DE3142985C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Lösungsmitteln wie
Alkohol aus Schüttgütern mit den Merkmalen des Oberbegriffes des
Patentanspruches 1. Außerdem betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum
Durchführen dieses Verfahrens.
Bei einem bekannten Verfahren dieser Art (DE-AS 10 57 573) wird die
Entfernung des Lösungsmittels in einer mehrstufigen Anlage aus mittelbar
beheizten Schneckenförderern und einem Rührwerkdämpfer in
Hintereinanderschaltung vorgenommen. Es ist dabei notwendig in einem ersten
Schritt das von Lösungsmitteln zu befreiende Gut mittels indirekt zu
beheizender Förderschnecken zu erhitzen, um so eine Verdampfung des
Lösungsmittels bzw. von Teilen des Lösungsmittels zu erreichen. Hierzu
werden drei Förderschnecken hintereinander bzw. übereinanderliegend
miteinander verbunden, wobei das Gut nacheinander die drei Förderschnecken
durchläuft und dabei von der Hauptmenge des Lösungsmittelrestes befreit wird.
Nach Durchlaufen der Förderschnecken gelangt das vom Lösungsmittel zu
befreiende Gut über einen Verbindungsstutzen in den sogenannten Dämpfer.
In diesem werden mittels direkten Dampfes die restlichen
Lösungsmittelrückstände ausgetrieben, wobei das Gut durch zwei, an einer
senkrechten Welle angeordnete Rührarme in Bewegung gehalten wird.
Um dem, vom Lösungsmittel befreiten Gut bei Austritt aus dem Dämpfer die
gewünschte Feuchtigkeit zu geben, ist eine, durch ein Ventil regulierbare
Wasserbrause im Dämpfer oberhalb der Gutschicht angeordnet. Bei dem
oben aufgezeigten Verfahren sind somit drei Arbeitsschritte notwendig,
um ein von Lösungsmitteln befreites Gut mit einer gewünschten Feuchte zu
erlangen. Dabei wird das Gut in einem, ersten Arbeitsschritt
über die gewünschte Endfeuchte hinaus getrocknet und von einem
Großteil des Lösungsmittels befreit. In einem zweiten Arbeitsschritt
wird das Gut dann mittels direkten Dampfes von den letzten
Lösungsmittelresten befreit und in einem letzten und dritten
Arbeitsschritt wird dem, vom Lösungsmittel befreiten Gut dann vor
Austritt aus dem Dämpfer Wasser zugegeben um eine gewünschte
Feuchtigkeit zu erzielen. Bei einer Vorrichtung zur Durchführung
eines solchen Verfahrens sind zum einen, verhältnismäßig große
Trockenkammern erforderlich, deren Beheizung bzw. bei den die
Erwärmung des Gutes verhältnismäßig in viel Heizenergie erfordert. Desweiteren
sinkt der Feuchtigkeitsgehalt des Gutes durch den Trockenprozeß
unter den für die Weiterverarbeitung gewünschten Wert, so daß das Gut
selbst nach der Zufuhr direkten Dampfes, zur endgültigen Entfernung
auch der letzten Lösungsmittelreste, noch mit Wasser befeuchtet werden
muß, um den richtigen Feuchtigkeitsgrad einzustellen.
Einer bekannten Vorrichtung (DE-OS 27 30 942)
liegt die Aufgabe zugrunde, Schüttgüter auch mit höherem
Feuchtigkeitsgehalt wie breiige oder pastöse Schüttgüter kontinuierlich
arbeitend derart zu trocknen, daß sie rieselfähige Konsistenz erhalten
und einen nur akzeptabel geringen oder überhaupt keinen
Restfeuchtigkeitsgehalt aufweisen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens bereitzustellen, mit dem
Lösungsmittel aus Schüttgütern wie Cellulosederivaten in einem
einstufigen Arbeitsgang entfernt werden können, bei gleichzeitiger
Senkung der Betriebskosten, Verringerung des Platzbedarfes und
Steigerung des Durchsatzes sowie Verbesserung der Endqualität.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art
mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teiles des Patentanspruches 1
gelöst. Weiter vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens sind Gegenstand der Unteransprüche 2 und 3.
