DE3122898C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine fahrbare Gleisbaumaschine
mit Schienenfahrwerken für schrittweise Arbeitsvor
fahrt, insbesondere Gleisstopfmaschine, zum Ausführen
von in relativ kurzen Abständen von Schwelle zu
Schwelle durchzuführenden Gleisbauarbeiten, mit einem
an der Schiene abrollbaren Meßrad und einer mit einer
Bremsanlage für die Arbeitsvorfahrt und wenigstens
einem Fahrantrieb verbundenen Steuereinrichtung.
Ein besonderes Problem bei derartigen schrittweise ar
beitenden Gleisbaumaschinen ist das ständige, für je
den Arbeitszyklus notwendige Anfahren und Abbremsen
der relativ schweren Maschinen. Für eine Leistungs
steigerung der Gleisbaumaschinen ist es jedoch erfor
derlich, durch ein hohes, auf die Antriebsräder ein
wirkendes Antriebsmoment rasch zu beschleunigen. Nach
einer kurzen Beschleunigung muß jedoch schon infolge
des relativ kurzen, beispielsweise durch einen Schwel
lenabstand von etwa 50 bis 60 cm festgelegten Fahrwe
ges, der Bremsvorgang eingeleitet werden, um die Ma
schine rechtzeitig zum Stillstand zu bringen. Für die
dafür erforderliche hohe Bremsleistung haben nun der
artige Gleisbaumaschinen auch eine eigene Bremsanlage.
Bei nassem, veröltem oder verrostetem Gleis neigen nun
alle Räder beim Bremsen zum Blockieren bzw. Gleiten
und die Triebräder beim Anfahren zum Durchdrehen. Es
liegen daher beispielsweise auch durch ein Gefälle
bzw. bei einer Steigung des Gleises oft sehr unter
schiedliche Verhältnisse und damit unterschiedliche
Reibwerte zwischen Schiene und Antriebsrad vor. Da
durch kommt es sowohl beim Anfahren als auch beim
Abbremsen zu einem Schlupf des Antriebsrades, d.h.,
die Antriebsräder drehen beim Anfahren durch bzw. die
Räder blockieren oder gleiten beim Abbremsen. Es sind
z.B. bei etwa 5 Sekunden für einen Arbeitszyklus einer
Stopfmaschine über 700 Anfahrten und ebenso viele Ab
bremsungen pro Stunde notwendig. Diese hohe Anzahl von
Anfahrten bzw. Abbremsungen verursacht durch das
Durchdrehen bzw. Blockieren neben einer Leistungsmin
derung auch eine sich sehr nachteilig auswirkende, un
gleichmäßige Abnützung von Antriebsrad und Schiene.
Zusätzlich wird durch den oft unterschiedlichen Brems
weg eine genaue Zentrierung der Arbeitsaggregate über
der Arbeitsstelle erschwert.
Gemäß DE-OS 20 56 288 ist eine Gleisstopfmaschine der
eingangs beschriebenen Art bekannt, mit welcher die
Nachteile der beim schrittweisen Arbeitsvorschub von
Schwelle zu Schwelle vorhandenen unterschiedlichen
Reibungs- und Bremsverhältnisse zwischen Rad und
Schiene - hinsichtlich der Zentrierung des Arbeitsag
gregates - durch eine automatische Vorfahrtsteuerein
richtung beseitigt werden. Diese Einrichtung umfaßt
ein auf der Schiene abrollbares Meßrad zur Wegmessung,
in Verbindung mit der Erfassung der Ist-Lage der ein
zelnen Schwellen. Das als Impulsgeber ausgebildete
Meßrad ist einem als Pulsor ausgebildeten Steuerorgan
zugeordnet, wobei die dem zurückgelegten Weg der
Stopfmaschine in Gleislängsrichtung entsprechenden Im
pulse auf ein Steuergerät übertragen werden. Der Im
pulsgeber ist mit einem Impulszähler des Steuergerätes
verbunden, welches zwei vorwählbare Zählwerkstände
aufweist. Sobald die Stopfmaschine zur nächsten zu un
terstopfenden Schwelle vorfährt, bewirkt der Pulsor
beim Erreichen eines Schienenbefestigungsmittels eine
Null-Stellung des Impulsgebers. Nach weiterer Arbeits
vorfahrt - beim Erreichen einer am Steuergerät vorge
wählten Anzahl von Impulsen durch den Impulsgeber -
wird der Bremsvorgang automatisch eingeleitet. Nach
Erreichen einer zweiten, am Steuergerät vorgegebenen
Impulszahl wird das Absenken der Stopfaggregate einge
leitet. Sollte z.B. durch einen vorhandenen Schlupf
ein längerer Bremsweg vorliegen, wird der vorwählbare
Zählwerkstand vom Maschinisten entsprechend abgeän
dert. Mit Hilfe dieser Einrichtung kann eine Gleis
stopfmaschine wesentlich genauer über den zu unter
stopfenden Schwellen zentriert werden, auch wenn re
lativ unterschiedliche Schwellenabstände vorhanden
sind bzw. auch unterschiedliche, sich auf die Länge
des Bremsweges auswirkende Schlupfwerte zwischen
Antriebsrad und Schiene gegeben sind. Diese automati
sche Vorfahrtsteuereinrichtung stellt jedoch ebenso
einen zusätzlichen Aufwand dar und ist daher im we
sentlichen nur für Hochleistungsmaschinen vorgesehen.
Derartige, mit einem hydraulischen Fahrantrieb und
einer hydraulischen Arbeits-Bremsanlage ausgebildete
Gleisstopfmaschinen haben sich mit dieser Einrichtung
in der Praxis gut bewährt, jedoch ist auch die durch
den Schlupf hervorgerufene ungleichmäßige Abnutzung
von Antriebsrad und Schiene nicht immer vermeidbar.
