DE3036209C2 - - Google Patents

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DE3036209C2
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22DCASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
    • B22D11/00Continuous casting of metals, i.e. casting in indefinite lengths
    • B22D11/12Accessories for subsequent treating or working cast stock in situ
    • B22D11/124Accessories for subsequent treating or working cast stock in situ for cooling
    • B22D11/1248Means for removing cooling agent from the surface of the cast stock

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Continuous Casting (AREA)

Description

Die Erfindung bezieht sich ganz allgemein auf das Gebiet des Gießens von Metallartikeln, insbesondere aus Aluminium und dergleichen bestehenden Leichtmetallartikeln nach den weitgehend benutzten kontinuierlichen oder halbkontinuier­ lichen Direktabkühlungs- bzw. Abschreckverfahren.
Bei die­ sem Gießprozeß wird geschmolzenes Metall in das Eintritts­ ende einer am Ende offenen rohrförmigen Gießform einge­ führt und, wenn dieser Metallfluß durch die Gießformboh­ rung hindurchtritt, gekühlt und daher zumindest teilweise verfestigt bzw. zum Erstarren gebracht. Wenn das Metall vom Austrittsende der Gießform austritt wird es mit Kühl­ mittel besprüht, um die Metallerstarrung zu beenden.
In das Eingangsende der Gießform eingeführte Metallschmel­ ze bildet sehr rasch eine dünne Schicht erstarrten Metalls in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Abschreck- bzw. Ab­ kühlflächen der Formbohrung. Wenn die Erstarrung fortschrei­ tet zieht sich der Metallfluß zusammen und zieht er sich auch von der Formwand weg. Ist erst einmal der Kontakt mit den Kühlflächen der Formbohrung verlorengegangen, so wird nur ein relativ kleiner Wärmeentzug durch die Formwände hindurch bewirkt. Danach findet im wesentlichen die gesamte Erstarrung bzw. Verfestigung durch die Anwendung von Kühl­ mittels statt, das auf das Metall gelangt, wenn es aus dem Austrittsende der Form austritt.
Die Erstarrung bzw. Verfestigung von Metall in diesem Direkt­ abkühl-Gießverfahren führt üblicherweise zu extrem großen thermischen Gradienten zwischen der Oberfläche und dem Zentrum des erstarrten Metalls. Diese großen Wärmegra­ dienten können zu inneren Spannungen führen, die so groß werden, daß sich Risse und Spalten während der kurz nach dem Gießen des erstarrenden Metalls entwickeln. Die hochfesten, hochlegierten Aluminiumlegierungen, wie 7XXX (Al-Zn und Al-Zn-Mg) und die 2XXX (Al-Cu) Legierun­ gen (Bezeichnungen der Aluminium Assocation) sind gegen­ über einer solchen Rißbildung besonders anfällig. Die Rißbildung vermindert die Metallgewinnungsgeschwindig­ keit sehr beträchtlich und erhöht daher die Kosten, da die mit Risse versehenen Gußstücke, Barren oder derglei­ chen entweder verschrottet oder beträchtlich gekröpft werden müssen.
Es ist seit langem bekannt (US-PS 27 05 353, 27 08 297 und 36 53 425), daß das Rissebilden von hochlegierten schnell abgeschreckten Gußblöcken oder Gußbarren durch das Abführen von Kühlmittel von den erstarrten Metall­ oberflächen sehr bald nach dem Beaufschlagen des aus dem Austrittsende der Form austretenden Metalls vermin­ dert werden kann. Durch rasches Abführen des Kühlmittels erhitzt das sich auf hoher Temperatur befindende Metall im Zentrum des Barrens oder Blockes das kühlere Metall an der Oberfläche wieder auf, was zur Beseitigung von Spannungen führt und die Rissebildung verhindert oder vermindert.
Es wurden bereits viele Arten von Kühlmittelableitungs­ einrichtungen, wie Gummiblätter, Luftmesser, rotierende Bürsten oder Walzen und dergleichen vorgeschlagen und auch im Verlauf der Jahre in Versuchen angewendet, die Rissebildung bei solchen Barren und Blöcken zu verhin­ dern. Mit Ausnahme von Gummiblättern wurden die meisten dieser Einrichtungen jedoch nicht kommerziell in einem beträchtlichen Umfang benutzt, da sie in der industriel­ len Umgebung, für die sie bestimmt sind, unpraktisch sind.
