DE3126331C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern und Optimieren
des Betriebs eines Kohlenverbrennungswärmekraftwerks nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Um ein Wärmekraftwerk stabil und mit hohem Wirkungsgrad
betreiben zu können, ist es wichtig, daß die Temperatur des
durch den Verdampfer erzeugten Dampfes beim Auftreten von Störungen
durch Belastungswechsel konstant gehalten wird. Beim Anfahren
des Kraftwerkes muß hingegen die Temperatur des Dampfes
in Übereinstimmung mit einer vorgegebenen Aufheizkurve erhöht
werden.
Um die Steuerbarkeit derartiger Parameter zu verbessern,
sind bereits verschiedene Vorschläge gemacht worden.
Die US-PS 38 77 636 beschreibt ein Verfahren zur Steuerung
eines Kraftwerkes in der Startphase, bei dem nach einer
vorgegebenen Zeit, innerhalb der die Temperatur des Dampfes
mehrmals bestimmt wird, mittels eines Rechners ein Sollwert und
ein Schätzwert bestimmt werden. Die Brennstoffzufuhr wird so
gesteuert, daß die Differenz dieser Temperaturwerte zu Null
wird, wobei die Steuerung mit Hilfe einer Enthalpieberechnung
ausgeführt wird.
Aus der DE-OS 27 35 012 ist ein adaptiv-prädikatives
Regelsystem bekannt, bei dem die den Prozeß beeinflussende
Stellgröße ein inkrementeller Steuervektor ist. Sie würde bei
Anwendung auf ein Wärmekraftwerk dem Signal für die dem
Verdampfer zugeführte Brennstoffmenge entsprechen. Dieser
inkrementelle Steuervektor wird so bestimmt, daß der
vorhergesagte inkrementelle Prozeßausgangsvektor gleich dem
gewünschten inkrementellen Ausgangsvektor ist. Die Stellgröße
zum Zeitpunkt k wird so bestimmt, daß ein möglicher
Ausgangswert nach Ablauf einer Zeit (r) nach dem Zeitpunkt k
gleich dem Sollwert für den Zeitpunkt (k+r) wird.
Diese Steuerungsweise ist für einen Prozeß geeignet, bei dem
die dynamischen Eigenschaften des Prozesses vergleichsweise
klar sind und durch eine mathematische Formel beschrieben werden
können, das mathematische Modell des Prozesses muß weitgehend
genau sein.
Wenn das formulierte Modell keine ausreichende Genauigkeit
besitzt, so besteht bei der Steuerung eine bleibende
Regelabweichung. Um dies zu lösen, schlägt die DE-OS 27 35 012
ein inkrementelles Modell des zu steuernden Prozesses vor, bei
dem verschiedene Größen im Prozeß als Inkremente gegenüber dem
gegenwärtigen Zeitpunkt behandelt werden.
Diese Art der Steuerung ist jedoch bei Prozessen geeignet,
die eine sehr große Zeitkonstante besitzen und bei
denen der Sollwert für die Ausgangsgröße des Prozesses sich oft
ändert. Eine solche häufige Änderung des Prozeßausgangswertes
ist bei dem Heizkraftwerk deswegen gegeben, weil die Temperaturkurve
einen bestimmten Verlauf haben soll. Darüberhinaus
sind bei dem Verdampfer eines Heizkraftwerkes die dynamischen
Eigenschaften nicht zeitkonstant, sondern ändern sich praktisch
jede Minute. Bei solchen Prozessen muß die Stellgröße nicht nur
unter Berücksichtigung der vorausgesagten Abweichung (d. h. der
Differenz zwischen dem vorausgesagten Wert und dem Sollwert der
Prozeßausgangsgröße), sondern auch unter Berücksichtigung ihrer
Änderungsgeschwindigkeit bestimmt werden, damit weder ein Überschießen
noch ein Zurückbleiben hinter dem Sollwert auftritt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist somit ein Verfahren
zum Steuern und zum Optimieren des Betriebs eines Kohleverbrennungswärmekraftwerks
anzugeben, das eine Steuerung auch dann
erlaubt, wenn die dynamischen Eigenschaften des Verdampfersystems
sich ändern und der Sollwert des Prozeßausgangswertes,
insbesondere der Hauptdampftemperatur des Verdampfers sich oft
ändert.
Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren nach dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1 gelöst, das erfindungsgemäß die
Merkmale des Kennzeichenteils aufweist. Weitere, vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus dem Unteranspruch.
Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispieles
näher beschrieben werden, wobei auf die beigefügten
Zeichnungen Bezug genommen wird. Es zeigen:
Fig. 1 ein schematisches Flußdiagramm zur
Erläuterung des Grundkonzeptes der vorliegenden
Erfindung in Verbindung mit einem Kohlekraftwerk;
Fig. 2 ein Blockdiagramm zur Erläuterung des
Grundkonzeptes der vorliegenden Erfindung unter
Verwendung eines Kraftwerkmodells, welches mit
Hilfe eines Kalman-Filters erzeugt und korrigiert
wird;
Fig. 3 eine graphische Darstellung der bei dem
Modell von Fig. 2 vorgesehenen Korrektur;
Fig. 4 ein vereinfachtes Strukturdiagramm eines
Sekundär-Überhitzers;
Fig. 5 ein vereinfachtes Strukturdiagramm einer
Kohlenmühle;
Fig. 6 ein Flußdiagramm der im Rahmen der vorliegenden
Erfindung bei einem thermischen Kraftwerk
vorgesehenen Steuerung und
Fig. 7 eine graphische Darstellung der im Rahmen der
vorliegenden Erfindung sich ergebenden Steuerkurven.
Fig. 1 zeigt die Anwendung der vorliegenden Erfindung
bei einem Kohlenkraftwerk. Dabei sind eine Steuerkonsole 10,
ein Rechner 20, eine Kohlenmühle 30, ein Verdampfer 40 und
eine Turbine 50 vorgesehen. Die Bedienungsperson des Kraftwerkes
führt die verschiedenen Bedienungsvorgänge
von der Steuerkonsole 10 durch, wobei sie von verschiedenen
Teilen des Kraftwerkes über den Rechner 20 Informationen
erhält, die zum Teil von einer übergeordneten Steuerstation,
beispielsweise einer nicht dargestellten zentralen
Lastverteilungsstelle, abgegeben werden. In Übereinstimmung
mit einem zuvor eingespeicherten Programm werden von dem
Rechner 20 Signale an die Konsole 10 abgegeben, wobei es
sich bei diesen Signalen um für die Steuerung der Anlage
erforderliche Signale, die aus Daten der verschiedenen
Anlagenteile aufbereitet worden sind, auf Betätigungen
der Konsole 10 ansprechende Signale usw handelt.
