DE294255C - - Google Patents
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- DE294255C DE294255C DENDAT294255D DE294255DA DE294255C DE 294255 C DE294255 C DE 294255C DE NDAT294255 D DENDAT294255 D DE NDAT294255D DE 294255D A DE294255D A DE 294255DA DE 294255 C DE294255 C DE 294255C
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- G07F—COIN-FREED OR LIKE APPARATUS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- Mi 294255 KLASSE 43 b. GRUPPE
ERNST MELCHERT in CHARLOTTENBURG.
Gegenstand der Erfindung ist ein Selbstverkäufer für Elektrizität, Gas, Wasser
o. dgl., der im Gegensatz zu den gebräuchlichen Geräten dieser Gattung nicht nur vorauszuzahlende
Geldbeträge .für bestimmte Mengen des Verkaufsmittels einzieht, sondern auch
Geldbeträge für bereits verbrauchte Mengen des Verkaufsmittels und vom Verbrauch
unabhängige Gebühren (Grundgebühren), wie
ίο z. B. die Monats- oder Quartalsmiete für den
Apparat. Die Geldbeträge für bereits verbrauchte Mengen des Verkaufsmittels kann
man dabei unter Festhaltung des Gedankens der Vorausbezahlung als vom Werk dem Abnehmer
gestundete Beträge auffassen.
Es ist zwar bereits ein selbstkassierender Hilfsapparat bekannt geworden, der dem Abnehmer
einen Energiebetrag auf eine bestimmte Zeit stundet, die das Werk festlegt.
Dieser Apparat besitzt aber im Gegensatz zu.
dem neuen den Nachteil, daß nach Entrichtung des gestundeten Betrages der Abnehmer
beliebige Energiemengen ohne Zahlung entnehmen kann, so daß die Vorteile, welche
Selbstverkäufer bieten, bei Verwendung· des bekannten Hilfsapparates nicht vorhanden
sind.
Der neue Selbstverkäufer, als Elektrizitätsverkäufer gedacht, enthält wie die ge-
bräuchlichen Selbstverkäufer einen Schalter im Verbrauchsstromkreis, ein Gesperre, das
diesen Schalter in der Schließstellung festhalten kann, einen Zähler zur Messung des Verbrauches
und eine vom Abnehmer bei Münzeneinwurf zu bewegende Vorrichtung (Münzwerk), die beide das Schaltergesperre
in entgegengesetztem Sinne beeinflussen, so nämlich, daß der Zähler das Gesperre in die
Auslösestellung zu bringen strebt, während das Münzwerk nach Schließung des Schalters
das Gesperre zunächst wieder in Sperrstellung bringt und entsprechend dem eingezahlten
Geldbetrag so einstellt, daß. die vom Zählermeßwerk
bis zur Wiederauslösung des Gesperres auszuführende Bewegung ebenfalls dem eingezahlten
Geldbetrag entspricht.
Der neue Selbstverkäufer enthält ferner gleich dem bekannten Hilfsapparat mit Einrichtung
zum Einziehen eines auf bestimmte Zeit gestundeten Geldbetrages ein Hilfsschaltorgan
zur Beeinflussung des Schaltergesperres. Dieses bei dem bekannten Gerät nur von Hand verstellbare Hilfsschaltorgan \vird
erfindungsgemäß bei dem neuen Selbstverkäufer dauernd oder zeitweise durch ein Getriebe oder eine direkte Kupplung mit dem
Zähler verbunden. Die nachträgliche Einzahlung eines Geldbetrages wird dabei, wie bei
dem bekannten Gerät, durch einen Leergang in dem Getriebe des Selbstverkäufers erzwungen.
Im Gegensatz zu dem bekannten Hilfsapparat wird jedoch bei dem neuen Gerät nach Beseitigung des Leerganges durch
Münzeneinwurf auch der weitere Energieverbrauch zwangsweise einkassiert.
Die Zeichnung zeigt in schematischer Weise zwei verschiedene Ausführungsformen
der Erfindung, und zwar veranschaulicht
(2. Auflage, ausgegeben am 22. Februar igiS.)
Fig·, ι mit ihren Nebenfiguren ι a und ι b eine !
