DE3148335C2 - Verfahren zur Gewinnung von Aromastoffen aus Tabak und deren Verwendung - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Aromastoffen aus Tabak und deren Verwendung

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DE3148335C2 DE19813148335 DE3148335A DE3148335C2 DE 3148335 C2 DE3148335 C2 DE 3148335C2 DE 19813148335 DE19813148335 DE 19813148335 DE 3148335 A DE3148335 A DE 3148335A DE 3148335 C2 DE3148335 C2 DE 3148335C2
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Aromastoffen aus einem mit organischen Lösungsmitteln erhältlichen Tabakextrakt durch Vermischen des Tabakextrakts mit einem Adsorptionsmittel, Behandeln des erhaltenen Gemisches in einem Extraktionsbehälter mit CO ↓2 unter Extraktionsbedingungen und Gewinnung von Tabak-Aromaöl in einem nachgeschalteten Abscheidebehälter. Ferner ist Gegenstand der Erfindung die Verwendung des erhältlichen Tabak-Aromaöls zur Beaufschlagung von Tabak.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Aromastoffen aus Tabak und deren Verwendung gemäß den Patentansprüchen.
Bei der Herstellung von Tabakwaren spielt die Aromatisierung des Tabaks eine besondere Rolle. Versuche, aus aromastarken Tabaken oder Tabakabfällen das Tabak-Aromaöl teilweise oder ganz zu gewinnen, um es aromaschwachen Tabaken wieder zuzusetzen, scheiterten bisher daran, daß es nicht gelang, ein absolutes (klares) Tabak-Aromaöl (frei von Harzen und Wachsen) in einem technisch verwertbaren Verfahren zu gewinnen.
Die DE-OS 21 28 779 beschreibt ein Verfahren zur Gewinnung von Aromastoffen und die Umwandlung der Aroma-Precursoren aus Tabak, indem der Tabak mit einem oder mehreren Lösungsmitteln, die in der eluotropen Reihe zwischen Trichloräthylen und Äthylacetat liegen, extrahiert wird und aus dem gewonnenen Extrakt durch eine Wärmebehandlung zwischen 110 und 180° C die Aroma-Precursoren akitiviert werden. Die nach diesem Verfahren gewonnenen Aroma-Produkte stellen eine wachsartige, harzige Masse dar und enthalten nahezu das gesamte Nikotin des Ausgangsproduktes.
Die DE-OS 21 42 205 beschreibt ein Verfahren zur selektiven, aromaerhaltenden Extraktion von Nikotin aus Tabak, indem in der ersten Stufe dem trockenen Tabak durch Behandlung mit trockenen, überkritischen Gasen (z. B. CO2) vorübergehend das Aroma entzogen und in einer zweiten Stufe aus dem vom Aroma befreiten und befeuchteten Tabak das Nikotin mit feuchtem überkritischem CO2 entfernt und in einem Abscheidebehälter, der mit einem Adsorptionsmittel
ίο
gefüllt ist, abgeschieden wird.
Dieses Verfahren ist bezüglich der Tabak-Aroma-Gewinnung kostspielig und von geringer Effizienz, weil das in der ersten Stufe gewonnene Produkt kein klares, absolutes oder flüssiges Aromaöl darstellt sondern eine Paste ist die nahezu alle Wachse und Harze des Ausgangsproduktes einschließt Diese wachs- und harzartigen Stoffe verhindern weitgehend den Einsatz des Aroinaprodukts zur Rearomatisierung des zu beaufschlagenden Tabaks.
