DE3201314C2 - Latentwärmespeichermaterial - Google Patents
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Abstract
Es wird ein Wärmespeichermaterial beschrieben, welches als Hauptkomponente CaCl ↓2 6H ↓2O umfaßt. Ferner ist ein Additiv zur Verhinderung einer Kristallisation von CaCl ↓2 4H ↓2O enthalten. Ferner enthält das Material mindestens 0,01 Gew.% mindestens einer Verbindung, ausgewählt aus der Gruppe KCl, RbCl, NaCl, NaF, Na ↓3AlF ↓6 und andere Doppelsalze des NaF.
Description
Die Erfindung betrifft ein Latentwärmespeichermaterial gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruchs für die
Wärmespeicherung und Abstrahlung von latenter Wärme beim Phasenübergang des Schmelzens bzw. Erstarrens.
Ein solches Wärmespeichermaterial wird für Klimaanlagen benötigt oder für die Rückgewinnung von
Abwärme oder für die Speicherung von Sonnenwärme.
Es ist äußerst wichtig, daß ein Wärmespeichermaterial bei wiederholter Wärmespeicherung und Abstrahlung
stets stabil ist.
CaCl2 · 6 H2O ist eines der vielversprechenden Wärmespeichermaterialien, da es eine Phasenänderungstemperatur
von 29°C aufweist und eine latente Wärme von 41 cal/g. Es ist ferner äußerst wirtschaftlich. Es kommt
jedoch bei wiederholter Phasenänderung von CaCl2 · 6 H2O zu einer Kristallisation von CaCl2 · 4 H2O («-Phase:
Schmelzpunkt 45°C;/-Phase: Schmelzpunkt 380C). Wenn eine solche Kristallisation eintritt, so scheiden sich
am Boden der Schmelzflüssigkeit Kristalle aus. Die Kristalle von CaCl2 ■ 4 H2O wachsen bei wiederholten
Phasenänderungen, so daß das als Hauptkomponente im Wärmespeichermaterial vorliegende CaCI2 · 6 H2O
abnimmt. Auf diese Weise verringert sich die Wärmespeicherkapazität des Materials allmählich. Diese Nachteile
können überwunden werden mit den Maßnahmen gemäß der japanischen Patentanmeldung 1 15 450/1980.
Dabei wird eine Kristallisation von CaCl2 · 4 H2O im Wärmezyklustest (bei 35 bis 18° C) während insgesamt
1000 Wärmezyklen nicht beobachtet, wenn der Wassergehalt des Wärmespeichermaterials im Bereich von 6,0
bis 6,14 Mol/Mol CaCl2 gehalten wird. Die Kristallisationsneigung des CaCI2 · 4 H2O kann ferner verringert
werden durch Zusatz zweckentsprechender Mengen an MgCl2 · 6 H2O, MgBr2 · 6 H2O oder CaBr2 · 6 H2O,
und zwar gemäß den Lehren der JA-OS 43 387/1976, 76 183/1976 und 1 28 052/1976. Es ist jedoch erforderlich,
zur Verhinderung einer Unterkühlung dem Gemisch ein Keimbildungsmittel zuzusetzen. Die Phasenänderungs- i|
Stabilität des Wärmespeichermaterials hängt von der Wirkung des Keimbildungsmittels ab. Es besteht eine J
Vielzahl von Problemen hinsichtlich der Art des Keimbildungsmittels und der Einverleibung desselben.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die vorerwähnten Schwierigkeiten zu überwinden und ein Wärmespeichermaterial
zu schaffen, welches eine ausgezeichnete Phasenänderungsstabilität aufweist und dessen Unterkühlung
wiederholt bei 26° C oder darüber gebrochen werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Latentwärmespeichermaterial mit einem Gehalt an
CaCl2 · 6 H2O als Hauptkomponente und einem Modifiziermittel zur Verhinderung einer Kristallisation von
CaCl2 · 4 H2O, das gekennzeichnet ist durch einen Gehalt an CaCl2-Hydrat, dessen Wassergehalt zur Verhinderung
einer Kristallisation von CaCl2 ■ 4 H2O bei einem Molverhältnis von mehr als 6,0 und weniger als 6,14,
bezogen auf CaCl2, liegt, und das mindestens 0,01 Gewichtsprozent mindestens einer Verbindung, ausgewählt
