DE312345C - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft Relais für Signaloder Fernsprechanlagen, bei denen es darauf
ankommt, daß sie bei der Vergrößerung des Stromes über eine gegebene Grenze hinaus ansprechen,
falls die Strom veränderung durch Widerstandsverminderung im äußeren Stromkreis des Relais verursacht wird, die aber nicht
ansprechen sollen, falls eine ähnliche Stromveränderung durch Erhöhung der Betriebsspannung
erfolgt.
Eine derartige Aufgabe tritt z. B. dann auf, wenn eine Anlage während der Ladung und
, Entladung dauernd an eine Akkumulatorenbatterie angeschaltet bleibt, wobei die Spannung
einer Batterie von z. B. sechs Zellen von 10 bis 14 Volt schwankt. Bei gleichbleibendem äußeren
Wiederstand verhalten sich die Ströme ebenfalls wie 10 :14 = 5 : 7. Nun soll aber z. B.
das im nachstehenden beschriebene Relais bei einer Stromstärke von 0,24 Ampere nicht, bei
einer durch Widerstandsverminderung entstehenden Stromstärke von 0,34 Ampere aber
sicher ansprechen, also bei einem Verhältnis, das ebenfalls nahezu 5 :7 ist.
Dieses wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß die eine Wicklung des Relais in
Reihe, die andere parallel zum äußeren Stromkreis geschaltet wird. Vermindert sich der
Widerstand im Stromkreis der Reihenwicklung, so fließt mehr Strom in dieser Wicklung und
gleichzeitig erhöht sich der durch ihren eigenen Widerstand erzeugte Spannungsabfall, so daß
die parallel zum äußeren Stromkreis geschaltete Wicklung weniger Spannung, also einen geringeren
Strom erhält. Wenn sich andererseits die Spannung der Stromquelle erhöht, so werden die Ströme in beiden Wicklungen verstärkt,
so daß keine Erregung des Relais zustande kommt.
In den Zeichnungen sind verschiedene Ausführungsbeispiele
der Erfindung veranschaulicht.
In Fig. ι ist eine Anordnung dargestellt, bei der ein häufigen Störungen ausgesetzter
Apparat, z. B. ein im Freien angeordneter Signalapparat, durch ein Relais so überwacht
wird, daß ein Schauzeichen beim Auftreten einer Störung ein Signal sichtbar macht, dieses
Signal jedoch wieder verschwinden läßt, sobald die Störung wieder aufgehoben ist.
A ist der Signal-, z. B. Fernsprechapparat, der von einer Stromquelle B über die Leitungen
α und b gespeist wird. R ist das Relais gemäß
der Erfindung mit den einander entgegenwirkenden Wicklungen p und s. Diese sind
derart mit dem Stromkreis a, b verbunden, daß die Wicklung p mit dem Signalapparat A in
Reihe und die Wicklung s diesem parallel liegt. T1 und r2 sind Kontakte des Relais R, während
c einen Kondensator und S ein Schauzeichen darstellt.
Das Relais ist so gebaut, daß es bei 40 Amperewindungen die Kontakte gerade schließt,
bei 50 Amperewindungen die Kontakte sicher schließt, bei 30 Amperewindungen die Kontakte
sicher nicht schließt, und nach einer Erregung beim Herabgehen auf 30 Amperewindungen die
Kontakte sicher wieder öffnet.
Die nachfolgende Rechnung zeigt, daß schon das Parallelschalten eines zweiten Fernsprechapparates
mit 30 Ohm Widerstand zum Signalapparat A das Relais zum Ansprechen bringt.
Hierbei ist zu berücksichtigen, daß gemäß der
Erfahrung durch das Anschalten eines zweiten Apparates an eine Leitung in solchen Anlagen
kaum merkbar leidet. Das heißt mit anderen Worten, das Relais ist so empfindlich, daß es
schon bei einem die Sprachgüte noch nicht beeinträchtigenden Nebenschluß anspricht.