Die DE-OS 28 44 781 beschreibt ein Verfahren zur extraktiven Behandlung von pflanzlichem und tierischem Material, u. a. auch die Bearbeitung von Tabak unter Verwendung eines aus zwei Komponenten bestehenden I-ösungsmittels, wie z. B. 93 Molprczent CO2 + 7 Molprozent Ethanol oder 94 Molprozent CO2 + 6 Molprozent Butan. Mit dem Zweiphasengemisch soll erreicht werden, daß ζ. B. die bei der organischen Lösungsmittelextraktion gebildeten Addukte oder Veränderungen im bearbeiteten Material vermieden werden. Das Arbeiten mit CO2 allein unter überkritischen Druekbedingungen so!! — um zu ausreichenden Extraktionsgraden zu kommen — Drucke von über 150 bar erfordern. Nach dem Verfahren der DE-OS 28 44 781 sollen diese Nachteile vermieden werden, wenn dem zur Extraktion eingesetzten CO2 gewisse Mengen z. B. alkoholische Lösungsmittel quasi als Schleppmittel hinzugefügt werden.
Nach diesem Verfahren wird jedoch kein absolutes Tabak-Aromaöl gewonnen. Vielmehr sind die gewonnenen aromatischen Stoffe nach wie vor mit den begleitenden wachs- und harzartigen Stoffen verbunden, was die Abgabe des Aromas behindert
Bei einer COrExtraktion von Tabakblättern, Tabak-Stengeln oder Tabakstaub (Tabakabfälle) mit trockener oder angefeuchteter CO2 in überkritischem oder unterkritischem Zustand werden zwar aromatisch riechende Produkte gewonnen, die jedoch nur wenig aroma-intensiv wirken, von wachs- bis harzartiger Konsistenz sind und nahezu alle Wx. nt und Wachse des Ausgangsproduktes verbunden mit einem sehr hohen Nikotinanteil enthalten.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein klares, absolutes Tabak-Aromaöl zu gewinnen, das qualitativ und quantitativ nahezu alle ätherischen öle des Ausgangsproduktes enthält und frei von Harzen und Wachsen ist Diese Aufgabe der Erfindung wird durch das Verfahren gemäß den Patentansprüchen gelöst.
Nachstehend wird die Erfindung im einzelnen erläutert
Tabak im Sinne der vorliegenden Erfindung sind alle Formen des fermentierten Tabaks, wie z. B. Blätter, S'engel, Staub oder auch andere Tabakabfälle.
Tabak-Extrakt im Sinne der vorliegenden Erfindung ist — soweit nicht ausdrücklich von CO2-Extrakt gesprochen wird — ein mit üblichen organischen Lösungsmitteln, insbesondere Benzol, Toluol, Methanol, Ethanol, n-Propanol, Methyläthylacetat, Diäthyläther, Aceton, η-Hexan, Cyclohexan, Petroläther, Dichlormethan oder Trichlormethan, oder mit Mischungen dieser Lösungsmittel hergestellter Extrakt.
Adsorptionsmittel im Sinne der vorliegenden Erfindung sind alle gebräuchlichen Adsorbentien. insbesondere Aktivkohle, Aluminiumoxid, Magnesiumoxid, Natrium-Aluminiumsilikat, Bleicherde, Bentonit, Kieselgel, Kieselgur, zeolithische Molekularsiebe etc.
Die Herstellung des erfindungsgemäß eingesetzten Tabakextrakts besteht im einzelnen darin, den Tabak in
sinem der vorgenannten organischen Lösungsmitte! Dder einem Lösungsmitteigemisch zu extrahieren.
Bevorzugt wird dabei 1 Gewichtsteil vorzerkleinerter Tabak mit 5 bis 10 Gewichtsteilen eines organischen Lösungsmittels (vorzugsweise mit Dichlormethan, Ethanol oder Hexan) oder eines Lösungsmittelgemisches bevorzugt (Dichlormethan und Methylacetat) — je nach Extraktionsvorrichtungen — mindestens 10 Minuten und höchstens 10 Stunden, vorzugsweise 1 bis 5 Stunden lang unter üblichen Bedingungen der Lösungsmittelextraktion behandelt Der ungelöste Rückstand wird abgetrennt, der Lösungsmittel enthaltende Extrakt so lange eingedampft, bis ein sirupartiger, lösungsmittelfreier Tabakextrakt gewonnen wird. Das Eindampfen erfolgt vorzugsweise bei Unterdruck, besonders bevorzugt bei etwa 15 Torr.
