-
-
Wandanschlußprofile für Hohlkammerplatten
-
Hohlkammerplatten, insbesondere in ihrer lichtdurchlässigen Ausführung,
werden in neuerer Zeit häufig verwendet, insbesondere auf dem Bausektor.
-
Die lichtdurchlässigen Hohlkananerplatten bestehen in der Regel aus
zwei Deckplatten (und gegebenenfalls einer parallel zu diesen angeordneten Zwischenschicht),
die durch Stege im gegenseitigen Abstand gehalten werden, so daß Deckplatten und
Stege Hohlräume umschließen (sogenannte Stegdoppel- bzw. Stegdreifachplatten).
-
Als lichtdurchlässiges Material zur Herstellung von Hohlplatten eignet
sich beispielsweise Polyvinylchlorid, Polyäthylen und Polypropylen, Polystyrol,
Polyamid, Polyformaldehyd und insbesondere Polyacrylate und -methacrylate sowie
Polycarbonat.
-
Die Anwendung von Hohlkammerplatten der beschriebenen Art blieb nicht
auf die Abgrenzung geschlossener Räume, wie etwa in Gewächshäusern usw. beschränkt.
Die hervorragenden mechanischen Eigenschaften dieser Mehrfachplatten, insbesondere
in ihren transparenten Ausführungen, machen sie auch zu einem häufig verwendeten
Abdeckungsmaterial, beispielsweise bei Vordächern, Veranden, Pergolen,
Loggias,
Einstellplätzen usw., aber auch für freistehende Konstruktionen, wie Schuppen usw.
-
Dabei entsprechen die tragenden und stützenden Elemente im Prinzip
den bei konventionellen Abdeckungen verwendeten.
-
Es wurden also auch hier Pfetten, Balken usw. in geeigneten Abständen
zur Unterstützung der deckenden Hohlkammerplatten verwendet.
-
Die Hohlkammerplatten des Handels, insbesondere die sogenannten Stegdoppel-
und Stegdreifachplatten, werden mit verschiedenen Profilhöhen (beispielsweise 8
mm und 16 mm für Stegdoppel- bzw. 32 mm für Stegdreifachplatten) und in verschiedenen
Breiten geliefert. Bei der Installation steht man häufig vor der Aufgabe, mehrere
Platten über ihre Kanten zu verbinden. Es steht heute eine Vielzahl von Verbindungsprofilen
zur Verfügung, mit deren Hilfe sich Hohlkammerplatten in den meisten Fällen technisch
befriedigend verbinden lassen. Auch für die "offenen" Kanten der Hohlkammerplatten
sind Verschlußprofile vorgeschlagen worden.
-
Ein technisch bisher nicht völlig befriedigend gelöstes Problem stellt
jedoch die Verbindung mit den Gebäudewänden dar. Die bisher angewandten Lösungen
sind meist relativ aufwendig oder kompliziert.
-
Der Wandanschluß sollte einerseits so beschaffen sein, daß er eine
gewisse Halterung gewährleistet, andererseits mußte der temperaturbedingten, unterschiedlichen
Ausdehnung der installierten Kunststoffplatten Rechnung getragen werden.
-
Weiter mußte verlangt werden, daß ausreichende Dichtigkeit, beispielsweise
gegen Stauwasser, besteht.
-
Wie leicht einzusehen, tritt als erschwerendes Moment hinzu, daß ein
zum Anschluß an eine beliebige Wand geeignetes Profil, um allgemein geeignet zu
sein, verschiedene Anstellwinkel zulassen muß.
-
Im Idealfall sollten sich mit der Vorrichtung beliebige Winkel zwischen
einem rechten Winkel und ca. 20°, vorzugsweise 15°, einstellen lassen.
-
Es wurde nun gefunden, daß Wandanschlußprofile den Anforderungen der
Technik weitgehend gerecht werden, die aus einem Schenkel (1), der über einen distanzierenden
Schenkelabschnitt (2) in einen, einen Raum (3) zur Aufnahme der Hohlkammerplatte
(7) umschließenden Schenkel (4) übergeht, und einer Sollbiegestelle (5) am Schenkel
(1) vor dem Ubergang in den Schenkelabschnitt (2), wobei an der oberen Begrenzung
des Schenkels (1) und anschließend an die Sollbiegestelle (5) am Schenkel (1) Stützstege
(6) vorhanden sind, bestehen.
-
Vorzugsweise ist der obere Kantenbereich des Schenkels (1) nach außen
abgewinkelt. Dieser abgewinkelte Kantenbereich (10), der direkt an die Oberfläche
der Mauer anschließen kann, übernimmt dann auch die Funktion eines Stützsteges.
