DE3147528C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Befestigungselement zur formschlüs
sigen Verankerung mittels aufschäumender und/oder aushärten
der Massen in einem Hohlräume aufweisenden Aufnahmematerial,
bestehend aus einem am rückwärtigen Ende mit Angriffsmitteln
zur Lastaufnahme versehenen, eine Längsbohrung sowie von
dieser ausgehende, radiale Durchtrittsöffnungen für die Masse
aufweisenden Ankerrohr und einer die Masse umgebenden Hülle.
Befestigungen in Hohlräume aufweisenden Aufnahmematerialien
ergaben bisher stets Probleme. Wegen der von außen nicht
ersichtlichen Verteilung der Hohlräume können durch Spreizen
oder Hintergreifen mechanisch verankerbare Elemente in sol
chen Aufnahmematerialien zumeist nicht verwendet werden.
Sogenannte Verbundanker, d. h. Befestigungselemente, welche
mittels Klebstoff in einem Bohrloch verankert werden, sind
wegen der sich nur über einen Teil der Oberfläche des Be
festigungselementes erstreckenden Wandung des Aufnahme
materials ebenfalls nicht einsetzbar. Dagegen ist es be
kannt, rohrförmige, mit radialen Durchtrittsöffnungen ver
sehene Befestigungselemente zu verwenden und durch die
Durchtrittsöffnungen eine aushärtende Masse in die Hohlräume
einzupressen. Die ausgehärtete Masse ergibt eine formschlüs
sige Verbindung mit dem Aufnahmematerial. Wegen der unter
schiedlich großen Hohlräume im Aufnahmematerial ist ein
vollständiges Füllen der an den Bereich des Befestigungsele
mentes angrenzenden Hohlräume praktisch nicht möglich und
aus wirtschaftlichen Gründen auch nicht erwünscht. Bei nur
teilweisem Füllen dieser Hohlräume kann die noch nicht ausge
härtete Masse, beispielsweise infolge der Schwerkraft, unkon
trolliert vom Befestigungselement wegfließen. Eine sichere
Verankerung ist dadurch nicht gewährleistet.
Weiterhin ist es bekannt, das Befestigungselement hülsenför
mig auszubilden, wobei dieses an seinem Einführende allseitig
verschlossen und unter plastischer Verformung durch einen
auf dessen Innenseite ausgeübten Überdruck radial aufweit
bar ist. Der Überdruck wird beispielsweise außerhalb durch
einen Druckstoß erzeugt und mittels eines flüssigen oder
gasförmigen Mediums auf das Innere des Befestigungselementes
übertragen. Daneben kann auch im Befestigungselement selbst
durch eine chemische Reaktion eine Volumensvergrößerung,
beispielsweise infolge von Aufschäumen, erreicht werden. Die
örtliche Verformbarkeit des Befestigungselementes erfordert
eine sehr geringe Wandstärke. Bei Belastung des Be
festigungselementes besteht daher in der Übergangszone zum
Lastaufnahmebereich die Gefahr des Abreißens. Für das Auf
weiten des Befestigungselementes ist im allgemeinen ein sehr
hoher Druck erforderlich, was zur Möglichkeit des Platzens
führt.
Praktisch als Kombination der beiden letztgenannten Möglich
keiten ist es ferner bekannt, ein mit Durchtrittsöffnungen
versehenes Ankerrohr in dem für das Aufnahmematerial vorge
sehenen Bereich mit einer ballonartigen Hülle zu umgeben.
Durch das Ankerrohr wird eine aushärtende Masse in das Auf
nahmematerial eingepreßt. Die aus den Durchtrittsöffnungen
austretende, aushärtende Masse wird dabei von der ballon
artigen Hülle umgeben und kann somit nicht frei wegfließen.
Die Menge der aushärtenden Masse läßt sich somit begrenzen
(DE-OS 28 30 073, DE-OS 23 15 859).
