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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Regeln der Walzgut-Spannung in einer Tandem-Warmwalzltraße,
bei der fortlaufend an Walzgerüsten das Walzdrehmoment aufgrund von Antriebsarten des jeweiligen
Walzgerüsts errechnet wird, bei der der Wert des Walzmoments dann, wenn das Walzgut vom folgenden
Gerüst noch nicht ergriffen worden ist, gespeichert wird ; und bei der die Walzendrehzahl derart verstellt wird,
daß die Walzgut-Spannung gleich einem vorgegebenen Sollwert gemacht wird. Eine derartige Vorrichtung ist
aus der Literaturstelle DE-Z. »Tcchn. Mitt. AEG-TeIe-Tunken« 66 (1976) 6, S. 255-261, beschrieben.
In der Praxis hat sich gezeigt, daß es mit dieser vorbekannten Vorrichtung zwar gelingt, die Walzgut-Spannung
in einem Bereich nahe dem vorgegebenen Sollwert zu halten, eine exakte Übereinstimmung zwischen
tatsächlicher Walzgut-Spannung und vorgegebenem Snllwert dagegen nicht erreichbar ist
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, die vorbekannte Vorrichtung in der Weise zu verbessern,
daß eine wesentlich exaktere Angleichung der Walzgut-Spannung an den vorgegebenen Sollwert
erreichbar ist. Die Lösung dieser Aufgabe bestent in den Merkmalen des Kennzeichens des Hauptanspruchs.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die im Walzgut auftretenden Spannungen auch eine Funktion
der Walzbedingungen des Walzguts an den jeweiligen Walzgerüsten ist und das deshalb eine exakte Regelung
voraussetzt, daß bei der Ermittlung der Regeldaten auch die Temperaturen des Walzguts an den jeweiligen
Walzgerüsten berücksichtigt werden.
Besonders zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 in skizzenhafter Darstellung eine Tandem-Warmwalzstraße, bei der die erfindungsgemäße Vorrichtung
anwendbar ist,
Fig. 2 ein Blockschaltbild der Vorrichtung,
Fig. 3 ein Blockschaftbild des Temperatur-Kompensationsrechners
der Vorrichtung von Fig. 2,
Fig.4 in skizzenhafter Darstellung die Tandem-Warmwalzstraße
mit srfindungsgemäßer Vorrichtung,
Fig. 5-8 schematische Darstellungen verschiedener Anwendungsmöglichkeiten der erfindungsgemäßen
Vorrichtung bei Tandem-Warmwalzstraßen.
Fig. 1 zeigt eine Tandem-Warmwalzstraße, auf welche die Erfindung anwendbar ist. Die Walzstraße
enthält η Walzgeriiste, deren jedes zwei Arbeitswalzen
WR1 und zwei Stützwalzen BR, umfaßt, wobei / - 1,
2,..., n. Jede der Arbeitswalzen wird durch einen Motor M1 über ein Getriebe SC, angetrieben. Ein Werkstück,
etwa ein Metallband, wird in jedem Walzgerüst zwischen den beiden Arbeitswalzen gewalzt, so daß eine
Querschnittsfläche A1 entsteht. An der Eingangsseite
des ersten Walzgerüsts oder an jedem Walzgerüst ist ein Thermometer T vorgesehen, welches die Temperatur
des Werkstückes beim Einlauf in das Walzgerüst mißt. Für das He Walzgerüst (/ = 1,2,..., n) werden folgende
Konstanten und Parameter angenommen:
65 A1
Entfernung zum nächstfolgenden Walzgerüst
#(/+1),
Temperatur des in das Walzgerüst # / einlaufenden Werkstücks,
Dicke des Werkstücks nach Walzung im Walzgerüst # /,
Umfangsgeschwindigkeit der Arbeitswalzen WR,, äquivalenter Wärmeübergangskoeffizient des
Werkstücks im Walzgerüst # /,
Bezugstemperatur des in das Walzgerüst # /einlaufenden Werkstücks,
spezifische Wärme des Werkstücks,
spezifisches Gewicht des;.Wer_kstü_cks,
Temperatures Werkstücks,gemessen am Eingang
des Walzgerüsts # 1,
Umgebungstemperatur,
QuerschniHsfläche des Werkstücks nach Walzung
im Walzgerüst #/,
effektiver Radius der Arbeitswalze WR1,
Üntersetzungsverhältnis des Getriebes SCh
Φ, Magnetfluß des Elektromotors Mn
la, Strom des Elektromotors M1,
N1 Drehzahl des Elektromotors M1.
