DE295193C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Log zum selbsttätigen Anzeigen von Schiffsgeschwindigkeiten,
und zwar dasjenige System, bei dem eine Pitotsche Röhre und ein Rohr, das nur den hydrostatischen Druck angibt, verwendet
werden. Beide Rohre münden in den Schiffsboden und stehen mit einer oder zwei beweglichen
Membranen in solcher Verbindung, daß der Ausschlag der Membranen von dem Unterschied
der Drucke in den beiden Leitungen abhängig wird. Dieser Druckunterschied wird bisher zwecks Ablesung an beliebiger Stelle
mittels Gases oder Flüssigkeit auf ein geschlossenes Rohrsystem fortgepflanzt, in welches die
verschiedenen Druckmesser eingeschaltet sind. Dieses bekannte System hat aber den schweren
Nachteil, daß ein wenn auch nur unbeträchtliches Leck an dem geschlossenen Rohrsystem
zur Folge hat, daß der Ausschlag der Druckmesser unrichtig wird. Hierzu kommt auch,
daß die Druckmesser, wenn das Rohrsystem mit einer Flüssigkeit gefüllt ist, gegen die Bewegungen
des Schiffes auf hoher See sowie gegen Temperaturschwankungen und Volumenänderungen
des Rohrsystems empfindlich werden.
Der Zweck vorliegender Erfindung ist, diese Ubelstände zu beseitigen. Die Erfindung kennzeichnet
sich zu diesem Zwecke in der Hauptsache dadurch, daß die Membranen (eine oder besser zwei solche können verwendet werden)
bei ihrer Bewegung eine Ventilvorrichtung o. dgl. beeinflussen, welche die Verbindung
teils zwischen einem Druckgasbehälter und dem Rohrsystem mit seinen Druckmessern und
teils zwischen diesem Rohrsystem und der Außenluft regelt. Hierdurch wird die Einwirkung
von an dem Rohrsystem gegebenenfalls entstehenden Lecken neutralisiert, weil Druckgas, das durch ein Leck entweicht, sofort
aus dem Druckgasbehälter ersetzt wird. Als Druckgas kann dabei Druckluft oder besser
Kohlensäure Verwendung finden, die in flüssiger Form in einem Behälter aufbewahrt werden kann. Da der Verbrauch unter gewöhn-
liehen Verhältnissen sehr gering ist, reicht ein solcher Kohlensäurebehälter aus, den Verbrauch
während langer Zeit zu decken.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind in Fig. 1 und 2 als Beispiel zwei Ausführungsformen
eines solchen Logs gezeigt, wobei einige Teile im Schnitt dargestellt sind.
In den Schiffsboden 1 mündet in bekannter Weise teils eine Pitotsche Röhre 2, deren Öffnung
nach vorn (in der Bewegungsrichtung des Schiffes) gekehrt ist, und teils ein Rohr 3, dessen
Öffnung nach unten gekehrt ist, so daß das Rohr nur den hydrostatischen Druck angibt.
Die beiden Rohre 2 und 3 münden mit ihren oberen Enden in je ein Membrangehäuse 4
bzw. 5. Die eine Wand jeden Gehäuses wird gebildet durch eine leicht bewegliche Membran 6
bzw. 7. Gemäß Fig. 1 sind diese beiden Membranen zueinander so angebracht, daß sie ohne
Verwendung von Stopfbuchsen oder anderen Einrichtungen, welche Reibung verursachen,
mittels einer Stange 8 verbunden werden können. Die beiden Membranen sind gleich groß
und auch im übrigen von derselben Beschaffenheit, und der Ausschlag der Stange 8 (nach rechts
auf der Zeichnung) bei der Bewegung des Schiffes wird daher, wie leicht ersichtlich, nur von dem
Geschwindigkeitsdruck abhängig werden, während der hydrostatische Druck eliminiert wird.
In der Stange. 8 sind zwei Stifte o. dgl. 9 und 10 eingesetzt, von denen der erstere unter
Vermittlung eines Zahnradgetriebes einen auf einer Skala 11 spielenden Zeiger 12 bewegt.
Die Skala ist so graduiert, daß die Geschwindigkeit des Schiffes darauf unmittelbar abgelesen
werden kann. Gegen den anderen Stift 10 liegt der eine Arm 13 eines um den Zapfen 14
drehbaren Winkelhebels an, dessen anderer Arm aus einer Feder 15 gebildet wird, die
unter Vermittlung eines in geeigneter Weise, z.B. mittels zweier drehbarer Arme 16 geführten
Gelenkes 17 eine Membran 18 bewegt, welche die eine Wand eines Ventilgehäuses 19
bildet. Mit der Membran 18 sind zu beiden Seiten des Anlagepunktes des Gelenkes 17
zwei Ventile 20 und 21 verbunden, die sich nach entgegengesetzten Richtungen hin öffnen.
