DE292517C - - Google Patents

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DE292517C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07KPEPTIDES
    • C07K14/00Peptides having more than 20 amino acids; Gastrins; Somatostatins; Melanotropins; Derivatives thereof
    • C07K14/435Peptides having more than 20 amino acids; Gastrins; Somatostatins; Melanotropins; Derivatives thereof from animals; from humans
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K38/00Medicinal preparations containing peptides

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  • Medicines That Contain Protein Lipid Enzymes And Other Medicines (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Acyclic And Carbocyclic Compounds In Medicinal Compositions (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Es wurde gefunden, daß man durch Einwirkung von glykocholsaurem Silber oder von Silberglykocholatverbindungen auf Proteine oder deren Derivate bzw. Abbauprodukte, gegebenenfalls unter Zusatz von Alkali, zu neuen Reaktionsprodukten — Eiweißsilberglykocholatverbindungen oder entsprechenden Eiweißderivatsilberglykocholatverbindungen — gelangt, die derartig beständig sind, daß sie erwärmt bzw. durch Eindampfen ihrer Lösungen bei vermindertem Druck unter Erhitzen abgeschieden und getrocknet werden können, und welche für therapeutische Zwecke dadurch sehr wertvoll sind, daß sie eine gute Wasserlöslichkeit besitzen, neutral oder, je nach Darstellungsweise, amphoter oder nur sehr schwach alkalisch oder sehr schwach sauer reagieren, und die außerdem den Vorzug haben, serumlöslich zu sein und mit den Alkalichloriden (der Sekrete usw.) keine Fällungen zu.liefern. Sie enthalten das Silber in maskierter Form, so. daß sowohl das Silber als auch die therapeutisch wertvolle Glykocholsäure in submuköse Schichten gelangen, und dort ihre günstigen Wirkungen entfalten können.
Die neuen, stark bakteriziden Proteinsilberglykocholat- bzw. die entsprechenden Eiweißderivatverbindungen geben, mit Rohrzucker und konzentrierter Schwefelsäure behandelt, im allgemeinen starke Pettenkofersche Reaktion. Durch Mineralsäuren werden sie zerlegt; aus mäßig verdünnter. wäßriger Lösung kann man z. B. durch Einwirkung von verdünnter Salpetersäure Gallensäure abspalten und diese als weißen Niederschlag abscheiden. Mit konzentrierter Schwefelsäure liefern sie gelbgrünliche oder.bräunlichgrünliche fluoreszierende Flüssigkeiten.
Beispiele.
1. Zu einer Lösung von 30 Gewichtsteilen Argentammonglykocholat (vgl. die Patente 284998 und 284999, Kl. 12°) in etwa 800 Gewichtsteilen Wasser werden .bei ungefähr 50° in kleinen Anteilen 81 Gewichtsteile Casein kräftig eingerührt. Das Casein wird dabei nach und nach gelöst. Aus der erhaltenen, schwach opaleszenten Lösung kann das Reaktionsprodukt durch Eindampfen, am besten unter mäßigem Erhitzen bei vermindertem Druck, in fester ■ Form abgeschieden werden.
Die so gewonnene Verbindung löst sich in Wasser und ebenfalls in Serum. Es gibt starke Pettenkofersche Reaktion und Fluoreszenzprobe. Auf Zugabe von Kochsalzlösung liefert die wäßrige Lösung keine Fällung.
2. Zu einer Lösung von 40 Gewichtsteilen lysalbinsaurem Natriumsalz in etwa 400 Gewichtsteilen Wasser werden in kleinen Anteilen Unter Schütteln 21 Gewichtsteile glykocholsaures Silber eingetragen. Das Silbersalz tritt dabei unter Auflösung in Reaktion; man erhält eine trübe Lösung. Es wird filtriert und das Reaktionsprodukt durch Eindampfen der Lösung in der unter 1. angegebenen Weise in fester Form abgeschieden.
Die so erhaltene Verbindung ist leicht löslich in Wasser und in Blutserum. Die wäßrige Lösung reagiert neutral gegen Phenolphthalein und nur ganz schwach alkalisch gegen Lackmus; im übrigen gibt das Produkt die unter i. angegebenen Reaktionen.
3. 30 Gewichtsteile Albumose werden in ■ etwa 400 Gewichtsteilen Wasser in kleinen Anteilen mit 12 Gewichtsteilen Silberglykocholat unter Zusatz von so viel einer wäßrigen Natronlauge verrührt, daß die Flüssigkeit gegen Phenolphthalein gerade noch negativ oder eben merk-, bar reagiert. Das glykocholsaure Silbersalz ,; ■. tritt dabei in Reaktion, und es wird bis auf eine sehr geringfügige Menge eines Sedimentes Lösung erzielt. Man filtriert und gewinnt das Reaktionsprodukt durch Eindampfen der Lösung zur Trockne, wie oben angegeben, in fester Form. Die Verbindung löst sich leicht und klar in Wasser und in Serum.