Die Kohlenmühle 30 besteht dabei aus einem Kohlenbunker
301,
einem Kohleförderband 302, einem Förderantriebsmotor 303,
der eigentlichen Kohlemühle 310, Gebläsen 321 und 322 sowie
Steuergliedern 323 und 324. Die eigentliche Kohlemühle
310 besteht aus einem Tisch 311, einem Antriebsmotor
312 und einer Mehrzahl von Kugeln 313. Die von dem Behälter
301 über das Förderband 302 der Kohlemühle 310 abgegebene
Kohle wird mit Hilfe der auf dem Tisch 311 befindlichen
Kugeln 313 pulverisiert. Mit Hilfe der durch die
Gebläse 321 und 322 eingeblasenen Luft wird die pulverisierte
Kohle dem Brenner des Verdampfers zugeführt. Um
die geförderte Kohlenmenge zu beeinflussen, wird der Motor
303 mit Hilfe des Rechners 20 gesteuert. Zur Beeinflussung
der Luftmenge werden die Steuerglieder 323 und 324
mit Hilfe entsprechender Betätigungselemente 331 und 332
verstellt, welche wiederum mit Hilfe des Rechners 20 gesteuert
werden. Zwischen dem Gebläse 321 und dem Steuerglied
324 zweigt eine Luftleitung ab, durch welche Luft
direkt dem Brenner des Verdampfers zugeführt wird. Mit
Hilfe von Sensoren 341 bis 343 werden die der Kohlemühle
zugeführte Luftmenge (F MA ), der zwischen dem Mühleneingang
und innerhalb der Mühle herrschende Differenzdruck (Δ P M )
sowie die an dem Brenner vorbeigeführte Luftmenge (F BA )
festgestellt und die auf diese Weise gebildeten Signale
dem Rechner 20 zugeführt.
Der Dampferzeuger 40 besteht im wesentlichen aus einer
Speisewasserpumpe 401, einem Speisewassersteuerventil
402, dem eigentlichen Verdampfer 403, einem Primär-Übererhitzer
404, einem Sekundär-Übererhitzer 405, einem Gasrezirkulationsgebläse
406 sowie einem Brenner 407. Das
von der Speisewasserpumpe 401 abgegebene Wasser wird mit
Hilfe des Verdampfers 403 in Dampf umgesetzt. Dieser
Dampf wird durch die beiden Übererhitzer 404 und 405 geleitet
und in übererhitzter Form der Turbine 50 zugeführt.
Die von dem Brenner 407 abgegebene Wärmemenge wird innerhalb
des Verdampfers zur Umwandlung des Wassers in Dampf
und innerhalb der Übererhitzer zur Überhitzung des Dampfes
verwendet, während ein Teil zusammen mit den Abgasen durch
den Kamin in die Atmosphäre entweicht. Ein Teil des durch
den Kamin abgegebenen Gases wird mit Hilfe des Gasrezirkulationsgebläses
406 zurück in den Verdampfer geleitet. Um
die Strömungsgeschwindigkeit des von dem Verdampfer abgegebenen
Dampfes zu steuern, wird das Steuerventil 402 in
Abhängigkeit des Rechners betätigt. Mit Hilfe von Sensoren
411 bis 416 werden die Temperatur des Dampfes, die Menge
des Speisewassers, die Ausgangstemperatur des Primär-Übererhitzers,
dessen Druck und seine Abgabeströmungsgeschwindigkeit,
die Hauptdampftemperatur und die Gasrezirkulationsströmungsgeschwindigkeit
gemessen und entsprechende Signale
dem Rechner 20 zugeführt.
Die Turbinengeneratoreinheit 50 besteht aus einem Turbinensteuerventil
501, der Hochdruckturbine 502, der Mittel-
und Niederdruckturbine 503, einem Dampfkondensator 504
und einem an den Turbinenrotor direkt angekuppelten Generator
505. Mit Hilfe eines Steuersignals des Rechners 20
wird das Steuerventil 501 betätigt, wodurch eine dem Öffnungsgrad
des Steuerventils 501 entsprechende Dampfmenge
den Turbinen 502 und 503 für den Antrieb des Generators
505 zugeführt wird. Der von den Turbinen 502 und 503 abgegebene
Dampf wird innerhalb des Kondensators 504 erneut
in Wasser umgewandelt. Dieses Wasser wird mit Hilfe der
Speisewasserpumpe 401 erneut dem Dampferzeuger zugeführt.
Die von dem Generator abgegebene Energiemenge wird mit
Hilfe eines Sensors 509 festgestellt und das auf diese
Weise gebildete Signal dem Rechner 20 zugeführt.
Der Rechner 20 erhält von der Konsole 10 her verschiedene
Befehle für den Betrieb des Kraftwerkes und bildet auf
der Basis der von dem Kraftwerk abgeleiteten Daten und
eines zuvor gespeicherten Programms bestimmte Steuersignale.
Bei der beschriebenen Ausführungsform enthält der
Rechner 20 ein Berechnungsmodell der Mühleneinheit 30 und
der Verdampfungseinheit 40. Für diese Modelle wird ein unter
dem Namen Kalmann-Filter bekanntes Verfahren verwendet, dessen
Genauigkeit im Rahmen der vorliegenden Erfindung verbessert
wird. Die Modelle für die Mühleneinheit 30 und die
Verdampfereinheit 40 werden dabei unabhängig voneinander gebildet.
Für die Mühleneinheit 30 wird das Modell auf
der Basis Differenz der beiden folgenden Werte bestimmt.
Der erste Wert ist der wahrnehemde Wert, des Mühlendifferentialdruckes
der mit Hilfe Kalman-Filters bestimmt wird. Der zweite Wert ist der unter
Benutzung des Modells vorhergesagte Wert der Kohlenmenge.
Bei der Verdampfungseinheit 40 wird hingegen
das Modell auf der Basis wahrscheinlichsten vorausgesagten
Werten des Hauptdampftemperatur korrigiert, und der nach einem
gewissen Zeitintervall prädiktive Wert der Hauptdampftemperatur
wird abgeleitet.
Fig. 2 zeigt ein Blockdiagramm zur Erläuterung des prinzipiellen
Konzeptes, nach dem das Modell der betreffenen Anlage
unter Verwendung eines Kalman-Filters aufgebaut ist und
im Rahmen der vorliegenden Erfindung korrigiert wird.
Der Block 201 entspricht dabei der gesteuerten Anlage
bzw. dem System, für welches das Modell aufgebaut
ist. Die dynamischen Eigenschaften dieses Systems
können dabei durch die folgende Zustandsübergangsgleichung
ausgedrückt werden:
X (i+1) = Φ (i) · X (i)+H(i) · u (i) (1)
wobei X (i) dem Wert eines n-dimensionalen Zustandsvektors
zum Zeitpunkt i
Φ (i) die (n×n)-dimensionale Zustandsübergangsmatrix
H(i) die (n×r)-dimensionale Treibermatrix und
u (i) der r-dimensionale variable Wahrscheinlichkeitsvektor
entsprechend dem System-Rauschen ist.
