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Verfahren zur Gewinnung von Aromastoffen aus einem Tabakex-
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trakt und deren Verwendung Beschreibung Die Erfindung betrifft ein
Verfahren zur selektiven Abtrennung von Tabak-Aromaöl aus Tabakextrakt und dessen
Verwendung gemäß den Patentansprüchen.
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Bei der Herstellung von Tabakwaren spielt die Aromatisierung des Tabaks
eine besondere Rolle. Versuche, aus aromastarken Tabaken oder Tabakabfällen das
Tabak-Aromaöl teilweise oder ganz zu gewinnen, um es aroma schwachen Tabaken wieder
zuzusetzen, scheiterten bisher daran, daß es nicht gelang, ein absolutes (klares)
Tabak-Aromaöl (frei von Nikotin, Harzen und Wachsen) in einem technisch verwertbaren
Verfahren zu gewinnen.
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Die DE-OS 21 28 779 beschreibt ein Verfahren zur Gewinnung von Aromastoffen
und die Umwandlung der Aroma-Precursoren aus Tabak, indem der Tabak mit einem oder
mehreren Lösungsmitteln, die in der eluotropen Reihe zwischen Trichloräthylen und
Äthylacetat liegen, extrahiert wird und aus dem gewonnenen Extrakt durch eine Wärmebehandlung
zwischen 110 und 1800C die Aroma-Precursoren aktiviert werden. Die nach diesem Verfahren
gewonnenen Aroma-Produkte stellen eine wachsartige, harzige Masse dar und enthalten
nahezu das gesamte Nikotin des Ausgangsproduktes.
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Die DE-OS 21 42 205 beschreibt ein Verfahren zur selektiven, aromaerhaltenden
Extraktion von Nikotin aus Tabak, indem in der ersten Stufe dem trockenen Tabak
durch Behandlung mit trockenen, überkritischen Gasen (z.B. CO2) vorübergehend das
Aroma entzogen und in einer zweiten Stufe aus dem vom Aroma befreiten und befeuchteten
Tabak das Nikotin mit feuchtem überkritischem C02 entfernt und in einem Abscheidebehälter,
der mit einem Adsorptionsmittel gefüllt ist, abgeschieden wird.
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Dieses Verfahren ist bezüglich der Tabak-Aroma-Gewinnung kostspielig
und von geringer Effizienz, weil das in der ersten Stufe gewonnene Produkt kein
klares, absolutes oder flüssiges Aromaöl darstellt, sondern eine Paste ist, die
nahezu alle Wachse und Harze des Ausgangsproduktes einschließt.
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Diese wachs- und harzartigen Stoffe verhindern weitgehend den Einsatz
des Aromaprodukts zur Rearomatisierung des zu beaufschlagenden Tabaks.
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Die DE-OS 28 44 781 beschreibt ein Verfahren zur extraktiven Behandlung
von pflanzlichem und tierischem Material, u.a.
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auch die Bearbeitung von Tabak unter Verwendung eines aus zwei Komponenten
bestehenden Lösungsmittels, wie z.B. 93 Molprozent C02 + 7 Molprozent Ethanol oder
94 Molprozent CO2 + 6 Molprozent Butan. Mit dem Zweiphasengemisch soll erreicht
werden, daß z.B. die bei der organischen Lösungsmittelextraktion gebildeten Addukte
oder Veränderungen im bearbeiteten Material vermieden werden. Das Arbeiten mit C02
allein unter überkritischen Druckbedingungen soll - um zu ausreichenden Extraktionsgraden
zu kommen - Drucke von über 150 bar erfordern. Nach dem Verfahren der DE-OS 28 44
781 sollen diese Nachteile vermieden werden, wenn dem zur Extraktion eingesetzten
C02 gewisse Mengen z.B. alkoholische Lösungsmittel quasi als Schleppmittel hinzugefügt
werden.
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Nach diesem Verfahren wird jedoch kein nikotinfreies, absolutes
Tabak-Aromaöl
gewonnen. Vielmehr sind die gewonnenen aromatischen Stoffe nach wie vor mit den
begleitenden wachs-und harzartigen Stoffen verbunden, was die Abgabe des Aromas
behindert.