Ausführung, bei der das Hilfsschaltorgan dauernd durch eine direkte Kupplung mit
dem Zähler verbunden ist und der Leergang in dem Schaltergesperre durch den Zähler selbst
eingestellt wird, während Fig. 2 mit. ihrer Nebenfigur 2 a eine Ausführung zeigt, bei der
das Hilfsschaltorgan nur zeitweise durch ein ' Getriebe mit dem Zähler in 'Verbindung steht
und der Leergang in dem Getriebe zwischen dem Münzwerk und dem Schaltergesperre '
eingestellt wird.
In Fig. ι ist α, p der Schalter im Ver- ^
brauthsstromkreis, b eine Feder, die den
Schaltarm α vom Schaltarm p \vegzuziehen
und dadurch den Schalter zu öffnen sucht. ! Das übliche Gesperre für diesen Schalter
wird gebildet von einem Sperrhcbel c und einer ihn , steuernden Daumen- oder ;
Nockenscheibe e, die auf der Kreuzwelle s eines Differentialgetriebes D sitzt.
Dieses Gesperre wird über das Diffc- : rentialgetriebe beeinflußt, einerseits von
dem Zähler Z zur Messung des Verbrauches, der in der Zeichnung als Induktionszähler nur
durch seinen Läufer und seine in den Verbrauchsstromkreis eingeschaltete Hauptstromspule
angedeutet ist, anderseits von dem Münzwerk Y. Für das Münzwerk ist die gebräuchlichste
bekannte Form angenommen, bei der ein aus dem Gehäuse des Gerätes hervorragender
Handgriff (Knebel) k durch eine Münze X mit den inneren Teilen ^1, /, m des
Münzwerkes gekuppelt werden kann, und zwar durch jede Münze nur für eine Umdrehung
des Handgriffes k. Der Läufer des Zählers treibt durch einen Räderzug U mit geeigneter
Übersetzung ins Langsame das eine Sonnenrad S1 des Differentialgetriebes in dem
Sinne des mit s bezeichneten Pfeiles an. Durch das Münzwerk kann das andere
Sonnenrad S2 im Sinne des mit y bezeichneten
Pfeiles bewegt werden. Die Daumenscheibe e auf der Kreuzwelle ^ wird deshalb durch den
Zähler in der Richtung des Bogenpfeiles s (Z-Richtung), durch das Münzwerk in Richtung
des Bogenpfeiles y (F-Richtung) gedreht.
• Neben dem Schaltergesperre c, e, s, das fortan Hauptgesperre genannt wird, ist nun ein Hilfsgesperre für den Schaltarm α vorhanden, das sich aus Sperrhebel rf und der Nockenscheibe / auf der eigentlichen Hilfsschaltscheibe, einer Achse t zusammensetzt. Diese Achse ist für den Antrieb durch den Zähler mittels der Räder Y1, r2 eingerichtet, von denen das zweite mit dem Stirnrad am SonnenradS1 in Eingriff steht. Der Antrieb ist so gemacht, daß die Scheibe / nur durch den Zähler und in demselben Sinne und mit derselben Geschwindigkeit bewegt wird wie die Scheibe e.
• Neben dem Schaltergesperre c, e, s, das fortan Hauptgesperre genannt wird, ist nun ein Hilfsgesperre für den Schaltarm α vorhanden, das sich aus Sperrhebel rf und der Nockenscheibe / auf der eigentlichen Hilfsschaltscheibe, einer Achse t zusammensetzt. Diese Achse ist für den Antrieb durch den Zähler mittels der Räder Y1, r2 eingerichtet, von denen das zweite mit dem Stirnrad am SonnenradS1 in Eingriff steht. Der Antrieb ist so gemacht, daß die Scheibe / nur durch den Zähler und in demselben Sinne und mit derselben Geschwindigkeit bewegt wird wie die Scheibe e.
Die Scheibe e steuert den Sperrhebel c mittels eines Daumens oder Nockens i, der auf
einen Finger, eine Nase o. dgl. c' an dem Sperrhebel einwirkt. Durch eine in der Zeichnung
angedeutete Feder wird der Sperrhebel mit seinem Finger gegen den Umfang der Scheibe e gedrückt. Solange er sich auf den
glatten Umfang der Scheibe e stützt, ist sein Ende c" so weit gesenkt, daß es den Schaltarm
α nicht fassen kann; stützt er sich dagegen
auf den Daumen i, so befindet sich sein Ende c" in der Sperrstellung, bei der es den
Schaltarm α in seiner gezeichneten Lage sicher festhalten kann. In gleicher AVeise~ steuert die
Nockenscheibe f mit ihren beiden Nocken g und h mittels eines Fingers, einer Nase o. dgl.
rf' den Sperrhebel rf, der mit seinem Ende rf" auf einen Teil a' an dem Schaltarm a einwirkt.
