DE3050955C2 - Verwendung von Flachswachs als Kosmetikum - Google Patents

Verwendung von Flachswachs als Kosmetikum

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DE3050955C2
DE3050955C2 DE19803050955 DE3050955A DE3050955C2 DE 3050955 C2 DE3050955 C2 DE 3050955C2 DE 19803050955 DE19803050955 DE 19803050955 DE 3050955 A DE3050955 A DE 3050955A DE 3050955 C2 DE3050955 C2 DE 3050955C2
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Siegfried Dr. 8958 Fuessel Stueber
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Description

winnung der Fraktion von 90—150°C/720 Torr erhältlich sind. Die zur Herstellung der Lösungen verwendeten organischen Lösungsmittel weisen einen Siedepunkt außerhalb des Bereichs von 90—150°C/720 Torr auf und können wiederum die vorgenannten organischen Lösungsmittel sein oder solche mit einem Siedepunkt von oberhalb 150°C/720Torr wie z. B. Dibutylketon.
Die durch Wasserdampfdestillation, saure Extraktion oder fraktionierte Destillation erhaltenen Produkte können noch in üblicher Weise weiter gereinigt werden, z. B. durch Absorptionsverfahren, Feindestillation usw.
Die aus Flachswachs gewinnbaren Anteile bzw. Stoffe enthalten offensichtlich kosmetisch besonders wirkungsvolle Komponenten, wobei nicht völlig ausgeschlossen werden kann, daß sich kosmetische Wirkkomponenten, möglicherweise zum Teil, während der Behandlung erst noch bilden. Regelmäßig weisen die durch die vorgenannten Verfahren der Wasserdampfdestillation (nach Entwässerung), Säureextraktion oder fraktionierten Destillation gewonnenen Produkte öiige Konsistenz (Flachsöle) auf.
In den so behandelten Flachswachsrückständen befinden sich jedoch immer noch spürbare Mengen an Flachsölen. Gegenstand der Erfindung ist demgemäß auch die Verwendung solcher Mittel, welche als Flachswachsanteile gegenüber den Ausgangsflachswachsen hinsichtlich des Flachsölgehalts erniedrigte oder davon freie Flachswachse enthalten, insbesondere soweit die Verringerung des Flachsölanteils durch Wasserdampfdestillation, Säureex fraktion oder fraktionierte Destillation, gemäß der vorbeschriefeenen Verfahrensweise a), b) und/oder c) erfolgte. Wird hierbei von Rohflachswachs ausgegangen, so fallen die an Fb^hsöl verarmten bzw. befreiten Flachswachsanteile als solche an. Wird von Rachswac-hshaiiigein Rohmaterial ausgegangen (Wasserdampfdestillation; Säureextraktion), so können die so behandelten Rückstände mit den hierfür bekannten Lösungsmitteln extrahiert werden unter Gewinnung des lösungsmittelbefreiten Flachswachsanteil-Extrakts in üblicherweise.
Die erfindungsgemäßen verwendeten Zubereitungen können mit bekannten excipientien, Hilfsstoffen, Trägern, Konservierungsmitteln u. dgl. gemischt sein. Dabei ist es beispielsweise zur Bereitung von Bädern durchaus möglich, Flachswachs enthaltenden Staub unmittelbar dem Bad zuzusetzen oder in einen Filterbeutel einzubringen. Die im Flachswachs enthaltenen, mit Vitaminen verwandten Stoffe tragen bei Verwendung des Flachswachs als Salbengrundlage in kosmetischen Salben (Beseitigung von Ekzemen, Hautstraffung), wesentlich zur Wirkung bei. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist auch das hohe Wasserbindevermögen bzw. die hohe Emulgierkraft der erfindungsgemäß verwendeten Flachswachs oder Flachswachsanteile enthaltenden Mittels. Außerdem weist die Salbe ein hohes Resorptionsvermögen in der Haut auf.
