DE3049652C2 - Endokardiale, implantierbare Leitung f}r Herzschrittmacher - Google Patents
Endokardiale, implantierbare Leitung f}r HerzschrittmacherInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine endokardiale, implantierbare
Leitung für einen Herzschrittmacher von der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Art. Eine derartige Leitung
ist aus US-PS 41 54 247 bekannt. Eine solche Leitung hat
den Vorteil, daß sie ohne die Verwendung von in die Herz
wand eingreifenden Haken oder sonstigen Begfestigungsmit
teln nur durch die Widerlagerwirkung des schraubenwendel
förmig gekrümmten Abschnitts in der Herzkammer so festge
legt werden kann, daß die Elektroden in Kontakt mit der
Vorhofinnenwand gehalten werden.
Bei der vorbekannten Leitung ist jedoch der schraubenwin
dungsförmige Teil im wesentlichen nur zweidimensional
gekrümmt, also eine flachgelegte Schraubenwindung, so
daß er nur eingeschränkte Bewegungsfreiheit hat, und au
ßerdem sind Elektroden auch in diesem Teil angeordnet,
was bedeutet, daß der Verlauf der Elektroden in diesem
Bereich nur unvollkommen an den Verlauf der Herzinnen
wand angepaßt werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Leitung
der gattungsgemäßen Art anzugeben, bei der der die Vor
hofelektroden tragende Teil einerseits frei an die Vor
hofwand anpaßbar ist, ohne daß dabei zugleich die Form
der Schraubenwendelwindung geändert werden muß, und anderer
seits eine möglichst große Bewegungsfreiheit erhält,
um den Herzwandbewegungen folgen zu können, ohne diese
Bewegungen auf die übrigen Teile der Leitung zu übertragen.
Die Lösung der Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben. Die
Unteransprüche beziehen sich auf vorteilhafte weitere
Ausgestaltungen.
Bei der erfindungsgemäßen Leitung sind Elektroden nur in
dem an den schraubenwendelwindungsförmigen Teil anschließenden
Teil angeordnet, der frei an die Vorhofinnenwand ange
paßt werden kann, ohne daß dadurch die von dem schraub
wendelförmigen Teil gewährleistete Beweglichkeit beein
trächtigt wird. Außerdem ist der schraubwendelförmig ge
krümmte Teil dreidimensional gekrümmt und besitzt des
halb auch in der zur Schraubwendelachse parallelen Rich
tung eine gute Nachgiebigkeit, so daß er gewisserma
ßen als Puffer zwischen dem die Elektroden tragenden
Teil der Leitung, der den Bewegungen der Herzinnenwand
folgen muß, und dem übrigen Teil der Leitung dienen
kann.
Eine Ausführungsform der Erfindung wird anhand der
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 ein Herz im Längsschnitt mit einer implantierten
Leitung gemäß der Erfindung,
Fig. 2 einen Schnitt II-II in Fig. 1, und
Fig. 3 eine vergrößerte Ansicht eines Leitungsabschnitts
III in Fig. 1.
Fig. 1 zeigt eine intravaskuläre, endokardiale Leitung 1,
die über ein nicht gezeigtes, punktiertes Körpergefäß,
wie die eine Halsvene, und über die obere Hohlvene VCS
(vena cava superior) im Herz implantiert ist. Es sei
hier auf Fig. 3 verwiesen, wo ein Leitungsabschnitt III
gemäß Fig. 1 vergrößert dargestellt ist. Die Leitung 1
umfaßt zwei flexible, schraubenwendelförmig, konzentrisch ineinander
angeordnete Leiter 2 und 3 aus einem für diesen Zweck üblichen
Metall oder einer Metallegierung, beispiels
weise einer Platin/Iridiumlegierung. Der innere Leiter 2
ist an seinem distalen Ende mit einer Elektrode 4 in
Berührung mit der Spitze der rechen Herzkammer VD
(ventriculus dexter) verbunden. Der äußere Leiter 3 ist
an oder in der Nähe seines distalen Endes, das sich strom
aufwärts des distalen Endes des inneren Leiters 2 befindet,
mit Vorhofelektroden 5 verbunden, die im Abstand von
einander in Längsrichtung der Leitung 1 angeordnet sind
und mit der Innenwand, dem Endokard, des rechten Herz
vorhofs AD (atrium dexter) zum Empfang von Herzpulsen
in Berührung stehen.