Es ist bereits ein Verfahren und eine Vorrichtung nach der in den Oberbegriffen der Ansprüche 1 und 5 genannten Art bekannt (DE-OS 24 26 979), bei dem bzw. bei der ein Gummiring als Kühl­ mittel-Abstreifer verwendet wird. Solche Gummringe werden aber schnell von den rauhen Oberflächen des verdickten Gußstücks beschädigt, angerissen oder anderweitig beeinträchtigt. Dadurch kann Kühlmittel auf den überstreiften Metalloberflächen verbleiben und zu Rissen Anlaß geben. Darüber führen Gummiringe Kühlmittel insbesondere an Ecken nicht gleichmäßig genug vom Gußstück ab. Die Verwendung rotierender Einrichtungen, wie Bürsten und Walzen, führt zu Problemen, die mit denen von blattförmigen Abstreiforganen vergleichbar sind; außerdem können solche Ein­ richtungen nicht auf Metall verwendet werden, das einen kreis­ förmigen Querschnitt aufweist. Druckluftstrahlen wären zum Abführen von Kühlmitteln zwar wirksam, erfordern jedoch un­ verhältnismäßig große Luftmengen, was sie recht unpraktisch macht.
Im Verlauf von Jahren hat sich die Guß- bzw. Gießereitechnik bis zu einem solchen Punkt entwickelt, bei dem durch leichtes Modifizieren der Legierungszusammensetzungen verbesserte Guß­ verfahren und verbesserte Gießformkonfigurationen, auch hoch­ legierte Leichtmetalle, in einer regulären Weise gegossen werden können. Aber trotz dieses Fortschritts war und ist die Metall­ gewinnung häufig noch ziemlich gering. So wird beispielsweise bei hochlegierten, hochfesten Aluminiumlegierungen, wie der Aluminiumlegierung 7050, eine Metallgewinnung von 50% oft als erfolgreich angesehen und sind die meisten dieser Metallver­ luste auf gerissene Gußstücke, Barren bw. Blöcke zurückführen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Abstreifen mit einfachen Mitteln so zu verbessern, daß eine gute und rasche Anpaßbarkeit und möglichst lange Lebensdauer bei guter Abstreif­ wirkung erreicht wird.
Die Erfindung ist in den Ansprüchen 1 und 5 gekennzeichnet.
Gemäß der Erfindung ist das Abstreiforgan aufweitbar, aufbläh­ bar, aufblasbar oder dergleichen, insbesondere in Form eines Wulstrings, Schlauchs oder dergleichen ausgebildet, der im aufgeblähten bzw. aufgeblasenen Zustand in Kontakt mit dem Gußstück und zwar vollständig rings um dessen Oberfläche herum gelangt. Beim Beginn des Gießens befindet sich das elastomere Abstreiforgan in einem nicht aufgeblähten bzw. unaufgeblasenen Zustand. Hierdurch kann das verdickte Ende des Gußbarrens, Gußstranges oder dergleichen durch das Abstreiforgan hindurch bzw. an diesen vorbeigelangen, ohne die elastomere Abstreif­ flächen zu einem beträchtlichen Ausmaß zu berühren. Sobald der verdickte Gußstückteil vorbeigetreten ist, wird die Ab­ streifmanschette aufgeblasen, bis deren Oberfläche gegen die Oberfläche des Gußstücks gedrückt ist, um hierdurch Kühlmittel abzuführen. Beim Gießbeginn sollte der Druck des elastomeren Elements gegen die Oberfläche des Gußstücks relativ niedrig sein, da ein übermäßiger Druck das Abziehen des Gußstücks aus der Form behindern könnte. Während des übrigen Gießens wird der Druck auf angemessenem Niveau gehalten, um das Kühlmittel wie gewünscht abzuführen. Am Ende des Gießens wird der Kühlmittel­ strom von der Form zur Oberfläche des Gußstücks beendet, ehe das Ende desselben an der elastomeren Manschette vorbeitritt, um sicherzustellen, daß kein Kühlmittel die Gußstückoberfläche berührt, wenn erst einmal das Kühlmittel von der Oberfläche entfernt worden ist.
