DE3144533A1 - Unterkalibriges fluggeschoss mit hohem schwermetallanteil und splitterbildenden und pyrophoren mitteln - Google Patents

Unterkalibriges fluggeschoss mit hohem schwermetallanteil und splitterbildenden und pyrophoren mitteln

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DE3144533A1
DE3144533A1 DE19813144533 DE3144533A DE3144533A1 DE 3144533 A1 DE3144533 A1 DE 3144533A1 DE 19813144533 DE19813144533 DE 19813144533 DE 3144533 A DE3144533 A DE 3144533A DE 3144533 A1 DE3144533 A1 DE 3144533A1
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Charlotte Schutkin
Bernhard Dipl Ing Bisping
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Description

Die Erfindung betrifft ein unterkalibriges Fluggeschoß nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Das Hauptpatent (Haupt-Patentanmeldung P 30 16 638.2) betrifft ein drallstabiliertes, zünderloses Treibspiegelgeschoß mit hohem Schwermetallanteil für automatische Rohrwaffen, welches sich wegen der hohen Dichte und des infolge Unterkalibrigkeit kleinen Querschnitts des Fluggeschosses durch eine gestreckte Flugbahn auszeichnet und sich folglich besonders zum Einsatz gegen schnellbewegliche Ziele, beispielsweise Tiefflieger oder Hubschrauber, eignet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Fluggeschoß nach dem Hauptpatent (Patentanmeldung P 30 16 638.2) weiterzubilden und hierdurch für ein erweitertes Einsatzspektrum geeignet zu machen.
Gelöst wird die Aufgabe durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 angegebene Erfindung.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von zwölf in der Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispielen unter Berücksichtigung der sich aus den Ausgestaltungslehren in den Kennzeichen der betreffenden Ansprüche ergebenden Vorteile des näheren erläutert. Es zeigt
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel mit Kreisringscheiben und zwischen ihnen angeordneten Schwermetallpulverkörpern im längsaxialen Schnitt,
Fig. 2 eine Kreisringscheibe in vergrößerter Darstellung in Draufsicht,
Fig. 3 die Kreisringscheibe im Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 2,
Fig. 4 ein zweites Ausführungsbeispiel mit einer als Penetrator ausgebildeten Halterung, deren rückendige Verstärkung eine kegelmantelförmige Abstreiffläche aufweist, im längsaxialen Schnitt,
Fig. 5 ein drittes Ausführungsbeispiel mit einer als Hülse ausgebildeten Halterung und mit einer dieser zugeordneten mechanischen Zerlegerhilfe im längsaxialen Schnitt,
Fig. 6 ein viertes Ausführungsbeispiel mit kreisringförmigen Aufnahmen für Schwermetallpulver im längsaxialen Schnitt,
Fig. 7 ein fünftes Ausführungsbeispiel mit zu Segmenten geschlitzten Kreisringscheiben im längsaxialen Schnitt,
Fig. 8 das fünfte Ausführungsbeispiel im Schnitt nach der Linie VIII-VIII in Fig. 7,
Fig. 9 ein sechstes Ausführungsbeispiel mit Aufnahmebohrungen für Schwermetallpulver im längsaxialen Schnitt,
Fig. 10 eine Kreisringscheibe mit Aufnahmebohrungen nach Fig. 9 in Draufsicht,
Fig. 11 die Kreisringscheibe im Schnitt nach der Linie XI-XI in Fig. 10,
Fig. 12 ein siebtes Ausführungsbeispiel mit einer als Hülse ausgebildeten Halterung und Zerlegerhilfen im längsaxialen Schnitt,
Fig. 13 die als Hülse ausgebildete Halterung nach Fig. 12 in Draufsicht in Richtung der Längsachse,
Fig. 14 ein achtes Ausführungsbeispiel mit einem Zerlegersatz in der als Hülse ausgebildeten Halterung und mit einem vorderseitigen Einfachinitiator im längsaxialen Schnitt,
Fig. 15 ein neuntes Ausführungsbeispiel mit einem Zerlegersatz in der als Hülse ausgebildeten Halterung mit einem rückseitigen Verzögerungssatz im längsaxialen Schnitt,
Fig. 16 ein zehntes Ausführungsbeispiel mit durch Trennschnitte segmentierten und durch Sollbruchstellen geschwächten Kreisringscheiben und zwischen diesen angeordnetem Schwermetallpulver im längsaxialen Schnitt,
Fig. 17 ein elftes Ausführungsbeispiel mit einer homogen in die splitterbildenden Mittel integrierten Halterung im längsaxialen Schnitt und
Fig. 18 ein zwölftes Ausführungsbeispiel im längsaxialen Schnitt.
