DE307676C - - Google Patents

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DE307676C
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    • GPHYSICS
    • G02OPTICS
    • G02BOPTICAL ELEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS
    • G02B30/00Optical systems or apparatus for producing three-dimensional [3D] effects, e.g. stereoscopic images
    • G02B30/20Optical systems or apparatus for producing three-dimensional [3D] effects, e.g. stereoscopic images by providing first and second parallax images to an observer's left and right eyes
    • G02B30/22Optical systems or apparatus for producing three-dimensional [3D] effects, e.g. stereoscopic images by providing first and second parallax images to an observer's left and right eyes of the stereoscopic type
    • G02B30/23Optical systems or apparatus for producing three-dimensional [3D] effects, e.g. stereoscopic images by providing first and second parallax images to an observer's left and right eyes of the stereoscopic type using wavelength separation, e.g. using anaglyph techniques

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Description

Man sieht bekanntlich zwei stereoskopisch aufgenommene und in Komplementärfarben übereinandergedruckte Bilder körperlich, wenn man sie durch eine Brille mit zwei entsprechend gefärbten Gläsern, unmittelbar oder auf dem Projektionsschirm betrachtet. Den gleichen Erfolg erzielt man, wenn zwei an sich einfarbige (schwarz-weiße) Stereobilder durch zwei Objektive mit komplementär gefärbten Lichtfiltern zur Deckung gebracht und wie oben betrachtet werden. Hauptsächlich dem zuletzt genannten zweckmäßigeren Verfahren will die vorliegende Erfindung dienen, indem sie-anstrebt, die Filterfarben streng komplementär zu machen.
Wenn nun auch Neuhauß in seinem Lehrbuch der Projektion, zweite Auflage, Halle a. S. 1908, Seite 100, ausspricht, daß die Filterfarben genau komplementär sein müssen und der Beschauer die gleiche Empfindlichkeit für beide Farben haben soll, so blieben doch diese Forderungen. bisher unerfüllbar und unerfüllt, weil die durch von Helmholtz, König und ihre Nachfolger begonnenen bzw. weitergeführten Untersuchungen über · die Empfindlichkeit des Auges für die verschiedenen Spektralfarben und Methoden zur Untersuchung der Spektra verschiedener Lichtquellen auf die Herstellung möglichst heller und auch im übrigen ejnwandsfreier, d. h. das Spektrum restlos und für beide Augen gleichwertig aufteilender Zweifarbenfilterpaare bisher nicht angewendet wurden. Erst der Urheber der vorliegenden Erfindung gelangte dadurch, daß er die gedachten Untersuchungen zur; Strahlungsenergie der verschiedenen Lichtquellen in Beziehung s,etzte und die Halbierung der Helligkeitskurve unter dem Gesichtspunkt der Zerlegung in zwei gleich helle Teile unternahm, zu der Möglichkeit, durch Farbenauswahl auf Grund der gewonnenen Erkenntnisse Filterpaare zu bekommen, welche das sichtbare Spektrum restlos und gleichförmig aufteilen.
Die Kurve in Fig. 1 läßt für alle mög- 45, liehen Lichtquellen, deren spektrale Verschiedenheiten bekanntlich Funktionen- der absoluten Temperatur sind, erkennen, an welcher Stelle der μ-μ Skala des Spektrums — also bei welcher Wellenlänge — die die Fläche der Helligkeitskurve (Helligkeitsfläche, Wirkungsfläche) halbierende Ordinate zu suchen ist. Verzeichnet ist insbesondere die Halbie-' rende für das Sonnenspektrum bei 557,5 μ-μ, diejenige, für das Bogenlichtspektrum bei 562,3 μ-μ, diejenige für eine hochbeanspruchte Kohlenfadenglühlampe bei 582,5 ju-ju. und diejenige für eine minder beanspruchte· Kohlenfadenglühlampe bei 590 ju-ju, entsprechend den absoluten Temperaturen von 5800, 4100, 1940 und 1690°. In Fig. 2 ist über dem Normalspektrum die hinsichtlich ihrer Fläche bei 562,3 μ-μ halbierte Kurve für Bogenlicht als die vornehmlich in Betracht kommende Lichtquelle gezeichnet.
Wird nach Anleitung der Fig. 2 das Spektrum nach der halbierenden Wirkungsfläche, sozusagen nach der Gleichgewichtsachse ,zerschnitten, so kommt es noch darauf an, die färbenden Stoffe für die beiden Einzelfilter so zu wählen, daß die Absorptionsgrenzen an der mehrerwähnten Halbierenden ohne
fühlbare Überdeckung, aber auch ohne fühl- j bare Lücke zusammentreffen und jedes Einzelfilter auch im übrigen für alle Farben der ihm zugeordneten Hälfte des sichtbaren Spektrums durchlässig und für alle Farben der gegenteiligen Hälfte undurchlässig ist. Damit sind die Bedingungen für ein in jeder Hinsicht vollkommenes Filterpaar gegeben, welches insbesondere auch die stereoskopische Projektion in Naturfarben ermöglicht.