Das mit Hilfe der Abstreifvorrichtung entfernte Kühlmittel wird von der Metalloberfläche durch geeignete Trog- oder Leitungs­ einrichtungen abgeführt, um einen weiteren Kontakt derselben mit den Barren- bzw. Blockoberflächen zu verhin­ dern. In den meisten Fällen sollte das von der Gußstückober­ fläche abgeführte Kühlmittel in einem Abstand von etwa 5,1 bis 50,8, insbesondere 10,2 bis 30,5 cm, vom Austritts­ ende aus der Form gehalten werden. Der jeweils zu verwenden­ de Abstand hängt von der Legierungszusammensetzung, der Bar­ ren- oder Blockgröße und der Gießgeschwindigkeit ab und kann leicht empirisch bestimmt werden.
Der den Barren bzw. Strang oder Block umgebende elastomere Abstreifwulst wird durch ein Fluidum, wie Luft oder Wasser aufgeblasen, bzw. aufgebläht, um eine angemessene Verteilung des Druckes vollständig rings um den Block bzw. Barren zu erzielen und Kühlmittel in der gewünschten Weise abzuführen. Eine Flüssigkeit, wie Wasser wird deshalb bevorzugt, weil sie die Temperatur des aufblähbaren Elements des Abstreifor­ gans auf einem relativ niedrigen Niveau aufrechterhalten kann, um die thermische Degradation des elastomeren Materials des Abstreifers minimal zu halten. Gemäß einer bevorzugten Ausbildung der Erfindung wird Wasser laufend durch die inne­ re Kammer des elastomeren Wulstes bzw. Schlauches hindurch­ geleitet, um den Wärmetransport zu verbessern; der Druck in­ nerhalb der Innenkammer wird durch geeignete Mittel, wie ein Ventil bzw. Steuerorgan, in der Ablaßleitung auf dem gewünsch­ ten Niveau gesteuert.
Die aufblähbare bzw. aufblasbare Manschette oder dergleichen der Abstreifvorrichtung ist im allgemeinen eine einzelne Ein­ heit und sie wird im allgemeinen durch eine einzige kontinuier­ liche Kammer zur Begrenzung des Aufblähmittels ausgebildet, um einen gleichmäßigen Druck dieses Wulstes oder dergleichen auf das Metall auszuüben. Unter einigen Bedingungen kann es jedoch auch erwünscht sein, die aufblähbare Wulst in separate Blähkammern aufzustellen, so daß unterschiedliche Druckniveaus in den unterschiedlichen Segmenten aufrechterhalten werden können und unterschiedliche Drucke an unterschiedlichen Be­ reichen des Gußstücks, Strangs oder dergleichen anlegbar sind.
Wenn in Vertikalrichtung gegossen wird, ist es zweckmäßig die Abstreifeinrichtung von einem geeigneten oberen Trä­ ger, wie dem Gießtisch, herabhängen zu lassen, so daß kein beträchtlicher Seitenschub auf den zu gießenden Bar­ ren oder Block ausgeübt wird. Beträchtliche Seitenschübe können nämlich die dünnen Embryo- oder Außenhautformen in­ nerhalb der Gießbohrung stark beeinträchtigen, was zu Oberflächendefekten als auch zu deformierten Barren und Blöcken führt. Die bevorzugten Mittel zum Anhängen der Abstreifeinrichtung sind Ketten oder flexible bzw. bieg­ bare Kabel, die der Abstreifeinrichtung ermöglichen schnell entfernt zu werden, wenn Legierungen gegossen werden, die nur eine geringe oder gar keine Risseneigung aufweisen.
Das elastomere Material des aufblähbaren Wulstes sollte eine ausreichende Elastizität bzw. Rückstellkraft zum Ex­ pandieren in der gewünschten Weise aufweisen, um das Me­ tall zu berühren, das aus dem Austrittsende der Form aus­ tritt. Es soll zähe genug sein, um vigorosen Umgebung Stand zu halten, der es ausgesetzt ist, insbesondere den Abnutzungen, die sich durch das Abstreifen bzw. Entlang­ streifen an den Gußstückoberflächen ergeben. Geeignete elastomere Materialien schließen natürlichen Kautschuk und synthetischen Kautschuk bzw. Gummi ein.