Φ (i) die (n×n)-dimensionale Zustandsübergangsmatrix
H(i) die (n×r)-dimensionale Treibermatrix und
u (i) der r-dimensionale variable Wahrscheinlichkeitsvektor
entsprechend dem System-Rauschen ist.
Es wird in diesem Zusammenhang angenommen, daß der Rauschvektor
u (i) weißem, statistischem Rauschen entspricht,
wobei der Mittelwert und die Streuung durch die
folgenden Gleichungen ausdrückbar sind:
wobei U die (r×r)-dimensionale feste positive Wertmatrix
ist.
Der Klammerausdruck { }′ entspricht dabei der Transposition.
Die Blöcke 203 und 205 entsprechen Meßinstrumente, welche
den Zustandsvektor X (i) und den Rauschvektor u (i)
der Gleichung (1) feststellen. Das Meßinstrument 203 besitzt
dabei die folgende Meßgleichung:
y (i) = C(i) X (i)+w (i) (4)
wobei
y (i) der m-dimensionale Beobachtungsvektor,
C(i) die (m×n)-dimensionale Beobachtungsmatrix und
w (i) der m-dimensionale Beobachtungsrauschvektor
y (i) der m-dimensionale Beobachtungsvektor,
C(i) die (m×n)-dimensionale Beobachtungsmatrix und
w (i) der m-dimensionale Beobachtungsrauschvektor
ist.
Es wird angenommen, daß auch der Beobachtungsrauschvektor
w/(i) statistischem Rauschen entspricht und Eigenschaften
entsprechend Gleichungen (2) und (3) aufweist. Es wird
ferner angenommen, daß der Beobachtungsrauschvektor w (i)
unabhängig von dem Systemrauschvektor u (i) und dem Anfangswertvektor
y(0) ist. Anders ausgedrückt handelt es sich
bei dem Rauschvektor u (i) um eine auf das System wirkende
Störung.
Der Block 207 entspricht einem numerischen Ausdruckmodell
des Kraftwerkes, dessen Zustandsübergangsgleichung
durch die Gleichung (1) festgelegt ist. Durch Verwendung
des am wahrscheinlichsten erscheinenden Wertes des
Zustandsvektors X (i) innerhalb der Zustandsübergangsgleichung
Φ (i) und durch Verwendung des Rauschvektors u (i)
innerhalb der Antriebsmatrix H(i) kann in Verbindung
mit dem Kalman-Filter der folgende mathematische Vorgang
durchgeführt werden:
wobei e (i) einen Fehlervektor C′(i) die transportierte Matrix der Matrix C(i) sind
und (i) ein Wert ist, der unter Verwendung des Kraftwerkmodells
berechnet wird.
wobei die folgenden Anfangsbedingungen herrschen:
Die Blöcke 209 und 211 entsprechen der Fehlervarianz und
der Beobachtungsmatrix für die Berechnung der Gleichung
(5). Der Wert C(i) der Beobachtungsmatrix 211 ist dabei
identisch der Beobachtungsmatrix C(i) des Meßinstrumentes
203.
231 bezeichnet ein Modell der Anlage in Form eines numerischen
Ausdrucks. Dieses Modell ist zwar im wesentlichen
dasselbe wie das innerhalb des Blockes 207 gebildete
Modell; es gibt jedoch den wahrscheinlichsten
vorausgesehenen Wert (i,j) nach j Probenwerten
anstelle des wahrscheinlichsten angenommenen Wertes (i)
zum Zeitpunkt (i) an. Es ergibt sich somit:
(i,j) = (i,j)+e (i) (10)
wobei
(i,j) = Φ (i) (i,j-1)+H(i) u (i) (11)
(i,j) = Φ (i) (i,j-1)+H(i) u (i) (11)
j= 1, 2, . . . n
Die anderen Bedingungen sind dieselben wie bei dem erwähnten
Vorgang in Verbindung mit dem Kalman-Filter.
Der in Fig. 2 gestrichelt angedeutete Block 215 stellt ein
weiteres System dar, daß dem ersten System, oben erörterten
System ähnlich ist und ein Kalman-Filter enthält. Dieses weitere
System nimmt die Werte X (i) und u (i) der Anlage 201 als
Eingangswerte auf, wie dies gestrichelt dargestellt ist. Das
erste System kann beispielsweise ein Steuersystem für den Verdampfer
40 sein, das andere System 215 eine Steuerung für die
Kohlenmühle 30. In diesem Fall kann das vom zweiten System 215
gelieferte Ausgangssignal dem ersten System als die dem Brenner
407 zuzuführende Kohlenmenge zugeführt werden. Man kann daher
sagen, daß der wahrscheinlichste Voraussagewert des darin enthaltenen
Kalman-Filters als einer der beiden Rauschvektoren
u (i) für die Kalman-Filter 207 und 213 des ersten Systems verwendet
werden kann, der auf deren Treibermatrizen H(i) einwirkt.
Die Anwendung der vorliegenden Erfindung ist aber nicht auf den
Fall von zwei Systemen beschränkt. Grundsätzlich ist für die
Anwendung der vorliegenden Erfindung ein System ausreichend.
Bei Fig. 2 ist das andere System 215 nur hinzugesetzt worden,
um einer Anlage zu entsprechen, die zwei zu steuernde Systeme,
die Kohlenmühle 30 und den Verdampfer 40, aufweist.
Um die Zustandsübergangsgleichung des Kraftwerkes zu vereinfachen,
kann angenommen werden, daß das Kraftwerk aus einer Kombination
von entsprechenden Einheiten besteht, in welche das
Kraftwerk unterteilt wird. Bei dem Kraftwerk von Fig. 1 kann
beispielsweise die Verdampfereinheit als Modell für die Voraussage
der Hauptdampftemperatur verwendet werden, während die
Mühleneinheit als Modell dient, um die von der Mühle dem Verdampfer
zugeführte Kohlenmenge vorauszusagen.
Der Block 217 entspricht der im Rahmen der vorliegenden
Erfindung vorgesehenen Modellkorrekturfunktion. Dieser
Block dient der kontinuierlichen Korrektur des Modells,
um auf diese Weise eine höhere Steuergenauigkeit zu erhalten,
wenn das Kraftwerk unter Verwendung
des mathematischen Verfahrens eines Kalman-Filters gesteuert
wird. Die Modellkorrekturfunktion soll unter Bezugnahme
auf Fig. 3 erläutert werden.
