DE3025435C2 - Druckkernrohr-Baugruppe und Verfahren zu deren Verwendung - Google Patents
Druckkernrohr-Baugruppe und Verfahren zu deren VerwendungInfo
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Description
- Die Erfindung betrifft zum einen eine Druckkernrohr-Baugruppe, wie sie im Oberbegriff des Anspruchs 1 beschrieben und bereits bekannt ist (US-PS 35 48 958).
- Die bekannte Baugruppe dient der Gewinnung eines Bohrkerns bzw. einer Formationsprobe im wesentlichen unter dem in der Formation herrschenden Druck, der in der Druckkammer aufrechterhalten bleibt, in welcher der Bohrkern zutage gefördert wird. Würde die Druckkammer nicht abgedichtet und ein entsprechend hoher Druck in der Druckkammer aufrechterhalten werden, so wäre die gewonnene Probe nicht repräsentativ für die an der Bohrlochsohle in der Formation herrschenden Bedingungen.
- Bei der bekannten Ausbildung ist der Außenmantel durch Verriegelungsstifte mit einer Auslösehülse verbunden, die eine Durchgangsöffnung aufweist, die mit einer durch den Bohrstrang herablaßbaren Ventilkugel das Spülungsventil bildet, nach dessen Schließen die Auslösehülse durch den Spülungsdruck unter Entriegelung der Stifte abwärtsbewegbar ist. Daraufhin werden die in einem mit dem Innenmantel verbundenen oberen Bauteil radial geführten Stifte von einer am Außenmantel vorgesehenen Schrägfläche radial einwärtsgedrückt, weil sich der Außenmantel unter Schwerkraftwirkung abwärtsbewegt und nach dem vollständigen Eindrücken der Stifte bis in die Kernhaltestellung herabfällt. Die eingedrückten Stifte treten in eine Nut der Auslösehülse ein und verbinden diese dadurch mit dem oberen Bauteil des Innenmantels, an dem das Kenrohr befestigt ist, mit dem eine am herabgefallenen Außenmantel vorgesehene Dichtung unter Bildung der oberen Abdichtung der Druckkammer zusammenwirkt. Auch das die untere Abdichtung der Druckkammer bildende, als Kugelhahn ausgebildete Ventil wird durch den herabfallenden Außenmantel über ein Getriebe aus Zahnstange und Ritzel in die Schließstellung verschwenkt. Durch die beim Herabfallen des Außenmantels auftretende Relativbewegung zwischen diesem und dem Innenmantel wird ferner ein Absperrventil der im Innenmantel untergebrachten pneumatischen Steuerungsvorrichtung aufgesteuert, so daß Druckgas aus einem Speicher austreten kann, um die geschlossene, den Bohrkern aufnehmende Druckkammer auf den gewünschten Druck zu bringen. Nunmehr kann die gesamte Baugruppe über das obere Bauteil hochgezogen werden, an dem über die mittels der Feder gesicherten Stifte die Auslösehülse, der Innenmantel, das Kernrohr und der Außenmantel aufgehängt sind.
- Bei der bekannten Baugruppe ist ein ordnungsgemäßer Übergang aus der Bohrstellung in die Kernhaltestellung davon abhängig, daß nach dem Niederdrücken der Auslösehülse durch den Spüldruck die auf den Außenmantel wirkende Schwerkraft die Stifte vollständig radial eindrückt und den Außenmantel unter Durchführung der vorgenannten Betätigungsvorgänge vollständig bis in die untere Stellung herabbewegt. Es können jedoch Reibungskräfte auftreten, die der Schwerkraftverlagerung des Außenmantels entgegenwirken, so daß der vorbeschriebene Arbeitsablauf nicht in allen Fällen gewährleistet ist, da auch dem Gewicht des Außenmantels Grenzen gesetzt sind.
- Dementsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die bekannte Baugruppe und ihre Verwendung so zu verbessern, daß die Störungsanfälligkeit herabgesetzt ist und der Betrieb problemloser ablaufen kann.
- Diese Aufgabe wird vorrichtungsmäßig durch die kennzeichnende Ausbildung gemäß Anspruch 1 gelöst.
