DE31486C - Verfahren zur Gewinnung von weifsem Zucker aus Rohzucker - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von weifsem Zucker aus RohzuckerInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C13—SUGAR INDUSTRY
- C13B—PRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
- C13B30/00—Crystallisation; Crystallising apparatus; Separating crystals from mother liquors ; Evaporating or boiling sugar juice
- C13B30/04—Separating crystals from mother liquor
- C13B30/08—Washing residual mother liquor from crystals
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 89: Zucker- und Stärkefabrikation.
Verfahren zur Gewinnung von weiTsem Zucker aus Rohzucker.
Patentirt im Deutschen Reiche vom l. Juni 1884 ab.
Das Verfahren hat die Reinigung der Rohzuckerkrystalle vom anhaftenden unreinen Syrup
zum Zwecke.
Das Neue und Eigenthümliche dieses Verfahrens besteht darin, dafs man den Rohzucker
ohne Zuhülfenahme einer Dampfdecke mit einer wässerigen, gesättigten, reinen Zuckerlösung
derart behandelt, dafs die einzelnen Rohzuckerkrystalle, ohne einen zusammengewachsenen,
festen Körper (etwa wie eine erstarrte Füllmasse, mit Schlufs) zu bilden, die Form eines
Krystallbreies erhalten, der in geeigneten Gefäfsen, die unter einander zu einer Batterie
vereinigt sind, ausgelaugt wird, indem eine gewisse Menge reiner Zuckerlösung so lange
über neue, in den Arbeitsprocefs eingeführte Mengen Rohzucker geführt wird, bis sie durch
den dem letzteren anhaftenden unreinen Syrup sich so verändert, dafs sie einem geringwerthigen
Syrup oder sogenannter Melasse gleichkommt.
Dieser Syrup (Melasse) wird dann aus dem Kreisprocesse durch die nachdrängende reine
Zuckerlösung verdrängt, während der eingeführte Rohzucker, mit mehr oder weniger
reiner Zuckerlösung durchtränkt, als reiner, weifser Zucker gewonnen wird. Es wird nach
diesem Verfahren nahezu der ganze krystallisirte Rohzucker in reine, weifse Zuckerkrystalle
und in einen geringwerthigen Syrup oder Melasse zerlegt, ohne eigentlich bei dem Auslaugeprocesse
»reine Zuckerlösung« zu verlieren, da ja immer jene zur Verdrängung des unreinen Syrups dienende reine Zuckerlösung
mit den gewaschenen, reinen Zuckerkrystallen (im gewonnenen Krystallbrei) als reine Zuckerlösung
wieder zurückgewonnen wird. Der aus der Auslaugebatterie vom Rohzucker abgezogene
Syrup ist äufserst geringwerthig und ari Qualität und Quantität nahezu jener Syrupmenge
gleich, die bei der Raffination des Rohzuckers gewöhnlich als Melasse resultirt.
Um dieses Verfahren in der Praxis durchzuführen , kann folgender Vorgang benutzt
werden: Der in die Arbeit zu nehmende Rohzucker soll keine grofsen, zusammenhängenden
Klumpen bilden, man sorge demnach für zweckentsprechendes Durchsieben.
Man kann sich nun zur Auslaugung des Rohzuckers einer Auslaugebatterie bedienen,
etwa wie solche in den Rübenzuckerfabriken als sogenannte Diffusionsbatterie angewendet
wird, oder man wähle eine der bekannten Constructionen der continuirlichen Diffuseure
oder auch den bekannten Diffundator. Die Auslaugeflüssigkeit (hier die reine, wässerige,
gesättigte Zuckerlösung) kann nun über den Rohzucker durch die Batterie gedrückt oder
gesaugt werden und gelingt die Arbeit in beiden Fällen. Saugt man die Flüssigkeit
durch die Batterie über den Rohzucker, so ist es zweckentsprechend, wenn jeder einzelne
Körper der Batterie oben offen ist und am unteren Boden des Gefäfses, unterhalb des
Siebbodens, an jedem Körper eine Pumpe saugt, welche die abgesaugte Zuckerlösung
immer auf den nächstfolgenden Körper schafft. Es hat diese Combination die Vermeidung von
Druckverlusten, die durch Reibung in einer
geschlossenen Batterie entstehen würden, zum Zwecke. Die Auslaugeflüssigkeit kann je nach
Art der verwendeten Batterie von oben nach unten oder umgekehrt über den Rohzucker
geführt werden. Man verwende als Diffusionssiebe feine Centrifugensiebe.