Ein solcher Tabakextrakt enthält nebeneinander Harze/Wachse, Aromaistoffe und Nikotin.
Der erhaltene Extrakt wird erfindungsgemäß mit einem Adsorptionsmittel intensiv vermischt bis eine gleichmäßige Verteilung zwischen Extrakt und Adsorptionsmittel vorliegt. Besonders bevorzugte Adsorptionsmittel sind: Natrium-Aluminium-Silikat, Pentoni:, Magnesiumoxid oder zeolithische Molekularsiebe. Das Mischungsverhältnis Extrakt: Adsorptionsmittel ist abhängig von der Konsistenz des Extraktes, der Dichte und Teilchengröße des Adsorptionsmittels sowie der gewünschten Konsistenz des Mischproduktes. Im allgemeinen ist ein Mischungsverhältnis Extrakt: Adsorptionsmittel zwischen 1 :0,l bis 1 :10 ausreichend, bevorzugt wird ein pulverförmiges Extraktgemisch mit einem Mischungsverhältnis von 1 :03 bis 1 :6.
Der Adsorptionsmittelanteil soll das Verhältnis 1 :0,1 nicht unterschreiten, weil das erfindungsgemäß benutzte Adsorptionsmittel das Lösen der Aromastoffe im Extraktionsbehälter und die selektive Abscheidung im Abscheidebehälter als klares, absolutes Tabakaromaöl maßgeblich beeinflußt Ein Mischungsverhältnis von mehr als 1 :10 gibt ebenfalls noch eine gute, selektive Lösung und Abscheidung des Tabak-Aromaöls, wobei allerdings ein größeres COrExtraktionsvolumen in Kauf zu nehmen ist
Das Gemisch aus organischem Lösungsmittelextrakt und Adsorptionsmittel wird in einem ersten Druckbehälter (Extraktionsbehälter), vorzugsweise in einem Hochdruckbehälter, mit CO2 unter bestimmten Druck- und Temperkturbedingungen so langehehandelt, bis alle Aromastoffe in dem dem Extraktionsgefäß nachgeschalteten zweiten Druckbehälter (Abscheidebehälter) als klare, ölige Flüssigkeit frei von Harzen und Wachsen abgeschieden sind.
Die selektive Abtrennung nach dem Verfahren der Erfindung w:rd erreicht, indem die zur Extraktion des Extrakt/Adsorptionsmittel-Gemisches verwendete CO2 in bezug auf Druck und Temperatur überkritisch (>73bar und >313°C) oder in bezug auf Druck und Temperatur unterkritisch (<73 bar und < 313° C) oder in bezug auf Druck überkritisch (> 73 bar) und in bezug auf Temperatur unterkritisch (< 313° C) ist.
Bei überkritischer Arbeitsweise hinsichtlich Druck und Temperatur werden vorzugsweise Drucke von 85 bis 250 bar und Temperaturen von +350C bis +900C gewählt Beim Arbeiten im unterkritischen Druck- und unterkritischen Temperaturbereich sind Drucke von 40 bis 70 bar und Temperaturen von +50C bis +25"C bevorzugt. Beim Arbeiten im überkritischen Druck- und unterkritischen Temperaturbereich sind Drucke von 85 bis 200 bar und Temperaturen von +200C bis +3O0C
bevorzugt
Auch die Abscheidungsbedingungen im Entspannungsbehälter (Abscheidebehälter) sind für die Qualität und Quantkät des erfindungsgemäß gewonnenen Produktes maßgeblich. Die Entspannungsdrucke und Entspannungstemperaturen liegen zweckmäßigerweise im unterkritischen Bereich der CO2 (unterkritischer Druck/unterkritische Temperatur), vorzugsweise bei Drucken von 45 bis 65 bar und bei Temperaturen von +15 bis +25°C Besonders bevorzugt sind Drucke von etwa 50 bar und Temperaturen von etwa +18 bis +200C Die Abscheidung im Entspannungsbehäiter wird vorzugsweise bei gleichzeitiger Druck- und Temperaturabsenkung gegenüber den im Extraktionsbehälter herrschenden Druck- und Temperatur-Bedingungen vorgenommen.
