DE3022448C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Markierungsmaschine zur Erzielung eines
gleichmäßigen Auftrags von Markierungsstoff auf Straßen, Plätze od. dgl.
mit einem Vorratsbehälter für den
Markierungsstoff, einer Auftragdüse mit Absperrvorrichtung,
einer Zuführungsleitung vom Vorratsbehälter zur Auftragdüse,
mit einem wegeabhängig geschwindigkeitsproportional ange
triebenen statisch arbeitenden Pumpensystem für den Mar
kierungsstoff und mit einem von der zwischen dem Pumpsystem
und der Auftragdüse liegenden Zuführungsleitung abgehenden
Nebenauslaß mit einem Überdruckventil und einer Rückführungs
leitung in den Vorratsbehälter.
Verkehrsleitlinien werden zu einem großen Teil mit Hilfe sog.
Straßenmarkierungsmaschinen erzeugt, die flüssige Markierungs
stoffe, wie insbesondere Farben, unter Druck aus einer Auftrags
vorrichtung unterschiedlicher Ausgestaltung, vorzugsweise ei
ner Düse auf die Straßenoberfläche auftragen.
Bei den meisten bekannten Straßenmarkierungsmaschinen wird die
Düse in einfacher Weise aus einem druckbeaufschlagten Vorrats
behälter gespeist. Bei einem anderen bekannten System wird
die Düse aus einem ständig fließenden Farbstrom gespeist, der
von einer Pumpe erzeugt wird, die die Farbe aus einem drucklo
sen Vorratsbehälter ansaugt und die nicht von der Düse ver
brauchte Überschußfarbmenge über ein einstellbares Überdruck
ventil, das den gewünschten Überdruck im Farbsystem aufrecht
erhält, in die Ansaugleitung bzw. in den Vorratsbehälter zu
rückfördert.
Bei geschlossener Düse pflanzt sich der Ursprungsüberdruck
des Farbsystems als statischer Druck in der Farbleitung bis
zur Düse fort, wobei infolge von Elastizitäten, insbesondere
bei Verwendung von flexiblen Schläuchen, eine Aufweitung der
Leitung mit Vergrößerung des Farbinhaltes stattfindet.
Bei Öffnung der Düse stellt sich infolge einsetzender Strömung
ein geringerer Druck in der Leitung ein, die elastische Auf
weitung der Farbleitung geht zurück, was zu einem kurzzei
tigen erhöhten Farbaustritt aus der Düse und damit zu einer
abnehmenden Farbanhäufung am Anfang eines Leitlinienstückes
führt. Da mit zunehmender Schichtdicke die Trocknungszeit
der Farbe überproportional zunimmt, wirken sich derartige
Farbanhäufungen äußerst nachteilig auf die Gesamttrocknungs
zeit einer neu aufgebrachten Leitlinie aus, denn die Gesamt
trocknungszeit bis zur Überfahrbarkeit der Leitlinie wird be
stimmt durch die größte vorkommende Trocknungszeit. Die neu
aufgebrachte Leitlinie muß solange gegen den Verkehr gesi
chert werden, bis auch die Stellen mit größerer Schichtdicke
überfahrbar sind. Es ist einleuchtend, daß Verkehrsleitlinien
mit derartigen Farbanhäufungen bedeutende Erschwernisse im Ab
lauf der Markierungsarbeiten mit sich bringen.
Insbesondere bei neuartigen
Markierungsmaschinen, bei denen zur Erzielung einer auch bei
ungleichmäßiger Fahrgeschwindigkeit in Fahrtrichtung gleich
bleibenden, fest vorbestimmten Auftragsschichtdicke statisch
arbeitende Pumpensysteme verwendet werden, die wegeabhängig
- beispielsweise über ein mit der Straße in Kontakt stehendes
Bodenrad - angetrieben werden (GB-PS 7 92 060), wird ein erhöhter Druck bei geschlossener Düse aufgebaut und kurz nach dem Öffnen der Düse ist damit eine erhöhte Farbabgabe verbunden. Die ge
wünschte Eigenschaft derartiger Systeme, nämlich, daß beim
Erzeugen eines Leitlinienteilstückes die gesamte von dem
Pumpensystem geförderte Farbmenge durch die Düse auf die
Straßenoberfläche gelangt, macht beim Schließen und Öffnen
der Düse zusätzliche Maßnahmen erforderlich, da der von der
Pumpe erzeugte und aus der Düse austretende Farbstrom nicht
wie bei herkömmlichen Maschinen beim Schließen der Düse von
selbst zum Stillstand und beim Öffnen der Düse von selbst
in Gang kommt.