Das für den Antrieb der Arbeitswalzen erforderliche
Walzmoment GRi ändert sich in Abhängigkeit von der
Temperatur des zu walzenden Werkstücks. Die Änderung des Walzmoments A G6, kann folgendermaßen
ausgedrückt werde ι
10
AQ1,
(D
wobei σ, eine Konstante ist, die von der Art des zu walzenden
Werkstücks und außerdem von der Walzbedingung des Walzgerüsts vorgegeben ist. Der Wert dieser
Konstante kann durch Versuche ermittelt werden.
Für die Temperatur des Materials im Walzgerüst # 1 gilt
15
Jm ■
(2)
wobei Q1n der durch das Thermometer 7"gem-^sene
Wert der Temperatur des Werkstückes ist.
Die Bezugstemperatur QR, des Werkstückes im Walzgerüst
#; wird definiert als die Temperatur des Werk-Stückes zum Zeitpunkt unmittelbar bevor das Kopfende
des Werkstückes in das Walzgerüst #(/ + 1) einläuft. Wie später im einzelnen beschrieben ist, wird das für
den Antrieb der Arbeitswalzen des Walzgerüstes #/ erforderliche Walzmoment zu eben diesem Zeitpunkt
in einem Speicher gespeichert, der dem Walzgerüst # /
zugeordnet ist.
Gemäß der bekannten Gleichung für die Temperaturänderung eines gewalzten Werkstücks kann dessen
Temperatur beim Einlauf in das Walzgerüst #2 folgendermaßen ausgedrückt werden:
Q2 = 0o + (0, -Q0) · e
(3)
40
Durch Einsetzen von Gleichung (2) in Gleichung (3) erhält man:
Q2= Q„ + (Qm-Qo) ■ e <■>■">
(4)45
Der Wert Q2 zum Augenblick der Speicherung des
Walzmoments im Gerüst #2 in einem Speicher kaan, wenn erwünscht, als Bezugswert OR2 der Temperatur
des Materials im Gerüst #2 angenommen werden.
Die Temperatur des in das Gerüst #3 einlaufenden Werkstücks kann folgendermaßen ausgedrückt werden:
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2»,
= Q,, +(Q2-Q0) ■ e
1 A;
(5)
wobei der Wert von 0, im Augenblick der Speicherung des Walzmoments des Gerüstes #3 in einem dem
Gerüst #3 zugeordneten Speicher als Bezugswert QR}
der Temperatur des Werkstückes im Gerüst #3 angenommen werden kann. . *; ,'·
In ähnlicher Weise wird dieiT^peratühäesiinidas.
Gerüst # / einlaufenden Werkstucks ausgedrückt durch
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J-I-I
(6)
65 Walzmoments im Gerüst # / als Bezugswert QR, der
Temperatur des Werkstücks im Gerüst # /angenommen werden kann.
In Gleichung (6) stellen der äquivalente Wärmeübergangskoeffizient
σ,-1, die Entfernung L^1 zwischen
Gerüst # (/ -1) und Gerüst # /", die spezifische Wärme c
und das spezifische Gewicht γ Konstanten dar. Andererseits kann die Umgebungstemperatur Q0 durch Messung
festgestellt werden, die Umfangsgeschwindigkeit ν,-1 der Walzen im Gerüst # (/-1) kann durch Messung
oder Rechnung ermittelt werden, und die sich ergebende Dicke h,- \ des Materials nach Walzung im Gerüst
#(;-l) ergibt sich als gegebener Wert in diesem Gerüst.
