DE3108170C2 - - Google Patents

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DE3108170C2
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Description

Die Erfindung betrifft den in den Patentansprüchen angege­ benen Gegenstand.
Die sichtbare Farbe eines lichtdurchlässigen Körpers hängt von dem Transmissionsspektralkurve ab, welche ihrerseits durch das spezielle Licht, in welchem die Betrachtung erfolgt, beeinflußt wird. Es erweist sich daher als zweckmäßig, sich auf eine bestimmte Standardlichtquelle zu beziehen. Ein der­ artiger Standard wurde 1931 von der Commission Internationale d'Eclairage (International Commission on Illumination) CIE geschaffen, welche eine Lichtquelle C definiert, und zwar nominell eine durchschnittliche Tageslichtquelle mit einer Farbtemperatur von 6700 K, und ein Farbdiagramm, auf welchem die den Farbwerten eines Objekts, das durch dieses Licht be­ trachtet wird, entsprechende Lage eingetragen werden kann.
Licht einer beliebigen Farbe kann bekanntlich durch eine geeignete Mischung aus rotem, grünem und blauem Licht er­ zielt werden und ebenso wird ein Gemisch aus zwei oder mehreren Farben durch eine entsprechende Mischung ihrer äquivalen­ ten roten, grünen und blauen Lichtanteile erhalten. Es werden somit a Einheiten der Farbe A durch r Einheiten Rot, g Einhei­ ten Grün und b Einheiten Blau erzielt, was durch die Gleichung
a (A) = r R + g G + b B
ausgedrückt werden kann. Diese Gleichung ist als die Tristimu­ lusgleichung bekannt und r, g und b stellen die Tristimuluswerte dar. C. I. E. hat die speziellen roten, grünen und blauen Farben ihres Systems in solcher Weise definiert, daß die Tristimulus­ werte immer positiv sind und das rote und blaue Licht eine Leuchteffizienz von 0 haben, so daß die Leuchtkraft oder Hellig­ keit einer Farbe direkt proportional dem grünen Tristimulus­ wert ist. Die in dieser Weise definierten Tristimuluswerte können in der Praxis nicht erreicht werden, sie erweisen sich jedoch als zweckmäßig und bequem für eine mathematische Analyse.
Aus der Tristimulusgleichung folgt, daß 1 Einheit der Farbe A durch folgende Gleichung wiedergegeben wird:
die auch geschrieben werden kann als 1(A)=x R+y G+z B.
Die Ausdrücke x, y und z werden als Farb-Koordinaten der Far­ be A bezeichnet und da ihre Summe die Einheit ergibt, folgt daraus, daß jede Farbe lediglich durch ein Paar von trichro­ matischen Koordinaten x, y ausgedrückt werden kann.
C. I. E. hat die Farb-Koordinaten für Licht jeder Wellenlänge innerhalb des sichtbaren Spektrums definiert und diese können graphisch wiedergegeben werden in einem Diagramm mit orthogo­ nalen x-Achse und y-Achsen unter Erzielung des bekannten C. I. E.- Farbdiagramms.
In der beigefügten Zeichnung stellen dar:
Fig. 1 das C. I. E.-Farbdiagramm und
Fig. 2 eine Detailwiedergabe des Mittelabschnitts dieses Diagramms.
In Fig. 1 ist der Ort der Farb-Koordinaten für Licht jeder Wellenlänge innerhalb des sichtbaren Spektrums als der Spektrum­ ort bekannt und von Licht, das aufgrund seiner Farb-Koordinaten auf den Spektrumort fällt, wird angenommen, daß es 100% Rein­ heit der Anregung einer geeigneten Wellenlänge hat. Der Spektrum­ ort wird von einer Linie umschlossen, die als Purpurlinie bekannt ist und die auf dem Spektrumort gelegenen Koordina­ tenpunkte für 380 nm (violett) und 770 nm (rot) verbindet. Der von dem Spektrumort und der Purpurlinie umschlossene Be­ reich definiert somit das verfügbare Feld für die möglichen Farb-Koordinaten einer jeden Farbe.