- Diese erfindungsgemäße Ausbildung bewirkt, daß der Spüldruck bzw. Bohrschlammdruck nicht nur zur Entriegelung des Außenmantels benutzt wird, sondern außerdem eine hydraulische Kraft auf den Außenmantel aufbringt, um diesen mit einer unterstützenden hydraulischen Kraft aus der oberen Bohrstellung in die untere Kernhaltestellung zu verlagern. Dabei kann diese zusätzliche hydraulische Kraft im wesentlichen über die ganze Bewegungsstrecke des Außenmantels wirksam sein. Es ist daher ersichtlich, daß eine erhöhte Gewähr dafür gegeben ist, daß die Bewegungs- und Betätigungsvorgänge in der vorgesehenen Weise erfolgen und somit die Kernprobe unter den gewünschten Bedingungen zutage gefördert wird.
- Zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen. Dabei bietet die Maßnahme nach Anspruch 2 auf einfache Weise die Möglichkeit, die positive Verlagerung des Außenmantels über Tage durch ein Absinken des Bohrschlammdrucks zu registrieren. Nach Anspruch 5 wird eine positive Verriegelung des Außenmantels nicht nur in der oberen Bohrstellung, sondern auch in der unteren Kernhaltestellung erreicht, was für eine ordnungsgemäße Arbeitsweise förderlich ist. Die Ausbildung nach Anspruch 6 führt zu einer vorgegebenen gegenseitigen Ausrichtung von Außenmantel und Innenmantel in Umfangsrichtung, wobei nach dem Hochholen der Kernbaugruppe eine vorbestimmte Relativdrehung zwischen den beiden Mänteln und damit eine Versetzung der Verriegelungsblöcke in Umfangsrichtung gegenüber den umlaufenden Nuten im Außenmantel vorgenommen werden kann, um einer Abnutzung der Nuten entgegenzuwirken.
- Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Verwendung der Druckkernrohr-Baugruppe, wie es im Oberbegriff des Anspruchs 8 beschrieben ist. In verfahrensmäßiger Lösung der gestellten Aufgabe gemäß Kennzeichen des Anspruchs 8 kann bei sehr hohen Formationsdrücken der Druck innerhalb der den Bohrkern aufnehmenden Druckkammer auf einen geeigneten Wert beschränkt werden, bei dem die zutage geförderte Probe noch als repräsentativ für die an der Bohrlochsohle herrschenden Formationsbedingungen angesehen werden kann.
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand einer schematischen Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
- Fig. 1 einen Teilschnitt durch den oberen Teil der Druckkernrohr-Baugruppe in der Stellung zum Kernen,
- Fig. 1A den nächstunteren Abschnitt der Kernrohr-Baugruppe, in dem die Druckgasquelle und ihre Ventile angeordnet sind, wobei die Kernrohr-Baugruppe in der Stellung zum Kernen gezeichnet ist,
- Fig. 1B den nächstunteren Abschnitt der Kernrohr-Baugruppe mit Einzelheiten des Druckgasventils und der Federvorrichtung zum Schutz des den Kern abdichtenden Ventils, wobei die Kernrohr-Baugruppe in der Offenstellung zum Kernen dargestellt ist,
- Fig. 1C Einzelheiten des unteren Teils der Kernrohr- Baugruppe in der Offenstellung,
- Fig. 2 eine Fig. 1 ähnliche Ansicht der Kernrohr-Baugruppe in der abgedichteten Stellung,
- Fig. 2A eine Fig. 1A ähnliche Ansicht bei geöffnetem Druckgasventil und abgedichtetem Kern,
- Fig. 2B eine Fig. 1B ähnliche Ansicht, wobei die Bauteile die abgedichtete Schließstellung einnehmen,
- Fig. 2C dieselbe Ansicht der Kernrohr-Baugruppe wie Fig. 1C, jedoch in der abgedichteten Stellung,
- Fig. 3 die abgedichtete Kernrohr-Baugruppe nach dem Anschließen an eine Druckspülanlage zum Fortspülen des Bohrschlammes von der Kernrohr-Baugruppe vor dem Gefrieren der Kernrohr-Baugruppe für die Zerteilung und Untersuchung der Probe,
- Fig. 4 den Schnitt 4-4 in Fig. 1 und
- Fig. 5 den Schnitt 5-5 in Fig. 2.
