DE294329C - - Google Patents
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Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
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- Arc Welding In General (AREA)
Description
VKAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- Λ! 294329'-KLASSE 21 h. GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 9. Juni 1915 ab.
Die Anwendung von Mehrphasenstrom in der elektrischen Widerstandsschweißung geschah
bisher nur in sehr beschränktem Maße als Drehstrom, indem versucht wurde, die
Erwärmung durch die drei Phasen an einer Stelle, der Schweißstelle, zu vereinigen; praktisch
bekannt geworden sind solche Ausführungen nicht.
Es ist durch nachstehend beschriebene An-Ordnung gelungen, den Mehrphasenstrom, insbesondere
den Drehstrom, zur Anwendung in der elektrischen Schweißung weiter heranzuziehen
und damit der Einführung der elektrischen Schweißung Vorschub zu leisten.
!2 Wenn es sich um Schweißmaschinen mit
größerer Stromaufnahme handelt, entstehen fast immer Schwierigkeiten, da die einseitige
Belastung der Phase, in welcher die Schweißmaschine sitzt, Unzuträglichkeiten hervorruft.
Da andererseits die Umwandlung von Drehstrom in Einphasenstrom auf dem allein möglichen
Weg des rotierenden Umformers hohe Kosten erfordert, ist die Aufstellung von Schweißmaschinen in vielen Fällen fast unmöglich.
Um dem zu begegnen, wird gemäß der Erfindung nachstehend beschriebene Anordnung
getroffen: Fig. ι zeigt schematisch die drei primären Phasen I ft, II -ft, III ft des Dreh-Stroms
in Sternschaltern. I s, II s, III s sind die entsprechenden sekundären Phasen, ebenfalls
in Sternschaltung, i, 2, 3 sind die sekundären Pole. A-B stellt eine Längsnaht dar.
Werden die Pole 1 und 3 rechts und links
der Naht angesetzt, wogegen 2s auf der Naht selbst sitzt, so entstehen Ströme zwischen 1-3
sowie 1-2 und 2-3.
Die Stromstärken können durch primäre Wicklungszu- oder -abschaltung, aber auch
durch Wahl der Entfernung der einzelnen Pole voneinander und von der Naht so reguliert
werden, daß zwischen 1-3 nur eine Vorwärmung auf beliebige Temperatur stattfindet,
während die eigentliche Schweißung und das hierfür nötige Verdrücken oder Verquetschen
unter dem Pol 2 geschieht. Unter letzterem wird auch die größte Hitze — die Schweißhitze
— entstehen, weil unter ihm zwei Phasen 2-1, 2-3 zur Wirkung kommen, während
die Vorwärmung zwischen 1-3 nur eine Phase so
betrifft.
Durch Wahl größerer Längen 1-2, 3-2 und tunlichster Kürzung der Entfernung 1-3 ist es
auch möglich, die Haupthitze zwischen 1-3 und die Vorwärmetemperatur zwischen 1-2, 3-2
zu erzeugen und einen neutralen Stempel oder eine Rolle zwischen 1-3 auf der Naht selbst
anzuordnen, welche das Verdrücken oder Verquetschen derselben zum Zwecke der Verbindung
besorgt. Hierdurch wird das außerordentlich lästige Anpratzen des Metalles an den Kontakten vermieden, dem sonst kaum
abzuhelfen ist, da es bedingt ist durch den Übergangswiderstand von Kontakt auf Metall,
wodurch ersterer trotz aller Kühlversuche an der Auflage eine solche Temperatur annimmt,
daß er mit dem Metall zusammenklebt, so daß bei Abhub oder Drehung das Anpratzen,
d. h. das Herausreißen von angeklebtem Metall aus der Schweißstelle unvermeidlich ist. Der
Wegfall des Übergangswiderstandes zwischen Kontakt und Metall ergibt auch den Wegfall
des Anpratzens. Besonders wichtig ist die Vermeidung des Anpratzens bei der Schweißung
von Aluminium, Messing und ähnlichen Metallen ohne eigentliche Schweißtemperatur.
Bei der Schweißung mittels Mehrphasen-, insbesondere Drehstroms in Anwendung auf
Rohre oder Hohlkörper ergibt sich ein weiterer großer Vorteil: Es können alle Pole auf
einer Seite, also außen angesetzt werden, während innen nur eine neutrale Gegenstütze oder
ein Dorn den Druck auffängt. Dadurch wird die bei der Einführung von Polen in das
Innere von Hohlkörpern unvermeidliche Induktion und bei längeren Hohlkörpern lange
schwere Kupferarme für die innere Stromzuführung vermieden werden, ebenso wie jene
öfters angewendeten Dorne, die den Zweck haben, als Stromzwischenleiter zu dienen.
Es kann diese außenseitige Anordnung der Kontakte bei Rohren u. dgl. so getroffen werden,
daß die Kontakte nicht nur die Vorwärmung der Schweißnaht selbst, sondern auch die Erwärmung einer der Schweißnaht gegenüberliegenden
und parallel mit ihr verlaufenden schmalen Linie herbeiführen. Es hat dies den Zweck, die Spannung oder Federung
aufzuheben, welche bei einseitiger Erhitzung des Rohres beim Schweißen entsteht und die
häufig ein Wiederaufreißen der Naht schon gleich nach erfolgter Schweißung herbeiführt.
