DE316511C - - Google Patents

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DE316511C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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  • Textile Engineering (AREA)
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Description

Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zur Aufbereitung von kurzfaserigen, brüchigen Faserstoffen, insbesondere Torf- und Moosarten, um daraus verspinnbare Garne zu erzeugen, welche unter dem Einfluß von Luft und Feuchtigkeit nicht einlaufen, dauernd weich bleiben und mit geeignetem Einschuß- oder Verstärkungsmaterial wie z. B. Wolle, Baumwolle oder Jute, ein gut verwebbares, haltbares Fabrikat liefern. Zugleich wird, den Faserstoffen eine besondere Geschmeidigkeit und Weichheit verliehen. '
Dieser Zweck wird dadurch erreicht, daß man die kurzfaserigen zum Teil brüchigen Faserstoffe, nachdem sie von den größten Unreinigkeiten, wie Erdbestandteilen usw., in geeigneter Weise befreit sind, mit Seifenlösungen oder Fettemulsionen derart behandelt, daß diese in die Poren des Fasermaterials eindringen.
Ein weiteres Merkmal der vorliegenden Erfindung besteht darin, daß diese Seifenlösungen oder' Fettemulsionen in einem solchen Zustande verwendet werden, daß die Bildung einer dickflüssigen klebrigen Masse vermieden wird. ·
Ein drittes Merkmal der Erfindung besteht darin, daß man das Fasermaterial durch Schütteln oder durch andere mechanische Einwirkungen von den Verunreinigungen befreit, oder das Fasermaterial vorher wäscht, und daß die vorhin erwähnte Behandlung des Fasermaterials mit Seifenlösungen oder Fettemulsionen stattfindet, während oder nachdem das Gut durch die erwähnte mechanische Bearbeitung von seinen Verunreinigungen be- · freit, oder nachdem es gewaschen wurde.
Ein weiteres Kennzeichen besteht ferner darin, daß man ein Heizverfahren anwendet, bei welchem jedoch die Erhitzung nur so weit geleitet wird, daß überschüssige Feuchtigkeitsmengen ausgetrieben werden, so daß der zur Verspinnung· oder Verarbeitung auf der Krempel erforderliche Geschmeidigkeitsgrad in dem Fasermaterial verbleibt.
Es ist bekannt, Faserstoffe im allgemeinen durch Beigabe von Fetten geschmeidiger und gegen Feuchtigkeit widerstandsfähiger zu machen. Auch ist die mechanische Bearbeitung auf Karden oder Schlagmaschinen jedei Art bekannt. Auch ist es natürlich bekannt, das feuchte Gut zu trocknen.
. Es ist aber nicht bekannt geworden, Fettemulsionen oder Seifenlösungen, ferner das mechanische Reinigungsverfahren und das Heizverfahren in der vorhin gekennzeichneten Weise zu verwenden.
„ Die Erfindung besteht also gegenüber dem Bekannten in einer neuen Zusammenstellung von einzelnen Arbeiten mit einzelnen zu ähnlichen Zwecken schon verwendeten Mitteln zu einem neuen Gesamtverfahren, das die Nachteile der bekannten Verfahren vermeidet und die oben gekennzeichnete neue technische Aufgäbe erfüllt.
Praktisch gestaltet sich das Verfahren wie folgt:
Der auf der Karden- öder Krempelmaschine in üblicher·,-Wei-se.geleekerte und aufgerauhte Ausgangsstoff, "wie z. B. Torf, Moos und ahn*· liehe föiteia&erigas % sdei?'-'<feriiMige pflanzliche
■5 .ΛStoffe -'werden zunächst auf ein Schüttelsieb gebracht. ·Dieses-kann'·1 feststehend oder end-, los umlaufend sein, kann auch außerdem noch ; mit Reißern versehen werden, um während des Schüttelvorganges ein weiteres Auflockern des Materials herbeizuführen.
Durch den Schüttelvorgang werden die erdigen Bestandteile oder sonstigen ■Verunreinigungen, welche durch die vorangegangene Karden- oder Krempelwirkung in dem Ausgangsstoff gelockert wurden, von dem Fasergut abgesondert und in entsprechender Weise abgeleitet. Das so behandelte Fasergut kann nun entweder in einem auf die Schüttelwirkung folgenden weiteren Verfahren oder unmittelbar während des . Schüttelvorganges selbst gereinigt werden.
Die Reinigung kann entweder mit reinem Wasser erfolgen, um das Fasergut von den in ihm zurückgebliebenen gröbsten Unreinigkeiten zu befreien, wonach dann in einem sich anschließenden Verfahren die eigentliche Behandlung mit Seife, Seifenwasser, Fett oder Fettemulsion einsetzt, oder es kann auch unter Vermeidung der Reinigung mit reinem Wasser die Behandlung mit Seife, Seifenwasser, Fett oder Fettemulsion unmittelbar und zweckdienlich während oder nach dem Schüttelvorgang· erfolgen.
Die Behandlung mit Seife, Seifenwasser, Fett oder Fettemul'sion muß hierbei in der AVeise erfolgen, daß wohl ein Anfüllen der Poren des Rohstoffes so weit stattfindet, daß dem Material die erforderliche Geschmeidigkeit verliehen wird, daß aber das Entstehen einer dickflüssigen klebrigen Masse vermieden wird.
Nach der erfolgten Behandlung mit Seife, Seifenwasser, Fett oder Fettemulsion wirddas Gut über Heizeinrichtungen, z. B. Heiz-
trommeln geleitet und getrocknet, wobei jedoch der Trockenvorgang nur so weit geführt wird, daß die überschüssigen Feuchtigkeitsmengen ausgetrieben werden und der zur Verspinnung oder zur Verarbeitung auf der
5°. Krempel1 erforderliche Feuchtigkeitsgrad im Material verbleibt.
Das so behandelte Material wird dann der Feinkrempel- oder Feinkardenmaschine zugeführt, um die einzelnen Fasern noch weiter zu zerteilen, voneinander abzusondern und dadurch weicher zu gestalten.
Das Reinigen des Materials vor der Behandlung mit Seifenlösung oder Fettemulsion kann nach Bedarf auch zunächst in Wasser erfolgen. '·.-'!
Das fertige Garn besitzt eine solche Zugfestigkeit, daß es nicht nur zu Kettfäden, sondern auch zu Schußfäden beim Weben verwendbar ist.