Weiterhin wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung, zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens, mit den Merkmalen des
Patentanpsruches 4 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
der Vorrichtung sind Gegenstand der Unteransprüche 5 bis 8.
Dadurch, daß das mit Lösungsmitteln beladene und bewegte Schüttgut
während der Dampfzufuhr durch intensive mechanische Auflockerung
zu einer Art Wirbelbett aufgewirbelt und in horizontaler Richtung
bewegt wird, ist gewährleistet, daß jedes einzelne Schüttgutpartikel
in einer optimalen Weise von dem der Austreibung des Lösungsmittels
dienenden Dampf umhüllt wird und so ein Austreiben der
Gesamtlösungsmittelreste möglich ist, ohne daß diese eine Vortrocknung
bzw. Vorbehandlung des Gutes von Nöten ist. Der im Schüttgut kondensierte Teil
des zugeleiteten Dampfes bewirkt außerdem, daß das vom Lösungsmittel
befreite Schüttgut eine Restfeuchte aufweist, so daß im allgemeinen
der richtige Feuchtigkeitsgehalt gewährleistet ist, ohne daß eine
Nachbehandlung von Nöten ist.
Die Diffusionsgeschwindigkeit des auszutreibenden Lösungsmittels wird
durch die im Überschuß zugegebene Dampfmenge bei der Siedetemperatur
des Dampf-Lösungsmittel-Gemisches gesteuert. Dies ermöglicht eine
nahezu vollständig Austreibung des Lösungsmittels aus dem Feststoff.
Es läßt sich in einem Arbeitsgang das Schüttgut von Lösungsmittelrückständen
befreien und der gewünschte Feuchtigkeitsgehalt und Verdichtungsgrad
des Schüttgutes einstellen, das nach dieser Behandlung weiterverarbeitet
bzw. endgültig gebraucht werden kann. Große Trockenräume und langwierige
Trocknungsprozesse, mit der dafür erforderlichen Heizenergie sind nicht
erforderlich. Vielmehr kann die Behandlung auf kleinem Raum durchgeführt
werden und verbraucht verhältnismäßig wenig Energie, nämlich nur zum
Erzeugen des für die Beheizung und das Austreiben des Lösungsmittels
benötigten Dampfes und des Wirbelbettes.
Vorzugsweise wird zum Austreiben des Lösungsmittels durch das mechanisch
aufgelockerte und dabei aufgewirbelte Schüttgut Wasserdampf hinzugeleitet,
der einfach zu erzeugen und preiswert ist und mit dem man am
zweckmäßigsten die gewünschte Endfeuchtigkeit des Schüttgutes einstellen
kann.
Dadurch, daß sich die verdampfte Behandlungsflüssigkeit relativ
zu dem sich während der Behandlung kontinuierlich in einer horizontalen
Richtung bewegenden aufgelockerten und aufgewirbelten Schüttgut durch
dieses, dessen Transportgeschwindigkeit wenigstens teilweise hemmend,
hindurchbewegt, beispielsweise hindurchgesaugt oder hindurchgeblasen wird,
kommt es zu einer besonders guten Kontaktierung zwischen Schüttgut
und Dampf. Die Behandlung erfolgt also kontinuierlich und in einer
Art Gegenstrom, so daß sie auch in einer kontinuierlich arbeitenden
Anlage durchgeführt werden kann, bei der die vor und hinter dieser
Behandlungsstufe eingesetzten Apparate ebenfalls kontinuierlich arbeiten.
Neben dem Austreiben des Lösungsmittels wie Alkohol kann man gleichzeitig
Produktformulierungen vornehmen, d. h. das Schüttgut verdichten, granulieren
und dessen Struktur verändern, so daß das Schüttgut sich im unmittelbaren
Anschluß an diese Behandlung weiterverarbeiten oder sogar als Endprodukt
abpacken läßt.
