DE3201419A1 - Verfahren zum verstaerken des raucharomas von rauchwaren - Google Patents
Verfahren zum verstaerken des raucharomas von rauchwarenInfo
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Description
HOFFMANN · EITLE & PARTNER
DIPL.-ING. K.FOCHSLE · DR. RER. NAT. B. HANSEN
ARABELIASTRASSE 4 . D-8000 MO NCHEN 81 · TELEFON (089) 911087 . TELEX 05-29619 (PATHE)
36 104 o/sm
British-American Tobacco Company, Limited,
London, Großbritannien
Verfahren zum Verstärken des Raucharomas von Rauchwaren
Die Erfindung betrifft Raucharoma-verstärkende Mittel, ein Verfahren zur Herstellung derselben und ein Verfahren
. zum Verstärken des Raucharomas von Rauchwaren.
Aromaverstärkende Mittel können bei einem■Rauchmaterial
zur Entwicklung des Raucharomas beitragen, aber die vorliegende Erfindung ist besonders damit befaßt, solche
Mittel zur Verfügung zu stellen, deren Wirkung darin besteht, das charakteristische Aroma von Rauchwaren selbst
zu verstärken, insbesondere das für Tabak charakteristische Aroma, ohne daß man unerwünschte Aromanoten hinzufügt.
Abgesehen von der Möglichkeit, neue Aromen und Geschmackstöne zu erzielen, stellen solche Mittel eine
weitere Hilfe für den Tabakmischer dar, mit Hilfe derer
er einen erwünschten Rauchgeschmack zuverlässiger und/oder mit größerer Wirtschaftlichkeit erzielen kann.
Verbindungen, die chemisch mit Sclareol verwandt sind und die
als Additive für Tabak geeignet sein sollen, werden in der GB-PS 847,201 und der US-PS 3,050,532 beschrieben.
Diese Verbindungen sollen dadurch erhalten worden sein, daß man Sclareol einem chemischen Umwandlungsverfahren
unterwirft.
Sclareol ist eine Diterpenverbindung, die aus den Blüten
von Salvia sclarea und den Blüten und Blättern von Nicotiana glutinosa erhältlich sind. Ein Verfahren zur Gewinnung
von Sclareol aus Salvia sclarea wird in der GB-PS 879,958 beschrieben.
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Erfindungsgemäß wird eine Gruppe von Verbindungen, die wirksam sind, um das Raucharoma von Rauchmaterialien zu
verstärken, dadurch erhalten, daß man Sclareol· einen mikrobischen Umwandlungsverfahren unterwirft.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird weiterhin ein Raucharoma-verstärkendes Mittel zum Inkorporieren in
ein Rauchmaterial zur Verfügung gestellt, das eine oder mehrere Verbindungen aus der Gruppe 3 C* -Hydroxysclareol,
3ß-Hydroxysclareol und 3-Oxosclareol enthält.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines Aromatisierungsmittels für Rauch, das in ein Rauchmaterial
eingeführt wird, bei dem man Sclareol mit einer Mikrobenkultur in Berührung bringt, um dadurch wenigstens
einen Teil des Sclareols in ein 3-Hydroxysclareol-enthaltendes
Produkt zu überführen. Das Hydroxysclareol kann 3 CC-Hydroxysclareol oder 3ß-Hydroxysclareol sein und weiterhin
kann das Produkt 3-0xosclareol enthalten.
Ein diese drei Verbindungen enthaltendes Produkt kann, als
Aromavers.tärkungsmittel für Tabakrauch verwendet werden.
Alternativ können eine oder mehrere der Verbindungen, vorzugsweise
solche, die das wirksamere und in höheren Aus·^
beuten erhältliche 3ß-Hydroxysclareol enthalten, zunächst extrahiert werden, worauf man dann die extrahierte Verbindung
oder Verbindungen als Tabakraucharoma-Verstärkungsmittel verwendet.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Verstärken des Raucharomas von Rauchmaterial, bei dem man in das
Rauchmaterial ein Mittel aus einer oder mehreren Verbindungen,
ausgewählt aus 3OC-Hydroxysclareol, 3ß-Hydroxysclareol
und 3-0xosclareol, einführt. Das Rauchmaterial kann Tabak, ein rekonstitutiertes Tabakmaterial oder Tabakersatzmaterial
sein. Vorzugsweise ist oder umfaßt das Mittel 3ß-Hydroxysclareol. Das Mittel kann in ein Rauchmaterial
eingeführt werden, indem man das Material mit dem in einem flüssigen Lösungsmittel befindlichen Mittel
besprüht oder es in feiner kristalliner Form damit besprüht.