Gemäß Fig. 1 weist ein unterkalibriges Fluggeschoß eine zentralaxiale Halterung 12 mit einer rückseitigen Verstärkung 18 auf. Letztere wird außenendig von einem Boden 16 und auf einer vorderen Gegenseite von einer Abstützfläche 22 begrenzt. Entlang einer zentralen Geschoßlängsachse 30 sind unter Belassen von Zwischenräumen 24 Kreisringscheiben 20 stapelförmig angeordnet, von denen eine in Fig. 2 in Draufsicht und in Fig. 3 im Schnitt dargestellt ist. Jede Kreisringscheibe 20 weist eine zentrale Bohrung 34 zum Aufstecken auf die Halterung 12 und als Dreiecksnuten 26 ausgebildete radiale Sollbruchstellen auf. Die Dreiecksnuten 26 bilden einen Teil des jeweiligen Zwischenraums 24, der seinerseits mit Schwermetallpulver 40 gefüllt ist. Eine Spitze 14 ist aus einem pyrophoren Werkstoff 19 - er wird später noch erörtert - einstückig gefertigt und mit einem Sackloch 21 für ein vorderes Ende 23 der Halterung 12 versehen. Eine dünne Geschoßhülle 28 umschließt die Anordnung in einem erforderlichen Bereich, der sich wenigstens von der Spitze 14 bis zur Verstärkung 18 erstreckt. Der Werkstoff 19 der Spitze 14 kann zur Zerlegung vorbehandelt sein, wie dies im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 18 beschrieben wird.
Gemäß Fig. 4 ist die Halterung 12 am vorderen Ende 23 mit einer Spitze 13 versehen und gemeinschaftlich mit der rückseitigen Verstärkung 18 als Penetrator ausgebildet. Die rückseitige Verstärkung 18 wird vorderseitig von einer kreiskegeligen Abstreiffläche 36 begrenzt. Die Kreisringscheiben 20 sind zum Erzeugen einer Vorspannung auf die Halterung 12 aufgeschrumpft. Die Spitze 14 ist wiederum aus dem pyrophoren Werkstoff 19 einstückig gefertigt und nimmt in dem Sackloch 21 das vordere Ende 23 mit der Spitze 13 der Halterung 12 auf.
Gemäß Fig. 5 ist die Halterung als Hülse 38 ausgebildet, auf welche die Kreisringscheiben 20 stapelförmig aufgesteckt oder aufgeschrumpft sind. Der mit Kugeln 60 gefüllten Hülse 38 ist vorderseitig eine mechanische Zerlegerhilfe 50 zugeordnet. Diese weist einen Schlagkörper 52 und einen gegen die Kugeln 60 in der Hülse 38 gerichteten Schlagstift 56 auf. Der Schlagkörper 52 wird vorderseitig von einer Stoßaufnehmerfläche 54 und der Schlagstift 56 rückseitig von einer Stoßabgabefläche 58 begrenzt, welche beide im wesentlichen rotationssymmetrisch ausgebildet sind. Der Schlagkörper 52 ruht mit einer nicht näher bezeichneten Rückseitenfläche auf einer Kreisringscheibe plastisch verformbaren Werkstoffs 76, welche sich rückseitig auf der vordersten Kreisringscheibe 20 abstützt. Eine ballistische Haube 29 umschließt einen später noch zu erörternden pyrophoren Werkstoff 15′.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 weisen die Kreisringscheiben 20 kreisringförmige Ausnehmungen 42 auf, die mit Schwermetallpulver 40 gefüllt sind. Die Spitze 14 ist wiederum einstückig aus pyrophorem Werkstoff 15 gefertigt, wobei das Sackloch 21 der Aufnahme des vorderen Endes 23 der Halterung 12 dient. Die betreffenden Teile werden auf eine herkömmliche Weise, zum Beispiel mittels Gewindes, miteinander verbunden.