Es ist auch - gemäß DE-OS 19 06 513 - bei kontinuier
lich verfahrbaren Triebfahrzeugen, z.B. bei Lokomoti
ven, bereits eine sogenannte Schleuderschutzeinrich
tung zur Vermeidung des Durchdrehens der Antriebsräder
für die bei derartigen Triebfahrzeugen relativ langen
Anfahrwege bekannt. Bei dieser ausschließlich aus me
chanischen bzw. elektrischen Elementen bestehenden
Schleuderschutzeinrichtung für Schienentriebfahrzeuge
sind Mittel zur Erfassung der kontinuierlichen Fahr
geschwindigkeit (Translationsgeschwindigkeit) der Lo
komotive und zur Erfassung einer aus der Differenz
zwischen Triebrad-Umfangsgeschwindigkeit und Fahrge
schwindigkeit gebildeten, sogenannten Schlupfgeschwin
digkeit (Geschwindigkeit bei vorhandenem Schlupf) so
wie Vorrichtungen zur Auslösung von Schleuderschutz
maßnahmen, in Abhängigkeit von dieser Schlupfge
schwindigkeit, vorgesehen. Dieses Mittel umfaßt ferner
ein aus einem mit einer Widerstandskette versehenen,
sogenannten Tote-Zone-Glied und einem Begrenzungsrech
ner gebildetes Schlupf-Begrenzungsgerät, welches mit
einem Stromrichter-Steuergerät und einem Steuerventil
des Bremssystems verbunden ist. Wenn nun beim Anfahren
der Lokomotive die Antriebsräder durchdrehen, wird die
gegenüber der mit einem Meßrad gemessenen tatsächli
chen Translationsgeschwindigkeit festgestellte Meß
wertdifferenz mit der Größe des Tote-Zone-Gliedes ver
glichen. Die daraus resultierende Differenz der Meß
werte wirkt dabei über das Stromrichter-Steuergerät
auf das Antriebsmoment des Motors ein. Das Tote-Zone-
Glied ist derart aufgebaut, daß innerhalb eines be
stimmten, von einer Hilfsspannung abhängigen Bereiches
kein Meßsignal weitergeleitet wird. Die Hilfsspannung
wird vom Begrenzungsrechner in Abhängigkeit der Trans
lationsgeschwindigkeit, des Motorstroms und einer vom
Fahrer wählbaren Vorgabe bestimmt. Dabei wird eine vom
Schienenzustand und der Translationsgeschwindigkeit
abhängige Verzögerung des Schleuderschutzes zwecks Er
zielung eines im Bereich eines geringen Schlupfes hö
heren Adhäsions-Koeffizienten bewirkt. Diese Schleu
derschutzeinrichtung ist aber lediglich auf die Eigen
schaften von kontinuierlich verfahrbaren Schienentrieb
fahrzeugen mit den zur Beförderung von Fahrzeugverbän
den erforderlichen hohen Zug- bzw. Schubkräften sowie
mit sehr langen Anfahrwegen abgestimmt. Mit dieser
Einrichtung kann zwar ein Durchdrehen der Antriebsrä
der - keinesfalls jedoch der Schlupf bzw. ein Gleiten
beim Bremsvorgang - vermieden werden, so daß eine An
wendung auf schrittweise arbeitende Gleisbaumaschinen
nicht möglich ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zu
grunde, eine Gleisbaumaschine der eingangs beschriebe
nen Art für schrittweise Arbeitsvorfahrt, insbesondere
von Schwelle zu Schwelle, zu schaffen, mit welcher
auch bei unterschiedlichen Gleisverhältnissen die er
wähnten Nachteile vermindert bzw. vermieden und die
erforderlichen schrittweisen Arbeitsvorschübe immer
genau eingehalten werden können.
Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil
des Anspruches 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Dadurch wird in überraschend einfacher Weise eine
Gleisbaumaschine geschaffen, mit welcher auch bei den
unterschiedlichsten Arbeitsbedingungen am Gleis bzw.
unabhängig von den jeweiligen Gleisverhältnissen, sei
es durch Verschmutzung oder auch durch Lageungenauig
keiten, immer eine automatische Ausnützung der jeweils
größtmöglichen Adhäsion zwischen Antriebsrad und
Schiene - im wesentlichen unter Ausschluß eines
Schlupfes - sowohl beim Anfahren als auch beim Abbrem
sen ermöglicht wird. Mit einer erfindungsgemäß ausge
bildeten Gleisbaumaschine wird somit in zuverlässiger
Weise praktisch automatisch sowohl ein Durchdrehen als
auch ein Blockieren der Räder verhindert und werden
damit wirkungsvoll Räder und Schienen vor übermäßigem
und unregelmäßigem Verschleiß verschont. Die bei
Gleisbauarbeiten besonders häufig auftretenden Schie
nenzustandsänderungen und das damit verbundene Problem
der auf relativ geringer Distanz vorhandenen verschie
den hohen Reibungskoeffizienten wird mit der Erfindung
auf besonders einfache und effektive Weise gelöst. In
folge der direkten Zuordnung des durch die Einrichtung
gebildeten Schlupf-Meßwertes zu den Regelorganen der
Bremsanlage bzw. des Fahrantriebes wird der im Rahmen
einer schrittweisen Arbeitsvorfahrt von Schwelle zu
Schwelle sehr kurze Anfahr- und Bremsweg ohne Verzöge
rung schlupffrei gehalten. Die ständige, dem ermittel
ten Schlupf-Meßwert proportionale Regelung des An
triebsmomentes bzw. des Bremsdruckes gewährleistet die
Ausnützung der für den momentanen Schienenzustand
größtmöglichen Adhäsion und damit auch eine größtmög
liche Leistung der Gleisbaumaschine. Es wird somit
eine ungleichmäßige Abnützung von Antriebsrad und
insbesondere auch der Schienen trotz der sich ständig
ändernden Schienenverhältnisse zuverlässig vermieden.
Durch den kontinuierlichen Vergleich der durch das
Meßrad gemessenen Arbeitsvorfahrtsgeschwindigkeit mit
der Radumfangsgeschwindigkeit des Antriebsrades wird
für jeden Arbeitszyklus, sowohl beim Anfahren als auch
beim Bremsen, der Schlupf-Meßwert ständig neu ermit
telt, um die beste Einstellung für den nächsten
schrittweisen Vorschub zu erhalten, so daß bei jedem
Anfahr- und Bremsvorgang im wesentlichen kein Schlupf
mehr entsteht.