-
Die Stützstege (6), die parallel zum Rand des Schenkels (1) verlaufen,
sind in der Regel paarweise angeordnet, wobei vorzugsweise die Zwischenräume zwischen
je zwei ein Paar bildenden Stützstegen so beschaffen sind, daß zwischen
ihnen
und dem Schenkel (1) Vorlegedichtungen (8) angebracht werden können.
-
Weiter kann der Schenkel (1) Kerbrillen zum Anbringen von Bohrungen
(9) besitzen, etwa jeweils eine unterhalb der randnahen Stützstege (6) und eine
oberhalb der nahe der Sollbiegestelle (5) angeordneten Stützstege (6).
-
Der, einen Raum zur Aufnahme der Hohlkammerplatte (7) umschließende
Schenkel (4) besteht in der Regel aus einem oberen Schenkelgurt (4A) und einem unteren
Schenkelgurt (4B), der in der Regel mit (4A) flächengleich ist und der (4A) und
(4B) verbindenden, rechtwinklig zu beiden stehenden Kante (4C).
-
An den Begrenzungen der Schenkelgurte (4A) und (4B) befinden sich
vorzugsweise paarweise angeordnete Stützstege (11), zwischen denen - ähnlich wie
zwischen den Stützstegen (6) - Vorlegedichtungen (8) angebracht werden können.
-
Mm innerhalb des in der Praxis gefragten Bereichs beliebige Winkel
zwischen der Wand und der Hohikammerplatten-Dachverglasung einstellen zu können,
ist es vorteilhaft, wenn bei einer Stellung der Schenkel (1) und (4) in rechtem
Winkel zueinander (wie sie bei der Bewegung um die Sollbiegestelle (5) eingenommen
werden kann) der distanzierende Schenkelabschnitt (2) einen spitzen Winkel a mit
der Ebene des Schenkels (4) bildet.
-
Die erfindungsgemäßen Wandanschlußprofile können aus Metall, beispielsweise
aus Eisen- bzw. Stahlblech, Aluminium usw. hergestcllt werden.
-
Die Dicke des Materials wird zweckmäßigerweise dem vorliegenden Zweck
angepaßt. Sie beträgt in der Regel nicht unter 2 mm, im allgemeinen zwischen 2 und
3,5 mm.
-
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Wandanschlußprofile liegt innerhalb
der dem Fachmann geläufigen Fertigungstechniken. Sie können beispielsweise gestanzt
werden.
-
Vorteilhafterweise können die Wandanschlußprofile oberflächenbehandelt
bzw. geschützt werden, beispielsweise durch überziehen mit Lacken, Kunststoff, durch
Eloxieren usw.
-
Die Sollbiegestelle (5) kann in an sich bekannter Weise angebracht
werden, beispielsweise bereits bei der Herstellung, etwa durch Strangpressen. Die
Sollbiegestelle stellt eine Abweichung der Materialdicke im Sinne einer geringeren
Dicke an der Zone dar, um die die Biegung erfolgen soll. Eine brauchbare Materialdicke
an der Sollbiegestelle ist z.B. 0,7 - 1 mm, wobei die Eigenschaften des Materials
angemessen zu berücksichtigen sind.
-
Die Abmessungen der erfindungsgemäßen Wandanschlußprofile sind zunächst
durch die Abmessungen der Hohlkanrmerplatten vorgezeichnet. Dies gilt z.B. speziell
für den die Hohlkammerplatte (7) umschließenden Schenkel (4), dessen Kantenhöhe
(4C) so bemessen ist, daß die Hohlkananerplatten dicht zwischen den mit den Vorlegedichtungen
(8) ausgestatteten Schenkelgurten (4A) und (4B) eingepaßt werden können, d.h. es
muß die Höhe der Stützstege (11)
und der Vorlagedichtungen (8) einkalkuliert
werden.
-
Für die drei gängigen ProÜlhöhen von 8 und 16 mm für Stegdoppel- und
32 mm für Stegdreifachplatten sind somit drei verschiedene Kantenhöhen (4C) anzusetzen.
-
Die Länge des gesamten Wandanschlußprofils sollte beispielsweise,
wenn möglich, der Gesamtlänge der zu halternden Hohlkammerplatten entsprechen.
-
Die Breite der Schenkelgurte (4A) bzw. (4B) ist darauf abgestimmt,
daß die Hohlkammerplatten an ihrem oberen Endbereich so weitgehend einbezogen und
damit abgedeckt sind, daß das Eindringen von Stauwasser usw. zuverlässig verhindert
wird. Gleichzeitig muß genügend Raum für die thermische Ausdehnung der Hohlkammerprofilplatten
bleiben.
-
Im allgemeinen dürfte die Breite der Schenkel (4A) bzw.
