DE3143320A1 - Folien-schreibsatz fuer die overhead-projektion - Google Patents

Folien-schreibsatz fuer die overhead-projektion

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Description

PELIKAN Hannover, den 28.10.1981
AKTIENGESELLSCHAFT 78/5
Patentanmeldung Folien-Schreibsatz für die Overhead-Projektion
Die Erfindung betrifft Folien-Schreibsätze zur Herstellung beschrifteter oder gezeichneter projektionsfertiger Overhead-Projektionsfölien, bestehend aus der Projektionsfolie und einem mit dieser trennbar verbundenen mit der Schichtseite in Kontakt stehenden Farbblatt.
Die Overhead-Projektoren sind eine Weiterentwicklung der Episkope bzw. Epi-Diaskope und verwenden anstelle der undurchsichtigen und deswegen mit Auflicht zu beleuchtenden Zeichnungen oder Abbildungen Transparentfolien. Beide Projektortypen verwenden horizontale Bildtische auf welche die Bildträger seitenrichtig aufgelegt werden. Der Vortragende kann also den Film oder die Folie ohne Schwierigkeiten während der Projektion bezeichnen oder beschriften. Diese seitenrichtige Lage der Folie ergibt sich beim Overhead-Projektor durch die notwendigen Umlenkspiegel, die den#senkrechten Strahlengang horizontal "zum Bildschirm ablenken. Deswegen werden auch Fotonegative oder Umkehrdias nicht wie üblich mit der Schichtseite zum Objektiv eingelegt wie bei üblichen Projektoren, sondern im Overhead-Projektor mit der Schichtseite auf den Bildträger aufgelegt, so daß sich dem Vortragenden das seitenrichtige Bild präsentiert und die Filmrückseite zur Beschriftung oder Bezeichnung während der Projektion
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verfügbar ist. Auch die Overhead-Folien werden mit beständigen Grafiken, Tabellen und Schriftzeichen ausgestattet, die dann während der Projektion vom Vortragenden manuell mittels Faserschreiber oder dergleichen beschriftet und ergänzt werden. Damit die Grundgrafik nicht beeinträchtigt wird, liegt es auf der Hand, die Folien mit der beschrifteten Fläche nach unten auf die Auflagefläche zu legen und die obenliegende Oberfläche für die zusätzliche Beschriftung oder Ergänzung zu verwenden. Was die dauerhafte Grundbeschriftung anlangt, so war es bisher umständlich oder im Ergebnis unbefriedigend die Oberhead-Fol ie in der Schreibmaschine zu beschriften. Eine direkte Be- · schriftung hat den Nachteil, daß die in der Projektionsstellung oben liegende Fläche beschriftet werden mußte, also die Fläche, die den Vortragenden bei der Projektion als Schreibfläche zur Verfügung steht. Außerdem erfordert dieses Verfahren spezielle Farbbänder, deren Schrift nur sehr langsam trocknet, so daß die beschriftete Folie lange nicht wischfest ist und auch nicht für Ergänzungen oder zusätzliche Zeichnungen von Hand verwendet werden kann.
Es wurde daher schon vorgeschlagen, die Rückseite der Overhead-Projektionsfolie, also die auf dem Filmtisch bei der Projektion aufliegende Fläche mit Wachs zu beschichten und dadurch für eine Kohlepapierfarbe eines hinterlegten Blattes klebrig zu. machen. Wird eine solche Projektionsfolie mit der Klebschicht nach hinten mit einem mit dieser Klebschicht in Kontakt befindlichen Kohlepapier in der Schreibmaschine ohne Farbband beschriftet, dann wird die Kohlepapierfarbe im Bereich der Anschläge der Typen auf die Projektionsfo.1 ien-Rückseite übertragen und bleibt hier haften. Dieses Wachs-Kohle-Verfahren ergibt zwar eine sofort projektionsfähige Folie, weil keine Trocknung abgewartet werden muß, hat aber einige Nachteile, die die Verwendung in der Praxis stark
behindern. Die Wachsschicht bewirkt nämlich, daß die Folie beim längeren Verweilen auf dem Bildtisch des Projektors angeschmolzen wird, so daß die Beschriftung leicht verwischt werden kann. Auch ist ein sofortiges Stapeln 5 oder Abheften der noch warmen Folien nicht möglich, weil die Gefahr des Verklebens besteht. Die auf die Projektionsfolie übertragenen Schriftzeichen und Zeichnungen sind zwar intensiver und projektionsfähiger, als bei der Farbbandbeschriftung, jedoch wird nur ein Teil des vorhandenen Farbstoffs übertragen und zudem ist dieser Anteil anschlagdruckempfindlich so daß die Einfärbung ungleichmäßig erfolgen kann.