Die Gewinnung von Flachswachsanteilen kann beispielsweise in folgender Weise erfolgen.
a) 100 g Flachsstaub (nasser Flachsstaub, pH 8) werden 3 Stunden der Wasserdampfdestillation unterworfen. Dabei konnte aus 1,5 Liter Destillat, etwa 2 g Extrakt mittels mehrmaliger Extraktion (5mal) mit Äther und Abziehen des Äthers am Rotationsverdampfer gewonnen werden.
b) 100 g Flachsstaub werden mit 500 ml 0,6 N HCI versetzt, 1/2 Stunde stehengelassen und abfiltriert. Es wird noch zweimal mit je 200 ml heißem (80°C) Wasser versetzt und abfiltriert Die Lösung wird mit 0,6 N NaOH alkalisch gemacht (pH 9) und mit Methylenchlorid oder Äther extrahiert (5mal). Nach Abziehen des Lösungsmittels am Rotationsverdampfer werden etwa 4 g öliges Produkt erhalten.
c) Zur kontinuierlichen Extraktion werden 100 g Flachsstaub mit 400 ml Lösungsmittel (1,1,1-Trichloräthan) behandelt und die Entfernung des größten Teils des Lösungsmittels erfolgt am Rotationsverdampfer (Wasserbadtemperatur 25° C). Beim Ausfallen des Flachswachses wird die Badtemperatur auf 85° C gesteigert und es geht öliges Produkt mit etwas Lösungsmittel über. Die Destillation wird bis zum Schmelzen des Wachses fortgesetzt. Das restliche Lösungsmittel in der Vorlage wird am Rotationsverdampfer bei einer Badtemperatur von 25°C abgezogen. Es werden 2,5 g eines öligen Produkts erhalten.
Ein Teil des Flachsölgemisches (Kp720:90—150° C) bleibt nach obigen Behandlungen im Flachswachs zurück. Wurde Flachswachs gewonnen, mit oder ohne Austreiben von Flachsölen, so empfiehlt es sich, insbesondere zur Salbenverarbeitung das Wachs nochmals z. B. mit Alkoholen wie Äthanol zu lösen und am Rotationsverdampfer abzuziehen.
Die nachfolgenden Beispiele dienen der Erläuterung der Erfindung.
1. Salbe
Unter leichtem Erwärmen werden die nachfolgenden Bestandteile gemischt
Flachswachs natur, grün 15%
Glycerin 5%
Neutralöl (Triglyceride;
Sonnenblumenöl) 75%
Äthanol 3%
wäßrige Lösung von Vitamin C
Konzentration wie im Zitronen
saft (oder Zitronensaft selbst) 0,5%
Eiweiß (Kollagen oder
Hühnereiweiß) 1,5%
Wasser, z. B. 5—10%, kann in die Salbe eingearbeitet werden (Feuchtigkeitscreme zur Straffung der Haut).
Die Salbe ist durch die in ihr enthaltenen Flachsilavyliumfarbstoffe, die zur Gruppe der Phenole gehören und deshalb konservierend wirken, also durch natürliche Konservierungsmittel, vor bakteriellem und mycotischem Abbau geschützt. Die Farbe der Salbe ist je nach eingesetztem Flachswachs variabel, der Geruch nach Flachs kann entzogen werden. Dies kann beispielsweise durch Vakuumbehandlung in Gegenwart von geruchsbindenden Stoffen, durch Umkristallisation in Gegenwart von Absorptionsmitteln erfolgen.
2. Feuchtigkeitscreme
Zur Herstellung von Feuchtigkeitscremes kann Flachswachs in ein nicht fettendes, als Salbengrundlage dienendes Gel eingearbeitet werden.
3. öl oder Balsam
Das durch die angegebene Behandlung erhältliche, bevorzugte Flachseil kann ganz einfach mit Neutralöl (Sonnenblumenöl, Olivenöl usw.) verdünnt werden (Verhältnis Flachsöl: Sonnenblumenöl 1 :15 bis 1 :20). Die Zubereitung hat sich insbesondere für Massagezwecke bewährt
4. Packungen
Flachswachshaltiger Staub wird mit einem Acetatpuffer schwachsauer eingestellt und die Masse in einen Beutel eingebracht Nach Anfeuchten mit Wasser und Erhitzen sind Packungen erhältlich, die gute Wirkung gezeigt haben.