Werden die mit Alkohol gewaschenen schüttfähigen Cellulosederivate mit
Wasserdampf praktisch drucklos bei einer Tempratur von etwa 90°C bis
etwa 100°C behandelt, kann Dampf mit einem Druck von gleich oder größer
1 bar zugeführt werden, der sich nach Eintritt in den Raum, in welchem sich
das aufgelockerte Schüttgut befindet, auf Atmosphärendruck entspannt und
das Schüttgut auf die gewünschte Temperatur erwärmt. Dabei kondensiert
ein Teil des Dampfes an den Schüttgutpartikeln, während das niedriger
siedende Lösungsmittel wie Alkohol sich verflüchtigt und zusammen mit
dem nicht kondensierten Teil des Dampfes aus dem aufgewirbelten
Schüttgut entweicht und dann durch eine Sammelleitung abgezogen werden
kann. Das höher siedende Behandlungsmittel wie Wasserdampf schiebt also
das niedriger siedende Lösungsmittel wie Alkohol aus dem Schüttgut hinaus
und verbleibt wenigstens zum Teil im Schüttgut, um dessen
Feuchtigkeitsgehalt auf einen bestimmten Restwert einzustellen. Dadurch,
daß man das Schüttgut für die Behandlung zu einer Art Wirbelbett
auflockert, kann der zugeführte Dampf alle Schüttgutpartikel mehr oder
weniger gleichmäßig erreichen, so daß dem Austreiben des Lösungsmittel
kein merklicher Widerstand entgegengesetzt wird. Des weiteren ist es
durch die praktisch drucklos durchgeführte Behandlung möglich, auf
die Verwendung einer Druckkammer zu verzichten.
Es hat sich gezeigt, daß auf diese Weise bei Behandlungszeiten
von 2 bis 15 Minuten Lösungsmittel wie Alkohol von Schüttgütern wie
Cellulosederivaten vollständig entfernt werden können, wobei das
freigesetzte Lösungsmittel aufgefangen und wieder verwendet werden
kann. Das Verfahren läßt sich kontinuierlich durchführen, weil ein
kontinuierlich durch einen Behandlungsraum durchwanderndes Wirbelbett
aus Schüttgut in der für die Behandlung gewünschten Zeitdauer in
einem verhältnismäßig kleinen begrenzten Raum verbleibt. Das Verfahren
ist auch einfach durchzuführen und läßt sich leicht beherrschen. Es
ist für alle Schüttgüter geeignet, die durch das Entfernen des
Lösungsmittels (der Waschflüssigkeit) nicht wesentlich trockener werden
sollen. Ein Beispiel für derartige Schüttgüter sind Cellulosederivate,
die mit Wasserdampf behandelt werden, um in ihnen befindliche
Waschflüssigkeit wie Alkohol zu entfernen und ihren Restfeuchtegehalt
auf einen gewünschten Wert einzustellen. Falls erforderlich, kann
zum Einstellen der gewünschten Endfeuchtigkeit und Materialdichte
noch Wasser zugegeben werden.