Die Stromverhältnisse mit einem Apparat A sind folgende:
Gesamtstrom =
Volt
12
0,240 Ampere.
15 + 2,5 + 30 + 2,5 Ohm 50
Die Wicklung φ erzeugt daher 200 X 0,24 = + 48 Ampere windungen.
Die Wicklung s erzeugt — 5 500 X X 0,24 = — 30 Amperewindungen.
Das Relais erhält also + 18 Amperewindungen und spricht demgemäß nicht an.
Mit zwei parallelgeschalteten Apparaten A sind die Stromverhältnisse folgende:
Volt 12
Gesamtstrom = = = 0,340 Ampere.
15 + 2,5 + 15 + 2,5 35 .
Die Wicklung φ erzeugt daher + 200 X 0,34 == +68 Amperewindungen.
Die Wicklung s erzeugt — 5 500 X
ι 520
X 0,340
24 Amperewindungen.
Das Relais erhält also -f- 44 Amperewindungen und wird demgemäß ansprechen.
Leitungsstörungen von z. B. 5 Ohm Widerstand, die die Sprachgüte empfindlich beeinflussen,
sind stets kleiner als der Widerstand der Station selbst. Sie werden also das Relais
mit Sicherheit zum Ansprechen bringen.
Die geschilderte Parallelschaltung einer zweiten Station verändert den Gesamtwiderstand
von 35 auf 20 Ohm, also um 15 Ohm oder rund 40 Prozent. Die nachstehende Tabelle I zeigt
nun, daß eine gleich große Änderung der Spannung der Stromquelle das Relais mit Sicherheit nicht ansprechen läßt.
Widerstand des Spannung Amperewindungen Apparates A der Batterie f minus s
| 30 Ohm | 10 Volt | rund 15 |
| 30 - | 12 - | - 18 |
| 30 - | 14 - | 21 |
| 5 - | IO - | - 66 |
| 5 - | 12 - | - 79 |
| 5 - | 14 - | - 92 |
Da nun das Relais R mit 50 Amperewindun-. gen anspricht, sind im ungünstigsten Falle,
nämlich bei einer Batteriespannung von 10 Volt, 66 Ampere windungen wirksam, also ein Überschuß
von 32 Prozent vorhanden, und wenn nach Wiederaufheben der Störung das Relais seinen Anker wieder abfallen lassen soll, so
sind im ungünstigsten Falle, nämlich bei einer Batteriespannung von 14 Volt, nur 21 Amperewindungen
wirksam, d. h. nur 70 Prozent der zum Halten des Relais zumindest erforderliehen
30 Amperewindungen. Alle Widerstände und Windungszahlen sind also so gewählt, daß
die regelrechte Betriebsstromstärke erheblich unter der Stromstärke liegt, bei der das Relais
nach seinem Arbeitsgang seinen Anker noch halten könnte.
Nimmt man nun z. B. an, daß der Apparat A ein Fernsprechapparat ist, der über die Leitungen
a!, V mit anderen Fernsprechapparaten verbunden werden kann, so muß die Selbstinduktion
der Wicklung φ des Relais R während des Gespräches ausgeschaltet werden, was durch
die Überbrückung der Wicklung φ durch einen Kondensator c bewirkt wird. Wenn hierbei
die die Sprechgüte unzulässig vermindernde Störung (z. B. 5 Ohm) eintritt, so wirkt diese
Störung auch auf die z. B. über a', b' angeschalteten Fernsprechapparate.
Um dieses zu verhindern, wird durch das Relais R bei dem im Beispiel nach Fig. 1 als
Ankeranzug in Betracht kommenden Arbeitsgang der (punktiert gezeichnete) Kondensatorstromkreis
bei r2 geöffnet. Der Kontakt r2
kann auch in Fortfall kommen, wenn der scheinbare Widerstand der Überbrückung höher
gewählt wird, als der Widerstand der die Einschaltung des Störungszeichens veranlassenden
Störung.