aus der Gruppe KCI, RbCl, NaCl, NaF, Na3AlF6, NaMgF3, NaYF4, NaY3Fi0 und NaThF6, enthält. ™
Herkömmlicherweise verwendet man als Keimbildungsmittel Ba(OH)2 · 8 H2O oder BaF2. Diese wurden mit |
einem der erfindungsgemäßen Keimbildungsmittel, nämlich NaCl, verglichen. Die drei Verbindungen wurden
dem Wärmespeichermaterial zugesetzt und dieses wurde sodann einem Wärmezyklustest unterzogen. Die
Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengestellt. Dabei zeigen sich erhebliche Unterschiede hinsichtlich des
Anti·Unterkühlungseffekts. Die Funktion der erfindungsgemäßen Zusätze KCl, RbCl, NaCl, NaF, Na3AlF6 und
der anderen Doppelsalze des NaF bei der Keimbildung von CaCl2 · 6 H2O unterscheidet sich grundlegend von
üblichen Keimbildungsmitteln. Daher wird im folgenden der Name »Keimförderungsmittel« verwendet. Zur
Durchführung der Wärmezykluslests wird die jeweilige Probe in ein Glasrohr mit einem Innendurchmesser von
20 mm und einer Länge von 1000 mm gegeben. Das Glasrohr wird verschlossen und pro Tag acht Wärmezyklen
im Bereich von 35 bis 18° C unterworfen.
Nr. Probe Additiv Temperatur, bei
der die Überkühlung
gebrochen wird ("C)
1 CaCl2 · 6,11 H2O Ba(OH)2 · 8 H2O 21,8 ± 1,1
2 CaCI2 · 6,11 H2O BaF2 22,0 ± 1,7
3 CaCl2 · 6,11 H2O NaCl(I Gew.-%) 25,7 ± 0,2
3 CaCl2 · 6,11 H2O NaCl(I Gew.-%) 25,7 ± 0,2
Die Messung der Temperatur, bei der der Unterkühlungszustand gebrochen wird, erfolgt mit Hilfe von sechs
Thermopaaren, welche sich in einem dünnen Glasrohr befinden, das im zentralen Bereich des Glasrohrs für die
32 Ol 314
Probe fixiert ist. Die mit dem Vorzeichen ± versehenen Zahlen bezeichnen die mittlere Standardabweichung (σ).
Tabelle 1 zeigt, daß die Unterkühlung der Probe Nr. 3 gemäß vorliegender Erfindung bei einer Temperatur
gebrochen wird, welche höher ist als die Temperatur, bei der die Unterkühlung der Proben Nr. 1 und Nr. 2
gebrochen wird. Die Temperaturdifferenz beträgt etwa 4° C. Außerdem ist die Variabilität dieser Temperatur
bei der Probe Nr. 3 im Vergleich zu den Proben Mr. 1 und Nr. 2 äußerst klein. Wenn man anstelle des NaCl bei 5
der Probe Nr. 3 0,5 Gew.-% NaF einsetzt, so erzielt man im wesentlichen die gleichen Ergebnisse wie bei der
Probe Nr. 3.
Der Mechanismus der Wirkung der erfindungsgemäßen Keimförderungsmittel, z. B. des NaCl, konnte bisher
noch nicht geklärt werden. Die chemische Analyse zeigt, daß die Konzentration des aufgelösten NaCl in der
Flüssigkeit nur etwa 0,1 Gew.-% beträgt; spezielle Reaktionen wurden nicht festgestellt Das am Boden der
Flüssigkeit ausgeschiedene, feste NaCl, welches sich nicht auflöst, liegt in Form von fächenzentrierten, kubischen
Kristallen vor, während CaCb - 6 H2O in Form von hexagonalen Kristallen vorliegt. Daher kommt eine Keimbildung
des CaCb · 6 H2O im Wege eines epitaxialen Aufwachsens, wie dies bei einer Koinzidenz des Kristallsystems
und der Gitterkonstanten möglich ist, nicht in Frage. Darüber hinaus wurde festgestellt, daß bei einem
Zusatz des Keimförderungsmittels, z. B. das NaCl oder NaF, zum unterkühlten, geschmolzenen CaCb · 6 H2O
keinerlei Wirkung im Sinne eines Brechens des Unterkühlungszustendes des CaCb · 6 H2O entfaltet. Andererseits
wurde jedoch beobachtet, daß bei Einverleibung eines Keimbildungsförderungsmittels gemäß der Erfindung
und nach einer erstmaligen Brechung des Unterkühlungszustands bei einer Wiederholung des Wärmezyklus
Erstarrung nun glatt vonstatten geht, und zwar so, als ob ein Erstarrungsgedächtnis vorläge.
