DE3017252C2 - Vorrichtung zur Konstanthaltung der Innentemperatur von Körpern - Google Patents
Vorrichtung zur Konstanthaltung der Innentemperatur von KörpernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Konstanthaltung der Innentemperatur von Körpern in Vakuum,
vorzugsweise für Raumflugkörper.
Die Verlustwärme von Körpern im Vakuum, wie z. B. Raumflugkörpern als Nachrichtensatelliten wird
üblicherweise über die Außenflächen abgestrahlt, die dazu mit besonderen Spiegeln belegt sind. Die Größe
dieser Strahlerflächen wird bestimmt durch die von den mitgeführten Geräten zu dissipierende Leistung und die
maximal zulässige Arbeitstemperatur des jeweils abzukühlenden Gerätes. Im allgemeinen ist die Strahlerflache
so klein wie möglich. Dennoch ist sie zu groß, wenn der Dissipator abgeschaltet wird oder ausfällt,
denn durch das Verringern der Dissipation Q fällt die Temperatur Tdes Strahlers nach der bekannten Formel
T=yC· Q und stabilisiert sich gegebenenfalls erst bei
Temperaturen, die unterhalb der zulässigen unteren Temperaturgrenze für die Geräte liegen.
Zum Schutz der Geräte werden drei Verfahren angewendet, als da sind Heizen mit Hilfe von eigens
installierten Heizmatten, Verringern der Strahlung durch Veränderung der Oberflächenbeschaffenheit
mittels drehbarer Flächen oberhalb der Strahlerfläche, neuerdings auch mittels steuerbarer Wärmeleitrohre,
falls der Einbau von Wärmeleitrohren ohnehin gefordert war. Alle diese Verfahren erfordern eine komplizierte
und aufwendige Regelung, welche die Leistungsbilanz des Raumflugkörpers negativ beeinflußt, zu
zusätzlichem Gewicht führt, und wegen der zu fordernden Ausfallsicherheit einen erheblichen zusätzlicher.
Aufwand an Einrichtungen bedingt
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung der genannten Art zu schaffen, bei der die Konstanthaltung
der Temperatur allein über die physikalischen Eigenschaften der Außenhaut bewirkt und bei der die bisher
erforderlichen aufwendigen Einrichtungen entfallen.
Diese Aufgabe ist dadurch gelöst daß die thermische Leitfähigkeit zwischen Innen- und Außenwand des
Körpers variierbar ist und daß dazu die äußere Wandstruktur aus einer Anordnung von zwei an ihren
Rändern dichten Platten besteht zwischen denen sich eine Flüssigkeitsschicht befindet wobei der Abstand
zwischen den Platten in Abhängigkeit von der abzustrahlenden Verlustwärme variierbar ist und wobei
die innere Platte gleichzeitig Teil der Struktur des Körpers sein kann.
Zwar ist aus der US-PS 34 09 247 ein thermosensitiver Überzug für die Außenhaut eines Raumflugkörpers
bekannt damit kann jedoch nur über die von außen einwirkende elektromagnetische Strahlung eine Temperaturbeeinflussung
erreicht werden. Die angesprochenen Probleme hinsichtlich der Verlustwärme des Raumflugkörpers können damit nicht gelöst werden, da
die Abstrahlung nach außen nur in Abhängigkeit der von außen eintreffenden (Sonnen-)Strahlung, nicht aber
in Abhängigkeit der innen anfallenden Verlustwärme beeinflußt werden kann.
Ebenso verhält es sich mit der aus der DE-OS 14 56 199 bekannten Maßnahme, die zylindrische
Oberfläche des Satelliten zu isolieren und die axialen Enden des Satelliten mit einer verstellbaren Wärmeisolierung
zu versehen. Zum einen ist die Maßnahme nur gegen äußere Strahlung geeignet £irn anderen muß ein
aufwendiges Regelungskonzept vorhanden sein.
Aus der US-PS 32 25 820 ist eine Einrichtung zur Temperaturkontrolle mittels Wärmeleitung bekannt
Dort wird durch Bimetalle oder Flüssigkeiten, die bei Temperaturänderungen starke Volumenänderungen
erleiden, der Abstand über den die Wärme dissipiert wird, verändert. Die Flüssigkeit dient mithin lediglich
der Abstandsveränderung. Außerdem ist dort im Gegensatz zur Erfindung angestrebt, die Dissipation
konstant zu halten, was voraussetzt, daß die erzeugte Wärme mit konstanter Rate anfällt, siehe Spalte 3,
Zeilen 56 bis 60. Demgemäß kann auch nicht überraschen, daß nach der Lehre der US-PS 32 25 820
die Wirkungsweisen der Bimetalle bzw. die Vergrößerung und Verkleinerung des Abstandes genau umgekehrt
erfolgt, wie bei der Erfindung.