Auch die Menge der den Extraktionsbehälter durchströmenden CO2 und die Dauer der Durchströmung sind für die erfindungsgemäße Verfahrensweise maßgeblich. Bevorzugt sind Behandlungszeiten von 1 bis 5, beispielsweise 2 bis 4 Stunden. Bevorzugt ist eine CCVStrommenge von 3 bis 30 kg/h, beispielsweise 5 bis 15 kg/h, bezogen auf 1 kg unbehandelten Tibak.
Mit der vorliegenden Erfindung wird erstmals an einem Produkt (Tabakextrakt), das nebeneinander Aromastoffe, Nikotin, Harze und Wachse, enthält, in einem A.beitsgang eine selektive Abtrennung und Gewinnung des Tabakaromas bewirkt, und dies mit einfach durchzuführenden Maßnahmen und mit besonders effizientem Resultat Weder für dieses Verfahren als solches, noch für das erzielbare Ergebnis ließ sich dem Stand der Technik ein Hinweis entnehmen.
Bemerkenswert und überraschend an dem erfindungsgemäß gewonnenen Produkt ist, daß nach beendeter CC<2-Extraktion aus dem Entspannungsbehälter eine klare Schicht Tabak-Aromaöl und eine davon leicht abtrennbare harzig-wachsartige Schicht entnommen werden kann, die einen wesentlichen Anteil des Nikotins des organischen Lösungsmittelextraktes einschließt.
Eine weitere Überraschung beruht auf der Reinheit, der Ausbeute und der Ergiebigkeit des erfindungsgemäß gewonnenen Tabak-Aromaöls; bei Zugabe von 96vol.-%igem Ethanol zeigt das erfindungsgemäß gewonnene Aromaöl keinerlei Trübungen und es wird in einer Ausbeute von 23 bis 3% (absolutes öl), bezogen auf Tabakblätter, erhalten.
Hinsichtlich der Ergiebigkeit bei der Aromatisierung von Tabak zeigen bereits 25 ppm des erfindungsgemäß gewonnenen Produktes aus Havanna-Tabak die gleiche Ergiebigkeit wie etwa 50 ppm eines durch Wasserdampfdestillation etc. aus Havanna-Tabak gewonnenen absoluten Öles.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung des erfindungsgemäß gewonnenen Tabak-Aromaöls zum Beaufschlagen von Tabak. Dabei eignet sich das gewonnene Tabak-Aromaöl nicht nur zum Aromatisieren aroma-schwacher Tabake oder rekonstituierten Tabaks, sondern ist auch besonders als »Top Flavour« geeignet. Mit dem erfindungsgemäß gewonnenen Tabak-Aroniaöl lassen sich etwaige, bei der Produktion auftretende Schwankungen (Qualitätsunterschiede oder sonstige Geschmacksunterschiede) des Tabaks entscheidend beeinflussen. Die zum Beaufschlagen verwendete Menge an Tabak-Aroma-Öl kann je nach Beschaffenheit des Tabaks und angestrebter Aromatisierung schwanken. Im Falle von aus Havanna-Tabak (erfindungsgemäß) gewonnenem Aromaöl verwendet man zum Beaufschlagen bevorzugt 10 bis 50, be-
sonders bevorzugt 15 bis 45 mg Tabak-Aroma-Öl pro kg Tabak (d. h. 10 bis 50 ppm bzw. 15 bis 45 ppm).