Verschiedene Aspekte der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt. Darin zeigt
Fig. 1 einen Querschnitt der erfindungsgemäßen Einrichtung, die eine Kühlmittelabführeinrichtung in Verbindung mit einem Direktabkühl-Gießverfahren aufweist;
Fig. 2 ist ein teilweiser Querschnitt, der eine zur Verwen­ dung gemäß der Erfindung modifizierte aufblähbare Wulst veranschaulicht;
Fig. 3 und 4 perspektivische Ansichten der Kühlmittelabführein­ richtung gemäß der Erfindung, und zwar teilweise in Sektionen gezeigt und
Fig. 5 eine graphische Darstellung zum Vergleich der Tempera­ tur der Gußstückoberfläche in Abhängigkeit vom Abstand von Austrittsende aus der Form.
Fig. 1 ist eine Ansicht einer stark vereinfachten Gießeinrich­ tung mit direktem Abschrecken im Querschnitt, die den Vorgang des Abstreifens gemäß der Erfindung veranschaulicht. Geschmol­ zenes Metall wird in das Eintrittsende 10 der Gießform 11 eingeführt, die von einem Wassermantel 12 umgeben wird. Der Wassermantel 12 und die Form 11 bilden eine Kammer 13, die einen Kühlmittelkörper rings um die äußere Peripherie der Form 11 aufrechterhält. Kühlmittel wird von der Kammer 13 durch einen geeigneten Schlitz oder Öffnungen 14 am Austrittsende 15 der Form auf den erstarrten oder teilweise erstarrten, als Barren ausgebildeten Gußstücks 16 gerichtet. In Fig. 1 ist die Zeichnung in zwei Teile durch die Formachse hindurch aufgeteilt, um auf der linken Seite den Gieß­ beginn und auf der rechten Seite den normalen Betrieb der Ein­ heit zu veranschaulichen, nachdem der verdickte Gußstückanfangsteil 17 des Barren oder Blockes durch die Abstreifeinrichtung 20 hin­ durchgetreten bzw. an dieser vorbeigetreten ist. Die Abstreif­ einrichtung 20 ist in einem kurzen Abstand von Austrittsende 15 der Form 11 entfernt und in axialer Ausrichtung mit der Formboh­ rung angeordnet und weist eine aufblähbare bzw. aufblasbare elastomere Wulst 21 als Abstreiforgan und einen ringförmigen Rahmen 22 auf, an dem das Abstreiforgan 21 mit Hilfe von Platten 31 befestigt ist. Der Rahmen 22 ist mit einem Durchgang 24 durch dessen Zentrum hindurch versehen, der im wesentlichen die gleiche Form wie - jedoch größer als - der transversale Querschnitt des Barrens oder Blockes aufweist, der hindurchzuführen ist. Das aufblähbare Element 21 bildet in Verbindung mit dem Rah­ men 22 eine Kammer 23 zur Aufnahme von zum Aufblähen bzw. Aufblasen dienendem Fluidum. Die Einrichtung 20 wird durch Ketten 25 getragen, die von dem Gießtisch 26 herabhängen, der auch die Formeinrichtung trägt. Eine Leitung 27 dient zum Zuleiten des Aufblähmittels in die Innenkammer 23 des Ab­ streiforgans 21 und eine Leitung 28 dient zum Abführen des Aufblähmittels aus der Kammer 23. Gemäß einer bevor­ zugten Ausbildung wird Wasser kontinuierlich in die Kammer 23 eingeleitet und wird der Druck innerhalb der Kammer auf der Ableitung 28 mit Hilfe eines Ventils 29 oder derglei­ chen Steuerorgans gesteuert.
Wie im linken Teil der Fig. 1 dargestellt, befindet sich beim Gießbeginn das Abstreiforgan 21 in einem nicht auf­ geblähten bzw. erschlafften Zustand, wodurch der verdickte Gußstück­ anfangsteil 17 des Stranges 16 vorbeitreten kann, ohne mit dem Abstreiforgan 21 in Berührung zu gelangen. Wenn erst ein­ mal der Anfangsteil 17 vorbeigetreten ist, wird die Kammer 23 aufgeweitet, so daß das Abstreiforgan 21 die Oberfläche des Gußstücks 16 unter genügendem Druck berührt, um Kühlmittel abzuleiten.