320 U
Im letzteren Falle kann man einen Binder verwenden/ um die Kristalle an das Rauchmaterial zu binden. Das Mittel
wird vorzugsweise dem Rauchmaterial bis"zu einem Beladungsniveau
im Bereich von 50 bis 2000 Teilen pro Millionen Teilen Tabak zugegeben.
Die chemische Struktur von 3 Ct--Hydroxysclareol ist:
-OH-
Die chemische Struktur von 3ß-Hydroxysclareol ist;
"OH
Die chemische Struktur von 3-Oxosclareol ist:
· OH
OH
J."::-:>ü .1 Ό.::. 32OU19
Es wurde gefunden, daß ein großer Bereich von Mikroorganismen, einschließlich Fungi und Bakterien, verwendet
werden kann, um Sclareol in ein Produkt 3<X-Hydroxysclareol und 3ß-Hydroxysclareol zu überführen. In einigen
Fällen wird auch 3-Oxosclareol gebildet. Von 50 Pilz-Schüttelkulturen,
die man aus einer Probe von luftgetrockneten Tabakblättern erhielt, wurde festgestellt, daß 28
davon wirksam waren, Sclareol in 3-Hydroxysclareol zu
überführen, wobei allerdings erhebliche Unterschiede in dem Ausmaß der Umwandlung festgestellt wurden. Mit jedem
der 28 Pilzen wurde 3ß-Hydroxysclareol gebildet und bei 18 dieser 28 Pilze wurde 3(X -Hydroxysclareol gleichfalls
festgestellt. Bei 13 dieser 28 .Pilze wurde 3-0xosclareol gefunden. 17 dieser Pilze wurden als Spezies von Aspergillus
(8 Stämme), Penicillium (3 Stämme), Cladosporium (1 Stamm), Alternaria (1 Stamm), Nodulisporium (1 Stamm),
Ulocladium (1 Stamm), Fusarium (1"Stamm) und Phoma (1 Stamm) identifiziert. 11 Pilze konnten wegen des Mangels
an Sporenbildung nicht identifiziert werden. Beispiele für geeignete Mikroorganismen sind:
Ophiobolus herpotrichus (CBS 240.31) Alternaria alternata F 316 (CBS 547.80)
Cladosporium oxysporum F312 (CBS 548.80) Penicillium thomii F309 (CBS 549.80)
Bacillus pumilus (NCIB 11617)
Ophiobolus herpotrichus ist von Centrallbureau Voor Schimmelcultures, Oosterstraat 1, Baarn, Holland, erhältlich.
Die hinterlegten Kulturen haben die Hinterlegungsnummer CBS 547.80, CBS 548.80 und CBS 549.80, die alle
in dem Centraalbureau Voor Schimmelcultures am 25. Mai 1980 hinterlegt wurden. Die jeweiligen Eigenschaften der
Fungi, die von den drei hinterlegten Kulturen gebildet werden, werden in Tabelle I gezeigt.
Die Kultur NCIB 11617 wurde am .14.November 1980 bei der
National Collection of Industrial Bacteria, Torry Research
Station, 135 Abbey Road, Aberdeen, Schottland, hinterlegt. Die Eigenschaften von Bacillus pumilus NCIB 11617 sind:
Morphologie; Schlanke gramvariable Stäbchen mit
elliptischen zentralen Endosporen, die das Sporangium nicht quellen.
Wachstumstem- Gutes Wachstum bei 30°, 37°, 50°,
peraturen: kein Wachstums bei 55°C.