Eine Probe, welche 0,5 Gew.-% NaCl enthält, bildet auch bei mehr als 1000 Wärmezyklen kein CaCl2 · 4 H2O.
Diese Beobachtung stimmt nicht überein mit dem Bericht von B. Carlsson et al. in Schweden (Solar Energy, 23,
343, 1979). Dort wird ausgeführt, daß ein Zusatz von NaCl die Bildung von CaCb - 4 H2O erleichtert. Es muß
jedoch bemerkt werden, daß der Wassergehalt der erfindungsgemäßen Masse verschieden ist vom Wassergehalt
in den Proben von B. Carlsson.
Die erfindungsgemäßen Keimförderungsmittel, nämlich NaCl oder NaF, liegen in Form von flächenzentrierten,
kubischen Kristallen (Kochsalzform) vor. KCL, RbCl, LiF, KF, RbF, CsF, LiCI, CsCl, LiBr, NaBr, KBr, RbBr,
LiJ, NaJ und RbJ haben die gleiche Kristallform. Unter all diesen Verbindungen haben auch KCl und RbCl einen
ausgezeichneten Anti-Unterkühlungseffekt. Ferner zeigen unter all diesen Verbindungen KF und· NaBr den
beschriebenen Gedächtniseffekt, wenn man die Massen in einem speziellen Temperaturbereich verwendet.
j Dieser Gedächtniseffekt geht jedoch verloren bei einer Lagerung während 70 h bei 35° C. Diese beiden Zusätze
sind daher in der Praxis ungeeignet. Die anderen Verbindungen führen zu keinem Gedächtniseffekt.
j Na3AIFb, welches ein Doppelsalz des NaF ist, liegt in Form von monoclinen Kristallen vor. Es führt ebenso wie
NaF zu einem Gedächtniseffekt. Auch andere Doppelsalze des NaF, z. B. NaMgFß, NaYF4, NaYßFio und
NaThFfo führen zu einem Gedächtniseffekt.
Der Gehalt an dem Keimförderungsmittel, z. B. NaCl, sollte die Löslichkeit der Verbindung übersteigen und
liegt gewöhnlich im Bereich von 0,01 bis 3 Gew.-°/o. Wenn der Gehalt zu groß ist, wird die Schmelzwärme des
! Wärmespeichermaterials scheinbar herabgesetzt, und zwar je nach dem Gewicht und dem Volumen des Keim-
förderungsmittels.
Der Gedächtniseffekt hinsichtlich der Erstarrung geht nicht verloren, auch wenn die Probe während 10 Tagen
oder länger bei 40° C aufbewahrt wird. Sobald Abkühlung eintritt, findet die Erstarrung sofort statt. Es ist daher
nicht notwendig, ein herkömmliches Keimbildungsmittel zuzusetzen. Es reicht aus, daß man den Gedächtniseffekt
für die Erstarrung nur ein einziges Mal herbeiführt, indem man das Material vor oder nach dem Verschließen
des Behälters zur Erstarrung bringt. Wenn man jedoch die Mischung auf 50° C oder darüber erhitzt, so
verschwindet der Gedächtniseffekt für die Erstarrung. Um diesen Nachteil zu verhindern, ist es bevorzugt, ein
herkömmliches Keimbildungsmittel zuzusetzen. Dieses herkömmliche Keimbildungsmittel hat im Kontext der
Erfindung den zusätzlichen Effekt, daß der Gedächtniseffekt für die Erstarrung wiederhergestellt wird, auch
wenn der Gedächtniseffekt für die Erstarrung durch einen Anstieg der Temperatur auf über 50°C verlorengegangen
war. Der Gedächtniseffekt des Keimförderungsmittels führt zu einer normalen Erstarrung der Mischung.
Man kann sowohl ein Keimförderungsmittel, welches sich leicht auflöst, z. B. NaCl, KCl oder RbCl, zusetzen
als auch ein Keimförderungsmittel, welches sich nicht leicht auflöst, z. B. NaF und NaaAlFg. Hierdurch wird der
Gedächtniseffekt für die Erstarrung verbessert.