Eine besonders zweckmäßige und vorteilhafte Ausgestal
tung der Erfindung ist im Anspruch 2 angegeben. Die
Kombination der Steuereinrichtung mit einem hydrauli
schen Fahrantrieb-Steuerblock und einem Bremsdruck-
Steuerblock einer hydraulisch ausgebildeten Bremsanla
ge für die Arbeitsvorfahrt gewährleistet eine beson
ders rasche und verzögerungsfreie Abstellung auf die
jeweiligen Schienen- bzw. Gleisverhältnisse, wobei
außerdem die durch die hydraulische Ausbildung bei
Gleisbaumaschinen bisher gegebenen Vorteile beibehal
ten werden können, beispielsweise einerseits eine si
chere und rasche und andererseits doch robuste An
triebscharakteristik. Diese Vorteile werden noch ver
stärkt, da praktisch immer ein ständiger Vergleich der
tatsächlichen Fahrgeschwindigkeit mit den entsprechen
den Radumdrehungen mittels trägheitsarmer Geber in
Form von Impuls- oder Analogsignalen durchgeführt
wird.
Mit der vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ge
mäß Anspruch 3 wird insbesondere ein unmittelbares An
sprechen auch bei geringfügigen Differenzen ermög
licht, wodurch Fahrantrieb und Bremsanlage besonders
wirksam und genau entsprechend der jeweiligen Arbeits
bedingungen beaufschlagt werden können.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im
Anspruch 4 gekennzeichnet. Die voneinander unabhängige
Regelung der einzelnen Schienenfahrwerke schließt
einen Schlupf auch im Bereich von auf kurzen Distanzen
auftretenden unterschiedlichen Schienenverhältnissen,
die kleiner als der Schienenfahrwerksabstand sein kön
nen, zuverlässig aus.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung
ist im Anspruch 5 angegeben. Mit der dem positiven
Schlupfmeßwertsignal zugeordneten Regeleinheit ist un
ter Berücksichtigung von verschiedenen Einflüssen eine
spezifische Abstimmung ausschließlich auf den Anfahr
vorgang möglich, wobei durch die dynamische Beein
flussung insbesondere eine ruckartige Fortbewegung
vermieden wird. Ebenso kann durch die zweite Regelein
heit die Reduzierung des Bremsdruckes speziell auf den
Abbremsvorgang eingestellt werden. Die Verstärkerkom
bination hat durch den proportionalen Anteil eine so
fortige volle Aussteuerung der Regelorgane zur Folge,
so daß am Beginn des Anfahr- bzw. Bremsvorganges, wo
die Massenträgheit der Gleisbaumaschine und damit die
Schlupfbildung am größten ist, ein Durchdrehen bzw.
Blockieren der Antriebsräder ausgeschlossen ist. Die
durch den integralen Anteil bewirkte Verzögerung in
der Rückstellung des Regelorgans verhindert, daß das
Antriebsmoment bzw. der Bremsdruck zu früh auf die
volle Ausgangsgröße gebracht wird.
Die Weiterbildung der Erfindung gemäß Anspruch 6 zielt
insbesondere darauf ab, daß, wenn am Eingang einer Re
geleinheit nur ein sehr kleines Schlupf-Meßwertsignal
wirksam wird, das Schaltglied ein Ansprechen des Inte
gral-Verstärkers verhindert. Für einen geringen
Schlupf genügt ein kurzzeitiges Durchschalten des Pro
portional-Verstärkers, da durch das sofortige Überge
ben auf das volle Antriebsmoment bzw. den vollen
Bremsdruck eine Leistungssteigerung der Gleisbauma
schine erzielt wird. Ferner wird durch diese Maßnahme
insbesondere eine ruckartige Abbremsung mitberücksich
tigt, da durch die in kurzen Abständen folgende
Schwankung des Bremsdruckes es oft zu einem, beim An
fahren nicht gewünschten ruckartigen Abbremsen kommt,
wodurch die Wirksamkeit der Bremsen optimal ausgenützt
werden kann.
Durch die Ausgestaltung der Erfindung gemäß Anspruch 7
wird infolge der Speicherung des beim Abbremsen ermit
telten Schlupf-Meßwertsignals und seiner zusätzlichen
Verwendung für die Regelung des auf den Fahrantrieb-
Kreislauf einwirkenden Regelorgans jeweils beim An
fahrvorgang der ansonsten zur Schlupf-Messung erfor
derliche kurzzeitige Schlupf ausgeschlossen. Der beim
Abbremsen festgestellte Schlupf-Meßwert ist somit
praktisch identisch mit dem beim Anfahren auftretenden
Schlupf.
Schließlich ist durch eine Weiterbildung der Erfindung
gemäß Anspruch 8 gesichert, daß bei jedem Schienen
fahrwerk die bisher bekannten Nachteile beim Durchdre
hen bzw. Anfahren mit Sicherheit vermieden werden.
Eine derartige Steuereinrichtung kann selbstverständ
lich in Verbindung mit einem einachsigen Schienenfahr
werk oder auch bei einem Drehgestell od. dgl. zur An
wendung gebracht werden.
Die Erfindung wird im folgenden an einem Ausführungs
beispiel anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Gleisstopfmaschine mit
schrittweisem Arbeitsvorschub zur Unterstopfung
jeweils einer Schwelle,
Fig. 2 ein schematisches Schaltbild der Steuereinrich
tung der Gleisstopfmaschine nach Fig. 1 mit dem
erfindungsgemäßen antriebsmoment- und brems
druckregelnden Steuer- und Regelsystem,
Fig. 3 eine detaillierte Darstellung der elektroni
schen Signal- und Regel-Einrichtung der in
Fig. 2 dargestellten Steuereinrichtung.
Die in Fig. 1 dargestellte und in der durch einen
Pfeil dargestellten Arbeitsrichtung verfahrbare Gleis
stopfmaschine 1 ist mit zwei Schienenfahrwerken 2, 3
auf einem aus Schienen 4 und Schwellen 5 bestehenden
Gleis 6 verfahrbar. Das Schienenfahrwerk 2 besteht aus
zwei von einem als Ölmotor ausgebildeten hydraulischen
Fahrantrieb 7 angetriebenen Antriebsachsen 8, auf die
eine hydraulische Bremsanlage 9 für die Arbeitsvor
fahrt einwirkt. Auf einem Fahrgestellrahmen 10 zwi
schen Fahrkabinen 11 und 12 ist jeweils pro Schiene 4
ein Stopf
aggregat 13 und ein Hebe- und Richtaggregat 14 höhenverstellbar
angeordnet. Der auf die Antriebsachsen 8 einwirkende Fahrantrieb
7 wird von einer Öldruckversorgungsanlage 15 mit Drucköl versorgt.