Wachstumscharak- Kolonien 1,5 mm flach, glatt, weißteristika
(Nähr'- lieh, opak, irregular und etwas ausmittelagar
300C: gezackt.
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Biochemische Eigenschaften:
Katalase +
Oxidase (Kovacs) +
Anaerobisches Wachstum -
Wachstum in 5 % NaCl +
Wachstum in 7 % NaCl +
Gas aus Glukose -
Acetoinproduktion +
Caseinzersetzung +
Gelatinezersetzung +
Stärkehydrolyse -
Nitratreduktion -
Indol
Citrat
Arginindehydrolase -
pH in VP-Brühe 5,2
Auf Basis dieser Charakteristika nimmt man an, daß das Isolat in der Beschreibung von Bacillus pumilus gemäß
Bergey's Manual of Determinative Bacteriology, 8. Ausgabe, (1974) übereinstimmt;
Die Auswahl von Mikroorganismen/ welche die Eigenschaft haben, Sclareol unter Bildung von 3£X -Hydroxysclareol
und 3ß-Hydroxysclareol zu überführen, erfolgte, indem man Sclareol mit einem Bereich von Mikroorganismen,
die von Kulturhinterlegungsstellen und durch direkte Isolierung von Natursubstanzen, wie Bodenproben und Tabakblättern,
erhalten worden waren, inkubierte. Die neuen Produkte wurden identifiziert, indem man Extrakte
aus den Kulturmedien mit Kontrollen, die das Kulturmedium ohne Sclareol enthielten, verglich. Die Produkte
wurden dann isoliert und gereinigt und in vorbestimmten Anteilen dem Zigarettentabak inkorporiert.
Mit diesem Tabak gefüllte Zigaretten wurden von einem Experten-Rauchergremium
geraucht, um die Wirkung der jeweiligen Produkte auf den Tabakrauch festzustellen. In allen
Fällen stellten die Raucher eine merkliche Wirkung auf das Aroma des Rauches fest, ohne daß irgendwelche unerwünschten
Rauchattribute festgestellt wurden. Im allgemeinen war der festgestellte Effekt eine Verstärkung des
Raucharomas, wie es für den speziellen Tabak jeweils typisch ist.
Das in den nachfolgenden Beispielen verwendete Sclareol wurde aus absolutem öl von Salvia sclarea, das von Payan
& Bertrand in Grasse, Prankreich, vertrieben wird, erhalten. Das absolute öl wurde zunächst unter negativem Druck
zur Entfernung von Flüssigkeit filtriert und der Feststoff wurde dann mit einem Strom von eiskaltem n-Hexan
bei Raumtemperatur gewaschen, bis die ursprüngliche grüne Farbe vollständig verschwunden war. Der zurückbleibende
weiße Feststoff wurde als Sclareol identifiziert. Zusätzliche Mengen an Sclareol wurden aus den Hexanwaschungen
durch Kristallisation erhalten. Die Ausbeute an Sclareol betrug im Durchschnitt etwa 20 Gew.-% des ursprünglichen
Öls. Selbstverständlich könnte ein von Nicotiana glutinosa
320U19
- το -
erhaltenes Sclareol ebenso für die Zwecke der vorliegenden
Erfindung verwendet werden.
Die nachfolgenden Beispiele beschreiben Verfahren zum Erhalten der Sclareolverbindungen und die Art der erhaltenen
Produkte.
Beispiel 1 '
Eine Reinkultur von Ophiobolus herpotrichus DBS 240.31 wurde in zwei 250 ml Erlenm^ayer-Kolben, von denen jeder
100 ml einer sterilen Malzextraktbrühe der Zusammensetzung:
Malzextrakt 17 g
Mykologisches Pepton 3 g Destilliertes Wasser 1000 ml pH 5,4
enthielt, inokuliert.