Gemäß Fig. 7 und 8 sind die Kreisringscheiben 20 durch Trennschnitte 62 in Segmente 64 unterteilt, wobei der Stapel von der Hülle 28 umschlossen wird. Für die Spitze 14 trifft im wesentlichen die im Zusammenhang mit den Fig. 4 und 6 gegebene Beschreibung zu.
Beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. 9, 10 und 11 weisen die im kreiszylindrischen Teil des Fluggeschosses angeordneten Kreisringscheiben 20 Aufnahmebohrungen 44 für Schwermetallpulver 40 auf, welche auf einem Teilkreis 48 um die Geschoßlängsachse 30 nach Anzahl und jeweiligem Durchmesser derart vorgesehen sind, daß Bereiche 46 geringster Wandstärke die Funktion von Sollbruchstellen übernehmen. Die im konischen Übergangsbereich angeordneten Kreisringscheiben 20 sind auf die Halterung 12 aufgeschrumpft. Wegen der Gestaltung der Spitze wird auf die Fig. 4, 6 und 7 verwiesen.
Gemäß Fig. 12 und 13 ist die zentralaxiale Halterung als Hülse 38 ausgebildet, der vorderseitig die mechanische Zerlegerhilfe 50 mit der plastisch verformbaren Kreisringscheibe aus dem Werkstoff 76 zugeordnet ist. Die Hülse 38 umschließt Körper 66 mit einem vorderseitigen kreiszylindrischen Teil 68 und einem rückseitigen kreiskegeligen Teil 70. Letzterer wird teilweise von einer Kreisringscheibe 72 mit einer trichterförmigen Ausnehmung 74 umschlossen. In der Verstärkung 18 ist eine Bohrung 23 vorgesehen. Die Kreisringscheiben 20 sind auf die Hülse 38 aufgeschrumpft, wobei letztere mit längsaxialen Sollbruchstellen 32 versehen ist. Die Spitze 14 weist wiederum eine mit pyrophorem Werkstoff 15′ gefüllte ballistische Haube 29 auf.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 14 sind die Kreisringscheiben 20 wiederum auf die Hülse 38 aufgeschrumpft, welche einen Zerlegersatz 84 und vorderseitig eine Zündpille 86 umschließt. Rückseitig steht der Zerlegersatz 84 mit einem in einer Ausnehmung 17 der Verstärkung 18 angeordneten Leuchtspursatz 80 in Verbindung. Vorderseitig ist der Zündpille 86 die Stoßabgabefläche 58 der mechanischen Zerlegerhilfe 50 zugewandt. Die Spitze 14, wiederum einstückig aus dem pyrophoren Werkstoff 19 gefertigt, ist auf nicht näher zu beschreibende Weise mit der Stoßaufnahmefläche 54 verbunden. Die plastisch verformbare Kreisringscheibe 76 zum Abstützen der Zerlegerhilfe 50 ist im Umfangsbereich 11 mit einer nicht näher zu beschreibenden Schutzschicht 77 versehen.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 15 weist die Hülse 38 eine vorderseitige Stirnwand 39 auf und umschließt den Zerlegersatz 84, dem die Zündpille 86 rückseitig in der unmittelbaren Nachbarschaft des Leuchtspursatzes 80 zugeordnet ist. Die Kreisringscheiben 20 sind auf die Hülse 38 aufgeschrumpft und die aus dem pyrophoren Werkstoff 19 einstückig gefertigte Spitze 14 ist auf nicht näher zu beschreibende Weise mit der Stirnwand 39 der Hülse 38 verbunden.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 16 weisen die Kreisringscheiben 20 ein doppeltrapezförmiges Querschnittsprofil derart auf, daß sich einer Kegelstumpffläche 25 eine Trichterfläche 27 anschließt. Wo zwischen einander zugewandten Kegelstumpfflächen 25 ein Zwischenraum 24 belassen ist, ist dieser mit Schwermetallpulver 40 ausgefüllt. Einige der Kreisringscheiben 20 sind, entsprechend der im Zusammenhang mit den Fig. 7 und 8 beschriebenen, zu Segmenten 64 geschlitzt. Der Vorderbereich 23 der Halterung 12 findet Aufnahme im Sackloch 21 der einstückig aus dem paraphoren Werkstoff 19 gefertigten Spitze 14. Die Hülle 28 erstreckt sich wenigstens über den Umfangsbereich 11 mit den Schwermetallpulverfüllungen 40. Die Verstärkung 18 wird vorderseitig von der Abstreiffläche 36 begrenzt.