Eine Bremsdruckversorgungsanlage 16 für die hydraulische
Bremsanlage 9 steht ebenso wie die Öldruckversorgungsanlage 15
mit einem Dieselmotor 17 in Verbindung. Von der Öldruckversor
gungsanlage 15 führen Druck-Leitungen 18 und von der Bremsdruck
versorgungsanlage 16 Druck-Leitungen 19 zu einer elektronischen
Steuereinrichtung 20. Die Steuereinrichtung 20 ist über in Fig. 2
bezeichnete Leitungen mit einer von der Antriebsachse 8 des Schie
nenfahrwerkes 2 antreibbaren Vorrichtung 21 zum Messen der Radum
fangsgeschwindigkeit und mit einer Vorrichtung 22 zum Messen der
Fahrgeschwindigkeit sowie mit dem Fahrantrieb 7 und der
Bremsanlage 9 verbunden. Ein Generator 23 der Vorrichtung 22
zum Messen der Fahrgeschwindigkeit kann durch ein auf der
Schiene 4 abrollbares, gummibeschichtetes Meßrad 24 angetrieben
werden. Eine am Fahrgestellrahmen 10 angelenkte und mit dem Meß
rad 24 verbundene Aufhängung 25 ist über einen Hubzylinder 26
höhenverstellbar. Das während der - durch die Pfeile 27 darge
stellten - schrittweisen Arbeitsvorfahrt auf dem Schienenkopf ab
rollbare Meßrad 24 ist spurkranzlos ausgebildet und zur Vermei
dung einer starken Auslenkung in Gleisbögen unmittelbar dem Schie
nenfahrwerk 2 benachbart angeordnet. Ein Steuerpult 28 dient zur
Steuerung der schrittweisen Arbeitsvorfahrt der Gleisstopfmaschine
1 und ein Bremspedal 29 zur Steuerung der Bremsanlage 9.
Die in Fig. 2 detailliert dargestellte Steuereinrichtung 20 be
steht aus einem Bremsdruck-Steuerblock 30, einem Fahrantrieb-
Steuerblock 31 und einer Einrichtung 32 mit Signal- und Regelorganen, die
durch im folgenden noch näher beschriebene Leitungen miteinander
verbunden sind.
In dem, in Fig. 2 links oben dargestellten Bremsdruck-Steuerblock
30 sind die aus der Bremsdruckversorgungsanlage 16 kommenden
Druck-Leitungen 19 einem die Bremsanlage 9 steuernden
Zweiwegeventil 33 zugeordnet, wobei Leitungen 34 das Zweiwegeventil 33
mit dem als Schalter dienenden Bremspedal 29 verbinden. In der als
Zuleitung dienenden Druck-Leitung 19 ist ein Druckbegrenzungsven
til 35 zur Begrenzung des Öldruckes vorgesehen. Über eine Druck-
Leitung 36 ist eine Verbindung der als Zuleitung dienenden Druck-
Leitung 19 zu einem Regelorgan 37 und einem Auslaß 38 der Brems
druckversorgungsanlage 16 hergestellt. Das Regelorgan 37 ist als
elektro-hydraulisches Proportionalventil 39 mit einer der über
eine Leitung 40 kommenden Eingangsgröße proportionalen Aussteue
rung ausgebildet. Die Druck-Leitungen 19 sind mit der
Bremsanlage 9 verbunden.
In dem, in Fig. 2 links unten dargestellten Fahrantrieb-Steuerblock
31 sind die aus der Öldruckversorgungsanlage 15 kommenden Druck-
Leitungen 18 einem den Fahrantrieb 7 steuerndem Dreiwegeventil 41
zugeordnet. Das Dreiwegeventil 41 ist über Leitungen 42 in eine
den Fahrantrieb 7 in beide Drehrichtungen antreibbare Endlage
steuerbar, wobei eine Zwischenstellung für den Stillstand des
Fahrantriebes 7 vorgesehen ist. Vom Dreiwegeventil 41 führt eine
den Druck zuführende Leitung 43 und eine den Druck abführende Lei
tung 44 zum Fahrantrieb 7, wobei beide Leitungen 43, 44 endseitig
jeweils ein Rückschlagventil 45, 46 aufweisende Leitungen 47, 48
miteinander verbunden sind. Während die Rückschlagventile 45 der
einen Leitung 47 die Verbindung der beiden Leitungen 43, 44 jeweils
sperren, wird die Verbindung durch die Rückschlagventile 46 in
der zweiten Leitung 48 in beiden Richtungen nicht gesperrt. Die
beiden Leitungen 47 und 48 sind durch ein Regelorgan 49 im Be
reich zwischen den Rückschlagventilen 45, 46 miteinander verbunden.
Das als elektro-hydraulisches Proportionalventil 50 ausgebildete
Regelorgan 49 weist einen Servomotor zum stufenlosen Umformen von
stufenlos veränderlichen, über eine Leitung 51 fließenden elektri
schen Signalen in hydraulische Energie durch eine Veränderung
des Leitungsquerschnittes auf.
Die in Fig. 2 rechts oben dargestellte Einrichtung 32 besteht ein
gangsseitig aus zwei Frequenz/Spannungsumsetzern 52, 53, die über
Leitungen 54, 55 mit der Vorrichtung 22 zum Messen der Fahrgeschwin
digkeit bzw. mit der Vorrichtung 21 zum Messen der Radumfangsge
schwindigkeit verbunden sind. Einem an die Ausgänge der Fre
quenz/Spannungsumsetzer 52, 53 über Leitungen 56 anschließendem
Differenzglied 57 sind zwei einem positiven bzw. einem negativen
Schlupf-Meßwertsignal des Differenzgliedes 57 zugeordnete Regel
einheiten 58, 59 über Leitungen 60 zugeordnet. An die Regeleinhei
ten 58, 59 über Leitungen 61 anschließend sind zwei am Ein- und
Ausgang eines Leistungs-Verstärkers 62 angeschlossene Umschalter
63 vorgesehen. An den ausgangsseitigen Umschalter 63 schließen die
zum Bremsdruck-Steuerblock 30 bzw. zum Fahrantrieb-Steuerblock 31
führenden Leitungen 40 und 51 an.