Die Erfindung hat zum Ziel, diese Nachteile zu beseitigen und einen Schreibsatz zu entwickeln, der mit der Schreibmaschine oder von Hand zu beschriften ist und unmittelbar nach der Beschriftung eine projektionsfertige, nicht klebende und nicht schmelzende, dauerhafte und mit größtmöglicher Intensität beschriftete Folie mit randscharfen Zeichen ergibt, wobei die in Projektionsstellung im Overhead-Projektor obenliegende Folienfläche und die Folie selbst zur nachträglichen unabhängigen Beschriftung während des Projektionsvorgangs freigehalten wird. Dabei kann die Folie selbst beispielsweise zusätzlich mit einem oder mehreren azidimetrisehen Indikatorfarbstoffen bzw. p„-Indikatorfarbstoffen oder Redox-Indikatorfarbstoffen bzw. r„-Indikatorfarbstoffen eingefärbt sein, so daß sie durch Beschriften mit sauren bzw. alkalischen oder oxydierenden bzw. reduzierenden Flüssigkeiten zum Farbstoffumschlag gebracht werden und auch wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden können, ohne daß die rückseitige gemäß vorliegender Erfindung aufgebrachte Vorabbeschriftung beeinträchtigt wird.
Erfindungsgemäß wird bei einem Folien-Schreibsatz zur Herstellung beschrifteter oder gezeichneter projektionsfähiger Overhead-Projektionsfölien , bestehend aus der
...: : * : : Ι':": Ί 3Η3320
- y-
Projektionsfolie und einem mit dieser trennbar verbundenen mit der Schichtseite in Kontakt stehenden Farbblatt die Kontaktfläche der Projektionsfolie mit einer nicht klebenden Nehmerschicht und der Farbbl att-Trä'ger mit einer kunststoffgebundenen und durch Pigmentierung und/oder Zugabe von tei1verträglichen Weichmachern so eingestellten Farbschicht versehen, daß deren Adhäsion zur Nehmerschicht größer ist als die zu ihrem Träger und ihre Kohäsion größer ist als die Adhäsion zur Nehmerschicht, aber nur beim Schreibdruck wirksam wird und die Adhäsion zwischen Geber- und Nehmerschicht ist so eingestellt, daß die Schichten im Stapel oder auf einer Vorratsrolle nicht aufeinander festkleben können. Durch diese Merkmale wird die Filmbildung des Kunststoffs soweit gestört, daß bei Druck oder Schlagbeanspruchung also beim Beschriften in der Schreibmaschine oder mit einem Stift die Schicht entlang der Belastungslinie randscharf und vollständig abreißt. Die Farbzone wird also in -voller Dicke herausgelöst, so daß von dem Farbblatt ein Negativ übrigbleibt,
•20 welches bei transparenter Unterlage des Farbblatts direkt zur Projektion verwendbar ist und im Overhead-Projektor ebenfalls zusätzlich von Hand beschriftet oder korrigiert werden kann, soweit dies bei einem Negativ möglich ist. Der Endeffekt, d.h., der erzielte Schriftkontrast ist übrigens unabhängig davon, ob der Schreibsatz mit der Projektionsfolie oder mit der Rückseite des Farbblatt-Trägers nach oben in der Schreibmaschine beschriftet wird. Im ersteren Falle ist der geschriebene Text ohne Abheben ^ der Folie nicht so gut lesbar; während der Projektion liegt dagegen nun die unbeschichtete Seite der Projektionsfolie oben, so daß sich beliebige Beschriftungen mit Overhead-Faserschreibern anbringen und anschließend auch wieder leicht entfernen lassen, ohne die Vorbeschriftung zu beeinträchtigen. Dies ist besonders interessant wenn während des Vortrages z.B. Kurven zu ergänzen sind.
