DE30199C - Neuerung an dem Verfahren und dem Apparat zum Reinigen von Wasser unter Anwendung eines Gemenges von kaustischer Magnesia oder basisch-kohlensaurer Magnesia und Sägespähnen - Google Patents
Neuerung an dem Verfahren und dem Apparat zum Reinigen von Wasser unter Anwendung eines Gemenges von kaustischer Magnesia oder basisch-kohlensaurer Magnesia und SägespähnenInfo
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Classifications
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Description
KAISERLICHES
! rr> . ν ία . -, 1
PATENTAMT.
In die Zuflufslehung der Reinigungsbatterie
wird nach Mafsgabe der beiliegenden Zeichnung ein Düsenapparat D von bekannter Construction
eingeschaltet. Dieser Düsenapparat -D steht einerseits mit dem Hochreservoir H für
Rohwasser durch das Fallrohr/ in Verbindung und ist durch Hahn h abstellbar. Andererseits
ist der Düsenapparat D mit dem Wasserraum des Dampfkessels K durch die Rohrleitung r
in Verbindung gebracht und durch die Hähne H1
und K2 abstellbar.
Zwischen Abstellhahn h und Düsenapparat D ist ein Schlammsammler s angebracht, der
gröbere Verunreinigungen des Kesselwassers zurückhält.
Nach Oeffnung der Abstellhähne h Jz1 Zz2 tritt
aus dem Hochreservoir H Rohwasser und aus dem Wasserraum des Dampfkessels K Kessel-.
wasser in den Düsenapparat, und zwar derart, dafs das Kesselwasser mit einer dem jeweiligen
-Kesseldruck entsprechenden Geschwindigkeit durch die Düse strömt, auf das Rohwasser eine
saugende Wirkung ausübt, sich mit dem Rohwasser mischt, um dann in bekannter Weise
die Filtercylinder der Batterie zu passiren, wo das Gemisch von Roh- und Kesselwasser entkalkt
und geklärt wird.
Die Durchgangsöffnungen des Düsenapparates D sind unter Berücksichtigung der Höhenlage
des Hochreservoirs H und des jeweiligen Druckes im Dampfkessel so gewählt und construirt,
dafs das durch die Batterie geprefste und zu reinigende Gemisch aus 1 Theil Kesselwasser
und 4 bis 5. Theilen Rohwasser besteht.
Die beschriebene Anordnung ermöglicht also, das Kesselwasser als theilweises Fördermittel
für das Rohwasser zu benutzen und dem Kesselwasser eine continuirliche Circulation zu
sichern. So lange die Reinigungsbatterie in Thä'tigkeit ist, so lange findet auch die Circulation
des Kesselwassers statt, welches natürlich durch die Speisevorrichtungen immer wieder
in den Dampfkessel gefördert wird.
Zweck dieser Neuerung ist, diejenigen Uebelstände noch zu beseitigen, welche dem Verfahren,
Patent No. 16574, anhafteten.
Das durch dieses Verfahren gereinigte Wasser besitzt noch einen, wenn auch nur minimalen
Gehalt an Gyps, weil natürlich derselbe nicht weiter zersetzt werden kann, als es die, wenn
auch sehr geringe, Löslichkeit des kohlensauren Kalkes eben gestattet. Dieser geringe Gypsgehalt
mufs sich aber durch das Eindampfen des Wassers, besonders in Kesseln mit kleinem
Wasserraum und grofser Leistung, sehr bald bis zu dem Punkt anhäufen, wo das Kesselwasser
eine in der Hitze gesättigte Gypslösung darstellt. Jede weitere Zuführung kann natürlich
nur Gypsabscheidung, also Kesselsteinbildung, im Gefolge haben, wenn nicht periodisch
das Kesselwasser theilweise abgeblasen und durch frisches Wasser ersetzt wird.
:■ Es kommt weiter in Betracht, dafs das gereinigte
Wasser mehr !oder weniger kohlensaure .Magnesia; enthält,: welche in der Temperatur
des Kesselwassers sich in Form von basisch kohlensaurer Magnesia abscheidet und demnach, Schlammbildung verursacht wird.
Durch die,beschriebene Circulation des Kesselwassers
wird die Gypssättigung im Kesselwasser und die Ansammlung von basisch kohlensaurer
Magnesia im Dampfkessel vermieden.
Dadurch, dafs das Kesselwasser continuirlich durch die Reinigungsbatterie geleitet wird, wird
es immer von neuem bis zum erwähnten Minimalgehalt vom Gyps befreit und somit eine
Gypssättigung im Kesselwasser verhindert. Somit ist eine Kesselsteinbildung, selbst der geringsten
Art und Menge, ganz ausgeschlossen.
. In gleicher Weise wird auch die Ansammlung der basisch kohlensauren Magnesia als Schlamm
im Dampfkessel auf ein kleinstes Mafs reducirt, weil die Magnesia durch Circulation des Kesselwassers
ebenfalls evacuirt und in den Filtercylindern zur Abscheidung kommt.
Die Evacuation der Magnesia hat ferner noch den grofsen Vortheil, dafs der seither nutzlose
Schlamm werthvoll wird, indem er in den Filtercylindern wieder als Reinigungsmittel wirkt,
wodurch die äufserste Sparsamkeit an Reinigungsmaterial eintritt.
Claims (3)
1. Die Herstellung der continuirlichen Strömung des Kesselwassers aus dem Dampfkessel
durch die Reinigungsbatterie und von dort nach Reinigung und Klärung wieder
in den Dampfkessel zurück.
2. Die Vermeidung der Gypsausscheidung oder Kesselsteinbildung, weil das circulirende
Kesselwasser bei seinem Lauf durch die Batterie immer wieder bis zu der mehrfach
erwähnten Grenze entkalkt wird und weitentfernt bleibt vom Sättigungspunkt in Beziehung auf die Löslichkeit des Gypses.
3. Die Evacuirung des Kesselschlammes und besonders die Wiedergewinnung der basisch
kohlensauren Magnesia und ihre Wiederverwerthung in der Reinigungsbatterie.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE30199C true DE30199C (de) |
Family
ID=306335
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT30199D Expired - Lifetime DE30199C (de) | Neuerung an dem Verfahren und dem Apparat zum Reinigen von Wasser unter Anwendung eines Gemenges von kaustischer Magnesia oder basisch-kohlensaurer Magnesia und Sägespähnen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE30199C (de) |
-
0
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