DE3142165C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine flache Meßsaite mit
mindestens einem Knoten, der mit der Meßsaite einstückig aus
gebildete, zur Einstellung des Massenverhältnisses zwischen der
Meßsaite und dem Knoten dienende Lappen aufweist, sowie auf ein
Verfahren zur Herstellung dieser Meßsaite.
Derartige Meßsaiten werden beispielsweise in Geräten zur
Weg- oder Kraftmessung verwendet. Sie werden darin zu Quer
schwingungen angeregt, deren Frequenz lastabhängig veränderlich
ist. Die Frequenzänderungen, die auf geeignete Weise ausge
wertet werden, dienen dann zur Bestimmung der jeweils auf die
Meßseite einwirkenden Kraft, woraus ggf. auch ein Weg bzw. eine
Längenänderung ermittelt wird.
Bei einer bekannten flachen Meßsaite der eingangs ge
nannten Art (DE 24 48 749 A1) sind die Lappen als sich in der
Ebene der Meßsaite erstreckende Ringsegmente eines mit der Meß
saite einstückigen Ringteils ausgebildet. Diese Ringsegmente
dienen der Befestigung eines getrennten Beschwerungskörpers mit
Hilfe von Befestigungsmitteln, wie Nieten oder Schrauben, wobei
diese Befestigungsmittel durch eine von dem Innenumfang des
Ringteils begrenzte Öffnung hindurchgeführt sind.
Eine derartige Befestigung eines getrennten Massen
körpers an der Meßseite bringt jedoch die Schwierigkeit mit
sich, daß die Festlegung des Massenkörpers an der Meßsaite
nicht genau bestimmt ist, wodurch Ungenauigkeiten oder Schwan
kungen der Meßeigenschaften entstehen können. Auch erweist sich
die Herstellung dieser Meßsaite wegen des getrennten Mon
tagevorgangs für den Massenkörper als aufwendig, wenngleich die
das Ringteil aufweisende Meßsaite selbst durch einen einfachen
Stanzvorgang hergestellt werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine flache
Meßsaite der eingangs genannen Art zu schaffen, welche trotz
einfacher Herstellbarkeit, insbesondere in Serienproduktion,
hohen Anforderungen an ihre meßtechnischen Eigenschaften ge
nügt, sowie ein Verfahren zur Herstellung dieser Meßsaite
bereitzustellen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe hinsichtlich der
flachen Meßsaite dadurch gelöst, daß die Lappen abgebogen sind.
Die erfindungsgemäße Meßsaite verbindet die Vorteile
einer einstückigen Ausführung mit einer sehr materialsparenden
Herstellungsweise, so daß auch teure Materialien ohne nennens
werten Einfluß auf die Herstellungskosten verwendet werden kön
nen. So ist es beispielsweise möglich, als Material Legierungen
aus der Familie der metallischen Gläser (amorphe Metalle) zu
verwenden, die beispielsweise aufgrund ihres günstigen Tem
peraturverhaltens für Meßsaiten besonders geeignet sind.
Ferner besteht ein wesentlicher Vorteil der Ausbildung
der flachen Maßsaite mit den abgebogenen Lappen darin, daß die
Steifigkeit im Knotenbereich sehr groß ist. Dadurch ist sicher
gestellt, daß der Knoten selbst nicht an der Schwingung teil
nimmt. Andererseits ist dieser an der Schwingung nicht teil
nehmende Knotenbereich sehr genau definiert. Insbesondere ist
durch den einstückigen Übergang der Lappen in den Mittel
bereich des Knotens eine zuverlässige und unveränderliche
Einleitung der Massenkräfte der Lappen in den Mittelbereich ge
währleistet. Im Hinblick auf ein Verfahren zum Herstellen der
erfindungsgemäßen flachen Meßsaite, bei dem die Meßsaite mit
einstückig angeformten Lappen ausgestanzt wird, wird die Auf
gabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Lappen mittels
Stanz-Biegetechnik abgebogen werden.