Wird von diesem Farbdiagramm und der ihm zugrundeliegenden Theorie Gebrauch gemacht (wobei bezüglich weiterer Details verwiesen sei auf "Colorimetry, Official Recommendations of the International Commission on Illumination", Mai 1970, und "Glass Science and Technology 2", "Colour Generation and Control in Glass" C. R. Bamford, Elsevier Scientific Publishing Company, Amsterdam, Oxford, New York, 1977), so ist es möglich, die sichtbaren Farbwerte verschiedener Körper, wenn diese von einer Standard-Lichtquelle bestrahlt werden, aufzutragen und miteinander zu vergleichen. Hier und im folgenden wurde die C. I. E.-Lichtquelle C gewählt. Die Farb-Koordinaten des von der Lichtquelle C emittierten Lichts sind beim Punkt C in den Fig. 1 und 2 aufgetragen, dessen Koordinaten (0,3101; 0,3163) sind. Der Punkt C dient zur Wiedergabe von weißem Licht und entspricht somit einer Anregungsreinheit von Null. Wie leicht ersichtlich, können Linien vom Punkt C zum Spektrum­ ort bei jeder gewünschten Wellenlänge gezogen werden und jeder auf einer solchen Linie liegende Punkt kann nicht nur durch seine x, y-Koordinaten definiert werden, sondern ebenso durch die Wellenlängenlinie, auf der er liegt und durch seinen Abstand vom Punkt C relativ zur Gesamtlänge dieser Wellenlängenlinie. Ein getönter Körper kann somit aufgrund dieser dominierenden Wellenlänge und seiner Reinheit der Farbanregung beschrieben werden. Fig. 2 zeigt verschiedene Linien für dominierende Wellenlängen und Orte konstanter Anregungsreinheit, die in Inkrementen von 1% ansteigen.
Wird im Licht der Lichtquelle C ein Objekt betrachtet, dessen aufgetragene Lage am Punkt C liegt, so ist dieses voll­ kommen neutral oder grau, da es die wahrgenommene Farbe der Lichtquelle C nicht verzeichnet (obwohl es selbstverständ­ lich die Intensität des Lichtes reduzieren kann), und von einem solchen Objekt wird gesagt, daß es die Farbreinheit Null hat. Wie ersichtlich, ist es jedes Objekt, das man im Lichte, welches von der Lichtquelle C ausgestrahlt wird, betrachtet, scheinbar neutral, wenn dessen aufgetragene Lage ausreichend nahe am Punkt C liegt. Werden zwei der­ artige Objekte gleichzeitig betrachtet, so kann es selbst­ verständlich einen wahrnehmbaren Unterschied in der Farbe geben, doch wird jedes für sich betrachtet, so erscheint es grau.
Mit dem hier verwendeten Ausdruck "graues Glas" wird ein Glas bezeichnet, dessen Farbreinheit weniger als 6% be­ trägt.
Wie bereits erwähnt, ist im C. I. E.-System die Leuchtkraft oder Helligkeit einer Farbe proportional zum grünen Tristimuluswert. Es ist leicht einzusehen, daß die Menge an Licht, welches durch ein lichtabsorbierendes, d. h. getöntes Glas durchtritt, nicht nur von der Zusammen­ setzung des Glases, sondern auch von dessen Dicke abhängt. Daraus ergibt sich, daß für eine bestimmte Glaszusammen­ setzung die Koordinatenposition im erhalten C. I. E.-Farb­ diagramm ebenfalls von der Glasdicke abhängt. Hier und im folgenden sind die Werte, welche für die Farb-Koordinaten (x, y), die Farbanregungsreinheit P%, die dominierende Wellenlänge λ D und den Leuchtkraft- oder Helligkeitsfak­ tor L% des Glases angegeben werden, durchwegs an einer Glas­ platte von 5 mm Dicke gemessen oder darauf umgerechnet.
Getöntes Glas und insbesondere graugefärbtes Glas eignet sich zur Absorption von durchtretender sichtbarer und infra­ roter Strahlung, z. B. in Fensterverglasungen oder zum Schutze von Materialien, die durch hohe Lichtintensität geschädigt oder zerstört werden können.
Es ist bekannt, daß absorbierendes Glas herstellbar ist durch Zusatz bestimmter färbender Materialien zu einem für die Glasproduktion verwendeten Gemenge, das bei Abwesenheit der färbenden Materialien ein klares Glas ergäbe, d. h. ein Glas von hoher Durchlässigkeit oder Transparenz. So ist z. B. die Herstellung von Gläsern mit einer grünen, bronzefarbenen oder blauen Tönung bekannt und auch graue Gläser werden her­ gestellt. Es erweist sich bisweilen als besonders vorteilhaft, für Verglasungszwecke ein Glas herzustellen, das eine ziemlich ausgeprägte Grüntönung aufweist, da dies den am wenigsten wahrnehmbaren Farbverzeichnungseffekt auf grüne Objekte wie Gras und die Blätter von Bäumen hat. Es ist je­ doch leicht einzusehen, daß das Glas eine niedrige Farbrein­ heit haben sollte, d. h., daß das Glas grau sein sollte, um zu verhindern, daß die Farbe irgendeines durch dieses Glas betrachteten Objekts verzerrt oder verzeichnet wird.