Im folgenden wird eine zur Durchführung des erfindungsgemäßen CO2-Extraktionsverfahrens besonders geeignete Vorrichtung beschrieben (vgl. Zeichnung):
Flüssiges CO2 wird aus dem Tank 1 im unterkritischen Druck- und Temperaturzustand entnommen. Durch den Wärmeaustauscher 2 wird das CO2 auf die gewünschte unterkritische oder überkritische Temperatur eingestellt und mit Hilfe der Hochdruckpumpe 3 der ge- wünschte überkritische oder unterkritische Druck erzielt. Durch das Durchflußmeßgerät 16 gelangt das CO2 in den Extraktionsbehälter 4, wo die Extraktion des Gemisches aus organischem Lösungsmittelextrakt und Adsorptionsmittel stattfindet. Die Befüllung und Entlee- rung des Extraktionsbehälters 4 mit Produkt erfolgt diskontinuierlich durch öffnen und Verschließen der Kopföffnung nach jeder Extraktion. Der im Extraktionsbehäiter herrschende Drück Wird rnü dern Drucksüfnch mer 14 bestimmt. Das flüssige oder fluide CO2, das die gelösten Tabakinhaltsstoffe enthält, wird über das Drosselventil 6 zum Druckregeiventil 8 (= Entspannungsventil) geführt und durch den Wärmeaustauscher 9 in den Entspannungsbehälter 10 eingebracht. Die Trennung der in dem CO? gelösten Tabakinhaltsstoffe wird durch das Druckregelventil 8 eingeleitet und durch Senken der Temperatur im Wärmeaustauscher 9 unterstützt. Im Entspannungsbehälter 10 trennen sich die extrahierten Tabakbestandteile in ein klares Tabak-Aromaöl und ein wachsartiges, harziges Nikotinprodukt, die entweder kontinuierlich durch das Ventil 17 oder nach beendeter Extraktion durch öffnen des Behälters 10 entnommen werden. Am Ende jeder Extraktion wird durch öffnen des Ventils 5 auch die Extraktionsseite der Vorrichtung vom Druck entlastet Das während der Extraktion aus dem Entspannungsbehälter 10 austretende CO1 wird über die Leitung ί! rezirkuliert. Die Steuerung der Vorrichtung kann von Hand oder mittels des elektrischen Steuergerätes 12 erfolgen, dem als Eingänge die mit einem Temperaturfühler 13 im Extraktions- behälter 4 gemessene Temperatur, die mit Druckaufnehmer 14 und 15 gemessenen Drucke, der aus den Druckbehältern 4 und 10 austretende CO2-Ströme sowie die mit dem Durchflußmesser 7 gemessene Durchflußmenge dienea In Abhängigkeit von diesen Meßwer- ten wird das Druckregelventil 8 und auch die Kühlleistung im Wärmeaustauscher 9 eingestellt
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung, ohne ihre Anwendung zu beschränken.
Dabei sind sämtliche Gewichtsangaben und Gewichtsprozentav.gaben bezogen auf wasserfreie Trokkensubstanz, ausgenommen die Angaben für CO2 (die sich auf handelsübliches, technisches CO2 beziehen).
Die Bestimmung von Nikotingehalten erfolgte spektralphotometrisch gemäß der aus »Handbuch der Le- bensmittelchemie«, Band VI (1970). Seiten 322 bis 326, bekannten Methode von R. Wahl.
Beispiel 1
60
1000 g Tabakblätter (wasserfrei), Nikotingehalt 2^6%, wurden in 6 Liter Dichlormethan erschöpfend extrahiert und das Lösungsmittel abdestilüert
Es wurden 85 g Dichlormethanextrakt (= 84%) mit einem Nikotingehalt von 25.2% erhalten.