In Fig. 2 ist das den Fahrantrieb 7 aufweisende hintere Schienen
fahrwerk 2 ebenso wie die Vorrichtung 22 zum Messen der Fahrge
schwindigkeit zum besseren Verständnis der Funktionsweise der
Steuereinrichtung 20 schematisch dargestellt. Die Vorrichtung 21 zum
Messen der Radumfangsgeschwindigkeit besteht aus einem von der
Antriebsachse 8 des Schienenfahrwerkes 2 über ein Zahnrad 66 ange
triebenen Generator 67. Der Generator 23 der Vorrichtung zum Mes
sen der Fahrgeschwindigkeit 22 wird ebenfalls über ein Zahnrad 68
vom auf der Schiene 4 abrollenden Meßrad 24 angetrieben. Die
Bremsanlage 9 des Schienenfahrwerkes 2 besteht aus einem
einen Bremsklotz 64 gegen das Antriebsrad der Antriebsachse 8
drückenden, doppeltwirkenden Bremszylinder 65. Das die
Bremsanlage 9 steuernde Bremspedal 29 ist als Schalter ausgebil
det und wird zur Einleitung des Bremsvorganges in die durch einen
Pfeil 69 angedeutete Richtung gegen die Wirkung einer Schrauben
feder 70 verschwenkt. Das den Fahrantrieb 7 durch Verschwenken
eines Steuerhebels 71 in eine der durch einen Pfeil 72 angedeute
ten Richtungen steuernde Steuerpult 28 ist über die Leitungen 42
dem Dreiwegeventil 41 des Fahrantrieb-Steuerblockes 31 zugeordnet.
Während die Einrichtung 32 eingangsseitig über die Leitungen 54,
55 mit dem vom Meßrad 24 angetriebenen Generator 23 bzw. mit dem
von der Antriebsachse 8 angetriebenen Generator 67 verbunden ist,
sind die Ausgänge über die Leitungen 40 und 51 mit dem Regelorgan
37 des Bremsdruck-Steuerblockes 30 bzw. mit dem Regelorgan 49 des
Fahrantrieb-Steuerblockes 31 verbunden. Dem Bremsdruck-Steuerblock
30 ist einerseits über die Leitungen 34 das Bremspedal 29 und
über die Druck-Leitungen 19 die Bremsanlage 9 zugeordnet,
während andererseits über die Leitung 40 eine Verbindung zur Ein
richtung 32 besteht. Analog zum Bremsdruck-Steuerblock 30 ist der
Fahrantrieb-Steuerblock 31 mit dem Steuerpult 28 über die Leitun
gen 42 und dem Fahrantrieb 7 über die Leitungen 43, 44 verbunden.
Durch die Leitung 51 besteht auch eine Verbindung zur Einrich
tung 32.
Mit dem, insbesondere an Hand der Fig. 2 beschriebenen Steuer- und
Regelsystem ist folgende Funktionsweise durchführbar:
Zur Einleitung des Anfahr- und Abbremsvorganges während der schritt
weisen Arbeitsvorfahrt in der mit dem großen Pfeil in Fig. 1 ange
deuteten Arbeitsrichtung verschwenkt bzw. betätigt die Bedienungs
person den mit dem Fahrantrieb-Steuerblock 31 verbundenen Steuer
hebel 71 bzw. das mit dem Bremsdruck-Steuerblock 30 verbundene
Bremspedal 29. Dadurch wird das Zweiwegeventil 33 bzw. 41 derart ver
schoben, daß der Fahrantrieb 7 in Drehbewegung versetzt wird bzw.
der Bremszylinder 65 den Bremsklotz 64 an das Antriebsrad andrückt.
Sobald der Steuerhebel 71 in die in Fig. 2 dargestellte mittige
Position verschwenkt wird, verbleibt der Fahrantrieb 7 in Ruhe
stellung. Die Schraubenfeder 70 verschwenkt das Bremspedal 29 nach
dem Abheben des Fußes der Bedienungsperson sofort in eine Stellung,
in der der durch die Leitungen 42 gebildete Stromkreis unterbro
chen ist und der Bremszylinder in die entgegengesetzte Richtung
beaufschlagt wird.
Bei sehr guten Schienenverhältnissen rollen das antriebslose Meß
rad 24 der Vorrichtung 22 zum Messen der Fahrgeschwindigkeit und
die Antriebsräder der Antriebsachse 8 mit gleicher Umfangsge
schwindigkeit auf der Schiene 4 ab. Dabei erzeugen die beiden
einerseits vom Meßrad 24 und andererseits vom Antriebsrad der An
triebsachse 8 angetriebenen Generatoren 23 und 67 eine gleiche An
zahl von Impulsen. Es wird also ein ständiger Vergleich der tat
sächlichen Fahrgeschwindigkeit mit den entsprechenden Radumdrehun
gen der Antriebsräder durch die als trägheitsarme Geber wirksamen
Generatoren 23, 67 in Form von Impulssignalen (es können selbst
verständlich auch Analog-Signale verwendet werden) durchgeführt.
Sobald jedoch nasse, verölte oder verrostete Schienen befahren wer
den, neigen alle gebremsten Räder beim Abbremsen zum Blockieren
und die Antriebsräder beim Anfahren zum Durchdrehen. Mit Hilfe der
erfindungsgemäß ausgebildeten Gleisstopfmaschine 1 wird somit
automatisch ein Durchdrehen und Blockieren verhindert, so daß die
Räder und Schienen vor übermäßigem und unregelmäßigem Verschleiß
wirkungsvoll verschont werden. Sobald von den beiden Generatoren
23, 67 nicht die gleiche Anzahl von Impulsen abgegeben wird, kommt
es zu einer Relativbewegung zwischen Gleisstopfmaschine 1 und
Schiene 4, d.h., daß die Antriebsräder beim Anfahren durchdre
hen und damit eine höhere Umfangsgeschwindigkeit aufweisen als das
auf der Schiene 4 abrollende Meßrad 24 oder daß beim Abbremsen die
Fahrgeschwindigkeit der Gleisstopfmaschine größer ist als die durch
das Bremsen blockierten Räder.