- Die in Fig. 1 bis 3 dargestellte Kernrohr-Baugruppe 10 hat einen Außenmantel 11 und einen Innenmantel 12, die durch eine Ausdehnungskupplung 13 miteinander verbunden sind. Der Außenmantel 11 setzt sich aus mehreren Sektoren 15, 16, 17 und 18 mit mehreren verbindenden Gewindeschutzstücken 19 und 20 zusammen. Am unteren Ende weist der Außenmantel 11 ein Gewindeschutzstück 22 auf, das mit einer nicht dargestellten Kernbohrkrone verbindbar ist. Der Innenmantel 12 ist so ausgelegt, daß er mittels einer nicht dargestellten Vorrichtung an seinem oberen Ende am Bohrstrang abgestützt werden kann.
- Gemäß Fig. 1 und 2 wird der Außenmantel 11 in der oberen (offenen) Stellung von drei Verriegelungsblöcken 24 gehalten, die von einem vergrößerten, mit einem Vielnutprofil versehenen oberen Abschnitt 26 der Abstützung für den Innenmantel 12 getragen sind.
- In Fig. 4 ist der Eingriff von Stegen 28 in Nuten 29 am Außenmantel 11 dargestellt. Gemäß Fig. 5, die Einzelheiten der Verriegelungsblöcke 24 und zugehöriger Nuten 30 zeigt, sind drei Verriegelungsblöcke 24 vorgesehen, die in der Nut 30 wirksam sind. In einer bevorzugten Ausführungsform sind acht Stege 28 vorhanden. Wenn bei jeder Remontage der Kernrohr-Baugruppe 10 die Stege 28 um eine Achteldrehung gedreht werden, wird folglich eine Drehung der Verriegelungsblöcke 24in der Weise hervorgerufen, daß sie mit einem verschiedenen Abschnitt der zylindrischen Nut 30 in Eingriff kommen und auf diese Weise eine Abnutzung in den Nuten 30 ausgleichen.
- An Baugruppen-Innenteilen ist ein hohler Verriegelungsbetätigungszylinder 32 abgestützt, der von einer Feder 33 in der gezeichneten oberen Stellung gehalten wird. In dieser Stellung liegt ein Abschnitt 34 mit vollem Durchmesser des Verriegelungsbetätigungszylinders 32 an den Rückflächen der Verriegelungsblöcke 24 an und hält diese voll in die zylindrische Nut 30 ausgefahren. In Fig. 1 sind die Verriegelungsblöcke 24 in Eingriffsstellung mit der unteren, in Fig. 2 mit der oberen zylindrischen Nut 30 gezeichnet.
- Gemäß Fig. 1 weist der Verriegelungsbetätigungszylinder 32 oben einen Ventilsitz 36 auf, an den mit dem abwärts gerichteten Pumpenstrom eine Kugel 35 angelegt worden ist. Bei normalem Betrieb, ohne die Kugel 35, strömt der Bohrschlamm, wie beim normalen Kernbohren üblich, entlang der Achse der Kernrohr-Baugruppe 10 nach unten und durch den Verriegelungsbetätigungszylinder 32 zum unteren Ende der Kernbohrkrone. Wenn die Kugel 35 am Ventilsitz 36 anliegt, wird die Bohrschlammströmung unterbrochen, und der Druck über der Kugel 35 steigt an, wobei er das Bestreben hat, den Verriegelungsbetätigungszylinder 32 nach unten zu drücken. Wenn sich die mit vollem Durchmesser ausgebildeten Abschnitte 34 des Verriegelungsbetätigungszylinders 32 um eine Strecke nach unten bewegt haben, die ausreicht, um die Verriegelungsblöcke 24 zur Bewegung nach innen freizugeben, werden die Verriegelungsblöcke 24 in am Verriegelungsbetätigungszylinder 32 ausgebildete zylindrische Nuten 37 gedrückt. Dadurch wird der Außenmantel 11 freigegeben, der sich aus der Offenstellung in die in Fig. 2 gezeichnete Schließstellung bewegen kann. Wenn der Verriegelungsbetätigungszylinder 32 durch den auf die Kugel 35 wirkenden hydraulischen Druck nach unten gepreßt wird, drückt er, solange der volle hydraulische Druck über der Kugel 35 fortbesteht, die Feder 33 zusammen. Wenn der Außenmantel 11 nach unten wandert, bewegt sich sein oberes Ende an einem Entlastungsloch 38 vorbei, welches das Abführen des vollen Bohrschlammdruckes zur Außenseite der Kernrohr-Baugruppe 10 ermöglicht. Dadurch wird der Druck über der Kugel 35 verringert, und die Feder 33 kann den Verriegelungsbetätigungszylinder 32 in die obere Stellung bewegen; somit werden die Verriegelungsblöcke 24 wieder nach außen gedrängt, sobald sie von der oberen zylindrischen Nut 30 erreicht werden.
