DE3145006C2 - - Google Patents

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DE3145006C2 DE19813145006 DE3145006A DE3145006C2 DE 3145006 C2 DE3145006 C2 DE 3145006C2 DE 19813145006 DE19813145006 DE 19813145006 DE 3145006 A DE3145006 A DE 3145006A DE 3145006 C2 DE3145006 C2 DE 3145006C2
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Gold aus Anodenschlämmung, die während der elektrolytischen Kupferraffination gebildet werden.
Anodenschlämme, die während der elektrolytischen Kupferraffination gebildet werden, bestehen vorwiegend aus solchen Verunreinigungen, die ursprünglich in der Kupferanode enthalten sind, und die in dem Elektrolyten unlöslich sind. Solche Anodenschlämme, die entweder an der Kupferanode bleiben oder sich auf dem Boden des Elektrolysegefäßes absetzen, enthalten normalerweise nicht nur zahlreiche wertvolle Metalle, wie z. B. Gold, Silber, Selen, Tellur, Blei, und Metalle der Platingruppe, sondern auch begleitendes Kupfer.
Es sind verschiedene Verfahren zur Gewinnung dieser wertvollen Metalle aus solchen Schlämmen bekannt. Viele Verfahren gebrauchen die Stufen Kupfer und Selenentfernung, Schmelzen, Verdampfen, Kupellierung, Silberelektrolyse und Goldelektrolyse in der angegebenen Reihenfolge. Da der Stufe der Goldgewinnung gewöhnlich andere Metallgewinnungsstufen vorhergehen, von welchen jede einen bis fünf Tage bis zur Vervollständigung benötigt, kann die Goldgewinnungsstufe zwei oder drei Wochen lang nicht begonnen werden. Und weil das Gold während der Schmelzstufe im Stein und in der Schlacke enthalten sein wird, und ebenfalls in der Bleiglätte der Kupellationsstufe, sind wiederholte Behandlungen dieser Produkte erforderlich, um das Gold daraus zu gewinnen, was die Zeit zur Gewinnung des gesamten Goldes aus den anfänglichen Anodenschlämmen verlängert.
Aus der US-PS 40 94 668 ist ein Verfahren zur Gewinnung von Gold aus Anodenschlämmen bekannt, bei dem 1) Kupfer aus dem bei der Kupferelektrolyse anfallenden Anodenschlamm durch Umsetzen des Anodenschlammes und verdünnter Schwefelsäure unter Zuführen von Sauerstoff bei erhöhten Temperaturen und bestimmten Sauerstoffpartialdrucken zuerst entfernt und dann Selen vom abgetrennten Rückstand durch Erhitzen auf 400-800°C in einer oxidierenden Atmosphäre abgedampft wird, 2) eine wäßrige Aufschlämmung aus den nach 1) erhaltenen Anodenschlämmen gebildet wird, 3) in die wäßrige Aufschlämmung der Stufe 2) zur Lösung des Goldes Chlorgas eingeblasen wird, und 4) das gelöste Gold aus der vom Rückstand abgetrennten Lösung gewonnen wird, wobei zur Herstellung der wäßrigen Aufschlämmung nach Verfahrensstufe 2) zwingend ein Gemisch aus verdünnter Salzsäure oder Salpetersäure und Eisen(III)-chlorid erforderlich ist und das Chlorgas in die Aufschlämmung während einer Dauer von mindestens fünf Stunden eingeleitet wird. Obwohl das Verfahren eine wesentliche Verbesserung darstellt, ist es in seiner Verfahrens­ durchführung und in bezug auf den Reinheitsgrad des Goldes (98,8 bis 99,1%) noch nicht voll befriedigend.
Aus US-PS 40 47 939 ist es bekannt, Anodenschlämme aus der Kupferraffination, auch der Kupferelektrolyse mit konzentrierter Schwefelsäure unter Zufuhr von Luft bei Atmosphärendruck zu behandeln und das Selen durch Rösten abzudampfen.
Des weiteren ist es aus US-PS 40 02 544 bekannt, zur Entfernung von Selen aus Schlämmen, aus denen Kupfer oder Nickel bereits entfernt ist, entweder durch oxidierendes Rösten bei 500 bis 600°C Selendioxid abzudampfen oder durch Rösten solcher Schlämme mit Alkaliverbindungen, z. B. Soda, unter Zufuhr von Luft Natriumselenite oder Natriumselenate zu bilden, die mit Wasser ausgewaschen werden können.