In Fig. 3 entspricht die Abszisse der Zeit, wobei t i ,
t i+1 und t i+2 Probenwertentnahmezeiten des Zustandsvektors
X entsprechen, wobei diese Zeitpunkte um Zeitintervalle
Δ t voneinander getrennt sind. Die Ordinatenachse
gibt den tatsächlich gemessenen und den vorausgesagten
Wert des Zustandsvektors an. Entsprechend Gleichung
(1) ist die Zustandsübergangsgleichung des Kraftwerks
wie folgt festgelegt:
X (i+1) = Φ (i) X(i)+H(i)u (i)
Die wahrscheinlichsten Voraussagewerte X p (i, 1) und X p (i, 2) für die zukünftigen
Zeitpunkte t i+1 und t i+2, die man aus der Voraussage für den gegenwärtigen
Zeitpunkt t i erhält, ergeben sich nach den folgenden Gleichungen:
p(i, 1) = Φ (i) (i)+H(i) u (i)+e i (12)
p(i, 2) = Φ (i) (i, 1)+H(i) u (i)+e i (13)
Wenn andererseits die wahrscheinlichste Schätzwerte zu den Zeitpunkten t i+1 und t i+2
mit a (i+1) bzw.
a (i+2) bezeichnet werden, dann können die entsprechenden
Fehlervektoren e wie folgt ausgedrückt werden:
e (i+1) = a (i+1)- p (i, 1) (14)
e (i+2) = (i+2)-X p (i, 2) (15)
Durch Subtraktion der Gleichung (14) von Gleichung (15)
und durch Substitution der Gleichungen (12) und (13) ergibt
sich dann folgendes:
Falls die Zustandsübergangsgleichung Φ (i) einen Prozeß der Anlage genau beschreibt
muß der Ausdruck
{e (i+1)-e (i+2)}
von Gleichung (17)
den Wert 0 haben. Zu diesem Zeitpunkt besitzt die Zustandsübergangsmatrix
Φ MS den folgenden Wert:
Falls die Voraussage unter Verwendung der Matrix Φ MS
durchgeführt wird, dann kann der Fehlervektor (e′ (i+1)
zu dem betreffenden Zeitpunkt wie folgt ausgedrückt werden:
e MS (i+1) = (i+1)-Φ MS (i) (i)-H(i) u (i) (19)
Falls die Treibermatrix H(i) den Prozeß der Anlage exakt wiedergibt, muß der Fehlervektor
e (i+1) den Wert 0 besitzen. Die Treibermatrix
H MS (i) erhält dann zu diesem Zeitpunkt den folgenden Wert:
Bei jeder Abtastung des Zustandsvektors werden der wahrscheinlichste
Schätzwert und der vorausgesagte Wert miteinander
verglichen und die die Gleichungen (18) bzw. (20)
erfüllende Zustandsmatrix Φ MS (i) bzw. Treibermatrix H MS (i)
in die Modelle 207 und 213 eingeführt, wodurch der wahrscheinlichste
angenommene Wert (i) und die wahrscheinlichste
vorausgesagte Werte (i,j) mit höherer Genauigkeit
festlegbar sind.
Um die Gleichungen (18) und (20) auflösen zu können, müssen
bestimmte Vorgänge wiederholt durchgeführt werden.
Der Rechner muß somit nicht nur relativ groß ausgelegt
sein, sondern für die einzelnen Vorgänge müssen auch relativ
lange Zeitperioden vorgesehen werden. Um diese Nachteile
zu beseitigen, wird jenes Element, welches bei der
Modellbildung am wahrscheinlichsten zu Fehlern führt,
herausgezogen und korrigiert. Wenn beispielsweise die
Verdampfereinheit berücksichtigt wird, werden die Wärmetransfergeschwindigkeit
α innerhalb der Zustandsübergangsmatrix
Φ (i) und die Wärmeerzeugungsmenge H u innerhalb
der Treibermatrix H(i) durch die Integralrechnungen wie
folgt korrigiert:
α = ∫{e (i+2)-e (i+1)}dt (21)
H u = ∫e MS (i+1)dt (22)
Während die oben genannten Modellkorrekturen auf vorausgesagten
Werten basieren, können ebenfalls angenommene
Werte verwendet werden, wie dies in folgendem aufgeführt
ist:
Bei jeder Abtastung werden in diesem Fall der Schätzwert
und der vorausgesagte zukünftige Wert für die Berechnung
des Fehlervektors herangezogen, wobei in ähnlicher Weise
wie beim Fehlervektor gemäß Gleichungen (21) und (22)
vorgegangen wird, um auf diese Weise die Wärmeübergangsgeschwindigkeit
α und die Wärmeerzeugungsmenge H u zu korrigieren.
Auf diese Weise wird vorzugsweise ein Modell
konstruiert, das keine Voraussageberechnung erfordert,
weil dann in diesem Fall die Betriebszeit für die Voraussage
eingespart werden kann. In diesem Fall ergeben sich
angenommene Werte sowie Fehlervektoren, die in Übereinstimmung
mit dem Vorangegangenen wie folgt festgelegt
sind:
p (i+2, 1) = Φ (i-2) (i-2)+H(i-2) · u (i-2)+e (i-2)
p (i-2, 1) = Φ (i-2) p (i-2, 1)+H(i-2) · u (i-2)+e (i-2)
e (i-1) = (i-1)- p (i-2, 1)
e (i) = (i)- p (i-2, 2)
In dem Folgenden sollen konkrete Beispiele beschrieben
werden, bei welchen das Grundprinzip der vorliegenden
Erfindung in Verbindung mit dem in Fig. 1 gezeigten thermischen
Kraftwerk erläutert wird.
Fig. 4 zeigt eine vereinfachte Strukturansicht des Sekundär-
Übererhitzers, bei welcher zur Vereinfachung des Modells
der Sekundär-Übererhitzer als konzentrierte Konstante
angenommen wird. Der betreffende Sekundär-Übererhitzer
besitzt dabei ein metallisches Rohr 421, während
außen eine Außenwandung 422 vorhanden ist. Der Hauptdampf
strömt innerhalb des Metallrohres, während das Gas zwischen
dem Rohr und der Außenwandung strömt. Mit Hilfe des Energieerhaltungssatzes
kann die folgende Gleichung abgeleitet
werden.
wobei
V S 2SH das Volumen,
γ S 2SH das spezifische Gewicht,
H S 2SH die Enthalpie,
F S 2SH die Strömungsgeschwindigkeit und
R S 2SH die Temperatur des Innenmediums, letztere im Bereich des Auslasses des Sekundär-Übererhitzers ist.