Eine Hauptfarbkomponente, die einem Ansatz für klares Glas zur Bildung von grauem Glas zugesetzt wird, ist Nickeloxid, das im Gemisch mit Eisen und Kobaltoxiden zur Anwendung ge­ langt. Aus der US-PS 38 81 905 ist ein Glas bekannt, das 0,0800 bis 0,1100 Gew.-% Nickeloxid enthält und mit Hilfe des Float-Verfahrens gewonnen ist. Wie in dieser Druck­ schrift ausgeführt wird, erweist es sich als erforderlich, dafür zu sorgen, daß die Atmosphäre innerhalb der Float­ kammer eine reduzierende Atmosphäre ist, um die Oxidation des Bades aus geschmolzenem Metall, auf dem das Glasband gebildet wird, zu verhindern. Es erweist sich als nachteilig, daß Nickel von einer derartigen Atmosphäre leicht re­ duziert wird, weshalb das gebildete Glas Oberflächenabla­ gerungen oder oberflächliche Einschlüsse aus metallischem Nickel aufweist, die zu einem nicht-akzeptablen Schleier im gewonnenen Glas führen. In der genannten US-PS wird daher vorgeschlagen, die Atmosphäre in der Floatkammer so zu steuern, daß sie schwach oxidierend wirkt. Es wird jedoch behauptet, daß dies die Schleierbildung verhindert, doch führt dies zu einer Oxidation des Bades aus geschmolzenem Metall, so daß von Zeit zu Zeit ein reduzierendes Gas, nämlich Wasserstoff, in die Floatkammeratmosphäre eingeführt werden muß, um die auf der Oberfläche des Bades gebildeten Oxide zu reduzieren. Diese Einführung von reduzierendem Gas hat einen temporären Verlust an brauchbarem Glas zur Folge wegen des erneuten Auftretens von Schleier.
Zusätzlich zu diesen bei der Float-Produktion auftretenden Problemen wird durch Nickeloxid bekanntlich auch eine Verunreinigung des Ofens bewirkt, in dem das Gemenge aufge­ schmolzen wird.
Um diese auf den Gebrauch von Nickeloxid zurückzuführenden Nachteile zu beheben, wurde auch schon Nickeloxid aus dem Ausgangsgemenge weggelassen und durch andere Färbemittel ersetzt, wie sich dies z. B. aus der US-PS 41 04 076 ergibt, wonach Eisenoxid, Kobaltoxid, gegebenenfalls Selen und entweder Chromoxid und Uranoxid für sich allein oder ge­ meinsam zur Anwendung gelangen. Die in dieser Druckschrift angegebenen Zusammensetzungen zeigen, daß Uranoxid in Mengen vorliegt, die 0,1% leicht übersteigen. Nun liegt aber eine typische Produktionsrate für Flachglas zwischen 500 und 700 t pro Tag und Uranoxid ist teuer. In Zusammen­ setzungen, in denen Uranoxid nicht verwendet wird, gelangt Selen zur Anwendung, das ebenfalls teuer ist und den zu­ sätzlichen Nachteil hat, daß es nur unter extremen Schwie­ rigkeiten einem Glas einverleibt werden kann. So gelangen tatsächlich etwa 85 Gew.-% des in ein Ausgangsgemenge ein­ gebrachten Selens nicht in das Glas und gehen somit ver­ loren, so daß in speziellen Zusammensetzungen, in denen Uranoxid nicht verwendet wird, Selen in dem Glas in Mengen von mindestens 0,0021% vorliegt, wobei aber zur Erzielung eines derartigen Selenspiegels 0,14 kg Selen pro Tonne produziertes Glas verwendet werden müssen.
Erfindungsgemäß ist es demgegenüber möglich, die aufge­ zeigten Schwierigkeiten auszuschalten aufgrund einer neuen Zusammensetzung des Ausgangsgemenges für die Herstellung von getöntem Glas, was die Erzielung eines vorteilhaften Kompromisses ermöglicht zwischen der optischen Qualität des Glases, die danach beurteilt wird, bis zu welchem Grad es frei von Schleier ist, dessen Herstellungskosten und des­ sen Farbe.