• * e * m
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Wenn bei einem solchen Schreibsatz das FarbbTatt auf Papier oder Pergaminpapier aufgebaut ist, kann der i Schreibsatz von der Vorder- oder von der Rückseite be- '■ schrieben werden. Beschreibt man die Papierrückseite, so hat dies den Vorteil der guten Lesbarkeit des geschriebenen Textes. Die Folie muß dann allerdings mit der Nehmerseite nach oben projeziert werden und Beschriftungen während der Projektion sind nicht möglich ohne die Vorbeschriftung zu beeinträchtigen.
Auf der Zeichnung ist der Beschriftungsvorgang in drei Stadien in einem Teilquerschnitt durch den Folienschreibsatz dargestellt. Dabei zeigt
Fig. 1 einen Teilquerschnitt durch den Folienschreibsatz im Ruhezustand,
Fig. 2 desgleichen nach dem Anschlag einer Schreibmaschinentype, und
Fig. 3 desgleichen ^aeh. dem Trennen von Projektionsfolie und Farbblatt.
Der Schreibsatz besteht aus der Projektionsfolie 1 mit der nicht klebenden Nehmerschicht 2 und dem Farbblatt-Träger 3 mit der Farbstoffschicht 4. Die Nehmerschicht 2 und die Farbschicht 4 liegen im Stapel aufeinander. Die Adhäsion zwischen den Schichten 2 und 4 ist so eingestellt, daß die Folienschreibsätze gestapelt oder aufgerollt bereitgehalten und gelagert werden können, ohne · · zusammenzukleben. Unter der Einwirkung des Schreibdrucks oder des Anschlags der Schreibmaschinentypen wird dagegen die Adhäsion in der Weise wirksam, daß die Adhäsion der Nehmerschicht 2 größer ist als die Adhäsion der Farbschicht 4 auf ihren Blatt-Träger 3; die Kohäsion der Farbschicht 4 ist größer als die Adhäsion zur Nehmerschicht 2. Beim ,Anschlag einer Schreibmaschinentype 7 oder durcbSchreibdruck wird gemäß Fig. 3 die getroffene Farbschichtzone 5 an der Nehmerschicht 2 so verankert, daß sie beim Trennen der Projektionsfolie 1 von dem Färb-
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- sr-2
blatt-Träger 3 in der ganzen Tiefe aus der Farbschicht 4 herausgelöst wird (Fig. 3).
Die Overhead-Projektionsfolie 1 hat eine Dicke von 30 bis 50 pm aus Polyaethylenterephthalat, beschichtet mit [ 5 einer bei normalem Lager- und Stapeldruck nicht klebenden Nehmerschicht 2 folgender Zusammensetzung
aliphatisches Polyurethan 30 Gew.-% (z.B. Uraflex der Firma Scado) Toluol 35 Gew.-%
Isopropanol 35 Gew.-%.
Der Schichtauftrag der Nehmerschicht beträgt etwa 2 bis 8 g/m2.
Anstelle von Polyurethan können auch Polyester, Polyamide, Polyacrylate und Polyvinyl acetate verwendet werden. Das Farbblatt besteht aus einer Polyaethylen-, Polypropylen- oder Polyaethylen-Ionomer-Folie, aus Pergaminpapier oder aus Papier und einer Farbschicht, die bei schwarzer Schrift folgende Zusammensetzung hat wäßrige Polyacryldispersion 100 Gewichtsteile Ruß 15 Gewichtsteile
Wasser 25 Gewichtsteile
oder
RUböl 5,5 Gew.-%
Ruß 10,9 Gew.-%
Butanon 41,6 Gew.-%
Polystyrol 20%ig in Butanon 39,6 Gew.-% und Phthalsäureester 2,3 Gew.-%.
Der Farbauftrag beträgt hier 1 bis 4 g/m2. Bei Papier ist eine Trennschicht erforderlich, um die richtige Adhäsion der Farbschicht zu ihrem Träger einstellen zu können. Diese Trennschicht kann wie folgt aufgebaut sei:
Scotchgard* FC 220 4 Gew.-% und Aethanol 96%ig 96 Gew.-X.