Dadurch, daß eine Vorrichtung mit einem liegenden zylindrischen Behälter
mit einem koaxial in diesem gelagerten Auflockerwerk, einem Einlaß
im Bereich des einen Endes und einem Auslaß am anderen Ende des Behälters und
einem zweiten Auslaß zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
bereitgestellt werden, wobei das Auflockerungswerk eine antreibbare zentrale
Welle mit auf dieser verteilt befestigten, radial verlaufenden Armen hat,
an deren äußeren Enden jeweils Auflockerungswerkzeuge angeordnet sind
und im unteren Bereich des Behälters zwischen den Umlaufbahnen der
Auflockerungswerkzeuge messerartig ausgebildete Werkzeuge angeordnet
sind, wobei der zweite Auslaß im Bereich des einen Endes des Behälters,
d. h. im Bereich des Einlasses liegt und wenigstens ein Einlaß für heißes
Behandlungsmittel wie Dampf vorgesehen ist und dieser in den Bereich der
messerartig ausgebildeten Werkzeuge weisend mündet, wird gewährleistet,
daß das Verfahren zum Entfernen von Lösungsmitteln aus Schüttgütern
wie Cellulosederivaten in einem einstufigen Arbeitsgang, bei gleichzeitiger
Senkung der Betriebskosten, Verringerung des Platzbedarfs und Steigerung
des Durchsatzes wie Verbesserung der Endqualität durchgeführt
werden kann.
Weist jeder Einlaß für Dampf eine Lanze auf, die in Richtung auf
jeweils eines der messerartig ausgebildeten Werkzeuge weisend,
nahe demselben endet, so wird dadurch gewährleistet, daß der
Dampf in optimaler Weise an das zu behandelnde Schüttgut herangeführt
wird und es so zur intensiven Mischung mit dem Schüttgut kommt.
Ist der Einlaß mit einem regulierbaren Einlaßventil versehen, so kann
dadurch auf einfache aber umso wirkungsvollere Weise die Menge des,
durch das Schüttgut strömenden Dampfes eingestellt werden.
Ist der zweite Auslaß mit einem Dom mit beheizbarem Doppelmantel
versehen, an dem sich eine wenigstens zunächst nach unten führende
Abfuhrleitung anschließt, so wird dadurch eine Kondensierung des
Dampfes bzw. des mit Dampf beaufschlagten Lösungsmittels im Bereich
des zweiten Auslasses wirksam verhindert und gewährleistet, daß in der
Abfuhrleitung kondensierender Dampf bzw. Lösungsmittel nicht in den
Behandlungsraum gelangt.
Die Beheizung des Doppelmantels mit Dampf stellt eine kostengünstige
Beheizungsmöglichkeit des Domes dar.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer Vor
richtung zum Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens
dargestellt, und zwar zeigt
Fig. 1 einen Längsschnitt der Vorrichtung und
Fig. 2 einen Querschnitt der Vorrichtung nach Linie I-I
in Fig. 1.
Die Vorrichtung hat einen zylindrischen Behälter 1, in
dessen Längsachse eine Welle 2 eines Auflockerungswerkes
drehbar gelagert ist, an der radial abstehende Arme 3
angebracht sind. Am äußeren Ende jedes Armes 3 befindet
sich ein pflugscharartiges Auflockerungswerkzeug 4, das
um die Längsachse des betreffenden Armes 3 gegenüber diesem
verdrehbar, jedoch in der endgültigen Stellung feststell
bar am Arm 3 angebracht ist.
Mittels eines Motores M kann die Welle 2 derart ausge
trieben werden, daß die Auflockerungswerkzeuge 4 in den Behälter 1
eingegebenes Schüttgut hochwerfen und vom Einlaßende zum
Auslaßende fördern, wobei das Schüttgut im Innenraum des
Behälters 1 aufgewirbelt wird und daher eine Art mecha
nisch erzeugtes Wirbelbett bildet.
Im unteren Bereich des Behälters 1 sind zwischen den
Umlaufbahnen der pflugscharartigen Auflockerungswerk
zeuge 4 weitere Werkzeuge 5 angeordnet, die beim darge
stellten Ausführungsbeispiel kelchförmig gebogene, ein
ander überkreuzende Messer 6 aufweisen, welche an einer
die Wand des Behälters 1 durchsetzenden Welle 7 be
festigt sind. Auf der Außenseite des Behälters 1 ist an
jeder Welle 7 ein eigener Antriebsmotor 8 befestigt. Die
Messer 6 können aber auch in mehreren Ebenen übereinander
angeordnet und geradlinig ausgebildet sein.
