DE2934356C2 - Verfahren zum Betrieb von Flüssigkeitstauchungen - Google Patents
Verfahren zum Betrieb von FlüssigkeitstauchungenInfo
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Description
20
Flüssigkeitstauchungen werden als Flammensperren gegen Rückzündungen in explosible Gase führende
Rohrleitungen eingesetzt.
Bei vielen chemischen Reaktionen entstehen Abgase, z. B. lösungsmittelhaltige Luft, die nicht ohne weiteres in
die Atmosphäre abgeblasen werden können, sondern einer thermischen Reinigung (Abluftverbrennung) zugeführt
werden müssen. Solche Abgase fallen in stark schwankenden Zusammensetzungen und Konzentrationen
an. Häufig treten Gasgemische auf, die aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung und Konzentration
ohne weiteres Brennstoffzufuhr zündfähig sind. Werden solche Gase einer Verbrennung zugeführt, besteht
die Gefahr der Rückzündung von der Verbrennungseinrichtung zur Quelle der Gase, d. h. bis in den
Reaktor, in dem die Gase entstehen.
Zur Vermeidung solcher Rückzündungen wird der Gasstrom in Flüssigkeitstauchungen in eine Vielzahl
Gasblasen, die durch eine Flüssigkeitssäule hindurchtrelen, aufgelöst. Solche Flüssigkeitstauchungen sind z. B.
in der deutschen Patentschrift 6 41 332 und der deutschen Offenlegungsschrift 27 21 871 beschrieben.
Im Falle einer Rückzündung kann sich die Rückzündflamme bis zur Flüssigkeitsoberfläche ausbreiten. Ein
Hindurchtreten der Flammenfront durch die Blasensäule in der Tauchung soll jedoch vermieden werden.
Die Wirksamkeit solcher Tauchungen hängt davon ab, wie gut die einzelnen Gasblasen in der Tauchung
getrennt werden können, d. h. von Blasengröße und Abstand der Blasen, also der Gasbelastung der Tauchung
und der Höhe der Blasensäule. Die einzelnen, an die Oberfläche der Tauchung tretenden Gasblasen werden
dort gezündet und verbrennen in Form kleiner Explosionen, die zu einer Zündung von noch nicht an der
Oberfläche angekommenen Blasen führen können, bis schließlich eine Zündung durch die Tauchung hindurch
erfolgen kann.
Es wurde nun gefunden, daß die Wirksamkeit von Flüssigkeitstauchungen wesentlich erhöht werden kann,
wenn diese bei erhöhter Temperatur betrieben werden.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zum Betrieb von Flüssigkeitstauchungen als
Flammensperren für explosible Gasgemische, das dadurch gekennzeichnet ist, daß als flüssiges Flammen-SDerrmedium
Wasser bei einer Temperatur von ober
halb 40° C eingesetzt wird
Bevorzugt soll die Temperatur des Wassers zwischen
55 und 70° C liegen.
Aufgabe der Erfindung ist die Verbesserung eines Verfahrens der eingangs genannten Art, bei welchem
die Durchzündsicherheit bekannter Flüssigkeitstauchungen für höhere Gasdurchsätze, geringere Bedekkungshöhen,
d. h. geringere Blasensäulenhöhe, und/oder Gemische höherer Explosivität gewährleistet ist.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen
Verfahrensmerkmale gelöst
Vorteilhafte weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend anhand von Beispielen näher erläutert.
Die anliegende F i g. 1 zeigt beispielhaft eine Flüssigkeitstauchung
im Schnittbild.
F i g. 2 zeigt einen Schnitt 2-2 gemäß F i g. 1.
Die Tauchung nach Fig. 1 und 2 besteht aus einem Gehäuse 10, in dem in Richtung der Längsachse ein
Gasverteilungsrohr 11 angebracht ist. Das Gas tritt durch das Einlaßrohr 18 in das Gasverteilungsrohr 11
ein und verläßt dieses durch die öffnungen 12 mit einer Geschwindigkeit V8. Es sind 50 öffnungen mit einem
Durchmesser von je 5 mm vorgesehen. Auf der Außenseite der» Gasverteilungsrohres 11 bilden sich vor den
öffnungen 12 Blasenschläuche, die in einem bestimmten Abstand von den Austrittsöffnungen in Einzelblasen
zerfallen, die durch die im Gehäuse 10 befindliche Flüssigkeit nach oben sprudeln. Die Blasen durchtreten die
Flüssigkeitsoberfläche 17. Das Gas verläßt die Tauchung durch die öffnung 14. Damit sich die Blasen, die
nach beiden Seiten des Gasverteilungsrohres 11 austreten,
nicht über dem Gasverteilungsrohr 11 vereinigen können, sind Ableitbleche 16 vorgesehen. Zur Durchführung
der Durchzündversuche wurde das Gehäuse 10 oben aufgeschnitten, so daß eine öffnung 22 entstand.