5. Haarwasser
Die bei der Wasserdampfdestillation oder den anderen Methoden erhältlichen wäßrigen 1',Jd organischen Phasen werden durch Verschneiden mit Alkoholen, wie Isopropanol, in Haarwasser überführt, welches den Stoffwechsel der Haarwurzeln anregt
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Claims (1)

1 2
zuvor der Wasserdampfdestillation unterworfen
Patentanspruch: waren, mittels Säuren, Extraktion der dann alkalisch eingestellten wäßrigen Lösung mit organi-
Verwendung von Flachswachs oder von Flachs- sehen, polaren Lösungsmitteln, insbesondere mit
wachsanteile enthaltenden Mitteln zur externen An- 5 einem Siedepunkt von höchstens etwa 80—85°C
wendung als Kosmetikuni. und Abtreiben des organsichen Lösungsmittels
und/oder
c) durch fraktionierte Destillation flachswachshalti-
ger Lösungen in organischen Lösungsmitteln unter
10 Gewinnung einer gegebenenfalls von restlichem
Die Rückbesinnung auch der neueren medizinischen Lösungsmittel noch zu befreienden Fraktion von Forschung auf die wertvolle Ausnutzung natürlicher 90—150° C/720 Torr. Kräfte hat dazu geführt, daß Arzneimittel und kosmetische Zubereitungen auf natürlicher, vegetabilischer Ba- Als flachswachshaltiges Rohmaterial kann z. B. das sis wieder zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. 15 zuvor schon genannte, bei der Flachsaufbereitung, ins-Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Erkenntnis besondere beim Knicken und Schwingen de* Röstzugrunde, daß bei der Flachsaufbereitung anfallende, Strohs, aber auch beim Grünflachsknicken, bei der Verbisher lediglich als lästiges Abfallmaterial betrachtete baumwollung und selbst noch in weiteren Stufen, wie Produkte wertvolle Eigenschaften haben. Gegenstand dem Spinnen, anfallende mehr oder weniger feinteilige der Erfindung ist danach die Verwendung von F.achs- 20 Materia! verwendet vrerdea Als Rohflachswachs kann wachs oder von Flachswachsanteile enthaltenden Mit- das, wie ebenfalls zuvor bereits beschrieben, durch Exteln zur externen Anwendung als Kosmetikum. traktion gewonnene Flachswachs eingesetzt werden. Flachswachs ist in der Literatur schon beschrieben Bevorzugt werden aber für die Extraktion wegen der (Technologie der Textilfaser, der Flachs, Band V, 1,1, besseren Abtrennbarkeit, mit Wasser nicht mischbare, 1930, 129—141 und 283; Hofmeister Ben 1903, 1047; 25 organische, polare Lösungsmittel, insbesondere HaIo-Ullmanns Encyklopädie der technischen Chemie, 18. genkohlenwasserstoffe, wie 1,1,1-Trichloräthan, Methy-Band, 1967, 287). Er soll danach im wesentlichen aus lenchlorid, Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff, wenn Fettsäureestern langkettiger Alkohole und Kohlenwas- auch Äther, Äthanol, und Methanol sowie Ketone, wie serstoffen bestehen. Flachswachs ist in der Rinden- Aceton, nicht ausgechlossen sind. Ganz allgemein sind schicht des Flachses zu etwa 10% enthalten. Bei der 30 mit Wasser nicht mischbare, polare Lösungsmittel mit Flachsaufbereitung, insbesondere beim Knicken und einem Siedepunkt von kleiner als etwa 80—85° C bevor-Schwingen des Röststrohs, aber auch beim Grünflachs- zugt Ein solches Rohflachswachs kann auch unmittelknickeii, bei der Verbaumwollung und auch noch in wei- bar als solches im Sinne der Erfindung verwendet werteren Stufen, bis einschließlich dem Verspinnen, fällt ein den.