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 17 ist im wesentlichen einstückig. Es weist sich aus dem Umfangsbereich 11 gegen die Geschoßlängsachse 30 erstreckende Vertiefungen 88 zwischen als Kreisringscheiben 20 verbliebenem Werkstoff derart auf, daß ein zentralaxialer Bereich, der eine Halterung 12′ bildet, homogen in die Kreisringscheiben 20 integriert ist. Die Vertiefungen 88 sind mit einer Brandmasse 90 ausgefüllt, wobei im Umfangsbereich 11 wiederum eine Schutzschicht 77 vorgesehen ist.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 18 ist wiederum im wesentlichen einstückig und zwar aus abgereichertem Uran gefertigt. Aus dem Umfangsbereich 11 erstrecken sich Zonen 92, in denen die Mikrostruktur des Werkstoffs geschwächt ist, bis in den Bereich 12′. Eine zentralaxiale Bohrung 31 nimmt den Zerlegersatz 84 und die Zündpille 86 auf. Letztere steht mit dem Leuchtspursatz 80 in Verbindung, wobei dieser in einer Büchse 94 angeordnet ist. Vorderseitig weist die Büchse 94 einen mit einer zentralen Bohrung 98 versehenen Vorsprung 96 auf und stützt sich gegen eine Kreisringscheibe aus dem plastisch verformbaren Werkstoff 76.
Während die Fluggeschosse nach den Fig. 17 und 18 im wesentlichen einstückig aus Schwermetallwerkstoff hoher Dichte gefertigt sind, beispielsweise aus einer Sinterlegierung mit einem Wolframanteil von wenigstens neunzig Hundertteilen in einer aus Eisen und Nickel gebildeten Bindemittelphase im Fall der Fig. 17 und aus abgereichertem Uran im Fall der Fig. 18, bestehen auch bei den betreffenden anderen Ausführungsbeispielen die Kreisscheiben 20, die zentralaxiale Halterung 12 (auch als Hülse 38) die Verstärkung 18, die Kugeln 60 und Körper 66, die Kreisringscheiben 72, die mechanische Zerlegerhilfe 50 und die Büchse 94 aus dem oder den betreffenden Werkstoffen hoher Dichte. Für das Schwermetallpulver 40 ist wiederum vorzugsweise Wolfram und/oder abgereichertes Uran vorgesehen. Sein Teilchengrößenspektrum erstreckt sich von einer unteren Grenze im µm-Bereich bis zu einer oberen Grenze im mm-Bereich. Auch der pyrophore Werkstoff 19 steht wegen dessen hoher Dichte vorzugsweise für abgereichertes Uran. Der phyrophore Werkstoff 15 steht vorzugsweise für ein zusammengefrittetes Pulvergemisch aus Wolfram und abgereichertem Uran, gegebenenfalls in einer Bindemittelphase, während beim Werkstoff 15′ neben Wolfram pyrophore Metalle in einer Bindemittelphase vorliegen können. Die im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 18 beschriebenen Zonen 92 geschwächter Mikrostruktur sind wahlweise vorgesehen. Sie werden erzeugt durch Teilchenstrahlung, beispielsweise aus Elektronen.
Bei sämtlichen Ausführungsbeispielen ist es das Ziel, die dem Geschoß innewohnende kinetische Energie möglichst vollständig an ein jeweiliges, beispielsweise geschottetes Ziel abzugeben, d. h. eine weitestgehende Zerlegung nach dem Auftreffen zu gewährleisten. Die Ausbildung eines Splitterkegels vorgebbaren Spitzenwinkels wird dabei zunächst durch Zentrifugalkräfte infolge des Dralls gewährleistet. Unterstützt wird dies durch mechanische Maßnahmen, beispielsweise die Abstreiffläche 36 beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 oder die Zerlegerhilfe 50 bei den Ausführungsbeispielen nach Fig. 5 und 12. Bei der gemeinschaftlich mit der Verstärkung 18 als Penetrator ausgebildeten Halterung 12 nach Fig. 4 werden die sich aus den Kreisringscheiben 20 bildenden Splitter durch die Abstreiffläche 36 gezielt nach außen gedrückt, wobei wenigstens der Penetrator die mehrlagige Zielwandung durchschlägt.
