DE2935580C2 - Schäumbarer Schmelzkleber - Google Patents
Schäumbarer SchmelzkleberInfo
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Description
dadurch gekennzeichnet, daß er zusätzlich
c) ein Vernetzungsmittel enthält.
2. Schäumbarer Schmelzkleber gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schäumungsmittel
Azodicarbonamid, Dinitroso-pentamethyientetramin,
p.p-Oxy-bis-benzol-sulfonylhydrazid
oder Toluolstilfonylhydrazid ist, und daß der
Vernetzer Dikumylperoxid, 2,5-Dimethyl-2,5-di-(tert.-butyl)-peroxyhexan, 1,10-Decan-bis-sulfonazid
oder p-Chinondioxim ist.
3. Schäumbarer Schmelzkleber gemäß Ansprüchen 1 oder 2. dadurch gekennzeichnet, daß das
Verschämiiungsniiue! und der Vernetzer derart
gewählt werden, daß die Vcrschäumung und die Vernetzung im wesentlichen gleichzeitig bewirkt
werden.
4. Schäumbarer Schmelzkleber gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das Versehäumungsmittel eine mittlere Teilchengröße von 10 bis 30 um im
Durchmesser besitz;.
5. Schäumbarer Schmelzkleber gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schmclzklcbstoff ein Copolymerisat aus Äthylen und Vinylacetat, gegebenenfalls
zusammen mit Polymerisationsharz, ist.
6. Schäumbarer Schmelzkleber gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schmelzklebstoff ein Elastomer aus der Gruppe Polyamid, Copolyamid,
thermoplastischer Kautschuk oder Polyester ist.
7. Schäumbarer Schmelzkleber gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß er zusätzlich ein Polymerisationsharz,
wie ein Kumaron — Inden-Harz oder ein cyclisches oder aliphatisches Kohlenwasserstoffharz
enthält.
Die Erfindung betrifft einen schäumbaren Schmelzkleber mit vielfältiger Anwendbarkeit.
Schmelzkleber sind Klebstoffe, die keine sich verflüchtigenden organischen Lösungsmittel oder Wasser,
das beim Trocknen bzw. Abbinden entfernt bzw. verbraucht wird, enthalten. Allein durch Druck und
Temperatur findet beim Verkleben von Gegenständen mittels Schmclzklebern die Verbindung der zu vereinenden
Oberflächen statt.
Aus der DE-OS 27 33 847 sind Heißschmelzkleber in
geschäumter Form bekannt. Die bekannten Heißschmelzkleber können ein Schaummittel in Form eines
eingemischten Gases oder in Form eines Treibmittels enthalten. Durch die Schaumform werden eine Reihe
von Vorteilen erzielt, nämlich eine Verbesserung der Klebkraft, eine längere »offen«-Zeit und eine schnellere
Härtung. Außerdem ergibt sich durch die Schaumform eine erhebliche Einsparung an Schmelzkleber.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Haftung und die Verbindungsfestigkei·. weiter zu verbessern.
Diese Aufgabe wird bei einem schäumbaren Schmelzkleber gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1
dadurch gelöst, daß er zusätzlich zu dem Schmelzklebstoff und dem Schäumungsmitte! ein Vernetzungsmittel
enthält.
Der im Schmelzkleber enthaltene Schmelzklebstoff ist im allgemeinen ein Kunstharz oder ein Kunstharzgemisch,
oftmals in Verbindung mit natürlichen Harzen. Ein bekanntes Schmelzklebersystem, das auch erfindungsgemäß
bevorzugt wird, ist auf Copolymerisaten aus Ethylen und Vinylacetat (nachstehend als EVA
bezeichnet), häufig in Kombination mit Kolophoniumharzen, aufgebaut. Als Schmelzklebstoffe kommen
jedoch auch Elastomere auf Basis von Polyamiden, Copolyamiden, thermoplastischem Kautschuk oder
Polyester in Frage.
Beispiele für thermoplastischen Kautschuk sind z. B. sogenannte SIS-Thermoplasten (Slyrol-Isopren-Styrol-Massen)
bzw. SBS-Thermoplasten (Styrol-Butadien-Styrol-Massen).