Für die Zeichnung ist angenommen, daß der Daumen i ein Zwölftel des Umfanges der
; Scheibe e einnimmt, und daß die Nocken g· ! und h je einen Quadranten des Umfanges der
! Scheibe / einnehmen, ferner ist die Übersetzung
vom Münzwerk zur Kreuzwelle ί des Differentialgetriebes so gewählt, daß bei einer
; Umdrehung des Handgriffes k die Scheibe e ein Zwölftel einer Volldrehung ausführt.
Die Arbeitsweise der Einrichtung ist folgende:
Bei der in Fig. 1 gezeichneten Anfangslage der Scheiben e und f befinde sich
der Sperrhebel c gerade noch nicht in Sperrstellung, dagegen befinde sich der Sperrhebel
rf gerade schon in Sperrstellung, c hat also den Schaltarm α freigegeben, rf hält ihn,
■| der Schalter ist geschlossen. Wenn nun 'Strom verbraucht wird, so werden durch den Zähler
diebeiden Scheiben β und/um gleiche Winkel in der Z-Richtung gedreht; der Schalter bleibt
dabei durch rf gesperrt, c beibt wirkungslos. Dieser Zustand besteht so lange, bis der Nokken
g unter dem Finger rf' weggegangen ist; dann gibt auch rf den Schaltarm α frei, der
\ Schalter öffnet sich, der Zähler und die Scheiben
bleiben stehen. Die Scheiben haben dann die in der Nebenfigur 1 a gezeichneten Stellungen.
; Bei dieser Stellung der Scheibe e ist nun in dem Hauptgesperre ein Leergang von ein
Viertel einer Volldrehung der Scheibe e eingestellt. In Fig. ι a erscheint er als der 900
betragende Bogenabstand. L zwischen dem Daumen i und dem Finger c'. Wird nämlich
nun nach Münzeneinwurf das MünzAverk vom Abnehmer in Bewegung gesetzt, so geht das
Hauptgesperre zunächst leer, denn die Scheibe e vermag den Sperrhebel c zunächst
nicht in die Sperrstellung· zu bringen. Mit der ersten und zweiten Münze wird nur der Leergangsbogen
L auf 60 bzw. auf 300 verkleinert; erst mit der dritten Münze kann die Scheibe e
wieder in die in Fig. ι gezeichnete Stellung gebracht werden. Dies ist die Stellung, aus
der die Scheibe mit einer weiteren Münze unter Hebung des Sperrhebels c in die Sperrstellung
um ein Zwölftel einer Volldrehung in der F-Richtung über ihre Anfangslage hinaus
gedreht werden kann, wobei sie die Energiemenge für den Verbrauch bereitstellt, die bei
den angenommenen Maßverhältnissen einer
ίο Verdrehung um 300 entspricht. Diese Energiemenge
wird also durch die zuletzt eingeworfene' Münze wieder vorausbezahlt, wie
beim gewöhnlichen Selbstverkäufer. (Die ebenfalls vom MünzAverk aus betriebene Einrichtung,
die den Schalter erst schließen muß, ehe er gesperrt werden kann, ist in der Zeichnung
fortgelassen, um ihre Übersichtlichkeit nicht zu beeinträchtigen.)
Die drei Münzen, die der Abnehmer einwerfen muß, um den Leergang L (Fig. 1 a) wieder zu beseitigen, sind nun das Entgelt für die Energie, die der Abnehmer ohne Vorausbezahlung infolge der Sperrung des Schalters α durch den Nocken g des Hilfsgesperres entnehmen konnte. Der Abnehmer kann also erst durch Zahlung- dieses gewissermaßen gestundeten Betrages den Selbstverkäufer in den Zustand bringen, der durch Einzahlung einer weiteren Münze die Lieferung vorausbezahlter Energie in der üblichen Weise ermöglicht.
Die drei Münzen, die der Abnehmer einwerfen muß, um den Leergang L (Fig. 1 a) wieder zu beseitigen, sind nun das Entgelt für die Energie, die der Abnehmer ohne Vorausbezahlung infolge der Sperrung des Schalters α durch den Nocken g des Hilfsgesperres entnehmen konnte. Der Abnehmer kann also erst durch Zahlung- dieses gewissermaßen gestundeten Betrages den Selbstverkäufer in den Zustand bringen, der durch Einzahlung einer weiteren Münze die Lieferung vorausbezahlter Energie in der üblichen Weise ermöglicht.
