DE320468C - Verfahren zur Erzeugung von Formzucker ohne Ablauf - Google Patents
Verfahren zur Erzeugung von Formzucker ohne AblaufInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C13—SUGAR INDUSTRY
- C13B—PRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
- C13B50/00—Sugar products, e.g. powdered, lump or liquid sugar; Working-up of sugar
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Description
- Verfahren zur Erzeugung von Formzucker ohne Ablauf. Harter Stückenzucker (z. B. in Form von Brodem, Blöcken, Platten oder Würfeln) wird bis jetzt in der Weise erzeugt, daß .eine flüssige Zuckerfüllmasse, eine Mischung von Zuckerkristallen und Sirup, oder auch angefeuchteter loser Zucker in Formen gefüllt oder gepreßt wird und diese geschleudert werden, worauf der nasse, kalte Formzucker angewärmt und in einem Luftstrom oder unter Vakuumwirkung -getrocknet wird. Die Erzeugung von Formzucker geschieht auch derart, daß angefeuchteter, kalter, loser Kristall- oder-Puderzucker in eine Form unter Druck eingepreßt und das kalte feuchte Preßstück .sodann erwärmt und getrocknet wird. In beiden Fällen erfolgt also eine Schleuderung der Formmasse oder einer auf Korn gekochten Füllmasse.
- Vorliegende Erfindung betrifft die unmittelbare Herstellung von Formzucker aus einer blank gekochten Zuckerlösung .`oder einer Zucker-Kornfüllmasse ohne Schleudern und ohne Ablauf.
- Es ist bekannt, unmittelbar aus einer auf hohe Konzentration und hohe Temperatur gebrachten Zuckerlösung einen mehr oder weniger feinkörnigen Zucker (sogenannter Puderzucker) oder ein loses förderfähiges Zuckerprodukt ohne Ablauf in der Weise herzustellen, daß in der Zuckerlösung die vollständige Kristallausfällung durch Einwurf von losem Zucker oder losem feuchten Material, oder durch Einwirkung der Luftleere, oder durch beides vorgenommen wird, dann ein feuchter, heißer Zuckerteig gebildet, und dieser bei dem Bewegen in einer Förder- oder Rührvorrichtung mit Luft behandelt wird.
- Beim vorliegenden Verfahren wird der auf vorher angegebenem Wege erzeugte heiße, feuchte Zuckerteig, der auch aus einer auf entsprechend hohe Temperatur eingedickten Kornfüllmasse gewonnen werden kann, anstatt wie vorher in ein loses Produkt; in einen festen, harten Stückenzucker -umgewandelt. Während beim angeführten Verfahren der Teig zu ' seiner Umwandlung in ein loses Produkt in einen besonderen Bewegungsapparat (z. B. eine Rühr- und Knetschnecke) eingeführt werden muß, wird er beim vorliegenden Verfahren nach bekannter Art in Formen gefüllt oder gepreßt, und hierauf werden die geformten oder gepreßten heißen, feuchten Teigstücke gekühlt und getrocknet, wodurch sie erst ihre Härte erhalten. Diese Trocknung und Abkühlung kann durch einen Luftstrom, der über die Formstücke geführt wird, oder durch Einwirkung von Luftleere stattfinden, wie es bei den bekannten Verfahren zur Trocknung von Formzucker geschieht, jedoch mit dem Unterschied, daß während bei letzterem eine besondere Erwärmung der geformten Stücke erforderlich wird, dies bei dem vorliegenden Verfahren wegen der hohen anfänglichen Temperatur des gepreßten Teiges nicht nötig ist.
- Zur Ausführung des Verfahrens wird eine blank gekochte oder eine Kornfüllmasse durch weitere Verdampfung bei stark verminderter Luftleere oder bei atmosphärischem Druck auf eine hohe Konzentration und hohe Temperatur gebracht, sodann durch Einwurf eines losen Materials (Zucker) oder durch die Einwirkung von Luftleere oder mittels beider Mittel der ,in£. h1 .,L-tjsung@ der Füllmasse befindliche Zucker aüsgefällt u,nd ein warmer feuchter .,`,Dieser wird in Formen Austrocknung oder, gepreßt, worauf eine Austrocknung --der Formstücke erfolgt, ohne daß vorher, eiü Zentüfugieren der Masse, ein -' Absclilendern von Sirup oder ein Decken des Formgutes vorgenommen wird.