Eine Hauptschwieiigkeit bei der elektrischen
Schweißung bildet das dem Metall anhaftende Oxyd, beim Eisen der Zunder, dessen Vorhandensein
das Einbrennen von Löchern an der Schweißstelle zur Folge hat, daher es nötig ist, diesen Zunder vorher zu entfernen.
Es erklärt sich dieses Verhalten daraus, daß der Zunder in der Schmelzwärme in seine Bestandteile,
Eisen und Sauerstoff, zerfällt und die Anwesenheit des letzteren das Verbrennen des, glühenden Eisens oder Stahles nach sich
zieht. Die Schmelzwärme des Zunders ist niedriger als jene des Metalles, was aus der
erfahrungsgemäßen Tatsache hervorgeht, daß beim elektrischen Schweißen der Zunder schon
schmilzt, wenn z. B. der Eisenkern erst richtige Schweißhitze erhält; das Schmelzen des
Zunders ist in der Schweißpraxis sogar das Zeichen für den Schweißer, daß jetzt die richtige
Schweißhitze eingetreten ist.
Im Hinblick auf Fig. 1 ist es erkennbar, daß die Temperatur zwischen 1-3 durch Nähern
der Pole oder primäre Regulierung derart gesteigert werden kann, daß der Zunder zum
Schmelzen kommt. Pol 2, unter dem die Schweißung vollends vollzogen wird, muß möglichst nahe an 1, 3 aufgerückt werden,
daß die Naht nicht gut Zeit hat, bis sie unter 2 gelangt, durch Sinken der Temperatur wieder
Zunder anzusetzen. Solange der Sauerstoff
entweichen kann, übt er keinen Einfluß auf das darunter liegende Metall aus, nur
wenn er unter einem Pol wie unter 2 entsteht und infolge des Druckes der Polauflage
nicht heraus kann. Es kommt somit auf die Art der bis zur Zunderschmelzung erhöhten
Vorwärmung die Schwierigkeit der Schweißung zunderigen Metalles in Wegfall.
Es wäre noch auf Fig. 2 hinzuweisen, wo aus der Anordnung der Pole zu ersehen ist,
daß auch bei der sogenannten Punktschweißung die Anwendung von Mehrphasen-, insbesondere
Drehstrom sehr gut angängig ist. Es wird bei Punktschweißung geringer Materialstärken
natürlich nicht nötig sein, zu dieser Anordnung zu greifen, da solche geringe Materialstärken
ohnehin wenig Strom für einen Schweißpunkt erfordern und daher wohl am besten direkt an eine Phase geschaltet werden
können, ohne daß Störungen im Netz zu befürchten sind, aber für Punktschweißungen
stärkerer Querschnitte, beispielsweise Blech von 6 bis 10 mm, gleich 10 bis 20 mm Gesamtstärke,
was 20 bis 40 K. W. Strom erfordert, ist die Verteilung in die einzelnen Phasen und Anwendung der Vorwärmung
ebenfalls sehr vorteilhaft.
Die Schweißung vollzieht sich hier zwischen den Phasen 1 und 2, während die übereinanderliegenden
Bleche oder ähnliches zwischen 1-3 und 2-3 vorgewärmt werden. Die größte
Vorwärmung wird des Übergangswiderstandes wegen unter 3, 3 erfolgen, und es ist daher
praktisch, die Entfernung der Polpaare so zu wählen, daß 3, 3 an die Stelle des nächsten
Schweißpunktes angesetzt werden, so daß die Entfernung 1, 2-3, 3 den Punktabständen entspricht.
Claims (3)
1. Elektrische Schweißung mittels Mehrphasen-, insbesondere Drehstroms, gekennzeichnet
durch eine derartige Anordnung der Pole, daß die überzähligen, zur Schweißung nicht verwendeten Phasen zur Vorwärmung
des Werkstückes herangezogen ■ werden.
2. Elektrische Schweißung mittels Mehrphasen-, insbesondere Drehstroms, nach
Anspruch 1, bei Anwendung auf Rohre oder Hohlkörper in der Weise, daß eine Erwärmung
bis zur Glühhitze auf der der Schweißnaht gegenüberliegenden Seite her-
vorgerufen wird, wodurch die der Haltbarkeit der Schweißnaht schädlichen Spannungen
ausgeglichen werden.
3. Elektrische Schweißung mittels Mehrphasen-, insbesondere Drehstroms, nach
Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die überzähligen Phasen dazu benutzt werden,
das Material auf eine solche Temperatur zu bringen, daß das an der Oberfläche gebildete Oxyd schon zum Schmelzen
kommt, ehe es unter die eigentliche Schweißstelle kommt, um das der Schweißung nachteilige Verhalten des Oxydes
oder Zunders zu beseitigen.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE294329C true DE294329C (de) |
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