Die flache Meßsaite kann mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren also sehr einfach in einem einzigen Arbeitsgang aus
einer Vielzahl möglicher Materialien hergestellt werden, wo
durch insbesondere die Serienproduktion erleichtert wird. Auf
wendige spanabhebende Bearbeitungen, die inbesondere bei ge
wissen für Meßsaiten besonders vorteilhaften Materialien nur
schwer anwendbar sind, sind nicht erforderlich.
Wenn die Massenverhältnisse Seite/Knoten dies erfordern,
können die Knoten über zusätzliche angebrachte Massen verfügen.
Dabei wird eine Ausführungsform bevor
zugt, bei der die zusätzlichen Knotenmassen die Form ei
nes U aufweisen und mit den ebenfalls ein U bildenden
Knoten so verbunden sind, daß der Gesamtschwerpunkt in
der Mittellinie der Saite liegt. Alternativ können
an den abgebogenen Lappen der Knoten die
zusätzlichen Knotenmassen in der Form eines geschlossenen Hohlprofils
angeordnet sein. Die zusätzlichen Knotenmassen können dabei mit den
Knoten mittels Punktschweißen oder Kleben verbunden
sein.
Eine weitere Verringerung der Hysterese läßt sich er
reichen, wenn die Saite keine Stanzkanten aufweist. De
ren Entfernung nach dem Stanzen ist auf einfache Weise
beispielsweise durch Abschätzen möglich. Diese Maßnahme
ist insbesondere bei Meßsaiten für höhere Anforderun
gen an die Resultatauflösung zweckmäßig.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung können zwischen
den Knoten und den Saitenenden Aufhängungsglieder aus
Kunststoff vorgesehen sein. Dies erlaubt einen einfachen
und elektrisch von den übrigen Teilen des Gerätes iso
lierten Anschluß von elektrischen Leitungen an die
Saitenenden außerhalb der kraftmäßig beanspruchten Re
gionen. Die Aufhängungsglieder können dabei durch Um
spritzen der Saitenenden angebracht sein. Dabei ist es
besonders vorteilhaft, wenn die Saitenenden im Bereich
der Aufhängungsglieder je ein Befestigungsloch mit auf
gebogenem Rand aufweisen. Diese Ausgestaltung bewirkt
eine Verbesserung der Verschiebungsfestigkeit der Auf
hängungsglieder unter Last und damit ein besseres
Kriechverhalten.
Um die Schwinggüte der Saite weiter zu verbessern, kön
nen die Saiten zweckmäßigerweise Verjüngungen auf
weisen. Dadurch wird die schwingungsmäßige Entkopplung
der Saite von der Umgebung verbessert.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der nicht maß
stäblichen Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung
ist
Fig. 1 eine Draufsicht auf einen gestanzten Saiten
rohling,
Fig. 2 ein Teilschnitt durch Fig. 1 entlang der
Linie 2-2,
Fig. 3 eine Draufsicht auf eine Saitenhälfte mit einer
zusätzlichen Knotenmasse,
Fig. 4 ein Schnitt entlang der Linie 4-4 in Fig. 3,
und
Fig. 5 bis Fig. 9 je ein Schnitt durch weitere Aus
bildungen der Knoten.
Ein Rohling 10 gemäß den Fig. 1 und 2 wurde aus ei
nem Blech von 0,1 mm Dicke aus einer Niob-Zirkon-Legie
rung ausgestanzt. Die Stanzgrate bzw. -kanten wurden
durch Behandlung mit einer Ätzlösung entfernt.
Man erkennt die eigentliche Saite 12, die beiden Saiten
enden 14 mit je einem ausgestanzten und aufgebördelten
Loch 16 für die Befestigung und zwei Paar Lappen 18 an
den Knotenstellen. Strichpunktiert sind darin die Bie
gelinien eingezeichnet. Nahe den Enden der eigentlichen
Saite 12 sind eingeprägte Verjüngungen 28 zur Verringe
rung der Biegesteifigkeit vorgesehen.