- In Fig. 1A, 1B, 2A und 2B sind Einzelheiten der Drucksteuervorrichtung und ihres zugehörigen Ventils dargestellt. Diese Drucksteuervorrichtung ist in vieler Hinsicht der in der US- PS 35 48 958 beschriebenen ähnlich. Sie hat einen ähnlichen unter Druck gesetzten Stickstoff-Behälter 40, einen Druckregler 41, ein Absperrventil 42 und ein Ventilbetätigungsglied 43. Diese Bauteile wirken in nahezu derselben Weise wie die ihnen entsprechenden Bauteile gemäß der genannten Patentschrift. Beim gezeigten Beispiel jedoch ist das Ventilbetätigungsglied 43 von einer Schulter am Außenmantel 11 gebildet und so ausgelegt, daß es das Absperrventil 42 nach unten bewegt, wenn der Außenmantel 11 seine untere Stellung erreicht hat. Dadurch ist eine Unterdrucksetzung der Kernrohr-Baugruppe 10 nur möglich, nachdem sie begonnen hat, sich ihrem abgedichteten Zustand zu nähern.
- In Fig. 1C und 2C sind Einzelheiten des unteren abdichtenden Teils der Kernrohr-Baugruppe 10 dargestellt. Hierzu gehört ein drehbares Kugelventil oder Kugelhahn 44 derselben Art wie in der US-PS 35 48 958 beschrieben mit einer üblichen, über Zahnstange und Ritzel wirkenden Betätigungsvorrichtung 46, die von einer Hülse 47 getragen wird. Alle diese Bauteile stützen sich am Außenmantel 11 ab. Wenn sich der Außenmantel 11 während des Abdichtvorganges am Ende der Kernrohr- Baugruppe 10 vorbei nach unten bewegt, kommt ein vergrößerter Abschnitt 48 am Ende der Kernrohr-Baugruppe 10 mit einer Schulter 49 am oberen Abschnitt der das Ventil betätigenden Hülse 47 in Eingriff. Wenn der Außenmantel 11 seine Abwärtsbewegung fortsetzt, bewegt sich die Hülse 47 in bezug auf den Kugelhahn 44; somit wird die Zahnstangen-Ritzel-Betätigungsvorrichtung 46 betätigt und der Kugelhahn 44 in die in Fig. 2C gezeichnete Schließstellung bewegt. Ist ein Hindernis im Wege, wird das Schließen des Kugelhahns durch Zusammendrücken einer Feder 50 verhindert, die gemäß Fig. 2B den unteren Teil des Kernrohres abstützt. Die Feder 50 wird bei normalem Betätigen der Ventilschließbewegung nur teilweise zusammengedrückt. In Fig. 2B ist auch eine Kernprobe 51 zu erkennen.