Die von den Leitungen 54 und 55 zur Einrichtung 32 kommenden digi
talen Eingangssignale werden in den beiden Frequenz/Spannungsum
setzern 52, 53 in analoge Spannungen umgesetzt. Im Differenzglied
57 wird die Differenz der beiden Eingangsspannungen gebildet und
so abgeglichen, daß bei Übereinstimmung der Soll- und Ist-Drehzahl
(kein Schlupf) die Differenz zu Null wird. Je nachdem, ob die durch
das Meßrad 24 gemessene Ist-Drehzahl voreilend (Durchrutschen der
Räder) oder nacheilend (Blockieren bzw. Gleiten der Räder auf der
Schiene) ist, entsteht am Ausgang des Differenzgliedes 57 eine
positive oder negative Differenzspannung. Bei schlupfloser Koppe
lung zwischen Rad und Fahrbahn sind also Bezugwert und Vergleichs
werte gleich groß und es ist keine Differenzspannung bzw. kein
Schlupf-Meßwertsignal vorhanden. Bei einem Schlupf zwischen Rad
und Schiene ergibt sich ein Schlupf-Meßwertsignal, dessen Höhe der
Größe und Art des Schlupfes entspricht: Antriebsschlupf, Durch
rutschen entspricht einem positiven Schlupf-Meßwertsignal, ein
Bremsschlupf (Blockieren bzw. Gleiten) entspricht einem negativen
Schlupf-Meßwertsignal. Die Differenzspannung bzw. das Schlupf-Meß
wertsignal wird durch die Regeleinheit 58 bzw. 59 dynamisch be
einflußt. Die Art der Beeinflussung sowie der genaue Aufbau der
Regeleinheit 58, 59 wird im Rahmen der Beschreibung der Fig. 3 noch
näher erläutert. Die beiden vor und nach einem Leistungs-Verstär
ker 62 angeordneten Umschalter 63 werden je nach Stellung des
Bremspedals 29 bzw. des Steuerhebels 71 geschaltet. Mit der in
Fig. 2 dargestellten Stellung des Steuerhebels 71 und des Brems
pedals 29 ist der Vorgang des Abbremsens durch die Arbeits-Brems
anlage 9 aufgezeigt. Das dynamisch beeinflußte Schlupf-Meßwert
signal wird durch den Leistungs-Verstärker 62 verstärkt und ge
langt durch die entsprechende Stellung des Umschalters 63 über
die Leitung 40 zum Regelorgan 37 des Bremsdruck-Steuerblocks 30.
Der durch Betätigung des Bremspedals 29 in der durch den Pfeil 69
angezeigten Richtung geschlossene, die Leitungen 34 verbindende
Stromkreislauf bewirkt eine Verschiebung des Zweiwegeventils 33 ge
gen die Wirkung einer Schraubenfeder in die in Fig. 2 dargestellte
Lage. Dadurch kommt es zu einer Druckbeaufschlagung des Bremszy
linders 65, die ein Anpressen des am Maschinenrahmen 10 verschwenk
bar gelagerten Bremsklotzes 64 verursacht. Das als Regelorgan 37
wirkende elektro-hydraulische Proportionalventil 39 wird propor
tional zu der Größe des Schlupf-Meßwertsignals aus der Ausgangs
stellung verschoben, wobei sich der Durchflußquerschnitt der an
fänglich gesperrten Druck-Leitung 36 mit zunehmender Verschiebung
des Ventils vergrößert. Das durch das Regelorgan 37 abfließende
Drucköl wird über den Auslaß 38 der Bremsdruckversorgungsanlage
16 rückgeführt. Mit der Verschiebung des elektro-hydraulischen
Proportionalventils 39 wird ein Druckabfall verursacht, der zu
einer geringeren Anpressung des Bremsklotzes 64 durch den Brems
zylinder 65 führt, so daß ein Blockieren der gebremsten Räder aus
geschlossen ist. Sobald die Bedienungsperson ihren Fuß vom Brems
pedal 29 abhebt, wird der das Zweiwegeventil 33 steuernde Strom
kreislauf unterbrochen und das genannte Ventil wird durch die Wir
kung einer Rückstellfeder in die andere Lage verschoben. Die da
mit bewirkte Umkehr der Fließrichtung des Drucköls verursacht
ein Abheben des Bremsklotzes 64 von den Rädern des Schienenfahr
werkes 2.
Zur Einleitung des Anfahrvorganges wird durch die Bedienungsper
son der Steuerhebel 71 verschwenkt, so daß über den Steuerhebel
71 der Stromkreislauf mit einer der beiden Leitungen 42 geschlos
sen wird. Dadurch kommt es zu einer Erregung der Elektromagneten
des Dreiwegeventils 41 und zu einer Verschiebung in eine der beiden
Endpositionen. Der dadurch freigegebene Weg für das Drucköl aus
der Öldruckversorgungsanlage 15 über eine der beiden Druck-Leitun
gen 18 zur Leitung 43 und den Fahrantrieb 7 zurück über die Lei
tung 44 und die Druck-Leitung 18 verursacht eine Drehbewegung des
Fahrantriebes 7 in die gewünschte Richtung. Der Hydraulikdruck im
Fahrantrieb-Kreislauf wird üblicherweise so gewählt, daß bei sehr
guter Beschaffenheit von Rad und Fahrbahn kein Durchrutschen der
Antriebsräder auftritt. Ein Antriebsschlupf wird durch eine der
tatsächlichen Fahrbahnbeschaffenheit zu starke Zugkraft hervorge
rufen. Beim Entstehen einer Durchrutschphase wird wieder durch
das Differenzglied 57 der Einrichtung 32 eine dem Schlupf propor
tionale elektrische Differenzspannung erzeugt, die wieder nach
dynamischer Beeinflussung durch die Regeleinheit 58 über die Lei
tung 51 dem Regelorgan 49 des Fahrantrieb-Steuerblockes 31 zuge
ordnet wird. Dieses Signal wirkt über das als Regelorgan 49 ausge
bildete elektro-hydraulische Proportionalventil 50 auf den Fahran
trieb-Kreislauf derart ein, daß das Drehmoment der Antriebsachsen
8 auf das notwendige Maß reduziert wird. Diese Reduzierung erfolgt
derart, daß in Abhängigkeit von der Größe des Schlupf-Meßwertsig
nals der Querschnitt der die beiden Leitungen 48, 47 miteinander
verbindenden Leitung durch Verschiebung des elektro-hydraulischen
Proportionalventils 50 vergrößert wird. Mit dieser kurzgeschlosse
nen Verbindung von der den Druck zuführenden Leitung 43 über das
Rückschlagventil 46 und das Regelorgan 49 zum Rückschlagventil
45 zur den Druck ableitenden Leitung 44 kommt es zu einem das An
triebsmoment des Fahrantriebes 7 reduzierenden Druckabfall. Da
es sich bei dem automatischen Vorgang um eine Regelung handelt,
bleiben die eingestellten Nenn-Sollwerte für Antriebs- und Brems
momente ständig erhalten.