Durch die vorliegende Erfindung sollen die Nachteile der
bekannten Straßenmarkierungsmaschinen, wie extreme Druckschwan
kungen beim Öffnen der Düse vermieden und den besonderen Er
fordernissen von mit wegeabhängig fördernden Pumpen ausge
rüsteten neuartigen Markiermaschinen Rechnung getragen werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde bei einer Markierungs
maschine der im Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 5
angegebenen Art die
Druckdifferenz zwischen Arbeitsdruck und dem Druck bei
geschlossener Auftragsdüse möglichst klein
zu halten.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß
mit den im kennzeichnenden Teil der Patentansprüche 1 und 5
angegebenen Merkmalen.
Weitere Merkmale der Erfindung sind aus den Unter
ansprüchen 2 bis 4 und 6 bis 9 zu entnehmen.
An Hand der nachfolgenden Ausführungen sowie den auf der
Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispielen,
soll die Erfindung nachfolgend noch weiter erläutert werden.
In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine automatisch einstellbare Drossel mit Federbalg
und federbelastetem Ventilkörper am Nebenauslaß und
Fig. 2 eine Ausführung, bei der die Absperrorgane für die
Auftragsdüse und die Drossel miteinander verbunden
sind.
Die Pumpe wird kontinuierlich angetrieben und liefert auch
bei geschlossener Düse einen Farbstrom in unveränderter Größe,
der über ein Überdruckventil in den Vorratsbehälter zurück
fließt. Da bei variierender Fahrgeschwindigkeit der Markie
rungsmaschine sich auch proportional dazu der Farbstrom in sei
ner Größe und damit auch der durch den Düsenwiderstand er
zeugte Gegendruck ändert, muß der Ansprechdruck des Über
druckventils so eingestellt sein, daß er auch den höchsten
in der Praxis während des Farbaustrittes aus der Düse auf
tretenden Farbdruck sicher abdeckt, andernfalls würde während
der Farbauftragung auf die Straßenoberfläche ein Teil der
für die entstehende Leitlinie bestimmten Farbe über das Über
druckventil in den Vorratsbehälter zurückfließen.
Bei geschlossener Düse entsteht demnach auch bei geöffneten
Überdruckventil ein Farbdruck in einer Größe, der je nach Ein
stellung weit über dem Druck bei geöffneter Düse liegt.
Diese soll aber aus den Gründen der elastischen Verformung
des Systems und den damit verbundenen eingangs beschriebe
nen nachteiligen Folgen gerade vermieden werden.
Um die unerwünschte Druckdifferenz zwischen Arbeitsdruck und
Ansprechdruck des Überdruckventils bei allen Arbeitsdrücken
auf einer akzeptablen Größe zu halten, muß der Ansprech
druck des Überdruckventils durch eine selbsttätig arbeitende
Vorrichtung vom jeweiligen Arbeitsdruck abgeleitet werden.
Ein Beispiel für eine derartige Lösung ist in Fig. 1 dar
gestellt.