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Bei einer C02-Extraktion von Tabakblättern, Tabakstengeln oder Tabakstaub
(Tabakabfälle) mit trockener oder angefeuchteter C02 in überkritischem oder unterkritischem
Zustand werden zwar aromatisch riechende Produkte gewonnen, die jedoch nur wenig
aroma-intensiv wirken, von wachs- bis harzartiger Konsistenz sind und nahezu alle
Harze und Wachse des Ausgangsproduktes verbunden mit einem sehr hoben Nikotinanteil
enthalten.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein klares, absolutes Tabak-Aromaöl
zu gewinnen, das qualitativ und quantitativ nahezu alle ätherischen Öle des Ausgangsproduktes
enthält und frei von Nikotin, Harzen und Wachsen ist. Diese-Aufgabe der Erfindung
wird durch das Verfahren gemäß den Patentansprüchen gelöst.
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Nachstehendwird die Erfindung im einzelnen erläutert.
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Tabak im Sinne der vorliegenden Erfindung sind alle Formen des fermentierten
Tabaks, wie z.B. Blätter, Stengel, Staub oder auch andere Tabakabfälle.
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Tabak-Extrakt im Sinne der vorliegenden Erfindung ist - soweit nicht
ausdrücklich von C02-Extrakt gesprochen wird -ein mit üblichen organischen Lösungsmitteln,
insbesondere Benzol, Toluol, Methanol, Ethanol, n-Propanol, Methyläthylacetat, Diäthyläther,
Aceton, n-Hexan, Cyclohexan, Petroläther, Dichlormethan oder Trichlormethan, oder
mit Mischungen dieser Lösungsmittel hergestellter Extrakt.
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Adsorptionsmittel im Sinne der vorliegenden Erfindung sind alle gebräuchlichen
Adsorbentien, insbesondere Aktivkohle, Aluminiumoxid, Magnesiumoxid, Natrium-Aluminiumsilikat,
Bleicherde, Bentonit, Kieselgel, Kieselgur, zeolithische Molekularsiebe etc.
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Die Herstellung des erfindungsgemäß eingesetzten Tabakextrakts besteht-
itn einzelnen darin, den Tabak in einem der vorgenannten organischen Lösungsmittel
oder einem Lösungsmittelgemisch zu extrahieren.
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Bevorzugt wird dabei 1 Gewichtsteil vorzerkleinerter Tabak mit 5 bis
10 Gewichtsteilen eines organischen Lösungsmittels (vorzugsweise mit Dichlormethan,
Ethanol oder Hexan) oder eines Lösungsmittelgemisches bevorzugt (Dichlormethan und
Methylacetat) - je nach Extraktionsvorrichtungen - mindestens 10 Minuten und höchstens
10 Stunden, vorzugsweise -1 bis 5 Stunden lang unter üblichen Bedingungen der Lösungsmittelextraktion
behandelt. Der ungelöste Rückstand wird abgetrennt, der Lösungsmittel enthaltende
Extrakt solange ein--gedampft, bis ein sirupartiger, lösungsmittelfreier Tabakextrakt
gewonnen wird. Das Eindampfen erfolgt vorzugsweise bei Unterdruck, besonders bevorzugt
bei etwa 15 Torr.
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Ein solcher Tabakextrakt enthält nebeneinander Harze/Wachse, Aromastoffe
und Nikotin.
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Der erhaltene Extrakt wird erfindungsgemäß mit einem Adsorptionsmittel
intensiv vermischt, bis eine gleichmäßige Verteilung zwischen Extrakt und Adsorptionsmittel
vorliegt.
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Besonders bevorzugte Adsorptionsmittel sind: Natrium-Aluminium-Silikat,
Bentonit, Magnesiumoxid oder zeolithische Molekularsiebe. Das Mischungsverhältnis
Extrakt : Adsorptionsmittel ist abhängig von der Konsistenz des Extraktes, der Dichte
und Teilchengröße des Adsorptionsmittels
sowie der gewünschten Konsistenz
des Mischproduktes. Im allgemeinen ist ein Mischungsverhältnis Extrakt : Adsorptionsmittel
zwischen 1 : 0,1 bis 1 : 10 ausreichend, bevorzugt wird ein pulverförmiges Extraktgemisch
mit einem Mischungsverhältnis von 1 : 0,3 bis 1 : 6.
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Der Adsorptionsmittelanteil solL das Verhältnis 1 : 0,1 nicht unterschreiten,
weil das erfindungsgemäß benutzte Adsorptionsmittel das Lösen der Aromastoffe im
Extraktionsbehälter und die selektive Abscheidung im Abscheidebehälter als klares,
absolutes Tabakaromlöl maßgeblich beeinflußt.