An einem Ende des Behälters 1 befindet sich ein Stutzen,
der als Einlaß 9 zum kontinuierlichen Zuführen von Schüttgut
dient, das mit Lösungsmittel beladen ist, welches in der
Vorrichtung von dem Schüttgut getrennt werden soll. Nahe
diesem Stutzen ist auf dem Behälter 1 ein weiterer
Auslaß 10 angebracht, auf dem ein Dom 11 installiert
ist, an dessen Auslaßstutzen 12 eine Abführleitung 13 zum Ab
führen, beispielsweise Absaugen, von Lösungsmittel, ggfs.
mit Dampf und/oder Luft versetzt, angeschlossen ist. Die Abführ
leitung 13 führt, wie Fig. 1 zeigt, zunächst nach unten,
um ein Rückfließen von Kondensat in den Dom 11 und damit
den Behälter 1 zu verhindern.
Am entgegengesetzten Ende des Behälters 1 ist an der
Unterseite desselben ein als Auslaß 14 dienender Stutzen
vorgesehen, an den eine nicht näher dargestellte Auslaß
leitung angeschlossen werden kann. Dicht vor diesem
Auslaß 14 befindet sich im Inneren des Behälters 1 eine
Stauscheibe 15, die im oberen Bereich eine Öffnung 16 ent
hält, damit die umlaufenden Auflockerungswerkzeuge 4 das
in den Behälter 1 gelangte Schüttgut über die Stauscheibe
15 in den Auslaß 14 werfen können, jedoch von der Stau
scheibe 15 ein gewisser Teil des Schüttgutes im Behälter 1
zurückgehalten wird, um stets einen bestimmten Füllgrad
aufrechtzuerhalten.
Durch eine Leitung 17 mit eingebautem regulierbaren Einlaßventil
18 wird Dampf herangeführt, der durch Zweigleitungen als Einlaß 19
in den Behälter 1 im Bereich der einzelnen Werkzeuge 5
eingeleitet wird. Zu diesem Zweck ist an jede Zweigleitung
eine in den Behälter 1 hineinführende Lanze als Einlaß 20 ange
schlossen, die, wie Fig. 2 zeigt, von unten in den Be
hälter 1 hineingeht und dicht an dem betreffenden Werk
zeug 5 endet. Die Lanzen können aber auch alternativ
von oben in den Behälter 1 hineingeführt werden. Ent
scheidend ist, daß ihre Austrittsöffnungen auf die Werk
zeuge 5 gerichtet sind, so daß der Dampf im Einflußbereich
dieser Werkzeuge 5 in den Behälter 1 eintritt und daher
von den sich drehenden Werkzeugen 5 in das im Behälter 1
befindliche Schüttgut schnell und intensiv eingearbeitet
wird.
Der durch die Lanzen als Einlaß 20 herangeführte Dampf erwärmt das
mit Lösungsmittel beladene Schüttgut auf die gewünschte
Behandlungstemperatur von etwa 90 bis etwa 100°C. Um
unerwünschte Abkühlungen über die Behälterwand zu ver
hindern, ist diese als Doppelmantel 21 ausgeführt, in
den durch die Leitung 17 herangeführter Dampf durch
einen Stutzen 22 eingeleitet wird und aus dem er durch
einen weiteren Stutzen 23 abströmen kann. Auch der Dom 11
ist mit einem Doppelmantel 24 versehen, durch den über
Stutzen 25 und 26 zu Beheizungszwecken dienender Dampf
zirkulieren kann.