Wird die in der oben angegebenen Weise durch Einzahlung der vierten Münze bereitgestellte
Energie verbraucht, so wird durch den Zähler die Scheibe 'e wieder in die Anfangslage
(Fig. ι ), die Scheibe f aus der in Fig. ι a gezeichneten Lage in der Z-Richtung
um 300 gedreht. Dies wiederholt sich beim Verbrauch der Energiemengen, die mit der
fünften und mit der sechsten Münze vorausbezahlt werden.. Dann ist aber die Scheibe f
in die Stellung nach Fig. 1 b und somit der Nocken h in die Stellung gekommen, die in
Fig. ι der Nocken g hat. Die Einrichtung wird so gemacht, daß der Nocken h dabei den
Sperrhebel d in die Sperrstellung bringt, kurz
bevor die in ihre Anfangslage (Fig. 1) zurückkehrende
Scheibe e die Sperrung des Schalters durch den Sperrhebel c aufhebt.
Nun ist der Anfangszustand der ganzen Einrichtung wieder hergestellt; das- beschriebene
Spiel wiederholt sich in genau gleicher Weise, da die Nocken h und g nach Voraussetzung
gleich lang sind.
Bei Verwendung des beschriebenen Gerätes bekommt also der Abnehmer zunächst
einmal den drei Münzen entsprechenden Betrag gestundet, muß ihn dann bezahlen,
muß ferner einen gleichen Betrag vorausbezahlen, wofür er die entsprechende Energiemenge
geliefert erhält, und bekommt nach Verbrauch dieser Energiemenge wieder denselben
Betrag gestundet.
Die angegebenen bestimmten Zahlen und Maßverhältnisse sind natürlich für die Erfindung
nicht wesentlich. Im besonderen ist nicht erforderlich, daß der nach Zahlung des gestundeten
Betrages vorauszuzahlende Betrag gleich dem gestundeten Betrag ist. Man kann die Einrichtung so machen, daß der Abnehmer
nach Zahlung des gestundeten Betrages nur eine Münze voraus einzuzahlen hat, um wieder
denselben Betrag wie vorher gestundet zu
• erhalten. Eine solche Einrichtung erhält man z. B., wenn man die Nocken g und h in der
' F-Richtung bis auf je fünf Zwölftel des Scheibenumfanges verlängert. Dann erhält
der Abnehmer zunächst den Energiebetrag entsprechend fünf Münzen gestundet und muß
dann sechs Münzen in den Apparat einwerfen, um wieder denselben Betrag gestundet zu
erhalten.
Die Zahl der Nocken an der Scheibe / des Hilfsgesperres braucht nicht gerade zwei zu
! sein; man kann die Scheibe mit einem Nocken oder auch mit mehr als zwei Nocken aus-,
statten. Bei der praktischen Ausführung wird man die Nocken g,h,i in der Länge und
nötigenfalls auch am Umfang der Scheiben e, f
einstellbar machen.
Die Scheibe / könnte auch von der Scheibe e oder, was dasselbe ist, von der Kreuzwelle s
aus angetrieben werden. Der Antrieb müßte dann allerdings so gemacht werden, daß die
Scheibe / in der Z-Richtung mitgenommen werden kann, bei Bewegung der Scheibe e in
der F-Richtung aber stehenbleibt. Durch Verwendung einer aus Zahnrad und Klinke
bestehenden Kupplung zwischen f und ^ bzw. e läßt sich das leicht erreichen. Bei
einer derartigen Einrichtung wird man die Scheibe / nur mit einem Nocken, beispiels-Aveise
dem Nocken g ausstatten. Geht man dabei wieder von dem in Fig. 1 gezeichneten
Anfangszustand aus, so ist die Arbeitsweise der Einrichtung genau die oben beschriebene,
bis zu dem Zeitpunkt, an dem nach Verbrauch der Energie für die sechste eingezahlte Münze
die Scheibe e wieder in ihre Anfangslage nach Fig. 1, die Scheibe f in die Lage nach
Fig. ι b gekommen ist. Da aber jetzt der Nokken /t fehlt, so tritt nicht wieder eine Stundung
eines Geldbetrages ein wie früher, sondern das Gerät arbeitet wie ein gewöhnlicher
Selbstverkäufer weiter. Nun wird also nur einmal, z. B. am Anfang des Monats,
nachdem der Werkbeamte die Gesperre in die in Fig. ι gezeichnete Anfangslage gestellt hat,
ein Betrag gestundet.