Auf welche Weise Selen von den Anodenschlämmen entfernt wird, hängt vom jeweils gewählten Verfahren ab und ist in das Ermessen des Fachmannes gestellt.
Aus der US-PS 39 30 845 ist ein Verfahren zur Gewinnung von Gold aus Merrill-Schlämmen, die einen hohen Goldgehalt von ca. 50 Gew.-% aufweisen, bekannt; nach diesem Verfahren werden die Merrill-Schlämme durch Zementation von Gold aus einer Goldchlorid-Lösung an Gold angereichert und dann in eine wäßrige Aufschlämmung dieser Zementatschlämme in Gegenwart von Natriumsulfat Chlorgas eingeleitet.
Alle diese Verfahren weisen jedoch Nachteile in der Reinheit des erhaltenen Goldes auf und/oder sind nicht besonders effektiv.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die aufgezeigten Nachteile des Standes der Technik zu überwinden und ein einfaches, rasches und effektives Verfahren zur Gewinnung von Gold aus Anodenschlämmen, die während der elektrolytischen Kupferraffination entstehen, bei dem
  • (1) Kupfer und Selen aus diesen Anodenschlämmen entfernt wird unter Bildung eines Materials, das als Hauptbestandteil Bleisulfat und geringe Anteile an Silber und Edelmetall enthält,
  • (2) eine wäßrige Aufschlämmung des in Stufe (1) erhaltenen Materials gebildet wird,
  • (3) in die wäßrige Aufschlämmung der Stufe (2) Chlorgas eingeleitet wird und
  • (4) das gelöste Gold aus der vom Rückstand abgetrennten Lösung gewonnen wird.
Die gestellte Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1. Zweckmäßige Ausgestaltungen dieses Verfahrens sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 14.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird aus den während der elektrolytischen Kupferraffination gebildeten Anodenschlämmen zuerst Kupfer und Selen unter Bildung eines Materials, das als Hauptbestandteil Bleisulfat und geringe Anteile an Silber und Edelmetall enthält, entfernt, dann werden die Schlämme in Wasser unter Bildung einer wäßrigen Aufschlämmung dispergiert, danach wird Chlorgas in die wäßrige Aufschlämmung eingeleitet, um das Gold zu lösen, und schließlich wird das gelöste Gold vom Rückstand abgetrennt. Dieses Verfahren ermöglicht eine einfache, rasche und effektive Gewinnung des Goldes aus den Anodenschlämmen in hoher Reinheit (99,99%).
Nach der ersten Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Kupfer und das Selen aus den Anodenschlämmen entfernt. Solche Verfahren sind an sich bekannt (vgl. z. B. Seite 40 von "Flow Charts and Capacity of Copper Refining Operation" Oktober 1978, veröffentlicht von Japan Mining & Industry Association).
Eine Methode zur Entfernung dieser Metalle aus den Anodenschlämmen ist die Umsetzung der Schlämme mit verdünnter Schwefelsäure und Luft oder Sauerstoff, oder die Umsetzung der Schlämme mit konzentrierter Schwefelsäure, und anschließender Extraktion der umgesetzten Schlämme mit Wasser. Diese Reaktion wird in einem Gefäß entweder unter atmosphärischem Druck oder unter erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur durchgeführt. Auf diese Weise wird das Kupfer aus den Schlämmen gelöst. Als nächstes wird der Rückstand durch Rösten bei Temperaturen von 600 bis 800°C oxidiert, um das darin enthaltene Selen als Selendioxid zu verdampfen.
Nach einer anderen Methode läßt man die Anodenschlämme mit entweder einer Säure oder einem Alkali und mit Luft oder Sauerstoff in einem Autoklaven bei hoher Temperatur und unter erhöhtem Druck reagieren. Wenn eine Säure verwendet wird, wird diese Reaktion bei einer höheren Temperatur ausgeführt, als sie bei der Schwefelsäurebehandlung (oben beschrieben) verwendet wird, und Kupfer und Selen können gleichzeitig aus den Schlämmen gelöst werden. Wenn Alkali verwendet wird, wird das Selen in der alkalischen Lösung gelöst, während das Kupfer aus dem Rückstand mit verdünnter Schwefelsäure extrahiert wird.
