DE3142877C2 - Übertragungsmechanismus zum Drehen eines Kreisels um seine Figurenachse - Google Patents
Übertragungsmechanismus zum Drehen eines Kreisels um seine FigurenachseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Übertragungsmechanismus zum
Drehen eines Kreisels um seine Figurenachse zwischen zwei
Winkelstellungen, mit einer Drehlagerung für den Kreisel,
einer Begrenzungsvorrichtung, die den Kreisel jeweils in
einer der beiden Winkelstellungen hält, und einer Stellvor
richtung, die den Kreisel zwischen den beiden Winkelstellun
gen verstellt.
Ein Übertragungsmechanismus dieser Gattung ist aus der
DE 29 03 282 bekannt. Bei dem dort gezeigten Übertragungsmechanis
mus besteht die Stellvorrichtung aus einem Servomotor, der
in Abhängigkeit von einem Winkelgeber betätigt wird. Bei
einem Servomotor mit ungeregelter Geschwindigkeit sind
schädliche Beschleunigungen bzw. Stöße unvermeidlich. Wird
dagegen ein Servomotor mit geregelter Geschwindigkeit ver
wendet, so führt dies zu einer komplizierten und platzrau
benden Anordnung.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen
Übertragungsmechanismus zum Drehen eines Kreisels um seine
Figurenachse der eingangs angegebenen Gattung so weiterzu
bilden, daß der Kreisel trotz einfachen Aufbaus und geringen
Platzbedarfs bei seiner Verstellung keinen schädlichen Bean
spruchungen ausgesetzt ist.
Diese Aufgabe wird bei einem Übertragungsmechanismus mit den
eingangs angegebenen Merkmalen erfindungsgemäß dadurch ge
löst, daß die Stellvorrichtung einen Schrittmotor aufweist,
der in Abhängigkeit von Zeitsteuersignalen einer vorgegebe
nen Wiederholungsfrequenz betätigbar ist, um den Kreisel mit
einer der Wiederholungsfrequenz proportionalen Winkelge
schwindigkeit zu drehen, und daß die Stellvorrichtung eine
Einrichtung umfaßt, die den Schrittmotor abschaltet, wenn
der Kreisel in die Nähe einer der beiden Winkelstellungen
gelangt.
Die Verwendung eines Schrittmotors bei einem Kreiselgerät
ist aus der US 3 921 305 bekannt. Bei diesem Kreiselgerät
geht es jedoch um die Bestimmung der Schrittmotorrichtung.
Bei dem erfindungsgemäß ausgebildeten Übertragungsmechanis
mus wird dagegen der Schrittmotor in Abhängigkeit von Zeit
steuersignalen einer vorgegebenen Wiederholungsfrequenz be
tätigt, um den Kreisel mit einer der Wiederholungsfrequenz
proportionalen Winkelgeschwindigkeit zu drehen. Der Schritt
motor wird abgeschaltet, wenn der Kreisel in die Nähe einer
der beiden Winkelstellungen gelangt. Auf diese Weise ist
eine genau kontrollierte und sehr schonende Verstellung des
Kreisels zwischen den beiden Winkelstellungen möglich.
Schädliche Beschleunigungen bzw. Stöße lassen sich ohne wei
teres vermeiden. Dennoch ist die Lösung der Erfindung ver
gleichsweise wenig aufwendig und insbesondere platzsparend.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Un
teransprüchen angegeben.