An ihrem proximalen Ende sind die Leiter 2, 3 an einen
implantierbaren Schrittmacher anschließbar, der
in Abhängigkeit von den von den Elektroden 5 empfangenen
Herzpulsen Herzreizimpulse erzeugt und diese
über die Elektrode 4 an die rechte Herz
kammer VD überträgt. Die gezeigte Leitung dient also zur
vorhofgesteuerten Herzreizung bei einem Patientenherz
mit partiellem oder totalem AV -Block.
Um die Leiter 2, 3 sind Hüllen 6, 7 geformt, von denen
die innere Hülle 6 den inneren Leiter 2 von dessen proxi
malem Ende bis zur Elektrode 4 umschließt und ihn
vom äußeren Leiter 3 trennt. Die äußere Hülle 7
besteht aus einem zusammenhängenden Teil vom proximalen
Ende des äußeren Leiters 3 bis zu der - vom proximalen
Ende gerechnet - ersten Vorhofelektrode 5 und aus
mehreren im Abstand voneinander angeordneten, den äußeren
Leiter 3 umschließenden Teilen, zwischen denen die rest
lichen Vorhofelektroden 5 vorstehen. Diese Elektroden haben
die Form von Ringen, die an ihren oberen und unteren Kanten
mit dem äußeren Leiter 3 elektrisch verbunden sind, bei
spielsweise durch Löten, und aus einem gewebefreundlichen
Material bestehen, beispielsweise derselben Platin/Iridium
legierung wie die Leiter 2, 3.
Die Hüllen 6, 7 bestehen aus einem gewebefreundlichen,
elektrisch isolierenden Elastomer, wie Silikongummi. Der
inneren Hülle 6 ist bei ihrer Formung zu einem Schlauch
auf demjenigen Teil ihrer Länge, der im Vorhof AD liegen
soll, eine Form gegeben worden, die einen Teil 8 in Form einer Schlaufe, die von einer
Windung einer Schraubwendel gebildet wird,
und einen sich an diesen Teil 8 anschlie
ßenden, die Vorhofelektroden 5 enthaltenden, bogenförmig gekrümmten Teil
9 aufweist. Der Teil 8 kann eine rechtsläufige
Windung sein, wie in der Zeichnung dargestellt, oder
eine linksläufige Windung, gesehen in Richtung gegen
das distale Ende der Leitung 1, wobei die Windung offen
ist, d. h. die Kreuzung der Leitung 1 mit sich selbst er
folgt mit einem Abstand, wie aus Fig. 2 hervorgeht, und der
Durchmesser oder die größte Querabmessung der Windung
ist derart bemessen, daß sich der stromabwärts der
Windung liegende Teil der Leitung 1 nicht durch die
Hohlvene VCS hinaus bewegen kann. Die Windung läuft
in Längsrichtung der Leitung 1, so daß die
Hauptebene der Windung
zu der Längsrichtung der Leitung
nicht parallel ist, sondern mit ihr
einen Winkel einschließt, der etwa 45° sein kann. Der bogenförmig
gekrümmte Teil 9 schließt sich glatt an den Teil 8 an,
so daß sich dessen Krümmungsmittelpunkt auf derselben
Seite der Leitung 1 wie der Krümmungsmittelpunkt des
sich unmittelbar anschließenden Windungsabschnitts des Teils 8 befindet.
Die Krümmung des Teils 9 ist derart gewählt, daß der
Teil 9 mit zumindest einer Vorhofelektrode 5 sicher mit
dem Endokard im Vorhof AD in Berührung steht und sich
etwas dagegen anpreßt und vorzugsweise der allgemeinen
Krümmung des Endokards über eine wesentliche Strecke α
etwa von der Mündung der Hohlvene VCS in den Vorhof AD bis
zu den Trikuspidalklappen TK folgt, wie aus Fig. 1 er
sichtlich ist. Dies wird durch eine gewisse Überdimen
sionierung des Teils 9 erreicht, so daß die
Eigenfederung der Leitung 1 die genannte Anpressung er
zeugt.
Die innere Hülle 6 kann dadurch mit den Teilen 8 und 9
versehen werden, daß man einen Schlauch in geradem
Zustand extrudiert und dann diesen Schlauch vor dem
Vulkanisieren in eine mit einem Trennmittel versehene
Aufspannvorrichtung legt, oder den Schlauch auf eine
Drahtschablone derselben Form wie die erwünschte, in
Fig. 1 gezeigte Form der Leitungsteile 8, 9 aufzieht.
Der Schlauch wird dann in der Aufspannvorrichtung oder
auf der Schablone vulkanisiert. Nach Einbringen des
inneren Leiters 2 in den erhaltenen, die erwünschte Form
aufweisenden oder ggf. mit Hilfe von Gas für dieses Ein
bringen aufgeweiteten Schlauch und nach Aufstecken des
Leiters 3 mit den daran befestigten, ringförmigen Elek
troden 5 auf den Schlauch kann die äußere Hülle über dem
äußeren Leiter 3 hinter und zwischen den Elektroden 5
geformt werden.