R m 2SH ist hingegen die mittlere Temperatur des Metallrohres,
A S 2SH die Wärmeübergangsfläche und
α Sm 2SH die Wärmeübertragungsgeschwindigkeit an das Innenmedium. Letztere kann dabei auch die folgende Gleichung ausgedrückt werden:
V S 2SH das Volumen,
γ S 2SH das spezifische Gewicht,
H S 2SH die Enthalpie,
F S 2SH die Strömungsgeschwindigkeit und
R S 2SH die Temperatur des Innenmediums, letztere im Bereich des Auslasses des Sekundär-Übererhitzers ist.
R m 2SH ist hingegen die mittlere Temperatur des Metallrohres,
A S 2SH die Wärmeübergangsfläche und
α Sm 2SH die Wärmeübertragungsgeschwindigkeit an das Innenmedium. Letztere kann dabei auch die folgende Gleichung ausgedrückt werden:
=α mS 2SH,r (F S 2SH /F S 2SH,r )0,8 (24)
α mS 2SH,r ist hingegen die Wärmeübertragungsgeschwindigkeit
des Metalles an das Innenmedium,
F S 2SH,r die Strömungsgeschwindigkeit des Innenmediums und
H S 1SH die Enthalpie des Innenmediums am Einlaß des Sekundär-Überhitzers.
F S 2SH,r die Strömungsgeschwindigkeit des Innenmediums und
H S 1SH die Enthalpie des Innenmediums am Einlaß des Sekundär-Überhitzers.
Auf der anderen Seite kann mit Hilfe des Energieerhaltungssatzes
für das Metall des Sekundär-Überhitzers
die folgende Gleichung abgeleitet werden:
worin
M m 2SH das Metallgewicht,
C m 2SH die spezifische Wärme des Metalles,
R g 2SH die Temperatur des Außengases und
α gm 2SH die Wärmetransfergeschwindigkeit des Außengases an das Metall ist. Letztere läßt sich dabei durch die folgende Gleichung ausdrücken:
M m 2SH das Metallgewicht,
C m 2SH die spezifische Wärme des Metalles,
R g 2SH die Temperatur des Außengases und
α gm 2SH die Wärmetransfergeschwindigkeit des Außengases an das Metall ist. Letztere läßt sich dabei durch die folgende Gleichung ausdrücken:
=α gm 2SH,r (F gBF /F gBF,r )0,8 (26)
α gm 2SH,r ist hingegen die Wärmetransfergeschwindigkeit
des Gases an das Metall,
F gBF die Strömungsgeschwindigkeit des Gases und
F gBF,r die anteilige Gasströmungsgeschwindigkeit des Erhitzers.
F gBF die Strömungsgeschwindigkeit des Gases und
F gBF,r die anteilige Gasströmungsgeschwindigkeit des Erhitzers.
Zusätzlich kann die Gastemperatur R g 2SH des Sekundär-
Überhitzers wie folgt ausgedrückt werden:
wobei
H u der Kalorienwert des Brennstoffs,
F f die Strömungsgeschwindigkeit des Brennstoffs,
H a die Enthalpie der Luft,
F a die Strömungsgeschwindigkeit der Luft,
H grf die Enthalpie des Rezirkulationsgases,
F grf die Strömungsgeschwindigkeit des Rezirkulationsgases,
C Pg die spezifische Wärme des Gases und
K₁ und K₂ Konstanten sind.
H u der Kalorienwert des Brennstoffs,
F f die Strömungsgeschwindigkeit des Brennstoffs,
H a die Enthalpie der Luft,
F a die Strömungsgeschwindigkeit der Luft,
H grf die Enthalpie des Rezirkulationsgases,
F grf die Strömungsgeschwindigkeit des Rezirkulationsgases,
C Pg die spezifische Wärme des Gases und
K₁ und K₂ Konstanten sind.
Wenn dann Gleichung (23) verwendet wird, indem die spezifische
Wärme bei konstantem Druck C p ={∂H/∂R} P eingesetzt
wird, dann ergibt sich die folgende Gleichung:
wobei
x₁=R s 2SH
x₂=R m 2SH
u₁=R s 1SH
A₁₁+{C p F s +A s 2SH α ms 2SH · r (F s 2SH /F s- 2SH · r )0,8}/(V s 2SH · γ s 2SH · C p )
A₁₂ : A s 2SH · α ms 2SH · r (F s 2SH /F s 2SH · r )0,8 /(V -s 2SH · γ s 2SH · C p )
B₁₁ : C p F s 2SH /(V s 2SH · γ s 2SH · C p )
Gleichung (25) kann in ähnlicher Weise verallgemeinert
werden, wodurch sich die folgende Gleichung ergibt:
wobei
u₂=R g 2SH
A₂₁=A s 2SH · α ms 2SH,r (F s 2SH /(F s 2SH,r )0,8 /(M m- 2SH C m 2SH
A₂₂=-(A s 2SH · α gm 2SH,r (F gBF /F gBF,r )0,6+A s 2SH -· α m 2SH,r (F s 2SH /F s 2SH,r) 0,8 /(M m 2SH · C m 2SH-)
B₂₂=A s 2SH · α gn 2SH,r (F gBF /F gBF,r )0,6 /(M m 2SH · -C m 2SH )
Gleichungen (28) und (29) sind dabei Zustandsgleichungen,
welche die Eigenschaften des Sekundär-Überhitzers
festlegen. Die Gastemperatur R g 2SH , wird dabei durch
die empirische Gleichung (27) festgelegt.
Falls die Zustandsübergangsgleichung des Sekundär-Übererhitzers
durch die folgende Gleichung festgelegt ist:
X (i+1)=Φ (i) X (i)+H(i) ul (i) (30)
dann kann die Zustandsübergangsmatrix Φ (t) und die Treibermatrix
H(t) durch die folgenden Gleichungen festgelegt
werden:
Durch Substitution der Gleichungen (28) und (29) in Gleichung
(30) ergeben sich dann die folgenden Gleichungen:
wobei g₁ und λ₂ die charakteristischen Werte von [SI-A] sind:
λ₁, λ₂=(A₁₁+A₂₂±D) · ½
wobei Δ t=t-t₀ die Abtastperiode ist.
Durch Einsetzen in die Gleichungen (5) bis (8) kann somit
das Kalman-Filter erstellt werden.
Auf diese Weise kann für die Verdampfereinheit unter Verwendung
des Kalman-Filters ein Modell in Form eines numerischen
Ausdrucks gebildet werden, bei dem der wahrscheinlichste
Schätzwert und der
vorausgesagte Wert der Hauptdampftemperatur unter Verwendung des Kalman-Filters ableitbar
sind. Wenn jedoch die Hauptdampftemperatur in einem gewissen Ausmaß genau gemessen werden kann, werden die
Wärmetransfergeschwindigkeiten α mS 2SH und α gm 2SH , die in
der Zustandsübergangsmatrix Φ (i) enthalten sind,
und der Kalorienwert H u , der in
der Treibermatrix H(i) enthalten ist auf der Basis der tatsächlich
gemessenen Werte und der vorausgesagten Werte entsprechend dem
in Verbindung mit Fig. 3 beschriebenen
Verfahren korrigiert wird, was eine genauere Schätzung und eine
genaue Voraussage erlaubt. Da die Wärmetransfergeschwindigkeit
ebenfalls innerhalb der Treibermatrix H(i) entsprechend
Gleichungen (32) und (33) auftreten, werden mit
Hilfe der erwähnten Korrekturen ebenfalls diese Parameter
innerhalb der Matrix H(i) einer Korrektur unterworfen.