Die Kolben wurden-mehrere Tage auf einem Orbitalrüttler
bei Raumtemperatur mit einer Rüttelgeschwindigkeit von 150 Upm inkubiert, wobei man ein Wachstum von O. herpotrichus
erhielt. 200 mg von in Ethanol gelöstem Sclareol wurden in einen der beiden Kolben eingefüllt und eine
gleiche Menge in einen dritten Kolben, enthaltend 100 ml steriles Malzextrakt, aber keinen Fungus. Die Inkubierung
der drei Kolben wurde weitere 7 Tage durchgeführt und danach wurde der Inhalt eines jeden Kolbens mit Chloroform
extrahiert. Nach dem Konzentrieren wurden die Extrakte aus den drei Kolben miteinander durch Dünnschichtchromatographie
(TLC) unter Verwendung von Kieselgelplatten und einem 9:1 Chloroform/Methanol-Lösungsmittel, verglichen. Für
visuelle Zwecke wurden die Platten mit einem Gemisch aus Anisaldehyd und Schwefelsäure besprüht und dann erwärmt.
Das Extrakt aus dem Kolben, bei dem Sclareol zu der Pilzkultur zugegeben wurde, gab bei der Dünnschichtchromato-
320H19
graphie die Anwesenheit der drei Diterpenverbindungen,
zusätzlich zu Sclareol. Diese Verbindungen waren in den Extrakten aus den anderen beiden Kolben nicht vorhanden.
Daraus wurde geschlossen, daß die drei zusätzlichen Diterpenverbindungen aus einer Umwandlung des Sclareols,
die durch 0. herpotrichus-fungus bewirkt wurde, stammten. Die drei zusätzlichen Diterpenverbindungen waren alle polarer
als Sclareol, wie durch Rf-Werte in einem TLC-System festgestellt wurde:
10
10
Verbindung I Rf 0,10
Verbindung II Rf 0,17
Verbindung III Rf 0,26
Sclareol Rf 0,33
Verbindungen I, II und III wurden durch eine Kombination von Säulenchromatographie, Hochdrucksflüssigkeitschromatographie
und Dünnschichtchromatographie getrennt und dann jeweils durch Gaschromatographie, Massenspektrometrie,
durch das kernmagnetische Resonanzspektrum und durch Infrarotanalyse identifiziert. Dabei wurde folgendes Ergebnis
erzielt:
Verbindung I : 30^-Hydroxysclareol
Verbindung II : 3ß-Hydroxysclareol Verbindung III : 3-Oxosclareol
O. herpotrichus wurde nach dem Verfahren gemäß Beispiel 1
in 100 ml eines sterilen Malzextraktes wachsen gelassen.
Zu der Kultur wurden 100 mg Sclareol, gelöst in Ethanol, gegeben. Nach Beendigung einer weiteren 3-tägigen In,kubierungszeit
wurde die. Gegenwart von Verbindung I, II und III und von restlichem Sclareol festgestellt.
Das Verfahren gemäß Beispiel 2 wurde wiederholt, wobei jedoch die Inkubierung nach der Zugabe von Sclareol während
7 bzw. 11 Tagen fortgesetzt wurde. Nach Beendigung jeder dieser Inkubierungsperioden wurde die Gegenwart
der Verbindungen I, II und III neben restlichem Sclareol · festgestellt.
Das Verfahren von Beispiel 2 wurde wiederholt, wobei jedoch 4 00 ml Sclareol verwendet wurden und die Inkubierung
wurde fortgeführt, um sicherzustellen, daß optimale Ausbeuten der Verbindungen I, II und III erhalten wurden.
Es wurde festgestellt, daß sich die Verbindungen I, II und III bildeten und daß der Fungus nach etwa 10- bis 12-tägiger
Inkubierung einen Spitzenwert ergab.
Das Verfahren in diesem Beispiel entspricht dem des Beispiels 2, jedoch wurden zu der Pilzkultur 400 mg Sclareol,
gelöst in Polyoxyethylen (20) Sorbitan-monooleat ■ (Sigma Chemicals, Poole, England, Handelsname "Tween 80"), gegeben.
Nach Beendigung der 3-tägigen Inkubierungsperiode nach der Zugabe von Sclareol wurde festgestellt, daß die·
Verbindungen I/ II und III vorhanden sind, wobei die Ausbeute an Verbindungen I und II zusammen 12 Gew.-% des
ursprünglichen Sclareols ausmachte.