Das in der in Fig. 3 detailliert dargestellten Einrichtung 32
durch das Differenzglied 57 gebildete positive Schlupf-Meßwert
signal wird der Regeleinheit 58 zugeordnet. Die positive Diffe
renzspannung bzw. das Schlupf-Meßwertsignal wird einem Proportio
nal-Verstärker 73 zugeführt und durch diesen über einen Verstär
kungsregler 74 wesentlich verstärkt, damit bereits beim geringsten Ent
stehen eines Schlupfes (noch keine erkennbaren Schleifmarkierun
gen) eine kräftige Ausgangsspannung zur Ansteuerung des Regelor
gans 49 des Fahrantrieb-Steuerblockes 31 zur Verfügung steht. Der
Anteil dieser Regelspannung kann durch ein Regelglied 75 einge
stellt werden. Die am Eingang 76 vorliegende positive Differenz
spannung wird gleichzeitig auch einem Integral-Verstärker 77 zu
geführt. Der durch ein Schaltglied 78 einstellbare Schaltpunkt er
möglicht es, den Integral-Verstärker 77 bei sehr kleinen Differenz
signalen ausgeschaltet zu lassen. Wird jedoch der eingestellte
Schaltpunkt überschritten, wird der Integral-Verstärker 77 kurz
zeitig (im Bereich von etwa 20 Millisekunden) durchgeschaltet und
am Ausgang eines Summen-Verstärkers 79 je nach dem durch ein Regel
glied 80 eingestellten Anteil wirksam. An den Ausgang des Integral-
Verstärkers 77 ist ein Integral-Regler 81 mit einem Zeit-Regelglied
82 angeschlossen.
Das Schlupf-Meßwertsignal bzw. die Differenzspannung wird durch
die in Fig. 3 ersichtliche Regeleinheit 58 auf folgende Weise dyna
misch beeinflußt:
Sobald am Eingang 76 eine Differenzspannung vorliegt, wird durch
den hohen Verstärkungsfaktor des Proportional-Verstärkers 73 der
Summen-Verstärker 79 sofort zur Sättigung gebracht, d.h., das
Regelorgan 49 des Fahrantrieb-Steuerblockes 31 wird voll ausge
steuert. Das Ausmaß der durch eine volle Aussteuerung des Regel
organs 49 bewirkten Reduzierung des Antriebsmomentes kann belie
big eingestellt werden. Eine etwa 20%ige Reduzierung des auf nor
male Schienenverhältnisse abstimmbaren Antriebsmomentes verursacht
durch eine volle Aussteuerung des Regelorgans 49 auch bei schlech
testen Schienenverhältnissen kein Durchdrehen der Antriebsräder
mehr. Durch das reduzierte Antriebsmoment ist die Drehzahl der
Antriebsachsen 8 gleich der des Meßrades 24. Damit liegt kein
Schlupf-Meßwertsignal mehr am Eingang 76 vor und der Proportional-
Verstärker 73 ist wirkungslos. Da der Proportionalanteil eine
volle Aussteuerung des Regelorgans 49 zur Folge hat, kann die po
sitive Summierung des Integral-Anteiles keinen Einfluß mehr aus
üben. Das vom Summen-Verstärker 79 über den Leistungs-Verstärker 62
ansteuerbare Regelorgan 49 wird ausgesteuert und bringt durch Über
einstimmung der Drehzahlen die Eingangsdifferenz sofort wieder auf
null. Gleichzeitig wird auch der Proportionalanteil am Summen-Ver
stärker 79 zu null. Das vom Integral-Regler 81 kommende Steuer
signal bleibt jedoch vorerst voll gespeichert und kann nur in
Form einer eingestellten Zeitrampe (im Bereich von etwa 500 Milli
sekunden) auf null zurückfallen. Diese Zeitrampe überträgt sich
auf das Regelorgan 49 und ermöglicht der Gleisstopfmaschine 1 ein
ruckfreies Beschleunigen. Sollte es erneut zu einem Durchrutschen
der Antriebsräder kommen, wiederholt sich der beschriebene Vorgang
durch mehr oder weniger großes Aussteuern des Regelorgans 49. Der
Bereich der Zeitrampe kann in Abstimmung auf verschiedene Parame
ter, wie die gewünschte Leistung, Schienenverhältnisse usw., abge
stimmt werden.