Im erfindungsgemäßen getönten Glas, das sich durch diesen günstigen Kompromiß zwischen Qualität, Kosten und Farbe auszeichnet, ist die im angegebenen Bereich liegende Nickel­ menge groß genug, daß von den teuereren Färbemitteln nur kleinere Mengen gebraucht werden, und andererseits niedrig genug, daß die bei Verwendung von Nickeloxid üblicherweise auftretenden Probleme weitgehend vermindert sind und ausge­ schaltet werden können. So verunreinigen z. B. derartige Mengen den Ofen, in dem das Glas geschmolzen wird, nicht merklich. Erfindungsgemäß ist in besonders vorteilhafter Weise Floatglas herstellbar, da die geringen Mengen an vorliegendem Nickeloxid zur Folge haben, daß eine reduzieren­ de Atmosphäre in der Floatkammer zur Verhinderung der Oxida­ tion des Bades dauernd aufrechterhalten werden kann, ohne daß im produzierten Glas Schleierbildung in einem zu bean­ standenden Grade verursacht wird.
Durch Verwendung von Färbemitteln in Mengen innerhalb der angegebenen Bereiche ist die Herstellung von Graugläsern möglich, d. h. von Gläsern mit einer Farbreinheit von weniger als 6%. Das soll nicht heißen, daß jede Kombination dieser Färbemittel innerhalb der angegebenen Bereiche zu einem Glas mit einer Farbreinheit von weniger als 6% führt, doch ist es möglich, eine geeignete Auswahl an Färbemitteln zu treffen, die zu solchen Ergebnissen führen.
Selbstverständlich haben die verschiedenen, zum Einsatz gelangenden Färbemittel unterschiedliche Eigenschaften. In der Regel liegt Eisen im zweiwertigen und dreiwertigen Zustand in Gleichgewichtsverhältnissen vor, die durch die restliche Glaszusammensetzung und die im Schmelzofen herr­ schenden Bedingungen festgelegt werden. Zweiwertiges Eisen ist zur Absorption von Infrarotstrahlung besonders befähigt, während dreiwertiges Eisen im ultravioletten Bereich absor­ biert. Eisen selbst hat einen sehr geringen Einfluß auf die Farbe des Glases und absorbiert nur wenig sichtbares Licht, doch bildet sich in Gegenwart von Selen ein Chromo­ phor, der im sichtbaren Bereich stark absorbiert und eine gelblich-orangefarbene Dominante schafft. Cobalt absor­ biert ebenfalls stark im sichtbaren Bereich des Spektrums, wenn auch nicht so stark wie der Selen-Eisen-Chromophor, und Cobalt führt zur Bildung einer blauen oder blau-violetten Dominante. Nickeloxid (von gelb-grünlicher Farbe) ab­ sorbiert mäßig im sichtbaren Bereich des Spektrums und Chromoxid absorbiert im Mittelteil des sichbaren Spektrum­ bereichs und ergibt eine grüne Dominante.
Werden z. B. Ni und Fe₂O₃ in Mengen verwendet, die am oberen Ende des angegebenen Bereichs liegen, so ist es auch notwen­ dig, mehr als die minimalen Mengen Co zu verwenden, um die Farbreinheit des Glases auf 6% oder weniger zu vermindern, wie dies erfindungsgemäß bevorzugt wird.
In vorteilhafter Weise wird Cr₂O₃ dem Glas in einer Menge von unter 0,0195% einverleibt. Dies ermöglicht es, eine zu ausgeprägte grünliche Tönung zu vermeiden.
Vorzugsweise wird erfindungsgemäß ein Glas hergestellt, dem Färbemittel in folgenden Mengen, bezogen auf das Gewicht, ein­ verleibt sind:
Fe₂O₃ 0.35% bis 0.45%
Cr₂O₃ 0.0150% bis 0.0195%
Se 0.0010% bis 0.00175%
Co 0.0050% bis 0.0070%
Ni 0.0075% bis 0.0100%
Durch geeignete Wahl der Mengen an derartigen Färbe­ mitteln innerhalb dieser engeren Mengenbereiche gelingt die Herstellung eines Glases mit einer Farbreinheit von weniger als 2%. Aus kommerziellen und ästhetischen Grün­ den wird es bevozugt, die Färbemittel dem Glas in solchen relativen Mengen einzuverleiben, daß sie dem Glas eine dominierende Wellenlänge im Bereich von 500 bis 570 nm verleihen bei Betrachtung durch eine C. I. E.-Lichtquelle C. Das menschliche Auge ist in der Regel am empfindlichsten gegenüber Licht innerhalb dieses Wellenlängenbereichs. Als optimal erweist es sich, diese Färbemittel in solchen rela­ tiven Mengen einzuverleiben, daß sie dem Glas eine dominie­ rende Wellenlänge im Bereich von 500 bis 540 nm bei Betrachtung durch die C. I. E.-Lichtquelle C verleihen.