Die geschilderte Hülle ist relativ empfindlich, so daß sie
beim Einschieben des Befestigungselementes in ein dafür vor
gesehenes Bohrloch durch die scharfen Kanten der an die Hohl
räume angrenzenden Stege beschädigt werden kann. Dies ist
von außen meist nicht sofort ersichtlich. Hat die Hülle
jedoch ein oder mehrere Lecks, so kann durch diese die Masse
unkontrolliert in die Hohlräume des Aufnahmematerials austre
ten. Wenn überhaupt, bemerkt der Anwender dies meist erst
nach dem Auspressen der Masse. Außer im Bohrloch kann die
Hülle auch bereits beim Transport oder bei der Handhabung
des Befestigungselementes beschädigt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein unempfindliches,
sicher verankerbares Befestigungselement für Hohlräume auf
weisende Aufnahmematerialien zu schaffen.
Gemäß der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß die
Hülle in der Längsbohrung des Ankerrohres angeordnet ist und
unter dem von der Masse ausgeübten Innendruck die im Bereich
der Durchtrittsöffnungen liegenden Teile der Hülle durch die
Durchtrittsöffnungen hindurch in eine die Außenkontur des
Ankerrohres radial überragende Stellung preßbar sind.
Die Hülle befindet sich somit während des Transports, der
Handhabung und dem Einsetzen ins Bohrloch geschützt inner
halb des Ankerrohres. Beschädigungen der Hülle sind somit
praktisch ausgeschlossen. Erst durch einen von der Masse
ausgeübten Innendruck werden einzelne Bereiche der Hülle
durch die Durchtrittsöffnungen des Ankerrohres hindurch nach
außen gedrückt. Die im Bereich der an das Bohrloch angren
zenden Hohlräume liegenden Teile der Hülle hintergreifen
gegebenenfalls vorhandene Stege, während die übrigen Teile
sich an der Bohrlochwandung abstützen.
Damit die Hülle ausreichend durch die Durchtrittsöffnungen
hindurchtreten kann, ist es zweckmäßig, daß sie dehnbar
ist. Dies ist beispielsweise durch Verwendung eines gummi
elastischen Materials für die Hülle möglich. Da die Hülle
nicht in ihre Ausgangsform zurückkehren muß, kann die Deh
nung auch durch plastische Verformung erreicht werden. Neben
absolut dichten Materialien können bei Verwendung zähflüs
siger Massen auch Gewebe, Vliese oder dgl. verwendet werden.
Dies ergibt den Vorteil, daß durch die Masse die in der
Hülle enthaltene Luft verdrängt werden kann. Ein zum Bei
spiel mehr oder weniger engmaschiges Gewebe ist mit Vorteil
hauptsächlich in radialer Richtung dehnbar.
Eine weitere vorteilhafte Ausführung besteht darin, daß die
Hülle als Faltenbalg ausgebildet ist. Zum Erreichen einer
radialen Ausdehnung weist der Faltenbalg vorzugsweise in
Längsrichtung verlaufende Falten auf. Bei Verwendung eines
Faltenbalges ist dehnbares Material nicht unbedingt erforder
lich. Die Verwendung dehnbaren Materials für eine als Falten
balg ausgebildete Hülle ergibt jedoch eine vorteilhafte Kom
bination.
Bei den bekannten Befestigungselementen werden die Veranke
rungskräfte ausschließlich durch die aushärtende Masse auf
das Aufnahmematerial übertragen. Für hochbelastbare Befesti
gungen ist es zweckmäßig, wenn Teile des Ankerrohres unter
dem Innendruck der in der Hülle enthaltenen Masse radial
aufweitbar sind. Durch die radiale Aufweitung von Teilen des
Ankerrohres erfolgt somit zusätzlich zur formschlüssigen
Verankerung eine Verspreizung des Ankerrohres im Aufnahme
material. Dadurch erhält das Befestigungselement auch be
reits vor dem Aushärten der Masse und im Brandfall einen
relativ hohen Verankerungswert. Die radial aufweitbaren
Teile des Ankerrohres können auch eine Zentrierung des An
kerrohres in einem ein gewisses Übermaß aufweisenden Bohr
loch ermöglichen.