Fig. 2 ist eine Querschnittansicht eines abgewandelten aufblähbaren elastomeren Abstreiforgans 21, bei dem der Abschnitt 30, der zur Berührung mit dem Gußstück 16 bestimmt ist, ver­ dickt ausgebildet ist, um die Lebensdauer zu vergrößern.
Fig. 3 ist eine perspektivische Ansicht, teilweise im Schnitt, einer bevorzugten Abstreifvorrichtung gemäß der Erfindung, bei der die Gießform und der Gießtisch zu Illu­ strationszwecken entfernt sind. Das aufblähbare Abstreiforgan 21 ist als in Kontakt mit dem Barren oder Block, d. h. mit dem Gußstück 16 (in unterbrochenen Linien dargestellt) gezeigt, um Kühl­ mittel von dessen Fläche abzuleiten. Das abgeführte Kühl­ mittel fließt in den Trog 40 über und wird in die Gieß­ grube vom Gußstück 16 hinweg durch die Abflußtülle 41 hindurch abgeführt, so daß kein weiterer Kühlmittel-Metall-Kontakt auftreten kann. Die Abstreifeinrichtung 20 ist mit Hilfe von Ketten 25 händend angeordnet, um irgendwelchen Seiten­ schub auf den Barren zu vermeiden.
Fig. 4 ist eine perspektivische Ansicht einer anderen Aus­ bildung der Erfindung, bei der die Enden 50 der Abstreif­ vorrichtung näher an die Austrittsseite der Form herantre­ ten, als diejenigen Abschnitte des manschettenförmigen Abstreiforgans 21, die sich in Nachbarschaft zum Zentrum der großen Oberflä­ chen des Gußstücks 16 befinden, um Kühlmittel von den schma­ len Stirnseiten und Ecken des Gußstücks 16 abzuführen, ehe Kühlmittel von den mittigen Abschnitten der breiten Seiten des Gußstücks 16 abgeführt wird. Diese Ausbildung führt zu einer gleichmäßigeren Oberflächentemperatur am Gußstück 16 in einer Ebene rechtwinklig zur Gußstück- bzw. Barrenachse, was dann erwünscht sein kann, wenn das zu gießende Guß­ stück 16 ein großes Lageverhältnis (Verhältnis zwischen der großen Abmessung und der kleinen Abmessung des Querschnitts) von insbesondere größer als 2 aufweist.
Fig. 5 ist eine graphische Darstellung zum Vergleich der Temperatur der Gußstückfläche in verschiedenen Abständen vom Austrittsende der Form mit und ohne einer Abstreifvor­ richtung gemäß der Erfindung im Betrieb. Wie aus der gra­ phischen Darstellung ersichtlich ist, tritt eine erhebliche Wiedererhitzung der Gußstückoberfläche bei Inbetriebnahme der Abstreifeinrichtung auf, während ohne die Abstreifein­ richtung im wesentlichen keine Wiedererhitzung in Erschei­ nung tritt.
Das folgende Beispiel dient zur weiteren Erläuterung einer bevorzugten Ausbildung der Erfindung.
Beispiel
Um die Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Abstreifsystems zu bestimmen, wurden acht rechteckige Barren bzw. Blöcke mit 40,6 × 137,2 cm aus einer Schmelze aus einer Aluminium­ legierung 7050 im Direktabkühlungsverfahren gegossen.
Während des Gießens wurde eine Absteifvorrichtung gemäß der Erfindung verwendet, um Kühlmittel bzw. Abschreckmittel von der Oberfläche von vier der Gußstücke bzw. Barren abzuführen, während übliche Gummiblattabstreifer zum Ableiten von Kühl­ mittel von der Oberfläche der anderen vier Gußstücke bzw. Bar­ ren verwendet wurden. In allen Fällen waren die Zusammensetzung und Temperatur des geschmolzenen Metalls und die Gießbedingun­ gen im wesentlichen die selben. Kühlmittel wurde in einem Ab­ stand von 25,4 cm vom Boden der Gießform von den Gußstückflä­ chen abgeführt. Sämtliche vier Gußstücke, die unter Anwendung der erfindungsgemäßen Abstreifvorrichtung gegossen wurden, wiesen keine Risse auf. Von den anderen vier Gußstücken, die unter Verwendung der üblichen Gummiblätter gegossen wurden, waren zwei in Bereichen gerissen, in denen Kühlmittellecks auftraten.