Anhand der einzigen Figur, die eine teilweise geschnittene
perspektivische Explosionsdarstellung ist, wird ein Ausfüh
rungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
In der Zeichnung ist ein Übertragungs
mechanismus für einen Kreisel dargestellt. Der Kreisel 10
weist ein strichpunktiert gezeichnetes Bauteil 12 auf,
das sich um die Figurenachse 14 dreht. Wenn der Kreisel
10 nach der Zeichnung (ausgezogene Linien) ausgerichtet
ist, dann läuft seine Ausgangsachse auf dem Vektor 16A
und seine Eingangsachse auf dem Vektor 16B. Wie bekannt
ist, gibt der Kreisel 10 ein Abtriebsmoment an einen
nicht gezeigten inneren Wandler um die Ausgangsachse 16A
in Abhängigkeit von der Drehung des Kreisels 10 um seine
Eingangsachse 16B ab. Wenn die Ist-Drehung im Azimut ver
läuft, dann arbeitet der Kreisel 10 als Kurskreisel. Wird
andererseits die Drehung der Erde gegenüber der Eingangs
achse gemessen, dann arbeitet der Kreisel 10 als Meridian
weiser. Der Kreisel 10 ist in einem Kreiselrahmen 18 ge
lagert, damit er sich um seine Figurenachse 14 drehen kann.
Der Rahmen 18 gestattet eine 90°-Drehung, so daß der
Kreisel 10 sich in seine zweite Stellung (strichpunktiert
dargestellt) drehen kann, wodurch sich seine Ausgangs
achse vom Vektor 16A zum Vektor 16B hin verschiebt. Der
Kreiselrahmen 18 ist drehbar in einem Lager aufgehängt,
der hier als Außenrahmen 20 dargestellt ist. Der Außen
rahmen 20 dient als Hauptlager für das dargestellte Gerät.
Der Rahmen 20 ist drehbar über ein Lager an einem anderen
nicht gezeigten Gerät montiert, damit sich das gesamte
dargestellte Aggregat um die Achse 16A drehen kann.
Ein Anschlag oder eine Begrenzungseinrichtung weist zwei
im Abstand voneinander angeordnete Arretierungsglieder 22A
und 22B auf. Diese sind Anschläge mit Gewindebolzen, die
um eine einstellbare Größe herausragen. Eine am Kreisel 10
montierte Nocke oder Kurvenscheibe 24 dreht sich mit diesem
um seine Figurenachse 14. Eine Auskragung 26 auf der Nocke
24 kommt mit den Arretierungsgliedern 22A und 22B in Ein
griff und begrenzt die Drehung des Kreisels 10 auf einen
Weg von 90°. Die Begrenzungseinrichtung enthält auch eine
Raste, die hier als elastisches Teil in der Form einer Zug-
oder Spreizfeder 28 dargestellt ist, zwischen dem Ständer
30 am Rahmen 20 und dem Ständer 32 an der Nocke 24 ge
spannt ist. In dieser Weise zieht die Feder 28 die Aus
kragung 26 der Nocke 24 von einer Mittelstellung entweder
zum Arretierungsglied 22A oder 22B hin, wie es das Bild
zeigt.
Zwei Endschalter sind hier als Mikroschalter 34A und 34B
gezeigt. Die Schalter 34A und B sind auf Justierplatten
36A und 36B montiert, die am Rahmen 20 durch Schrauben
fixiert sind, die durch Schlitze in den Platten hindurch
ragen. Die Schalter 34A und 34B werden durch Niederdrücken
der Arme 38A und 38B über die Nockenauskragung 26 betätigt.
Am Rahmen 20 ist ein hier als Schrittmotor 40 gezeigter
Antrieb montiert. Am Ende der Abtriebswelle 42 des Schritt
motors 40 ist ein Ritzel 44 angebracht. Ein Zahnsegment 46
steht mit dem Ritzel 44 in Eingriff und ist über Gewinde
bohrungen wie die Gewindebohrung 48 am Stützrahmen 18 be
festigt, um diesen und den Kreisel 10 zu drehen. Der Motor
40 und das Zahnsegment 46 sind auf einer Trägerplatte 50
montiert, die an der Seite des Rahmens 20 mit Bolzen be
festigt ist. Der Schrittmotor, ein herkömmlicher Motor,
eilt um einen bestimmten Winkelbetrag in Abhängigkeit von
bekannten Steuerimpulsen vor, die an seiner nicht gezeigten
Steuerschaltung anliegen. Somit kann sich die Abtriebs
welle 42 mit einer Winkelgeschwindigkeit drehen, die der
Geschwindigkeit der an der Steuerschaltung anliegenden
Impulse proportional ist.