Das erstere dieser Ventile regelt die Verbindung zwischen einem besonderen Räume 22, der
durch Rohr 23, in welches ein Reduktionsventil 24 eingesetzt ist, mit dem Kohlensäure-
behälter 25 in Verbindung steht, und dem Ventilgehäuse 19, während das letztgenannte
Ventil 21 die Verbindung des Ventilgehäuses mit der Außenluft regelt. Von dem Ventilgehäuse
geht ferner ein Rohr 26 heraus, weldies
mittels Zweigrohre 27 mit den Druckmessern 28 in Verbindung steht. Diese, welche
an verschiedenen Stellen innerhalb des Fahrzeuges angebracht sind, sind so graduiert, daß
sie die Geschwindigkeit des Schiffes direkt angeben.
Wenn das Schiff sich in Ruhe befindet, sind die Flüssigkeitsdrucke in den beiden Membrangehäusen
4 und 5 gleich, und die Membranen 6 und 7 nehmen dann die dargestellte Gleichgewichtslage
ein. Der Zeiger 12 sowie die Druckmesser 28 zeigen dann auf Null, wobei
im entgegengesetzten Falle die letzteren nach dem erster en verstellt werden können. Wenn
das Schiff sich vorwärts bewegt, steigt aber der Druck gegen die Membran 6, was zur
Folge hat, daß die Stange 8 (nach rechts auf der Zeichnung) verschoben wird. Diese Bewegung
wird durch den Winkelhebel 13, 15 und das Gelenk 17 auf die Membran 18 übertragen,
die dabei mit dem Ventilkegel 21 als Drehpunkt nach oben geschwenkt wird, so
daß das Ventil 20 geöffnet wird. Die Kohlensäure strömt dann aus dem Räume 22 in das ·
Ventilgehäuse 19 und durch das Rohrsystem 26, 27 nach den verschiedenen Druckmessern 28.
Die Kohlensäure im Ventilgehäuse 19 wird aber gleichzeitig gegen die Oberseite der Membran 18
drücken, und wenn dieser Druck dem Drucke der Feder 15 gegen die Unterseite der Membran
18 gleich wird, so wird das Ventil 20 wieder geschlossen. Der Druck in dem Rohrsystem
hat dann eine solche Größe erreicht, daß die Druckmesser 28 entsprechend der Verschiebung
der Stange 8 die Geschwindigkeit des Schiffes angeben. Wird dann die Geschwindigkeit
des Schiffes gesteigert, so wird die Stange 8 weiter nach rechts verschoben, und
das Ventil 20 wird wiederum geöffnet, so daß der Druck in dem Rohrsystem weiter steigt
und die Druckmesser 28 die erhöhte Geschwindigkeit angeben. .
Wenn dagegen die Geschwindigkeit des Schiffes vermindert wird, so sinkt der. Druck gegen
die Membran 6, und die Stange 8 wird nach links verschoben. Infolgedessen nimmt der
Druck der Feder 15 gegen die Unterseite der Membran 18 ab, und die Membran wird von
dem . Drucke gegen deren Oberseite mit dem Ventilkegel 20 als Drehpunkt nach unten geschwenkt,
so daß das Ventil 21 geöffnet wird und ein Teil der Kohlensäure aus dem Rohrsystem
und aus dem Ventilgehäuse 19 in die Außenluft entweicht. Der Druck in dem Rohrsystem sinkt also, und die Druckmesser 28
zeigen die verminderte Geschwindigkeit an. Der Druck in dem Rohrsystem wird auf diese
Weise von der Geschwindigkeit des Schiffes abhängig. Klar ist auch, daß ein geringeres
Leck an dem Rohrsystem oder eine Änderung von dessen Volumen, z. B. dadurch, daß die
Rohrleitung an einer weniger geschützten Stelle einer Beschädigung ausgesetzt und plattgedrückt
wird, auf die Druckmesser 28 keinen Einfluß hat, weil die Ventilvorrichtung 18, 20, 21
stets ebensoviel Kohlensäure durchläßt oder entweichen läßt, daß der richtige, der Geschwindigkeit
entsprechende Druck in dem Rohrsystem erzielt wird.
In Fig. 2 ist eine etwas vereinfachte Ausführungsform dargestellt, die sich von der no
oben beschriebenen dadurch unterscheidet, daß die Membrangehäuse 4 und 5 aus einem Stück
hergestellt sind und durch eine Zwischenwand 33 getrennt werden. Durch eine feine Öffnung
in dieser geht ein Stift oder ein Strang 34, der die beiden Membranen 6 und 7 miteinander
verbindet. Die Bewegung der Membranen 6 und 7 wird unmittelbar durch das Gelenk 17
j ohne Vermittlung von Hebeln auf die Membran 18 übertragen. Die Membrangehäuse und
das Ventilgehäuse 19 sind mittels Schrauben 35 mit Rechts- und Linksgewinde zueinander ver-
stellbar. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, daß die Bewegungen der Membranen 6
und 7 kleiner werden als in dem vorigen Falle, und daß somit die Kraftverluste auf ein Minimum
beschränkt werden.