Zwar kann die Temperatur 0, des Werkstücks im Gerüst #/ unter Verwendung der Temperaturen Q,-},
Q,-i Q2 und 0/v nacheinander für jeden Zeitpunkt
nach Messung von Q,s errechnet werden, und zwar
sogar vor Ankunft des Werkstückes am Gerüst # /, jedoch wird eine Berechnung dann unmöglich, wenn
das Schwanzende des Werkstückes das t.'Sröst # 1 verläßt
und die Temperatur 0/N nicht mehr gemessen werden
kann.
Um diese Schwierigkeit zu vermeiden, wird die Berechnung der Temperatur Q1 derart verzögert, daß die
Berechnung erst zu dem Zeitpunkt beginnt, wenn das Kopfende des Werkstücks in den Spalt zwischen den
Arbeitswalzen des Gerüstes # i eintritt. Beispielsweise kann die Berechnung der Temperatur B2 <1ann begonnen
werden, wenn das Kopfende des Werkstücks in das Gerüst r 2 einläuft, d. h., die Berechnung wird zu einem
Zeitpunkt durchgeführt, der um Ζ,,/vi gegenüber dem
Zeitpunkt der Messung der Temperatur 0t im Gerüst
# 1 verzögert ist. In ähnlicher Weise kann die Berechnung der Temperatur Qy um L2Iv2 gegenüber dem Zeitpunkt
der Berechnung der Temperatur Q2 verzögert werden; allgemein kann die Berechnung der Temperatur
Q1 gegenüber der Berechnung der Temperatur Θ.-ι
um L,-ι/ν,-1 verzögert werden.
Bei der Erfindung wird ein äquivalenter Querschnitt eines Fochtecks zum Vergleich mit dem zu walzenden
Werkstück herangezogen und die Dicke dieses äquivalenten Querschnitts wird dann als Werkstückdicke angenommen.
Ausgehend von dieser Annahme kann die Temperatur des in das Gerüst # η einlaufenden Werkstücks mittels
der Gleichung (6) errechnet werden, unabhängig von der tatsächlichen Querschnittsform des Werkstücks.
Fig. 2 zeigt in Form eines Blockschaltbildes eine Regelungsvorrichtung lür jedes Walzgerüst mit Ausnahme
des letzten Walzgerüstes # n, wobei die Zufiihrgeschwinriip.keit
des Werkstücks konstant gehalten wird.
Bei dieser Vorrichtung berechnet ein Drehmomentrechner
11 aus dem magnetischen Fluß Φ,, dem Ankerstrom I0, und der Drehzahl N, des Elektromotors M1 das
Walzmoment GK„ das für das Walzgerüst # / erforderlich
ist. Für das Gerüst # 1 gilt beispielsweise
i1 Konstanten sind und wobei
am Feldstrom /^1 des Elektrowobei
K1, Ä2i, A"j| und
.der Magnetfluß Φ\ aus
motors nach
Il wobei der Wert Q, im Augenblick der Speicherung des
N1
ermittelt wird,
wobei
V\ die Spannung der Stromquelle und
Aal den Ankerwiderstand des Elektromotors darstellt.
Es ist ersichtlich, daß das Moment GR\ von Gleichung
(7) eine Funktion der Zeit ist, und es wird der Wert des Moments GRX entsprechend einem Zeitpunkt unmittelbar
bevor das Kopfende des Materials in den Spalt der Arbeitswalzen des Gerüsts # 2 einläuft (d. h., wenn
noch keine Spannung auf das Werkstück ausgeübt wird), in einem Speicher 12 der Vorrichtung gespeichert.
