DE2932085B2 - Montierung für Teleskop auf einem Unterbau - Google Patents
Montierung für Teleskop auf einem UnterbauInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Montierung für Teleskope auf einem Unterbau. Derartige Montierungen bestehen
hauptsächlich aus den Lagerungen für zwei senkrecht zueinander angeordnete Wellen, über die das Teleskop
mit einem festen Unterbau verbunden ist und mit Hilfe entsprechender Antriebe für die Beobachtung verschwenkt
werden kann.
Der Unterbau enthält das Lager für die zur Polachse koaxiale Welle, die ihrerseits ein zweites Lager für die
Welle trägt, mit der das Teleskop um die Deklinationsachse verschwenkt wird. Das letztgenannte Lager kann
beispielsweise als Buchse, Gabel oder Rahmen ausgebildet sein.
In dem Firmenprospekt 56-024-d-e W 111/67 to der Opton Feinwerk Oberkochen GmbH und dem ABC der
Optik, Verlag W. Dausien, Hanau/Main 1961, Seite 281—286 sind Fernrohre verschiedenen Typs beschrieben,
deren Montierungen sich hinsichtlich der Anordnung der Lager stark voneinander unterscheiden. Allen
gemeinsam ist jedoch die Anordnung beider Schwenkachsen, d. h. der Polachse und der Deklinationsachse bei
parallaktischen Montierung, in einer Ebene. Von diesem Konstruktionsprinzip ist man bisher nicht abgewichen.
Die Achslager der bekannten Montierungen befinden sich in getrennten Baugruppen, die einen mehr oder
weniger großen räumlichen Abstand voneinander besitzen. Diese Anordnung bedingt einen recht großen
fertigungstechnischen Aufwand, da beide Lagerkomponenten mit der für die Führung der astronomischen
Teleskope nötigen hohen Genauigkeit gefertigt werden müssen. Die gleichen Genauigkeitsanforderungen werden
auch bei der Montage des Teleskops, d. h. bei der Orientierung der beiden Baugruppen zueinander gestellt.
Zusätzlich zu den Genauigkeitsanforderungen bei der Herstellung und Montage ist zu berücksichtigen, daß
durch das Gewicht des Teleskops elastische Verformungen der Montierung auftreten können, die bei
entsprechend großen Abständen zwischen den beiden ■> Baugruppen nur mit hohem Aufwand in vertretbaren
Grenzen gehalten werden können.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Montierung für Teleskope zu schaffen, bei der die Achsen und die entsprechenden Lagerungen so
ίο angeordnet sind, daß eine wirtschaftliche Fertigung mit
höchster Genauigkeit ermöglicht wird.
Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruches angegebenen Merkmale
gelöst
Dadurch wird erreicht, daß in einer Maschinenaufspannung die Lagerungen für beide Wellen gefertigt
werden können, mit denen das Teleskop verschwenkt wird. Somit ist die Genauigkeit in der Orientierung des
Teleskops nur von der Maschinengenauigkeit abhängig und eine Montierung zweier Lagerkomponenten unter
hohen Anforderungen an die Normalität beider Achsen entfällt. Elastische Verformungen sind bei der erfindungsgemäßen
Anordnung minimiert, da der Kraftfluß durch das gemeinsame Gehäuse auf kleinem Raum
gehalten wird.
Der Abstand der Achsen zueinander sollte aus dem gleichen Grund möglichst gering gehalten werden und
nur so groß, wie ihn die Durchmesser der beiden Wellen erfordern.
Um höchste Stabilität zu erreichen, kann das Gehäuse innen entsprechend verrippt sein.
Durch die kompakte Bauweise des Lagergehäuses
ergibt sich ein problemloser Gesamtaufbau. Es wird nämlich nur ein einfacher Unterbau benötigt, der
unabhängig von den Lagerungen beider Wellen ist. So kann ein von der Formgebung ganz auf den Wunsch des
Benutzers abgestimmter Unterbau verwendet werden, der lediglich eine Aufnahme für das gemeinsame
Gehäuse besitzt, die an den Polwinkel oder bei azimutaler Montierung an die Vertikale angepaßt ist.