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Ein Mischungsverhältnis von mehr als 1 : 10 gibt ebenfalls noch eine
gute, selektive Lösun] und Abscheidung des Tabak-Aromaöls, wobei allerdings ein
größeres C02-Extraktionsvolumen in Kauf zu nehmen ist.
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Das Gemisch aus organischem Lösungsmittelextrakt und Adsorptionsmittel
wird in einem ersten Druckbehälter (Extraktionsbehälter), vorzugsweise in einem
Hochdruckbehälter, mit C02 unter bestimmten Druck- und Temperaturbedingungen solange
behandelt, bis alle Aromastoffe in dem dem Extraktionsgefäß nachgeschalteten zweiten
Druckbehälter (Abscheidebehälter) als klare, ölige Flüssigkeit, frei von Nikotin,
Harzen und Wachsen abgeschieden sind.
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Die selektive Abtrennung nach dem Verfahren der Erfindung wird erreicht,
indem die zur Extraktion des Extrakt/Adsorptionsmittel-Gemisches verwendete C02
in Bezug auf Druck und Temperatur überkritisch (> 73 bar und :>31,30C) oder
in Bezug auf Druck und Temperatur unterkritisch (< 73 bar und < 31,30C) oder
in Bezug auf Druck überkritisch (N 73 bar) und in Bezug auf Temperatur unterkritisch
(< 31,30C) ist.
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Bei überkritischer Arbeitsweise hinsichtlich Druck und Temperatur
werden vorzugsweise Drucke von 85 bis 250 bar und Temperaturen von +350C bis +900C
gewählt. Beim Arbeiten im
unterkritischen Druck- und unterkritischen
Temperaturbereich sind Drucke von 40 bis 70 bar und Temperaturen von +50C bis +250C
bevorzugt. Beim Arbeiten im überkritischen Druck- und unterkritischen Temperaturbereich
sind Drucke von 85 bis 200 bar und Temperaturen von +200C bis +300C bevorzugE.
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Auch die Abscheidungsbedingungen im Entspannungsbehälter (Abscheidebehälter)
sind für die Qualität und- Quantität des erfindungsgemäß gewonnenen Produktes maßgeblich.
Die Entspannungsdrucke und Entspannungstemperaturen liegen zweckmäßigerweise im
unterkritischen Bereich der CO (unterkritischer L Druck/unterkritische Temperatur),
vorzugsweise bei Drucken von 45 bis 65 bar und bei Temperaturen von +15 bis +250C.
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Besonders bevorzugt sind Drucke von etwa 50 bar und Temperaturen von
etwa +18 bis +200C. Die Abscheidung im Entspannungsbehälter wird vorzugsweise bei
gleichzeitiger Druck-und Temperaturabsenkung gegenüber den im Extraktionsbehälter
herrschenden Druck- und Temperatur-Bedingungen vorgenommen.
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Auch die Menge der den Extraktionsbehäiter durchströmenden CO2 und
die Dauer der Durchströmung sind für die erfindungsgemäße Verfahrensweise maßgeblich.
Zweckmäßig sind Behandlungszeiten von 1 bis 5 Stunden, vorzugsweise 2 bis 4 Stunden
und eine C02-Strommenge von zweckmäßigerweise 3 bis 30 kg/h, vorzugsweise 5 bis
15 kg/h, bezogen auf 1 kg unbehandelten Tabak.
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Mit der vorliegenden Erfindung wird erstmals an einem Produkt (Tabakextrakt),
das nebeneinander Aromastoffe, Nikotin, Harze und Wachse enthält, in einem Arbeitsgang
eine selektive Abtrennung und Gewinnung des Tabakaromas bewirkt, und dies mit einfach
durchzuführenden Maßnahmen und mit besonders effizientem Resultat. Weder für dieses
Verfahren als solches, noch für das erzielbare Ergebnis ließ sich dem Stand der
Technik ein Hinweis entnehmen.
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Bemerkenswert und überraschend an dem erfindungsgemäß gewonnenen Produkt
ist, daß nach beendeter C02-Extraktion aus dem Entspannungsbehälter eine klare Schicht
Tabak-Aromaöl und eine davon leicht abtrennbare harzig-wachsartige Schicht entnommen
werden kann, die einen wesentlichen Anteil des Nikotins des organischen Lösungsmittelextraktes
einschließt.