Im folgenden soll nunmehr die Mühleneinheit erläutert
werden. Innerhalb der Mühleneinheit erweist es sich als
notwendig, die dem Brenner zugeführte Kohlenmenge korrekt
anzunehmen. Da die zugeführte Kohlenmenge jedoch nicht
genau gemessen werden kann, werden die Menge der Primärluft
sowie der Mühlendifferentialdruck, d. h. die Druckdifferenz
zwischen dem Eingang der Mühle und innerhalb
der Mühle, die sich relativ genau messen lassen, angenommen und
zur Modellenkorrektur herangezogen, um auf diese Weise den
gewünschten Wert der Kohlezufuhr festzulegen.
Fig. 5 ist eine schematische Ansicht eines derartigen
vereinfachten Mühlenmodells. Dabei gelten die folgenden
Gleichungen:
wobei
F cg =b g N m ²h c
F cr =α g F cg =α g β g N m ²h c
F cf entspricht dabei der zugeführten Kohlenmenge,
h c der Kohlenhöhe innerhalb der Mühle,
F cg der zwischen den Kugeln und dem Tisch vorhandenen
Kohlenmenge,
F cr der rezirkulierten Kohlenmenge,
β g der Zerstoßungsgeschwindigkeit der zwischen
den Kugeln und dem Tisch vorhandenen Kohlenmenge,
α g der Rezirkulationsgeschwindigkeit,
N m der konstanten Drehgeschwindigkeit des Tisches
und
A der Tischfläche.
Zusätzlich gilt folgende Gleichung:
wobei
(wobei K eine zwischen
i und (i+1) befindliche
Konstante ist)
wobei
F CM die innerhalb der Mühle vorhandene Kohlenmenge,
F cb die dem Brenner zugeführte Kohlenmenge,
γ c die der Mühle zugeführte Kohlendichte,
F a die der Mühle zugeführte Luftmenge,
Δ P m der durch den Einlaß und innerhalb der Mühle herrschende Mühlendifferenzdruck,
γ c,r die Kohlendichte γ c im Verhältnisbetrieb,
F a,r die Luftmenge F a im Verhältnisbetrieb und
V die Innenkapazität der Mühle sind.
F cb die dem Brenner zugeführte Kohlenmenge,
γ c die der Mühle zugeführte Kohlendichte,
F a die der Mühle zugeführte Luftmenge,
Δ P m der durch den Einlaß und innerhalb der Mühle herrschende Mühlendifferenzdruck,
γ c,r die Kohlendichte γ c im Verhältnisbetrieb,
F a,r die Luftmenge F a im Verhältnisbetrieb und
V die Innenkapazität der Mühle sind.
Mit Hilfe der Gleichungen (36) und (38) lassen sich die
folgenden Gleichungen bilden:
Dabei sei hervorgehoben, daß durch Anpassung der Gleichungen
(39) und (40) an die Gleichungen (29) und (28)
Kalman-Filter entsprechend abgeleitet werden können, welche
sich auf die Mühleneinheit beziehen. Die entsprechenden
Beziehungen für die in beiden Systemen vorhandenen Veränderlichen
sind dabei wie folgt:
x₁ : Δ P m - R S 2SH
x₂ : h c - R m 2SH
u₂ : F cf - R g 2SH
u₁ : F a - R S 1SH
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden die Korrekturwerte
der Zustandsübergangsmatrix Φ (i) und der Treibermatrix
H(i) in entsprechender Weise gebildet und ebenfalls
zur Korrektur des Verstärkungsfaktors des Rückkopplungssteuersystems
des Kraftwerkes verwendet, wodurch
sich eine Verbesserung der Steuerung ergibt. Es
sei nunmehr angenommen, daß das Rückkopplungssteuersystem
ein Geschwindigkeitsproportional-Integral-
Steuersystem ist. Es ergibt sich dabei eine Berechnungsgleichung
wie folgt:
P(i)=K I (i) · eMST (i, n)+K p (1){e MST (i, n)-e MST (i-1,n)} (41)
-
-
wobei
P(i) der proportional-plus-integral-Steuerausgang
bei der Probenentnahme i,
K I (i) der Integralsteuerverstärkungsfaktor bei
der Probenentnahme i,
K p (i) der proportionale Steuerverstärkungsfaktor
bei der Probennahme i und
e MST (i, n) die vorausgesehene Abweichung der Hauptdampftemperatur
nach n Probenwerten zum
Zeitpunkt des Probenwertes i sind. Letzterer
Wert e(i, n) entspricht dabei der
Gleichung
T sp (i, n)-T sms, p (i, n)
T sp (i, n) entspricht hingegen dem gewünschten
Wert der Hauptdampftemperatur nach n
Probenwerten zum Zeitpunkt der Probennahme
i und
T sms, p (i, n) dem vorausgesagten Wert der Hauptdampftemperatur
nach n Probenwerten
zum Zeitpunkt der Probennahme i.
Es sei nunmehr angenommen, daß die Abweichung Δ T sms
der Hauptdampftemperatur gegenüber der Veränderung Δ F t
der Brennstoffzuführgeschwindigkeit einer ersten-Ordnung-
Folgecharakteristik entsprechend Gleichung (42) entspricht.
In diesem Fall sind die optimalen Steuerverstärkungsfaktoren
K p (i) und K I (i) auf der Basis des Verstärkungsfaktors
K g (i) und der Zeitkonstante T g (i) durch die folgenden
Gleichungen festgelegt:
wobei
s der Laplace-Operator und
β eine Konstante sind.
s der Laplace-Operator und
β eine Konstante sind.
Daraus lassen sich dann die folgenden Gleichungen ableiten:
K g (i)=B₂₂A₁₂ (H u -K₁K₂F f k2-1)/{C PG F GBF -(A₁₁A₂₂-A₁₂A₂₁)}
T g (i)=-(A₁₁+A₂₂)/(A₁₁A₂₂-A₁₂A₂₁)
Demzufolge können die Werte K g (i) und T g (i) entsprechend
den Korrekturen von Φ (i) und H(i) korrigiert werden.
