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Beschreibung
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ziehen von Dr<jhten nach
dem Oberbegriff des Anspruches 1 sowie eine Maschine zur Durchführung des Verfahrens.
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Bei den bekannten Drahtziehmaschinen muß die sich aufgrund der Durchmesserreduzierung
ergebende Verlängerung des Drahtes in den einzelnen Ziehsteinen durch Erhöhung der
Umfangsgeschwindigkeit der nachfolgenden Ziehscheibe kompensiert werden. Dies wird
bei modernen Ziehmaschinenmit gleich großen Ziehscheiben durch eine Erhöhung der
Drehzahl von Ziehscheibe zu Ziehscheibe erreicht. Bei den bekannten Ziehmaschinen
dieser Art erfolgt der Antrieb der Ziehscheiben über Zahnräder, und die Drehzahlerhöhung
wird durch entsprechende Zahnradübersetzungen dargestellt. Für sämtliche Ziehscheiben
ist üblicherweise ein gemeinsamer Antrieb vorgesehen, beispielsweise nach dem DBGM
79 29 638.
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Diese zum Stand der Technik gehörenden Maschinen, sogenannte Tandem-Maschinen,
zeigen eine Reihe von Vorteilen, vor allem den der verminderten Drahtrißufigkeit.
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Diese Maschinen er£ordern jedoch dann eine große Umrtistzeit, wenn
bei vorgegebenem Eingangsquerschnitt des Drahtes unterschiedliche Endquerschnitte
erhalten werden sollen. In diesem Fall müssen normalerweise die.Ziehsteine für sämtliche
Ziehstufen einschließlich des Endziehsteines ausgewechselt werden, um die Querschnittsminderung
des Drahtes von Ziehstufe zu Ziehstufe und die damit verbundene Laufgeschwindiskeitsänderung
des Drahtes den vorgegebenen Umfangsgeschwindigkeiten der Ziehscheiben anzupassen.
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Um beispielsweise einen Draht mit dem Einlaufdurchmesser von 1,5
mm auf den Enddurchmesser von 0,206 mm zu ziehen, sind üblicherweise 21 Ziehsteine
erforderlich.
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Ist die Ziehmaschine darüber hinaus als Ble hrfa ch- Draht - ie hmaschine
ausgebildet, -beispielsweise mit acht Zügen, dann sind, wenn der obengenannte Endquerschn-itt
erreicht werden soll, insgesamt 168 Ziehsteine auszuwechseln, was eine Arbeitszeit
von mehreren Stunden erfordert.
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Aufgabe der Erfindung ist es, die Umrüstzeit der Maschine bei Änderung
des Enddurchmessers des Drahtes zu mindern.
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Diese Aufgabe wird durch das kennzeichnende Merkmal des Anspruches
1 gelöst.
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Gemäß der Erfindung ist die Maschine so ausgelegt, daß bei Benutzung
sämtlicher Ziehsteine für einen Einlaufdurchmesser der kleinste Enddurchmesser erzielt
wird. WiTd eine Querschnittsänderung gewünscht, dann ist der Enddurchmesser größer
als der kleinstmögliche Enddurchmesser. In irgendeiner Stufe der Maschine wird dieser
gewünschte Durchmesser erreicht oder annähernd erreicht. Man nimmt nun sämtliche
nachfolgenden Ziehsteine aus der Maschine heraus und läßt die diesen Steinen zugeordneten
Ziehscheiben leerlaufen. Außerdem setzt man den den gewünschten Enddurchmesser liefernden
viehstein oder einen anderen passenden an die Stelle des Ediehsteines.
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Die Laufgeschwindigkeit des Drahtes in den einzelnen Ziehstufen bleibt
bei dieser Art der Umrüstung der Maschine erhalten, d.h. die Geschwindigkeiten entsprechen
nach wie vor den Umfangsgeschwindigkeiten der zugeordneten Ziehscheiben.
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Nur für den Endziehstein ist die Laufgeschwindigkeit des Drahtes
eine
andere geworden, d.h. die dem Endziehstein zugeordnete Ausziehscheibe muß ili ihrer
Unif angsges chwindigkeit geändert werden. Dies ist leicht möglich, wenn man diese
Scheibe gesondert antreibt, wie es die Erfindung vorsieht.
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Anstatt die Geschwindigkeit der Ausziehscheibe zu ändern, kann man
auch die Geschwindigkeiten sämtlicher vorgelagerter Ziehscheiben ändern, indem man
beispielsweise den Antriebsmotor dieser Ziehscheiben mit einer geänderten Geschwindigkeit
laufen läßt.