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Eine weitere Überraschung beruht auf der Reinheit, der Ausbeute und
der Ergiebigkeit des erfindungsgemäß gewonnenen Tabak-Aromaöls: Während die bisher
bekannt gewordenen, auf Basis der Wasserdampfdestillation hergestellten Tabakaromaöle
(im absoluten Ö1) zu mehr als 5 % aus Nikotin bestanden, bei einer Ausbeute von
0,3 bis 0>6 %, bezogen auf Tabak, ist das erfindungsgemäß gewonnene Tabak-Aromaöl
- in ganz unerwarteter Weise - frei von Nikotin (spektrophotometrisch nachweisbare
Nikotinmengen 0,01 bis 0,02 %); bei Zugabe von 96 Vol.-%-igem Ethanol zeigt das
erfindungsgemäß gewonnene Aromaöl keinerlei Trübungen und es wird in einer Ausbeute
von 2,5 bis 3 % (absolutes Ö1), bezogen auf Tabakblätter, erhalten.
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Hinsichtlich der Ergiebigkeit bei der Aromatisierung von Tabak zeigen
bereits 25 ppm des erfindungsgemäß gewonnenen aus Havanna-Tabak Produktes/die gleiche
Ergiebigkeit wie etwa 50 ppm eines durch Wasserdampfdestillation etc./gewonnenen
absoluten Öles.
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aus Havanna-Tabak Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung
des erfindungsgemäß gewonnenen Tabak-Aroma-Öls zum Beaufschlagen von Tabak. Dabei
eignet sich das gewonnene Tabak-Aromaöl nicht nur zum Aromatisieren aroma-schwacher
Tabake oder rekonstituierten Tabaks, sondern ist auch besonders als "Top Flavour"geeignet.
Mit dem erfindungsgemäß gewonnenen Tabak-Aromaöl lassen sich etwaige, bei der Produktion
auftretende Schwankungen (Qualitätsunterschiede oder sonstige Geschmacksunterschiede)
des Tabaks entscheidend beeinflußen.
Die zum Beaufschlagen verwendete
Menge an Tabak-Aroma-01 kann je nach Beschaffenheit des Tabaks und angestrebter
Aromatisierung schwanken. Im Falle von aus Havanna-Tabak (erfindungsgemäß) gewonnenem
AromaöL verwendet man zum- Beaufschlagen bevorzugt 10 bis 50, besonders bevorzugt
15 bis 45 mg Tabak-Aroma-Öl pro kg Tabak (d.h. 10 bis 50 ppm bzw. 15 bis 45 ppm).
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Im folgenden wird eine zur Durchführung des erfindungsgemäßen C02-Extraktionsverfahrens
besonders geeignete Vorrichtung beschrieben (vgl. beigefügte Zeichnung): Flüssiges
C02 wird aus dem Tank 1 im unterkritischen Druck-und Temperaturzustand entnommen.
Durch den Wärmeaustauscher 2 wird das C02 auf die gewünschte unterkritische oder
überkritische Temperatur eingestellt und mit Hilfe der Hochdruckpumpe 3 der gewünschte
überkritische oder unterkritische Druck erzielt. Durch das Durchflußmeßgerät 16
gelangt das CO2 in den Extraktionsbehälter 4, wo die Extraktion des Gemisches aus
organischem Lösungsmittelextrakt und Adsorptionsmittel stattfindet. Die Befüllung
und Entleerung des Extraktionsbehälters 4 mit Produkt erfolgt diskontinuierlich
durch Öffnen und Verschließen der Kopföffnung nach jeder Extraktion. Der im Extraktionsbehälter
herrschende Druck wird mit dem Druckaufnehmer 14 bestimmt. Das flüssige oder fluide
CO2, das die gelösten Tabakinhaltsstoffe enthält, wird über das Drosselventil 6
zum Druckregelventil 8 (= Entspannungsventil) geführt und durch den Wärmeaustauscher
9 in den Entspannungsbehälter 10 eingebracht. Die Trennung der in dem CO2 gelösten
Tabakinhaltsstoffe wird durch das Druckregelventil 8 eingeleitet und durch Senken
der Temperatur im Wärmeaustauscher 9 unterstützt. Im Entspannungsbehälter 10 trennen
sich die extrahierten Tabakbestandteile in ein klares Tabak-Aromaöl und ein wachsartiges,
harziges Nikotinprodukt, die entweder kontinuierlich durch das Ventil 17 oder nach
beendeter Extraktion durch Öffnen des Behälters 10 entnommen werden. Am Ende jeder
Extraktion wird-durch Öffnen des Ventils 5 auch die Extraktionsseite der Vorrichtung
vom
Druck entlastet. Das während der Extraktion aus dem Entspannungsbehälter 10 austretende
C02 wird über die Leitung 11 rezirkuliert. Die Steuerung der Vorrichtung kann von
Hand oder mittels des elektrischen Steuergerätes 12 erfolgen, dem als Eingänge die
mit einem Temperaturfühler 13 im Extraktionsbehälter 4 gemessene Temperatur, die
mit Druck auf nehmer 14 und 15 gemessenen Drucke, der aus den Druckbehältern 4 und
10 austretende C02-Ströme sowie die mit dem Durchflußmesser 7 gemessene Durchflußmenge
dienen. In Abhängigkeit von diesen Meßwerten wird das Druckregelventil 8 und aych
die Kühlleistung im Wärmeaustauscher 9 eingeçstellt.
