DE320856C - Verfahren und Vorrichtungen zum Aufschliessen und Entfluessigen von feuchtem Torf, Rohzellulose, OElkern, Treber u. dgl. - Google Patents
Verfahren und Vorrichtungen zum Aufschliessen und Entfluessigen von feuchtem Torf, Rohzellulose, OElkern, Treber u. dgl.Info
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Description
- Verfahren und Vorrichtungen zum Aufschließen und Entflüssigen von feuchtem Torf, Rohzellulose, Ölkern, Treber u. dgl. Die Erfindung betrifft das Aufschließen und Entflüssigen von feuchtem Torf, Rohzellulose, Ülkern, Treber u. dgl.
- Gemäß der Erfindung wird der bekannte Aufschluß zwischen sich aufeinander abwälzenden Druckkörpern. mit der bekannten Entflüssigung .durch eine saugfähige Schicht, die nach jedesmaligem Vollsaugen wieder ausgepreßt wird, in folgender Weise vereinigt: Die Flüssigkeit wird zunächst aus dem feuchten Rohgut durch die Druckvorrichtungen unter Bildung einer Stauwelle oder örtlichen Ansammlung verdrängt, sodann von den kapillarischen Saugkörpern aufgenommen und schließlich aus diesen durch die gleichen Druckvorrichtungen nach einem Abfluß ausgedrückt. Zur-Ausführung eignen sich Kollergänge, Quetschwalzen. Mischtröge mit gegen die Wand gedrückten Rollen. Dabei werdcn in die Abwälzbahn der Druckkörper Saugkörper eingelegt.
- In den Fig. i bis il ist- die Erfindung in verschiedenen Ausführungen verbildlicht. Mischungen vieler fester Massen mit Flüssigkeiten setzen der Abscheidung dieser Flüssigkeiten immer bedeutenden 'Widerstand entgegen, weil sie die durchlässigen Wandungen der Preßformen bei Einwirkung des Preßdruckes schnell verstopfen oder sie mit un-, durchlässigen- Schichten überdecken. Dieser Übelstand wird vermieden, wenn die zu entflüssigenden Mischungen in dünner, während der Entflüssigung innerlich bewegter Schicht in (Fig. 6 bis =o) zwischen sich aufeinander abrollenden Druckkörpern 1, wie Walzen, Sektoren o. dgl., behandelt werden, deren Rollbahnen stellenweise mit eingelassenen kapillarischen Saugmassen z, wie Schwammstücken, Moostorf u. dgl., versehen sind. Während die Druckkörper 1 aufeinander abrollen, verdrängen sie die Flüssigkeit aus der zwischen ihnen befindlichen Rohgutschicht in, und es entsteht eine örtliche Ansammlung s von Flüssigkeit, als Stauwelle bis zur Übersättigung des Rohgutes, die auf der undurchlässigen Rollbahn vor der bewegten Druckstelle vorwärts gedrängt wird, bis sie die nächste der in der Rollbahn eingelassenen kapillarischen feuchten Saugmasse z erreicht, in welche sie, diese anschwellend, schnell eindringt (Fig. 7). Durch weitere Abrollung der Druckkörper l gelangt alsdann auch die nun angeschwollene Saugmasse z unter Druckwirkung, und es wird aus ihr die nun bereits abgeschiedene klare Flüssigkeit durch einen Abfluß u verdrängt (Fig. 8). Hierbei wird die Saugmasse wieder entleert und für neue Flüssigkeitsaufnahme vorbereitet.
- Die Vorgänge der Flüssigkeitsverdrängung aus dem Rohgut, die fortschreitende Ansammlung s der Flüssigkeit bis zur örtlichen Übersättigung des Rohgutes m, deren Fortdrängung bis zur nächsten kapillarischen Saugmasse z, die drucklose Absaugung der angesammelten Übersättigungsflüssigkeit s in diese Saugmasse z und deren Ausquetschung, bilden eine Tätigkeitsperiode des neuen Verfahrens. Gleichzeitig wird hierbei durch innere Bewegung die Aufschließung und Vergleichmäßigung des Rohgutes erreicht.
- Zur Ausführung des beschriebenen Verfahrens ist der Kollergang (Fig. i bis 3, 6 bis io) gut geeignet, in dessen Bodenstein e stellenweise einige kapillarische Saugmassen z mit zugehörigen Abflüssen u angeordnet sind. Es entsteht dadurch der »Entwässerungskollerganga als neuartige Maschine. Es können aber auch andere Vorrichtungen, wie Mischmaschinen, Sektorenmaschinen- (Fig. q. und ix) nach Bauart der Steinbrecher, Rührbütten mit pendelnden Walzen (Fig. 5) u. dgl. so mit kapillarischen Saugmassen versehen werden, daß sie die Ausführung des beschriebenen Verfahrens ermöglichen. Hierbei wirkt die Eigenart des Rohgutes bestimmend.