- Im Zusammenhang mit der vorstehend beschriebenen Bauteileanordnung ist zu bemerken, daß der dem vollen Bohrschlammdruck ausgesetzte obere Durchmesser des Außenmantels 11 größer ist als der Durchmesser des Innenmantels 12 an der Stelle, an der letzterer gegen den Außenmantel 11 mit einem Dichtglied 39 abgedichtet ist. Folglich wirkt auf den Außenmantel 11 eine größere nach unten drückende hydraulische Kraft als auf den Innenmantel 12. Somit wird der Außenmantel 11 nicht nur von der Schwerkraft, sondern auch von diesem hydraulischen Druckunterschied nach unten gedrängt. Dies hat den Vorteil, sicherzustellen, daß der Außenmantel 11 nach unten in seine abgedichtete Stellung bewegt wird ungeachtet eines im Bohrloch wirksamen Reibungswiderstands oder anderer Hindernisse, welche die ungehinderte Abwärtsbewegung des Außenmantels 11 in die Schließstellung verhindern könnten.
- Die vorstehend beschriebene Kernrohr-Baugruppe 10 arbeitet wie das Druckkernrohr gemäß der US-PS 35 48 958. Nach Aufnahme der Kernprobe 51 wird die gesamte Kernrohr-Baugruppe 10 zur Vorbereitung der Abdichtung der Kernprobe 51 wenige Meter von der Bohrlochsohle abgehoben. Sodann wird die Kugel 35im Bohrstrang nach unten gepumpt, bis sie am Ventilsitz 36 anliegt. Ab diesem Augenblick nimmt der Druck im Bohrschlamm zu, drückt die Feder 33 zusammen und bewegt auf diese Weise den Verriegelungsbetätigungszylinder 32 nach unten. Dadurch werden die Verriegelungsblöcke 24 freigegeben, die sich aus der unteren zylindrischen Nut 30 herausbewegen und auf diese Weise den Außenmantel 11 freigeben, der sich unter der Wirkung sowohl der Schwerkraft als auch des hydraulischen Druckunterschiedes nach unten bewegt. Die Abwärtsbewegung des Außenmantels 11 setzt sich fort, bis sich der obere Teil des Außenmantels 11 nach unten an den Entlastungslöchern 38 vorbeibewegt und durch Freilegen derselben der Druckunterschied verringert wird. In dieser unteren Stellung wird der Druckabfall über der Kugel 35 am Bohrlochmund angezeigt. Das Verpumpen der Spülung wird dann verlangsamt, und die Feder 33 übt nunmehr auf den Verriegelungsbetätigungszylinder 32 eine nach oben gerichtete Kraft aus, der somit das Bestreben hat, die Verriegelungsblöcke 24 so nach außen zu schieben, daß sie in die obere zylindrische Nut 30 gedrängt werden, sobald diese die in Fig. 2 gezeichnete Stellung einnimmt. Durch Absenken der Kernrohr-Baugruppe 10 auf die Bohrlochsohle läßt sich feststellen, ob die Verriegelungsblöcke 24 in sicherem Eingriff mit der oberen Nut 30 sind. Wenn die Verriegelungsblöcke 24 verriegelt sind, wird der Außenmantel 11 in seiner verriegelten Stellung festgehalten und der Bohrschlammdruck ständig durch die Entlastungslöcher 38 hindurch abgeleitet. Sind die Verriegelungsblöcke 24 nicht verriegelt, wird der Außenmantel 11 hochgeschoben, dichtet die Entlastungslöcher 38 ab, und im Innern des Bohrstranges steigt der hydraulische Druck erneut an.
- Wenn sich der Außenmantel 11 nach unten bewegt, kommt die Schulter 43 mit dem oberen Abschnitt des Absperrventils 42 für Stickstoff in Eingriff und bewegt es nach unten in die in Fig. 2A gezeichnete Stellung, wodurch die Kernrohr- Baugruppe 10 unter Druck gesetzt wird. Zur gleichen Zeit hat sich ein gegen den Stickstoff abdichtendes Dichtglied 52 in einen zylindrischen Abschnitt 54 von verkleinertem Durchmesser des Außenmantels 11 bewegt und bildet zusammen mit ihm die obere Dichtung für den Teil der Kernrohr-Baugruppe 10, der mit dem Stickstoff unter Druck gesetzt werden soll. Der Abschnitt 54 wird von der inneren zylindrischen Fläche des Gewindeschutzstückes 19 getragen. Wie weiter oben schon angegeben, wird der Raum unter der vom Dichtglied 52 und der Fläche bzw. dem Abschnitt 54 gebildeten Dichtung erst dann unter Druck gesetzt, wenn sich der Außenmantel 11 zumindest annähernd in seine untere Endstellung bewegt hat.