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Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung, ohne ihre Anwendung
zu beschränken.
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Dabei sind sämtliche Gewichtsangaben und Gewichtsprozentangaben bezogen
auf wasserfreie Trockensubstanz, ausgenommen die Angaben für C02 (die sich auf handelsübliches,
technisches C02 beziehen).
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Die Bestimmung von Nikotingehalten erfolgte spektralphotometrisch
gemäß der aus "Handbuch der Lebensmittelchemie", Band VI, (1970), Seite 322 bis
326 bekannten Methode von R. Wahl.
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Beispiel 1 1000 g Tabakblätter (wasserfrei), Nikotingehalt 2,26 %,
wurden in 6 Liter Dichlormethan erschöpfend extrahiert und das Lösungsmittel abdestilliert.
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Es wurden 85 g Dichlormethanextrakt (= 8,5 %) mit einem Nikotingehalt
von 25,2 % erhalten.
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80 g des erhaltenen Dichlormethanextraktes wurden mit 1,2 Teilen Natrium-Aluminiumsilikat
(= Na-Al-Zeolith)in einem Knetapparat intensiv vermischt. Der Nikotingehalt des
Gemisches betrug 12,0 %.
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Dieses Gemisch wurde 120 Minuten lang in einem geschlossenen Hochdruckbehälter
bei einem Druck von 230 bar und einer Temperatur von 700C mit C02 behandelt. Der
Druck auf der Entspannungsseite betrug 50 bar und 20°C.
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Die Durchflußmenge an C02 beträgt 6 kg/h.
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Nach Beendigung des Versuches werden im Entspannungsbehälter 55,2
g Produkte erhalten, die durch Dekantieren in 29,5 g ölige Flüssigkeit'und 25,7
g Harz- und Wachsniederschlag aufgetrennt werden.
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Die Ausbeute an Tabakaroma-Öl betrug 2,95 %, bezogen auf eingesetzte
Tabakblätter.
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Der Nikotingehalt des Aroma-Öls betrug 0,02 %. Der nach der C02-Extraktion
verbleibende Rückstand aus Lösungsmittelextrakt und Zeolith hatte einen Nikotingehalt
von 0,7 %.
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Das gewonnene Aroma-Öl zeigte bei der Zugabe von 96 Vol.-%-igem Ethanol
keine Trübung.
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Beispiel 2 Vom gleichen Tabak (Blätter) wie in Beispiel 1 wurden
1000 g (wasserfrei) in 8 Liter 96 Vol.-%-igem Ethanol erschöpfend extrahiert und
das gewonnene Lösungsmittel abdestilliert.
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Es wurden 123 g (= 12,3 %) Extrakt mit einem Nikotingehalt von 17,5
% erhalten.
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100 g des Ethanolextraktes wurden mit 40 g Kieselgur (Mischungsverhältnis
1 : 0,4) in einem Knetapparat intensiv vermischt. Der Nikotingehalt des Gemisches
betrug 12,4 %.
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Das Gemisch wurde 180 Minuten lang in einem geschlossenen Hochdruckbehälter
bei einem Druck von 180 bar und einer Temperatur von 280C mit C02 behandelt. Der
Druck auf der Entspannungsseite war 50 bar, die Temperatur 200C.
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Die Durchflußmenge an C02 betrug 9,5 kg/h.
