssigen Reagenten einer Reaktionskammer zugeführt und in dieser gerührt werden und daß die Temperatur der Reaktionsmischung gemessen wird, und daß eine Menge bestimmt wird, die ein Maß für die je Gewichtseinheit gebrannten Materials und je Zeiteinheit durch die Reaktion zwischen dem gebrannten Material und dem flüssigen Reagenten freigegebene Wärmemenge bildet, und daß die Menge als Regelungsparameter für den Brennprozeß verwendet wird.90 9846/06 4 1
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein stetiger Strom des gebrannten Materials und/oder des flüssigen Reagenten der Reaktionskammer kontinuierlich zugeführt wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Materialverweilzeit in der Reaktionskammer kurz ist im Vergleich zu der Periode der Schwankungen bzw. Veränderungen der Brennbedingungen.
- 4. Verfahren nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Reaktionsmischung Wärme mittels einer positiven oder negativen Wärmequelle zugeführt wird in einer solchen Weise, daß die Temperatur der Reaktionsmischung konstant gehalten und die durch die Reaktion freigesetzte Wärmemenge durch Messung der von der Wärmequelle abgegebenen oder absorbierten Wärme bestimmt werden.
- 5. Verfahren nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der Reaktionsmischung konstant gehalten wird durch Regelung der Temperatur der dem Reaktor zugeführten Flüssigkeit durch Zuführung von Wärme zu der Flüssigkeit:.
- 6. Verfahren nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der Reaktionsmischung konstant gehalten wird durch Regelung der Zufuhr der Flüssigkeit, deren Temperatur praktisch konstant gehalten wird.
- 7. Verfahren nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der Reaktionsmischung konstant gehalten wird durch Regelung der Zufuhr des gebrannten Materials, dessen Temperatur praktisch konstant gehalten wird.
- 8. Verfahren nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Brennen durch Regelung der909846/064 1dem Ofen zugeführten Brennstoffmenge geregelt wird.
- 9. Verfahren nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Brennen durch Regelung der dem Ofen zugeführten Rohmaterialmenge geregelt wird.
- 10. Verfahren nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 7 bei Durchführung des Brennens in einem Drehofen, dadurch gekennzeichnet, daß das Brennen durch Veränderung der Drehgeschwindigkeit des Ofens geregelt wird.
- 11. Ofenregelungsvorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen mit einem Rührer (11) und mit einer Temperaturmeßeinrichtung (12) ausgestatteten Reaktor (8), durch Mittel (1, 2) zur Einführung von gebranntem Material mit einer im wesentlichen kontinuierlich gleichmäßigen Feinheit in den Reaktor (8), durch Mittel (5) zur Einführung eines flüssigen Reagenten in den Reaktor (8), durch Mittel (3, 4) zur Messung und/oder Aufrechterhaltung gewünschter Werte der Zuführungsmenge je Zeiteinheit und der Temperatur der dem Reaktor (8) zugeführten Reaktionskomponenten, durch Mittel (22) zur Entfernung der Reaktionsmischung aus dem Reaktor (8), durch eine Signalverarbeitungseinrichtung (13), deren Ausgangssignal die Menge der in dem Reaktor (8) je Zeiteinheit und Gewichtseinheit des gebrannten Materials anzeigt, und durch eine Regelungseinrichtung (19) zur Regelung des Brennprozesses in Abhängigkeit von dem Ausgangssignal der Signalverarbeitungseinrichtung (13).
- 12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Reaktor (8) auch mit einer positiven oder negativen Wärmequelle (9) ausgestattet ist.
- 13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalverarbeitungseinrichtung (13) des weiteren die Wärmequelle (9) in dem Reaktor (8) in einer solchen Weise+) freigesetzten WäL„_"19846/0641regelt, daß die Temperatur der Reaktionsmischung konstant ist.
- 14. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalverarbeitungseinrichtung (13) des weiteren die Temperatur des dem Reaktor (8) zugeführten flüssigen Reagenten in einer solchen Weise regelt, daß die Temperatur der Reaktionsmischung konstant ist.
- 15. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalverarbeitungseinrichtung (13) des weiteren die Menge des dem Reaktor (8) zugeführten flüssigen Reagenten in einer solchen Weise regelt, daß die Temperatur der Reaktionsmischung konstant ist.
- 16. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalverarbeitungseinrichtung (13) des weiteren die Menge des dem Reaktor (8) zugeführten gebrannten Materials in einer solchen Weise regelt, daß die Temperatur der Reaktionsmischung konstant ist.
- 17. Vorrichtung nach irgendeinem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelungseinrichtung (19) zur Regelung der dem Ofen (1) zugeführten Brennstoffmenge ausgebildet ist.
- 18. Vorrichtung nach irgendeinem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelungseinrichtung (19) zur Regelung der dem Ofen (1) zugeführten Rohmaterialmenge ausgebildet ist.
- 19. Vorrichtung nach irgendeinem der Ansprüche 11 bis 16 zur Verwendung in Verbindung mit einem Drehofen, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelungseinrichtung (19) zur Regelung der Drehgeschwindigkeit des Ofens (1) ausgebildet ist.
- 20. Drehofenanlage mit einem Ofen und einer Vorrichtung nach909846/0641irgendeinem der Ansprüche 11 bis 19 zur Regelung des Brennprozesses in dem Ofen.909846/0641
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