Nach einer weiteren Methode werden die Anodenschlämme durch Rösten (entweder in Gegenwart oder in Abwesenheit von konzentrierter Schwefelsäure) oxidiert, um das Selen als Selendioxid zu verdampfen, und dann das Kupfer aus den gerösteten Schlämmen mit Wasser oder verdünnter Schwefelsäure extrahiert.
Eine weitere Methode, die verwendet werden kann, wird in der japanischen Patentanmeldung der Anmelderin Nr. 148 506/1980 angemeldet am 23. Oktober 1980, beschrieben. Nach dieser Methode wird freie Schwefelsäure aus den Schlämmen im größtmöglichen Ausmaß entfernt, und danach wird eine die Schlämme enthaltene wäßrige Aufschlämmung mit Luft oder Sauerstoff bei hoher Temperatur und unter einem hohen Druck in einem Gefäß behandelt, um das Kupfer und Selen in säurelösliche Substanzen zu überführen. Das Kupfer und Selen werden dann mit Schwefelsäure extrahiert.
In jedem Fall wird im erfindungsgemäßen Verfahren zuerst Kupfer und Selen aus den Anodenschlämmen entfernt, um die gleichzeitige Lösung dieser Metalle zu verhindern, wenn das Gold danach aus den Schlämmen gelöst wird. Ihre Entfernung erleichtert auch die spätere Abtrennung der anderen verbleibenden Metalle aus den Schlämmen.
Darüber hinaus bewirken die angeführten Behandlungen der Anodenschlämmen zur Entfernung von Kupfer und Selen auch die Entfernung irgendwelcher organischer Beimengungen, die in den Anodenschlämmen vorhanden sein können, wobei diese organischen Beimengungen, wie z. B. Kleber, Pulpenabfall oder Casein, anfänglich im Elektrolyten enthalten sind. In dieser Hinsicht ist es wünschenswert, diese Beimengungen aus den Anodenschlämmen vor der Behandlung der wäßrigen Aufschlämmung dieser Anodenschlämme mit Chlorgas gemäß der vorliegenden Erfindung zu entfernen, weil, wenn sie vorhanden sind, das Chlorgas durch die organischen Beimengungen zu Chloridionen reduziert wird (die organischen Beimengungen werden dabei oxidiert), und die Chlorionen nach den folgenden Reaktionen mit Silberchlorid, welches sich bei der Chlorierung gebildet hat, reagieren, so daß das Silberchlorid in Form von Komplexionen gelöst wird:
AgCl + Cl- → [AgCl₂]-
AgCl + 2 Cl- → [AgCl₃]--
Ähnliche Reaktionen lösen auch vorhandenes Blei in Form von Bleiionen oder Bleiionenkomplexen, wobei das Blei vor der Chlorierung anfänglich in Form von Bleisulfat vorhanden ist.
Andererseits wird, wenn die wäßrige Aufschlämmung der Anodenschlämme keine organischen Beimengungen enthält, wenn gemäß der vorliegenden Erfindung Chlorgas zugefügt wird, die Bildung von Chloridionen auf die Menge begrenzt, die erforderlich ist, um mit dem vorhandenen Gold zu reagieren.
Die wäßrige Aufschlämmung der Anodenschlämme besitzt folglich nach der Chlorierung einen sauren pH-Wert, und nur sehr kleine Mengen von vorhandenem Silber und Blei werden gelöst.
Von den verschiedenen angeführten Methoden zur Entfernung von Kupfer und Selen von den Anodenschlämmen, welche die trockene Oxidation der Schlämme durch Rösten und die nasse Oxidation in Autoklaven umfassen, sind die ersteren wegen ihrer Eigenschaften zur Entfernung organischer Beimengungen bevorzugt. Dies wird bedingt durch die Bildung von weniger Chloridionen, wenn die wäßrige Aufschlämmung der Schlämme mit Chlorgas behandelt wird, und durch die geringere Auflösung von Silber oder Blei. Aber selbst mit den nassen Oxidationsverfahren unter Verwendung von Autoklaven können die Ziele der vorliegenden Erfindung ausreichend erreicht werden. Gemäß der nächsten Stufe des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Anodenschlämme, die zur Entfernung von darin vorhandenem Kupfer und Selen, sowie von organischen Beimengungen, behandelt wurden, in Wasser unter Bildung einer wäßrigen Aufschlämmung dispergiert und dann Chlorgas eingeblasen. Die wäßrige Aufschlämmung wird in ein Gefäß gegeben, welches entweder offen oder geschlossen sein kann, und die wäßrige Aufschlämmung wird in der Regel gerührt, während das Chlorgas zugegeben wird. Die Konzentration der Schlämme in der Aufschlämmung sollte nicht zu hoch sein, weil sonst ihr pH-Wert zu niedrig ist, und das zugefügte Chlorgas eine nicht erwünschte Auflösung von Silber, Blei oder ähnlichen Metallen verursachen würde.