Fig. 6 zeigt das Grundprinzip der vorliegenden Erfindung
in Verbindung mit einem thermischen Kraftwerk. Der Block
601 entspricht dabei jenem Teil, in welchem ein Sollwertsignal
erzeugt wird, das mit Hilfe eines Funktionsgenerators
603 in ein Kohlenmengenanforderungssignal umgewandelt
wird. Innerhalb des Blockes 605 werden das Ausgangssignal
des Funktionsgenerators 603 und ein von einem
Addierkreis 627 abgegebenes Korrektursignal addiert. Innerhalb
des Blockes 607 wird das Ausgangssignal des Addierkreises
605 mit einem über eine Leitung 616 zugeführten
Signal addiert, welches innerhalb eines Mühlenmodells
615 gebildet ist und der angenommenen Menge der zugeführten
Kohlenmenge entspricht. Innerhalb der Blöcke 609 und
611 befinden sich Proportional-Integral-Steuerkreise,
welche von dem Modell 615 über Leitungen 610 und 612 Korrektursignale
erhalten, um auf diese Weise entsprechend
Gleichung (43) die Verstärkungsfaktoren einzustellen. Innerhalb
eines Addierkreises 613 werden die Ausgangssignale
der Steuerkreise 609 und 611 addiert. Mit Hilfe des
Ausgangssignals des Addierkreises 613 wird die der
Mühleneinheit 30 zugeführte Kohlenmenge
beeinflußt. Die verschiedenen Daten der Mühleneinheit
30 werden über Leitungen 351 und 352 in Form von
Probenwerten dem Mühlenmodell 615 zugeführt. Die Mühleneinheit
30 gibt an die Verdampfereinheit 40 eine bestimmte
Brennstoffmenge ab. Die verschiedenen Daten der Verdampfereinheit
40 werden über eine Leitung 451 einem Verdampfermodell
617 zugeführt. Der angenommene Wert der von dem
Mühlenmodell abgegebenen Kohlenmenge wird ebenfalls über
eine Leitung 616 dem Verdampfermodell 617 in Form von
Probenwerten zugeführt. Der nach einem vorgegebenen Zeitraum
auftretende vorausgesagte Wert der Hauptdampftemperatur,
wie er von dem Verdampfermodell 617 abgeleitet
ist, wird innerhalb eines Addierkreises 621 mit dem nach
dem vorgegebenen Zeitintervall auftretenden gewünschten
Wert verglichen, wobei letzterer von einem Hauptdampftemperatur-
Sollwertsignalgenerator 619 abgegeben wird. Der
Differenzwert wird dann den beiden Proportional-
Integral-Steuerkreisen 623 und 625 zugeführt. Diesen Steuerkreisen
werden ebenfalls über die Leitungen 624 und 626
Korrektursignale des Modells 617 zugeführt, um auf diese
Weise die Verstärkungsfaktoren entsprechend der Gleichung
(43) einstellen zu können. Die Ausgangssignale der entsprechenden
Steuerkreise 623 und 625 werden dem bereits
erwähnten Addierkreis 627 zugeführt, dessen Ausgangssignal
dem Anforderungssignal für die Kohlenzufuhrmenge zuaddiert
wird. Auf diese Weise wird das betreffende Signal
derart korrigiert, daß der Fehler innerhalb der Hauptdampftemperatur
eliminiert wird.
Fig. 7 zeigt die Steuerkurven, welche im Rahmen der vorliegenden
Erfindung in Verbindung mit einem thermischen
Kraftwerk erzielbar sind. Die Kurve 71 entspricht dabei
dem gewünschten Temperaturanstieg, die Kurve 72 dem im
Rahmen der vorliegenden Erfindung sich tatsächlich ergebenden
Temperaturanstieg und die Kurve 73 dem sich ergebenden
Temperaturanstieg bei einer Anforderung entsprechend
der eingangs genannten US-PS. Anhand eines Vergleichs
der Kurven 72 und 73 ergibt sich, daß ihm Rahmen
der vorliegenden Erfindung eine bessere Steuerung möglich
ist.
Claims (2)
1. Verfahren zum Steuern und zum Optimieren des Betriebs
eines Kohleverbrennungswärmekraftwerks, das eine Kohlenmühle
(30) und einen Verdampfer (40) aufweist, der eine Anzahl von in
Kaskade angeordneten Übererhitzern (404, 405) aufweist, wobei
die Kohlenmühle Kohle pulverisiert und pulverförmige Kohle dem
Verdampfer zuführt, mit folgenden Verfahrensschritten:
Erzeugen (603) eines Kohlenmengenanforderungssignals, das die dem Verdampfer (40) zuzuführende Kohlenmenge angibt, in Antwort auf die von dem Kraftwerk geforderte Ausgangsleistung (601);
Erzeugen (619) eines Signales für den Sollwert der Temperatur des Hauptdampfes, der von der letzten Stufe des Verdampfers (40) erzeugt wird,
Gewinnen (621) eines ersten Differenzsignals aus dem Signal für den Sollwert der Hauptdampftemperatur und einem vom Verdampfer erhaltenen Rückkopplungssignal;
Korrektur (605) des Kohlenmengenanforderungssignals auf der Grundlage eines Korrektursignals zum Erzielen eines korrigierten Kohlenmengenzufuhrsignals,
wodurch die von der Kohlenmühle (30) dem Verdampfer (40) zugeführte Kohlenmenge so gesteuert wird, daß die Hauptdampftemperatur dem Sollwert folgt,
dadurch gekennzeichnet, daß
das zum Erzielen des ersten Differenzsignals verwendete Rückkopplungssignal von Verdampfer über ein Verdampfermodell (617) erzeugt wird, das aus einem ersten Modell (213) und einem ein zweites Modell (207 enthaltenden Kalman-Bucy-Filter (203, 207, 209, 211) zusammengesetzt ist, wobei das erste Modell (213) und das zweite Modell (207) die gleichen dynamischen Eigenschaften wie der Verdampfer haben,
das Kalman-Bucy-Filter einen wahrscheinlichsten Wert (i) für die Hauptdampftemperatur beim gegenwärtigen Zeitpunkt (i) abschätzt,
das erste Modell (213) einen Voraussagewert (i, j) der Hauptdampftemperatur für den nach dem Zeitpunkt (i) liegenden Zeitpunkt (i+j) auf der Basis des wahrscheinlichsten Schätzwertes (i) liefert, und der Voraussagewert als Rückkopplungssignal verwendet wird,
die Korrektur (217) der dynamischen Eigenschaften des ersten und des zweiten Modells (213, 217) auf der Grundlage eines Fehlers e(i) zwischen der im Verdampfer festgestellten Hauptdampftemperatur Y(i) und einem vom zweiten Modell (207) berechneten Wert (i) durchgeführt wird,
daß eine Proportional-Integral-Steuerung (623, 625) mit dem ersten Differenzsignal zum Erzielen (627) des Korrektursignals durchgeführt wird, und
daß die Verstärkungsfaktoren der Proportional-Integral- Steuerung durch Korrektursignale des Verdampfermodells (617) eingestellt werden.