Sobald das Kopfende des Werkstücks in den Spalt zwischen
den Arbeitswalzen des Gerüsts # 2 eintritt, wirkt auf das im Gerüst # 1 zu walzende Werkstück eine Spannung
ein, mit der Folge, daß sich das Walzmoment GR\ ändert. Nachfolgend soll nun das zum erwähnten Zeitpunkt
in Speicher 12 gespeicherte Walzmoment mit GOy\ bezeichnet werden. Die Veränderung des Walzmoments
infolge der Einwirkung einer Spannung vom Gerüst # 2 her beträgt
erhalten werden.
Diese Berechnung wird durch einen Subtrahiercr 15 (Fig. 2) durchgefiihrt, dessen Ausgang auf einen Walzgutkraft-Rechner
16 gegeben wird. Der Rechner 16 berechnet die im Werkstück übertragene Kraft nach
(H)
A GRX - G0\i\ - GR\
wobei GRI einen Wert des Walzmoments mit Spannung
in Vorwärtsrichtung darstellt. Ein positiver Wert von A GR\ bedeutet das Vorliegen einer Zugspannung, während
ein negativer Wert das Vorliegen einer Druckspannung anzeigt.
Gleichung (8) ist korrekt für den Fall, daß die Eigenschäften
des Werkstücks, etwa seine Zähigkeit sich nicht innerhalb einer Zeitspanne ändert, die zwischen
dem Augenblick der Speicherung des Moments £7OiW|
ohne Vorwärtsspannung und einem anderen Zeitpunkt mit Vorwärtsspannung liegt. In der Praxis jedoch
ändern sich die Eigenschaften des Werkstücks gemäß der Temperaturänderung im Tandem-Walzvorgang, und
es ist dabei aus der durch die Gleichung (8) erhaltenen Änderung des Moments A GRt nicht erkennbar, ob es
sich dabei um den Einfluß der Vorwärtsspannung oder der Änderung der Temperatur des Werkstücks handelt.
Mit der Vorrichtung wird die Änderung des Walzmoments infolge Temperaturänderung aus der Gleichung
(1) errechnet, und die Gleichung (8) wird so modifiziert, daß der Effekt der Temperaturänderung
kompensiert wird.
Eine Änderung des Walzmoments A Gex infolge einer
Änderung der Temperatur von einem Bezugswert QRX
zu einem Wert Qx wird aus Gleichung (1) im Temperaturkompensationsrechner
13 (F i g. 2) errechnet, und die damit erhaltene Änderung des Walzmoments Δ Gei
wird im Addierwerk 14 zum Moment ohne Spannung G0\i\ hinzugezählt, das aus dem Speicher 12 gewonnen
wird, womit dann für das Moment ohne Spannung ein temperaturkompensierter Wert
erhalten wird.
Entsprechend der Gleichung (8) kann damit eine temperaturkompensierte
Momentänderung
A Gi ι - G'nm
Ein Spannungsrechner 17 berechnet aus dieser Krall und der Querschnitts-Fläche A1 des im Gerüst # 1 zu
walzenden Werkstücks die Spannung /„„ welcher Wert in einem Vergleicher 18 mit einem Sollwert iureß verglichen
wird. Die Differenz /„, - turcfi wird einem P-1-Regler
19 zugeleitet, der die Drehzahl des Elektromotors um einen Betrag A N1 korrigiert und somit eine Spannungsregelung
an den Walzgerüsten # / vornimmt.