Als dem Schmelzklebstoff häufig mit Vorteil zumischbares Polymerisationsharz haben sich
neben Kolophoniumharz als Beispiel für Naturharz auch andere Harze wie Kumaron-Indenharze, veresterte
Baumharze oder auch Polymerisationsharze auf halb- bzw. vollsynthetischer Basis bewährt. Solche sind
beispielsweise aliphatische cyclische Kohlenwasserstoffharze. Dem Schmelzklebstoff können übliche
Zusätze, wie Streckmittel, Füllstoffe, zugefügt sein.
Der erfindungsgemäße schäumbare Schmelzkleber kann in folgender Weise hergestellt werden:
Man gibt bei der Herstellung des Schmelzklebers aus z. B. EVA, Naturharz, wie Kolophonium und gegebenenfalls
Streckmittel, ein Schäumungsmittel hinzu, das bei der Herstellungstemperatur des Schmelzklebers
noch keine Schaumbildung bewirkt, also im wesentlichen noch inaktiv ist. Erfolgt die Herstellung des
Schmelzklebers durch Vermischen der Komponenten unter Aufschmelzen der Harze bei 1300C, so darf das
zur Verwendung kommende Schäumungsmittel bei dieser Temperatur noch keine Verschäumung bewirken,
es muß also im wesentlichen noch stabil sein. Wird ein so mit einem Schäumungsmittel versehener Schmelzkleber
dann später bei seiner Anwendung einer höheren Temperatur, z. B. von 180 bis 2000C, ausgesetzt, so tritt
die Wirkung des Schäumungsmittels ein und die gewünschte Verschäumung des Schmelzklebers findet
statt.
Es ist aber nicht erforderlich, das Verschäumungssystem
bereits bei der Herstellung des Schmelzkleberpolymeren einzuarbeiten, da diese häufig bei recht hohen
Temperaturen erfolgt. Daher wird im Einzelfall das Schäumungsmittel in einer nachfolgenden Stufe, z. B. bei
der Konditionierung des Schmelzklebstoffes, zur Einarbeitung kommen. Das Schäumungsmittel kann auch erst
bei der Verarbeitung des Schmelzklebstoffes kurz vor desser Auftrag auf die zu verklebenden Flächen
:'iigegcbcn werden. In diesem Fall ist es in gleicher
Weise möglich, das Schäumungsmittel. z. B. in einem geeigneten Trager oder Vehikel, in den .Schmelzklebstoff
einzitragen. Im letzteren Falle kann man z. B. das
Schäumungsmittel bei z.B. etwa 150"C dem Schmelz-
klebstoff in einem geschlossenen, unter Druck befindlichen System zuführen. Am Auslaßende des Systems,
z. B. eines Schneckenextruders, findet dann das Aufschäumen statt und der geschäumte Schmelzkleber
kann direkt auf die zu verbindende Oberfläche aufgebracht werden. Bei dieser Auftragstechnik können
mit Vorteil solche Extruder Einsatz finden, bei denen durch geeignete Maßnahmen, z. B. die Ausbildung der
Förderschnecke, für eine besonders homogene Einmischung des Verschäumungsmittels Rechnung getragen
wird.
Das Schäumungsmittel kann ein übliches Verschaumungsmittel
wie Azodicarbonamid, Dinitroso-pentamethylentetramin,
ρ,ρ-Oxy-bis-benzolsulfonylhydrazid,
Toluolsulfonylhydrazid sein. Ein im Rahmen der Erfindung besonders bevorzugtes Verschaumungsmittel
ist Azodicarbonamid. Die optimale mittlere Teilchengröße
' s Schäumungsmittels liegt im Bereich von 10 bis 30 μπι Durchmesser. Bei diesen geringen Teilchengrößen
des Schäumungsmilieis kann eine besonders homogene Schaumstruktur, erreicht werden. Die
einsetzbaren Schäumungsmittel sind jedoch nicht auf die vorstehend genannten Systeme beschränkt, da alle
solche einsetzbar sind, die beim Vermischen der Bestandteile des Schmelzklebstoffes noch stabil sind,
sich bei der späteren Anwendungstemperatur des Schmelzklebers aber unter Gasentwicklung zersetzen.
Erfindungsgemäß enthält der schäumbare Schmelzkleber zusätzlich noch ein Vernetzungsmittel. Beispiele
für geeignete Vernetzungsmittel sind 2,5-Dimethyl-2,5-di-(tert.-butyl)-peroxyhexan,
Dikumyl-peroxid, 1,10-Decan-bis-sulfonazide, p-Chinondioxim. Andere Vernetzungsmittel
sind bekannt.