Erzeugen (603) eines Kohlenmengenanforderungssignals, das die dem Verdampfer (40) zuzuführende Kohlenmenge angibt, in Antwort auf die von dem Kraftwerk geforderte Ausgangsleistung (601);
Erzeugen (619) eines Signales für den Sollwert der Temperatur des Hauptdampfes, der von der letzten Stufe des Verdampfers (40) erzeugt wird,
Gewinnen (621) eines ersten Differenzsignals aus dem Signal für den Sollwert der Hauptdampftemperatur und einem vom Verdampfer erhaltenen Rückkopplungssignal;
Korrektur (605) des Kohlenmengenanforderungssignals auf der Grundlage eines Korrektursignals zum Erzielen eines korrigierten Kohlenmengenzufuhrsignals,
wodurch die von der Kohlenmühle (30) dem Verdampfer (40) zugeführte Kohlenmenge so gesteuert wird, daß die Hauptdampftemperatur dem Sollwert folgt,
dadurch gekennzeichnet, daß
das zum Erzielen des ersten Differenzsignals verwendete Rückkopplungssignal von Verdampfer über ein Verdampfermodell (617) erzeugt wird, das aus einem ersten Modell (213) und einem ein zweites Modell (207 enthaltenden Kalman-Bucy-Filter (203, 207, 209, 211) zusammengesetzt ist, wobei das erste Modell (213) und das zweite Modell (207) die gleichen dynamischen Eigenschaften wie der Verdampfer haben,
das Kalman-Bucy-Filter einen wahrscheinlichsten Wert (i) für die Hauptdampftemperatur beim gegenwärtigen Zeitpunkt (i) abschätzt,
das erste Modell (213) einen Voraussagewert (i, j) der Hauptdampftemperatur für den nach dem Zeitpunkt (i) liegenden Zeitpunkt (i+j) auf der Basis des wahrscheinlichsten Schätzwertes (i) liefert, und der Voraussagewert als Rückkopplungssignal verwendet wird,
die Korrektur (217) der dynamischen Eigenschaften des ersten und des zweiten Modells (213, 217) auf der Grundlage eines Fehlers e(i) zwischen der im Verdampfer festgestellten Hauptdampftemperatur Y(i) und einem vom zweiten Modell (207) berechneten Wert (i) durchgeführt wird,
daß eine Proportional-Integral-Steuerung (623, 625) mit dem ersten Differenzsignal zum Erzielen (627) des Korrektursignals durchgeführt wird, und
daß die Verstärkungsfaktoren der Proportional-Integral- Steuerung durch Korrektursignale des Verdampfermodells (617) eingestellt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
das korrigierte Kohlenmengenzufuhrsignal mit einem zweiten
Rückkopplungssignal verglichen wird, das von der Kohlenmühle
(30) über ein Kohlenmühlenmodell (615) erzeugt wird, um ein
zweites Differenzsignal zu erzeugen,
daß eine zweite Proportional-Integral-Steuerung (609, 611) mit dem zweiten Differenzsignal beaufschlagt wird, um ein Signal für die Kohlenmühle (30) zu erzeugen,
wobei das Kohlenmühlenmodell (615) aus einem dritten Modell und einem ein viertes Modell enthaltenden Kalman-Bucy-Filter besteht, und das dritte und das vierte Modell die gleichen dynamischen Eigenschaften haben wie die Kohlenmühle (30),
daß das Kalman-Bucy-Filter den wahrscheinlichsten Wert (i) für einen Mühlendifferentialdruck und eine Kohlenmühle in der Kohlenmühle für einen gegenwärtigen Zeitpunkt (i) abschätzt,
daß das dritte Modell einen Voraussagewert (i, j) des Mühlendifferentialdrucks und der Kohlenhöhe in der Kohlenmühle (30) für eine nach dem gegenwärtigen Zeitpunkt (i) liegenden Zeitpunkt (i+j) auf der Basis des von dem zweiten Kalman- Bucy-Filter erzeugten wahrscheinlichen Schätzwertes (i) liefert, wobei auf der Basis der Voraussagewert (i, j) ein Signal der dem Verdampfer (40) zugeführte Kohlenmenge bestimmt wird., das als zweites Rückkopplungssignal verwendet wird,
daß die dynamischen Eigenschaften des dritten und des vierten Modells auf der Grundlage eines Fehlers e(i) zwischen dem bei der Kohlenmühle (30) festgestellten Mühlendifferentialdruck und einem mit dem vierten Modell berechneten Wert (i) dieses Differentialdrucks korrigiert wird, und
daß die Verstärkungsfaktoren der zweiten Proportional- Integral-Steuerung (609, 611) durch Korrektursignale (610, 612) des Kohlenmühlenmodells (615) eingestellt werden.
daß eine zweite Proportional-Integral-Steuerung (609, 611) mit dem zweiten Differenzsignal beaufschlagt wird, um ein Signal für die Kohlenmühle (30) zu erzeugen,
wobei das Kohlenmühlenmodell (615) aus einem dritten Modell und einem ein viertes Modell enthaltenden Kalman-Bucy-Filter besteht, und das dritte und das vierte Modell die gleichen dynamischen Eigenschaften haben wie die Kohlenmühle (30),
daß das Kalman-Bucy-Filter den wahrscheinlichsten Wert (i) für einen Mühlendifferentialdruck und eine Kohlenmühle in der Kohlenmühle für einen gegenwärtigen Zeitpunkt (i) abschätzt,
daß das dritte Modell einen Voraussagewert (i, j) des Mühlendifferentialdrucks und der Kohlenhöhe in der Kohlenmühle (30) für eine nach dem gegenwärtigen Zeitpunkt (i) liegenden Zeitpunkt (i+j) auf der Basis des von dem zweiten Kalman- Bucy-Filter erzeugten wahrscheinlichen Schätzwertes (i) liefert, wobei auf der Basis der Voraussagewert (i, j) ein Signal der dem Verdampfer (40) zugeführte Kohlenmenge bestimmt wird., das als zweites Rückkopplungssignal verwendet wird,
daß die dynamischen Eigenschaften des dritten und des vierten Modells auf der Grundlage eines Fehlers e(i) zwischen dem bei der Kohlenmühle (30) festgestellten Mühlendifferentialdruck und einem mit dem vierten Modell berechneten Wert (i) dieses Differentialdrucks korrigiert wird, und
daß die Verstärkungsfaktoren der zweiten Proportional- Integral-Steuerung (609, 611) durch Korrektursignale (610, 612) des Kohlenmühlenmodells (615) eingestellt werden.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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