Auf diese Weise gelangte der Erfinder zu den folgenden Vorschriften für Flüssigkeitsfilter bzw. Trockenfilter für Bogenlicht.
A. Flüssigkeitsfilter: Kaltgesättigte Kupfersulfatlösung in 2 cm Schichtdicke für die brechbarere Hälfte des1 Spektrums; kaltgesättigte, angesäuerte Lösung von Kaliumbichromat in 1 cm Schichtdicke für die minder brechbare Hälfte des Spektrums.
B. Trockenfilter: Die Einzelfilter bestehen aus mit Gelatine überzogenen Glasplatten, die in folgenden Lösungen gebadet sind:
Eine 2,5 prozentige wässerige Lösung von Metanilgelb für die brechbarere Hälfte des Spektrums; eine 0,05prozentige wässerige Lösung von Methylenblau für die minder brechbare Hälfte des Spektrums.
Da die Aufnahmefähigkeit von der Gelatineart und anderen Umständen abhängt, so sind Dauer und Wärmegrad des Bades für eine bestimmte Gelatinesorte bei bestimmter Schichtdicke durch spektroskopische Prüfungen auszumitteln.
Diese Filterpaare zeichnen sich den vorhandenen gegenüber äußerlich dadurch aus, daß die Fa'rben der Einzelfilter viel weniger gesättigt erscheinen und orangefarben bzw. hellblau aussehen.
Bei diesen Vorschriften handelt es sich um einheitlich gefärbte, je einer Hälfte des sichtbaren Spektrums entsprechende Einzelfilter. Man kann aber unter dem Gesichtspunkt der ■ restlosen und gleichförmigen Aufteilung des Spektrums auch Filterpaare herstellen, bei denen jedes Einzelfilter nach Art des Farbenrasters eine Mehrzahl von Farben enthält, die je einem bestimmten Teilbereich des Spektrums entsprechen und derart ineinandergeschoben werden, daß jedes Einzelfilter für wenigstens zwei je einer Hälfte des »halbierten« Spektrums entnommene Teilbereiche durchlässig bzw. undurchlässig ist. Hier wird also jede Hälfte des Spektrums abschnittweise auf beide ,Einzelfilter verteilt. Bei solcher Ausführung entfällt der Wettstreit der Farben vollständig und es ist mit solchen Filtern die stereoskopische Projektion in den Naturfarben in vollkommener Weise und mit vergleichsweise einfachen Mitteln möglich.
Diese Vorteile beruhen darauf, daß beide Einzelfilter in dem Sinne wie etwa die Autochromplatte »weiß« (in Wirklichkeit also neutral grau) sind und dennoch zusammen als Zweifarbenfilter wirken.
Fig. 3 zeigt ein Normalspektrum mit eingezeichnetem Schema für die Zerlegung in Abschnitte von, gleichem Helligkeitswert, wie aus der Beziehung zu der Kurve in Fig. 2 hervorgeht. Die Abschnitte 1 und 3 sind gemäß dem Schema Fig. 4 zu dem einen Einzelfilter, die Abschnitte 2 und 4 zu dem anderen Einzelfilter in dem Sinne von Färbenras tern zu verschmelzen. Die Zahl der Abschnitte, die nach Fig. 3 und 4=4 ist, ist theoretisch nicht beschränkt, wird aber für die Praxis' über sechs kaum hinausgehen und muß jedenfalls eine gerade Zahl sein.
Geeignete Farbstoffe für das beschriebene Rasterfilterpaar sind: -
Abschnitt 1: Filterrot 1 der Höchster Farbwerke in 1 prozentiger wässeriger Lösung;
Abschnitt 2: Metanilgelb (Höchst) in 2,5-prozentiger wässeriger Lösung + Methylenblau (Höchst) in 0,1 prozentiger Lösung; gleiche Mengen der beiden Lösungen gemischt;
Abschnitt 3: Toluidinblau (Höchst) in 0,5-prozentiger + Filtergelb (Höchst) in 1 prozentfger wässeriger Lösung; gleiche Lösungsmengen gemischt;
Abschnitt 4: Filterblau (Höchst) in iprozentiger wässeriger Lösung.
Hiermit können gelatineüberzogene Glasplatten in der oben für einfarbige Filter beschriebenen Weise gefärbt werden.1
Bei dem Farbenrasterfilterpaar ist, wenn es als Brille benutzt wird, sowohl eine allzufeine als eine allzugrobe Rasterung zu vermeiden. Im ersten Falle treten Beugungserscheinungen auf, im zweiten Falle lösen sich die Farben für das Auge auseinander, d. h. das Filter wirkt subjektiv nicht mehr additiv, nicht mehr als Farbenraster; das Bild wird mit farbigen Flecken gesehen. Man umgeht die Schwierigkeit, die richtige Mitte innezuhalten, wenn man eine grobe Rasterung anwendet, die beiden Farbenrasterfilter vor die Objektive eines Doppelfernrohres mit Prismen einschaltet und dieses Instrument statt der Brille benutzt. Auf diese Weise werden die Farbenraster gewissermaßen an die richtige Stelle, d. h. in die Pupille der Augen verlegt, wodurch die besagten Fehlererscheinungen vermieden werden.