80 g des erhaltenen Dichlormethanextraktes wurden mit 1,2 Teilen Natrium-Aluminiumsilikat (= Na-Al-Zeolith) in einem Knetapparat intensiv vermischt Der
Nikotingehalt des Gemisches betrug 12.0%.
Dieses Gemisch wurde 120 Minuten lang in einem geschlossenen Hochdruckbehälter bei einem Druck von 230 bar und einer Temperatur von 700C mit CO2 behandelt Der Druck auf der Entspannungsseite betrug 50 bar und 20" C.
Die Durchflußmenge an CO2 beträgt 6 kg/h.
Nach Beendigung des Versuches werden im Entspannungsbehälter 55,2 g Produkte erhalten, die durch Dekantieren in 294 g ölige Flüssigkeit und 25,7 g Harz- und Wachsniederschlag aufgetrennt werden.
Die Ausbeute an Tabakaroma-Öl betrug 2,95%, bezogen auf eingesetzte Tabakblätter.
Der nach der COrExtraktion verbleibende Rückstand aus Lösungsmittelextrakt und Zeolith hatte einen Nikotingehalt von 0,7%. Das gewonnene Aroma-Öl zeigte bei der Zugabe von 96vol.-%igem Ethanol keine Trübung.
Beispiel 2
Vom gleichen Tabak (Blätter) wie in Beispiel 1 wurden 1000 g (wasserfrei) in 8 Liter 96vol.-%igem Ethanol erschöpfend extrahiert und das gewonnene Lösungsmittel abdestilliert.
Es wurden 123 g ( = 12,3%) Extrakt mit einem Nikotingehalt von 17,5% erhalten.
100 g des Ethanolextraktes wurden mit 40 g Kieselgur (Misrf ongsverhältnis 1 :0,4) in einem Knetapparat intensiv vermischt. Der Nikotingehalt des Gemisches betrug 12,4%.
Das Gemisch wurde 180 (Minuten lang in einem geschlossenen Hochdruckbehälter bei einem Druck von 180 bar und einer Temperatur von 28°C mit CO2 behandelt. Der Druck auf der Entspannungsseite war 50 bar, die Temperatur 20° C.
Die Durchflußmenge an CO2 betrug 94 kg/h.
Nach Beendigung des Versuches wurden im Entspannungsbehälter 65 g Produkte erhalten, die durch Abnutschen in 304 g ölige Flüssigkeit und 344 g Harz- und Wachsniederschlag aufgetrennt wurden.
Die Ausbeute an Tabak-Aromaöl betrug 3,05%, bezogen auf eingesetzte Tabakblätter.
Der nach der COrExtraktion verbleibende Rückstand aus Lösungsmittelextrakt und Kieselgur hatte einen Nikotingehalt von 1,0%.
Das gewonnene Tabak-Aromaöl zeigte bei der Zugabe von 96vol.-%igem Ethanol keine Trübung.
Beispiel 3
Vom gleichen Tabak (Blätter) wie in Beispiel 1 wurden 1000 g (wasserfrei) in 8 Liter Hexan e jehöpfend extrahiert und das gewonnene Lösungsmittel abdestilliert
Es wurden 65 g (=64%) Extrakt mit einem Nikotingehalt von 22,6% erhalten.
60 g des Hexanextraktes wurden mit 240 g Magnesium-oxid (Mischungsverhältnis I :4) intensiv vermischt Der Nikotingehalt des Gemisches betrug 4,75%.
Das Gemisch wurde 240 Minuten in einem geschlossenen Hochdruckbehälter bei einem Druck von 65 bar und einer Temperatur von 200C mit CO2 behandelt Der Druck auf der Entspannungsseite war 48 bar und die Temperatur 18°C
Die Durchflußmenge an CO2 betrug 12 kg/h.
Nach Beendigung des Versuches wurden im Entspannungsbehälter 36,6 g Produkte erhalten, die durch Filtrieren in 25 g ölige Flüssigkeit und 11,6 g Harz- und Wachsniederschlag aufgetrennt wurden.