Die vorliegende Erfindung kann auch bei anderen herkömmlichen Wärmespeichermaterialien angewendet
werden, z. B. Wärmespeichermaterialien vom Typ CaCl2 · 6 H2O-MgCl2 · 6 H2O (JA-OS 43 387/1976), War- |
mespeichermaterialien vom Typ CaCl2 · 6 H2O-MgBr2 · 6 H2O (JA-OS 76 183/1976) und Wärmespeicherma- 55 |
terialien vom Typ CaCl2 · 6 H2O-CaBr2 · 6 H2O (JA-OS 1 28 052/1976). Die Erfindung ist daher keineswegs
auf einfache Wärmespeichermaterialien vom Typ CaCl2 · 6 H2O beschränkt. Bei diesen Wärmespeichermaterialien
vom Mischungs-Typ kommt es bei wiederholten Wärmezyklustests zu einer Kristallisation von
CaCI2 ■ 4 H2O, so daß eine stabile Phasenänderung verhindert wird. Es ist daher äußerst wichtig, die Kristallisation
von CaCl2 ■ 4 H2O in einem Wärmespeicherirpaterial vom Mischungs-Typ ebenso wie in einem Wärme- 60 |
speichermaterial vom einfachen Typ zu verhindern. Die Verhinderung der Kristallisation von CaCl2 · 4 H2O im f.
Wärmespeichermaterial vom Mischungs-Typ wird mit hoher Zuverlässigkeit erreicht, indem man eine Mischung
von CaCb-hydrat mit einem bestimmten Wassergehalt verwendet. Der Wassergehalt liegt bei einem Molverhältnis
von mehr als 6,0 und weniger als 6,14, bezogen auf CaCl2. Wenn man das Keimförderungsmittel, z. B.
NaCI, zusetzt, so tritt reichliche Keimbildung ein, und die Phasenänderungsstabilität wird erheblich verbessert.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen näher erläutert.
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Eine Mischung aus CaCb - 6,11 H2O und 1 Gew.-% NaCl wird in einem schwarzen Rohr aus Polyäthylen
hoher Dichte mit einem Innendurchmesser von 50 mm und einer Länge von 1000 mm eingeschlossen. Vor dem
Verschließen des Rohrs setzt man als Keime für die Kristallisation Kristallbruchstücke \on CaCb · 6 H2O zu,
worauf man durch Abkühlen auf 250C oder darunter eine Erstarrung herbeiführt Der Unterkühlungszustand
des Produktes wird bei einer Temperatur oberhalb 25°C gebrochen und es tritt stets eine glatte Phasenänderung
bei wiederholten Erstarrungs-Schmelz-Zyklen ein, und zwar selbst bei mehr als lOOOfacher Wiederholung.
Daher ist die Phasenänderung äußerst stabil.
10
10
Man arbeitet nach dem Verfahren des Beispiels 1, wobei man eine Mischung aus CaCb · 6,08 H2O und 0,1
Gew.-°/o NaF-Pulver in dem Rohr einschließt Der Unterkühlungszustand des Produktes wird wiederholt bei
einer Temperatur oberhalb 25° C gebrochen, und es tritt bei mehr als lOOOfacher Wiederholung des Wärmezyklus
stets eine glatte Phasenänderung ein, so daß die Phasenäsjderung stabil ist
Man arbeitet nach dem Verfahren aes Beispiels 1, wobei man eine Mischung aus CaCb · 6,11 H2O und 0,5
Gew.-% KCI und 0,05 Gew.-% NasAlFa in dem Rohr einschließt Der Unterkühlungszustand des Produktes wird
wiederholt bei einer Temperatur oberhalb 24°C gebrochen. Es tritt bei mehr als lOOOfacher Wiederholung des
Wärmezyklus stets eine glatte Phasenänderung ein. Die Phasenänderung ist daher stabil.
B e i s ρ i e 1 4
Man arbeitet nach dem Verfahren des Beispiels 1, wobei man jedoch RbCl anstelle von NaCl einsetzt. Die
hergestellte Mischung wird getestet. Sie zeigt im wesentlichen die gleiche Stabilität der Phasenänderung wie die
Mischung des Beispiels 1.
Das Verfahren des Beispiels 2 wird wiederholt, wobei man zusätzlich 0,1 Gew.-% BaO als Keimbildungsmittel
einverleibt. Das Produkt zeigt ähnliche Eigenschaften wie dasjenige des Beispiels 2.