Der während des Farbaustritts aus der Düse herrschende Ar
beitsdruck PA wirkt in dem Balg 17 auf die Fläche FB, die
die gleiche Größe hat wie die Querschnittsfläche FV des
Überdruckventils 21. Der Balg wirkt auf eine Feder 18 und
verformt diese. Die auf die Fläche FB wirkende Gesamtkraft
wird als Federkraft auf den Ventilteller 16 des Überdruck
ventils übertragen und wirkt dort als Schließkraft, die
infolge der Flächengleichheit gerade dem Arbeitsdruck PA
entspricht. Durch Belastung des Ventiltellers mit einem Ge
wicht wird erreicht, daß das Überdruckventil während des
Farbaustritts aus der Düse, also bei im System herrschenden
Arbeitsdruck PA, nicht anspricht. Wird nun die Düse ge
schlossen, wird gleichzeitig durch eine Arretiervorrichtung
22, der Balg 17 und damit auch die Feder 18 in der dem Ar
beitsdruck PA entsprechenden Lage fixiert, wodurch auch
die dem Arbeitsdruck entsprechende Schließkraft am Ventil
teller 16 fixiert ist. Bei geschlossener Düse steigt der
Farbdruck in System an und hebt den Ventilteller 16 des
Überdruckventils bei einem der Gewichtskraft des Ventiltel
lers ausgleichenden Druckanstieg an. Obwohl auch im Balg
17 der Druck ansteigt, kann der durch den Druckanstieg her
vorgerufene Gesamtkraftanstieg infolge der Arretierung von
Balg und Feder nicht als Schließkraftanstieg an den Ven
tilteller weitergegeben werden.
Durch die Größe des mit dem Ventilteller verbundenen Ge
wichtes kann ein akzeptabler, für die Schichtdickenschwan
kung des Farbauftrages noch erträglicher Druckanstieg bei
geschlossener Düse exakt vorbestimmt werden. Die Druckdiffe
renz zwischen Arbeitsdruck bei offener Düse und dem Ansprech
druck des Überdruckventils bei geschlossener Düse ist in
folge der nichtvariablen Gewichtskraft bei allen Arbeits
drücken konstant.
Soll der Ansprechpunkt des Überdruckventils bei geschlossener
Düse stets in einem bestimmten Verhältnis zum Arbeitsdruck
bei offener Düse stehen, so läßt sich dies in einfacher Weise
durch ein entsprechendes Verhältnis der Fläche in FB zu
Querschnittsfläche FV und durch Wegnahme der Gewichtsbeauf
schlagung vom Ventilteller erreichen. Um das Verhältnis, um
das die Fläche FB größer ist als die Fläche FV, ist der Ansprechdruck
des Ventils größer als der Arbeitsdruck bei offener Düse.
Eine weitere Möglichkeit, den Farbaustritt aus der Düse
zu unterbrechen, ohne daß der Farbdruck bei geschlossener
Düse absinkt, besteht darin, die Farbpumpe auch bei geschlos
sener Düse kontinuierlich anzutreiben und beim Schließen der
die Farbe auf die Straßenoberfläche auftragenden Düse gleich
zeitig eine andere Düse zu öffnen, über die die Farbe in den
Vorratsbehälter zurückgeleitet wird. Diese Düse muß so dimen
sioniert werden, daß sie dem Farbstrom den gleichen Wider
stand entgegensetzt, d. h. den gleichen Farbdruck erzeugt
wie die Düse, über die die Farbe auf die Straßenoberfläche
ausgetragen wird.
Zweckmäßigerweise werden beide eben beschriebenen Düsen so zu
einer Einheit zusammengefaßt, daß sie mit ein und demselben
Schließorgan geöffnet bzw. geschlossen werden können. Wie
Fig. 2 zeigt, verschließt das Schließorgan 13 abwechselnd
die Düse 11 oder 23. Hierbei stellt die Düse 11 diejenige
Düse dar, über die die aus der Farbzuleitung 14 zugeführte
Farbe auf die zu beschichtende Fläche aufgetragen wird. Die
Düse 23 ist mit der Rücklaufleitung zum Vorratsbehälter ver
bunden. Beim Schließen der Düse 11 durch das Schließorgan 13
wird gleichzeitig die Düse 23 geöffnet und die Farbe fließt
zum Vorratsbehälter zurück. Werden die geometrischen Ver
hältnisse zudem noch so gewählt, daß beim Umschaltorgan des
Schließorgans in die jeweils entgegengesetzte Lage in jeder
Zwischenstellung der Durchtrittsquerschnitt der jeweils zu
öffnenden Düse um den gleichen Betrag wächst wie der Durch
trittsquerschnitt der jeweils zu schließenden Düse beim
Schließorgan abnimmt, so kann sogar beim Umschalten eine
Druckpulsation vermieden werden.