- Zusätzlich zur Freigabe der Stickstoffzuführung verhindert die Abwärtsbewegung des Absperrventils 42 zur Schulter 45 hin zuverlässig eine weitere Abwärtsbewegung des Außenmantels 11.
- Wie weiter oben schon erwähnt, hat die Abwärtsbewegung des Außenmantels 11 auch den Kugelhahn 44 betätigt, der sich geschlossen und die Kernrohr-Baugruppe 10 abgedichtet hat. Die Kernrohr-Baugruppe 10 hat nunmehr den für die Probe festgelegten, im voraus bestimmten Druck. Die Kernprobe 51 wird nunmehr in ihrem abgedichteten, unter Druck gesetzten Zustand über Tage gefördert, wo alle über dem Gewindeschutzstück 19 angeordneten Bauteile des Außenmantels 11 ebenso wie der gesamte Innenmantel 12 über dem Dichtglied 52 entfernt und durch eine Endkappe 56 (siehe Fig. 3) ersetzt werden, die an eine geeignete Quelle 58 für Druckgas und Spülflüssigkeit angeschlossen ist. Die Kernbohrkrone wird vom Gewindeschutzstück 22 abgenommen und durch eine untere Druckarmatur 60 ersetzt. Das Ganze wird dann unter Druck gesetzt, und nach Öffnen des Kugelhahns 44 mit einer aus der Kernrohr- Baugruppe 10 herausragenden, nicht dargestellten Betätigungsstange wird der Bohrschlamm unter Verwendung eines geeigneten Mediums durch eine unter Druck stehende Ablaßvorrichgung 62 hindurch herausgespült. Danach wird der Kugelhahn 44 erneut geschlossen, während die Kernprobe 51 noch immer unter dem gewünschten hohen Druck steht; sodann wird die Kernprobe 51 gefroren und die Endkappen abgenommen. Die Kernprobe 51 kann dann in geeigneter Weise untersucht, beispielsweise geteilt o. dgl. werden.
- Wenn die Druckkernrohr-Baugruppe 10 für die Druckhaltung von maximal etwa 350 kp/cm2 ausgelegt ist, ermöglicht die vorstehend beschriebene Ausbildung eine Kernprobenahme auf einer Tiefe mit einem 350 kp/cm2 beträchtlich übersteigenden Druck. Die Kernrohr-Baugruppe 10 wird dann auf eine Tiefe angehoben, auf der etwa 350 kp/cm2 herrschen, die Ausdehnungskupplung 13 wird betätigt, um die Kernprobe mit diesem Druck von 350 kp/cm2 abzudichten, und dann wird die unter Druck gesetzte Kernprobe über Tage gefördert. Wenn das Kernen bei sehr hohen Drücken vorgenommen werden soll und die Zwischenstufen-Druckabdichtung angewandt wird, kann eine auf beispielsweise etwa 420 kp/cm2 eingestellte Berstscheibe benutzt werden, um eine Explosion über Tage zu verhindern, falls die Kernrohr-Baugruppe versehentlich unter einem anomal hohen Umgebungsdruck abgedichtet worden sein sollte.