Eine Einrichtung zur Temperaturregelung eines wärmebelasteten Bauteils ist aus der DE-AS 15 37 707
bekannt. Gelöst wird das Problem der Temperaturregelung dadurch, daß ein von dem Bauteil wegragendes
Rohr als Wärmeleiter vorhanden ist, wobei der Wärmeleitwiderstand durch einen verschiebbaren Kolben
veränderbar ist. Die von dem Bauteil abgewendete Seite des Kolbens wird von einem Kühlmedium
durchflossen. Das Kühlmedium dient mithin im Gegensatz zur Erfindung lediglich dem Abtransport der
Wärme. Demgemäß zirkuliert das Kühlmedium, während es bei der Erfindung den Dissipationsraum nicht
verläßt.
Die Erfindung ist anhand der Figuren näher erläutert.
Es zeigen
F i g, Ia1 Ib das Prinzip der Erfindung,
Fig,2a, 2b, 2c Ausgestaltungen mit verschiedenen
Bimetallanordnungen,
Die Erfindung ist anhand eines Raumflugkörpers im Weltall näher erläutert Es ist aber ohne weiteres
verständlich, daß der Einsatz für jedes Gerät im Vakuum vorteilhaft ist, und ohne jede Änderung
realisierbar ist
Gemäß F ί g. la, Ib entsteht in einem Dissipator 1 z. B. |0
einer Funkbox eines Nachrichtensatelliten Verlustwärnie,
die über einen Obergangskontakt in eine Montagestruktur 2, von dort durch eine Flüssigkeit 3 in eine
Platte 4 geleitet und von dort abgestrahlt wird. Ändert sich der Abstand zwischen der Montagestruktur 2 und
der Platte 4, so wächst bei konstantem Volumen der Flüssigkeit 3 der Leitungswiderstand umgekehrt proportional
zum Quadrat des Abstandes:
An maximale Benetzungsfläche
m = A0- ho- ρ = const.
Ab verringerte Benetzungsfläche
Q0 -f.
1
hl
ho minimale Flüssigkeitsschichtdicke bei A„
ρ Dichte der Flüssigkeit
hb Flüssigkeitsschichtdicke bei Ab
λ Wärmeleitfähigkeit der Flüssigkeit
Dies kann durch Verringern der Ankopplung verbessere werden. Vergrößert man den Abstand
zwischen Strahler 4 und Montagestruktur 2, so verringert sich die beiderseits von der Flüssigkeit
benetzte Fläche bei gleichzeitiger Verlängerung des Wärmeleitweges, Mit der oben aufgezeigten Formel
und einem gewünschten 7L von 70 K, so daß die Boxtemperatur —25° C nicht unterschreitet, ergibt sich
unabhängig von der verwendeten Flüssigkeit
30
35
O0IQ,-
A T TemperaturdifTerenz Indices α, b: verschiedene
Dissipationszustände
Anhand eines konkreten Beispiels soll die Erfindung noch weiter erläutert werden:
Ausgangspunkt soll sein, daß die Funkbox 1 50 Watt
dissipiert, 60° C warm werden darf und die 50 Watt
vollständig zu der zugeordneten Strahlerfläche geleitet werden. Berücksichtigt man einen Gradienten zwischen
Funkbox und Strahler von 20 K, so ergibt sich aus der
bekannten Strahlerformel mit
ε = 0,8 Emmissivität; F = 1 Sichtfaktor;
σ = 5,67 10"8 W/m2k4 Bolzmannsche Konstante,
eine erforderliche Strahlerfläche von
A= QIe- F- σ- Tf = 0,11m2
55
In dem Gradienten von 20 K sind 3 K beinhaltet für eine 1 mm dicke Flüssigkeitsschicht, die zwischen
Montagestruktur 2 und Strahler, d. h. Platte eingeschlossen ist.
Reduziert sich jetzt infolge der Abschaltung (bzw. Ausfall) der Funkbox die abgestrahlte Leistung des
zugehörigen Strahlers auf einen Restbetrag von z. B. 5 W, so fällt die Strahlertemperatur auf minus 97° C1 die
bei starrer Ankopplung vvu etwa minus 95° C für die Box
führt, mithin zu einer Temperatur, die unterhalb typischer zulässiger Temperaturen liegt
It-Itn- V(Q0IQ0) ■ (T0IT0)
h = 15,3 mm
Q0 =50W
Qo = 5 W
A T0 = 70 K
ATa= 3 K
h„ = 1 mm
Qo = 5 W
A T0 = 70 K
ATa= 3 K
h„ = 1 mm
Der Wert h ist proportional Λο κηά dieser ist nur
technologisch bedingt Durch die Wahl der Flüssigkeit
und den Aufbau des Geräts ist es möglich, Flüssigkeitsfilmdicken von < 1 mm mit gleichmäßiger Benetzung
auszuführen, so daß auch h sich verringert Natürlich
stehen die beiden sich gegenüberliegenden Innenseiten 5, 6 im Strahlungsaustausch, der durch geeigente
Oberflächenbehandlung, z. B. Versilbern, Vergolden, sehr klein gehalten werden kann.