Bei der Anordnung nach Fig. 2 sind das
: Hilfsschaltorgan und der Leergang zwischen ι dem Münzwerk Y und dem Schaltergesperre
angeordnet, das nun nicht mehr Hauptgesperre genannt zu werden braucht, da kein
Hilfsgesperre vorhanden ist. In Fig. 2 ist zunächst die Anordnung nach Fig. 1 unter
Fortlassung des Hilfsgesperres mit Vereinfachungen ohne Änderung der Bezugszeichen
für die einzelnen Teile wiedergegeben. Das Hilfsschaltorgan, das auch zur Einstellung
des Leerganges dient, besteht aus einem sektorförmigen Zahnrad n, das vom Handgriff
k aus bei Münzeneinwurf im Sinne des Bogenpfeiles y gedreht werden kann. Dieses
Zahnrad η kann in ein Stirnzahnrad V1 eingreifen,
das mit einem Kegelrad V2 fest verbunden,
dadurch mit einem Räderzug V und durch diesen mit dem Sonnenrad S2 des
Differentialgetriebes gekuppelt ist. Die Zähnezahlen der miteinander in Eingriff stehenden
Räder seien so angenommen, daß bei Eingriff des Rades η in das Rad V1 durch eine Umdrehung
des Handgriffes k die Scheibe e um ein Zwölftel einer Volldrehung im Sinne des
Bogenpfeiles y gedreht wird.
Die Zeichnung zeige die vom Werkbeamten am Anfang des Monats bewirkte anfängliche
Einstellung' der Nockenscheibe e und des Zahnrades n. Der Nocken i erstreckt sich über
einen Quadranten der Scheibe e. Der Leergangsbogen L, um den sich das Rad 11 aus
der gezeichneten Anfangslage in der F-Richtung drehen muß, um mit dem Rad V1 in Eingriff
zu kommen, sei so groß, daß drei Umdrehungen des Handgriffes k und somit drei
Münzen erforderlich sind, um den Eingriff einzuleiten.
Die Arbeitsweise der Einrichtung ist folgende : Der Schalter a, p sei geschlossen, c be- :
finde sich in der Sperrstellung. Wird jetzt Strom verbraucht, so wird durch den Zähler
die Scheibe e in der Z-Richtung gedreht. Er- i reicht der Drehwinkel 900, die Scheibe e also
die Stellung entsprechend Fig. 2 a, so wird die Sperrung des Schalters aufgehoben, der .j
Schalter öffnet sich, der Zähler und die Scheibe e bleiben stehen. Will nun der Ab- j
nehmer wieder Energie entnehmen, so muß er zuerst drei Münzen einwerfen, um das Rad η mit dem Rad V1 erst einmal in Eingriff
zu bringen. Erst mit der vierten Münze ' kann er dann die Scheibe e wieder um 300 in i
der F-Richtung aus ihrer Stellung gemäß Fig. 2 a verdrehen und dadurch die mit dieser
vierten Münze vorausbezahlte Energiemenge ί für den Verbrauch bereitstellen.
Diese Einrichtung kann nun ohne weiteres zur Einziehung oder Miteinziehung einer vom
Verbrauch unabhängigen Grundgebühr ver- ■ wendet werden. Stellt z. B. der AVerkbeamte
am Anfang des Monats nur die Scheibe e so ein, wie die Fig. 2 zeigt, das Zahnrad η \
aber so, daß der Leergangsbogen L erst bei der fünften Umdrehung des Handgriffes, also
bei der fünften Münze ganz durchlaufen wird, so muß der Abnehmer nach Verbrauch der
Energiemenge, für die ihm der Betrag von drei Münzen gestundet ist, nicht nur diesen
Betrag, sondern außerdem noch den Betrag von zwei Münzen entrichten, um für die nächste Münze dann wieder Energie, und
zwar vorausbezahlte Energie geliefert zu erhalten. Dieser durch zwei Münzen zu erlegende
Betrag ist also eine vom Verbrauch unabhängige Gebühr. Es ist leicht ersichtlich,
daß die Größe des Leergangsbogens L, ausgedrückt durch die Zahl der Handgriffsdrehüngen
und Münzen, durch die er zum Verschwinden gebracht wird, immer gleich ist der Summe der anfänglich gestundeten und der
als Grundgebühr zu erlegenden Münzenzahl, und daß dabei die anfänglich gestundete
Münzenzahl bestimmt ist durch die Zahl der (je einer Münze entsprechenden) Schritte,
um die die Ausschaltkante i' des Nockens i in der F-Richtung anfänglich gegen ihre (in
Fig. 2 a) vorhandene Ausschaltstellung verdreht wird. Wird also nichts gestundet, so
dient der Leergang allein zur Einziehung der Grundgebühr.