Wenn das Vulkanisieren beendet ist, ist die Leitung 1
zur Form des schraubenumwindungsförmigen Teils 8 und des bogenförmig gerkümmten Teils 9
federnd vorgespannt und kann nach einem Ausrichten wieder
die erwünschte, in Fig. 1 und 2 gezeigte Krümmungsform
mit der Schlaufe im Teil 8 und dem bogenförmig gekrümmten Teil 9 einnehmen. Die
Leitungsbereiche beiderseits dieser Teile 8, 9 stehen nicht
unter Federvorspannung.
Ein Geraderichten der Leitung 1 muß vor und während des
Einbringens der Elektroden 4 und 5 ins Herz ausgeführt
werden. Zu diesem Zweck wird ein verhältnismäßig steifer
Metalldraht 10 als Versteifungsglied in die vom Leiter 2 definierte mittlere
Öffnung im Leiter 1 bis zur Elektrode 4 eingeführt.
Dieser Draht dient gleichzeitig zum Geraderichten der
Schraubenwindung des Teils 8 und des bogenförmig
gekrümmten Teils 9 und als ein Hilfsmittel zur Führung der
Kammerelektrode 4 an die Herzspitze. Nachdem diese
Elektrode 4 auf die richtige Stelle gebracht worden
ist, wobei die Leitung gerade gestreckt ist, kann
der Draht 10 durch die Punktierung des Körpergefäßes,
beispielsweise der einen Halsvene, völlig
zurückgezogen werden, wobei die Leitung 1 dank ihrer
beschriebenen, federnden Vorspannung die in Fig. 1 und
2 gezeigte Form annimmt. In dieser Form liegen die Vor
hofelektroden 5 auch während der Herzarbeit positiv
gegen das Endokard des Vorhofs an, und die Schrauben
windung des Teils 8 verhindert eine unbeabsichtigte Bewegung des
im Herz liegenden Teils der Leitung 1 nach außen durch
die Hohlvene VCS und führt dazu, daß die Elektroden
spitze positiv gegen die untere Spitze der Kammer VD an
liegt.
Es leuchtet somit ein, daß der als Windung einer Schraubenwendel gekrümmte Teil 8 als ein die
Herzbewegungen aufnehmendes Glied dient, welches diese
Bewegungen nicht an die restlichen Teile der Leitung 1
überträgt.
Dadurch, daß die Leitung 1 im Herz federnd vorgespannt
ist, kann sie den Herzbewegungen folgen, wobei aber
die Elektroden 4 und 5 an den in Fig. 1 gezeigten Stellen
mit dem Herz in Berührung bleiben. Die Leitung 1
wird durch den als Schraubenwendelwindung ausgebildeten Teil 8
von den durch die Herzbewegungen erzeugten Beanspruchungen
entlastet.
Falls erwünscht, kann ein ringförmiger Magnet 11 im ring
förmigen Raum innerhalb
einer oder mehrerer der ringförmigen Elektroden 5 ange
bracht werden, wie dies in Fig. 3 gezeigt ist. Dieser
Magnet 11 kann mit einem außem am Körper des Patienten
angebrachten Magneten zusammenwirken, um die Elektroden
5 gegen das Myokard zu fixieren, bis eine Fibrinfällung
auf der Leitung 1 erfolgt ist.
Die Leitung 1 kann in ähnlicher Weise auch in der Nähe
ihres distalen Endes einen Magneten enthalten, um die
Elektrode 4 mit dem Myokard in der Kammer VD in Berührung
zu halten, bis die Fibrinfällung erfolgt, wie in der
US-PS 41 62 679 beschrieben.
Die gezeigte Anzahl der Vorhofelektroden ist nicht
notwendig und kann durch weniger
oder sogar eine einzige Vorhofelektrode 5 im Teil
9 ersetzt werden. Diese Elektrode 5 wird dann an einem
solchen Punkt dieses Teils 9 angebracht, daß mit dem
Endokard im rechten Vorhof AD ein positiver Kontakt etab
liert wird.