- Bei Verwendung eines Kollerganges gelangt erfahrungsgemäß immer nur eine dünne Schicht des Rohgutes unter den Läuferstein 1, während andere Rohgutmassen vom Läuferstein 1 an der Schüsselwand a und an dem Halslager b- aufwärts gedrängt werden. Diese verdrängten Rohgutmassen fallen hinter dem Läuferstein wieder auf die bereits entflüssigte Rohgutmasse na zurück. Der Schaber c (Fig. 3) wühlt das am Boden festgewalzte Rohgut auf und mischt es, bis der nächstfolgende Läuferstein 1 darüberrollt. Dieser Vorgang wiederholt sich; das heißt, der Kollergang bleibt im Gange, bis die genügende Entflüssigung, Aufschließung und Mischung des Rohgutes erreicht ist und dieses durch die Schüsselklappe d entfernt wird.
- Auf der Zeichnung sind wegen Andeutung der Verschiedenartigkeit. der kapillarischen Saugmassen die Kammern z zu eng aneinander gezeichnet. Diese Kammern für die Saugmassen müssen weiter auseinander liegen als gezeichnet, damit auf den zwischenliegenden Laufbahnstrecken neue Stauwellen s entstehen können, wie auf der Zeichnung veranschaulicht.
- In Fig. i sind im Bodensteinkörper e kleine Zellen z1 gezeichnet, die mit kapillarischen festen Platten ausgefüllt sind. Die Zellen z2 sind mit hohlen Siebmänteln versehen, welche mit kapillarischen Faserstoffen ausgefüllt sind. Die Zellen z3 sind mit der zu entwässernden Masse selbst ausgefüllt (Zellulose oder Moostorf) und stehen so mit der erwähnten kleinen Flutwelle in Berührung, daß ihr kapillarischer Inhalt von dieser aufgequellt und alsdann durch die darunter befindlichen Schlitze ausgedrückt wird. In den Zellen z4 ist die kapillarische Quelhnasse von starren durchlochten Körpern überdeckt, welche eine Mischung des Zelleninhaltes mit der zu entwässernden Masse verhindern, jedoch den Zutritt der Flüssigkeit ermöglichen und kolbenartig auf die kapillarische Quellmasse wirken, sobald der Läufer l darüber hinwegrollt, wodurch die vorher aus der Stauwelle aufgenommene Flüssigkeit nach unten ausgedrückt wird. Alle diese kapillarischen Entwässerungsmittel sind je nach Zweck und Vorbedingen zu wählen.
- Zur Erhöhung der Deutlichkeit veranschaulicht Fig. 6 die ankommende Stauwelle s, bevor sie an die kapillarische Saugmasse z gelangt; Fig. 7 veranschaulicht die angeschwollene Saugmasse z, nachdem sie die Stauwelle s in sich aufgenommen hat; Fig. 8 veranschaulicht die vom Läuferstein l ausgequetschte Saugmasse z mit Abfluß durch die gelochte Unterlage u: Fig. g veranschaulicht eine mit gelochter, von Federn f getragener Kapsel k überdeckte Saugmasse z; Fig. io veranschaulicht die Anordnung einer beweglichen'Unterläge u; -Fig. q. und Fig. ix veranschaulichen eine Vorrichtung zur Ausführung des neuen Entflüssigungsverfahrens nach Bauart der Sektorensteinbrecher (für starke Druckwirkungen); Fig. 5 veranschaulicht eine für den neuen Zweck eingerichtete Rührbütte mit Druckwalzen 1. Statt einer Entwässerung kann auch eine Entölung ölhaltiger= Massen o. dgl. mit dem beschriebenen Verfahren. ausgeführt werden.
Claims (2)
- PATENT-ANSPRÜcHE: i. Verfahren zum Aufschließen und Entflüssigen von feuchtem Torf, Rohzellulose, Ölkern, Treber u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß der bekannte Aufschluß zwischen sich aufeinander abwälzenden Druckkörpern mit der bekannten Entflüssigung durch eine saugfähige Schicht, die nach jedesmaligem Vollsaugen wieder ausgepreßt wird, in folgender Weise vereinigt wird. Die Flüssigkeit wird zunächst aus dem feuchten Rohgut durch die Druckvorrichtungen unter Bildung einer Stauwelle oder örtlichen Ansammlung verdrängt, sodann von den kapillarischen Saugkörpern aufgenommen und schließlich aus diesen durch die gleichen Druckvorrichtungen nach einem Abfluß ausgedrückt..
- 2. Einrichtungen wie Kollergänge, Quetschwalzen, Mischtröge mit gegen die Wand gedrückten Rollen zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, gekennzeichnet durch Einlage von Saugkörpern in die Abwälzbahn der Druckkörper.
Applications Claiming Priority (1)
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