Claims (8)
1. Markierungsmaschine zur Erzielung eines gleichmäßigen
Auftrages von Markierungsstoff auf Straßen, Plätze od.
dgl. mit einem Vorratsbehälter für den Markierungsstoff,
einer Auftragsdüse mit Absperrvorrichtung, einer Zufüh
rungsleitung vom Vorratsbehälter zur Auftragsdüse, mit
einem wegeabhängig geschwindigkeitsproportional ange
triebenen statisch arbeitenden Pumpensystem für den Mar
kierungsstoff und mit einem von der zwischen dem Pump
system und der Auftragdüse liegenden Zuführungsleitung
abgehenden Nebenauslaß mit einem Überdruckventil und
einer Rückführungsleitung in den Vorratsbehälter, dadurch
gekennzeichnet, daß das Überdruckventil eine einstellbare
Drossel mit Absperrorgan ist und die Absperrorgane für
die Auftragsdüse (11) und die Drossel (23) als miteinander
verbundene Absperrorgane ausgeführt sind, wobei beim Öff
nen des einen Absperrorgans das andere schließt und
umgekehrt.
2. Markierungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drossel in der Rückführungsleitung (15) auf den
gleichen Widerstand wie die Auftragsdüse (11) einstellbar
ist.
3. Markierungsmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Absperrorgane zu einer Einheit (13)
verbunden sind.
4. Markierungsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Durchtrittsquerschnitt
der zu öffnenden Düse um den gleichen Betrag vergrößert
wird wie der Durchtrittsquerschnitt der zu schließenden
Düse verringert wird.
5. Markierungsmaschine zur Erzielung eines gleichmäßigen
Auftrages von Markierungsstoff auf Straßen, Plätze od.
dgl. mit einem Vorratsbehälter für den Markierungsstoff,
einer Auftragdüse mit Absperrvorrichtung, einer Zufüh
rungsleitung vom Vorratsbehälter zur Auftragsdüse, mit
einem wegeabhängig geschwindigkeitsproportional ange
triebenen statisch arbeitenden Pumpensystem für den
Markierungsstoff und mit einem von der zwischen dem
Pumpsystem und der Auftragdüse liegenden Zuführungsleitung
abgehenden Nebenauslaß mit einem Überdruckventil und
einer Rückführungsleitung in den Vorratsbehälter, dadurch
gekennzeichnet, daß das Überdruckventil eine automatisch
einstellbare Drossel ist, bei der der den Nebenauslaß 12
absperrende Ventilkörper (16) auf der dem Auslaß (12)
abgewandten Seite mit einer Feder (18) und einem Feder
balg (17) bzw. einem Kolben, der mit einer Abzweigleitung
(10) zur Zuführungsleitung (14) des Materials zur Auftrags
düse in Verbindung steht, verbunden ist und bei der der
Federbalg oder Kolben beim Schließen der Auftragsdüse
(11) über eine Vorrichtung (22) arretierbar ist.
6. Markierungsmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die wirksame Auslaßfläche (F V ) gleich der wirksamen
Balgfläche (F B ) ist.
7. Markierungsmaschine nach Anspruch 5 oder 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß die wirksame Balgfläche (F B ) um einen
definierten Betrag größer ist als die wirksame Auslaß
fläche (F B ).
8. Markierungsmaschine nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (22) zum
Arretieren des Federbalges (17) als mit einer Kralle (20)
versehener zusammen mit der Schließvorrichtung für die
Auftragsdüse (11) betätigter Kolben (19) ausgebildet ist.
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