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In jedem Fall erhält man den Vorteil, daß die Abstufung des Endziehsteines
und damit der Geschwindigkeitsuntersc}1ied zwischen der letzten Zieh- und der Ausziehscheibe
im technologisch möglichen Rahmen innerhalb eines minimalen und maximalen Wertes
variiert werden kann, ohne daß die vorgelagerte Ziehkette verändert werden muß.
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Zusätzlich kann zwischen der letzten- Ziehscheibe und dem Endziehstein
eine Tänzerrolle vorgesehen sein, über die der Draht geführt ist, um eine automatische
Laufgeschwindigkeitsänderung anzupassen.
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Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Umrüstzeit bei der
obengenannten Mehrfach-Drahtziehmaschine auf ein Minimum reduziert.
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Weitere Einzelheiten der Erfindung können den Unteransprüchen sowie
der Zeichnung und deren Beschreibung entnommen werden.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
und zwar zeigen: Fig. 1 eine Drahtziehmaschine in Ansicht; Fig. 2 die Maschine der
Fig. 1 in umgerüsteter Form;
Fig. 3 die Maschine der Fig. 1 in einer
weiteren Umrüs tvariante; Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 1.
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Gemäß Fig. 1 durchläuft ein Draht o hintereinander angeordnete Ziehsteine
1 bis 2o und schließlich einen Ausziehstein Z1. Durch die Ziehsteine 1 bis 2o wird
der Draht mit Hilfe von Ziehscheiben 40 bis 59 gezogen und durch den Endziehstein
Z1 mit Hilfe-einer Ausziehscheibe 60. Der Draht 30 läuft jeweils von unten nach
oben durch die Ziehsteine 1 bis 20 und wird hierzu mit Hilfe von freilaufenden Umlenkrollen
61, 62, 63, 64 und 65 geeignet geführt. Der Draht 30 kann die Ziehscheibe 59-unmittelbar
in Richtung des Endziehsteines Z1 verlassen. Gemäß der Erfindung ist der Draht 30
jedoch über weitere Umlenkrollen 66 und 67 zu einer Tänzerrolle 70 geführt. Eine
weitere Umlenkrolle 71 führt den Draht zur Umlenkrolle 66 zurück, welche ihn nunmehr
in den Ziehstein Z1 lenkt.
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Sämtliche Ziehscheiben 40 bis 59 haben den gleichen Durchmesser.
Um die durch die Längenänderung des Drahtes beim Durchlaufen der Ziehsteine 1 bis
29 sich ergebende Laufgeschwindigkeitsänderung zu kompensieren, werden die Ziehscheiben
40 bis 59 mit entsprechend angepaßten Geschwindigkeiten angetrieben.
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Für den Antrieb der Ziehscheiben 40 bis 59 ist ein gemeinsamer Antriebsmotor
84 vorgesehen. Der Motor 84 treibt über Vorgelege ein generell mit 80 bezeichnetes
und im einzelnen nicht näher dargestelltes Getriebe an. Das Getriebe 80 kann beispielsweise
gemäß DBGM 79 29 638 ausgebildet sein. In jedem Fall treibt der Motor 84 über dieses
Getriebe sämtliche Ziehscheiben 40 bis 59 an.
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Für den Antrieb der Ausziehscheibe 6o ist ein gesondert ter Antriebsmotor
9o vorgesehen, der zum Beispiel über einen Riemen 91 ein Rad 92 antreibt, das über
ein Zahnrad 93 mit der Ausziehscheibe- 60 in Verbindung steht.
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Mit der erfindungsgemäßen Einrichtung wird der einlaufende Draht,
beispielsweise mit einem Durchmesser von 1,5 mm, auf einen Enddurchmesser von o,2o6
mm gezogen. Die Ziehsteinöffnungsdurchmesser sind aufeinander abgestimmt, um die
Laufgeschwindigkeitsänderung des Drahtes in den einzelnen Ziehstufen den Umfangsgeschwindigkeiten
der jeweils nachgeschalteten Ziehscheiben anzupassen.
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Will man- einen Enddurchmesser des Drahtes von o,25 mm erhalten,
müssen nach dem Stand der Technik sämtliche Ziehsteine 1 bis 20 und der Endziehstein
Z1 ausgewechselt werden, um neue Längenänderungsverhältnisse nach dem Ziehvorgang
in den einzelnen Stufen zu erhalten, da die Umfangsgeschwindigkeiten der Zichscheiben
40 bis 59 durch das fest vorgegebene Getriebe und den gemeinsamen Antriebsmotor
84 nicht abgestuft veränderbar sind.