Das Chlorgas wird so lange zu der wäßrigen Aufschlämmung der Anodenschlämme zugefügt, bis nichtumgesetztes Chlorgas in Blasen an der Oberfläche der wäßrigen Aufschlämmung erscheint, oder bis der Chlorgasdruck in einem geschlossenen Gefäß nicht mehr sinkt. Da das Gold in den Schlämmen in Form von feinen Teilchen vorliegt und diese gegenüber Chlor sehr reaktiv sind, werden nach einer Chlorbehandlung von nicht mehr als 3 Stunden mindestens 99,5% des Goldes aus den Schlämmen gelöst sein.
Die Gold enthaltende Lösung wird danach vom Rückstand abgetrennt und zur Gewinnung des Goldes mit einem Reduktionsmittel behandelt. Geeignete Reduktionsmittel umfassen Wasserstoffperoxid, Oxalate, Eisen(II)-salze oder dergleichen. Bei Verwendung dieser Reduktionsmittel kann das Gold direkt in einer hochreinen Form erhalten werden. Die Lösung, aus der das Gold erhalten wurde, kann dann zur Gewinnung der Metalle der Platingruppe einer anderen Verfahrensstufe zugeführt werden. Der Rückstand, von dem die Gold enthaltende Lösung abgetrennt wurde, besitzt nur einen sehr geringen Goldgehalt, z. B. nicht mehr als einige 10 g pro Tonne. Er kann geschmolzen und das Silber daraus gewonnen werden. Das Silber kann zur Bildung einer Silberanode konzentriert werden, die dann zur Herstellung von hochreinem Silber einer Elektrolyse unterworfen werden kann.
In den folgenden Beispielen wird nun die Erfindung näher beschrieben.
Beispiel 1
Anodenschlämme aus einer elektrolytischen Kupferraffination mit 18,8 Gew.-% Kupfer, 6,2 Gew.-% Selen, 6,8 Gew.-% Blei, 24 Gew.-% Wasser, 343 g/t Gold und 107 000 g/t Silber wurden getrocknet. Aus diesen Schlämmen wurden Teilchen mit einer Teilchengröße von 0,84 bis 4,3 mm abgetrennt und durch Rösten während mindestens einer Stunde bei 700°C in einem Drehrohrofen oxidiert. 6 kg der gerösteten Schlämme wurden zerkleinert, und bei 80°C eine Stunde lang mit 30 l verdünnter Schwefelsäure mit einer Konzentraiton von 250 g/l behandelt. Der Säureextraktionsrückstand hatte ein Trockengewicht von 1,82 kg
Aus 1,3 kg des Säureextraktionsrückstands und 3,9 l Wasser wurde eine wäßrige Aufschlämmung gebildet. Mit einer Geschwindigkeit von 390 ml/min wurde in diese Aufschlämmung Chlorgas eingeblasen, wobei der Rückstand 3 Stunden bei 80°C mit dem Chlor umgesetzt wurde. Zur Einstellung des pH-Wertes der Aufschlämmung wurde kein Neutralisationsmittel zugeführt. Die bei der Reaktion erhaltene Lösung zeigte einen pH-Wert von 1,06. Die Mengen und chemischen Analysen des Rückstands usw. und das Extraktionsverhältnis werden in der nachfolgenden Tabelle I gezeigt.
Tabelle I
Beispiel 2
Die Verfahrensmaßnahmen von Beispiel 1 wurden wiederholt mit der Ausnahme, daß Schlämme mit 14,8 Gew.-% Kupfer, 6,0 Gew.-% Selen, 13,9 Gew.-% Blei, 18 Gew.-% Wasser, 5010 g/t Gold und 101 000 g/t Silber verwendet wurden, eine wäßrige Aufschlämmung aus 0,65 kg des Säureextraktionsrückstands und 2,0 l Wasser gebildet wurde, und Chlorgas mit einer Geschwindigkeit von 200 ml/min in die Aufschlämmung eingeblasen wurde. Die bei der Umsetzung erhaltene Lösung zeigte einen pH-Wert von 1,19. Die Ergebnisse werden in der nachfolgenden Tabelle II gezeigt.