35
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Man arbeitet nach dem Verfahren des Beispiels 3, wobei man NaMgFß anstelle von NaaAlFß einsetzt. Die
Mischung zeigt den gleichen glatten Phasenübergang wie die Mischung des Beispiels 3, und die Phasenänderung
ist bei mehr als 1 OOOfacher Wiederholung des Wärmezyklus stabil.
Man arbeitet nach dem Verfahren des Beispiels 1, wobei man eine Mischung aus CaCb · 6,13 H2O, enthaltend
20 Mol-% CaBr2 · 6 H2O, mit 1 Gew.-% NaCl in dem Rohr einschließt. Der Unterkühlungszustand des Produkts
wird wiederholt bei einer Temperatur oberhalb 18°C gebrochen. Es findet bei mehr als 500facher Wiederholung
des Wärmezyklus eine glatte Phasenänderung statt. Die Phasenänderung ist somit stabil.
Man arbeitet nach dem Verfahren des Beispiels 1. Es wird eine Mischung aus CaCl2 · 6,11 H2O, enthaltend 15
Mol-% MgBr2 · 6 H2O, mit 0,5 Gew.-% NaCl und 0,1 Gew.-% NaF versetzt und im Rohr eingeschlossen. Der
Unterkühlungszustand des Produktes wird wiederholt bei einer Temperatur oberhalb 17° C gebrochen. Es findet
eine glatte Phasenänderung statt, und zwar bei mehr als 200facher Wiederholung des Wärmezyklus. Die
Phasenänderung ist somit stabil.
Man arbeitet nach dem Verfahren des Beispiels 1. Es wird eine Mischung aus CaCl2 · 6,11 H2O, enthaltend 20
Mol-% CaBr2 · 6 H2O, mit 0,5 Gew.-% NaCl hergestellt und im Rohr eingeschlossen. Der Unterkühlungszustand
des Produktes wird wiederholt bei einer Temperatur oberhalb 18°C gebrochen. Es findet eine glatte
Phasenänderung bei mehr als 500facher Wiederholung des Wärmezyklus statt. Die Phasenänderung ist daher
stabil.
Erfindungsgemäß werden die folgenden Effekte erzielt durch Einverleibung einer kleinen Menge eines
Keimförderungsmittels, z. B. durch Einverleibung von 1 Gew.-% NaCl, und zwar bei einem Wärmespeichermaterial,
welches CaCl2 · 6 H2O als Hauptkomponente umfaßt und welches im Sinne einer Verhinderung der
Kristallisation von CaCI2 - 4 H2O modifiziert sein kann.
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(1) Das erfindungsgemäße Wärmespeichermaterial ist äußerst wirtschaftlich und es zeigt bei wiederholter
Phasenänderung eine Phasenänderungsstabilität.
(2) Die Qualitätskontrolle kann leicht durchgeführt werden, da das Keimförderungsmittel, z. B. NaCI, das
einzige empfindliche Additiv darstellt.
(3) Das Wärmespeichermaterial hat eine hohe Zuverlässigkeit.
(4) Es ist nicht erforderlich, die Anordnung eines Anti-Unterkühlungsmaterials in Betracht zu ziehen, so daß die
Konstruktion der Wärmespeichereinrichtung äußerst einfach ist.
(5) Es ist nicht erforderlich, giftige Keimbildungsmittel zuzusetzen.
Claims (2)
1. Latentwärmespeichermaterial mit einem Gehalt an CaCb · 6 H2O als Hauptkomponente und einem $
Modifiziermittel zur Verhinderung einer Kristallisation von CaCl2 · 4H2O, gekennzeichnet durch i
einen Gehalt an CaCb-Hydrat, dessen Wassergehalt zur Verhinderung einer Kristallisation von
CaCl2 · 4 H2O bei einem Molverhältnis von mehr als 6,0 und weniger als 6,14, bezogen auf CaCl2, liegt, und |
das mindestens 0,01 Gewichtsprozent mindestens einer Verbindung, ausgewählt aus der Gruppe KCl, RbCl, J
NaCI, NaF, Na3AlF6, NaMgF3, NaYF4, NaY3F10 und NaThF6, enthält
2. Latentwärmespeichermaterial nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen zusätzlichen Gehalt an
mindestens einer Komponente, ausgewählt aus der Gruppe CaBr2 - 6 H2O und MgBr2 · 6 H2O.
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