Bei den Ausführungsbeispielen nach den Fig. 5 und 12 wird eine aufkeilende radiale Stoßkomponente durch die Zerlegerhilfe 50 und die Kugeln 60 beziehungsweise die Körper 66 sowie die Kreisringscheiben 72 auf die Kreisringscheiben 20 zu deren Zerlegung übertragen.
Bei den Ausführungsbeispielen nach den Fig. 6 und 9 zerbrechen die Kreisringscheiben 20, so daß die hierbei entstehenden Splitter unterschiedlicher Größe und das Schwermetallpulver 40 gegen das Ziel frei werden und Energie übertragen können.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 14 und 18 umschließt die Hülse 38 einen Zerlegersatz 84. Dieser soll nach dem Auftreffen den Splittern eine vorgegebene Radialbeschleunigung zum Erzielen des schlanken Splitterkegels vermitteln. Die jeweilige Wirkungsweise ergibt sich folgendermaßen:
Beim zielseitigen Auftreffen des Geschosses nach Fig. 14 nimmt die Stoßaufnahmefläche 54 Energie auf. Die Kreisringscheibe 76 wird plastisch zusammengedrückt und die Stoßabgabefläche 58 überträgt die aufgenommene Energie stoßartig auf die Zündpille 86. Hierdurch wird der Zerlegersatz 84 von seiner Vorderseite aus betätigt. Kommt es nicht zum zielseitigen Auftreffen, dann wird der Zerlegersatz 84, sobald der Leuchtspursatz 80 durchgebrannt ist, von seiner Rückseite aus betätigt; das Fluggeschoß zerlegt sich von selbst und kann nach dem Vorbeiflug am Ziel keinen größeren Schaden mehr anrichten.
Beim zielseitigen Auftreffen des Geschosses nach Fig. 18 wird die Büchse 94 infolge ihrer Massenträgheit stoßartig gegen die Kreisringscheibe 76 bewegt, wobei deren plastisch verformbarer Werkstoff zusammengedrückt wird und radial ausweichen kann. Hierdurch überträgt der Vorsprung 96 Energie auf die Zündpille 86, die nun den Zerlegersatz 84 betätigt. Beim Vorbeiflug des Geschosses am Ziel brennt der Leuchtspursatz 80 durch und betätigt durch die Bohrung 98 hindurch die Zündpille 86 die nun ihrerseits den Zerlegersatz 84 betätigt, um einen nicht beabsichtigten Schaden durch das Geschoß zu verhindern.
Gleichermaßen kann beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 16 eine Schlagmasse nach Art der Büchse 94 vorgesehen sein, um nicht nur die Selbstzerlegung nach dem Verfehlen des Zieles, sondern auch die Zerlegerhilfe beim Auftreffen zu gewährleisten.
Die in den beispielhaft dargestellten jeweiligen Ausführungsformen realisierten Merkmale lassen sich weitgehend beliebig derart miteinander kombinieren, daß vorteilhafterweise einem gegebenen Geschoß ein außerordentlich breites Einsatzspektrum zugeordnet, das heißt, das Geschoß gegen unterschiedlichste Ziele verwendet werden kann. Bei entsprechender Ausbildung der Spitze 14 wirkt diese im Auftreffen als Vorpenetrator. Der Einfachinitiator mit der Schlagmasse zum auftreffweisen und dem Leuchtspursatz zum zeitlich vorgebbaren Zerlegen des Geschosses weist vorteilhafterweise aus Werkstoff besonders hoher Dichte gefertigte Teile auf, so daß eine die Flugeigenschaften des Geschosses (insbesondere gestreckte Flugbahn) beeinträchtigende Dichteeinbuße vermieden wird.