Da die Schwenkachsen bei der erfindungsgemäßen Montierung nicht in einer Ebene liegen, muß sowohl die
Unwucht der Zuladung (Teleskop) als auch die Unwucht kompensiert werden, die sich durch den Abstand der
sich kreuzenden Achsen voneinander ergibt. Dazu ist vorgesehen, lediglich ein Gegengewicht zu verwenden,
das zwei Verstellmöglichkeiten besitzt.
Es ist vorteilhaft, die Antriebe der Wellen als innerhalb oder außerhalb des Gehäuses der Montierung
angebrachte getriebelose Direktantriebe auszubilden, um konsequent den einfachen Aufbau fortzusetzen. Die
hohe Genauigkeit der Anordnung wird so über lange Zeiträume sichergestellt, da kein Getriebespiel entstehen
kann.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnungen beispielhaft näher erläutert.
F i g. 1 skizziert den Aufbau eines mit der erfindungsgemäßen Montierung versehenen Teleskopes;
F i g. 2 zeigt eine Aufsicht auf die in F i g. 1 skizzierte Montierung parallel zur Polachse;
F i g. 3 zeigt einen Teilschnitt durch die in F i g. 1 skizzierte Montierung längs der Linie HI-III.
Das in den Fig. 1—3 dargestellte Ausführungsbeispiel
einer Fernrohrmontierung besitzt einen Unterbau 1 mit einer Aufnahme 2, die so ausgerichtet ist, daß die
Normale 4 auf ihre Auflagefläche gegen den Himmelspol gerichtet ist. Ein rechteckiges Gehäuse 3, das mit
einer verschließbaren Öffnung versehen ist, enthält
jeweils 2 Lager für die zur Polachse 4 und Deklinationsachse 6 koaxialen Wellen 19,20. Die erstgenannte Welle
19 trägt einen Befestigungsflansch 7, der mit der Aufnahme 2 des Unterbaues 1 fest verbunden ist. Am
entgegengesetzten Ende befindet sich ein Motor 8 mit dem das Gehäuse 3 um die Polachse 4 gedreht werden
kann.
Ein zweiter Motor 9 treibt die zur Deklinationsachse 6 koaxiale Welle 20 an und bewirkt somit eine
Schwenkung des über den Flansch 17 an ihr befestigten Teleskops JC. Statt des hier dargestellten Spiegelteleskops
10 kann selbstverständlich auch ein Refraktor verwendet sein.
Mit den Motoren 8 und 9 werden Wellen 19,20 direkt ohne Verwendung eines Getriebes gedreht. Für den
hochgenauen Bewegungsablauf, wie er z. B. zum Nachführen des Teleskops auf die beobachteten
Objekte nötig ist, können handelsübliche Steuerungen verwendet werden, die auch auf den Wellen 19 bzw. 20
angebrachte Tachogeneratoren und Inkrementalgeber einschließen.
Wie F i g. 2 und 3 zeigen kreuzen sich die Wellen 19 und 20 im gemeinsamen Gehäuse 3 in minimalem
Abstand. Das Gehäuse 3 nimmt beide Lagerpaare 13,14 und 15, 18 auf, so daß bei entsprechend genauer
Fertigung des Gehäuses 3 die Schwenkachsen 4 und 6 automatisch senkrecht zueinander stehen.
Das Gegengewicht 11 ist längs der Sta ige 12 verschiebbar und die Stange 12 drehbar so angeordnet,
daß der gemeinsame Schwerpunkt der Komponenten 3, 10 und 11 in etwa auf der Poiachse 4 liegt.
Die Drehbarkeit des Gegengewichtes 11 wird durch
ein ebenfalls im Gehäuse 3 angebrachtes Lager 16 ermöglicht, in dem die das Gewicht 11 tragende Stange
12 befestigt ist.
Der Schwerpunkt des Gewichtes 11 liegt exzentrisch zur Stange 12, so daß durch Drehen und Verschieben
des Gegengewichtes 11 in jedem Falle ein Auswuchten des Systems, d. h. eine genaue Verlegung des gemeinsamen
Schwerpunktes in die Polachse 4 möglich ist.