Fig. 2 zeigt eine Schaltungsanordnung, bei der das Relais der Erfindung für Anrufsucher
in Fernsprechanlagen mit Wählerbetrieb als Prüfrelais dient.
Mit A ist eine Teilnehmerstation, mit AR das der Leitung a, b dieser Station im Amt
zugeordnete Anrufrelais, mit T das Trennrelais der Leitung, mit AS ein Anrufsucher und mit
R das Relais der Erfindung mit seinen beiden Wicklungen φ und s bezeichnet. ' Die Arbeitsweise
dieser Anordnung ist folgende:
Beim Abnehmen des Höhrers an der Station A spricht in bekannter Weise das Relais AR an
und legt an seinem Kontakt arx über eine
200 - Ohm -Wicklung des Trennrelais T an den Prüfkontakt c des Anrufsuchers ^4S Erde an.
Relais AR schließt ferner über seinen Kontakt ar2 einen Stromkreis, der von Erde über
Kontakt ar2, Leitung 2, Anlasserkontakt k aller
freien der mit AS zu einer Gruppe vereinigten Anrufsucher und über Wicklung s und p des
Relais R zur Batterie 40 V und Erde führt. In diesem Stromkreis sprechen die Relais .R
der freien Anrufsucher an und setzen diese in bekannter Weise, z. B. durch Einschalten der
Bewegungsmagneten durch das Relais 7? in Einstellbewegung.
Sobald nun einer der in Gang gesetzten Anrufsucher die anrufende Leitung erreicht, wird
deren Relais T auf dem Wege erregt: Erde, arlt
200-Ohm-Wicklung des Relais T, Bürste c,p,
40-Volt-Batterie. Das Relais R läßt seinen Anker sofort abfallen, weil es beim Auftreffen
der Bürste c auf das Relais Γ umpolarisiert wird: Amperewindungen vor Auf treffen von c auf T
Strom
40 Volt
100 -j- ι 000 Ohm
-~"TST^r r-= °.°36 Ampere,
Wicklung p = — 0,036 χ 6οο .--
Wicklung s —- -f 0,036 χ 3 500 :■■-
zum Ansprechen also 21 Amperewindungen,
126 Amperewindungen,
105 Amperewindungen.
126 Amperewindungen,
105 Amperewindungen.
Nach dem Auftreffen der Bürste c auf T
sind die .200-Ohm-Wicklung des Relais T und
die ι 000-Ohm-Wicklung s parallel geschaltet.
Die Erregung des Relais R gestaltet sich also folgendermaßen:
Die Parallelschaltung von 1 000 und 200 Ohm ergibt 166 Ohm; der Gesamtstrom ist daher
40 V
100 -j- 166
= 0,150 Ampere.
Wicklung p erzeugt daher — 0,150 X 600 .-- — 90 Amperewindungen,
200 Wicklung s erzeugt + 0,150 X "- ·· X 3 500 :-.-. -f- 87 Amperewindungen.
ι
Das Relais erhält also — 3 Amperewindungen statt der bisherigen -j- 105, ist demgemäß um·
polarisiert worden, so daß es seinen Anker sehr schnell abfallen läßt und den Anrufsucher
in bekannter Weise stillsetzt. Das Relais T schaltet an seinen Kontakten tx, L1 das Relais AR
von der anrufenden Leitung ab, worauf dieses stromlos wird und seine Kontakte ai\, ar.,
öffnet. Das Relais T schließt ferner seinen Kontakt I3 und hält sich nunmehr über seine
200-Ohm- und eine 800-Ohm-Wicklung in Reihe mit der Wicklung p der Relais R bis
zur Auslösung der über den Anrufsucher .4.S" führenden Verbindung weiter erregt. Beim
Stillsetzen des Anrufsuchers ^4S wird in irgendeiner
bekannten Weise sein Anlasserkontakt k geöffnet, so daß der Anrufsucher durch weitere
Anrufe nicht beeinflußt werden kann. Durch öffnen des Kontaktes k wird zwar die Gegenmagnetisierung
(~\- 87 Amperewindungen) der Wicklung s aufgehoben, das Relais R kann aber
doch nicht ansprechen, weil der Strom in der Wicklung p durch die Zuschaltung der 800 Ohm
im Relais so geschwächt wurde, daß das Relais T nur noch
— 600 χ
40 Volt
100 + 200 + 800 — = — 22 Amperewindungen
erhält, was zum Ansprechen nicht genügt. Beim Stromloswerden des Relais AR wird der
Stromkreis bei ar.2 auch für die Relais R der
mit dem Anrufsucher AS gleichzeitig in Gang gesetzten weiteren freien Anrufsucher unterbrochen
, und es werden damit auch diese stillgesetzt.