4. Zu 30 Gewichtsteilen Hexamethylentetraminsilberglykocholat (vgl. Patent 290262, Kl. 12p), in etwa 200 Gewichtsteilen Wasser gelöst, fügt man eine konzentrierte wäßrige Lösung von 15 Gewichtsteilen Edestinpepton bzw. eines durch kurz dauernde pankreatische Verdauung aus Edestin erhaltenen Präparates. Es entsteht dabei keine Fällung. Durch Eindunsten der Lösung erhält man das Reaktionsprodukt in fester, ■ wasser- und serumlöslicher Form. Die Wäßrige Lösung reagiert schwach amphoter. Die Verbindung liefert mit konzentrierter Schwefelsäure gelblich bis bräunlich grünstichige Fluoreszenzprobe; die Pettenkofersehe Reaktion ist wegen Anwesenheit der Hexamethylentetraminkomponente nur undeutlich erkennbar. Wie fest das Silber gebunden ist, geht u. a. daraus hervor, daß ζ. Β. eine zweiprozentige Lösung des Produktes nach Versetzen mit konzentrierter Kochsalzlösung selbst nach eintägigem Belassen bei Körpertemperatur nur eine ganz geringfügige Opalisation wahrnehmen läßt.
5. 45 Gewichtsteile Caseinpepton bzw. eines durch tryptische Verdauung erhaltenen, wenig gespaltenen Caseinpräparates, in etwa 250 Gewichtsteilen Wasser gelöst, werden mit einer konzentrierten wäßrigen Lösung von 48,5 Gewichtsteilen Argentammonglykocholat in Reaktion gebracht. Man erhält dabei eine Lösung, aus der in oben angegebener Weise das Reaktionsprodukt abgeschieden wird. Es löst sich leicht in Wasser und in Serum. Die Verbindung enthält an wirksamen Bestandteilen rund 40 Prozent Glykocholsaure (als solche berechnet) und 9 Prozent maskierten Silbers.
6. 14 Gewichtsteile fein gepulverten Silber glykocholates werden nach und nach unter Schütteln in etwa 400 Gewichtsteilen einer wäßrigen Lösung, die 32 Gewichtsteile Caseintrypsinpepton enthält (vgl. Beispiel 5), eingetragen. Das Glykocholat tritt dabei in Reaktion und man erhält eine schwach sauer bis amphoter reagierende Lösung mit nur geringfügiger Menge Sediment. Es wird filtriert und die erhaltene klare Lösung zur Trockne verdunstet, wobei ein fast farbloses Caseinpeptonsilberglykocholat. gewonnen wird.
Man kann die Abscheidung auch durch Fällen der konzentrierten wäßrigen Reaktionslösung mittels indifferenter Fällungsmittel, z. B. durch Zusatz des mehrfachen Volumens eines Acetontoluolgemisches, vornehmen. Das gefällte Produkt wird bei mäßiger Wärme getrocknet.
7. In eine mäßig konzentrierte wäßrige Lösung von 13 Gewichtsteilen Argentammonglykocholat werden in kleinen Anteilen 27 Gewichtsteile Gelatinepepton, durch Mineralsäurehydrolyse tief abgebaut, eingerührt. Es entsteht dabei eine etwas trübe Lösung. Man nitriert und gewinnt aus der erhaltenen Flüssigkeit durch Eindampfen zur Trockne ein fast weißes Gallensäurepräparat, das sich leicht in Wasser löst und das ebenfalls serumlöslich ist. Die wäßrige Lösung .reagiert gegen Phenolphthalein neutral und nur außerordentlich schwach alkalisch gegen Lackmus.
An Stelle des Argentammonglykocholats kann auch glykocholsaures Silber unter Zusatz von etwas Ammoniak verwendet werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von wasser- und serumlöslichen Eiweißsilberglykocholat- oder Eiweißderivatsilberglykocholatverbindüngen, dadurch gekennzeichnet, daß man glykocholsaures Silber oder Silberglykocho- ■ latverbindungen auf Proteine oder Eiweißderivate bzw. Eiweißabbauprodukte, ohne oder mit Zusatz von Alkali, einwirken läßt und aus der so erhaltenen Lösung das Reaktionsprodukt durch Eindampfen oder durch indifferente Fällungsmittel zur Abscheidung bringt.
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