3 20 H
• Beispiel 6
Beispiel 5 wurde wiederholt, jedoch mit einer Inkubierungszeit von 7 Tagen. Die Ausbeute an Verbindungen I und II
betrug 3 6 %, bezogen auf das ursprüngliche Sclareol.
Das Beispiel 5 wurde wiederholt, jedoch mit einer 10-tägigen
Inkubierungsperiode, wobei die Verbindungen I und II in 23 %iger Ausbeute, bezogen auf das ursprüngliche Sclareol,
gewonnen wurden.
O. herpotrichus wurde in einer Reihe von Kolben wachsen
gelassen, wobei jeder Kolben 100 ml sterile Malzextraktbrühe der in Beispiel 1 angegebenen Zusammensetzung enthielt.
Das Wachstum wurde 4 Tage auf einem Orbitalrüttler durchgeführt. In jedem der Kolben wurden dann 200 mg
Sclareol, gelöst in "Tween 80", eingefüllt. Nach 3-tägiger Inkubierungsperiode wurden die Verbindungen I und II
in einer Gesamtmenge von 110 mg, d.h. in 55 %iger Ausbeute, bezogen auf das zugegebene Sclareol, gewonnen.
Beispiel 9
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30
Das Verfahren gemäß Beispiel 8 wurde mit einer Inkubierungszeit
von 7 Tagen wiederholt. Die Verbindungen I und II wurden in einer Gesamtmenge von 134 mg, entsprechend
67 % bezogen auf das zugegebene Sclareol, gewonnen.
!."::= "U = Ό/ 32OU19 ■
Beispiel 10
Das Verfahren gemäß Beispiel 8 wurde wiederholt, wobei jedoch die Inkubierungszeit 10 Tage betrug. Danach wurden
die Verbindungen I und II in einer Gesamtmenge von 52 mg gewonnen, entsprechend 26 %, bezogen auf das zugegebene
Sclareol.
2,5 1 sterile Malzextraktbrühe in einem 3 1-Fermentationsgefäß
wurden mit O. herpotrichus inokuliert und bei 23°C
unter kontinuierlichem Rühren mit 300 Upm und unter Einleiten von Luft inkubiert. Nach 3 Tagen wurden 6 g Sclareol,
gelöst in "Tween 80", zugegeben. Dann wurde weitere 5 Tage inkubiert und nach Ende dieser Periode wurden die Verbindungen
I und II als in der Brühe vorhanden festgestellt, und 2 g der Verbindung II wurden aus der Brühe gewonnen.
Das allgemeine Verfahren gemäß Beispiel 11 wurde wiederholt,
jedoch unter Verwendung eines 20 1-Gefäß enthaltend 15 1 sterile Malzextraktbrühe. Dazu wurden 45 g Sclareol, gelöst
in "Tween 80", gegeben, und die Brühe wurde unter Einleiten von Luft in einer Menge von 5,8 l/min mit 400 Upm
gerührt. Die Verbindungen I, II und III wurden durch Extraktion aus der Flüssigkeit nach Beendigung des Versuches
gewonnen. Der größere Teil des nichtumgesetzten Sclareols
wurde durch Extraktion des Pilzwachstums wiedergewonnen.
Das Verfahren gemäß Beispiel 9 wurde wiederholt unter Ver-
]/- i_ -ο...:; 320U19
wendung einer Reinkultur' von Alternaria alternata CBS
547.80 anstelle von O. herpotrichus. Nach Beendigung
der 7-tägigen Inkubierungsperiode stellte man fest, daß die Verbindungen I, II und III vorhanden sind und trennte
diese aus dem Kulturmedium ab.
Das Beispiel 13 wurde wiederholt, jedoch wurde als Mikroorganismus
Cladosporium oxysporum CBS 548.80 verwendet. Nach Beendigung der Inkubationsperiode stellte man fest,
daß die Verbindungen I und II vorhanden sind und isolierte diese aus dem Kulturmedium.
..
Das Verfahren gemäß Beispiel 13 wurde nochmals wiederholt,
wobei dieses Mal als Mikroorganismus Penicillium thomii CBS 549.80 verwendet wurde. Es wurde festgestellt, daß
die Verbindungen I, II und III vorhanden waren und diese wurden aus de Kulturmedium abgetrennt.