Eine weitere Verbesserung wird dadurch erreicht, daß
die Flüssigkeit 3 bei einer definierten Temperatur erstarrt, so daß dann der Wärmeleitkontakt bei
weiterem Entfernen des Strahlers entfällt
Wesentlich für den Effekt der regelbaren thermischen Leitfähigkeit ist die Flüssigkeit, über die die Wärme
geleitet wird. Sie soll bei Temperaturen oberhalb 30" C
ausreichend viskos sein, um beide Platten mit geringer Schichtdicke gut zu benetzen, bei abnehmenden
Temperaturen zäh werden und spätestens bei etwa -2O0C erstarrt sein. Zusätzlich ist eine niedrige
Ausgasrate erforderlich, damit bei Lecks im normalerweise hermetisch verschlossenen Gerät einerseits die
Funktionsfähigkeit erhalten bleibt, andererseits die benachbarten und die eigene Strahlerfläche nicht
kontaminiert werden. Außerdem muß eine nicht zu geringe Wärmeleitung und ein niedriges spezifisches
Gewicht gegeben sein. Bei kurzzeitigen stark instationärem Auskühlen tritt ein zusätzlicher Schutz der Boxen
durch die Erstarrungswärme ein.
Als geeignete Flüssigkeit bieten sich anhand ihrer bekannten Eigenschaften Paraffine, öle, Fette an.
In F i g. 2a, 2b, 2c sind Ausgestaltungen mit verschiedenen Bimetallanordnungen dargestellt.
Wie bereits erläutert, besteht die Anordnung grundsätzlich aus zwei ebenen Platten 7, 8, die
miteinander am Rande dicht, aber gegeneinander mit Plattenverbindungselementen 12, 13 verschiebbar verbunden
sind. Zwischen den Platten 7,8 befindet sich eine Flüssigkeitsmenge 9, die z. B. 1 mm stark ist, wenn beide
Platten 7, 8 st; rk gegeneinandergedrückt werden. Zusätzlich sind Bimetallelemente 10, 11 an einer der
Platten 7,8 montiert, die bei hohen Temperaturen flach, bei niedrigen gebogen sind. Diese Bimfctclleiemente 10,
11 können zusätzliche Elemente sein (F i g. 2a), können
integraler Bestandteil der Plattenverbindungselemente 12, 13 (Fig.2b) odsr können integraler Bestandteil
einer der Platten 7,8 sein (F i g. 2c). Die Vergrößerung
des Abstandes wird von den Bimetallelementen 10, 11 bewirkt, das Verringern durch nicht näher dargestellte
Federelemente, z. B. durch Vorspannen der Plattenver-
bindungselemente oder einer der beiden Platten oder festes Ankoppeln der Bimetallelemente. Die gegeneinanderliegenden Oberflächen weisen niedrige Emissionszahlen auf.
Zur Montage am Raumflugkörper wird die innere
Platte 8 mit den Bimetallelementen 10, H am
Raumflugkörper in gutem Wärmekontakt angebracht, z. B. geklebt, auf der äußeren Platte 7 werden Elemente
hoher Emissionszahl angebracht, z. B. Kaltspiegel 14.
Claims (5)
1. Vorrichtung zur Konstanthaltung der Innentemperatur
von Körpern im Vakuum vorzugsweise für Raumflugkörper, dadurch gekennzeichnet,
daß die thermische Leitfähigkeit zwischen Innen- und Außenwand des Körpers variierbar ist
und daß dazu die äußere Wandstruktur aus einer Anordnung von zwei an ihren Rändern dichten
Platten (7, 8) besteht, zwischen denen sich eine Flüssigkeitsschicht (9) befindet, wobei der Abstand
zwischen den Platten (7,8) in Abhängigkeit von der abzustrahlenden Verlustwärme variierbar ist und
wobei die innere Platte (8) gleichzeitig Teil der Struktur des Körpers sein kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Variieren des Plattenabstandes
mittels zwischen den Platten (7, 8) angeordneten Bimetallelernenten (10, 11) erfolgt, wobei diese bei
hohen Temperaturen eine Abstandsreduzierung und bei niedrigen Temperaturen eine Abstandsvergrößerung
bewirken und durch Vorspannen einer der beiden Platten (7, 8) oder von Plattenverbindungselementen
(12,13) erfolgt
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die äußere Platte (7) außen mit
Kaltspiegeln (14) belegt ist und daß die Innenseiten (5, 6) der Platten (7, 8) zur Verringerung des
Strahlungsausiausches oberflächenbehandelt sind, z. B. vergoldet oder versilbert sind.
4. Vorrichtung nach Ansprach 2, dadurch gekennzeichnet,
daß eine der beiden Platten (7, 8) aus Bimetall besteht, dergestalt, daß bei niedrigen
Temperaturen ihr Abstand zur anderen Platte größsr wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bimetallelemente (10, 11) die
Plattenverbindungselemente (12,13) sind.
40
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Publications (2)
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