DE2938424C2 - Verfahren zur Abtrenunng von mit Destillatdämpfen übergehenden Säuren und Basen - Google Patents

Verfahren zur Abtrenunng von mit Destillatdämpfen übergehenden Säuren und Basen

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Matthias 8264 Waldkraiburg Thoma
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    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01DSEPARATION
    • B01D53/00Separation of gases or vapours; Recovering vapours of volatile solvents from gases; Chemical or biological purification of waste gases, e.g. engine exhaust gases, smoke, fumes, flue gases, aerosols
    • B01D53/14Separation of gases or vapours; Recovering vapours of volatile solvents from gases; Chemical or biological purification of waste gases, e.g. engine exhaust gases, smoke, fumes, flue gases, aerosols by absorption

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abtrennung von bei der Aufkonzentration von Säuren oder Basen mit den Destillatdämpfen übergehenden Säuren bzw. Basen.
Bei vielen chemischen Reaktionen erhält man Waschwässer, welche 04—5% und mehr flüchtige Säuren oder Basen enthalten, die auf Grund der heutigen Wasserreinhaltungsgesetze nicht mehr durch Versickern oder Ablassen in Flüsse verworfen werden dürfen.
Die Separierung vieler Säuren und Alkalien aus den
Wassern kann auch nicht, oder nur sehr aufwendig, durch Neutralisation geschehen, da die allgemein bekannten und billigen Neutralisationsmittel wie Kalziumkarbonat, Natriumhydroxyd usw. in so niederprozentigen Waschsäuren keine Fällung infolge guter Löslich keit ihrer Salze herbeiführen. Eine destillative Trennung ist vielfach nicht möglich, oder nur mit großem Energieaufwand zu betreiben, da Säuren wie Salzsäure, Salpetersäure, Essigsäure oder Basen wie Ammoniak
ίο usw. ganz oder teilweise mit dem Destillat übergehen. Die Gewinnung solcher Säuren durch Destillation läßt sich daher nur durchführen, wenn man die Säuren oder Basen erst mit entsprechenden Kationen zu Salzen umsetzt und anschließend das Wasser destillativ entfernt
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren anzugeben, durch welches ohne Energieaufwand Säuren oder Basen quantitativ von Destillatdämpf&p, mit denen sie bei Erreichen eines bestimmten Druck-Temperatur- Verhältnisses des siedenden Mediums übergehen, getrennt werden.
Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß die Säuren oder Basen enthaltenden Destillatdämpfe unter Beibehaltung der Temperatur und des Druckes durch eine bei dieser Temperatur und diesem Druck siedende Salzlösung geführt werden, wobei wenn Säuren aus den Dämpfen entfernt werden sollen, die Salzlösung ein Salz enthält, dessen Anion dem der Säure entspricht, und der Salzlösung ein zur Neutralisation des Säureanteils erforderlicher basischer Anteil zugeführt wird, dessen Kation dem des Salzes entspricht, oder wenn Basen aus den Dämpfen entfernt werden sollen, die Salzlösung ein Salz enthält, dessen Kation dem der Base entspricht und der Salzlösung ein zur Neutralisa tion des basischen Anteils erforderlicher Anteil an Säure zugeführt wird, deren Anion dem des Salzes entspricht, so daß sich bei der Neutralisation Salze bilden, die mit denen der Salzlösung übereinstimmen und daß, um den Anteil der Salzlösung konstant Z1J halten, ein dem neugebildeten Lösungsanteil entsprechender Anteil abgezogen und die austretenden säurefreien Wasserdämpfe kondensiert werden.
Geht man nach dem erfindungsgemäßen Verfahren vor, so erhält man die entsprechenden Salze in reiner Form und neues destilliertes Wasser ohne zusätzlichen Wärmeverbrauch.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann sowohl bei anorganischen als auch bei organischen Säuren und Alkalien sinngemäß angewendet werden.
so Einzelheiten der Erfindung ergef-^n sich aus der nachstehenden Beschreibung von Beispielen.
Beispiel 1 Bei einem Verfahren zur Herstellung von Nitroguani-
din unter Einwirkung von wäßriger Schwefelsäure fallen pro Tonne erzeugtes Nitroguanidin ca. 10 Tonnen 25—30%ige Schwefelsäure und Salpetersäure im
Verhältnis 95:5 an, wovon die Schwefelsäure auf
82—85% zum Wiedereinsatz aufkonzentriert wird.
Die ca. 5% Salpetersäure enthaltende Schwefelsäure
wird hierzu in mehreren Stufen unter Anwendung von
Unterdruck von 266—19.95 mbar aufkonzentriert. Bis
zu einer Konzentration der Schwefelsäure von 37% gehen nur unbedeutende Mengen an Salpetersäure mit den Destillatdämpfen über. Bei Konzentrationen ab 37% bis 65% geht aber die gesamte Salpetersäure mit den Destillatdämpfen über.
Diese Destillatdämpfe wurden bisher nach ihrer
Kondensation mit Alkalien wie Ammoniak, Natriumoder Kalziumoxyd neutralisiert. Diese in Wasser gelösten Nitratsalze können aber jetzt auf Grund gesetzlicher Wasserreinhaltungsbestimmungen nicht niehr als Abwasser abgeführt werden,
Gemäß der Erfindung wird nun eine 65%ige wäßrige Ammoniumnitratlösung, die bei einem Vakuum 266—133mbar den gleichen Siedepunkt wie das Destillat besitzt und auf dieser Temperatur gehalten wird, in einer mit Raschig-Ringen gefüllten Kolonne umgepumpt. Durch diese Kolonne werden die Destillatdämpfe hindurchgeleitet. Flüssiges Ammoniak oder 25%iges handelsübliches Ammoniak werden der Ammoniumnitratlösung in einem Maße zugegeben, daß der pH-Wert zwischen 4 und 6 erhalten bleibt
Die in den Destillatsdämpfen enthaltene Salpetersäure wird zu Ammoniumnitrat umgesetzt
Um die Menge der umlaufenden 60—65%igen Ammoniumnitratlösung auf dem gleichen Stand zu halten, wird laufend ein Anteil dieser Salzlösung ausgeschleust
Die aus der Kolonne austretenden Wasserdämpfe haben keine Temperaturänderung erfahren und sind säurefrei.
Die erhaltene, 65%ige Ammoniumnitratlösung kann als solche oder in Form des daraus gewonnenen wasserfreien Ammoniumnitrats für die Herstellung eines Vorproduktes für die Nitroguanidmerzeugimg, nämlich dem Guanidinnitrat verwendet werden,
Beispiel 2
Bei dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren zur Herstellung von Nitroguanidin wird an Stelle der 65%igen, wäßrigen Ammoniumnitratlösung 45—50%iges Guanidinnitrat bei gleichen Temperatur- und Druckverhältnissen, wie sie bei den Schwefelsäuredestillatdämpfen vorliegen, in der Kolonne in Umlauf gesetzt, und die Neutralisation der in den Destillatdämpfen befindlichen Salpetersäure mit Guanidinkarbonat ausgeführt
Salpetersäure wird mit Guanidinkarbonat zu Guanidinnitrat umgesetzt Das dabei frei werdende Kohlendioxyd und das kondensierte Destillat werden in reiner Form erhalten.
Das Reaktionsprodukt Guanidinnitrat, welches bei der Destillationstemperatur von 700C bei 332J mbar anfällt, hat eine Konzentration von 45%.
Die Lösung wird auf 0° C abgekühlt. Dabei kristallisieren 98% Guanidinnitrat aus. Das Guanidinnitrat wird mittels Zentrifugieren vom Wasser separiert und die Kristalle, die noch 4—6% Wasser enthalten, werden getrocknet Das gewonnene Guanidinnitrat hat eine Reinheit von 99,0% und kann zur Herstellung von Nitroguanidin verwendet werden.