* - Warenzeichen der Firma 3 M.
- r- j
Der Aufbau der Geber- und Nehmerschicht zu dem beschrie- ι benen Zweck ist nicht auf die angegebenen Beispiele be- i schränkt. Für die Farbschicht (Geberschicht) eignen sich j alle filmbildenden Polymere, die durch Pigmentierung · und/oder Weichmacherzugabe in der Filmbildung beeinflußt l werden können, z.B. Polyacrylat, Polyvinylbutyral Polyvinylalkohol, Cellulosederivate, Polyurethan, Polyester, Epoxyharze und andere. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, daß sich sowohl die in einem Lösungsmittel gelösten Kunststoffe wie auch die im Wasser dispergierten verwenden lassen, so z.B. Acryl-, Polyurethan- oder Polyvinylacetat-Dispersionen. '
Die vorteilhaften Eigenschaften der erfindungsgemäß beschichteten Projektionsfolien, nämlich starke Farbschichten restlos und konturenscharf aufzunehmen, lassen sich auch mit gebräuchlichen Thermokopier-Geberschichten für das Spirit-CarbonvUmdruckverfahren ausnutzen. Man • erhält ausgezeichnet randscharfe Originale, die in üblicher Weise in großer Stückzahl vervielfältigt werden können.
AO
Leerseite

Claims (9)

•j.i.· I1J-O λ 3U3320 PELIKAN Hannover, den 28.10.1981 AKTIEGESELLSCHAFT - Λ - 78/5 Patentansprüche
1. Folien-Schreibsatz zur Herstellung beschrifteter oder gezeichneter projektionsfertiger Overhead-Projektionsfolien, bestehend aus der Projektionsfolie und einem mit dieser trennbar verbundenen mit der Schichtseite in Kontakt stehenden Farbblatt, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontaktfläche der Projektionsf öl ie (I) mit einer nicht klebenden Nehmerschicht (2), und der Farbblatt-Träger 3 mit einer kunststoffgebundenen und durch Pigmentierung und/oder Zugabe von tei1 verträglichen Weichmachern so eingestellte Farbschicht (4) versehen ist, daß bei Anwendung von Schreibdruck die Adhäsion der Farbschicht 4 zur Nehmerschicht 2 größer ist, als die zu ihrem Träger 3 und ihrer Kohäsion größer ist als die Adhäsion zur Nehmerschicht, daß jedoch bei üblichem Stapeldruck keine Adhäsion zwischen Farbschicht (4) und Nehmerschicht (2) besteht.
2. Folien-Schreibsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Overhead-Folie (1) aus Polyaethylenterephthalat in einer Stärke von 30 bis 50 μ/besteht.
3. Folien-Schreibsatz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die nicht klebende Nehmerschicht (2) der Overhead-Fol ie (1) aus etwa gleichen Teilen aliphatischen Polyurethan, Toluol und Isopropanol in einer
Auftragstärke von 2 bis 8 g/m2 besteht.
4. Folien-Schreibsatz nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß anstelle von Polyurethan Polyester, Polyamide, Polyacrylate oder Polyvinyl acetale verwendet werden.
5.Folien-Schreibsatz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbblatt-Träger
(3) eine Folie aus Polyaethylen-, Polypropylen- oder Polyaethylen-Ionomer besteht.
6. Folien-Schreibsatz nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbblatt-Träger (3) aus Pergaminpapier besteht.
7. Folien-Schreibsatz nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Farbblatt-Träger aus Papier mit einer Trennschicht (6) aus Scotchgard FC 220,' 456ige Lösung in Aethanol besteht.
8. Folienschreibsatz nach einem der Ansprüche 5 bis 7 mit einer Farbschicht folgender Zusammensetzung wäßrige Polyacryldispersion 100 Gewichtsteile, Ruß 15 Gewichtsteile und Wasser 25 Gewichtsteile.
9. Folien-Schreibsatz nach einem der Ansprüche 5 bis 7, gekennzeichnet durch eine Farbschicht der folgenden Zusammensetzung Rüböl 5,5%, Ruß 10,9%, Butanon 41,6%, Polystyrol 20% in Butanon 39,6% unf Phthalsäureester 2,3%.
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