-
(4B) zwischen 100 und 200 cm, vorzugsweise um 150 cm betragen. Je
flacher die Neigung des Daches, um so breiter sollte der Schenkel sein, um das Eindringen
rückgestauten Wassers zu verhindern.
-
Die Breite des Schenkels (1) muß auf jeden Fall ausreichen, um eine
zuverlässige Befestigung an der Wand zu gewährleisten. Im allgemeinen liegt die
Breite des Schenkels (1) in der Größenordnung 80 bis 100 mm, als Richtwert kann
40 mm gelten. Um die Einstellmöglichkeiten der Winkel, unter dem die Hohlkammerplatten
gegen die Mauer geneigt sein können, nicht zu beeinträchtigen, ist es zweckmäßig,
den Schenkel (1) über die Stützstege (6) in gewissem Abstand von der Maueroberfläche
zu halten. Die Höhe der Stützstege kann dabei innerhalb gewisser Grenzen variieren,
sie beträgt beispielsweise zwischen 5 und 20 mm, in der Regel ca. 10 mm.
-
Die Höhe der Stützstege (9) an den Begrenzungen der Schenkelgurte
(4A) und (4B) liegt im allgemeinen bei 2 bis 7 mm, in der Regel bei 5 mm. Entsprechend
der Höhe der jeweiligen Stützstege ist der Durchmesser der Vorlegedichtungen (8)
zu wählen.
-
Als Vorlegedichtungen (8) können beispielsweise materialverträgliche
Kunststoffe, z.B. Acrylglasvertägliche Dichtungsbänder bzw. Rundschnüre eingesetzt
werden. Beispielsweise können Egofarm tD und ATPK-Dichtungen verwendet werden.
-
Die erfindungsgemäßen Anschlußprofile können anstatt an eine Wand
angeschlossen zu werden, auch miteinander kombiniert oder an anderen tragfähigen
Strukturelementen, wie z.B. Balken, Pfetten, Rinnen angebracht werden.
-
Es ist z.B. möglich, aus je zwei miteinander über die Schenkel (1)
und gegebenenfalls einem zwischen beiden angeordneten tragenden Element ein Satteldach
bzw. ein Sägedach zu bilden.
-
Wird die obere Kante des Schenkels (1) nach außen U-förmig gebogen
ausgeführt, so ist auch das Einhängen in ein entsprechendes Gegenelement möglich.
-
Die Verbindung mit der Wand bzw. anderen geeigneten, tragenden Elementen
kann mittels üblicher Methoden und Vorrichtungen, beispielsweise durch Anschrauben,
Nieten, Klammern, Kleben usw. erfolgen.
-
Der Befestigung mittels Schrauben können beispielsweise die am Schenkel
(1) angebrachten Kerbrillen für Bohrungen (9) dienen.
-
Das Einstellen des gewünschten Neigungswinkels, unter
dem
die Hohlkammerplatten als Abdeckung angebracht werden sollen, geschieht mit geringem
Kraftaufwand durch Biegen an der Sollbiegestelle (5) am Schenkel (1), gegebenenfalls,
wenn der Schenkel (1) bereits in geeigneter Weise an der Wand befestigt worden ist.
-
Die Hohlkammerplatten können einfach in den zu ihrer Aufnahme vorgesehenen,
aus den Elementen (4A), (4B) und (4C) gebildeten, Raum hineingeschoben werden, wobei
die Temperaturausdehnung der Hohlkammerplatten zu berücksichtigen ist. Der einzuhaltende
Abstand zwischen der Kante der Hohlkammerplatte (7) und der Kante (4C) des Schenkels
(4) hängt bis zu einem gewissen Grad von der Länge der Hohlkammerplatten (7) ab,
d.h. es ist z.B. bei Acrylglasplatten deren Wärmeausdehnungskoeffizient (70 10 1
0 6/oC) zu berücksichtigen.
-
Es sollte in der Regel zwischen der Schlußkante einer Acrylglashohlkammerplatte
von 6000 mm und der Kante (4C) ein Abstand von 3,5 bis 5 mm, in der Regel 4 mm bleiben,
wenn bei ca. 20°C verlegt wird.
-
Das erfindungsgemäße Wandanschlußprofil gestattet Dachneigungswinkel
von 0 bis ca. 40° und deckt damit die meisten vorkommenden Anwendungsfälle ab. Es
ist so beschaffen, daß es iiohlkammerplatten der gegenwärtig vorkommenden Abximallänge
von 6 m aufnehmen kann.
-
Auch gegenüber Stauwasser erreicht man mit dem Wandanschlußprofil
gemäß der vorliegenden Erfindung ausreichende Dichtigkeit.