Die Verwendung derartiger Einrichtungen bietet sowohl für das Werk wie für den Ab-.
nehmer Vorteile. Die Einkassierung von Grundgebühren, z. B. der Monatsmiete für den Apparat, durch den Apparat selbst, ist
für das Werk bequem, weil es den Betrag nicht besonders in Rechung zu stellen und
abholen zu lassen braucht. Die zeitweilige Aufhebung des Zwanges zur Vorausbezahlung
ist eine Annehmlichkeit für den Abnehmer, im besonderen für den kleinen Abnehmer,
der nicht immer das Geld für den Selbstverkäufer zur Hand haben wird. Vor allem Abnehmer mit wöchentlicher Entlohnung
werden es' als eine Annehmlichkeit empfinden, wenn sie 8 oder 14 Tage für die Zahlung Zeit
haben, ohne auf das elektrische Licht verziehten zu müssen.
Es bleibt noch zu bemerken, daß die beschriebenen Einrichtungen unter Ersetzung
des Schalters durch einen Hahn und des Elektrizitätszählers durch eine Gas- ■ oder na
Wasseruhr auch bei Selbstverkäufern für Gas oder Wasser Anwendung finden können.
Claims (5)
- Patent-An Sprüche:i. Selbstverkäufer für Elektrizität, Gas, Wasser o. dgl., bei dem das Schalten durch ein Hilfsorgan, das aus Scheiben (z. B. f, Fig. ι; n, Fig. 2)9. dgl. besteht, mitbestimmt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsorgan zur Verrechnung eines gestundeten Betrages oder einer Grundgebühr dauernd oder zeitweise durch einGetriebe oder durch, eine direkte Kupplung mit dem Verbrauchszähler verbunden ist.
- 2. Selbstverkäufer nach Anspruch i, bei dem die Vorausbezahlung der verbrauchten Energie in bekannter Weise durch eine vom Zähler und der Müiizenförder- . einrichtung beeinflußte Sperrscheibe veranlaßt wird, dadurch gekennzeichnet, daßίο außerdem) die nachträgliche Einzahlung eines Geldbetrages durch Einstellen eines Leerganges an der gleichen Sperrscheibe (<?, Fig. i) oder an einer anderen Stelle des mit dem Zähler in Eingriff stehenden Getriebes erzwungen wird. .
- 3. Selbstverkäufer nach Anspruch 1 und 2, gekennzeichnet durch ein vom Verbrauchsmesser (Z) gesteuertes Hilfsgesperre (t,f,d), das nach Lösung des Hauptgesperres (s, e, c) den Schalter oder Hahn (α, p) für den nachträglich zu bezahlenden Verbrauch einer gewissen Menge des Verbrauchsmittels geschlossen bzw. offen hält und dadurch die Einstellung des Leerganges (L, Fig. ia) im Hauptgesperre durch den Verbrauchsmesser selbst ermöglicht.
- 4. Selbstverkäufer nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Leergang (L, Fig. 2) in dem Getriebe zwischen dem Münzwerk (F) und dem Gesperre (s, e, c,) des Schalters oder Hahnes eingestellt wird (Fig. 2).
- 5. Selbstverkäufer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bereitstellung einer Verkaufsmittelmenge, für die der Geldbetrag durch Aufhebung oder Verkleinerung des Leerganges (L, Fig. 2) nachträglich zu entrichten ist, das Gesperre (s, e, c) unabhängig vom Münzwerk in Sperrstellung" gebracht werden kann (Fig. 2).Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE294255C true DE294255C (de) |
Family
ID=548831
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT294255D Active DE294255C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE294255C (de) |
-
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- DE DENDAT294255D patent/DE294255C/de active Active
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