Wird das Geschoß gemäß Fig. 17 aus einer Wolframschwermetallsinterlegierung oder aus abgereichertem Uran gefertigt, so kann die Brandmasse 90 zum Erzielen der angestrebten hohen durchschnittlichen Geschoßdichte einen hohen Anteil an abgereichertem Uranpulver enthalten. In diesem Fall empfiehlt sich, wiederum die Hülle 28 vorzusehen, um ein Schadhaftwerden des Geschosses vor dem Erreichen des Ziels zu verhindern.
Das Schwermetallpulver 40 ist vorteilhafterweise tablettiert; durch ein vorgebbares Teilchengrößenspektrum (Siebkennlinie) mit einer unteren Grenze im µm-Bereich und einer oberen Grenze im mm-Bereich wird dabei eine hohe Dichte erzielt. Außerdem wird hierdurch eine weitgehende Energieübertragung auf das Ziel mit einer hohen Schadwirkung gewährleistet: die kleinen Teilchen geben ihre Energie bereits im Oberflächenbereich eines jeweiligen Zielelements an dieses ab. Ist einerseits der Zielwerkstoff unter den Auftreffbedingungen ausreichend reaktionsfreudig - dies ist der Fall bei Leichtmetallegierungen, wie sie im Flugzeugbau üblich sind und insbesondere bei den Treibstoffvorräten an Bord des betreffenden Zieles -, wird neben der mechanischen auch eine physikalisch-chemische Wirkung beobachtet. Hieraus resultiert eine gute Eignung des Fluggeschosses nach der Erfindung zum Bekämpfen von Flugzielen. Weist andererseits der Zielaufbau Schichten mit größerer Wandstärke auf, wie sie bei gepanzerten Zielen, vornehmlich erdgebundenen Fahrzeugen, aber auch Kampfhubschraubern, anzutreffen sind, steht die mechanische Schadwirkung in Form von Einbeul-, Aufreiß- und Durchschlagsvermögen im Vordergrund. Hieraus resultiert eine gute Eignung des Fluggeschosses nach der Erfindung auch gegen die weiteren genannten Ziele. In beiden Zusammenhängen erweist sich der bereits erörterte Einfachinitiator zum Gewährleisten eines bezüglich der unterschiedlichen Zielarten breiten Einsatz- und Wirkungsspektrums als vorteilhaft.
Gemäß Fig. 14 ist dem Leuchtspursatz 80 ein Verzögerungssatz 82 zugeordnet. Bei entsprechender Abbrandcharakteristik des Leuchtspursatzes 80 kann er auch die Funktion des Verzögerungssatzes 82 übernehmen, so daß letzterer entbehrlich wird.

Claims (22)

1. Unterkalibriges Fluggeschoß mit hohem Schwermetallanteil mit einer zentralaxialen Halterung sowie splitterbildenden und pyrophoren Mitteln (nach Patentanmeldung P 30 16 638.2), gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
  • a) die Spitze (14) des Fluggeschosses ist im wesentlichen aus pyrophorem Werkstoff gefertigt,
  • b) die splitterbildenden Mittel sind wenigstens teilweise als Kreisringscheiben (20; 72) ausgebildet und als solche entlang wenigstens einem Teil einer Geschoßlängsachse (30) stapelförmig um die Halterung (12; 38) angeordnet und
  • c) die Halterung (12; 12′) ist als Penetrator ausgebildet.
2. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung (12; 12′) bodenseitig eine Verstärkung (18) mit wenigstens einer vorderseitigen, gegen die Geschoßlängsachse (30) geneigten Abstreiffläche (36) aufweist.
3. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch kegelmantelförmige Gestalt der Abstreiffläche (36).
4. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kreisringscheiben (20) auf die Halterung (12; 38) aufgeschrumpft sind.
5. Unterkalibriges Fluggeschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch Sollbruchstellen (26; 46) in den Kreisringscheiben (20).
6. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sollbruchstellen (26) als radiale Ausnehmungen ausgebildet sind.