Erfindungsgemäß sind in besonders vorteilhafter Weise Gläser herstellbar, deren Position im C. I. E.-Farbdigramm (Licht­ quelle C) innerhalb des kleinsten Vierecks liegt, das durch die Punkte (0,3140; 0,3326), (0,3171; 0,3302), (0,3056; 0,3197), (0,3022; 0,3223) eingeschlossen wird. Dabei handelt es sich um die Punkte XX, UU, YY und ZZ, die in Fig. 2 ein­ gezeichnet sind.
In vorteilhafter Weise werden diese Färbemittel in rela­ tiven Mengen einverleibt, die eine Position des Glases im C. I. E.-Farbdiagramm (Lichtquelle C) ergeben, welche innerhalb des kleinsten Vierecks liegt, das durch die Punkte (0,3072; 0,3250), (0,3083; 0,3234), (0,3053; 0,3212), (0,3044; 0,3226) definiert wird. Dabei handelt es sich um die Punkte X, U, Y und Z, die in Fig. 2 ange­ zeigt sind.
Zusätzlich zur Charakterisierung der Farbe eines Glases durch dessen Lage im C. I. E.-Farbdiagramm läßt sich eine weitere Eigenschaft des Glases durch dessen Leuchtkraft- oder Helligkeitsfaktor L, der üblicherweise in % ausge­ drückt wird, charakterisieren. Die erfindungsgemäßen Gläser besitzen einen weiten Bereich von Helligkeitsfaktoren, insbe­ sondere solche zwischen 45 und 60%.
Die Zusammensetzung des erfindungsgemäßen Glases eignet sich besonders vorteilhaft für getön­ tes Floatglas.
Das Glas enthält vorzugsweise solche relativen Mengen der angegebenen Färbemittel, daß ein graues Glas gewonnen wird, wobei vorzugsweise der Cr₂O₃-Gehalt des Glases unterhalb 0,0195% liegt.
Die Erfindung ermöglicht einen vorteilhaften Kompromiß zwischen der Glasqualität und den Herstellungskosten bei getöntem Glas.
Vorzugsweise sind die Färbemittel dem Ausgangsgemenge in solchen Mengen zugesetzt, daß ein Glas anfällt, welches die Färbemittel in den folgenden Gewichtsmengen enthält:
Fe₂O₃ 0.35 bis 0.45%
Cr₂O₃ 0.0150 bis 0.0195%
Se 0.0010 bis 0.00175%
Co 0.0050 bis 0.0070%
Ni 0.0075 bis 0.0100%
Das erfindungsgemäße Glas eignet sich besonders für Verglasungszwecke, weshalb es sich als besonders vorteil­ hat erweist, dieses Glas in Form von Platten oder Bahnen herzustellen.
Platten oder Bahnen aus derartigem Glas können nach beliebigen bekannten Verfahren hergestellt werden, z. B. nach dem Fourcault- oder Libbey-Owens-Verfahren, doch bietet die Er­ findung besondere Vorteile, wenn die Glasplatten- oder -bahnen­ herstellung mit Hilfe des Floatverfahrens erfolgt, bei dem geschmolzenes Glas auf der Oberfläche eines Bades aus einem Material mit höherer relativer Dichte als derjenigen des Gla­ ses (in der Regel aus geschmolzenem Metall, z. B. Zinn) schwim­ mengelassen wird, wobei das Glas ein Band von gleichförmiger Dicke bildet, bevor es an einem Ende des Bandes abgezogen und in Platten geschnitten wird. Die Gründe hierfür sind die folgenden: bisher wurden bei der Herstellung von grauem Glas sehr teure Färbemittel verwendet oder vergleichsweise große Mengen an Nickel. Bei Verwendung vergleichsweise großer Mengen an Nickel muß die Atmosphäre im Floattank oberhalb des Bades aus geschmolzenem Metall eine nicht-reduzierende Atmosphäre sein, da anderenfalls das erzeugte Glas einen nicht-akzeptablen Schleier aufweist, der aus Oberflächenablagerungen oder -ein­ schlüssen von geschmolzenem Nickel resultiert. Ist jedoch diese Atmopshäre nicht-reduzierend, so wird das Badmaterial mit der Zeit oxidiert, was zu einem Oberflächenschaum führt, der am Glas haftet, so daß wiederum ein nicht-akzeptables Produkt erhalten wird. Dadurch, das erfindungsgemäß sichergestellt wird, daß das Glas einen Nickelgehalt zwischen 0,0050 und 0,0120% aufweist, ist es möglich, die Menge an teureren Färbemitteln, die zur Anwendung gelangen, zu vermindern und außerdem auf Dauer eine reduzierende Atmosphäre im Floattank aufrechtzu­ erhalten, ohne daß ein nachteiliger Nickelschleier gebildet wird.