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Nach Beendigung des Versuches wurden im Entspannungsbehälter 65 g
Produkte erhalten, die durch Abnutschen in 30,5 g ölige Flüssigkeit und 34,5 g Harz-
und Wachsniederschlag aufgetrennt wurden.
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Die Ausbeute an Tabak-Aromaöl betrug 3,05 %, bezogen auf eingesetzte
Tabakblätter.
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Der.Nikotingehalt des Tabak-Aromaöles betrug 0,01 %. Der nach der
CO2-Extraktion verbleibende Rückstand aus Lösungsmittelextrakt und Kieselgur hatte
einen Nikotingehalt von 1, O- %.
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Das gewonnene Tabak-Aromaöl zeigte bei der Zugabe von 96 Vol.-0igem
Ethanol keine Trübung.
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Beispiel 3 (Blätter) Vom gleichen Tabak/wie in Beispiel 1 wurden
1000 g (wasserfrei) in 8 Liter Hexan erschöpfend extrahiert und das gewonnene Lösungsmittel
abdestilliert.
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Es wurden 65 g (= 6,5 %) Extrakt mit einem Nikotingehalt von 22,6
% erhalten.
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60 g des Hexanextraktes wurden mit 240 g Magnesium-oxia (Mischungsverhältnis
1 : 4) intensiv vermischt. Der Nikotingehalt des Gemisches betrug 4,75 %.
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Das Gemisch wurde 240 Minuten in einem geschlossenen Hochdruckbehälter
bei einem Druck von 65 bar und einer Temperatur von 200C mit C02 behandelt. Der
Druck auf der Entspannungsseite war 48 bar und die Temperatur 180C.
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Die Durchflußmenge an GO2 betrug 12 kg/h.
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Nach Beendigung des Versuches wurden im Entspannungsbehälter 36,6
g Produkte erhalten, die durch Filtrieren in 25 g ölige Flüssigkeit und 11,6 g Harz-
und Wachsniederschlag aufgetrennt wurden.
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Die Ausbeute an Tabak-Aromaöl betrug 2,5 %, bezogen auf eingesetzte
Tabakblätter.
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Der Nikotingehalt des Tabak-Aromaöls betrug 0,01 %. Der nach der C02-Extraktion
verbleibende Rückstand aus Lösungsmittelextrakt und Magnesium-oxid hatte einen Nikotingehalt
von 0,5 %.
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Das gewonnene Tabak-Aromaöl zeigte bei der Zugabe von 96 Vol.-%-igem
Ethanol keine Trübung.
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Beispiel 4 Die Ergiebigkeit des erfindungsgemäß gewonnenen Tabak-Aroma-Öls
läßt sich wie folgt belegen.
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Mit Hilfe bekannter Methoden der Wasserdampfdestillation wurde aus
einem Tabak wie in den Beispielen 1 bis 3 verwendet 0,44 % klares und in 96 Vol.-%-igem
Ethanol sich nicht trübendes Tabak-Aroma-Öl gewonnen. Der Nikotingehalt des Aroma-Öls
betrug 5,5 %.
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(Sämtliche Gewichtsprozente sind auch wieder bezogen auf Trockensubstanz.)
Zur Beurteilung der Ergiebigkeit wurden in einem Versuch (Versuch A) 25 mg, in einem
weiteren Versuch (Versuch B) 50 mg dieses Aroma-Öls in einer ethanolischen Lösung
auf je 1 kg zuvor entaromatisierten Tabak aufgesprüht.
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In einem weiteren Versuch (Versuch C) wurden 25 mg des nach einem
der erfindungsgemäßen Beispiele gewonnenen Tabak-Aroma-Öles in einer ethanolischen
Lösung ebenfalls auf 1 kg zuvor entaromatisierten Tabak aufgesprüht.
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Der sensorische Vergleich ergab folgendes Ergebnis: Der Tabak aus
Versuch A fiel durch seine geringe Aroma-Intensität auf und war auch bezüglich seines
gesamten Aromas im Rauchgeschmack wenig ausdrucksvoll.
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Der Tabak aus Versuch B war ausdrucksvoller im Aroma und im Rauchgeschmack,
allerdings wurde auch einenachteilige Brenzschärfe im Rauchgeschmack festgestellt.
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Der Tabak aus Versuch C hatte ein intensives, abgerundetes Aroma und
war im Rauchgeschmack von voller Herzhaftigkeit.
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Tabak C wurde eindeutig bevorzugt und ist am besten für die Aromatisierung
bzw. Rearomatisierung geeignet.