Tabelle II
Eine Mischung der nach den Beispielen 1 und 2 erhaltenen Gold enthaltenden Extraktionslösung wurde direkt mit einer wäßrigen Lösung von Wasserstoffperoxid umgesetzt unter Bildung eines reduzierten Goldniederschlags, der 99,98 Gew.-% Gold, 1 ppm Silber, 3 ppm Blei, 7 ppm Kupfer und 130 ppm Antimon enthielt. Der Niederschlag wurde in Salpetersäure gekocht, und das durch Fest-Flüssig-Abtrennung erhaltene Produkt in einem Schmelztiegel geschmolzen. Auf diese Weise wurde hochreines Gold mit mindestens 99,99 Gew-% Gold, nicht mehr als 1 ppm Silber, nicht mehr als 1 ppm Blei, 1 ppm Kupfer und 2 ppm Antimon erhalten.
Beispiel 3
Es wurde eine Aufschlämmung gebildet aus 1,6 kg Anodenschlämme aus der elektrolytischen Kupferraffination, die 13,7 Gew.-% Kupfer, 5,3 Gew.-% Selen, 9,6 Gew.-% Blei, 20 Gew.-% Wasser, 5000 g/t Gold und 95 000 g/t Silber enthielt, und 4 l Wasser. Die Aufschlämmung wurde in einen Autoklaven gegeben und eine Stunde lang bei einer Temperatur von 220°C und einem Sauerstoffpartialdruck von 10 kg/cm² oxidiert. Die auf diese Weise oxidierte Aufschlämmung wurde aus dem Autoklaven genommen und durch Zugabe von 1,6 kg 98%iger konzentrierter Schwefelsäure 1 Stunde lang bei 80°C extrahiert. Es wurdsew 418 g (trocken) Extraktions­ rückstand erhalten, der 0,43 Gew.-% Kupfer, 0,20 Gew.-% Selen, 193 000 g/t Silber und 19 300 g/t Gold enthielt.
Es wurde eine wäßrige Aufschlämmung gebildet aus 209 g des Säureextraktionsrückstands und 630 ml Wasser. Mit einer Geschwindigkeit von 63 ml/min wurde Chlorgas eingeleitet, wobei der Rückstand bei 80°C 3 Stunden mit dem Chlor reagiert. Der pH-Wert wurde nicht eingestellt. Die Gold enthaltende Extraktionslösung zeigte einen pH-Wert von 0,31. Obgleich die Lösung leicht höhere Silber- und Bleikonzentrationen aufwies (d. h. 0,004 bzw. 0,30 g/l), enthielt die Lösung 5 g Gold/l, und der Rückstand enthielt 5 g Gold/t. Das bedeutet eine Gold-Extraktion von mindestens 99,5%.
Die verbleibenden 209 g des Säureextraktionsrückstands wurden auf die gleiche Weise behandelt, mit der Ausnahme, daß während der Reaktion des Goldes mit Chlor der pH-Wert mit Natriumhydroxid auf ca. 1 eingestellt wurde. Die Lösung zeigte Silber- und Bleikonzentrationen von 0,004 bzw. 0,09 g/l, und es wurde eine Gold-Extraktion von mindestens 99,5% erhalten.
Vergleichsbeispiel
Die gleiche Schlämme wie sie in Beispiel 3 verwendet wurde, wurde ohne Entfernung von Kupfer und Selen direkt mit Chlor behandelt. Es wurde eine Aufschlämmung gebildet aus 600 g Schläme und 2,0 l Wasser, und mit einer Geschwindigkeit von 210 ml/min wurde Chlorgas in die Aufschlämmung geblasen, wobei die Schlämme mit dem Chlor bei 80°C 3 Stunden reagierte. Die Lösung zeigte einen pH-Wert von 0 oder darunter. Die Ergebnisse werden in Tabelle III gezeigt.