Die Abmessungen der Schraubenwendelwindung im Teil 8
und des bogenförmig gekrümmten Teils 9 sind vorzugsweise nach einem
Modell des Herzens des Patienten zu bestimmen, aber die
folgenden Angaben mögen für das Herz eines erwachsenen
Patienten als Anleitung dienen. Die Länge α des
Teils 9 = 32 mm, die Länge β vom distalen Ende des
Teils 9 etwa an den Trikuspidalklappen TK bis
zum distalen Ende der Leitung = 85 mm, der Durchmesser γ
des etwa kreisförmig gewendelten Teils = 24 mm, der Abstand δ
zwischen der Mündung der Hohlvene VCS in die Kammer AD
und dem untersten Punkt des Teils 8 = 15 mm, der Kreuz
ungsabstand ε der Schraubenwindung = 25 mm, und die gesamte
Länge der Teile 8 und 9 = 130 mm.
Eine alternative, nicht gezeigte Ausführungsform der
Leitung ist eine Bandleitung, wobei die schraubenlinien
förmigen Leitungen 2 und 3 nebeneinander angebracht und
von je einer Hülle 6, 7 umschlossen sind mit Ausnahme der
hüllenfreien Vorhofelektroden 5 des Leiters 3.
Die Leiter 2, 3 können von einer gemeinsamen
Katheterhülle umschlossen sein, die aus einem steiferen
Mateiral als die Hüllen 6, 7 besteht und in ihrer Längs
richtung längs der Hüllen 6, 7 verschiebbar ist. Der
Leiter 2 kann mit einem Führungsdraht zur Führung der
damit verbundenen Elektrode 4 zur rechten Herzkammer VD
versehen sein, und die Hülle 7 für den Leiter 3 ist
federnd vorgespannt, wie oben beschrieben. Die
Katheterhülle hat hier dieselbe Ausrichtefunktion wie
der Draht 10 im dargestellten Ausführungsbeispiel und
kann nach Implantation im Herzen zurückgezogen werden,
um die durch Eigenfederung bestimmte Form der Hülle 7 und des Leiters 3 wieder
herzustellen.
Statt einer der Hüllen 6, 7 oder beider Hüllen 6, 7
kann auch der oder die elektrischen Leiter 2, 3 zu der ge
wünschten, beispielsweise in Fig. 1 gezeigten Form mit der Schrauben
windung im Teil 8 und den bogenförmigen Teil 9 vorgespannt werden. Dazu werden
diese schraubenwendelförmigen Leiter im herge
stellten, geraden Zustand in herkömmlicher Weise in
eine Aufspannvorrichtung mit der für die Leitung 1 gewünschten
Form eingeführt und erhitzt, wonach sie zwecks Erhaltens
eines "Formgedächtnisses" abgekühlt werden. Eine Lei
tung 1 mit der beschriebenen Formgebung für den
Kontakt mit dem Vorhof mit
Hilfe der Vorhofelektroden 5 kann natürlich auch ohne Verwendung
einer Kammerelektrode 4 ausschließlich zur Vorhofreizung
benutzt werden und benötigt dann auch nur den
einen elektrischen Leiter 3.
Claims (4)
1. Endokardiale, implantierbare Leitung für einen Herz
schrittmacher, die einen zur Anordnung im Herzvorhof be
stimmten, federnd formstabilen Abschnitt mit derartig vor
gegebener, schraubenwendelförmig gekrümmter Formgebung
aufweist, daß ein bogenförmig gekrümmter Teil der Leitung,
der eine oder mehrere Elektroden für den Kontakt mit der Vor
hofinnenwand trägt, im wesentlichen auf seiner ganzen Länge
mit Federvorspannung gegen die Innenwand des Herzvorhofs
anliegt, wobei in die Leitung ein Versteifungsglied für
das Geraderichten während des Implantierens einführbar
ist,
dadurch gekennzeichnet, daß in dem federnd
formstabilen Abschnitt der Leitung der bogenförmig ge
krümmte, die Elektrode oder Elektroden (5) tragende
Teil (9) und der in Form einer Windung einer Schrauben
wendel gekrümmte Teil (8) getrennt und aneinander anschließend
ausgebildet sind, und daß Beginn und Ende der Schrauben
windung einen axialen Abstand (ε) voneinander haben.
2. Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Schraubenwindung (8) glatt und
mit gleichbleibendem Krümmungssinn in den bogenförmig
gekrümmten Teil (9) übergeht und der bogenförmig ge
krümmte Teil (9) eine der Krümmung der Vorhofinnenwand
folgende Form hat.
3. Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Durchmesser (γ) der Schrauben
windung (8) etwas größer als der Durchmesser der Mündung
der oberen Hohlvene in den Herzvorhof ist.
4. Leitung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Durchmesser (8) der Schrauben
windung ungefähr gleich dem Abstand (ε) zwischen Beginn
und Ende der Schraubenwindung ist.
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