DE3108986C2 - - Google Patents
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Classifications
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- C05C—NITROGENOUS FERTILISERS
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- C05C3/005—Post-treatment
-
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Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
- Fertilizers (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Her
stellen von Ammoniumsulfatgranulaten, bei dem
zunächst ein gelöstes Ammoniumsulfat sprühge
trocknet und das dabei erhaltene feinstver
teilte Ammoniumsulfat anschließend ohne Zeit
verzug mit einem feinversprühten wäßrigen
Medium granuliert und anschließend getrock
net wird.
Mineraldünger werden in aller Regel in Form von
in ihrer Korngröße möglichst gleichförmigen
Pellets auf den Markt gebracht. Dabei ist es
wünschenswert, daß verschiedene Düngerkompo
nenten miteinander vermischt auf das Feld auf
gebracht werden können. Diese Mischdünger wer
den in den meisten Fällen bereits vom Liefe
ranten gemischt angeliefert. Dabei wird oft
angestrebt, die einheitlichen Komponenten ei
ner solchen Düngermischung beim Produktions
prozeß getrennt herstellen zu können, um sie
nachher in jedem gewollten Verhältnis miteinan
der vermischt liefern zu können.
Beim Transport können jedoch Probleme auftreten,
wenn die verschiedenen Komponenten des Misch
düngers aufgrund ihrer physikalischen Eigen
schaften durch die Erschütterung auf dem Trans
portweg zur Entmischung neigen. Eine wesentli
che Ursache hierfür kann die Korngröße, aber
auch die Korngestalt sein. Eine solche Lieferung
von gemischten Düngemitteln kann deshalb beim
Verbraucher weitgehend entmischt eintreffen, so
daß eine gleichmäßige Ausbringung auf das Land
nicht mehr gewährleistet ist.
Solche Probleme können bevorzugt dann auftreten,
wenn nicht nur die Korngröße, sondern auch die
Kornform verschieden ist. So wird beispielsweise
Ammoniumsulfat fast durchweg in kristallisiertem
Zustand angeboten. Diese Kristalle sind zudem
noch in der überwiegenden Zahl der Fälle weitaus
kleiner als die handelsüblichen Korngrößen
pelletierter Düngemittel. Die Mischung vom Ammo
niumsulfat mit anderen Düngerkomponenten ist des
halb ein außerordentlich schwieriges Problem.
Auf der anderen Seite ist bekannt, daß Ammonium
sulfat relativ schwer kristallisiert, so daß die
Herstellung von großen Kristallen sehr aufwendig
ist. Selbst wenn große Kristalle erzeugt werden
könnten, hätten sie immer noch eine wesentlich
verschiedene Form gegenüber pelletiertem Dünge
mittel. Auch hierin liegt noch immer eine Gefahr
der Entmischung.
Trotz Kenntnis der bekannten Schwierigkeiten
wurde mit dem eingangs beschriebenen Verfah
ren (DE-AS 29 05 731) erreicht, sprühgetrock
netes Ammoniumsulfat auf einen Pelletierteller
in Pellets bzw. Granulate überzuführen. Zu die
sem Zweck wurden ca. 6 bis 8% Wasser, bezogen
auf die Trockensubstanz, feinversprüht auf den
Pelletierteller aufgegeben und der Pelletier
teller in normaler Weise betrieben. Überraschen
derweise bildeten sich bei diesem Prozeß
sehr gleichförmige, nahezu kugelige Granulate,
die bereits im feuchten Zustand eine erhebli
che Festigkeit aufwiesen. Eine Nachtrocknung
der so erzeugten Pellets ergab ein Produkt,
welches sich vorzüglich für die Ausbringung
mit üblichen Düngegeräten eignet. Dieser Dünger
ist ausreichend abriebfest und bei geeigneter
Führung des Pelletierprozesses in verschiede
nen, weitgehend einheitlichen Korngrößen her
stellbar.
Die Ursache für diesen überraschenden Effekt
war zunächst nicht zu erkennen. Erst bei wei
teren Versuchen, Produkt aus früheren Betriebs
perioden ebenfalls zu pelletieren, wurde ein
Ansatzpunkt für die Erklärung dieses Überra
schungseffektes gefunden. Es zeigte sich näm
lich, daß das länger gelagerte Produkt nur
noch äußerst schwierig zu pelletieren war und
daß die Festigkeit des jetzt erzeugten Pellets
wesentlich geringer was als die mit dem
frischen Produkt hergestellten Pellets.
Die hierauf eingeleitete Untersuchung der Aus
gangsmaterialien zeigte eine deutliche Kristall
vergrößerung bei dem abgelagerten Produkt. Damit
war die Verständnisbrücke zu dem Problem ge
schlagen, daß kristallines Ammoniumsulfat kaum
pelletierbar ist.
Diese Tatsache wird verständlich, wenn man sich
überlegt, daß glatte großflächige Kristalle
gegeneinander wahrscheinlich weniger Haftkräf
te aufweisen als weitgehend kugelige, poröse
Agglomerate, die nur aus Mikrokristallen zu
sammengesetzt sind, wie sie bei der Sprüh
trocknung normalerweise entstehen.
Bei den Versuchen zur Herstellung der Pellets
hat sich im Rahmen des Trocknungsprozesses
noch eine weitere Überraschung eingestellt.