Tabelle III
Aus den oben aufgezeigten Ergebnissen ist klar ersichtlich, daß mit der Erfindung ein hervorragendes industrielles Verfahren zur Verfügung gestellt wird, mit dem Gold mit hoher Ausbeute auf einfache Weise, schnell und in hoher Reinheit gewonnen werden kann, und mit dem eine effektive Abtrennung von Gold von den anderen wertvollen Metallen nur unter Verwendung eines hydrometallurgischen Verfahrens, welches eine kleine und einfache Apparatur benötigt, erreicht wird.

Claims (14)

1. Verfahren zur Gewinnung von Gold aus Anodenschlämmen, die während der elektrolytischen Kupferraffination entstehen, bei dem
  • (1) Kupfer und Selen aus diesen Anodenschlämmen entfernt wird unter Bildung eines Materials, das als Hauptbestandteil Bleisulfat und geringe Anteile an Silber und Edelmetall enthält,
  • (2) eine wäßrige Aufschlämmung des in Stufe (1) erhaltenen Materials gebildet wird,
  • (3) in die wäßrige Aufschlämmung der Stufe (2) Chlorgas eingeleitet wird und
  • (4) das gelöste Gold aus der vom Rückstand abgetrennten Lösung gewonnen wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige Aufschlämmung nach Stufe (2) unter alleiniger Verwendung von Wasser gebildet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in der Stufe (1)
  • (a) die Anodenschlämme mit Luft oder Sauerstoff in Gegenwart von verdünnter Schwefelsäure reagieren läßt,
  • (b) die nach Stufe (a) erhaltenen umgesetzten Schlämme mit Wasser behandelt, um das Kupfer in der Lösung zu lösen und einen Extraktionsrückstand zurückzulassen, und
  • (c) den nach Stufe (b) erhaltenen Extraktionsrückstand durch Rösten bei einer Temperatur von 600 bis 800°C oxidiert, um Selen in Form von Selendioxid zu verdampfen.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion in Stufe (a) bei Atmosphärendruck ausgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion in Stufe (a) bei erhöhter Temperatur und Druck durchgeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in der Stufe (1)
  • (a) die Anodenschlämme mit konzentrierter Schwefelsäure behandelt,
  • (b) die nach Stufe (a) erhaltenen behandelten Schlämme mit Wasser behandelt, um das Kupfer in der Lösung zu lösen, und einen Extraktionsrückstand zurückzulassen, und
  • (c) den nach Stufe (b) erhaltenen Extraktionsrückstand durch Rösten bei einer Temperatur von 600 bis 800°C oxidiert, um Selen in Form von Selendioxid zu verdampfen.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion in Stufe (a) bei Atmosphärendruck durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion in Stufe (a) bei erhöhter Temperatur und Druck durchgeführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in Stufe (1)
  • (a) die Anodenschlämme mit Alkali in Gegenwart von Luft oder Sauerstoff bei hoher Temperatur und hohem Druck behandelt, um Selen im Alkali zu lösen und einen Rückstand zurückzulassen, und
  • (b) aus dem in Stufe (a) erhaltenen Rückstand Kupfer mit verdünnter Schwefelsäure extrahiert.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in Stufe (1)
  • (a) die Anodenschlämme durch Rösten oxidiert, um Selen in Form von Selendioxid zu verdampfen, und
  • (b) das Kupfer aus den in Stufe (a) erhaltenen gerösteten Schlämmen mit Wasser oder verdünnter Schwefelsäure extrahiert.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Rösten in Gegenwart von konzentrierter Schwefelsäure durchgeführt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man in Stufe (1)
  • (a) die Anodenschlämme behandelt, um freie Schwefelsäure zu entfernen,
  • (b) eine wäßrige Aufschlämmung der behandelten, nach Stufe (a) erhaltenen Schlämme bildet, und diese Schlämme mit Luft oder Sauerstoff bei hoher Temperatur und hohem Druck reagieren läßt, um Kupfer und Selen in säurelösliche Substanzen umzuwandeln, und
  • (c) diese säurelöslichen Substanzen mit Schwefelsäure extrahiert.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Stufe (3) eine wäßrige Aufschlämmung mit saurem pH-Wert verwendet wird.
13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man zusätzlich das in Stufe (4) erhaltene gelöste Gold mit einem Reduktionsmittel aus der Gruppe Wasserstoffperoxid, Oxalate und Eisen(II)-salze behandelt, um hochreines Gold als Niederschlag zu erhalten.
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