Fig. 3 zeigt eine Hälfte einer einbaufertigen Saite
einschließlich der Knotenanordnung (die andere Hälfte
ist genau gleich ausgebildet). Der Knoten ist hier zwei
teilig (siehe auch Fig. 4): Die Knotengrundmasse, das
Knotenzentrum 18a wird durch die beiden unter Bildung
eines U aufgebogenen Lappen gebildet. Als zusätzliche Knotenmasse 20a
ist ein ebenfalls U-förmiges Element angebracht, das
beispielsweise aus Messing bestehen kann. Es ist in
Querrichtung so angeordnet, daß der Gesamtschwerpunkt
vom Knotenzentrum 18a und zusätzlicher Knotenmasse 20a genau in der
Mittellinie der Saite 12 liegt. Auf das Ende 14 der Sai
te 12 ist ein Koppel- oder Aufhängungsglied 22 aus Kunst
stoff aufgespritzt. Es ist, zentrisch zum Loch 16 im
Saitenende 14, mit einer Bohrung 24 versehen, welche
kleiner als das Loch 16 ist und zur Aufnahme einer Be
festigungsschraube dient. Am aus dem Koppelglied 22 her
ausragenden Teil des Saitenendes 14 ist ein Draht 26
zur Stromzuführung aufgelötet. Alternativ kann gemäß
Fig. 5 der Knoten 18b über nach außen gebogene Lappen
verfügen, an welche die Schenkel der zusätzlichen Knotenmasse 20b
anschlagen, was eine Vereinfachung beim Zusammenbau be
wirkt.
Die Fig. 6 bis 9 zeigen weitere Ausbildungen der Kno
ten:
In Fig. 6 bildet der Knoten 18c ein Z mit abgerunde
ten Lappen, und die zusätzliche Knotenmasse 20c ist ein Rohrab
schnitt.
In Fig. 7 ist der Knoten 18d wieder U-förmig, und die
zusätzliche Knotenmasse 20d wird von einem Stück Vierkantrohr ge
bildet.
In Fig. 8 sind die Lappen 18 gefaltet, und es resul
tiert ein flaches S als Knoten 18e. Durch Mehrfach
faltung (strichpunktiert eingezeichnet) lassen sich
größere Knotenmassen erreichen.
In Fig. 9 ist eine besonders einfache Variante 18f
des Knotens gezeigt. Sie kann für Fälle zweckmäßig
sein, in denen es mehr auf das Trägheitsmoment und
die Steifigkeit im Knotenbereich als auf die Stabili
tät der Schwingungen ankommt (also z. B. für Geräte
mit relativ niedriger Resultatauflösung).
Die dargestellten Auführungsbeispiele lassen erkennen,
welche Vielfalt von Möglichkeiten im Rahmen der vor
liegenden Erfindung besteht.
Claims (9)
1. Flache Meßsaite mit mindestens einem Knoten, der mit
der Meßsaite einstückig ausgebildete, zur Einstellung des
Massenverhältnisses zwischen der Meßsaite und dem Knoten
dienende Lappen aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lappen abgebogen sind.
2. Flache Meßsaite nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß mit den U-artig abgebogenen Lappen der Knoten
(18a, 18b) zusätzliche Knotenmassen (20a, 20b) in Form eines U
derart verbunden sind, daß der Gesamtschwerpunkt in der Mit
tellinie der Saite (12) liegt.
3. Flache Meßsaite nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß an den abgebogenen Lappen der Knoten (18c, 18d) zu
sätzliche Knotenmassen (20c, 20d) in Form eines geschlossenen
Hohlprofils angeordnet sind.
4. Flache Meßsaite nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Knoten (18a-18f)
und den Saitenenden (14) Aufhängungsglieder (22) aus Kunst
stoff vorgesehen sind.
5. Flache Meßsaite nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, daß die Saitenenden (14) im Bereich der Aufhängungsglie
der (22) je ein Befestigungsloch (16) mit aufgebogenem Rand
aufweisen.
6. Flache Meßsaite nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Saite (12) Verjüngungen (28)
aufweist.
7. Verfahren zum Herstellen einer flachen Meßsaite nach Anspruch 1, bei
dem die Meßsaite mit einstückig angeformten Lappen ausge
stanzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Lappen mittels
Stanz-Biegetechnik abgebogen werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Stanzgrate durch Ätzen entfernt.
9. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß man mit den Lappen zusätzliche Knotenmassen
durch Punktschweißen oder Kleben verbindet.
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