Bei diesen Anordnungen treten nun folgende Aufgaben auf:
Solange die Prüfarme der Anrufsucher AS über c-Kontakte nicht anrufender oder besetzter
Leitungen laufen, dürfen die Anker ihrer Prüfrelais R nicht abfallen.
Wenn ferner zwei oder mehrere Anrufsucher auf nicht anrufende oder gleichzeitig anrufende
oder besetzte Leitungen gelangen, darf zur
Vermeidung von Doppelbelegungen der Anker keines der Prüf relais R abfallen.
Nur wenn ein einziger Prüf arm den c-Kontakt einer anrufenden Leitung erreicht, darf der
Anker des Prüfrelais R abfallen.
Diese Aufgaben werden in vollkommener Weise durch Anwendung der Erfindung, z. B.
in der aus den Zeichnungen ersichtlichen Weise, erreicht.
In den Fig. 3 bis 6 sind für die Anordnung der Fig. 2 die verschiedenen bei der Einstellung
der Anrufsucher in Frage kommenden Zustände dargestellt.
Fig. 3 zeigt den Zustand beim Auftreffen zweier Anrufsucher AS auf eine nicht anrufende
Leitung. Hierbei prüfen die Anrufsucher die
überfahrenen Leitungen mit Hilfe eines besonderen Kontaktarmes, der von Leitung zu
Leitung gedreht wird. In Fig. 3 sind die Prüfkontaktarme zweier Anrufsucher angedeutet
und zwar gehört der Arm c zum Anrufsucher .15, c' zum Anrufsucher ^4S'. Die strichpunktierten
Kreisbögen stellen die überfahrenen Kontaktsätze dar, wobei die gleichbezifferten Kontakte
durch Vielfachleitungen verbunden sind. Jedem Prüfarm ist ein Prüfrelais 72 bzw. 72' zugeordnet.
In dem gezeichneten Ausführungsbeispiel kann nun keins der beiden Prüfrelais R, R'
ansprechen, weil an beiden Kontaktarmen das gleiche Potential herrscht. Durch das gleichzeitige
Auftreffen zweier Kontaktarme auf einen nicht als »anrufend« bezeichneten Kontakt
kommt also keine zur Erregung eines Prüfrelais nötige Potentialänderung vor.
Fig. 4 zeigt den Zustand beim Auftreffen eines einzigen Anrufsuchers AS auf das !'-Relais
der anrufenden Leitung, die durch den geschlossenen Kontakt Ur1 gekennzeichnet ist,
wobei der Anker des Relais R zum Abfall kommt. Die Bezugszeichen ^iS, c und p haben
wieder dieselbe Bedeutung wie vorher. T ist das Trennrelais, das einer anrufenden Teilnehmerleitung
zugeordnet ist. arx ist ein vom Linienrelais der anrufenden Leitung abhängiger
Kontakt, der geschlossen ist, sobald der Teilnehmer den Höhrer vom Haken genommen
hat. Die Einzelheiten dieser Schaltung sind bekannt (s. z. B. Patentschrift 176828, Fig. 11).