Claims (8)
1. Druckkernrohr-Baugruppe (10) mit einem Innenmantel (12), der mit dem unteren Ende eines Bohrstranges verbindbar ist und ein Kernrohr aufweist, einem Außenmantel (11), der verschiebbar um den Innenmantel (12) angeordnet ist, einer Ausdehnungskupplung (13) zum verriegelnden Verbinden der Innen- und Außenmäntel (11, 12) beim Kernbohren, einem Spülungsventil (35, 36), durch das mittels der Ausdehnungskupplung (13) eine axiale Absenkung des Außenmantels (11) gegenüber dem Innenmantel (12) in eine Kernhaltestellung durchführbar ist, in der die Innen- und Außenmäntel (11, 12) eine eingeschlossene Druckkammer bilden, in welcher das den Bohrkern (51) aufnehmende Kernrohr in der Kernhaltestellung angeordnet ist, einer pneumatischen Steuerungsvorrichtung (40 bis 43), die vom Innenmantel (12) getragen ist und in der Druckkammer einen kontrollierten Druck aufrechterhält, und mit einem durch die Absenkung des Außenmantels (11) betätigbaren Ventil (44) zum dichten Verschließen des unteren Teils des Außenmantels (11), wobei die Außenfläche des Ventils (44) den Boden der Druckkammer bildet, dadurch gekennzeichnet, daß eine dem vollen Bohrschlammdruck ausgesetzte obere Querschnittsfläche des Außenmantels (11) einen größeren Querschnitt aufweist als eine dem vollen Bohrschlammdruck ausgesetzte Querschnittsfläche des Innenmantels (12) an jener Stelle, an welcher der Innenmantel (12) mit einer Dichtung (39) gegen den Außenmantel (11) abgedichtet ist.
2. Baugruppe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Hilfsmittel in Form von Entlastungslöchern (38) vorgesehen sind, durch die der volle Bohrschlammdruck ableitbar ist, wenn sich der Außenmantel (11) zumindest annähernd in seiner gegenüber dem Innenmantel (12) voll nach unten ausgefahrenen Stellung befindet.
3. Baugruppe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die pneumatische Steuerungsvorrichtung (40 bis 43) einschließlich der zugehörigen Ventile (42) vom Innenmantel (12) innerhalb der von Innen- und Außenmantel (12, 14) eingeschlossenen Druckkammer abgestützt ist.
4. Baugruppe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Hilfsmittel in Form eines Ventil-Betätigungsglieds (43) vorgesehen sind, durch die das pneumatische Steuerventil (42) zu öffnen ist, wenn sich der Außenmantel (11) axial zumindest annähernd in seiner gegenüber dem Innenmantel (12) abgesenkten Stellung befindet.
5. Baugruppe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausdehnungskupplung (13) eine Verriegelungsvorrichtung mit vom Innenmantel (12) getragenen Verriegelungsblöcken (24) aufweist, die in obere und untere Nuten (30) im Außenmantel (11) einrastbar sind, wobei der Außenmantel (11) sowohl in der oberen Bohrstellung als auch in der unteren Kernhaltestellung mittels der Verriegelungsvorrichtung mit dem Innenmantel (12) verbindbar und durch den Aufbau des vollen Bohrschlammdrucks oberhalb des geschlossenen Spülungsventils (35, 36) vom Innenmantel (12) lösbar ist.
6. Baugruppe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verriegelungsblöcke (24) in Verriegelungsstellung auf dem Innenmantel (12) abgestützt sind und in umlaufende Nuten (30) im Außenmantel (11) eingreifen, und daß die Innen- und Außenmäntel (11, 12) durch Vielnutprofile mit ineinander eingreifenden axialen Stegen (28) und Nuten (29) aneinander geführt sind, wobei mehr Stege (28) bzw. Nuten (29) als Verriegelungsblöcke (24) vorhanden sind.
7. Baugruppe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das pneumatische Steuerventil (42) eine Schulter aufweist, gegen die eine entsprechende Schulter (43) im Außenmantel (11) anlegbar ist, wobei das Steuerventil (42) zu öffnen und der Verstellweg des Außenmantels (11) in bezug auf den Innenmantel (12) begrenzt ist.
8. Verfahren zur Verwendung einer Druckkernrohr-Baugruppe gemäß Anspruch 1, wobei das Druckkernrohr auf einen haltbaren Höchstdruck von etwa 350 kp/cm2 ausgelegt ist und die Kernprobe in einer Tiefe genommen wird, auf der ein wesentlich höherer Druck als etwa 350 kp/cm2 herrscht, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckkernrohr (10) nach Aufnahme der Kernprobe auf eine dem Druck von etwa 350 kp/cm2 entsprechende Tiefe angehoben, dann die Ausdehnungskupplung (13) betätigt und danach der Kern (51) bei etwa 350 kp/cm2 abgedichtet umschlossen wird.
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