Im folgenden soll der Auswuchtvorgang beschrieben werden: Zuerst wird die Wuchtung des Teleskops 10 um
die Achse 6 mit Hilfe nicht dargestellter Einstellmittel vorgenommen. Dann wird die Achse 6 horizontal
gestellt. Die Verbindungslinie der Schwerpunkte des Gegengewichtes 11 und des Teleskops 10 sollen dabei
über der Achse 4 liegen, um eine hohe Empfindlichkeit beim Auswuchten zu erzielen. Die Horizontallage dieser
Verbindungslinie kann mit einer am Gehäuse 3 befestigten Libelle überprüft werden.
Durch Verschieben des Gegengewichtes wird daraufhin Momentengleichgewicht hergestellt. Dies kann mit
Hilfe des Motors 8 erfolgen, der die Anordnung in der Balance hält und dessen Drehmoment zur Kompensierung
der Restunwucht auf 0 abgeglichen wird. Als nächstes wird der Gesamtaufbau um 90° um die Achse 4
gedreht. Auch diese Stellung kann mit Hilfe einer Libelle kontrolliert werden. So dann wird in ähnlicher
Weise wie vorstehend beschrieben durch Drehung des mit seinem Schwerpunkt exzentrisch zur Stange 12
liegenden Gegengewichtes 11 dieser so verlagert, daß der gemeinsame Schwerpunkt des Tubus 10, des
Gehäuses 3 und des Gewichtes 11 mit der Achse 4 zusammenfällt. Auch in dieser Stellung wird der die
Anordnung balancierende Motor 8 stromlos, was der Bedienperson durch geeignete Signalgeber angezeigt
werden kann. Danach ist das Gerät ausgewuchtet.
Die in diesem Ausführungsbeispiel beschriebene Montierung eignet sich besonders für kleine und
mittlere Teleskope. Es ist klar, daß statt der beschriebenen parallaktischen Montierung auch azimutale Montierungen
unter Verwendung zweier in einem gemeinsamen Gehäuse gelagerter sich kreuzender Wellen
ausgebildet werden können. Es ist weiter möglich, die Welle 20 durchgängig mit einer zentrischen Bohrung zu
versehen, und den Tubus 10 so am Flansch 17 zu befestigen, daß ein Betrieb des Teleskops im Coude-Fokus
ermöglicht wird, d. h. daß der Beobachtungsstrahleingang durch einen zur optischen Achse des Teleskops
gekippten Spiegel durch die Welle 20 zum Beobachter bzw. zu entsprechenden Aufzeichnungsgeräten gelenkt
wird.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Montierung für Teleskope auf einem Unterbau, die bezüglich ihres Unterbaues um zwei zueinander
senkrechte Achsen allseitig schwenkbar gelagert sind, dadurch gekennzeichnet, daß koaxial
zu den beiden Schwenkachsen (4, 6) in einem mit dem Unterbau (1) und dem Teleskop (10) drehverbundenen
Gehäuse (3) durchgehende Wellen (19,20) vorgesehen sind, die jeweils auf gegenüberliegenden
Teilen des Gehäuses (3) gelagert sind, und daß sich die Wellen (19, 20) innerhalb des Gehäuses (3) in
geringem Abstand aneinander vorbeilaufend kreuzen.
2. Montierung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand beider Schwenkachsen (4,
6) voneinander nur durch die Dicke der Wellen (19, 20) bedingt ist.
3. Montierung nach Anspruch 1 bis 2, gekennzeichnet durch ein am Gehäuse (3) angebrachtes
Gegengewicht (11), dessen Schwerpunkt in mindestens 2 verschiedenen Bewegungsrichtungen verstellbar
ist.
4. Montierung nach Anspruch 1 bis J, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebe (8, 9) für die
Bewegung beider Wellen (19, 20) relativ zum Gehäuse (3) unmittelbar am Gehäuse (3) befestigt
und vorzugsweise als getriebelose Direktantriebe ausgebildet sind.
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