Hat also der Teilnehmer angerufen, so ist der Kontakt a>\ geschlossen. In dem dargestellten
Augenblick trifft der Prüfarm c auf den als »anrufend« gekennzeichneten Kontakt, so daß
nun das niederohmige Relais!' zur hochohmigen Wicklung s parallel geschaltet ist, wobei der
Strom in der Wicklung p des Prüfrelais erhöht, in s aber geschwächt wird.
Fig. 5 zeigt den Zustand beim Auf treffen
zweier Anrufsucher auf die anrufende Leitung, wobei ihre Prüfrelais R erregt bleiben müssen.
In diesem Falle sind also die beiden Anrufsucher ΛS und AS' gleichzeitig auf den durch
Schließung des Kontaktes aT1 eines Teilnehmerleitungsrelais
als anrufend gekennzeichneten Prüfkontakt aufgelaufen. Der durch das Relais Γ
fließende Strom verteilt sich auf die beiden Wicklungen p und p' der Prüfrelais R und R'.
Der dabei in den Wicklungen p und f entstehende
Spannungsabfall ist also wesentlich kleiner als bei dem Zustand gemäß Fig. 4. Durch die Parallelschaltung des niederohmigen
Relais T zu der einen Wicklung s in Fig. 4 wird eine viel bedeutendere Widerstandsverminderung
der gesamten Stromverzweigung hervorgerufen als durch die Parallelschaltung des Relais T in Fig. 5 zu den bereits parallelgeschalteten
Wicklungen s, s'. Dieser Umstand ermöglicht, daß die Relais 72 und R' beim
Schaltungszustand gemäß Fig. 5 nicht ansprechen.
Fig. 6 zeigt den Zustand beim Auftreffen eines Anrufsuchers/lS auf eine besetzte Leitung,
wobei das Prüfrelais R erregt bleiben muß. Wie für Fig. 2 beschrieben wurde, besteht der
Schaltungszustand nach der Einstellung eines Anrufsuchers auf die anrufende Leitung darin,
daß das Trennrelais T seinen Kontakt tz geschlossen
hat. Das Anrufrelais AR ist aberregt worden und hat den Kontakt Ur1 wieder
geöffnet. Vom Prüfrelais R ist die Wicklung s stromlos. Dieser Zustand ist in Fig. 6 für
den Anrufsucher ^4S' gezeigt. Der Anrufsucher AS schaltet sich nun parallel zum Anrufsucher
AS'. Das jetzt hochohmige Relais T bezieht nunmehr Strom über die parallelen
Wicklungen p' und p, wodurch ein nur kleiner Spannungsabfall über die Wicklung p erzeugt
wird. Da ferner das Relais T bei diesem Schaltzustand hochohmig ist, bedeutet seine
Parallelschaltung zur Wicklung s des Anrufsuchers AS keine große Spannungserniedngung
an den Endpunkten der Wicklung s. Durch diese Umstände bleibt also das Relais R erregt.
Aus den in diesen Figuren angegebenen Spannungen in Verbindung mit den Wiederständen
und Windungszahlen gemäß Fig. 2 läßt sich folgende Tabelle berechnen:
Fig. 3: Auf treffen auf nicht anrufenden Leitungen + 105 Amperewindungen,
Fig. 4: Einzelprüfen auf Anruf — 3 Amperewindungen,
Fig. 5: Doppelprüfen auf Anruf + 50 Amperewindungen,
Fig. 6: Einzelprüfen auf besetzte Leitungen + 105 Amperewindungen,
Dgl. Doppelprüfen auf besetzten Leitungen + 105 Amperewindungen.
Die Berechnung der Zahlen für die Fig. 3 und 4 sind oben ausgeführt. Die übrigen
Zahlen ergeben sich in gleicher Weise aus den Figuren.
Nimmt man ein Relais R an, das bei 50 Amperewindungen seinen Anker anzieht und ihn
bei 25 Amperewindungen abfallen läßt, so erfüllt dieses Relais die angegebenen Bedingungen
mit großer Sicherheit. Insbesondere erfolgt dabei das Abwerfen des Relaisankers beim no
Einzelprüfen (Fig. 4) sehr schnell, da dann eine Gegenmagnetisierung auftritt.