Die oben beschriebenen und auf der Zeichnung dargestellten Ausführungsformen können
natürlich in verschiedener Weise weiter abgeändert werden, ohne von dem Prinzip der Erfindung
abzuweichen. So kann z. B. der mit-. tels einer mechanischen Übertragung von der
Stange 8 angetriebene Kontrollmesser ii, 12
(Fig. 1) durch einen Differentialdruckmesser 30 ersetzt werden, der durch zwei Rohre 31 und 32
(auf der Zeichnung mit strichpunktierten Linien dargestellt) mit den Membrangehäusen 4
bzw. 5 in Verbindung steht. Nach diesem Kontrolldruckmesser 30, der die Geschwindigkeit
des Schiffes so genau und so fehlerfrei als mög-Hch angibt, können dann die übrigen Druckmesser
28 eingestellt werden. Die gezeigten zwei Membranen 6 und 7 können gegebenenfalls
auch durch eine einzige Membran ersetzt werden, die dann eine Zwischenwand zwischen
den Gehäusen 4 und 5 bildet. Die Bewegung kann dann von der Membran z. B. mittels
einer feinen Nadel abgenommen werden, die durch eine entsprechende Öffnung in dem einen
oder in beiden Gehäusen hindurchgeht, oder mittels eines geeigneten Hebelmechanismus, so
daß durch die Wand des Gehäuses nur eine drehbare Welle hindurchgeht.
Um die Druckmesser 28 zu veranlassen, auch bei sehr kleinen Geschwindigkeiten richtig zu
zeigen, kann es bisweilen vorteilhaft sein, die Ventilvorrichtung derart einzurichten, daß ein
gewisser Anfangsdruck in dem Ventilgehäuse 19 und in dem Rohrsystem 26, 27 auch dann vorhanden
ist, wenn die Geschwindigkeit .des Schiffes gleich Null ist. Dies kann z. B. durch
eine Hilfsfeder erreicht werden, die man die Membran 18 beeinflussen und mit einer gewissen
Kraft nach oben drücken läßt, welche dem erwünschten Anfangsdruck entspricht.
Wenn man wünscht, daß das Log die Geschwindigkeit des Schiffes auch bei Rückwärtsgang
angeben soll, so kann man zwei Pitotsche Röhren mit den Öffnungen nach entgegengesetzten
Richtungen gekehrt verwenden, welche Röhren mit dem Membrangehäuse 4 abwechselnd
in. Verbindung gesetzt werden, je nachdem das Schiff vorwärts oder rückwärts geht.
Der oben beschriebene Geschwindigkeitsmesser, kann endlich, wie leicht ersichtlich,
auch zum Messen der Stromgeschwindigkeit beispielsweise in einem Flusse mit Vorteil
verwendet werden. Wenn in diesem Falle zwei Pitotsche Röhren verwendet werden, so
kann der Apparat auch sog. Aufwärtsstrom und dessen Geschwindigkeit anzeigen.
Claims (3)
1. Log zum selbsttätigen Anzeigen von Schiffsgeschwindigkeiten mit einer Pitotschen
Röhre und einem Rohr, das nur den hydrostatischen Druck angibt, welche beide Rohre in den Schiffsboden münden und
mit einer oder zwei miteinander verbundenen Membranen o. dgl. derart in Verbindung
stehen, daß der Ausschlag der Membranen von dem Unterschied der Drucke in den beiden Rohren abhängig ist, welcher Druckunterschied
von einem oder mehreren in einem Rohrsystem eingesetzten Druckmessern
angegeben wird, dadurch gekennzeichnet, daß . die Membranen bei ihrer Bewegung eine Ventilvorrichtung o/dgl. beeinflussen,
welche die Verbindung teils zwischen einem Druckgasbehälter und dem erwähnten Rohrsystem und teils zwischen
diesem und der Außenluft regelt, zum Zweck, die Einwirkung von an dem Rohrsystem
gegebenenfalls entstehenden Lecken zu neutralisieren.
2. Log nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilvorrichtung aus
einer Membran (18) besteht, welche die eine Wand eines mit dem Rohrsystem (26, 27)
verbundenen Ventilgehäuses (19) bildet und mit zwei Ventilen verbunden ist, von denen
das eine (20) bei der Bewegung der Membran in ■ der einen Richtung (infolge von gesteigerter
Geschwindigkeit) geöffnet wird und dabei den Druckgasbehälter, ζ. Β. einen
Kohlensäure- oder Druckluftbehälter (25), mit dem Ventilgehäuse und damit auch mit
dem Rohrsystem in Verbindung setzt, während das andere Ventil (21) bei der Bewegung
der Membran (18) in der entgegengesetzten Richtung (infolge von verminderter
Geschwindigkeit) geöffnet wird und dabei das Ventilgehäuse und damit auch das Rohrsystem mit der Außenluft in Verbindung
setzt.
3. Log nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Membran (18) von
den Membranen (6, 7) unter Vermittlung eines Gelenkes (17) bewegt wird, welches gegen
die erstgenannte Membran an einem Punkte zwischen den Verbindungspunkten
der Ventile (20, 21) mit der Membran (18) anliegt, so daß diese bei ihrer Bewegung
mit dem einen oder anderen Ventil als Drehpunkt schwingt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| SE483161X | 1915-12-08 |
Publications (1)
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ID=43798356
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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-
1916
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| FR483161A (fr) | 1917-06-06 |
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