Eine Reinkultur von Bacillus pumilus NCIB 11617 wurde in
einem Erlenmeyer-Kolben, enthaltend 100 ml einer Nährbrühe, die als CMI bezeichnet wird und die von der Oxoid
Limited, Basingstoke, England, verkauft wird, wachsen gelassen. Nach einer 7-tägigen Wachstumsperiode auf einem
Orbitalrüttler bei Raumtemperatur wurden 100 mg Sclareol, gelö^4- in 0,4 ml "Tween 80" zugegeben. Die Inkubierung
wurde weitere 7 Tage durchgeführt und dann wurde die Kultur extrahiert. Man stellte fest, daß sich die Verbindungen
I, II und III gebildet hatten.
Eine besondere Eigenschaft der neu identifizierten und
gebildeten Verbindungen besteht darin, daß sie den tabakähnlichen Charakter von Zigarettenrauch verstärken.
Dies steht im Gegensatz zu vielen bekannten Substanzen mit Aromaeigenschaften, einschließlich anderer Sclareolderivate,
die Tabakrauch ausgeprägte Aromaeigenschaften, die als blütenähnlich oder holzig bezeichnet werden, verleihen,
ohne den ausgeprägten Tabakcharakter zu erhöhen.
Eine mit den neuen Verbindungen gemachte Feststellung besteht darin, daß diese das natürliche Tabakraucharoma
verstärken können, wenn man sie Zigarettentabak in Mengen zwischen 50 und 20 00 ppm und insbesondere zwischen
und 250 ppm zugibt. Diese Entdeckung ist besonders wertvoll, wenn man sie auf Zigaretten anwendet, die hauptsächlich
luftfermentierten Tabak enthalten oder Mischtabak, d. h. Zigaretten, die Mischungen aus ofenfermentierten,
luftfermentierten und Orienttabak in unterschiedlichen
Anteilen enthalten. Darüber hinaus ist diese Entdeckung geeignet, um Zigaretten mit niedrigerer Teerentwicklung,
bei denen das natürliche Niveau des Tabakaromas vom Raucher als niedrig empfunden wird, zu entwickeln.
Tabelle I
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Die Eigenschaften der hinterlegten Kulturen mit den Hinterlegungsnummern
CBS 549.80, CBS 548.80 und CBS 547.80, auf die vorher verwiesen wurde, werden nachfolgend hinsichtlich
der folgenden Eigenschaften tabellarisch festgehalten:
I Temperaturbereich des Wachstums II Wachstum auf Kartoffeldextroseagar bei 250C
III Wachstum auf Malzextraktagar bei 25 0C
IV Mikroskopische Eigenschaften
I :: : : -: : :y 3201413
- 17 -
Wachstum bei 200C und 300C. Kein Wachstum bei 370C
II Nach 4 Tagen Kolonie mit 26 mm Durchmesser, flachkörnig bis pulverig-weiß mit rauchgrauen Flächen
und sahniger Rückseite.
Nach 12 Tagen 65 mm Durchmesser, etwas radiale Zonenbildung, rauchgrau mit weißem Rand und gelbbrauner
Rückseite.
III Nach 4 Tagen weiß, 20 mm Durchmesser, flachpulverig bis körnig mit ockerfarbiger Rückseite.
Nach 12 Tagen 65 mm Durchmesser, rauchgräu, weißer Rand, ockerfarbige Rückseite.
IV übermäßig hart, sandig, Sclerotia wird über die gesamte
Oberfläche gebildet. Keine Ascomatea. Konidiale Kopf-Phialides (conidial heads-phialides), Penicillat,
Monoverticillat. Condiophoren mit glatter Wand 90 bis 150 μπι lang.
Sterigmatisch flaschenförmig 7 bis 12 um, condiaelliptisch,
glatte 1,2 bis 2,9 μΐίι in langen Ketten.
Wachstum bei 200C und 300C, kein Wachstum bei 37°C.