Durch den Zusatz eines Vernetzungsmittels in das Schmelzklebersystem, die nach den vorstehend für die
Einbringung des Verschäumungsmittels angegebenen Methodiken erfolgen kann, wird eine noch bessere
Haftung und Verbindungsfestigkeu der verklebten Systeme erreicht. Durch den Zusatz des Vernetzungsmittels kann im Einzelfall auch eine Stabilisierung der
Schaumstruktur und auch eine besondere Gleichmäßigkeit der Poren erreicht werden. Besondere Vorteile
können im Rahmen der Erfindung dann erreicht werden, wenn das Schäumungsmittel und der Vernetzer derart
gewählt werden, daß die Verschäumung und die Vernetzung im wesentlichen gleichzeitig bewirkt
werden. Dies kann im Regelfall dann erreicht werden, wenn ein Verschaumungsmittel eingesetzt wird, dessen
Zersetzungstemperatur gleich oder höher ist als
"■ diejenige des Vernetzungsmittels. Anders ausgedrückt
soll sich eine gewisse Überlappung der Zersetzungskur- _ven von Vernetzungsmittel und Verschaumungsmittel
ergeben, damit die erreichte Verschäumungsstruktur durch die im wesentlichen gleichzeitige Vernetzung
stabilisiert werden kann.
Die Verschäumung und Vernetzung, kann durch Wärmebehandlung, wie beispielsweise Heißluft, Wasserdampf,
Bestrahlung, z. B. mit Infrarot oder durch Hochfrequenzheizung erreicht werden.
Eine bevorzugte Kombination von Verschäumer und Vernetzer im erfindungsgemäßen Verfahren, ist Azodicarbonamid
(Zersetzungstemperatur etwa 205° C) und Dikumyl-Peroxid. Die Verwendung dieses Systems
erlaubt die Einmischung in einem Bereich von 100 bis " 1500C in den Schmelzklebstoff, ohne daß die Verschäumung
und Vernetzung bereits eintritt. Bekannte Mischeinrichtungen hierfür sind Mischwalzen, Kneter,
Banbury-Mischer oder Extruder. Die Verschäumung und Vernetzung kann bei dem angesprochenen System
dann in einem Bereich zwischen 180 uno 3000C,
vorzugsweise zwischen 180 und 2300C, erreicht werden.
Einem Ansatz zur Herstellung eines Schmelzklebstof-
fes aus Äthylen-Vinylacetat und Kolophonium in
gleichen Teilen, dem etwa 20 bis 30% Gips, bezogen auf
das Gewicht der Gesamtmischung zugefügt sind, gibt
man Azodicarbonamid in einer Menge von 2 bis 8 Gew.-% sowie Dikumylptroxid in einer Menge von 1
» bis 2 Gew.-% zu. Die Mischung wird bei 130 bis 1500C in
einem Kneter etwa 30 Minuten vermischt und dann in üblicher Weise granuliert und abgepackt.
Der Verbraucher schmilzt das erhaltene Granulat in einem Extruder bei 180 bis 200°C auf. An der
> Austragsdüse tritt der Schmelzklebstoff unter Verschäumung aus und wird auf die zu verklebenden
Oberflächen, z. B. Kanten von Holzmöbeln, aufgetragen. Auch die Verwendung als Buchbindeklebstoff ist
möglich.
Claims (1)
1. Schäumbarer Schmelzkleber, enthaltend
a) Schmelzklebstoff und
b) Schäumungsmittel, das beim Vermischen mit dem Schmelzklebstoff noch im wesentlichen
inaktiv ist, bei der späteren Anwendung des Schmelzklebstoffes aber die Schäumung bewirkt,
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2935580A DE2935580C2 (de) | 1979-09-03 | 1979-09-03 | Schäumbarer Schmelzkleber |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2935580A DE2935580C2 (de) | 1979-09-03 | 1979-09-03 | Schäumbarer Schmelzkleber |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2935580A1 DE2935580A1 (de) | 1981-03-12 |
| DE2935580C2 true DE2935580C2 (de) | 1984-04-19 |
Family
ID=6079956
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2935580A Expired DE2935580C2 (de) | 1979-09-03 | 1979-09-03 | Schäumbarer Schmelzkleber |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2935580C2 (de) |
Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
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- 1979-09-03 DE DE2935580A patent/DE2935580C2/de not_active Expired
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| DE2935580A1 (de) | 1981-03-12 |
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