Bei den Versuchen, eine möglichst geringe
Restfeuchte zu erzielen, wurden die Pellets gelegentlich
auch weit über den für den Trocknungsprozeß
erforderlichen Zeitraum hinaus einer thermi
schen Behandlung unterzogen. Überraschenderweise stellte sich
heraus, daß in Abhängigkeit von der Dauer dieser thermischen
Nachbehandlung eine zunehmende Festigkeit der erzeugten Pellets
auftrat.
Nach dem bekannten Verfahren (DE-AS 29 05 731) hergestellte Gra
nulate besitzen bereits eine hohe Druck- und Abriebfestig
keit, die jedoch verbesserungsfähig ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Druck- und Abrieb
festigkeit der Granulate zu erhöhen.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß als wäßriges Medium beim
Granulieren eine 30 bis 50%ige Ammoniumsulfatlösung verwendet
wird, und daß man die anschließend getrockneten Ammoniumsulfat
granulate einer weiteren thermischen Nachbehandlung unterwirft.
Damit die Ergebnissse besser werden, wird weiterhin vorgeschlagen,
daß die 30 bis 50%ige Ammoniumsulfatlösung in einer Menge von
5 bis 20%, bezogen auf Gewichtsanteile des getrockneten Ammoni
umsulfats, dem Sprühgetrockneten Ammoniumsulfat zugegeben wird.
In Anlehnung an die bei dem bekannten Verfahren vorgesehene
thermische Nachbehandlung wird weiterhin vorgeschlagen, daß die
thermische Nachbehandlung der getrockneten Ammoniumsulfatgranu
late bei einer Temperatur von 80 bis 150°C, vorzugsweise 90
bis 120°C in einem Zeitraum von 20 bis 80 Minuten, vorzugswei
se 30 bis 50 Minuten, durchgeführt wird.
Insbesondere die Abriebfestigkeit erfährt eine
wesentliche Steigerung durch die erfindungsge
mäße Maßnahme. Die Abriebfestigkeit spielt eine
erhebliche Rolle sowohl bei der pneumatischen
Förderung des Endproduktes wie auch bei dem
Transport in Säcken, da durch das Walken der
Säcke beim Verladen Relativbewegung der Körner
gegeneinander bei gleichzeitig erheblichem An
preßdruck erfolgt.
Der Effekt der erfindungsgemäßen Maßnahme kann
wie folgt beschrieben werden:
Wie in der DE-AS 29 05 731 erwähnt, gelingt
die Pelletierung im wesentlichen aufgrund der
Tatsache, daß beim Sprühtrocknen kugelige
Staubteilchen verschiedenen Korndurchmessers
entstehen, die durch Zugabe feinstverteilten
Wassers auf dem Pelletierteller zu größeren
Einheiten von nahezu kugeliger Gestalt agglo
merieren. Das Wasser bewirkt dabei nicht nur
die Keimbildung für das Korn, sondern auch
auf der Oberfläche des ursprünglichen Staubkorns
die Lösung eines kleinen Teils des Ammoniumsul
fats. An den Berührungsstellen zwischen zwei
Körnern bilden sich durch die teilweise Lösung
neue Mikrokristalle im Verlaufe des nachge
schalteten Trocknungsvorganges, welcher die
hohe Festigkeit der erzeugten Pellets verur
sacht.
Der Einsatz von konzentrierter Ammoniumsulfat
lösung anstelle reinen Wassers bewirkt nun -
insbesondere bei etwas höherer Dosierung -
daß in den Kornzwischenräumen beim nachge
schalteten Trocknungsprozeß eine große Zahl
weiterer Kristalle entsteht, die über die
eigentlichen Berührungspunkte der Staubteil
chen hinaus Verbindung zwischen den Staub
teilchen schafft. Dadurch wird sowohl die
Kornfestigkeit erhöht als auch insbesondere
die Abriebfestigkeit, da die an der äußeren
Oberfläche eines Pellets vorhandenen Körner
naturgemäß nicht so fest in der gesamten
Pelletstruktur verankert sind, wie die im Inneren des Pellets
befindlichen.
Gerade diese Körner an der Oberfläche aber werden durch die
aufgesprühte Salzlösung besser eingebettet, so daß sie den
Abriebbeanspruchungen bei den obengenannten Vorgängen bes
ser widerstehen können.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Ammoniumsulfatgranulaten,
bei dem zunächst ein gelöstes Ammoniumsulfat sprühgetrock
net und das dabei erhaltene feinstverteilte Ammoniumsulfat
anschließend ohne Zeitverzug mit einem feinversprühten
wässrigen Medium granuliert und anschließend getrocknet
wird, dadurch gekennzeichnet, daß als wäßriges Medium
beim Granulieren eine 30 bis 50%ige Ammoniumsulfatlösung
verwendet wird, und daß man die anschließend getrockneten
Ammoniumsulfatgranulate einer weiteren thermischen Nach
behandlung unterwirft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
30 bis 50%ige Ammoniumsulfatlösung in einer Menge von 5
bis 20% - bezogen auf Gewichtsteile des getrockneten
Ammoniumsulfats - dem sprühgetrockneten Ammoniumsulfat zu
gegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
thermische Nachbehandlung der getrockneten Ammoniumsulfat
granulate bei einer Temperatur von 80 bis 150°C, vorzugs
weise 90 bis 100°C in einem Zeitraum von 20 bis 80 Minuten,
vorzugsweise 30 bis 50 Minuten durchgeführt wird.
Priority Applications (5)
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