mehr oder weniger feinteiliges. flachswachshaltiges Ma- 35 Die Wasserdampfdestillation, insbesondere im Tem-
terial an. Der grobe, Scheben und kurze Wergteile ent- peraturbereich um oder unter 1000C, z. B. 95—1000C,
haltenden Staub enthält Flachswachs in einer Menge bis sollte an einem neutralen bzw. schwach basischen Mate-
etwa 10 Gew.-% und der feine und feinste Staub, wie er rial, was gegebenenfalls durch entsprechende pH-Ein-
beispielsweise in der Spinnerei anfällt, in einer Menge stellung erfolgen kann, durchgeführt werden. Bei der
bis zu etwa 25 Gew.-%. Es ist möglich, daraus Flachs- 40 Wasserdampfdestillation bildet sich in der Vorlage eine
wachs durch Extraktion, beispielsweise inkontinuierli- obere (spezifisch leichteste), eine mittlere (wäßrige) und
eher Weise mit Lösungsmitteln, wie Aceton, Äthanol, untere (spezifisch schwerste) Phase. Obwohl die mittle-
Benzol und anschließendes Abtreiben des Lösungsmit- re und untere Phase bevorzugt sind, kann im Sinne der
tels zu gewinnen. Erfindung auch die obere, terpenartig riechende Phase
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß Flachs- 45 verwendet werden. Die Phasen können unmittelbar als
wachs bzw. Flachswachsanteile wertvolle kosmetische solche oder nach Entfernung des Wassers verwendet
Wirkungen haben. werden. Es ist auch möglich, das bei der Wasserdampf-
Neben dem Flachswachs haben sich besonders wir- destillation anfallende Destillat einer Extraktion mit Lö-
kungsvoll Flachswachsanteile erwiesen, also Wirkstoffe sungsmitteln, wie den vorgenannten, zu unterwerfen
bzw. Wirkstoffgemische, wie sie im Flachswachs enthal- 50 und dcraus einen lösungsmittelfreien Flachswachsanteil
ten sind. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform zu gewinnen.
beinhaltet die Erfindung danach die Verwendung sol- Für die Säureextraktion von Rohmaterial oder Roh-
cher Zubereitungen, die Substanzen enthalten, die er- flachswachs empfehlen sich insbesondere verdünnte,
halten bzw. erhältlich sind. wäßrige Mineralsäuren oder wäßrige, niedrige aliphati-
55 sehe Säuren, wie 0,1 — 1 N Salzsäure oder wäßrige Es-
a) durch Wasserdampfdestillation von flachswachs- sigsäure. Für die Extraktion der durch Säurebehandhaltigern Rohmaterial oder von Rohflachswachs, lung, vorzugsweise von unlöslichen Bestandteilen bedas aus solchem Rohmaterial durch Lösungsmittel- freiten und dann alkalisch, insbesondere pH 7,5— 11, geextraktion und gegebenenfalls Bildung des lösungs- machten Lösung werden die gleichen Lösungsmittel bemhtelfreien Extrakts gewonnen wurde, insbeson- 60 vorzugt wie zur Herstellung des Rohfiachswachses, also S dere die bei der Wasserdampfdestillation gewönne- mit Wasser nicht mischbare organische Lösungsmittel, ne wäßrige, spezifisch leichtere und/oder spezifisch wie Halogenkohlenwasserstoffe, Alkohole, Ketone schwerere Phase und/oder usw., namentlich eines Siedepunkts von kleiner als unge-
b) durch Behandlung von flachswachshaltigem Roh- fähr80—85°C.
material, bzw. von aus solchem Rohmaterial durch 65 Als Flachswachsanteile können in den erfindungsge-
Lösungsextraktion und gegebenenfalls nach Ab- maß verwendeten Mitteln auch Flachsöle enthalten sein,
treiben des Lösungsmittels gewonnenem Roh- wie sie beispielsweise mitteis fraktionierter Destillation
flachswachs, gegebenenfalls nachdem diese Stoffe flachswachshaltiger, organischer Lösungen durch Ge-
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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NICHTS-ERMITTELT *

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