Die Vorrichtung enthält für jedes außer dem ersten und dem letzten Walzgerüst einen solchen Temperatur-Kompensationsrecher
13, wie er aus Fig. 3 hervorgeht. Dem Rechner 13 eines Gerüsts # / wird vom entsprechenden
Rechner 13 des Gerüsts #(/-1) ein Temperaturwert 0,-i zugeführt; außerdem nimmt er die Umgebungstemperatur
0o auf. Der Rechner 13 enthält einen Subtrahierer 13 α zum Abziehen der Umgebungstemperatur
0O von der Temperatur Q1- x . Der Rechner 13 weist
ferner einen Temperaturrechner 13 b auf, der aus den (8) Konstanter! σ,-\, L,-,, h,-u c und y, und den Variablen
Veränderliche v,., und (0,.|-0O) den zweiten Term
von Gleichung (6) berechnet. Der Ausgang des Temperaturrechners 13 b wird in einem Addierer 13 cdem Wert
der Umgebungstemperatur 0O hinzugefügt, um so die Temperatur 0, des Werkstückes zu erhalten, das im
Gerüst # / gewalzt wird. Die Temperatur Qn die ebenfalls
eine Funktion der Zeit ist, wird in einem Verzögerungskreis 13 d verzögert, und zwar um eine Zeitspanne
entsprechend Lt-\fv,-\, wie bereits oben erwähnt worden
ist. Die Temperatur Q1 wird nach ihrer Verzögerung
dem Gerüst # (/ +1) zugeleitet, um die Temperatur Q1, ι
berechnen zu können; auch wird die verzögerte Temperatur 0, einem Generatorkreis 13 e zur Erzeugung
einer Bezugstemperatur QR, zugeführt. Der Rechner 13
weist ferner einen Subtrahierer 13/zum Errechnen von Δ Q1 = &R, - 0„ sowie einen Rechner 13g zum Errechnen
der Momentänderung A Ge\ = α,ΔΟ, auf. Der Ausgang
A Gß\ des Rechners 13 g wird, wie oben beschrieben
dem Addierwerk 14 (Fig. 2) zugeführt.
Der Temperaturkompensationsrechner 13 für das Gerüst # 1 ist wesentlich einfacher aufgebaut als in
Fig. 3 dargestellt, weil für das Walzgerüst #1 kr:ne
Temperaturberechnung und Temperaturverzögerung erforderlich sind. Das Walzgerüst # η benötigt die in
Fig. 2 dargestellte Spannungsregelungsvorrichtung nicht, sondern lediglich eine übliche Drehzahlregelung
für eine konstante Drehzahl der Arbeitswalzen des Gerüstes # n.
Fig.4 ist ein Blockschaltbild einer ersten Ausfuhrungsform
der Regelungsvorrichtung, wobei ein Thermometer Fan der Eingangsseite lediglich des Gerüstes
# I vorgesehen ist. Jedem Walzgerüst ist eine in Fig. 4 strichpunktierte umrahmte Antriebseinheit (Elektro-(9)
motor, z. B. Gleichstrommotor, Getriebe und Steuersystem) zugeordnet. Der Ausgang A Ni der Spannungsregelungsvorrichtung
des Gerüstes #/ wird einem Bezugswert NREn hinzugefügt, und die Differenz zwischen
der so erhaltenen Summe und dem Ausgang eines Tachometergenerators TG wird einem Drehzahl-(10)
regler ASR des Elektromotors M zugeleitet.
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Beim Beispiel der Fig. 4 sind die gemäß Fig. 2 miteinander
verbundenen Regelungsvorrichtungen Pur die einzelnen Walzgerüste # 1 bis # (n - 1) zu einergemeinsamcn
Steuerungsvorrichtung 20 zusammengefaßt. Die Temperaturkompensationsrechner 13 der einzelnen
Rcgelungsvorrichtungen sind in einer Temperaturkompensationseinheit
22 der Gesamt-Steuerungsvorrichtung 2ü/.l«ammengefaßt, während die restlichen Elemente
der Einzel-Regelungsvorrichtungen besondere Spannungssteuereinheiten '21 darstellen. Aufbau und
Wirkungsweise der Vorrichtung sind sehr ähnlich der in Fig. 2 dargestellten Vorrichtung.