Das erfindungsgemäße Gerät kann auf einer nicht gezeigten
stabilisierten Plattform montiert sein, um die Figuren
achse 14 auch dann waagerecht zu halten, wenn ein das
erfindungsgemäße Gerät führende Fahrzeug liegt oder rollt.
Zur Erläuterung sei nachstehend kurz die Arbeitsweise
der Einrichtung beschrieben. Bei der gewählten Betriebs
art kann die Ausgangsachse des Kreisels zunächst auf
den Vektor 16A oder 16B ausgerichtet sein. Diese Winkel
stellungen können genau durch Einstellung der Stell
schrauben in den Arretierungsgliedern 22A und 22B ein
gestellt werden. Die Feder 28 drückt die Nockenauskragung
26 (und damit auch den Kreisel 10) gegen die Schrauben der
Arretiervorrichtung 22A oder 22B. Der Kreisel 10 und der
Rahmen 20 sind auf einer stabilisierten Plattform ange
ordnet, so daß die Figurenachse 14 waagerecht bleibt und
der Vektor 16A senkrecht steht. Wenn der Kreisel 10 wie
dargestellt ausgerichtet ist, liegt seine Eingangsachse
horizontal, und daher kann sie die Erddrehung angreifen.
In herkömmlicher Weise wird der Rahmen 20 über den Azimut
um den Vektor 16A durch einen nicht gezeigten Servomotor
gedreht, wodurch die Eingangsachse des Kreisels 10 quer
zur Drehachse der Erde ausgerichtet wird. Damit wird das
Abtriebsmoment des Kreisels 10 zu Null und entspricht der
Auffindung des Meridians.
Wenn der Kreisel 10 zu Peilungszwecken neu ausgerichtet
werden soll, wird der Schrittmotor 40 wiederholt und
in herkömmlicher Weise mit Impulsen beaufschlagt, um
seine Abtriebswelle in Winkelschritten weiterzuschalten.
Bei einem Ausführungsbeispiel ist die Frequenz der am
Schrittmotor 40 anliegenden Impulse und das Untersetzungs
verhältnis der Zahnräder 44 und 46 so ausgelegt, daß sich
der Kreisel 10 in ca. sechs Sekunden um 90° dreht. Diese
Geschwindigkeit ist genügend langsam, so daß verhältnis
mäßig geringe Beschleunigungskräfte am Kreisel 10 wirken,
wodurch die Rahmenlager nicht unnötig beansprucht werden.
Der Kreisel 10 und die Nocke 24 drehen sich gleichzeitig
um die Figurenachse 14. Damit bewegt sich der Ständer 32
nach außen, wodurch die Feder 28 gespreizt wird und der
Drehung widersteht. Wenn die Feder 28 an einer mittleren
Stellung vorbeiwandert, beginnt sie sich zu entspannen
und bringt eine Kraft an der Nocke 24 auf, die bestrebt
ist die Drehung zu nutzen. Die Auskragung 26 drückt einen
Hebel 38A eines Mikroschalters 34A herab, ehe sie den An
schlag 22A erreicht, wodurch die Spannung am Schrittmotor
40 abgeschaltet wird. Nach Abschaltung der Spannung zieht
die Feder 28 die Auskragung 26 und die Nocke 24 bis zur
Arretiervorrichtung 22A und hält sie in dieser Stellung.
Der Kreisel 10 wurde somit jetzt um 90° gedreht, so daß
seine Ausgangsachse vom Vektor 16A auf den Vektor 16B
überführt worden ist. Daher steht jetzt die Eingangsachse
des Kreisels 10 senkrecht, so daß er auf die Azimutdrehung
des Rahmens 20 anspricht, die durch eine Richtungsänderung
des Fahrzeugs ausgelöst wird, welches das erfindungsgemäße
Gerät trägt. Damit ist der Kreisel 10 jetzt neu ausgerich
tet und kann als Kurskreisel arbeiten.