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Abtrennung von bei der Aufkonzentrierung von Säuren oder Basen mit den Dämpfen übergehenden Säuren bzw. Basen, dadurch gekennzeichnet, daß die die Säuren oder Basen enthaltenden Dämpfe unter Beibehaltung der Temperatur und des Druckes durch eine bei dieser Temperatur und diesem Druck siedende Salzlösung geführt werden, wobei, wenn Säuren aus den Dämpfen entfernt werden sollen, die Salzlösung ein Salz enthält, dessen Anion dem der Säure entspricht, und der Salzlösung ein zur Neutralisation des Säureanteils erforderlicher basischer Anteil zugeführt wird, dessen Kation dem des Salzes entspricht, oder wenn Basen aus den Dämpfen entfernt werden sollen, die Salzlösung ein Salz enthält, dessen Kation dem der Base entspricht und der Salzlösung ein zur Neutralisation des basischen Anteils erforderlicher Anteil an Säure zugeführt wird, deren Anion dem des Salzes entspricht, so daß sich bei der Neutralisation Salze bilden, die mit denen der Salzlösung übereinstimmen, und daß, um den Anteil der Salzlösung konstant zu halten, ein dem neu gebildeten Lösungsanteil entsprechender Anteil abgezogen und die austretenden säurefreien Wasserdämpfe kondensiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Aufkonzentrierung von Schwefelsäure die mit den Dämpfen übergehende Salpetersäure dadurch abgetrennt wird, daß bei einer Konzentration der Schwefelsäure von 15—70% und einem Unterdruck von 266—133 mbar die Dämpfe in eine wäßrige Ammoniumnitratlösung geleitet werden, deren Konzentration so gewählt ist, daß ihr Siedepunkt bei dem gegebenen Druck mit der Temperatur der Dämpfe übereinstimmt, und daß der Ammoniumnitratlösung flüssiges Ammoniak in solcher Menge zugegeben wird, daß der pH-Wert der Lösung erhalten bleibt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Aufkonzentrierung von Schwefelsäure die mit den Dämpfen übergehende Salpetersäure dadurch abgetrennt wird, daß bei einer Konzentration der Schwefelsäure von 35—70% und einem Druck von 266—133 mbar die Dämpfe durch eine wäßrige Guanidinnitratlösung geleitet werden, deren Konzentration so gewählt ist, daß ihr Siedepunkt bei dem gegebenen Druck mit der Temperatur der Dämpfe übereinstimmt, und daß der Guanidinnitratlösung zur Neutralisation der Säure Guanidinkarbonat zugeführt wird.
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