- Die Eindickung der Füllmasse muß soweit getrieben werden, daß bei der nachherigen Ausfällung des Zuckers einerseits der feuchte Teig entsteht, anderseits dieser eine gewünschte Temperatur besitzt, weil hierdurch die genügende Härte des Formzuckers und die schnelle Arbeit gewährleistet ist. Zweckmäßig wird die Eindickung der Lösung der Füllmasse auf eine Konzentration entsprechend einer Siedetemperatur von i2o bis 13o° getrieben.
- Die Austrocknung des Formgutes kann in den bekannten Apparaten, z. B. Trockenkammern, geschehen, wobei entweder ein Luftstrom zur Einwirkung kommt oder die Trocknung unter Vakuum erfolgt. Letzteres bietet bei dem vorliegenden Verfahren neue wesentliche Vorteile, weil das zu trocknende Produkt noch heiß ist und die dem gepreßten Teig innewohnende Wärme zumeist genügt, um ein rasches Verdampfen der Feuchtigkeit des Gutes zu erreichen. Außerdem erhält die Masse durch ihre ,starke Abkühlung bei dem Trocknungsvorgang, gleichgültig, ob dieser unter Luftleere oder in einem Luftstrom erfolgt, mehr Halt und Zusammenhang als bei dem üblichen Pressen des kalten feuchten Zuckers zu Zuckerwürfeln oder Zuckerstangen oder Platten. Die Pressung selbst braucht daher nicht soweit getrieben zu werden, wie bei.der bekannten Arbeitsweise,. wodurch der Zucker lockerer und ansehnlicher bleibt.
- Durch Beibehaltung von mehr oder weniger Feuchtigkeit im Teige, durch das mehr oder weniger starke Pressen dieses leicht zusammenbackenden und leicht trocknenden Teiges, hat man es in der Hand, sehr schwere, harte oder leichtere, bequem lösliche Zuckerstücke zu erzeugen.
- Nach vorliegendem Verfahren kann Stückenzueker nicht nur aus mehr oder weniger reinen Zuckerlösungen, sondern auch in Form eines Gemisches von Zucker und anderen Füll- oder Nährstoffen usw. erzeugt werden; dadurch wird der Herstellung einer förderfähigen Masse aus einer Zuckerlösung ein neues Feld eröffnet.
- Steht bei der Erzeugung des Teiges kein loses Produkt als Einwurfsmaterial, z. B. loser Zucker, gemahlener Abfall, Puderzucker usw. zur Verfügung, so wird ein Teil des Teiges selbst nach dem bekannten Verfahren der Erzeugung von losem Zucker mittels Kristallausfällung und Teigbildung und nachheriger Trocknung des Teiges bei Bewegung und Rührung und Behandlung mit Luft zu losem trocknen Produkt umgewandelt, das dann im weiteren Arbeitsgange zur Ausfällung des Zuckers in die Lösung eingebracht wird, während der Rest des Teiges zur Herstellung von Formzucker gelangt.
- Es wird hierbei eine solche Menge von losem Zucker vorübergehend und stetig erzeugt, daß sie zur Erzeugung des Teiges aus der Zuckerlösung oder der Kornfüllmasse genügt.
Claims (2)
- PATENT-ANsPRÜcHE: -_. Verfahren zur Erzeugung von Formzucker ohne Ablauf, dadurch gekennzeichnet, daß aus einer auf hohe Konzentration und hohe Temperatur gebrachten, .blank gekochten oder Kornfüllmasse durch Einwurf eines losen, Zuckers oder eines fremden losen Produktes, durch Luftleerewirkung oder durch beide Mittel ein heißer feuchter Zuckerteig erzeugt, dieser in Formen gefüllt oder gepreßt wird, worauf die feuchten Stücke durch die Wirkung von Luftleere oder mittels eines Luftstromes oder durch die nacheinander fol= gende Anwendung beider- Mittel getrocknet werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im fortlaufenden Betrieb ein solcher Teil des erhaltenen warmen feuchten Zuckerteiges in ein loses Produkt umgewandelt wird, als es iür die Erzeugung des Teiges für den erforderlichen Formzucker und als Fällungsmittel-nötig ist, während der andere Teil des Teiges zu Formstücken zur Verarbeitung gelangt.
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