Die Erfindung soll nachstehend anhand der sie beispielsweise
wiedergebenden Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigt
Fig. 1 eine Ausführung eines erfindungsgemäßen Be
festigungselementes in perspektivischer Dar
stellung,
Fig. 2 das Befestigungselement gemäß Fig. 1 in ver
ankertem Zustand, im Längsschnitt,
Fig. 3 eine weitere Ausführung eines erfindungsge
mäßen Befestigungselementes, in perspek
tivischer Darstellung,
Fig. 4 einen Querschnitt durch das Befestigungsele
ment gemäß Fig. 3 in unaufgeweitetem Zustand,
Fig. 5 einen Querschnitt gemäß Fig. 4, in aufgeweite
tem Zustand,
Fig. 6 einen Querschnitt einer weiteren Ausführungs
form entsprechend Fig. 4,
Fig. 7 einen Querschnitt durch das Befestigungsele
ment gemäß Fig. 6, in aufgeweitetem Zustand.
Das aus Fig. 1 ersichtliche Befestigungselement besteht aus
einem insgesamt mit 1 bezeichneten Ankerrohr, das eine Längs
bohrung 1 a sowie von dieser ausgehende, radiale Durchtritts
öffnungen 1 b aufweist. Die Durchtrittsöffnungen 1 b sind als
in Längsrichtung verlaufende Langlöcher ausgebildet und in
Längsreihen angeordnet. Die einzelnen Reihen sind gegeneinan
der axial versetzt. In das rückwärtige Ende des Ankerrohres 1
ist eine Gewindehülse 1 c eingepreßt. Die Gewindehülse 1 c
ist mit einem Innengewinde 1 d versehen. Die Verbindung der
Gewindehülse 1 c mit dem Ankerrohr 1 kann je nach Material,
beispielsweise durch Verkleben, Löten oder Schweißen erfol
gen. In die Längsbohrung 1 a des Ankerrohres 1 ist eine bal
lonartige Hülle 2 eingesetzt.
Fig. 2 zeigt das Ankerrohr 1 im verankerten Zustand in einem
Aufnahmematerial 3. Das Aufnahmematerial 3 weist Hohlkam
mern 3 a auf. Nach dem Einsetzen des Ankerrohres 1 ins Auf
nahmematerial 3 ist eine aufschäumende oder aushärtende Mas
se 4 durch die Gewindehülse 1 c in die Hülle 2 eingepreßt
worden. Durch den in der Masse 4 entstehenden Innendruck
wurde die Hülle 2 im Bereich der Durchtrittsöffnungen 1 b des
Ankerrohres 1 nach außen gedrückt. Durch die nach außen
gedrückten Teile der Hülle 2 stützt sich das Ankerrohr 1 in
axialer Richtung am Aufnahmematerial 3 ab. Die aushärtende
Masse 4 schafft eine formschlüssige Verbindung zwischen dem
Ankerrohr 1 und dem Aufnahmematerial 3. Bei ausgehärteter
Masse 4 sitzt das Ankerrohr 1 damit in axialer Richtung un
verrückbar fest.
Bei der Ausführung gemäß den Fig. 3 bis 5 weist das ins
gesamt mit 11 bezeichnete Ankerrohr ebenfalls eine Längsboh
rung 11 a auf. Im vorderen Bereich ist das Ankerrohr 11 mit
Durchtrittsöffnungen 11 b versehen. Die Durchtrittsöffnun
gen 11 b werden durch drei in Längsrichtung verlaufende La
mellen 11 c gebildet. Die Ränder der Lamellen 11 c sind zur
besseren Verankerung sägezahnförmig ausgebildet.
Wie Fig. 4 zeigt, ist in dem zwischen den Lamellen 11 c ver
bleibenden Hohlraum eine ballonartige Hülle 12 angeordnet.