Über der öffnung 22 ist ein Zündbrenner 23 mit leicht nach unten in die öffnung 22 hineinbrennender Flamme
angebracht. Die Überdeckungshöhe (Höhe der Blasensäule) A/kann über einen variablen Überlauf 15 verändert
werden. Zur Herstellung definierter Gasgemische werden über die Zuleitungen 20 bzw. 21 Brenngas bzw.
Luft zugeführt und in dem statischen Mischer 19 vermischt. Auf einem Abzweigrohr am Einlaßrohr 18 ist ein
Plastikbeutel 24 angeklebt, der im Falle der Durchzündung abfliegt und diese anzeigt.
Bei Durchzündversuchen mit Äthylen-Luft-Gemischen (Zusammensetzung 1 Teil Äthylen und 13 Teile
Luft, laminare Flammenlortpflanzungsgeschwindigkeit 0,73 m/s) wurde bei bei einer Wassertemperatur von
6O0C bei Gasaustrittsgeschwindigkeiten aus den öffnungen
12 zwischen 7 und 27 m/s und bei Überdekkungshöhen zwischen 150 und 300 mm in keinem Fall
eine Durchzündung erhalten. Vergleichsversuche bei einer Wassertemperatur von 35°C ergaben Durchzündungen
bei Gasaustrittsgeschwindigkeiten von oberhalb 18 m/s bei allen Uberdeckungshöhen. Bei einer
Überdeckungshöhe von 150 mm fand bereits bei einer Gasaustrittsgeschwindigkeit von 7 m/s Durchzündung
statt.
Entsprechende Versuche mit Propan-Luft-Gemischen (max. lam. Flammenfortpflanzungsgeschwindigkeit
0,43 m/s) ergaben, daß bei Uberdeckungshöhen von N> 150 mm auch ohne Erwärmung des Tauchbades in
keinem Durchsatzbereich Durchzündung stattfindet.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betrieb von
Tauchsicherungen erlaubt insbesondere die sichere Verhinderung der Rückzündung von Gasgemischen, die
Gase der Explosionskiasse 2 enthalten. Bei Gasen der Explosionsklasse 3 wird in weiten Konzentrationsbereichen
die Rückzündsicherheit gewährleisti:L
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zum Betrieb von Flüssigkeitstauchungen als Flammsperren für explosible Gasgemisehe,
dadurch gekennzeichnet, daß als flüssiges Flammensperrmedium Wasser bei einer Temperatur von oberhalb 400C eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß Wasser einer Temperatur von 55 bis 70° C eingesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Überdeckungshöhe der Tauchung
zwischen 150 und 300 mm beträgt
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gasgemisch eingesetzt
wird, dessen laminare Zündgeschwindigkeit zumindest zeitweilig oberhalb 0,43 m/s liegt.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19792934356 DE2934356C2 (de) | 1979-08-24 | 1979-08-24 | Verfahren zum Betrieb von Flüssigkeitstauchungen |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19792934356 DE2934356C2 (de) | 1979-08-24 | 1979-08-24 | Verfahren zum Betrieb von Flüssigkeitstauchungen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2934356A1 DE2934356A1 (de) | 1981-03-26 |
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Family
ID=6079255
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19792934356 Expired DE2934356C2 (de) | 1979-08-24 | 1979-08-24 | Verfahren zum Betrieb von Flüssigkeitstauchungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3716224C1 (en) * | 1987-05-14 | 1988-12-08 | Overhoff Karl Heinz Dipl Ing | Flame trap for ignitable gases |
Families Citing this family (1)
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| CN104147722A (zh) * | 2014-06-04 | 2014-11-19 | 阳新县晨星防腐设备有限责任公司 | 水封阻火器 |
Family Cites Families (2)
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| DE2721871C2 (de) * | 1977-05-14 | 1987-01-02 | Bayer Ag, 5090 Leverkusen | Tauchsicherung gegen Rückzünden in explosiblen Gasströmen |
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1979
- 1979-08-24 DE DE19792934356 patent/DE2934356C2/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3716224C1 (en) * | 1987-05-14 | 1988-12-08 | Overhoff Karl Heinz Dipl Ing | Flame trap for ignitable gases |
Also Published As
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|---|---|
| DE2934356A1 (de) | 1981-03-26 |
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