In diesen Beispielen ist die Wicklung p diejenige Spule, in der ein zunehmender Strom
die Amperegwindungszahl des Relais 72 erhöht, die aber auch einen erhöhten Spannungsabfall
für die Wicklung s des Relais bewirkt, so daß also mit dem Stromansteigen auch ein
Spannungsabfall verknüpft ist.
In Fig. 7 ist eine Anordnung dargestellt, bei der das Relais der Erfindung bei seinem
Arbeitsgange die gestörte Leitung abschaltet.
Mit A ist eine Teilnehmerstation, mit α, b die
Teilnehmerleitung, mit R das Relais nach der Erfindung mit seinen beiden Wicklungen ft
und s, und mit B eine Amtsbatterie bezeichnet. Z1, Z2 stellen zwei als Sammelschienen
ausgebildete gemeinsame Leitungen dar, an die noch weitere Stromkreise, z. B. für
die Stationen Alt A 2, angeschlossen sind.
Nimmt man nun an, daß der Widerstand
ίο der dargestellten Station A des Stromkreises a, b
z. B. durch seinen Nebenschluß O unter einen zulässigen Betrag vermindert wird, so könnte
durch diese Störung auch der Verkehr der
nicht gestörten Stromkreise der Stationen A1, A2
leiden, wenn die gestörte Leitung nicht abgeschaltet würde.
Das Relais habe die gleichen Eigenschaften wie das für die Schaltung nach Fig. 1 gebrauchte
Relais, und habe die Wicklungen p mit 15 Ohm und 250 Windungen, sowie s mit
Ohm und 5 000 Windungen. An den Sammelschienen Z1, Z2 herrsche eine Spannung
von 10 Volt.
Im Erregungszustand sind vorhanden
Strom = 0,2 Ampere
15 + 5+30
• s = — 5 000 X = + 250 X 0,200 = + 50 Amperewindungen
30
30
335 X 0,200 = — 105 Amperewindungen
also — 55 Amperewindungen,
also — 55 Amperewindungen,
wobei das Relais mit Sicherheit sowohl anspricht als sich hält.
Wird eine zweite Station A parallel geschaltet, so wird der
Ci.
Strom=
I0
I0 A
= = o,2Qo Ampere
15 + 5 + 15 35
■p = + 250 X 0,290 = + 72 Ampere windungen - 5 000 X —^^— X 0,290 = — 90 Amperewindungen
320 also —18 Amperewindungen.
Dabei läßt das Relais seinen Anker mit Sicherheit abfallen.
Der Leitung ist ein Umschalter U1, U2, ua
zugeordnet. In der Ruhestellung nimmt er die Lage 3 ein. Die Stellung 1 bedeutet »dauernd
gestört«. Wenn die Station A angerufen werden soll, wird der Schalter U1, U2, u3 vorübergehend
in die Stellung 4 gebracht, an die Wechselstrom angeschlossen ist. Soll nach Behebung einer Störung das Relais R wieder
erregt werden, so wird der Schalter U1, u2 vorübergehend
in die Stellung 2 gebracht, so daß sich folgender Stromkreis schließt: Batterie B,
D, U1 in Stellung 2, s, U2 in Stellung 2, D, B.
Die Erreguung erfolgt mit
— 5 000 X = — 167 Amperewindungen,
die das Relais sicher ansprechen lassen.