Claims (4)

  1. Patent-Ansprüche:
    i. Filterpaar für das anaglyphische Verfahren der Zweifarbenstereoskopie, dadurch gekennzeichnet, daß es als Flüssigkeitsfilter für Bogenlicht aus einer kaltgesättigten Kupfersulfatlösung von 2 cm Schichtdicke für die brechbarere Hälfte, aus einer kaltgesättigten, angesäuerten Kalium-
    bichromatlösung von ι cm Schichtdicke für die minder brechbare Hälfte des nach dem Helligkeitswerte für das menschliche Auge halbierten Spektrums besteht.
  2. 2. Trockenfilterpaar für das anaglyphische Verfahren der Zweifarbenstereoskopie, dadurch gekennzeichnet, daß es als Filter für Bogenlicht aus gelatineüberzogenen Glasplatten, gebadet in 2,5 prozen tiger wässeriger Lösung von Metanilgelb für die brechbarere Hälfte, in o,o5prozentiger wässeriger Lösung von Methylenblau für die minder brechbare Hälfte des wie in Anspruch 1 halbierten Spektrums besteht.
  3. 3. Trocken filterpaar für das anaglyphische Verfahren der Zweifarbenstereoskopie; dadurch gekennzeichnet, daß es als Filter für Bogenlicht für den Abschnitt des Spektrums von 700 bis 592 μ-μ Filteirot 1 (Höchst) in 1 prozentiger wässeriger Lösung, für den Abschnitt von 592 bis 562 μ-μ Metanilgelb (Höchst) in 2,5 prozentiger + Methylenblau (Höchst) in o.iprozentiger wässeriger Lösung, für den Abschnitt von 562 bis 532 μ-μ Toluidinbläu (Höchst) in 0,5 prozentiger + Filtergelb (Höchst) in ι prozentiger wässeriger Lösung, für den Abschnitt von 532 bis 400 μ-μ Filterblau (Höchst) in 1 prozentiger wässeriger Lösung enthält, und zwar derart, daß nach Art des Farbenrasters auf jedes Einzelfilter zwei färbende Elemente entfallen und durch diese in jedem Einzelfilter Abschnitte des Spektrums aus beiden Spekr trenhälften vertreten sind.
  4. 4. Gerät zur Anwendung des Filterpaares nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die farbenrasterartigen Einzelfilter den Objektiven eines Prismendoppelfernrohres vorgeschaltet sind.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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