7. Unterkalibriges Fluggeschoß nach dem Oberbegriff und den Merkmalen a und b des Anspruchs 1, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
  • a) die Halterung ist als Hülse (38) ausgebildet,
  • b) der Hülse (38) ist vorderseitig eine Zerlegerhilfe (50) zugeordnet,
  • c) die Zerlegerhilfe (50) weist vorderseitig eine Stoßaufnahmefläche (54) und rückseitig eine gegen den Boden (16) gerichtete rotationssymmetrische Stoßabgabefläche (58) auf,
  • d) die Zerlegerhilfe (50) ist unter der Wirkung eines zielseitigen Auftreffstoßes axial gegen den Boden (16) beweglich und
  • e) zum Zusammenwirken mit der Stoßabgabefläche (58) umschließt die Hülse (38) Körper (60; 66), die bei der Axialbewegung der Zerlegerhilfe (50) eine radiale Stoßkomponente auf die Kreisringscheiben (20) übertragen.
8. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Körper als Kugeln (60) ausgebildet sind.
9. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
  • a) die Körper (66) weisen einen kreiszylindrischen Teil (70) auf, an den sich ein gegen den Boden gerichteter Kreiskegelstumpf (70) anschließt und
  • b) jedem Kreiskegelstumpf (70) ist eine Kreisscheibe (72) mit einer zentralen trichterförmigen Ausnehmung (74) zugeordnet.
10. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (38) sich entlang der Geschoßlängsachse (30) erstreckende Sollbruchstellen (32) aufweist.
11. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kreisringscheiben (20) radiale Trennschnitte (62) aufweisen und von einer Hülle (28) umgeben sind.
12. Unterkalibriges Fluggeschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch Kreisringscheiben (20) mit einer kreisringförmigen Aufnahme (42).
13. Unterkalibriges Fluggeschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch Kreisringscheiben (20) mit auf einem Teilkreis (48) um die Geschoßlängsachse (30) nach einer vorgebbaren Anzahl vorgesehene Aufnahmebohrungen (44).
14. Unterkalibriges Fluggeschoß nach einem der Ansprüche 6, 12 und 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (26), die Aufnahme (42) und die Aufnahmebohrungen (44) mit Schwermetallpulver (40) gefüllt sind.
15. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 14, gekennzeichnet durch ein Teilchengrößenspektrum des Schwermetallpulvers mit einer unteren Durchmessergrenze im µm- und einer oberen Durchmessergrenze im mm-Bereich.
16. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Schwermetallpulver in eine Brandmasse eine Brandmasse eingebettet ist.
17. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 14, 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (26) außenseitig von einer Hülle (28) umgeben sind.
18. Unterkalibriges Fluggeschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 17, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
  • a) bodenseitig ist ein Leuchtspursatz (80) angeordnet,
  • b) der Leuchtspursatz (80) ist mit einem Verzögerungssatz (82) und
  • c) der Verzögerungssatz (82) ist mit einem Selbstzerlegersatz (84) verbunden.
19. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß der Selbstzerlegersatz (84) in der zentralaxialen Halterung (38; 12′) angeordnet ist.
20. Unterkalibriges Fluggeschoß nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und den Kennzeichen der Patentansprüche 18 und 19, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
  • a) die zentralaxiale Halterung (12′) ist homogen in die splitterbildenden Mittel (20) integriert und
  • b) die pyrophoren Mittel sind vorzugsweise spitzen- und umfangsseitig angeordnet.
21. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 20, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
  • a) zur gezielten Zerlegung des Fluggeschosses sind nach Tiefe und Querschnitt jeweils vorgebbare, vorzugsweise nutartige, Vertiefungen (88) im Umfangsbereich (11) angeordnet,
  • b) die Vertiefungen (88) erstrecken sich bis in den Spitzenbereich (14) des Fluggeschosses und
  • c) die Vertiefungen (88) sind in vorgebbaren Bereichen mit einer Brandmasse (90) ausgefüllt.
22. Unterkalibriges Fluggeschoß nach Anspruch 20, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
  • a) das Fluggeschoß ist im wesentlichen aus abgereichertem Uran gefertigt,
  • b) zur gezielten Zerlegung des Fluggeschosses sind Zonen (92) zum Schwächen der Mikrostruktur angeordnet und
  • c) die Zonen (92) erstrecken sich aus dem Umfangsbereich (11) ohne dessen Gestaltungsbeeinträchtigung bis in eine vorgebbare radiale Tiefe.
DE19813144533 1981-11-10 1981-11-10 Unterkalibriges fluggeschoss mit hohem schwermetallanteil und splitterbildenden und pyrophoren mitteln Withdrawn DE3144533A1 (de)

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