Sämtliche Aluminiumlegierungs-Bezeichnungen sind hier solche der Aluminium Association.
Während die Beschreibung hauptsächlich auf das Gießen in Vertikalrichtung gerichtet ist, kann die Erfindung auch zum Gießen in horizontaler Richtung angewendet werden.

Claims (12)

1. Verfahren zum Kühlen von Gußblöcken, Gußbarren, Gußsträngen und dergleichen Gußstücken aus Leichtmetall, bei dem Metall­ schmelze durch eine Gießform geführt und Kühlmittel während und/oder nach dem Gießen zum Erstarren der Metallschmelze auf die Gußstückoberfläche aufgebracht und das Gußstück durch eine Abstreifvorrichtung bewegt wird, von der ein Abstreiforgan Kühlmittel wieder von der Gußstückoberfläche abstreift, dadurch gekennzeichnet, daß das Gußstück an einem aufweitbaren Abstreiforgan (21) derart vorbeibewegt wird, daß der verdickte Gußstückanfangs­ teil (17) ohne wesentliche Berührung der Abstreifvorrichtung (20) am Abstreiforgan (21) vorbeigelangt, und daß das Ab­ streiforgan (21) nach dem Vorbeitreten des verdickten Guß­ stückanfangsteils (17) soweit aufgeweitet wird, daß es sich an die Gußstückoberfläche anlegt und dort befindliches Kühl­ mittel abstreift.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in das Abstreiforgan (21) ein Fluidum eingeleitet wird, das dieses durch Aufblasen bzw. Aufblähen aufweitet.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Wasser in das Abstreiforgan (21) als Fluidum eingeleitet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Fluidum in separate Blähkammern des Abstreiforgans (21) mit unterschiedlichem Druck eingeleitet wird.
5. Abstreifvorrichtung zum Abstreifen von Kühlmittel von der Oberfläche von Gußstücken aus Leichtmetall, mit einem an die Gußstückoberfläche anlegbaren, insbesondere elastomeren Abstreiforgan und einem das Abstreiforgan im Abstand von einer Gießform für das Gußstück haltenden Halteeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß das Abstreiforgan (21) mindestens eine Kammer (23) aufweist, in die ein Fluidum zum Aufweiten des Abstreiforgans (21) einleitbar ist, und daß das Abstreiforgan (21) derart bemessen und angeordnet ist, daß es im nicht aufgeweiteten Zustand das verdickte Gußstückende (17) im wesentlichen berührungs­ frei hindurchläßt, sich aber im aufgeweiteten Zustand an die Gußstückoberfläche anlegt.
6. Abstreifvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Abstreiforgan (21) als aufblasbarer bzw. aufblähbarer Wulstring ausgebildet ist.
7. Abstreiforgan nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtung als an die Gießform (11) bzw. deren Halteorgan (26) anhängbarer Rahmen (22) für das Abstreiforgan (21) ausgebildet ist.
8. Abstreifvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß Ketten (25) oder Kabel zum Anhängen des Rahmens (22) dienen.
9. Abstreifvorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine Zuleitung (27) und eine Ableitung (28) für Fluidum durch den Rahmen (22) in die Kammer (23) des Abstreiforgans (21) führen.
10. Abstreifvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Abstreiforgan (21) aus Kautschuk bzw. Gummi besteht.
11. Abstreifvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Gußstück (16) zugewandte Kontaktseite des Ab­ streiforgans (21) einen verdickten Abschnitt (30) aufweist.
12. Abstreifvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Abstreiforgan (21) an schmalen Enden (50) der Ab­ streifvorrichtung (20) in geringerem Abstand zur Gießform (11) angeordnet ist als an den dem Zentrum des Gußstücks (16) näher benachbarten Teilen.
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