Die Ausbeute an Tabak-Aromaöl betrug 2,5%, „bezogen auf eingesetzte Tabakblätter.
Der nach der CO2-Extraktion verbleibende Rückstand aus Lösun«!smittelextrakt und Magnesium-oxid hatte einen Nikotingehalt von 03%.
Das gewonnene Tabak-Aromaöl zeigte bei der Zugabe von 96vol.-°/oigem Ethanol keine Trübung.
Beispiel 4
Die Ergiebigkeit des erfindungsgemäß gewonnenen Tabak-Aroma-Öls läßt sich wie folgt belegen.
Mit Hilfe bekannter Methoden der Wasserdampfdestillation wurde aus einem Tabak wie in den Beispielen 1 bis 3 verwendet 0,44% klares und in 96vol.-%igem Ethanol sich nicht trübendes Tabak-Aroma-Öl gewonnen.
(Sämtliche Gewichtsprozente sind auch wieder bezogen auf Trockensubstanz.)
Zur Beurteilung der Ergiebigkeit wurden in einem Versuch (Versuch A) 25 mg, in einem weiteren Versuch (Versuch B) 50 mg dieses Aroma-Öls in einer ethanoli
schen Lösung auf je I kg zuvor entaromatisierten Tabak aufgesprüht.
In einem weiteren Versuch (Versuch C) wurden 25 mg des nach einem der erfindungsgemäßen Beispiele gewonnenen Tabak-Aroma-Öles in einer ethanolischen Lösung ebenfalls auf 1 kg zuvor entaromatisierten Tabak aufgesprüht.
Der sensorische Vergleich ergab folgendes Ergebnis:
Der Tabak aus Versuch A fiel durch seine geringe Aroma-Intensität auf und war auch bezüglich seines gesamten Aromas im Rauchgeschmack wenig ausdrucksvoll.
Der Tabak aus Versuch B war ausdrucksvoller im Aroma und im Rauchgeschmack, allerdings wurde auch eine nachteilige Brenzschärfe im Rauchgeschmack festgestellt.
Der Tabak aus Versuch C hatte ein intensives, abgerundetes Aroma und war im Rauchgeschmack von voller Herzhaftigkeit. Tabak C wurde eindeutig bevorzugt und ist am besten für die Aromatisierung bzw. Rearomatisierung geeignet.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

Claims (4)

1 Patentansprüche:
1. Verfahren zur Gewinnung von Aromastoffen aus Tabak, wobei man das Extraktionsgut in einem geschlossenen Druckbehälter (Extraktionsbehälter) mit CO2 unter Extraktionsbedingungen behandelt und selektiv in einem zweiten Druckbehälter (Abscheidebehälter) ein Tabakaromaprodukt gewinnt dadurch gekennzeichnet, daß man einen mit einem organischen Lösungsmittel erhältlichen Tabakextrakt mit einem Adsorptionsmittel in einem Mischungsverhältnis Extrakt: Adsorptionsmittel von 1 :0,1 bis 1 :10 vermischt, dieses Gemisch mit dem CO2 so lange extrahiert, bis alle Aromastoffe entfernt sind und Tabakaromaöl gewinnt
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß man bei der Extraktionsbehandlung in bezug auf CO2 bei überkritischem Druck und überkritischer Temperatur, bei unterkritischem Druck und unterkritischer Temperatur oder bei überkritischem Druck und unterkritischer Temperatur arbeitet
3. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet daß man die Extraktion während 1 bis 5 Stunden und mit einer CO2-Menge von 3 bis 30 kg/Stunden, bezogen auf 1 kg Tabak (dem der Tabakextrakt entstammtX durchführt
4. Verwendung des gemäß einem der vorstehenden Ansprüche erhältlichen Tabakaromaöls zum Beaufschlagen von Tabak.
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