Bei der Gesamt-Steuerungsvorrichtung 20 nehmen die darin enthaltenen Spannungssteuereinheiten 21 Pur
die Gerüste # / Parameter /„„ v„ Nn In usw. von den
Gerüsten # / auf und geben Ausgangssignale A Ni ab. Das Ausgangssignal Δ Ni wird bei dieser Ausführungsform
durch einen Spannungsausgleichskreis 23 für jedes Gerüst korrigiert, womit eine auf ein Walzgerüst ausgeübte
Spannung mit denjenigen Spannungen ausgeglichen wird, die auf die benachbarten Walzgerüste ausgeübt
werden. Damit können nachteilige Einflüsse unausgeglichener Spannungen auf das Werkstück ausgeschaltet
werden. Da der Ausgleichskreis 23 nicht Gegenstand vorliegender Erfindung ist, wird auf eine
nähere Erläuterung verzichtet.
Ebenfalls aus Gründen des Ausgleichs der Spannungen kann aufjede der Spannungssteuereinheiten 21 ein
Eingangssignal t,-x (genauer gesagt R1I1If-]) gegeben
werden und zwar vom Gerüst #(/- 1), so daß jede Einheil
an das Gerüst # (/ - 1) ein Signal /, abgibt, wie dies
durch gestrichelte Linien in Fig. 2 angedeutet ist.
Die Temperaturkompensationseinheit 22 nimmt die Umgebungstemperatur S0, die Umfangsgeschwindigkeiten
ν,, v2,.... v„ der Arbeitswalzen der Walzgerüste,
die der Art des zu walzenden Materials und den Walzbedingungen
zugeordneten Daten, z. B. σ,, An c, y, und
außerdem die Temperatur 0/lV auf, welche vom Thermometer
Tgemessen wird, das sich an der Eingangsseite
des Gerüstes # 1 befindet. Die Temperaturkompensationseinheit 22 errechnet daraus nacheinander die Temperaturen
Θ2, 03, ..., On und leitet Ausga"gssignale
Δ G,.,\, A Gf.)2, ...,A Ggn an die Addierwerke 14 weiter,
die sich in den Spannungssteuereinheiten 21 der Vorrichtung 20 befinden. Die Rechenoperationen werden
in ähnlicher Weise durchgeführt, wie oben anhand von F i g. 2 erläutert worden ist.
Fig. 5 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel, dessen
Aufbau sehr ähnlich dem des in Fig. 4 dargestellten ersten Beispiels ist. Im Gegensatz dazu sind jedoch
•Thermometer T1, T2,..., Tn-\ an der Eingangsseite aller
Walzgerüste # 1 bis #(/-1) vorgesehen, und die von den Thermometern Tx bis Tn-x gemessenen Temperaturen
O1, Q1,..., 0„-i werden der Temperaturkompensationseinheit
22 der Spannungssteuerungsvorrichtung 20 zugeführt.
Weil die Temperaturen Qx, Q2, .-., Qn tatsächliche
Meßwerte sind, brauchen sie hier nicht berechnet zu werden und die Werte A GGi können auf der Grundlage
dieser tatsächlich gemessenen Temperaturen errechnet werden.
Fig. 6 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel, bei dem
anstelle des Thermometers Tein Temperatur-Modellgenerator
24 vorgesehen ist, der einen Temperaturwert Qx
erzeugt und auf die Temperaturkornpensationseinheit
22 der Spannungssteuerangsvorrichtung 20 gibt. Die Temperaturkompensationseinheit 22 errechnet nacheinander
die Temperaturen Q2, ...,Qn aus der Temperatur
0| und gibt Ausgangssignale A Gm,A Ge2,...,A Gg„
auf die Spannungssteuereinheiten 21 der Gerüste # 1 bis # n, wie dies auch in Verbindung mit dem zweiten
Ausführungsbeispiel beschrieben worden ist. DerTemperatur-Modellgenerator
24 kann auf der Grundlage einer Verlaufsmarke arbeiten, entsprechend einer niedrigen
Temperatur des Heizofens zum Erhitzen des Werkstücks, oder auch auf der Grundlage einer Abkühlungskurve,
darstellend die Temperaturveränderung fdes Werkstücks über der Länge des Materials während
des Walzvorgangs.