Claims (4)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zum Überführen von kurzfaserigen, brüchigen Faserstoffen in einen zum Verspinnen,geeigneten Zustand, 70 ■ dadurch gekennzeichnet, daß das vorher von den Unreinigkeiten befreite Material, wie Torf, Moos u. dgl., dadurch in einen zur Verarbeitung in der Feinkrempel ge-
■ eigneten Zustand von Geschmeidigkeit und Weichheit übergeführt wird, daß es der Einwirkung einer dünnflüssigen Seifenlösung oder einer Fettemulsion in der Weise unterwerfen wird, daß die einzelnen Fasern von dem Fettstoff durchdrangen werden, wobei aber das Auftreten einer dickflüssigen klebrigen Masse vermieden werden muß. ,
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung des Fasermaterials mit Seifenlösung oder Fettemulsion stattfindet/ während das Fasermaterial durch Schütteln oder durch andere mechanische Einwirkung von den Verunreinigungen befreit wird, oder nachdem es gewaschen ist. :
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die durch Kardenmaschine und Schüttelsieb vorgereinigte und mit Seifenlösung oder Fettemulsion behandelte
■ faserige Masse über Heizeinrichtungen, z. B. Heiztrommeln geleitet und . nur so weit getrocknet wird, daß der zur Ver-
■ spinnung oder Bearbeitung in der Feinkrempel erforderliche Geschmeidigkeitsgrad erhalten bleibt, worauf das Gut der Wirkung der Feinkrempel ausgesetzt wird. .
4. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch, ι bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die in üblicher Weise z.B. durch Kardenmaschine oder Krempel vorbehandelte faserige Masse über ein Schüttelsieb geleitet und dort von weiteren Verunreinigungen durch Abspülen befreit wird, wonach' die Masse gemäß Anspruch 3 weiterbehandelt wird.
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