Wie in Fig. 3 deutlicher ersichtlich, besteht die der negativen
Differenzspannung zugeordnete Regeleinheit 59 aus einem Eingang 83,
einem Proportional-Verstärker 84, einem Integral-Verstärker 85,
einem Integral-Regler 86 und einem Verstärkungs-Regler 87, Regel
gliedern 88, 89, einem Schaltglied 90, einem Zeit-Regelglied 91
und einem Summen-Verstärker 92. Der konstruktive Aufbau der Regel
einheit 59 ist ebenso wie der Aufbau der Regeleinheit 58. Durch
die negative Differenzspannung wird die Regeleinheit 58 unwirksam
und die Regeleinheit 59 aktiviert. Der Vorgang der dynamischen
Beeinflussung vollzieht sich nun in gleicher Art wie bereits bei
der Regeleinheit 58 beschrieben, jedoch über den Proportional-Ver
stärker 84, den Integral-Verstärker 85, den Summen-Verstärker 92
und das Regelorgan 37 des Bremsdruck-Steuerblockes 30. Die ver
schiedenen Einstellwerte der Schalt- und Regelglieder 87, 88, 89,
90, 91 können jedoch den Gegebenheiten beim Bremsen entsprechend
anders eingestellt werden. So kann z.B. die abfallende Zeitrampe
nur im Bereich von etwa 50 bis etwa 100 Millisekunden festgelegt
werden, um beim Blockieren der Räder den beschriebenen Regel- und
Steuervorgang in kürzeren Abständen zu wiederholen. Dadurch wird
auch die Wirksamkeit der Bremsen optimal ausgenützt.
Im Rahmen der Erfindung kann die dynamische Beeinflussung des
Schlupf-Meßwertsignals auch in Abstimmung auf verschiedene Para
meter mit verschiedenen Reglern bzw. auch verschiedenen Kombina
tionen erfolgen. So kann beispielsweise ein Differenz-Verstärker
zusätzlich zum Proportional- und Integral-Verstärker in Anwendung
kommen.
Claims (8)
1. Fahrbare Gleisbaumaschine mit Schienenfahrwerken
für schrittweise Arbeitsvorfahrt, insbesondere
Gleisstopfmaschine, zum Ausführen von in relativ kur
zen Abständen von Schwelle zu Schwelle durchzuführen
den Gleisbauarbeiten, mit einem an der Schiene abroll
baren Meßrad und einer mit einer Bremsanlage für die
Arbeitsvorfahrt und wenigstens einem Fahrantrieb ver
bundenen Steuereinrichtung, dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuereinrichtung (20) zur Vermeidung des
Durchdrehens der Antriebsräder beim Anfahren und des
Blockierens (Gleitens) der Räder beim Bremsen voll
elektronisch ausgebildet ist und eine Einrichtung (32)
umfaßt, die zur ständigen Aufrechterhaltung der Nenn-
Sollwerte der Antriebs- und Bremsmomente bzw. zur Re
duzierung der Antriebs- und Bremskräfte in Abhängig
keit von einem vorhandenen Antriebs- bzw. Bremsschlupf
beaufschlagbare Signal- und Regelorgane (52, 53, 57,
58, 59, 62, 63, 37, 49) aufweist und die mit einer
Vorrichtung (22) zum Messen der Fahrgeschwindigkeit,
insbesondere mit dem an der Schiene (4) abrollbaren
Meßrad (24) und einer Vorrichtung (21) zum Messen der
Radumfangsgeschwindigkeit, verbunden ist.
2. Gleisbaumaschine nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Einrichtung (32) mit den Signal- und
Regelorganen (52, 53, 57, 58, 59, 62, 63, 37, 49) mit
ihrem Eingang über Leitungen (54 und 55) an jeweils
den beiden Vorrichtungen (22 und 21) zum Messen der
Fahr- und Radumfangsgeschwindigkeit zugeordnete Gene
ratoren (23 und 67) und mit ihrem Ausgang über Lei
tungen (51 und 40) an einen hydraulischen Fahrantrieb-
Steuerblock (31) und an einen Bremsdruck-Steuerblock
(30) der hydraulisch ausgebildeten Bremsanlage (9) für
die Arbeitsvorfahrt der Steuereinrichtung (20)
angeschlossen ist.
3. Gleisbaumaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Einrichtung (32) zur Ver
gleichsmessung und zur Abgabe eines Schlupf-Meßwert
signals entsprechend der Differenz der beiden Ein
gangssignale ausgebildet ist, und daß deren Ausgang
jeweils einem Regelorgan (37 bzw. 49) der beiden, über
Leitungen (19 bzw. 43, 44) mit der Bremsanlage (9)
bzw. dem Fahrantrieb (7) verbundenen Steuerblöcke zu
geordnet ist, wobei die Regelorgane (37, 49) als elek
tro-hydraulische Proportionalventile (39, 50) ausge
bildet sind.
4. Gleisbaumaschine nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Einrichtung (32) aus zwei
Frequenz/Spannungsumsetzern (52, 53) und einem zur
Abgabe eines positiven Antriebsschlupf- oder negativen
Bremsschlupf-Meßwertsignals ausgebildeten Differenz
glied (57) besteht.
5. Gleisbaumaschine nach Anspruch 3 und 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Einrichtung (32) zur dynamischen
Beeinflussung des auf die Regelorgane (49, 37) jeweils
einwirkenden positiven Antriebsschlupf- oder negativen
Bremsschlupf-Meßwertsignals je eine elektronische Re
geleinheit (58, 59) aufweist, die vorzugsweise jeweils
aus einem Proportional-Verstärker (73, 84) und einem
parallelgeschalteten Integral-Verstärker (77, 85) be
stehen, deren Ausgänge mit einem Summen-Verstärker
(79, 92) verbunden sind, wobei dem Integral-Verstärker
(77, 85) ein Schaltglied (78, 90) und ein Integral-
Regler (81, 86) zugeordnet ist.
6. Gleisbaumaschine nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß der dem negativen Bremsschlupf-Meßwert
signal zugeordnete Integral-Verstärker (85) mit kür
zerer Schaltdauer als der dem positiven Antriebs
schlupf-Meßwertsignal zugeordnete Integral-Verstärker
(77) ausgebildet bzw. schaltbar ist.
7. Gleisbaumaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Speicherung des beim
Abbremsvorgang ermittelbaren und auf das Regelorgan
(37) des hydraulischen Bremsdruck-Steuerblockes (30)
einwirkbaren Schlupf-Meßwertsignals ein Speicher vor
gesehen ist, dessen Ausgang nach Betätigung eines zur
Einleitung des Anfahrvorgangs dienenden Steuerhebels
(71) mit dem Regelorgan (49) des Fahrantriebes (7)
schaltbar ist.
8. Gleisbaumaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die mit der Einrichtung
(32) verbundene Steuereinrichtung (20) jedem mit einem
Fahrantrieb versehenen Schienenfahrwerk (2) zugeordnet
ist.
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