Der in den Behälter 1 eingeleitete Dampf strömt durch
das im Behälter 1 zu einer Art Wirbelbett aufgelockerte
und in Richtung zum Auslaß 14 wandernde Schüttgut hin
durch, und zwar teilweise im Gegenstrom und teilweise
quer zur Bewegungsrichtung. Dadurch ist ein intensiver
Kontakt zwischen den einzelnen Schüttgutpartikeln und
Dampf gewährleistet, so daß der Dampf das an den Schütt
gutpartikeln haftende Lösungsmittel mitnimmt und die
mitgenommene Menge Lösungsmittel durch Dampfkondensat
ersetzt. Falls nur verhältnismäßig wenig Lösungsmittel
am Schüttgut haftet, das vom Lösungsmittel befreite
Schüttgut aber einen verhältnismäßig hohen Feuchtegehalt
aufweisen soll, kann man am Ende der Behandlung des
Schüttgutes diesem noch Wasser zugeben, um den gewünschten
Feuchtigkeitsgehalt und Dichtegehalt einzustellen.
Claims (8)
1. Verfahren zum Entfernen von Lösungsmitteln wie Alkohol aus
Schüttgütern, bei dem eine bei höherer Temperatur als das
Lösungsmittel siedende und bei normalen Temperaturen kondensieren
de Flüssigkeit in Dampfform in das mit Lösungsmittel beladene
und während der Behandlung bewegte Schüttgut eingeleitet wird
und das aus dem Schüttgut ausgetriebene Lösungsmittel mit
dem nicht kondensierten Teil des zugegebenen Dampfes abgezogen
wird, um es nach Trennung von der verdampften Flüssigkeit einer
erneuten Verwendung zuzuführen, dadurch gekenn
zeichnet, daß das mit Lösungsmittel beladene und bewegte
Schüttgut während der Dampfzufuhr durch intensive mechanische
Auflockerung zu einer Art Wirbelbett aufgewirbelt und in horizon
taler Richtung bewegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die
verdampfte Behandlungsflüssigkeit relativ zu dem sich während der
Behandlung kontinuierlich in einer horizontalen Richtung bewegen
den, aufgelockerten und aufgewirbelten Schüttgut durch dieses,
dessen Transportgeschwindigkeit wenigstens teilweise hemmend,
hindurchbewegt, beispielsweise hindurchgesaugt oder hindurchgebla
sen wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß mit Alkohol gewaschene schüttfähige Cellulosederivate mit
Wasserdampf praktisch drucklos bei einer Temperatur von etwa
90°C bis etwa 100°C behandelt werden.
4. Verwendung einer Vorrichtung mit einem liegenden zylindrischen
Behälter (1) mit einem koaxial in diesem gelagerten Auflockerwerk,
einem Einlaß (9) im Bereich des einen Endes und einem Auslaß (14)
am anderen Ende des Behälters (1) und einem zweiten Auslaß
(10), wobei das Auflockerwerk eine antreibbare zentrale Welle (2)
mit auf dieser verteilt befestigten, radial verlaufenden Armen (3)
hat, an deren äußeren Enden jeweils Auflockerungswerkzeuge (4)
angeordnet sind und mit im unteren Bereich des Behälters (1)
zwischen den Umlaufbahnen der Auflockerungswerkzeuge (4) angeordne
te messerartig ausgebildeten Werkazeugen (5), zum Durchführen des
Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der zweite Aus
laß (10) im Bereich des einen Endes des Behälters (1), d. h. im
Bereich des Einlasses (9) liegt und wenigstens ein Einlaß (19, 20)
für heißes Behandlungsmittel wie Dampf vorgesehen ist und
dieser/diese in den Bereich der messerartige ausgebildeten
Werkzeuge (5) weisend mündet/münden.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß jeder
Einlaß (19, 20) für Dampf eine Lanze aufweist, die in
Richtung auf jeweils eines der messerartig ausgebildeten Werkzeuge
(5) weisend nahe demselben endet.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Einlaß (19, 20) mit einem regulierbaren Einlaßventil (18) ver
sehen ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
zweite Auslaß (10) mit einem Dorn (11) mit beheizbarem Doppelmantel
(24) versehen ist, an den sich eine wenigstens zunächst nach
unten führende Abführleitung (13) anschließt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der
Doppelmantel (24) des Domes (11) mit Dampf beheizbar ist.
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ID=6145158
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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