II Nach 4 Tagen 24 mm Durchmesser, flauschig bis samtigew Wachstum, dunkles Pflanzengrün mit stumpfgrüner
Rückseite.
Nach 12 Tagen 70 mm Durchmesser, samtig, grau-oliv
mit blasserem Rand und stumpfgrüner Rückseite.
III Nach 4 Tagen 2X mm Durchmesser, erhaben flauschig bis samtig, pelzförmig, blau-grün-grau mit sahneweißem Rand,
Nach 12 Tagen 52 min Durchmesser, radial pelzförmig,
flauschig/samtig, blau-grün-grau mit blassem Rand, und dunkelbraun-grauer schwarzer Rückseite.
IV Braun-pigmentierte weiche Condiophoren 65 bis 95 μΐη
lang, am Apex gequollen. Zweigartig vom Apex übergehend in nichtseptierte glatte Blastosporen, 2,2
bis 4,2 μΐη in verzweigtkettigen "Narben" an den Stellen, an denen sich Blastosporen ablösen.
10
Wachstum bei 200C und 300C Kein Wachstum bei 37°C.
II Nach 14 Tagen 72 mm Durchmesser, bauschiges Wachstum,
unregelmäßiger Rand. Schwach olivgrün-grau mit stumpfgrüner Rückseite.
III Nach 14 Tagen 73 mm Durchmesser, bauschig bis flokkig
mit feingenarbtem Rand. Rauchgrau mit rückseitiger zentraler brauner Färbung, die am Rand bernsteinfarbig
ist.
IV Braune Condia, mauerförmig ansteigend in Ketten aus
einfach pigmentierten Condiophoren. Condia eiförmig, di,e sich am Ende in Entfernung von den ursprünglichen
Condiphoren verjüngen, im allgemeinen zu terminalen schwach schnabelförmigen Zellen. Condia 13 ρ χ 21 μπι.
Claims (7)
1. Verfahren zum Verstärken des Raucharomas von Rauchwaren,
dadurch gekennzeichnet, daß man die Waren mit einem 3-Hydroxysclareol-enthaltendem Produkt behandelt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Produkt 3ß-Hydrosclareol enthält.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Produkt wenigstens eine Verbindung aus der Gruppe
3 Cl -Hydroxysclareol, 3ß-Hydroxysclareol und 3-Oxosclareol
enthält.
4. Verfahren zur Verstärkung des Raucharomas von Rauchwaren, dadurch gekennzeichnet, daß man das Material mit
einem Produkt behandelt, das erhalten wurde, indem man Sclareol einem mikrobischen Umwandlungverfahren unterwirft.
5. Verfahren zur Herstellung eines das Raucharoma verstärkenden Mittels, das in ein Rauchmaterial eingeführt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß man Sclareol mit einer Mikrobenkultur
in Berührung bringt, um dadurch wenigstens einen Teil des Sclareols in ein 3-Hydroxysclareol-enthaltendes
Produkt zu überführen.
25
25
6. Verfahren gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Produkt wenigstens eine Verbindung aus der Gruppe
' 3QC,-Hydroxysclareol, 3ß-Hydroxysclareol und 3-0xosclareol
enthält.
■
■
7. Verfahren gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das 3ß-Hydroxysclareol aus dem Produkt extrahiert und
in das Rauchmaterial eingeführt wird.
"ζ
- -ar -
Ein das Raucharoma verstärkendes Mittel, dadurch gekennzeichnet, daß es wenigstens eine Verbindung
aus der Gruppe 3Oi-Hydroxysclareol, 3ß-Hydroxysclareol
und 3-Oxosclareol enthält.
Rauchmaterial oder Rauchartikel/ dadurch gekennzeichnet/ daß er ein Raucharoma-verstärkendes Mittel
gemäß Anspruch 8 enthält.
Applications Claiming Priority (1)
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| GB8101536 | 1981-01-19 |
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1982
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Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| US-Z: The American Type Culture Collection, Catalogue of Strains I, 1976, S.167 * |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3201419C2 (de) | 1990-06-21 |
| BR8200391A (pt) | 1982-06-01 |
| US4441514A (en) | 1984-04-10 |
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