Die folgende Tabelle 1 gibt die Zusammensetzung von drei Ansätzen von glasbildenden Materialien und die Zusammensetzung der daraus resultierenden Gläser wieder. Die glasbildenden Materialien dieser drei Ansätze 1, 2 und 3 ergeben Gläser, deren glasbildende Oxide sich tatsächlich nur in den rela­ tiven Mengen an vorliegendem BaO und CaO unterscheiden, wobei die Gesamtmengen dieser Erdalkalimetalloxide die gleichen sind. Erfindungsgemäß können zu jedem dieser Ansätze Färbe­ mittel zugesetzt werden, wobei der Färbeeffekt praktisch der gleiche ist, unabhängig davon, zu welchem Ansatz eine be­ stimmte Menge an Färbemittel zugegeben wurde.
Tabelle 1
In den folgenden Tabellen 2 bis 4 sind 13 Beispiele von Färbemittel enthaltenden Zusammensetzungen aufgeführt, aus­ gedrückt als Metall oder Oxid, die zu jedem der in Tabelle 1 angegebenen glasbildenden Ansätze zugesetzt werden können. Diese Tabellen enthalten ferner für jedes Beispiel die Analy­ senwerte der Färbemittel, die jedem Glas einverleibt sind, dessen Positionen R, S, T, SS, TT, X, U, Y, Z, XX, UU, YY oder ZZ im C. I. E.-Farbdiagramm, berechnet für Fachglas mit einer Dicke von 5 mm bei Bestrahlung mit der Lichtquelle C (Fig. 2), die Farbkoordinaten x, y dieser Punkte, und den Helligkeits­ faktor L% des erzeugten Glases. Die verschiedenen Positionen am Farbdiagramm werden ferner als dominierende Wellenlänge λ D jedes Glases sowie als Farbanregungsreinheit P% angege­ ben.
Tabelle 2
Tabelle 3
Tabelle 4

Claims (5)

1. Getöntes Natronkalkglas mit einem Gehalt an den folgenden, in Gew.-% ausgedrückten glasbildenden Oxiden: SiO 60 bis 75%
Na₂O 10 bis 20%
CaO 0 bis 16%
K₂O 0 bis 10%
MgO 0 bis 10%
Al₂O₃ 0 bis 5%
BaO 0 bis 2%
BaO + CaO + MgO 10 bis 20%
K₂O + Na₂O 10 bis 20%dadurch gekennzeichnet, daß das Glas zusätzlich die folgenden in Gew.-% ausgedrückten Färbemittel enthält:Fe₂O₃ 0.3 bis 0.5%
Cr₂O₃ 0.0075 bis 0.0230%
Se 0.0005 bis 0.0019%
Co 0.0040 bis 0.0070%
Ni 0.0050 bis 0.0120%
2. Glas nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Cr₂O₃ in einer Menge von unter 0,0195 Gew.-% vorliegt.
3. Glas nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzielung einer Reinheit von höchstens 6% bei CIE Illuminant C-Bestrahlung mehr als die minimale Co-Menge in dem Ausgangsgemenge enthalten ist, wenn die vorhandene Ni- und Fe₂O₃-Menge im oberen Bereich des Anspruchs 1 liegen.
4. Glas nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es die Färbemittel in den folgenden, in Gew.-% ausge­ drückten Mengen enthält: Fe₂O₃ 0.35 bis 0.45%
Cr₂O₃ 0.0150 bis 0.0195%
Se 0.0010 bis 0.00175%
Co 0.0050 bis 0.0070%
Ni 0.0075 bis 0.0100%
5. Glas nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es nach dem Floatverfahren in Form von Bahnen oder Platten erhalten ist.
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