Es sei bemerkt, daß an dem vorstehend beschriebenen Aus
führungsbeispiel mehrere Änderungen vorgenommen werden
können, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Bei
spielsweise kann das oben beschriebene Vorgelege andere
Ausführungsformen mit anderen Getriebeuntersetzungen auf
weisen. In anderen Ausführungsbeispielen kann das Vorgelege
insgesamt entfallen, so daß der Schrittmotor den Kreisel
direkt antreibt. Es können auch andere Rasten eingesetzt
werden, um den Kreisel in den gewählten Stellung zu
halten. Für einige Ausführungen soll der Kreisel auch
um 270° gedreht werden können, um eine Versetzung von
90° zu erreichen. Der Kreisel kann sich auch über 360°
drehen, sollte jedoch eine Begrenzungsvorrichtung auf
weisen, um ihn in einer von zwei Soll-Stellungen zu hal
ten. Außerdem können die Endschalter in solchen Ausfüh
rungsbeispielen entfallen, wo der Schrittmotor nach Ab
gabe einer bestimmten Anzahl von Impulsen abgeschaltet
wird oder wo Spannung ununterbrochen anliegen kann.
Claims (6)
1. Übertragungsmechanismus zum Drehen eines Kreisels
um seine Figurenachse zwischen zwei Winkelstellungen, mit
einer Drehlagerung für den Kreisel, einer Begrenzungsvor
richtung, die den Kreisel jeweils in einer der beiden
Winkelstellungen hält, und einer Stellvorrichtung, die den
Kreisel zwischen den beiden Winkelstellungen verstellt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stellvorrichtung einen
Schrittmotor (40) aufweist, der in Abhängigkeit von Zeit
steuersignalen einer vorgegebenen Wiederholungsfrequenz
betätigbar ist, um den Kreisel (10) mit einer der Wiederho
lungsfrequenz proportionalen Winkelgeschwindigkeit zu
drehen, und daß die Stellvorrichtung eine Einrichtung (26,
34A, B, 38A, B) umfaßt, die den Schrittmotor (40) abschaltet,
wenn der Kreisel (10) in die Nähe einer der beiden Winkel
stellungen gelangt.
2. Übertragungsmechanismus nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Begrenzungsvorrichtung eine am Krei
sel (10) montierte Nocke (24) umfaßt, die sich mit dem Krei
sel (10) um dessen Figurenachse (14) dreht, und daß zwei Ar
retierungsglieder (22A, 22B) mit der Nocke (24) in Eingriff
kommen und diese anhalten, wenn der Kreisel (10) an der
einen oder anderen Winkelstellung angelangt ist.
3. Übertragungsmechanismus nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Begrenzungsvorrichtung eine Rastvor
richtung aufweist, die den Kreisel (10) von einer Zwischen
stellung wegzieht und ihn zu einer der beiden auseinander
liegenden Winkelstellungen hindrückt.
4. Übertragungsmechanismus nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Rastvorrichtung eine Feder (28) um
faßt, die zwischen der Nocke (24) und der Drehlagerung (20)
montiert ist.
5. Übertragungsmechanismus nach einem der Ansprüche 2
bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellvorrichtung zwei
Endschalter (34A, 34B) enthält, die jeweils auf einem anderen
Arretierungsglied (22A, 22B) montiert sind und die Stellvor
richtung abschalten, wenn die Nocke (24) an einem der beiden
Arretierungsglieder (22A, 22B) angelangt ist.
6. Übertragungsmechanismus nach einem der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden
auseinanderliegenden Winkelstellungen um 90° gegeneinander
versetzt sind und der jeweiligen Ausrichtung des Kreisels
(10) für den Einsatz als Kurskreisel und als Meridianweiser
entsprechen.
Applications Claiming Priority (1)
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- 1981-10-29 DE DE3142877A patent/DE3142877C2/de not_active Expired - Fee Related
Also Published As
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| GB2088553A (en) | 1982-06-09 |
| GB2088553B (en) | 1985-05-22 |
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