Fig. 7 zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel, das im
wesentlichen dem in Fig. 5 dargestellten zweiten Beispiel entspricht, mit der Ausnahme jedoch, daß anstelle
der an den Walzgerüsten vorgesehenen Thermometer in der Spannungssteuerungsvorrichtung 20 Generatoren
24 a für Temperaturverläufe vorgesehen sind, welche
die Temperaturen 0,, Q2 Qn x des Werkstücks in den
Gerüsten # 1, # 2, ...,#(«- 1) simulieren. Diese sirnulierten
Werte werden der Temperaturkompensationseinheit 22 zugeführt. Die Temperaturkompensationseinheit
22 errechnet die Veränderungen A G01 der Walzmomente
aufgrund der Temperaturveränderungen und gibt Veränderungssignale A G01 auf die Spannungs-Steuereinheit
21 der Vorrichtung 20.
F i g. 8 zeigt eine fünfte Ausführungsform, wobei eine Walzkraft-Meßeinrichtung LC zur Messung der Walzkraft
am Walzgerüst # 1 vorgesehen ist. Deren Ausgang P wird auf die Temperaturkompensationseinheit 22 der
Spannungssteuerungsvorrichtung 20 gegeben, um so die Temperatur Qx des Werkstücks am Walzgerüst # 1 zu
erhalten. Die Temperaturen 02, 03, .... Qn des Werkstücks
an den Walzgerüsten #2, #3, ..., #n werden dann nacheinander aus der Temperatur Qx berechnet.
Der Berechnung der Temperatur aus der Walzkraft P liegt die Beziehung
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'i -(H-Iix) -(KP-QP-tb),
wobei
B: Breite des Werkstücks,
Rx: Deformationsradius der Arbeitswalze,
H: Dicke des Werkstücks an der Eingangsseite des Walzgerüsts,
KP: Formänderungswiderstand,
QP: die Walzkraft (auf die Walzen ausgeübter Druck) darstellende Funktion,
tb: auf das Walzgut vom vorherigen Walzgerüst her ausgeübte Spannung.
QP kann hier als Konstante angenommen und es kann
Λ'ι~*ι 03)
gesetzt werden.
Die Spannung tb kann vernachlässigt werden, weil ihr Wert äußerst klein ist. Damit gilt für die Dicke Λ, auf der
Auslaufseite des Gerüsts # 1
60
wobei
65 5: Walzspalt des Gerüstes # 1,
M: Federkonstante des Gerüstes # 1.
Die Breite B des Werkstücks und seine Dicke Han der
Eingangsseite des Walzgerüstes # 1 werden als bekannt vorausgesetzt, und die Walzkraft P am Walzgerüst # 1
wird voraussetzungsgemäß gemessen. Damit erhält man aus Gleichung (12)
KP = (15)
B ■ QPVRx -(.H-hO
'. Andererseits kann die Temperatur Θι folgendermaßen
ausgedrückt werden:
0,-7 _273) (16)
wobei
ε: Deformation des Materials,
d: Deformationsverhältnis,
C\: Kohlenstoffanteil des Materials,
αϊ bis Q8: Konstanten.
Durch Einsetzen der Gleichung (15) in die Gleichung (16) kann die Temperatur Θ\ des Materials im Walzgerüst
# 1 erhalten werden.
Die Temperaturkompensationseinheit 22 enthält bei dieser Ausführungsform einen Schaltkreis zum Errechnen
der Temperatur Θ\, wie oben beschrieben worden
ist. Ist einmal die Temperatur Θι berechnet worden,
dann gleichen die nachfolgenden Operationen denjenigen, die anhand der Fig. 3 beschrieben worden sind.
Hierzu 8 Blatt Zeichnungen
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40
45
50
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