Um beim Füllen der Hülle 12 eine größere Ausdehnung zu er
reichen, ist die Hülle 12 als Faltenbalg ausgebildet.
Fig. 5 zeigt den Querschnitt entsprechend Fig. 4, jedoch in
aufgeweitetem Zustand des Dübels. Dieser Zustand wird durch
Einpressen einer aufschäumenden und/oder aushärtenden Mas
se 14 in die Hülle 12 erreicht. Durch den entstehenden Innen
druck werden die Lamellen 11 c des Ankerrohres 11 radial nach
außen gedrückt und dabei die zwischen den Lamellen 11 c ange
ordneten Durchtrittsöffnungen 11 b aufgeweitet. Die Hülle 12
kann nun örtlich durch die Durchtrittsöffnungen 11 b nach
außen treten. Neben der Verankerung durch die nach außen
tretende Hülle 12 erfolgt dabei eine zusätzliche Verankerung
durch das Aufweiten des Ankerrohres 11 selbst.
Fig. 6 zeigt eine weitere Ausführung, wobei das Ankerrohr 21
vier Lamellen 21 c aufweist. Zwischen den Lamellen 21 c sind
Durchtrittsöffnungen 21 b vorgesehen. In dem durch die Lamel
len 21 c gebildeten Hohlraum ist eine Hülle 22 angeordnet,
die beispielsweise faltenbalgartig ausgebildet ist.
Fig. 7 zeigt den Querschnitt entsprechend Fig. 6. Dabei sind
die vier Lamellen 21 c durch den von der Masse 24 ausgeübten
Innendruck radial auseinandergespreizt worden. Durch die
sich weitenden Durchtrittsöffnungen 21 b sind dabei Teile der
Hülle 22 nach außen gelangt. Diese Teile überragen die Kon
tur des Ankerrohres 21 und ergeben in Hohlkammern aufweisen
dem Aufnahmematerial eine formschlüssige Verankerung.
Claims (4)
1. Befestigungselement zur formschlüssigen Verankerung
mittels aufschäumender und/oder aushärtender Massen in
einem Hohlräume aufweisenden Aufnahmematerial, beste
hend aus einem am rückwärtigen Ende mit Angriffsmitteln
zur Lastaufnahme versehenen, eine Längsbohrung sowie
von dieser ausgehende, radiale Durchtrittsöffnungen für
die Masse aufweisenden Ankerrohr und einer die Masse
umgebenden Hülle, dadurch gekennzeich
net, daß die Hülle (2, 12, 22) in der Längsboh
rung (1 a, 11 a) des Ankerrohres (1, 11, 21) ange
ordnet ist und unter dem von der Masse (4, 14, 24) aus
geübten Innendruck die im Bereich der Durchtrittsöff
nungen (1 b, 11 b, 21 b) liegenden Teile der Hülle (2, 12,
22) durch die Durchtrittsöffnungen (1 b, 11 b, 21 b) hin
durch in eine die Außenkontur des Ankerrohres (1, 11,
21) radial überragende Stellung preßbar sind.
2. Befestigungselement nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Hülle (2, 12, 22) dehnbar ist.
3. Befestigungselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hülle (12, 22) als Faltenbalg
ausgebildet ist.
4. Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß Teile (11 c, 21 c) des Anker
rohres (11, 21) unter dem Innendruck der in der Hülle (12,
22) enthaltenen Masse (14, 24) radial aufweitbar sind.
Priority Applications (5)
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Publications (2)
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|---|---|
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Free format text: TER MEER, N., DIPL.-CHEM. DR.RER.NAT. MUELLER, F., DIPL.-ING., 81679 MUENCHEN STEINMEISTER, H., DIPL.-ING. WIEBUSCH, M., 33617 BIELEFELD URNER, P., DIPL.-PHYS. ING.(GRAD.) MERKLE, G., DIPL.-ING. (FH), PAT.-ANWAELTE, 81679 MUENCHEN |
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