Der Rohzucker wird in die einzelnen Körper der Auslaugebatterie am zweckmäfsigsten in
gesiebter und trockener Form eingeführt, kann aber auch mit dem vom vorhergehenden Körper
abgezogenen Syrup vor dem Einbringen in die Batterie eingemaischt werden. In beiden Fällen
ist ein gleichmäfsiges Füllen der Gefäfse mit Zucker zu beobachten. Die Anzahl der Gefäfse,
aus welchen die Batterie bestehen soll, hängt von der Qualität des Zuckers ab. Um
reinen, weifsen Zucker zu erhalten, soll man nicht weniger als vier Gefäfse pro Batterie
wählen.
Die gewöhnlichen Temperaturen sind die zweckentsprechendsten, man kann aber auch
bei höheren Temperaturen arbeiten, wenn man für diese auch gesättigte Zuckerlösungen
zum Auslaugen anwendet.
Im allgemeinen arbeite man nach der bei dem Diffusionsprocesse bekannten Art und
Weise, so dafs über den ältesten, im Kreisprocesse sich befindenden Körper bezw. Rohzucker
die reine, gesättigte Zuckerlösung· eingeführt wird, während auf den neu eingeschalteten
Körper der älteste Syrup gebracht wird und von hier zum Abziehen gelangt, wenn er genügend geringwerthig geworden ist.
Gewöhnliche, etwa 95 pCt. polarisirende Rohzucker geben nach dem 14. Gefäfs als Abzug
schon geringe Melasse. Der älteste Körper der Batterie, dessen Zuckerkrystalle nun vollkommen
rein sind, ist von reiner Zuckerlösung durchtränkt; bevor man zur Entleerung schreitet,
wird dieser Körper noch abgesaugt, so dafs etwa 6 bis 10 pCt. Wassergehalt dem Krystallbrei
anhaftet.
Der aus der Batterie entleerte weifse Zuckerkrystallbrei gelangt nun entweder zum Einschmelzen
und bekannten Weiterverarbeiten auf feine Raffinade, oder er wird getrocknet und kommt als Krystallzucker oder auch als
gemahlener Zucker in den Handel. Läfst man aber dem vollkommen weifsen Krystallbrei
etwa 10 pCt. Feuchtigkeit anhaften und erwärmt denselben in einer Maische auf oder
über γο° R., so wird er dünnflüssig wie Füllmasse. Diese Füllmasse kann nun in beliebige
Formen ausgefüllt werden, wo man sie erstarren läfst. Man erhält dann vollkommen
geschlossene Füllmassen, die man vom anhaftenden Syrup, der hier eine reine Zuckerlösung
ist, in Centrifugen etc. auf bekannte Weise befreit und auf Consumwaare verarbeitet.
Will man für diese Füllmassen feines Korn erzielen, so kann man den weifsen Krystallbrei
in Kollergängen, Walzenstuhlungen oder ähnlichen Vorrichtungen feinkörnig machen, bevor
man zum Ausfällen der Füllmasse schreitet.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Das Verfahren, aus Rohzucker weifsen Zucker zu gewinnen, darin bestehend, dafs der Rohzucker in Form von losen Krystallen in einer Auslaugebatterie mit reiner, gesättigter Zuckerlösung derart behandelt wird, dafs der Rohzucker mit der Reinigungsflüssigkeit einen Krystallbrei bildet, wobei die Reinigungsflüssigkeit, welche bei dem ältesten im Kreisprocefs befindlichen Krystallbrei eintritt, so lange über in die Batterie neu eingeführte Rohzuckermengen geführt wird, bis der älteste Krystallbrei, mit reiner Zuckerlösung durchtränkt, rein aus dem Kreisprocefs gezogen werden kann, während aus dem jüngst in die Batterie eingeführten Rohzucker die Reinigungsflüssigkeit in Form einer melasseähnlichen Flüssigkeit abgezogen wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE31486C true DE31486C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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