Claims (7)
- Patent-Ansprüche: i. Schaltungsanordnung für Relais in Signal- oder Fernsprechanlagen, gekennzeichnet durch zwei das Relais (R) in entgegengesetzter Richtung magnetisierende Wicklungen (p, s), deren Erregung einerseits von der Betriebsspannung (Batterie B), andererseits von der Belastung im äußeren Stromkreis (A in Fig. 1, Tm Fig. 2,3,4,5,6) in der Weise abhängig gemacht ist, daß eine Veränderung der Spannung der Batterie (B) die Ströme in beiden Wicklungen (p, s) im gleichen Sinne (also vermehrend oder schwächend) verändert, während eine durch Widerstandsänderung im äußeren Stromkreis [A1T) veranlaßte Stromänderung die Ströme in beiden Wicklungen [ft, s) ineinander entgegengeseztem Sinne (also den einen schwächend, den anderen verstärkend) verändert.
- 2. Schaltungsanordnung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die eine Wicklung (ρ) des Relais (R) in Reihe mit den in dessen äußeren Stromkreis (a, b) liegenden Apparaten (^4) und die andere Wicklung (s) parallel zu diesen geschaltet ist.
- 3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Relais (R) beim Auftreten von Störungenim äußeren Stromkreise, z. B. durch Nebenschlüsse in den Leitungsadern (a, b) oder Widerstandserhöhung in diesen das Übertreten von Sprechströmen von den übrigen Leitungen (a', b') in die gestörte Leitung (a, b) verhindert (Öffnung von r2 in Fig. 1) und dabei zweckmäßig ein Störungssignal (Schauzeichen S in Fig. 1) einschaltet.
- 4. Schaltungsanordnung nach Anspruch i, wobei mehrere miteinander verkehrende Anschlußleitungen («, b, a', V usw. Fig. 1)durch gemeinschaftliche Drosselspulen (DD, Fig. i) gegen Sprechverluste durch die Batterie gesichert sind, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Leitung (a, b, a', V, Fig. i) ein eigenes Relais (R) zugeordnet ist, dessen schädliche Selbstinduktion (ft) durch für Sprechströme gut durchlässige Sprechstromwege (c) überbrückt wird, wobei das Relais (R) nur zur Einschaltung eines Störungszeichensίο (S) dient und der scheinbare Widerstandder Überbrückung höher gewählt ist als der Widerstand der die Einschaltung des Störungszeichens (S) veranlassenden Störung.
- 5. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine solche Wahl der Widerstands- und Windungsverhältnisse der Wicklungen (ft, s) des Relais (R), daß dessen gewöhnliche Erregung (Tabelle I, 15 bis 21 Amperewindungen) wesentlich außerhalb der Erregung (Halteerregung, 30 Amperewindungen) liegt, bei der das Relais (R) nach seinem Arbeitsgang (Ansprecherregung 45 bis 50 Ampere windungen) in dem hierbei angenommenen Zustand (Anker bleibt bei mehr als 30 Amperewindungen angezogen) gehalten bleibt, zum Zwecke, das Relais (R) nach Behebung des die Zustandsänderung (Ansprechen) herbeiführenden Vorgangs (Störung) von selbst in den gewöhnlichen Zustand zurückkehren zu lassen.
- 6. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Relais (R in Fig. 7) bei seinem Arbeitsgänge die für seine Zustandsänderung benutzte Leitung (a, b in Fig. 7) und dabei zugleich auch seine Wicklungen (ft, s) von der Batterie (B) abschaltet.
- 7. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1,2 oder 3 für Fernsprechanlagen, wobei die Relaiswicklungen in der Fernsprechleitung durch Kondensatoren (c in Fig. 1) überbrückt sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Relais (R in Fig. 1) be* seinem Arbeitsgang den Kondensatorstromkreis (bei r2) öffnet.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE322158T | 1918-10-13 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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Family
ID=6165618
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT312345D Active DE312345C (de) | 1918-10-13 | ||
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Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1918322158D Expired DE322158C (de) | 1918-10-13 | 1918-10-13 | Schaltungsanordnung fuer Relais in Signal- oder Fernsprechanlagen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (2) | DE322158C (de) |
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- DE DENDAT312345D patent/DE312345C/de active Active
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1918
- 1918-10-13 DE DE1918322158D patent/DE322158C/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE322158C (de) | 1920-06-21 |
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