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Gemäß der Erfindung werden, um den Enddurchmesser des Drahtes von
o,25 mm zu erhalten, die Ziehsteine 19 und 2o aus der Maschine herausgenommen, und
der Ziehstein 19 wird an die Stelle des Endziehsteines Z1 gesetzt oder ein anderer
Ziehstein, falls der Ziehstein 19 nicht den gewünschten Enddurchmesser liefert.
Die Maschine ist nunmehr betriebsbereit, da die Ziehsteine 1 bis 18 erhalten geblieben
sind und die den Ziehsteinen zugeordneten Ziehscheiben ebenfalls ihre Laufgeschwindigkeit
behalten haben. Das heißt, die Längenänderung des Drahtes in den einzelnen Ziehstufen
wird nach wie vor kompensiert. Lediglich durch den Endziehstein Z der jetzt beispielsweise
dem Ziehstein 19 entspricht, muß der Draht mit geänderter Geschwindigkeit gezogen
werden,
was durch Änderung der Drehzahl eines der Motore 9o oder
84 erreicht wird;.
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In Fig. 2 sind die entfallenden Ziehsteine strichpunktiert eingezeichnet.
Der Draht 30 wird an den Ziehscheiben 58 und 59 vorbeigeführt, d.h. er umschlingt
diese nicht mehr, so daß erst wieder durch die Endziehscheibe 60 ein Zug auf den
Draht 30 ausgeübt wird.
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Will man bei gleichem Eingangsdurchmesser einen Drahtenddurchmesser
von o,3mm erhalten, dann werden gemäß Fig. 3 die Ziehsteine 17, 18, 19 und 20 (strichpunktiert
eingezeichnet) aus der Maschine herausgenommen, und der Ziehstein 17 wird an die
Stelle des Ziehsteines Z1 gesetzt. Der Draht 30 wird jetzt an den Ziehscheiben 56,
57, 58 und 59 vorbeigeführt. Die Umfangsgeschwindigkeit der Ausziehscheibe 60 wird
wiederum, beispielsweise mit Hilfe der Motordrehzahl geändert.
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Soll ein etwas größerer Enddurchmesser als o,3 mm erhalten werden,
wird man nicht den Ziehstein 17 an die Stelle des Ziehsteines Z1 setzen, sondern
einen anderen passenden, der nicht der vorgelagerten Ziehsteinkette entnommen ist.
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Däs Tänzersystem ist vorgesehen, um eine automatische Anpassung der
Drahtgeschwindigkeit zu erreichen.
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Die insoweit beschriebene Maschine gestattet Durchmesseränderungen
für einen Draht. Die Erfindung wirkt sich besonders vorteilhaft in einer Mehrfach-Drahtziehmaschine
aus.
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Gemäß Fig. 4 werden zum Beispiel vier Drähte 30, 31, 32 und 33 gleichzeitig
gezogen. Die Ziehscheiben Ao bis 59 sind viermal vorgesehen und die sich entsprechenden
Scheiben
sind auf jeweils einer gemeinsamen Welle loo, 101, 102
und 103 angeordnet, wie für die Ziehscheiben 40, 41, 42 und 43-dargestellt worden
ist. Der Motor 84 treibt bei dieser Ausbildung über das Getriebe 80 die Wellen 100
bis 103 an, sowie weitere nicht dargestellte Wellen.
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Die Anzahl der Drähte wird von der Erfindung nicht limitiert.
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Die Ausziehscheiben 60 sind vorteilhaft ebenfalls auf einer gemeinsamen
Welle angeordnet, die ihrerseits vom Motor 9o angetrieben wird.
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Diese Maschine zieht gleichzeitig ein und mehrere Drähte von einem
vorgegebenen Einlaufdurchmesser auf einen vorgegebenen Enddurchmesser. Soll der
Enddurchmesser geändert werden, dann werden, wie anhand der Fig. 1 bis 3 beschrieben,
nunmehr für jeden Draht die Maßnahmen gemäß den Fig.
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2 oder 3 getroffen. Das heißt, es werden beispielsweise vier Ziehsteine
18 sowie vier Ziehsteine 19 aus der Maschine herausgenommen und die Ziehsteine 19
oder andere passende Ziehsteine an die Stelle der vier Endziehsteine Z1 gesetzt,
so daß diese jetzt als Endziehsteine dienen.
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Die Umfangsgeschwindigkeit der Ausziehscheiben 60 wird wiederum der
neuen Laufgeschwindigkeit der Drähte 30 bis 33 angepaßt.
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Derselbe Vorgang läßt sich beliebig weiterführen, je nach dem, welchernddurchmesser
des Drahtes gewünscht wird.